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IPhone 3GS - Potenzialanalyse und USP eines mobilen Werbeträgers im Intermediavergleich

Bachelorarbeit 2009 114 Seiten

BWL - Marktforschung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Leitfragen

2. Definition und Abgrenzung
2.1 Mobile Web/Internet
2.2 Mobile Marketing
2.3 Mobile Advertising
2.4 iPhone, iPhone 3G, iPhone 3GS

3. Technologische Grundlagen im Mobil- und Kurzstreckenfunk
3.1 GPRS und EDGE
3.2 UMTS, HS(D)PA und LTE
3.3 Wireless LAN
3.4 Bluetooth
3.5 RFID und Near Field Communication (NFC)
3.6 Zusammenfassung Übertragungstechnologien

4. Mobilfunk und Mobile Web – Neue Nutzungsprofile im Vergleich
4.1 Allgemeine Daten zur Mobilfunknutzung in Deutschland
4.2 Nutzungsgewohnheiten – SMS und Co.
4.3 Mobile Web – Anwendungen und Nutzungsintensität
4.4 Mobile Web – Zukünftig nachgefragte Anwendungen
4.5 Mobile Web – Das iPhone definiert neue Nutzungsmuster
4.6 Mobile Web – Awareness für Mobile Advertising

5. Werbeformen im Mobile Marketing
5.1 Click to interact – Neue Möglichkeiten der Interaktion
5.2 Mobile Web – Bannerwerbung für unterwegs
5.2.1 Seitenverhältnisse, Dateiformate und maximale Dateigrößen
5.2.2 Mobile Web Standards in der Praxis
5.3 Mobile Messaging – Mehr als ein Rückkanal
5.4 Mobile Applications – Branded Entertainment at it’s best
5.4.1 Web-Applikationen vs. Native Applikationen
5.4.2 Exkurs: Apple’s App Store
5.5 Mobile Video and TV
5.6 Mobile Proximity Marketing

6. Die Mediengattung Mobile im Intermediavergleich
6.1 Kriterien im intermedialen Vergleich
6.2 Mobile Advertising als Maßstab der Mediengattung Mobile
6.2.1 Disponibilität – Mobile Banner vs. Branded Entertainment
6.2.2 Steuerbarkeit – Targeting in einer neuen Dimension
6.2.3 Streu- und Produktionskosten
6.2.4 Darstellungsmöglichkeiten – Viele Endgeräte, hohe Einschränkungen
6.2.5 Werbe-Werthaltung – Glaubwürdigkeit digitaler Medien
6.2.6 Reichweiten- und Kontaktaufbau
6.2.7 Kontaktsituation – Impactstärke und Expositionsvermögen
6.2.8 Integrierte Kommunikation – Responsekanal ohne Reichweite

7. Das iPhone als Werbeträger – Eine Expertenbefragung
7.1 Methodik und Teilnehmer
7.2 Fragen 1-3: Aufgabenbereiche und Mobilfunkverhalten
7.3 Frage 4: Verbreitung im Unternehmen
7.4 Fragen 5 - 6: Das iPhone als Werbeträger
7.5 Fragen 7 - 8: Argumente gegen das iPhone als Werbeträger
7.5 Fragen 9 - 10: Werbeträger der Zukunft
7.6 Ein zweideutiges Meinungsbild

8. Potenziale und USP eines mobilen Werbeträgers – Fazit zur Bewertung der Mediengattung Mobile

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Vergleich Zugangstechnologie

Abbildung 2: Anwendungen auf mobilen Endgeräten

Abbildung 3: Anwendungen auf mobilen Endgeräten – Zielgruppe 18-35 Jahre

Abbildung 4: Altersverteilung

Abbildung 5: Anwendungen iPhone vs. Andere

Abbildung 6: Awareness von Werbung auf mobilen Endgeräten

Abbildung 7: Mobile Werbebanner im Überblick

Abbildung 8: iPhone Applikationen

Abbildung 9: Die App Store Oberfläche als integrativer Bestandteil von Apple iTunes

Abbildung 10: Video Spot Platzierung als Werbeform

Abbildung 11: Mobile Advertising als passive Form des Mobile Marketing

Abbildung 12: Intermediavergleich erweiterter Ansatz

1. Einleitung

Die zunehmende Bedeutung von Mobilität und Flexibilität in der Gesellschaft und eine stark angestiegene Penetration von mobilen Endgeräten steigern das Interesse von werbetreibenden Unternehmen an der Mediengattung Mobile.[1] Doch in welchem Entwicklungsstadium befindet sich die Mediengattung Mobile? Steckt die Vermarktung mobiler Webseiten tatsächlich noch in den „Kinderschuhen“ oder wird sie langsam „Erwachsen“?[2]

Nach Expertenmeinungen hat der Wettbewerb deutlich zugenommen. Und so drängen sich 2009 Dienstleister, Vermarkter und Mobilfunkanbieter auf den deutschen Mobile Advertising Markt, um sich mit neuen Erlösmodellen zu positionieren und neue Werbemöglichkeiten anzubieten.[3] In Zeiten der wirtschaftlichen Rezession unterstreicht dies die Bedeutung eines Medienkanals, der im Jahr 2007 noch an der Akzeptanz des Endverbrauchers scheiterte. So wird „Werbung auf dem Handy-Display […] von den meisten Nutzern als Zumutung empfunden. Die Werbewirtschaft will diesen unerfreulichen Zustand durch gutes Zureden und exakt auf die Nutzerinteressen zugeschnittene Botschaften ändern.“[4]

Einen Monat nach diesem Artikel wurde mit dem Erstverkaufstag des iPhone von Apple eine Euphorie im Mobilfunkmarkt ausgelöst, dessen Impuls technologisch wie gesellschaftlich auch das Mobile Advertising und die Nutzung des mobilen Internet forciert hat. Seit dem ersten iPhone, das in Verbindung mit einem Mobilfunkvertrag von T-Mobile, ab dem 09. November 2007 auch in Deutschland erhältlich war, gibt es bereits zwei Nachfolgemodelle mit dem iPhone 3G und dem iPhone 3GS. Die Absatzzahlen übertreffen sich mit jedem neuen Modell und Apple verkaufte das neueste iPhone, nur drei Tage nach Erstverkaufstag, bereits über eine Millionen mal.[5] Zum Hardware-Paket liefert Apple zusätzlich ein infrastrukturelles Softwaregerüst, das mit der Musikdatenbank iTunes, dem App Store sowie dem Betriebssystem iPhone OS ein in sich geschlossenes benutzerfreundliches Konzept darstellt.

Laut amerikanischen und europäischen Studien führt das iPhone sämtliche Statistiken zur Nutzung des mobilen Internet an.[6] Dabei übertreffen die Zugriffszahlen auf mobile Webseiten, ebenso wie die Verweildauer im mobilen Internet, alle von der Konkurrenz angebotenen Endgeräte. Zusätzlich hat das iPhone als multimediale Plattform auch die Interaktivität der Endverbraucher verändert. Instant Messaging, soziale Netzwerke oder Video-Communities werden mit der Funktionalität des iPhone zu neuen mobilen Kommunikationsplätzen, die erstmals unabhängig von Ort und Zeit einen Dialog zwischen Anwendern ermöglichen. So verzeichnete die Videoplattform YouTube mit dem Launch des iPhone 3GS eine Steigerung beim Video-Upload von 400 %.[7]

Das iPhone als Stellvertreter einer Generation von Smartphones, die es erstmalig schaffen den Nutzen des mobilen Internet eindeutig zu kommunizieren. In Deutschland kommt mit dem Ausbau der UMTS-Infrastruktur und neuen Tarifmodellen der Mobilfunkanbieter Bewegung in einen Markt, dessen Potenzial auf ca. 1,6 Mrd. € im Jahr 2010 geschätzt wird.[8]

Ob das Potenzial des Mobile Advertising genutzt werden kann, hängt von vielen Markt- und Umweltbedingungen ab. Der entscheidende Faktor ist zunächst die Etablierung der Mediengattung Mobile durch Standards und die Einordnung des Mobile Advertising im Vergleich zu klassischen und neuen Medien. Der Mehrwert mobiler Kommunikation muss für werbetreibende Unternehmen als USP eindeutig formuliert werden, damit in Zukunft Mobile Advertising als mediastrategisches Planungsinstrument innerhalb crossmedialer Kampagnen effizient eingesetzt werden kann. Noch erreicht das Mobile Advertising als Teil des Mobile Marketing noch keine ausreichend kritische Masse, doch Experten wie Jens Nagel-Palomino (Chief Innovation Officer VivaKi) sind sich sicher, dass sich dies durch eine zunehmende Verbreitung von Smartphones wie dem iPhone ändern wird. Erwartet wird ein endgültiger Durchbruch im vierten Quartal 2009.[9]

1.1 Zielsetzung

Mit dieser Arbeit wird der Status des Mobile Advertising in Deutschland im Jahre 2009 untersucht und der Einsatz mobiler Werbeträger an den Möglichkeiten des iPhone 3GS – stellvertretend für Smartphones der 3G-Generation – gemessen. Dabei ist die Herausforderung, aus einer sehr unübersichtlichen Datengrundlage die wichtigen Aussagen zu selektieren und wissenschaftlich zu bewerten. Aufgrund der aktuellen Thematik werden bisher sehr wenige wissenschaftliche Ansätze verfolgt, um das Mobile Advertising als mediastrategisches Instrument zu charakterisieren. Diese Arbeit versucht mit dem Ansatz des Intermediavergleichs, als Grundlage zum Vergleich von Mediengattungen, die Stärken und Schwächen des iPhone 3GS als Werbeträger zu skizzieren. Daraus lässt sich für werbetreibende Unternehmen zukünftig erstmals eine Vergleichsbasis schaffen, die auch die neueste Mediengattung Mobile impliziert. Trotz des bisher sehr geringen Marktanteils bei Smartphones von 13,5 %[10] am Handy-Gesamtabsatz, kann aufgrund der Voraussetzungen davon ausgegangen werden, dass sich diese Endgeräte innerhalb der nächsten Jahre im Mobilfunkmarkt durchsetzen werden. Da dem iPhone3GS innerhalb dieses Segmentes aufgrund technischer Voraussetzungen und gesellschaftlicher Entwicklungen derzeit die größte Aufmerksamkeit zuteil wird, ist es zentraler Bestandteil dieser Arbeit. Weitere Hersteller orientieren sich an der Technik und Funktionalität dieses Endgerätes.

1.2 Leitfragen

Neben der Einstufung mobiler Werbeträger, bilden folgende Leitfragen den Bezugsrahmen dieser Arbeit.

1. Was sind die technologischen Fortschritte und wer nutzt das iPhone 3GS? Zugang nur für die Elite?
2. Welche Standards gelten im Markt der mobilen Werbeträger? Welches Potenzial bietet das iPhone 3GS darüber hinaus?
3. Ist das iPhone 3GS der Werbeträger der Zukunft? Was ist sein USP in Bezug auf mediastrategische Entscheidungen?

Anhand dieser Leitfragen erfolgt die thematische Auseinandersetzung. Ziel dabei ist es, eine abschließende Beantwortung der Leitfragen sowie eine Entwicklung weiterführender Diskussionsansätze abzuleiten.

2. Definition und Abgrenzung

Das Thema dieser Arbeit impliziert die genaue Abgrenzung wichtiger Grundbegriffe, die derzeit sehr häufig im Zusammenhang mit der Mediengattung Mobile verwendet werden. Zum Verständnis für die Inhalte dieser Arbeit sind drei grundlegende Definitionen von Bedeutung. Die Erläuterung des Mobile Web/Internet, die Definition des Mobile Marketing und die Abgrenzung zum Mobile Advertising bilden dabei die wichtigsten Dimensionen zur Klassifizierung der Mediengattung Mobile im Intermediavergleich.

2.1 Mobile Web/Internet

Unter der Nutzung des Mobile Web/Internet versteht das W3C[11], den Zugang zum Internet mit einem mobilen Endgerät. Mobile Endgeräte können dabei ein Laptop ebenso wie ein Mobiltelefon sein. Der Unterschied zwischen diesen und weiteren mobilen Endgeräten, mit denen auf das Internet zugegriffen werden kann, ist die mehr oder weniger eingeschränkte Handhabung. Während einem Nutzer am Laptop beim Zugang ins mobile Internet eine Tastatur sowie ein, im Vergleich zum Mobiltelefon, großer Bildschirm zur Verfügung stehen, müssen Anwender über ein Mobiltelefon auf diese Eingabe- und Darstellungsqualität verzichten. In dieser Arbeit ist genau diese beschränkte Nutzung ausschlaggebend und bezieht daher nur Mobiltelefone in die Betrachtung mit ein. Dabei wird das mobile Internet primär über Anwendungen definiert, die innerhalb eines mobilen Browsers aufgerufen werden. Erweitert wird diese Definition durch den Experten Tom Alby, der auch mobile Applikationen als mobiles Internet bezeichnet, wenn diese auf das Internet als Plattform des Datenaustausches zurückgreifen. Die Nutzung ist dabei unabhängig vom Aufrufen eines mobilen Browsers.[12]

In dieser Arbeit liegt der Fokus auf der Nutzung des mobilen Internet im engeren Sinne über die Mobilfunktechnologien GPRS, EDGE und UMTS. Im weiteren Sinne zählen zum mobilen Internet auch Kurzstreckenfunktechnologien wie WLAN und Bluetooth.[13] In Abhängigkeit zur derzeitigen Relevanz der einzelnen Übertragungstechnologien[14], widmen sich die Zielgruppenanalyse und der Intermediavergleich ausschließlich dem UMTS-Übertragungsstandard. Das Potenzial und der USP werden aus dieser Übertragungstechnologie abgeleitet. Im Verlauf der Arbeit wird Mobile Web auf dieser Grundlage als definierter Begriff verwendet.

2.2 Mobile Marketing

Der Begriff des Mobile Marketing wird in der Literatur sehr unterschiedlich genutzt und beschreibt am häufigsten den Einsatz von SMS- oder MMS-Maßnahmen und dem Mobile Web. Als Grundlage dieser Arbeit dient die Definition der Buchautoren und Marketing-Experten Küllenberg und Quente. Danach ist Mobile Marketing „ein Sammelbegriff für alle Marketingmaßnahmen, die unter der Verwendung drahtloser Telekommunikation – Mobilfunk, Wireless LAN, Bluetooth, DVB-H – und mit mobilen Endgeräten umgesetzt werden. Diese Maßnahmen haben stets das Ziel, den Konsumenten direkt zu erreichen und zu einer kalkulierten Reaktion zu veranlassen.“[15]

Erweitert wird diese Definition um einen wichtigen Bestandteil. Nicht ausschließlich Werbebanner oder eine Werbe-SMS fallen unter den Begriff Mobile Marketing, sondern nahezu „jede Art von kommunikativer, geschäftlicher Aktivität, bei der Anbieter Leistungen auf der Basis mobiler Endgeräte etablieren und zum Konsum anbieten.“[16] Diese Erweiterung ist von entscheidender Bedeutung, da sie auch mobile Applikationen als Form des Branded Entertainment[17] mit einschließt. Daneben gehören weitere digitale Inhalte, wie MP3 oder Video-Clips, News und Produktinformationen sowie Transaktionen, zur begrifflichen Definition des Mobile Marketing.[18]

2.3 Mobile Advertising

Das Mobile Advertising als Teildisziplin des Mobile Marketing kann aus den zwei voran gegangenen Begriffserklärungen abgeleitet werden. Es umfasst alle Marketingaktivitäten, die das Mobile Web als Plattform nutzen. Dazu zählen primär das Display-Advertising im mobilen Browser und Werbeformen in mobilen Produkten wie Applikationen. Weitere Werbemöglichkeiten sind der „Idle Screen“[19], das In-Game Advertising sowie Video und Mobile TV.[20]

2.4 iPhone, iPhone 3G, iPhone 3GS

Betrachtungsgegenstand in dieser Arbeit zur Charakterisierung der Mediengattung Mobile ist das iPhone 3GS. Zur Begriffserklärung werden in diesem Abschnitt die neuesten technischen Features der aktuellsten Version des Smartphones von Apple genannt. iPhone 3G und iPhone 3GS unterstützen dabei beide den Mobilfunkstandard UMTS und dienen daher mit ihren technischen Features als Maßstab für den Intermediavergleich. Zur Vereinfachung wird im Folgenden vom iPhone 3GS als Werbeträger der neuesten Generation gesprochen.

Das iPhone 3GS ist die dritte Generation des Smartphones von Apple. Das „S“ in der Endgerätebezeichnung bedeutet Speed und signalisiert die derzeit maximale Downloadgeschwindigkeit von 7,2 Mbit/s über UMTS und HSDPA. Technisch erweitert wurde das iPhone 3GS mit einer Kamera, deren Auflösung nun 3,2 Megapixel bemisst. Zusätzlich ermöglicht es erstmals das Aufzeichnen und Schneiden von Videos. Darüber hinaus bietet Apple mit dem iPhone 3GS die MMS-Funktionalität und die CopyPaste Funktion an, die es ermöglicht Texte von Webseiten auszuschneiden und in Emails einzufügen. Erweitert wird der Umfang um eine Sprachsteuerung, mit dessen Hilfe Kontakte aus dem Adressbuch über einzelne Sprachbefehle direkt aufgerufen werden können. Weitere Features und Angaben können der Herstellerseite entnommen werden.[21]

Entscheidende Eigenschaften, die allerdings auch schon vereinzelt die Vorgängermodelle aufweisen konnten, sind das 3,5" Multi-Touch-Widescreen-Display, die Assistet GPS Funktionalität und die intelligente QWERTZ-Tastatur, die sich ebenfalls dem Widescreen-Format durch Beschleunigungssensoren anpasst.[22]

3. Technologische Grundlagen im Mobil- und Kurzstreckenfunk

In diesem Kapitel wird das technologische Grundlagenwissen der mobilen Datenübertragung vermittelt. Die unterschiedlichen Übertragungsstandards unterliegen der Einteilung in die Gattungen Mobilfunk und Kurzstreckenfunk. Innerhalb der Gattung Mobilfunk behandelt dieses Kapitel die Übertragungsstandards GPRS, EDGE, UMTS (HSPA) und LTE. Die Gattung Kurzstreckenfunk widmet sich den Übertragungstechnologien WLAN, Bluetooth, RFID und NFC. Die Auswahl der Übertragungsstandards richtet sich dabei nach ihrer Relevanz für den deutschen Mobilfunkmarkt und dem Verbreitungsgrad. Jedoch werden auch zukünftige Übertragungsstandards wie LTE im Ausblick betrachtet.

3.1 GPRS und EDGE

GPRS bezeichnet den General Packet Radio Service und ist der erste Übertragungsstandard, der mobilen Endgeräten eine effiziente Datenübertragung zur Nutzung des Mobile Web ermöglicht.Bedingt durch eine zunehmende Relevanz des Internet für mobile Endgeräte Mitte der 90er Jahre, erhält der ursprüngliche digitale Sprachübertragungsstandard GSM (Global System for Mobile Communication) durch GPRS seine erste performanceorientierte Erweiterung. GPRS wird 2001 in Deutschland eingeführt.[23]

Während GSM die leitungsvermittelte Datenübertragung nutzt, ist beim General Packet Radio Service die paketorientierte Datenübertragung als technologische Weiterentwicklung von zentraler Bedeutung. Besitzt GSM durch die exklusive Verbindung zweier Teilnehmer über einen festen Datenkanal Vorteile bei der Sprachübertragung, besitzt diese Technik gleichzeitig einen großen Nachteil bei der Datenübertragung mit variablen Übertragungsraten.[24]

Das Webbrowsen im Mobile Web stellt eine Anwendung mit variablen Übertragungsraten dar. Während des Anforderns einer Webseite sollte dem Nutzer eine möglichst hohe Bandbreite zur Verfügung gestellt werden, damit die Webseite möglichst schnell geladen werden kann. Da sich der Nutzer anschließend dem Lesen der Webseite widmet, müssen, je nach Lesedauer, für einige Zeit keine Daten übertragen werden. Bei der leitungsvermittelten Übertragung nach GSM Standard kann die Bandbreite während eines solchen Prozesses jedoch weder erhöht noch während des Lesens wieder freigegeben werden. Dies bedeutet, dass trotz ungenutzter Kapazitäten während des Lesevorgangs, der Übertragungskanal nicht für andere Anwender nutzbar gemacht werden kann. Dies ist sehr problematisch, da im Mobilfunknetzwerk auf der Luftschnittstelle die Übertragungskapazitäten sehr begrenzt sind. Infolge dessen sind auch die Zugriffe durch mehrere Anwender extrem eingeschränkt.[25]

An diesem Punkt setzt die paketorientierte Datenübertragung via GPRS an. Hierbei wird der Übertragungskanal nicht mehr in fest zugewiesene Kanäle für einzelne Anwender unterteilt, sondern die Datenpakete der unterschiedlichen Anwender werden nacheinander über den Übertragungskanal gesendet. Dadurch kann zu einer bestimmten Zeit nur ein Anwender über den jeweiligen Übertragungskanal senden oder empfangen. Der große Vorteil daran ist, dass dem Anwender zum Zeitpunkt der Übertragung die gesamte Bandbreite des Übertragungskanals zur Verfügung steht. Zur Paketvermittlung erhalten die Pakete eine Absender- (Source) und eine Empfänger- (Destination) Information. Die Empfängeradresse dient dabei der richtigen Weiterleitung und Zustellung innerhalb des Netzwerkes.[26]

Zu den Vorteilen der paketvermittelten Datenübertragung zählt weiterhin das Empfangen mehrerer Webseiten von verschiedenen Servern, ohne dafür mehrere physikalische Verbindungen explizit nacheinander aufzubauen. Außerdem ermöglicht GPRS durch die paketvermittelte Datenübertragung Übertragungsgeschwindigkeiten von theoretisch bis zu 171,2 kbit/s. Dies entspricht einer ca. 14-fach schnelleren Übertragungsgeschwindigkeit im Vergleich zu GSM mit 9,6 oder 14,4 kbit/s. In der Praxis wird die Übertragungsgeschwindigkeit von GPRS jedoch noch von weiteren Faktoren begrenzt, sodass tatsächlich maximal 55,6 kbit/s im Downlink[27] und 15 bis 20 kbit/s im Uplink bei heutiger Netz- und Mobilfunkstruktur über GPRS zur Verfügung stehen. Der Ausbau von GPRS ermöglicht in Deutschland nahezu flächendeckend Zugriff auf das mobile Internet über diesen Übertragungsstandard. Die Abrechnung kann bei GPRS durch volumenbasierte Tarifmodelle erfolgen und muss nicht, wie bei GSM, aus der Onlinezeit berechnet werden. GPRS reduziert die Zeit für die Interneteinwahl erheblich und ermöglicht einen Verbindungsaufbau in weniger als 5 Sekunden. Der Verbindungsaufbau ins GSM Netz kann bis zu 20 Sekunden dauern. Eine besondere Funktion im GPRS Netz ist die Always On Funktion, die es ermöglicht, automatisch neue Email-Nachrichten zu empfangen oder in Mobile Messaging Clients ständig auf neue Nachrichten warten zu können. Da der Anwender volumen- statt zeitbasiert abgerechnet wird, muss die Verbindung zum Internet auch bei langen Übertragungspausen nicht abgebrochen werden.[28]

Der größte Vorteil des GPRS Übertragungsstandard wird jedoch erst deutlich, wenn sich der Anwender in einer tatsächlich physisch mobilen Situation befindet. Während einer Zug- oder Autofahrt kommt es häufig zu schlechtem Empfang und sogar zu Empfangsverlusten. In dieser Situation kommt es bei der GSM Verbindung zu einem vollständigen Verbindungsabbruch und die Verbindung muss vom Anwender bei besserem Empfang erneut aufgebaut werden. Die aufgerufene Webseite muss erneut komplett geladen werden. Eine GPRS Verbindung wird bei Empfangsverlust hingegen nicht abgebrochen, da die logische Verbindung unabhängig von der physikalischen Verbindung weiterhin besteht. Der Versand weiterer paketvermittelter Daten wird bei erneutem Empfang fortgesetzt. Da beim Webbrowsen die meiste Zeit für das Lesen von Webseiten verwendet wird, merkt der Anwender häufig den Verbindungsverlust erst gar nicht. Die GSM Übertragungstechnologie macht eine praktische Anwendung in diesen „mobilen“ Bereichen jedoch nahezu unmöglich. Aus diesem Grund ist GPRS von enormer Bedeutung bei der Entwicklung von Übertragungstechnologien für das Mobile Web.[29]

Zudem ist GPRS heute bereits mit einer deutschlandweiten Netzabdeckung der infrastrukturell am besten ausgebaute Übertragungsdienst. Dies wird aus den Netzabdeckungsplänen der vier größten deutschen Mobilfunkanbieter T-Mobile[30], Vodafone[31], E-Plus[32] und O2[33] deutlich. Grund hierfür ist unter anderem auch, dass GPRS auf der bestehenden GSM Infrastruktur aufgebaut werden konnte ohne neue Basisstationen zu installieren.[34]

Um heutzutage die Übertragungsgeschwindigkeit von GPRS weiter auszubauen, wurde ein neues Modulationsverfahren entwickelt, dessen Prinzip unter der Bezeichnung Enhanced Data Rates for GSM Evolution (EDGE) für den Massenmarkt standardisiert wurde. Durch den Einsatz neuer Modulationsverfahren können hierbei pro Zeiteinheit mehr Daten übertragen werden. Damit ermöglicht EDGE einen Ausbau der freien Kapazitäten in einer Mobilfunkzelle ohne weitere Frequenzen zur Datenübertragung zu belegen. Die Übertragungsgeschwindigkeit erreicht beim erweiterten Standard EDGE ca. 220 kbit/s im Downlink und 110 kbit/s im Uplink. Die theoretisch maximal zur Verfügung stehende Bandbreite von 473,6 kbit/s steht aufgrund technischer Restriktionen noch nicht zur Verfügung.[35]

T-Mobile bietet jedoch aufgrund von erweiterten Softwarestandards und seiner deutschlandweiten Netzabdeckung bereits Downloadgeschwindigkeiten im EDGE Netz von bis zu 260 kbit/s in der Praxis an. Auch beim EDGE Übertragungsstandard muss lediglich die vorhandene Infrastruktur aufgerüstet werden. Teilweise lassen sich die Basisstationen aus dem GSM Mobilfunknetz durch ein Softwareupdate für den neuen Übertragungsstandard einrichten. Als Voraussetzung für den schnelleren GPRS Empfang müssen die Endgeräte der Anwender EDGE-kompatibel sein. Ist dies der Fall, unterscheiden die Endgeräte selbstständig bei der Auswahl des Übertragungsstandards, je nach Verfügbarkeit, zwischen GPRS und EDGE. Je höher der Anteil der EDGE-kompatiblen Endgeräte innerhalb einer Mobilfunkzelle ist, desto höher wird die insgesamt zur Verfügung stehende Datenrate und es kommt seltener zur Bandbreitenreduktion aufgrund Netz-seitiger Überlastung. Welche Bedeutung EDGE aufgrund der genannten Vorteile im derzeitigen Ausbau des Mobilfunknetzes hat, zeigt sich an den Aktivitäten der einzelnen Netzbetreiber. T-Mobile begann als Vorreiter schon im März 2006 mit der EDGE-Aufrüstung vorhandener GSM-Netze und stellt aktuell diese Technik deutschlandweit nahezu flächendeckend zur Verfügung.[36] Dieser frühe Ausbau und der hohe Grad der Netzabdeckung sicherte T-Mobile zunächst die alleinigen Vertriebsrechte für das iPhone von Apple.[37]

Weitere Mobilfunkbetreiber erweitern ihre Netze um den verbesserten GPRS Standard. Vodafone begann im Frühjahr 2007 mit der Bereitstellung von EDGE zunächst in Gebieten, in denen keine Versorgung durch das UMTS-Netz geboten werden konnte. Auch O2 und E-Plus kündigten 2008 den Ausbau des EDGE Übertragungsstandards innerhalb ihrer Netze an. Auffallend dabei ist, dass EDGE bei allen Mobilfunkanbietern zunächst in ländlichen Gebieten der Netzerschließung dient. Dies ist auf den kostenintensiven Ausbau der UMTS-Netzinfrastruktur zurückzuführen, die sich aktuell zunächst auf Ballungsgebiete beschränkt.[38] Zusammenfassend gilt, dass GPRS und EDGE, als Mobilfunkgeneration 2,5G, den Übergang zwischen GSM (2G) und dem neuen Telekommunikationsnetzwerk UMTS, dem Mobilfunk der Generation 3G, markieren.

3.2 UMTS, HS(D)PA und LTE

Universal Mobile Telecommunication System (UMTS), als nächster Schritt in der Evolution moderner Mobilfunknetzwerke, markiert einen Standard, der die Eigenschaften der leitungsvermittelten Übertragung (GSM) mit denen der paketorientierten Übertragung (GPRS und EDGE) vereint.[39] Den Startpunkt für die Entwicklung und den Ausbau moderner UMTS Netzwerke in Deutschland setzt die UMTS Lizenzvergabe im Jahre 2000. Während sich bei der Versteigerung der Lizenzen zunächst sechs Mobilfunkunternehmen die Rechte an der neuen Technologie sichern können, treten 2002 und 2003, mit der Group 3G und der MobilCom Multimedia GmbH, zwei Unternehmen aus dem Wettbewerb um den Ausbau des neuen Netzes heraus und geben ihre Lizenzen zurück. Der enorme Kostendruck, der durch die Lizenzkäufe bei T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 entstanden ist, sorgt für eine zögerliche Einführung des neuen Standards. Neben den 8,42 Mrd. € je Mobilfunkbetreiber für die Ersteigerung der einzelnen Frequenzbänder, fallen zusätzlich hohe Kosten für den Aufbau der neuen Infrastruktur an. Die vorhandene Infrastruktur des GSM-Netzes lässt sich kaum nutzen, da sich Antennen, Basisstationen und deren Steuerelektronik grundlegend unterscheiden. Nur das "Kernnetz" aus zentralen Vermittlungsstellen und den Komponenten zur Anbindung an Festnetz und Internet lässt sich an UMTS anpassen.[40]

Dabei bietet UMTS jedoch entscheidende Vorteile für die heutige Mobilfunkanwendung, die sich neben der Sprachkommunikation auf die Übermittlung von Datendiensten konzentriert. UMTS wird dabei in mehreren Entwicklungsstufen dem Massenmarkt zugänglich gemacht. Ein erstes Release des Übertragungsstandards, der über das komplett neu entwickelte Zugangsnetzwerk UTRAN (UMTS Terrestrial Radio Network) abgewickelt wird, leistet Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 384 kbit/s im Downlink. Im Uplink werden 64 - 128 kbit/s erreicht. Da es in den Kernnetzen des ersten UMTS Release keine grundlegenden Änderungen gibt, kann UMTS parallel zum GSM und GPRS Kernnetzwerk betrieben werden. Dies bedeutet, dass ein einfacher Übergang zwischen den gemeinsamen Kernnetzen möglich ist. Gerade in der Anfangszeit des Ausbaus einer UMTS Netzinfrastruktur, die derzeit hauptsächlich Ballungsgebiete abdeckt, ist ein solcher Übergang von besonderer Bedeutung. Telefongespräche am Rand der UMTS Empfangsbereiche werden im GSM Netzwerk weitergeführt, ohne dass der Anwender einen Übergang in der Übertragungsqualität bemerkt. Anders verhält es sich beim Übergang von Datenverbindungen von einem ins andere Netzwerk. Hier wird der Anwender die geringere Geschwindigkeit der Datenübertragung im GSM/GPRS Netzwerk deutlich bemerken.[41]

Mit den neuesten UMTS Releases sind die Datenübertragungsraten noch einmal deutlich angestiegen. Die Einführung von High Speed Download Packet Access (HSDPA) erlaubt eine theoretische Datenrate von bis zu 14 Mbit/s pro Teilnehmer. In der Praxis reduziert sich jedoch die Übertragungsrate bei wenigen Nutzern pro Zelle und guten Übertragungsbedingungen auf 2-3 Mbit/s. Das Pendant zu HSDPA ist der High Speed Uplink Packet Access (HSUPA). Im Gegensatz zur Beschleunigung des Downlink-Prozesses unterstützt der HSUPA die Uplink Geschwindigkeit und ermöglicht einen Uplink von 480 kbit/s bis hin zu 6Mbit/s. Letzterer Wert ist jedoch ebenfalls nur ein theoretischer Wert, der unter realen Bedingungen nicht erreicht wird.[42]

Obwohl die technischen Verfahren ähnlich sind, müssen HSDPA und HSUPA gesondert umgesetzt werden. Dies erfordert eine zweifache Aufrüstung der Mobilfunk-Basisstationen sowie der mobilen Endgeräte für die Nutzung beider Technologien im High Speed Packet Access (HSPA). Da bei den Verbrauchern typischerweise der Datenempfang eine größere Rolle spielt als der Versand, treiben Mobilfunk-Anbieter und Endgerätehersteller zunächst einmal HSDPA voran und lassen HSUPA später folgen. In Deutschland bieten Vodafone und T-Mobile den HSDPA-Datenempfang mit bis zu 7,2MBit/s bereits an, Vodafone allerdings nur an ausgewählten Orten wie Flughäfen und Kongresshallen, während man im Übrigen HSDPA-Netz mit 3,6Mbit/s Vorlieb nehmen muss. T-Mobile und Vodafone versprechen HSDPA mit bis zu 7,2Mbit/s und HSUPA mit 1,4Mbit/s im gesamten UMTS-Netz. Das Netz von O2 ist ebenfalls HSDPA-fähig, allerdings nur mit 3,6Mbit/s. Der Ausbau für HSUPA begann 2008. Als Schlusslicht unter den deutschen Netzbetreibern beginnt E-Plus erst Ende 2008 mit der Netzausstattung für HSDPA. Auch beim HSPA gibt es erweiterte Protokollstandards wie HSPA+, das bereits Zugangsgeschwindigkeiten von bis zu 14,4 Mbit/s bei T-Mobile bis zum Jahresende 2009 ermöglichen soll. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Arbeit spielt dieser Übertragungsstandard jedoch nur eine prospektive Rolle und wird in der Betrachtung kaum berücksichtigt.[43]

Ein weiterer Grund hierfür ist der Übertragungsstandard LTE (Long Term Evolution), der eine weitere Evolution des UMTS-Netzes einleitet. Dieser Standard wird erst in frühestens zwei Jahren auf dem Mobilfunkmarkt relevant sein, begründet jedoch schon jetzt die Diskussion, ob ein Ausbau der Netze durch die Übergangsstufe HSPA+ überhaupt sinnvoll ist. Mobilfunkanbieter beklagen bereits jetzt die nicht vorhandene Auslastung ihrer Netze und stehen somit einem Ausbau im Bereich der Übertragungsgeschwindigkeit skeptisch gegenüber. Zunächst soll eine flächendeckende Grundlage des UMTS Netzes gewährleistet sein, bevor der Ausbau der Übertragungsgeschwindigkeiten an einzelnen Hot Spots vorangetrieben wird.[44]

Der Standard LTE wird eine Übertragungsrate von bis zu 170 Mbit/s im Downstream und 50 Mbit/s im Upstream ermöglichen. Die Umsetzung dieser schnellen Datentransfers erfolgt über eine variablere Bandbreitenzuweisung als bei UMTS und wird in Zukunft weitaus datenintensivere Anwendungen wie, z.B. IP-TV über das Smartphone als Endgerät, ermöglichen. Inwieweit der Ausbau und die Erweiterung der UMTS Frequenzbänder mit dem Übertragungsstandard LTE von den Mobilfunkbetreibern forciert wird, hängt einerseits von der Nachfrage nach datenintensiven Anwendungen ab und bedingt andererseits die Bereitstellung ausgestatteter Endgeräte.[45]

3.3 Wireless LAN

Die Bezeichnung Wireless LAN (Local Area Network) beschreibt die drahtlose Vernetzung von Computern, die im Wesentlichen auf den Standards einer LAN Verbindung aufbaut und meist auf ein kabelgebundenes Backbone-Netzwerk zurückgreift. Spezifiziert in den 802.11 Standards dient ein WLAN heute hauptsächlich dazu, IP Pakete über Funkwellen zwischen den WLAN-fähigen Endgeräten zu transportieren. Die bestehenden Standards wurden auch im Kurzstreckenfunk analog zum Mobilfunk weiterentwickelt und führten in der Entwicklung zu den heutigen Übertragungsgeschwindigkeiten. Die Einführung der WLAN Technologie in den kommerziellen Massenmarkt erfolgte mit dem 802.11b Standard. Dieser ermöglicht eine Datenübertragungsrate von 1-11 Mbit/s und ist abhängig von der Entfernung zwischen Sender und Empfänger sowie der Hindernisse, die zwischen beiden überwunden werden müssen. Für das Erreichen der höchsten Übertragungsrate von 11 Mbit/s ist eine Übertragung innerhalb eines Gebäudes über besonders kurze Entfernungen von 10-20 Metern erforderlich. Übertragungsraten auf weite Entfernungen nähern sich bei der Maximalreichweite von bis zu 300 Metern sehr schnell 1Mbit/s. Gesendet wird der 802.11b Standard über das 2,4 GHz ISM[46] Band, das als öffentliches Frequenzband zur freien Verfügung steht und welches auch von weiteren Kurzstreckenfunktechnologien wie Bluetooth genutzt wird. Im 802.11g wie auch im 802.11a Standard können, je nach Übertragungsqualität, maximale Übertragungsraten von bis zu 54 Mbit/s erreicht werden. Dabei unterscheiden sich beide Standards lediglich durch die Nutzung unterschiedlicher Frequenzbänder. Während beim 802.11g Standard die Daten im 2,4 GHz Frequenzband übertragen werden, nutzt der 802.11a Standard das zusätzlich für WLAN freigeschaltete 5 GHz Frequenzband. Eine entscheidende Weiterentwicklung wird durch den WLAN Standard 802.11n erreicht. Durch diese Standardisierung werden Datenraten von theoretisch bis zu 600 Mbit/s möglich, und es erfolgt gleichzeitig eine Unterstützung des 2,4 GHz Frequenzbandes sowie des 5 GHz Frequenzbandes. Dies hat zum Vorteil, dass geplante hohe Verbindungsgeschwindigkeiten auch tatsächlich über das 5 GHz Frequenzband sichergestellt werden können, während im Bereich von 2,4 GHz das Netz durch unterschiedliche Anwendungen heute bereits sehr stark ausgelastet ist.[47]

Das iPhone 3GS unterstützt die WLAN Standards 802.11 b + g und verfügt damit in der neuesten Version noch nicht über den Hochgeschwindigkeitszugang. In Zukunft wird es wohl nur im 5 GHz Frequenzband zu Anwendungen mit hohen Datenraten wie z.B. Videostreaming kommen. Neben diesen Standards der WLAN Übertragungstechnik gibt es auch zahlreiche proprietäre Systeme einzelner Hersteller, die in dieser Arbeit aufgrund der Übersichtlichkeit keine Berücksichtigung finden. Außerdem sind viele dieser Erweiterungen schon in die Entwicklung des neuen 802.11n Standards eingeflossen. Neben der Nutzung eines Ad-hoc Netzwerkes, indem die Teilnehmer Datenpakete direkt untereinander austauschen können, erfolgt die häufigste Nutzung über einen WLAN Access Point. Dabei haben die Teilnehmer Zugriff auf ein Firmen- oder Heimnetzwerk sowie das Internet. Die Zuweisung einzelner Datenpakete in einem solchen Netzwerk erfolgt stets über den WLAN Access Point.[48] Die Verbreitung dieser WLAN Access Points im öffentlichen Raum ist soweit voran geschritten, dass WLAN für das mobile Internet als weiterer Standard unumgänglich geworden ist. An vielen Orten sind WLAN Access Points als kommerzielle Hotspots installiert und bieten nach einer Freischaltung beim jeweiligen Provider den Zugang zum mobilen Internet unterwegs an.[49]

Als WLAN-Hotspot werden alle öffentlichen Orte bezeichnet, die einen drahtlosen Internetzugang ermöglichen wie z.B. Flughäfen, viele Hotels oder Cafés.[50] Nach Angaben des High Tech Verband BITKOM gibt es in Deutschland derzeit ca. 14.200 WLAN-Hotspots. Ein Vergleich zwischen 2008 und 2007 zeigt einen Anstieg der Anzahl an WLAN-Hotspots von 9%, trotzdem ist die Verfügbarkeit in Deutschland nach Angaben der BITKOM im internationalen Vergleich noch ausbaufähig. In Deutschland kommen auf 100.000 Einwohner durchschnittlich 17 Hotspots. Zum Vergleich sind es in der Schweiz zum Erhebungszeitpunkt 53, in Großbritannien 48 und in Schweden 38 Hotspots. Auch im privaten Bereich kommen immer häufiger WLAN-Netzwerke zum Einsatz. 40% aller deutschen Internethaushalte greifen auf eine schnurlose Internetverbindung über einen WLAN Access Point zurück. Auch damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich unter dem Durchschnitt von 46%.[51]

3.4 Bluetooth

Der Übertragungsstandard Bluetooth ist eine weitere Möglichkeit, Endgeräte wie Mobiltelefone, Notebooks, PDAs oder Drucker kabellos in einem Peer-to-Peer Netzwerk[52] miteinander zu verbinden. Dabei ist dieser Übertragungsstandard kostenlos, sobald das jeweilige Endgerät über eine Bluetooth-Schnittstelle verfügt. Bluetooth ersetzt dabei die kabelgebundene Verbindung oder die Infrarot-Kommunikation zwischen den einzelnen Endgeräten, da es eindeutige Vorteile in der Datenübertragung bietet. Während es einerseits ein kabelloser Übertragungsstandard im Kurzstreckenfunk ist, bietet es andererseits, im Vergleich zur Infrarot-Kommunikation zwischen zwei Endgeräten, den Vorteil, dass diese nicht im Sichtkontakt zueinander platziert werden müssen. Beim Bluetooth-Übertragungsstandard wird die Unterscheidung in der Entwicklung nach einzelnen Versionen gegliedert.[53]

Die erste Bluetooth Version 1B erschien im Dezember 1999 und wurde bis zur aktuellen Version 2.1 deutlich verbessert und erweitert. Die Übertragungsgeschwindigkeit beträgt in der aktuellen Version bis zu 2,1 Mbit/s. Dabei müssen die Anzahl der Teilnehmer, die untereinander Daten austauschen, und die Aktivität der anderen Teilnehmer berücksichtigt werden. Beide Parameter schränken die Datenübertragungsrate unter realen Bedingungen deutlich ein. Bei der Übertragung von Daten nutzt der Übertragungsstandard ebenso wie Wireless LAN das 2,4 GHz ISM Frequenzband. Im Unterschied zum Wireless LAN wird durch ein anderes Modulationsverfahren hierbei jedoch lediglich ein Kanal innerhalb dieses Frequenzbandes mit einer Bandbreite von 1 MHz belegt. Die Datenrate innerhalb eines so genannten Piconetzes[54] kann dabei je nach Datenaufkommen zwischen den einzelnen Teilnehmern dynamisch angepasst werden. Die gleichzeitige Nutzung eines Frequenzbandes mit z.B. dem Übertragungsstandard Wireless LAN wird bei Bluetooth Verbindungen, zwecks Fehlervermeidung in der Übertragung, durch sogenanntes Frequency Hopping optimiert. Nach jeder Übermittlung eines Datenpaketes findet ein Frequenzwechsel statt. Für das Frequency Hopping stehen Bluetooth im ISM-Band 79 Kanäle zur Verfügung, die ein gleichzeitiges Betreiben von Wireless LAN Netzwerken und vielen Bluetooth Verbindungen möglich machen. Neue Verfahren ab Bluetooth Version 1.2 ermöglichen zudem eine weitere Optimierung bei der Auswahl der Kanäle zur Datenübertragung und machen ein gleichzeitiges Nebeneinander beider Kurzstreckenfunktechnologien möglich. Bluetooth wurde als Übertragungsstandard speziell für kleine, mobile und batteriebetriebene Geräte konzipiert. Durch die Unterscheidung in drei verschiedene Leistungsklassen ergeben sich somit auch drei Sendereichweiten der einzelnen Endgeräte.[55]

[...]


[1] Vgl. Bauer, H. H., Dirks, T., Bryant, M. (2008): Erfolgsfaktoren des Mobile Marketing, Berlin, S.52

[2] Vgl. is (07.01.2009): Wettbewerb nimmt zu, erschienen in: Internet World Business, Ausg.: 01/09, S.9

[3] Vgl. ebd.

[4] Koesch, S., Magdanz, F., Stadler, R. (21.05.2007, am 03.06.2009): Handy als Werbeträger – Die Kunden sollen es wollen, auf: http://www.spiegel.de/netzwelt/mobil/0,1518,483858,00.html

[5] Vgl. Apple, Inc. (22.06.2009, am 24.06.2009): Apple verkauft über eine Million iPhone 3GS, auf: http://www.apple.com/de/pr/library/2009/06/22iphone3gs.html

[6] Vgl. Kapitel 4.

[7] Vgl. Claburn, T. (25.06.2009, am 27.06.2009): YouTube Mobile Videos Surge With iPhone 3GS Release, auf: http://www.informationweek.com/news/internet/google/showArticle.jhtml?articleID=218101416

[8] Vgl. Goldhammer, Dr. K., Wiegand, Dr. A., Becker, D., Schmid, M. (2008): Goldmedia Mobile Life Report 2012 – Mobile Life in the 21st century – Status quo and outlook, Hrsg.: GoldMedia GmbH, BITKOM

[9] Vgl. Kirst, N. (20.03.2009, am 16.06.2009): Mediaplanung: Marketingbudgets sind schnell gekürzt, erschienen in: kress report, Ausg.: 06/09, S.34 ff

[10] Vgl. Briegleb, V. (20.05.2009, am 16.06.2009): Apple verdoppelt Marktanteil bei Smartphones, auf: http://www.heise.de/newsticker/Apple-verdoppelt-Marktanteil-bei-Smartphones--/meldung/138227

[11] Das World Wide Web Consortium (kurz: W3C) ist das Gremium zur Standardisierung der das World Wide Web betreffenden Techniken.

[12] Vgl. Alby, T. (2008): Das mobile Web - 3G, 3GP, 4G, Android, EDGE, GSM, HSPA, iPhone, LBS, PTT, UMTS, WAP, WCDMA, WIMAX, WML, WURFL, München, S.31 ff

[13] Vgl. Waschkies, O. A. (2008): Mobile Internet, erschienen in: Mobile Kompass 2008 – Das erste Kompendium der deutschen Mobile Branche, Hrsg.: BVDW e.V., S.19

[14] Vgl. Afif, N. (05.10.2005, am 26.05.2009): Per UMTS mobil ins Internet, auf: http://www.focus.de/digital/diverses/weg-von-der-strippe_aid_99961.html

[15] Küllenberg, B., Quente, C. (2006): Brand’s New Toy – Kreative Markenkommunikation mit Handy Co., Landsberg am Lech, S.18 f

[16] Ebd., S.18

[17] Die Unterhaltung mit einer Marke in Form von Product Placement in Anwendungen wie z.B. Games.

[18] Vgl. Küllenberg, B., Quente, C. (2006): S.18 f

[19] Der Idle Screen ist der Bildschirm vor dem ersten und nach dem letzten Tastendruck eines Anwenders auf seinem Endgerät bei einem einmaligen Nutzungsvorgang.

[20] Vgl. Bellack, R. (2008): Mobile Marketing, erschienen in: Mobile Kompass 2008 – Das erste Kompendium der deutschen Mobile Branche, Hrsg.: BVDW e.V., S. 25

[21] Vgl. Apple, Inc. (2009, am 26.05.2009): Technische Daten iPhone 3GS, auf: http://www.apple.com/de/iphone/specs.html

[22] Vgl. Apple, Inc. (2009, am 26.05.2009)

[23] Vgl. Alby, T. (2008): S.22

[24] Vgl. Sauter, M. (2008): Grundkurs Mobile Kommunikationssysteme - Von UMTS und HSDPA, GSM und GPRS zu Wireless LAN und Bluetooth Piconetzen, 3. Aufl., Wiesbaden, S.1 ff

[25] Vgl. Sauter, M. (2008): S.86 ff

[26] Vgl. ebd.: S.87 f

[27] Der Begriff Downlink kommt aus der Mobilkommunikation und der Satellitentechnik. Unter Downlink ist die Abwärtstrecke zu verstehen, die Funkstrecke vom Sender zum Benutzer. Der Uplink bezeichnet die Aufwärtsstrecke.

[28] Vgl. Sauter, M. (2008): S.91

[29] Vgl. ebd.: S.91 f

[30] Vgl. T-Mobile Deutschland GmbH (2009, am 27.05.2009): Funk- und Datennetze, auf: http://www.t-mobile.de/netzabdeckung

[31] Vgl. Vodafone D2 GmbH (2009, am 27.05.2009): UMTS-, Broadband- und GSM-Versorgung, auf: http://www.vodafone.de/hilfe-support/

[32] Vgl. E-Plus Service GmbH Co. KG (2009, am 27.05.2009): E-Plus Netzabdeckung, auf: http://eis03sn1.eplus-online.de/geo/portal/umts

[33] Vgl. Telefónica O2 Germany GmbH Co. OHG (2009, am 27.05.2009): Netzausbau, auf: http://www.o2online.de/nw/support/mobilfunk/netz/netzabdeckung.html

[34] Vgl. Sauter, M. (2008): S.96

[35] Vgl. Alby, T. (2008): S.23

[36] Vgl. Sauter, M. (2008): S.99 ff

[37] Vgl. Müller, P. (19.09.2007, am 29.05.2009): T-Mobile bringt das iPhone nach Deutschland, auf: http://www.macwelt.de/artikel/_News/349118/t_mobile_bringt_das_iphone_nach_deutschland/1

[38] Weidner, M. (03.03.2009, am 29.05.2009): EDGE im O2-Netz künftig mit bis zu 384 kbit/s, auf: http://www.teltarif.de/o2-edge-384-kbit-s/news/33313.html

[39] Vgl. Sauter, M. (2008): S.149

[40] Vgl. Alby, T. (2008): S.25

[41] Vgl. Sauter, M. (2008): S.151

[42] Vgl. Sauter, M. (2008): S.158 f

[43] Vgl. Alby, T. (2008): S.26 ff

[44] Vgl. o.V. (18.02.2009, am 15.05.2009): Insider: Mobilfunkbetreiber bremsen beim mobilen Breitband, auf: http://www.teltarif.de/arch/2009/kw08/s33110.html

[45] Vgl. o.V. (29.07.2008, am 12.05.2009): LTE: Die nächste Mobilfunk-Generation steht vor der Tür, auf: http://www.teltarif.de/arch/2008/kw31/s30747.html

[46] Frequenzband für Industrielle, wissenschaftliche (Scientific) oder Medizinische Anwendungen

[47] Vgl. Sauter, M. (2008): S.271 ff

[48] Vgl. Lehner, F. (2003): Mobile und drahtlose Informationssysteme – Technologien, Anwendungen, Märkte, Berlin, S.122 f

[49] Vgl. Alby, T. (2008): S.28

[50] Vgl. Alby, T. (2008): S.28

[51] Vgl. o.V. (15.09.2008, am 16.05.2009): Mehr als 14.000 WLAN-Hotspots in Deutschland, auf: http://www.bitkom.org/Default_54003.aspx

[52] In einem Peer-to-Peer Netz sind alle Rechner gleichberechtigt. Das konträre Modell wird als Client-Server-Netz bezeichnet und berechtigt nur den Server-Rechner zu bestimmten Operationen.

[53] Vgl. Sauter, M. (2008): S.345 f

[54] Bei Bluetooth schließen sich die Geräte immer zu einem Ad-hoc-Netzwerk zusammen. Diese Kleinstnetzwerke, die aus mindestens einem Master und einem Slave bestehen, heißen Piconet.

[55] Vgl. Sauter, M. (2008): S.347 f

Details

Seiten
114
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783836636223
Dateigröße
2.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v227221
Institution / Hochschule
Hochschule der Medien Stuttgart – Electronic Media, Studiengang Werbung und Marktkommunikation
Note
1,1
Schlagworte
mobile advertising marketing werbung marktkommunikation

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Titel: IPhone 3GS - Potenzialanalyse und USP eines mobilen Werbeträgers im Intermediavergleich