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Der Zusammenhang zwischen Negativität und Glaubwürdigkeit

Online-Experiment zur Untersuchung des Einflusses der Glaubwürdigkeit von Aussagenquellen und des Involvements von Rezipienten auf den Negativity-Credibility-Bias

Bachelorarbeit 2015 46 Seiten

Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik

Zusammenfassung

„Schlechte Nachrichten sind glaubwürdiger“, gemäß Prof. Brettschneider (2013, 12. Abs.). Es liegt vermutlich daran, „dass Negatives seit jeher wichtiger war und eben nach wie vor ist. Wenn man in der Steinzeit auf die Jagd ging, war die Warnung ‚Achtung, Säbelzahntiger!‘ wichtiger als die Meldung ‚Alles ist ruhig‘“ (ebd., 12. Abs.).
Aber wenn es sich um die Einschätzung von Statements handelt (wie beispielsweise statistische Aussagen), beurteilen Menschen negativ formulierte Aussagen auch als glaubwürdiger im Vergleich zu inhaltlich identischen positiv formulierten. Die Aussage „Jeder vierte Hamburger ist nicht dazu bereit, Organe zu spenden“ wird beispielsweise als glaubwürdiger eingeschätzt als die Aussage „Drei von vier Hamburgern sind dazu bereit, Organe zu spenden“ (Koch, Peter, & Obermeier, 2013, S. 567). Es scheint verwunderlich, dass Negatives auch bei solchen Darstellungen als glaubwürdiger eingeschätzt wird als Positives: “This notwithstanding, it is both surprising and of noteworthy societal relevance that people seem more inclined to accept the same information as valid when it is framed negatively” (Hilbig, 2012, S. 38).
Genau mit dieser verzerrten Wahrnehmung, dem bislang kaum untersuchten sogenannten Negativity-Credibility-Bias, beschäftigt sich die vorliegende Arbeit. Dieser Effekt zeichnet sich dadurch aus, dass eine valenzbasierte Formulierung die Einschätzung der Glaubwürdigkeit einer Aussage beeinflusst: Durch eine negative Formulierung wird die Glaubwürdigkeit einer Aussage erhöht, durch eine positive jedoch reduziert (Koch et al., 2013, S. 551).
Dem Thema der Negativität wurden bereits zahlreiche Studien gewidmet. Der Zusammenhang von Negativität und Glaubwürdigkeit wurde jedoch kaum untersucht. Nur zwei Studien aus der psychologischen Forschung (Hilbig, 2009, 2012) und eine aus der kommunikationswissenschaftlichen (Koch et al., 2013) legen nahe, dass der Negativity-Credibility-Bias sowohl bei einzelnen Aussagen als auch bei Aussagen, welche in einen Medieninhalt eingebettet sind, auftritt. Dabei ist die Glaubwürdigkeit nach Heringer (1990) "die Basis, auf der Kommunikation funktioniert; sie ist das kommunikative Urvertrauen, ohne das nichts geht" (S. 180). Glaubwürdigkeit ist also mit der Kommunikation verbunden und die Untersuchung dieses Faktors stellt im kommunikationswissenschaftlichen Bereich ein besonderes Interesse dar.

Details

Seiten
46
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783956369070
ISBN (Buch)
9783956367564
Dateigröße
4.7 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v323881
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München – Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung
Note
2,0
Schlagworte
Kommunikationswissenschaft Medienforschung Negativität Online-Experiment Untersuchung Einfluss Glaubwürdigkeit Aussagenquelle Involvement Rezipienten Negativity-Credibility-Bias Experiment

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Titel: Der Zusammenhang zwischen Negativität und Glaubwürdigkeit