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Entwicklung von Lösungsansätzen zur Umgestaltung einer Stadtstraße

Diplomarbeit 2009 60 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung

Leseprobe

1. Aufgabe und Vorgehensweise

Verkehr und Mobilität sind in unserer heutigen Zeit ein fester Bestandteil in der Gesellschaft und haben eine ständig steigende Bedeutung. Den Verkehr auf den vorhandenen Straßen zu lenken und die dafür notwendige Infrastruktur bereitzustellen, ist eine Herausforderung an die Verkehrsplaner. Den Ansprüchen aller Verkehrsteilnehmer in gleichem Maße gerecht zu werden, ist schwierig und in den meisten Fällen nur durch einen Umbau der betroffenen Infrastruktur zu realisieren.

Die Bundesstraße B 458, welche die Stadt Fulda und das östliche Umland bzw. die Bundesautobahn A 7 verbindet, wird das Thema dieser Arbeit darstellen. Das Untersuchungsgebiet, mit einer Länge von 650 m, liegt zwischen dem Knotenpunkt Petersberger Straße/Schillerstraße und dem Knotenpunkt Petersberger Straße/Am St. Johann, im östlichen Teil der Stadt. Im Zuge der Umgestaltung der Bundesstraße sollen zur Erhöhung der Sicherheit und zur Einflechtung des Verkehrs beiderseits Radverkehrsanlagen angelegt werden. Die Maßnahme stellt den Lückenschluss zwischen den geplanten bzw. bereits realisierten Teilabschnitten der Bundesstraße B 458 zwischen Heinrich Straße und Schillerstraße sowie zwischen An St. Johann und der Landesstraße L 3174 dar.

Zielstellung dieser Arbeit ist es, im Rahmen der Vorplanung verschiedene Varianten für die Umgestaltung des Straßenabschnittes im Untersuchungsgebiet zu entwickeln. Diese müssen eine grundlegende Verbesserung der Bedingungen für den Radverkehr und gleichzeitig eine optische Aufwertung des Straßenraumes beinhalten. Des Weiteren soll der fließende und ruhende Verkehr sowie der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) berücksichtigt und in die Planung einbezogen werden. Das allgemeine Vorgehen in dieser Arbeit ist analog zu dem Prozess der Verkehrsplanung gestaltet, resultierend aus dem Leitfaden für Verkehrsplanungen.

Bei der allgemeinen Vorgehensweise werden zunächst die theoretischen Grundlagen ermittelt. Eine anschließend durchgeführte Begehung gibt erste Einblicke in das Untersuchungsgebiet und ist Voraussetzung für eine umfassende Analyse. Im Weiteren werden Planungsziele und Ziele des Städtebaus sowie die verkehrliche und städtebauliche Bedeutung des Vorhabens erläutert. Der Leitfaden der Verkehrsplanung (Ausgabe 2001 der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen) und die Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RASt 06) sind in allen Arbeitsschritten maßgebendes Arbeitsmittel, auf welche im Verlauf der Arbeit näher eingegangen wird. Verkehrsbelastungen des Ist-Zustandes und Prognosen für das Jahr 2020 geben einen Einblick in die verkehrliche Bedeutung der Straße. Die darauffolgende Entwicklung von verschiedenen Varianten, deren Beurteilung der Straßenraumgestaltung und ein umfassender Variantenvergleich führen zur Empfehlung einer Vorzugsvariante. Der Variantenvergleich nimmt den Hauptteil dieser Arbeit ein. Die Darstellung der Vorzugsvariante und eine Zusammenfassung des Themas schließen die Arbeit ab.

2. Leitfaden und Richtlinien Leitfaden der Verkehrsplanung

Die Vorgehensweise dieser Arbeit ist an den allgemeinen Prozess der Verkehrsplanung geknüpft (siehe Abb. 1). Zur Phase der Vororientierung gehören speziell in diesem Projekt der Auftrag des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen Fulda (Land Hessen) infolge der Umbauerfordernisse des mangelhaften Straßenzuges.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung (Abb. 1): Prozess der Verkehrsplanung

Quelle: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV), (2001): Leitfaden für Verkehrsplanungen, Köln, S. 15

Darauf aufbauend ist zum einen die anknüpfende Problemanalyse, die, durch eine Begehung und die Auswertung von Umfeldstatistiken, den Zustand analysiert, auftretende Mängel feststellt und daraus resultierende Zielvorstellungen/Leitlinien definiert. Dazu zählt in dieser Arbeit das Kapitel 4 „Verkehrliche und städtebauliche Bedeutung des Vorhabens“ und das Kapitel 5, das sich mit der Erarbeitung projektbezogener Ziele befasst. Im Handlungsbereich der Maßnahmenuntersuchungen werden verschiedene Handlungskonzepte entwickelt und anschließend bewertet. Dies geschieht im Kapitel 6 „Varianten“. Der abschließende Punkt dieser Arbeit ist die Abwägung und Entscheidung. Dabei wird im Kapitel 7 eine Vorzugsvariante gewählt und genauer definiert.

Die Phase der Umsetzung und Wirkungskontrolle, wie sie in Abbildung 1 dargestellt ist, spielt in dieser Arbeit keine Rolle, da erst zum Abschluss der vollständigen Vorplanung der Beschluss der zuständigen Gremien gefasst werden kann.

RASt 06

Die RASt 06 ist ergänzend zum Leitfaden der Verkehrsplanung Planungsgrundlage. Die Richtlinien behandeln den Entwurf und die Gestaltung von Erschließungsstraßen, sowie angebauter und anbaufreier Hauptverkehrsstraßen und ersetzen somit die „Empfehlungen für die Anlage von Erschließungsstraßen“ und die „Empfehlungen für die Anlage von Hauptverkehrsstraßen“.[1]

Diese Richtlinien sind nicht als einheitlicher Maßstab anzusehen, da verschiedene Besonderheiten jedes Einzelfalls zu berücksichtigen sind. Je nach Möglichkeit kann aus einer Übersicht von typischen Entwurfsvorgaben der passende Querschnitt herausgegriffen werden, was eine Prüfung und Ermittlung bestimmter Kriterien im Voraus erfordert. Anhand eines zweiten möglichen Weges kann ein individueller Entwurf kreiert werden, wenn es unter den genannten Vorgaben keine passende Entwurfsvariante gibt. Hierbei werden die einzelnen Entwurfselemente, anhand von Vorgaben, aneinander gereiht. Die folgende Grafik verdeutlicht anschaulich den soeben beschriebenen Vorgang.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Aufbau der RASt 06

Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV), (2006): Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RAst 06), Köln, S.21

3. Begehung

Am 24.04.2009 wurde in Fulda eine Begehung des Projektgebietes durchgeführt, um eine umfassende Analyse des Zustandes vornehmen zu können, sowohl einen besseren Bezug zum Thema im Allgemeinen als auch ein Verständnis des Umbauabschnittes zu erlangen. Zusätzlich konnte eine fotographische Dokumentation erstellt werden. Dieser Tag war ein Freitag und der Begehungszeitraum lag zwischen 9.00 Uhr und 12.30 Uhr. Die Temperatur betrug ca. 20 ◦C. Trockene Fahrbahnverhältnisse, ein blauer Himmel und eine somit uneingeschränkte Sicht sorgten für gute Wetterbedingungen. Neben der fotografischen Dokumentation wurden die vorhandenen Parkflächen und der Rad- und Fußgängerverkehr aufgenommen, sowie der fließende Verkehr und der ÖPNV beobachtet.

Die Begehung begann am Knotenpunkt Petersberger Straße/Schillerstraße (Abb. 3), dem Beginn der Baumaßnahme, und endete am Knotenpunkt Petersberger Straße/Am St. Johann, der das Ende des Bauabschnittes markiert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Knotenpunkt Petersberger Straße/Schillerstraße

Im Rahmen der Begehung fiel der unzureichend ausgestattete Wartebereich des ansässigen Busunternehmens „Überlandwerk Fulda Aktiengesellschaft (ÜWAG) Bus GmbH“ (ÜBG)[2] auf. Am östlichen Ende der Grünanlage bzw. etwa in der Mitte des Untersuchungsabschnittes befindet sich der Knotenpunkt Petersberger Straße/Dr. Dietz Straße. Drei Fußgänger und ein Radfahrer überquerten diesen Knotenpunkt in einem Zeitraum von zehn Minuten. Ohne besondere Auffälligkeiten ging es weiter bis zum Knotenpunkt Petersberger Straße/Am St. Johann. (Abb. 4)

In diesem Kreuzungsbereich behinderte ein Lieferfahrzeug der Deutschen Post AG für ca. sieben Minuten den in die Straße Am St. Johann abbiegenden Verkehr, sodass es zu kurzzeitigem Rückstau auf die Bundesstraße B 458 kam.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Knotenpunkt Petersberger Straße/Am St. Johann

Sieben Fußgänger und vier Radfahrer überquerten im gleichen Zeitraum den Knotenpunkt.

Auf dem Rückweg gab es bis zum Knotenpunkt Petersberger Straße/Dr. Dietz Straße keine weiteren Vorkommnisse. Bei dem Friseurgeschäft, das sich nördlich des Kreuzungsbereiches befindet, parkte ein Fahrzeug zum Teil auf dem Gehweg. Dieser Vorfall ist im folgenden Bild ersichtlich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Parksituation vor Friseur an der Petersberger Straße

Das parkende Fahrzeug führt zu einer gefährlichen Einschränkung des Verkehrsraumes für Fußgänger und Radfahrer. Einige Fahrzeuge parkten auf dem Privatgelände in den Einfahrten, die den Fußgängerverkehr nicht behindert haben. Die Parkflächen vor der Gaststätte „Brauhaus“ waren nicht ausgelastet. Da die Begehung einmalig erfolgte, ist davon auszugehen, dass die Auslastung der Parkflächen zeitlich bedingt war. Auch die Parkflächen vor der Sparkasse und dem Elektrofachgeschäft „Expert“ waren zum größten Teil frei.

In den Fahrzeugen des ÖPNV war eine sehr geringe Auslastung festzustellen. Nur vereinzelt waren Fahrgäste zu verzeichnen. Dauerhaft war ein stets fließender Verkehr zu registrieren. Während der Begehung überquerte kein Fußgänger die Fahrbahn außerhalb der gekennzeichneten Bereiche in den Knotenpunkten. Insgesamt waren sechs Radfahrer und fünfzehn Fußgänger im gesamten Zeitraum von dreieinhalb Stunden zu vermerken, was jedoch kein repräsentatives Ergebnis darstellt zumal der gesamte Abschnitt auf Grund seiner Länge, nicht zu überschauen ist.

Diese Begehung hat zu einer Zustandsbewertung geführt und die Planungsziele verdeutlicht.

4. Verkehrliche und städtebauliche Bedeutung des Vorhabens

Die Stadt Fulda ist mit 64.632 Einwohnern ein bedeutendes wirtschaftliches, politisches und kulturelles Zentrum Osthessens. Mit der Bundesautobahn A 7, welche die Stadt im Osten in nord-südlicher Richtung tangiert und die Anbindung an mehrere Bundesstraßen ist Fulda sehr gut in das bestehende Infrastrukturnetz integriert. Die Bundesstraße B 458 beginnt in Fulda (B 27) und endet nach 33 Kilometern in Batten, wo sie auf die Bundesstraße B 278 trifft[3]. Der Ost-Westverlauf der Bundesstraße B 458 dient als kürzeste Verbindung zwischen dem Stadtzentrum und der Autobahn A 7, sowie den umliegenden Gemeinden Petersberg, Künzell und dem weiteren Umfeld. Bei der Bundesstraße B 458 handelt es sich im Stadtgebiet, um eine Hauptverkehrsstraße der Kategoriengruppe HS III nach den Richtlinien für integrierte Netzgestaltung. Das Untersuchungsgebiet ist in der Anlage 1 dargestellt.

Aufgrund der verkehrlichen Bedeutung und weiter steigenden verkehrlichen Belastungen ist ein Umbau der Petersberger Straße im Bereich Schillerstraße bis Am St. Johann als Lückenschluss notwendig. Die Anschlussstücke im Osten Richtung Dipperzer Straße, sowie der weitere Verlauf der Petersberger Straße im Westen, sind teilweise schon realisiert, beziehungsweise geplant. Des Weiteren wird durch den Umbau die Attraktivität für Fußgänger und vor allem dem Radverkehr erhöht, da momentan nur ein gemeinsamer Rad- Gehweg besteht. Es ist zusätzlich eine städtebauliche Aufwertung im Planungsbereich beabsichtigt.

4.1 Planungsziele und Ziele des Städtebaus

Es erfolgt die Orientierung an Zielsetzungen, die sich aus der Bewohnbarkeit und Funktionsfähigkeit der Stadt Fulda ergeben. Dabei ist eine ausgewogene Berücksichtigung aller Nutzungsansprüche an den Straßenraum hilfreich. Dies umfasst beispielsweise, dass Ansprüche des motorisierten Individualverkehrs (MIV) an Geschwindigkeit und Komfort reduziert werden müssen, um eine gleichzeitige Verbesserung, im Gegensatz zu der aktuellen Situation, im Fußgänger- sowie Radverkehr bzw. im ÖPNV zu erzielen. All dies geschieht unter Berücksichtigung vorhandener und geplanter regionaler gesamtgemeindlicher Entwurfsvorgaben. Ziele sind hierbei die Verträglichkeit der Nutzungsansprüche untereinander als auch im Zusammenhang mit den Umfeldnutzungen. Dabei zu beachtende Zielfelder sind die soziale Brauchbarkeit, einschließlich der Barrierefreiheit, die Umweltverträglichkeit, der Verkehrsablauf, die Gestaltung des Straßenraumes, die Verkehrssicherheit und die Wirtschaftlichkeit. Zur Orientierung sollte darauf geachtet werden, dass die nördlichen Grundstücke (Wohnbauflächen, gemischte Bauflächen) nur in Anspruch genommen werden, wenn dies unvermeidbar ist. Flächenerweiterungen sollten in Richtung Süden vorgenommen werden. Je nach Möglichkeit sollte die Verkehrssicherheit nach dem Umbau durch eine bauliche Mitteltrennung, in Verbindung mit einer einheitlichen Geschwindigkeit im Kraftfahrzeugverkehr erhöht werden. Der Mittelstreifen kann, bei ausreichender Breite, Fußgängern als Querungshilfe dienen und gewährleistet eine eindeutige Abgrenzung zwischen den Fahrbahnen. Geh- und Radwege müssen generell und vor allem in Kreuzungsbereichen barrierefrei sein, damit sie auch passierbarer für mobilitätseingeschränkte Menschen sind. Um eine optische Aufwertung des Straßenraumes zu erlangen, sollten nach Möglichkeit eine ein- oder beidseitige Baumpflanzung in den Straßenquerschnitt integriert werden.

Unter Einhaltung der genannten Planungsziele ist die Aufgabe dieser Arbeit, ein Konzept für die Umgestaltung des Straßenraumes im Untersuchungsgebiet zu entwickeln.

4.2 Städtebauliche Merkmale

Die städtebauliche Bedeutung von Stadtstraßen wird von der städtebaulichen Situation, von der Nutzungsstruktur aus verschiedenen stadtgeschichtlichen Epochen und von der Qualität des Umfeldes bestimmt. Der Kontakt zum Stadtarchiv in Fulda ermöglichte einen besseren Überblick über die Entwicklung des Untersuchungsgebietes, da die Mitarbeiterin Stadtpläne aus den letzten 50 Jahren zur Verfügung stellte. Zu den entwurfsrelevanten städtebaulichen Merkmalen gehört der Charakter des Gebietes, die Art und das Maß der Umfeldnutzungen und die straßenräumliche Situation. Auf diese Merkmale wird in den folgenden Unterpunkten näher eingegangen.

4.2.1 Gebietscharakter

Wie in der Anlage 2 ersichtlich ist, hatte die Petersberger Straße schon im Jahr 1953 den noch heute vorhandenen Verlauf. Bereits zum damaligen Zeitpunkt war die Petersberger Straße eine Stadteinfahrtsstraße und hat das Stadtzentrum mit dem Umland verbunden. Die gegenwärtige Straße Am St. Johann hieß damals Am Ratzengraben. Das Gebiet zwischen der heutigen Berliner Straße, die Bundesstraße 27, und der Straße Am Ratzengraben war im Jahr 1953 noch nicht erschlossen. Anhand des Planes aus dem Jahr 1970 (Anlage 3) ist deutlich erkennbar, dass das derzeitig vorhandene Gebiet damals existierte. Die Schillerstraße wurde fünf Jahre später gebaut und erschloss einen Teil des Gebietes. Ansonsten gab es keine weiteren Veränderungen. Die Straße Am Ratzengraben heißt zu diesem Zeitpunkt Am St. Johann, und die Dr. Dietz Straße ist zum ersten Mal in einem Plan der Stadt Fulda erwähnt. Die Grünanlage am Stadt- und Kreisgesundheitsamt besteht bis zum heutigen Tag

4.2.2 Umfeldnutzungen

Aufgrund der Umfeldnutzungen, das heißt durch Art und Maß der Grundstücks-, Gebäude- und Freiraumnutzungen, entlang der Bundesstraße B 458, werden die Zusammenhänge zwischen beiden Straßenseiten und den angrenzenden Quartieren geprägt[4].

In der Gemeinde Petersberg wohnen 7994 Einwohner[5]. Der größte Teil der Anwohner, im Planungsabschnitt, lebt in Einfamilienhäusern, die auf einem eigenen Grundstück stehen. Die Häuser sind zum größten Teil zweigeschossig und mit einem kleinen Vorgarten versehen. Diese Grundstücke befinden sich im nördlichen Teil der Petersberger Straße. Das im Norden an die Petersberger Straße im Untersuchungsraum angrenzende Gebiet ist ein Mischgebiet. Hier findet nicht nur Wohnen statt, sondern ein reges Treiben durch Gewerbe und Handel. Dazu gehört die „Aral“ Tankstelle an der Kreuzung Petersberger Straße/Am Ziegelberg, die durch eine „Tanksäule“ in Abb. 6 markiert ist. Daran schließen östlich das Elektrofachgeschäft „Expert“ und die Stadtsparkasse an, die durch das Symbol „Geldscheine“ gekennzeichnet ist. Das Zeichen „Essbesteck“ in Abb. 6 erklärt den Standort der Gaststätte „Brauhaus“ an der Ecke Petersberger Straße/Ulmenweg.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6: Ausschnitt Petersberger Straße von Schillerstraße bis Dr. Dietz Straße

Quelle: Google Earth

Auf der Südseite der Petersberger Straße gibt es neben dem Discounter „LIDL“ auch das Hotel „Zieherser Hof“, welches am Knotenpunkt Petersberger Straße/Dr. Dietz Straße, durch das rote „Bett“ in der Abbildung 6 gekennzeichnet liegt. Trotz kleinen Geschäftsbesatzes, ist er dennoch wichtig für die dort ansässige Bevölkerung. Zum einen sind all diese Geschäfte verkehrserzeugende Einrichtungen und deshalb von großer Bedeutung für einen Umbau. Zum anderen gewähren sie den ansässigen Anwohnern einen Wohnstandard der es ermöglicht, Erledigungen des Alltages zu realisieren, ohne weitere Wege auf sich zu nehmen und auf den Einsatz motorisierter Fahrzeuge zu verzichten bzw. diesen einzuschränken. Im westlichen Teil der Petersberger Straße befindet sich an der Kreuzung Petersberger Straße/Schillerstraße auf der Südseite das Kreisgesundheitsamt. Daran schließt sich eine Grünanlage an, die sich fast bis zum Knotenpunkt Petersberger Straße/Dr. Dietz Straße erstreckt und ist somit die einzige Grünanlage im Untersuchungsgebiet, die den Anwohnern zur Verfügung steht. Ein allein stehender Wohnblock, der sich zwischen der Grünanlage und dem Hotel „Zieherser Hof“ befindet, schließt sich an den Knotenpunkt Petersberger Straße/Dr. Dietz Straße (siehe folgende Abb.) an.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7: Blick auf Hotel Zieherser Hof in der Dr. Dietz Straße

Zwischen dem Discounter „LIDL“ und dem Knotenpunkt Petersberger Straße/Am St. Johann befinden sich vier Wohnblöcke, die auf das Ende des Bauabschnittes hindeuten. Alle Wohnblöcke im Untersuchungsgebiet sind ausschließlich drei-geschossig und passen sich in das vorhandene Bild ein. Leerstände waren bei der Begehung am 24.04.2009 weder in den Wohnblöcken noch in den Einfamilienhäusern festzustellen. Alle Objekte befinden sich in einem einwandfreien Bauzustand. Indikatoren für eine mögliche Veränderung bestehen nicht, da alle Grundstücke bebaut bzw. ausgelastet sind. Freiflächen wurden durch eine Grünanlage sinnvoll und nutzbringend gestaltet.

4.2.3 Straßenräumliche Situation

Die Petersberger Straße weist, mit Ausnahme der Grünanlage zwischen Schillerstraße und Dr. Dietz Straße, eine beidseitig geschlossene Randbebauung auf. Eine charakteristische Asymmetrie des Straßenabschnittes wird durch die überwiegenden Einfamilienhäuser im Norden und die Wohnblöcke und Gewerbeeinrichtungen im Süden erreicht. Der bestehende Straßenquerschnitt ist mit einer durchgängigen Breite von ca. 16 m bis 20 m definiert.

[...]


[1] Vgl. Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV), (2006): Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RASt 06), Köln, S. 13

[2] Überlandwerk Fulda Aktiengesellschaft, verfügbar: http://www.uewag.de/000/752.htm (2009-07-02, 11:12 MESZ)

[3] Wikipedia, Bundesstraße 458, verfügbar: http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesstra%C3%9Fe_458 (2009-06-24, 14:05 MESZ)

[4] Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV), (2006): Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RASt 06), Köln, S. 17

[5] Petersberg, http://www.petersberg.de/index_main.php?unid=556 (2009-06-15, 18:37 MESZ)

Details

Seiten
60
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783836645355
Dateigröße
5.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v227349
Institution / Hochschule
Fachhochschule Erfurt – Transport- und Verkehrswesen
Note
1,7
Schlagworte
verkehr transport planung umgestaltung neubau

Autor

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