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Eine empirische Analyse intrinsisch motivierter Anlegerpräferenzen am Beispiel von Socially Responsible Investments (SRI)

Diplomarbeit 2009 137 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Symbolverzeichnis

1 Einführung
1.1 Motivation und Ziel der Ausarbeitung
1.2 Gang der Untersuchung

2 Hintergründe zur Präferenzenbildung vor Investitionsentscheidungen
2.1 Extrinsisch vs. intrinsisch motiviertes Verhalten
2.2 Motivation in neoklassischen Modellen
2.3 Motivation in der Behavioral Finance

3 Wesen der Socially Responsible Investments
3.1 Definition und Abgrenzung
3.2 SRI-Markt
3.2.1 Historie
3.2.2 Anlageformen
3.2.3 Investment-Strategien / Methoden
3.2.4 Organisatorische Betrachtung des Marktes
3.3 SRI und Verhaltensforschung
3.3.1 Triple Bottom Line Ansatz
3.3.2 Performance von SRI im Vergleich zu Non-SRI
3.3.3 Typische Verhaltensweisen von SRI-Investoren
3.3.4 Aufbau von Vertrauen durch Transparenz
3.4 Grenzen und Potenziale von SRI

4 Empirische Analyse zur SRI-Entwicklung
4.1 Untersuchungsablauf der empirischen Analyse
4.2 Hypothesen zu SRI und Verhaltenswandel
4.3 Determinanten der SRI-Entscheidung
4.3.1 Generelle Gründe und Erklärungsansätze
4.3.2 Voraussetzungen auf individueller Ebene
4.4 Analyse des realen SRI-Marktgeschehens
4.4.1 Interessenforschung als Einstieg in die Trendanalyse
4.4.2 Marktvolumina SRI
4.4.3 SRI-Indizes
4.4.3.1 Anzahl der SRI-Indizes mit thematischer Entwicklung
4.4.3.2 Performanceanalyse
4.4.4 SRI-Fonds
4.4.4.1 Anzahl von SRI-Fonds
4.4.4.2 Aggregierte Entwicklung des SRI-Fondsvermögens
4.4.4.3 Konkrete Fondsprofile mit Benchmarks
4.4.4.4 Themenspezifische Entwicklung von SRI Fonds
4.5 Zusammenführung der empirischen Ergebnisse und der Anlegermotivation
4.5.1 Langfristige SRI-Entwicklung
4.5.1.1 Zusammenfassung der Ergebnisse bis 2007
4.5.1.2 Prüfung einer Präferenzenverlagerung – Hypothese 1
4.5.2 Jüngste SRI-Entwicklung
4.5.2.1 Zusammenfassung der Ergebnisse von 2007-2009
4.5.2.2 Diskussion der Auswirkungen der Krise – Hypothese 2

5 Zusammenfassung und Ausblick

Anhang

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Ehrenwörtliche Erklärung

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Motivation des Themenbereichs

Abbildung 2: Aufbau der Untersuchung

Abbildung 3: Charakteristika der Behavioral Finance

Abbildung 4: Magisches Dreieck und magisches Viereck der Geldanlage

Abbildung 5: Anlageformen in Bezug auf den Einfluss des Investors

Abbildung 6: Kategorisierung von SRI-Fonds

Abbildung 7: Strategien des nachhaltigen Portefeuillemanagements

Abbildung 8: Bevorzugte Ausschlusskriterien 2008

Abbildung 9: Übersicht der Akteure im SRI-Markt

Abbildung 10: Anlegersegmentierung

Abbildung 11: Ziele institutioneller Anleger

Abbildung 12: Verschiebung der Effizienzlinie

Abbildung 13: Ursachen der Outperformance

Abbildung 14: Wettbewerbsvorteile durch TBL

Abbildung 15: Nachfragebezogene Erfolgsfaktoren von SRI

Abbildung 16: Voraussetzungen einer SRI-Entscheidung

Abbildung 17: Google Suchanfragen zum Schlagwort "Sustainability"

Abbildung 18: Google Suchergebnisse zu "Triple Bottom Line"

Abbildung 19: Google Suchergebnisse zu SRI-Begriffen

Abbildung 20: Globale Broad-SRI Entwicklung

Abbildung 21: Anzahl der SRI-Indizes

Abbildung 22: Performance DJSI vs. MSCI

Abbildung 23: Performance NAI vs. MSCI

Abbildung 24: Anzahl der im deutschsprachigen Raum zugelassenen SRI-Fonds

Abbildung 25: Anzahl der in Europa zugelassenen SRI-Fonds

Abbildung 26: Verteilung der SRI-Fonds in Europa

Abbildung 27: SRI-Fondsvermögen Deutschland

Abbildung 28: Gesamtes Fondsvermögen in Deutschland

Abbildung 29: SRI-Vermögen im deutschsprachigen Raum

Abbildung 30: Vergleich der Änderung der Fondsvolumina zum Vormonat

Abbildung 31: Vergleich der Änderung der Mittelflüsse zum Vormonat

Abbildung 32: Vergleich der Volumenänderung nach Fondsart 2007 - 2009

Abbildung 33: Vergleich der Mittelflüsse nach Fondsart 2007 - 2009

Abbildung 34: Volumen des ÖkoVision Classic Mai 1996 - April 2009

Abbildung 35: Jährliche Volumenänderung des ÖkoVision Classic im Vergleich zu konventionellen Aktienfonds

Abbildung 36: Monatliche Volumenänderung des ÖkoVision Classic im Vergleich zu konventionellen Aktienfonds

Abbildung 37: Volumen des PF (LUX)-Water

Abbildung 38: Jährliche Volumenänderung des PF (LUX)-Water im Vergleich zu konventionellen Aktienfonds

Abbildung 39: Monatliche Volumenänderung des PF (LUX)-Water im Vergleich zu konventionellen Aktienfonds

Abbildung 40: Monatliche Fonds-Mittelflüsse von Pictet im Vergleich

Abbildung 41: Volumen des Sarasin Sustainable Bonds

Abbildung 42: Thematische Entwicklung des SRI-Fondsvermögens

Abbildung 43: Thematische Entwicklung der SRI-Mittelflüsse

Abbildung 44: Mittelflüsse nach Themenbereichen 2007 - 2009

Abbildung 45: Argumentation der Arbeit

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Annahmen der Neoklassik und Behavioral Finance im Vergleich

Tabelle 2: Chancen und Risiken der Fondsanlage

Tabelle 3: Vor- und Nachteile des Einsatzes von SRI

Tabelle 4: Nachhaltige Themenbereiche von www.miza.at

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einführung

1.1 Motivation und Ziel der Ausarbeitung

Für eine Erklärung der Geschehnisse auf den globalen Finanzmärkten ist eine genaue Betrachtung des Anlegerverhaltens und der zugrunde liegenden Motivation der Investoren notwendig. Grundsätzlich richten ökonomisch handelnde Akteure ihr Verhalten an den neoklassischen Modellen aus. Diese erklären das Verhalten traditionell durch die Betrachtung des rational handelnden Homo oeconomicus, der seinen Erwartungsnutzen maximiert. Aufgrund ihrer kurzfristigen Gewinnmaximierung erfahren diese Theorien jedoch vermehrt Kritik. Auch die aktuelle Weltwirtschaftskrise stellt in Frage, ob das Profitstreben der neoklassischen Modelle eine nachhaltige Methodik darstellt. Stattdessen hält ein erhöhter Einfluss moralischer Werte Einzug in wirtschaftliche Überlegungen. Die Entwicklung einer Art moralischen Bewusstseins äußert sich verstärkt in den Medien und der Öffentlichkeitsarbeit von Unternehmen, der Politik und Non-Governmental Organizations (NGO). Diese weisen jüngst immer mehr auf die übernommene ökologische, soziale und ethische Verantwortung hin oder richten ihre Politik an „Corporate Social Responsibility“ (CSR) Leitlinien aus.

Besondere Bedeutung hat diese Entwicklung für das Anlegerverhalten, da derartige Überlegungen nicht mit den Modellen der neoklassischen Finanzmarkttheorien vereinbar sind. Weil bei der Nutzenmaximierung ausschließlich quantifizierbare Beweggründe einbezogen werden, kann man eine extrinsische Motivation unterstellen, d. h. sie werden nicht um ihrer selbst Willen ausgeübt, sondern durch externe Faktoren (z. B. monetärer Profit) hervorgerufen. Da jede Abweichung von rationalen Ansätzen, bspw. der Einbezug einer moralischen Komponente, als irrational und damit als Anomalie klassifiziert wird, muss diese anhand eines anderen Ansatzes, der Behavioral Finance, erklärt werden. Investmentprodukte zwischen diesen beiden Modellen sind prinzipienorientierte Investments, die im Englischen unter dem Begriff „Socially Responsible Investments“ (SRI) gesammelt werden.

Abbildung 1 fasst die vorherigen Überlegungen graphisch zusammen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Motivation des Themenbereichs

Quelle: Eigene Darstellung.

SRI sind als Anlagealternativen in den letzten Jahren merklich beliebter geworden. Auch die Forschung widmet sich verstärkt dieser Thematik, jedoch primär der Performanceanalyse. Eine Gegenüberstellung der Vermögen und Mittelflüsse von SRI mit denen konventioneller Investments und eine gleichzeitige Verknüpfung mit dem Investorenverhalten existiert bisher nicht. Wenn verantwortungsvoll agierende Investoren ihre Entscheidungen aber mit Aspekten gesellschaftlicher Verantwortung begründen und der eigene Profit nur eine Variable unter mehreren darstellt, muss dieser Wandel im Investitionsverhalten in den Marktzahlen deutlich werden. Prinzipienorientierte Finanzprodukte müssten demnach im Vergleich zu konventionellen, nutzenmaximierenden Produkten zunehmend in der Gunst der Anleger steigen. Dieser Themenbereich soll in der vorliegenden Arbeit untersucht werden.

Prinzipiengeleiteten Finanzprodukten fällt wegen der offensichtlichen Transparenz der Zusammenstellungen ein implizites Vertrauen zu. Da private und institutionelle Investoren durch die Finanzkrise bereits sensibilisiert und auf der Suche nach vertrauenswürdigen Anlagen sind, könnten SRI während der Krise in ihrer Popularität steigen. Auch dieses vermutete Verhalten müsste sich in den aktuellen Marktdaten widerspiegeln und soll Gegenstand der Untersuchung sein.

Ziel dieser Arbeit soll es sein, herauszufinden, ob ein Wandel im Investorenverhalten in Richtung intrinsisch motivierter Entscheidungen anhand zunehmender SRI-Aktivitäten festzustellen ist.

SRI bilden die einzige Gruppe von Finanzprodukten, die einen ausdrücklichen Einbezug ethischer, ökologischer und ökonomischer Komponenten erlaubt. Die Untersuchung des Investorenverhaltens am Beispiel von SRI erfordert demnach die Verknüpfung vier relevanter Forschungsgebiete: Ökonomie, Ethik, Ökologie und Psychologie. Diese interdisziplinäre Herangehensweise soll nicht als Aufgabe von Grenzen verstanden werden, sondern einen Erkenntnisgewinn schaffen, der neue Perspektiven eröffnet. Der Fokus der Arbeit soll trotz dieser Breite jedoch hauptsächlich auf der Analyse der Entwicklung von SRI in Verbindung mit intrinsisch motiviertem Investorenverhalten liegen. Andere Einflussvariablen auf das Verhalten von Investoren und Erklärungen von Anomalien sind weitestgehend ausgeblendet und nicht Bestandteil dieser Arbeit.[1]

1.2 Gang der Untersuchung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Aufbau der Untersuchung

Quelle: Eigene Darstellung.

Die Konzeption der Arbeit wird in Abbildung 2 verdeutlicht. Ausgehend von der im vorherigen Kapitel formulierten Beweggründe und Problemstellung bestimmt folgende Leitfrage das gesamte Vorgehen:

„Ist ein Präferenzenwandel im Investorenverhalten in Richtung intrinsisch motivierter Entscheidungen anhand zunehmender SRI-Aktivitäten festzustellen?“

In Kapitel 2 werden dazu die Hintergründe einer Präferenzenbildung vor Investitionsentscheidungen erläutert, indem auf Ansätze der Neoklassik und der Behavioral Finance eingegangen wird. Diese Überlegungen bilden die Grundlagen für die im folgenden Kapitel stattfindende verhaltenswissenschaftliche Einordnung von SRI in die existierenden Erklärungsmodelle.

Kapitel 3 erarbeitet zunächst deskriptiv den relevanten Rahmen des Untersuchungsgegenstandes SRI, um thematische Voraussetzungen für das nachfolgende Kapitel zu schaffen. Daraufhin werden Verknüpfungen mit Inhalten der Verhaltenswissenschaft ausführlich dargestellt und SRI entsprechend der Erkenntnisse aus Kapitel 2 eingeordnet.

Aufbauend auf diesen Grundlagen erfolgt im 4. Kapitel die empirische Analyse in Form einer Marktbeobachtung und im ständigen Vergleich zu konventionellen Formen der Kapitalanlage. Dazu werden konkrete Hypothesen entwickelt, auf deren Basis die Ergebnisse zum Schluss des empirischen Teils diskutiert werden. Primäres Ziel ist es, aus den Erkenntnissen, unter besonderer Berücksichtigung der aktuellen Weltwirtschaftskrise, eine aussagekräftige Stellungnahme zur SRI-Entwicklung und insbesondere zum Investorenverhalten treffen zu können.

Im letzten Teil der Arbeit werden alle Ergebnisse zusammenfassend dargestellt und etwaige Präferenzenverlagerungen der Investoren, auch im aktuellen Kontext, gewürdigt. Zum Schluss wird ein Ausblick in zukünftige Entwicklungen des Themenbereichs SRI unternommen und die Arbeit mit Anregungen für weiteren Forschungsbedarf abgeschlossen.[2]

2 Hintergründe zur Präferenzenbildung vor Investitionsentscheidungen

2.1 Extrinsisch vs. intrinsisch motiviertes Verhalten

Für eine Untersuchung des Verhaltens von Investoren auf den Kapitalmärkten ist eine nähere Betrachtung der Motivationspsychologie erforderlich, die die Beweggründe individuellen Verhaltens analysiert.[3] Der Fokus soll an dieser Stelle auf dem prozessorientierten Ansatz liegen, d. h. dort, wo die Motivation ihren Ursprung hat. Hierzu soll auf die Unterscheidung zwischen intrinsischer bzw. extrinsischer Motivation eingegangen werden.

Grundlegend ist die Motivation als „die aktivierende Ausrichtung des momentanen Lebensvollzugs auf einen positiv bewerteten Zielzustand“ zu definieren.[4] Zum einen wird das Verhalten auf positive Ziele ausgerichtet, zum anderen muss dieses zielorientierte Verhalten durch eine Energetisierung vorangetrieben werden.[5]

Die Unterscheidung zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation wurde erstmals 1918 von Woodworth getroffen und in Bezug auf Tätigkeiten verwendet.[6] Intrinsisch werden Handlungen bezeichnet, bei denen die grundsätzliche Verhaltensmotivation im Inneren der Menschen liegt und sie aus seinen internalisierten Normen, Überzeugungen und Zielen resultiert, demnach selbstbestimmt ist. Handlungen werden um ihrer selbst willen durchgeführt. Der Vollzug der Tätigkeit ist bereits die anstoßende Motivation und wirkt als Anreiz sowie bei erfolgreichem Abschluss der Handlung auch als Belohnung; es sind somit keine Anstöße oder eine Honorierung von außen notwendig.[7] Im Gegensatz dazu bedeutet extrinsisch von außen her angeregt, bewertungsbezogen und nicht aus eigenem Antrieb erfolgend. Extrinsisch motiviert ist ein Verhalten, wenn es aus verhaltensexternen Gründen vollzogen wird, folglich aus anreizbesetzten Ereignissen oder Änderungen, die sich einstellen, wenn die Tätigkeit erfolgreich beendet ist. Die Kompensation materieller (z. B. Entlohnung) oder immaterieller Art (z. B. Lob) ist hier die Motivation.[8]

Häufig werden intrinsisch motivierte Handlungen mit folgenden positiven Implikationen verbunden: Die Erfahrung eines höheren Wohlbefindens, größere Aufmerksamkeit, Interesse, Freude, Kompetenzbestätigung, Selbstbestimmung, Dauerhaftigkeit, völliges Aufgehen in einer Tätigkeit (engl. flow)[9], Bedürfnisbefriedigung oder Selbstverwirklichung.[10] Extrinsisch motivierte Handlungen werden hingegen eher mit Druck, Spannung, Eile, kurzer Dauer oder Erwartungen, aber auch materieller Entlohnung assoziiert.[11]

Bem (1967) leitet aus seiner Selbstwahrnehmungstheorie den Korrumpierungseffekt (engl. over-justification) ab, die Verdrängung der intrinsischen Motivation durch die extrinsische.[12] Demzufolge führt eine Überrechtfertigung durch äußere Anreize zu einer Abwertung intrinsischer Motivation.[13]

2.2 Motivation in neoklassischen Modellen

Die neoklassischen Theorien haben ihren Anfang in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, lösen die von Adam Smith begründete klassische Nationalökonomie ab und haben heute wieder starken Einfluss auf die verwendeten ökonomischen Konzepte. Stand in der klassischen Theorie die makroökonomische Perspektive im Vordergrund, stellt die Neoklassik ein “universelles Individuum“ in den Mittelpunkt ihrer Analyse und gleicht damit einer mikroökonomischen Beschreibung.[14] Muss unter Risiko aus Entscheidungsalternativen gewählt werden, beschreibt und erfasst das Bernoulli-Prinzip die Präferenzen des Investors und maximiert den Erwartungswert der individuellen Risikonutzenfunktion.[15] Das Rationalitätsprinzip wird über das Konzept des Homo oeconomicus in die Volkswirtschaftslehre integriert, dessen Verhalten in bestimmten Entscheidungssituationen untersucht werden soll.[16] Der Homo oeconomicus beschreibt einen fiktiven Akteur, der eigeninteressiert und rational handelt, seinen eigenen Nutzen maximiert, mit feststehenden Präferenzen auf Restriktionen reagiert und über vollständige Information verfügt.[17] Bei Annahme des rationalen Handelns wird er sich also immer für die Möglichkeit entscheiden, die seinen Präferenzen am ehesten entspricht und seinen Erwartungsnutzen maximiert. Dieses Verhalten passt er den sich ändernden Umweltbedingungen an, über die er aufgrund der vollständigen Informationen stets ohne Kosten aufgeklärt ist.[18]

Ein Großteil der heute verwendeten Theorien, die das Anlageverhalten von Investoren untersuchen, stützt sich auf diese Annahmen. So setzt Markowitz (1952) in der Portefeuilletheorie das Rationalitätsprinzip mit der Nutzenmaximierung und den vollkommenen Kapitalmarkt voraus, um optimale Portefeuilles zu ermitteln.[19] Auch die Kapitalmarkttheorie Capital Asset Pricing Model (CAPM) von Sharpe (1964),[20] das bekannteste Modell zur Preisbestimmung auf dem Kapitalmarkt und das Arbitrage Pricing Model (APT)[21] von Ross (1976) beruhen auf den Annahmen der Portefeuilletheorie. Das Bindeglied zwischen diesen Theorien und dem Marktpreis einer Investition bildet die Efficient Capital Market Hypothesis (ECMH) von Fama (1965), die davon ausgeht, dass sich aus den rationalen Einzelentscheidungen ein Gleichgewichtspreis einstellen wird.[22]

Gemeinsam ist den neoklassischen Theorien, dass sie an den Determinanten Rendite, Risiko und Liquidität ausgerichtet sind. Der Investor richtet sein Verhalten nach der neoklassischen Annahme ausschließlich durch die verhaltensexterne Präferenz einer möglichst hohen und sicheren Entlohnung aus. Hierbei handelt es sich im Sinne von Kapitel 2.1 um einen extrinsischen Faktor und es kann von einer extrinsischen Motivation gesprochen werden. Eine nicht pekuniäre Determinante, insbesondere eine ethisch bestimmte, ist nicht Bestandteil dieser Theorien.[23] Da die Rationalitätsprämisse verletzt würde, ist die Integration außerökonomischer Determinanten in Anlageentscheidungen in diesen Modellen grund­sätzlich nicht vorgesehen und „ethische bias“ sind als Anomalien zu definieren.[24]

2.3 Motivation in der Behavioral Finance

Die Forschungsrichtung der Behavioral Finance hat sich aus beobachteten Abweichungen der Voraussagen der neoklassischen Ansätze zur Realität entwickelt, besonders in Form einer zunehmenden Hinterfragung der ECMH. Im Rahmen der Kapitalmarktforschung wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts damit begonnen, die Informationsverarbeitung von Investoren auf verhaltenswissenschaftlich fundierte Auffälligkeiten hin zu untersuchen, um Erkenntnisse für das Zustandekommen von Kapitalmarktanomalien zu gewinnen. Die Behavioral Finance untersucht Konstellationen, in denen das menschliche Verhalten im Widerspruch zu den Annahmen des Homo oeconomicus steht und versucht diese Irrationalitäten zu erklären.[25] Zusammenfassend lässt sich der Forschungszweig der Behavioral Finance wie folgt charakterisieren:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Charakteristika der Behavioral Finance

Quelle: Eigene Darstellung; Daten entnommen aus Fuller (1998), S. 1.

Investoren zeichnen sich häufig durch individuelle Verhaltensanomalien aus und verhalten sich auch darüber hinaus irrational, indem sie Informationen ignorieren oder falsch verarbeiten. Zudem sind Märkte in der Realität durch Unvollkommenheiten geprägt.[26]

Die grundsätzlichen Unterschiede zwischen neoklassischen Theorien und der Behavioral Finance werden in Tabelle 1 zusammengefasst.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Annahmen der Neoklassik und Behavioral Finance im Vergleich

Quelle: Eigene Darstellung; Daten entnommen aus Raab (2006), S. 111 und Oehler (2000), S. 981.

Menschen handeln nicht stets eigennützig, sondern häufig auch fair und altruistisch entgegen der Nutzenmaximierung.[27] Auch diese Beachtung der Mittelverwendung als Präferenz der Investitionsentscheidung fällt in der Neoklassik in den Bereich der Verhaltensanomalien und muss demnach von der Behavioral Finance analysiert werden. Weitere Anomalien, wie die Anwendung von Heuristiken sowie Daumenregeln zur Komplexitätsreduzierung bzw. schnelleren Urteilsfindung oder Bauchgefühlen sind grundsätzlich durch innere Impulse begründet und somit intrinsisch motiviert.[28] Generell entstehen Anomalien durch selbstbestimmtes Verhalten ohne Berücksichtigung von Prämissen, ohne gezielte Orientierung an den Folgen (wie erwarteten Nutzen) und unter dem Einfluss expressiver Eigenschaften wie Emotionen oder moralischer Bedenken. Auf dieser Basis kann festgehalten werden, dass intrinsisch motivierte Verhaltensweisen von Investoren durch die Behavioral Finance erklärt werden müssen, da sie grundsätzlich die Prämissen der neoklassischen Modelle ignorieren.

3 Wesen der Socially Responsible Investments

3.1 Definition und Abgrenzung

In der Literatur und Praxis existiert keine einheitliche Definition von SRI. Während im deutschen Sprachgebrauch oft von ethisch bzw. nachhaltigen Investments, ökologischer Geldanlage oder prinzipiengeleiteten Investments gesprochen wird,[29] setzt sich im internationalen Kontext immer mehr der Terminus SRI durch.[30] Eine relativ frühe Definition unternimmt Shapiro (1992): „SRI is the practice of making investment decisions based on both financial and social performance. It is the concept of investing in concert with your principles. (…) Seeking what some call the ‚double bottom line’.“[31]

Der Double Bottom Line Ansatz (Berücksichtigung von Profit und sozialem Einfluss) wurde jedoch schon 1994 von Elkington um eine zusätzliche Dimension erweitert. Nach der Fokussierung auf die Triple Bottom Line (TBL) ist unter dem Schlussstrich einer Gewinn- und Verlust-Rechnung nicht nur der Profit als Kennzahl der Performancemessung eines Unternehmens zu berücksichtigen, sondern zusätzlich der Mehrwert, den ein Unternehmen sozial und ökologisch schafft.[32]

Trotz unterschiedlicher Ansätze und Voranstellen verschiedener Wertvorstellungen in der Terminologie ist allen Begriffsabgrenzungen und Definitionsversuchen gemeinsam, dass sie neben den traditionellen Determinanten der Anlageentscheidung[33] auch das Kriterium der Mittelverwendung mit einbeziehen.[34] Abbildung 4 verdeutlicht die Erweiterung des oft zitierten magischen Dreiecks, das idealtypisch die Grundannahmen einer neoklassischen Kapitalmarktsicht abbildet durch die Einführung einer neuen Nachhaltigkeitsdeterminante zum magischen Viereck.[35]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Magisches Dreieck und magisches Viereck der Geldanlage

Quelle: In Anlehnung an Friesenbichler/Reithofer (2001). S. 68f.

Folglich ist bei SRI zusammenfassend die Berücksichtigung von ethischen, sozialen und ökologischen Kriterien bei der Anlageentscheidung festzustellen, demnach ein Wirtschaften unter Minimierung des Ressourcenverbrauchs, unter Einhaltung der Menschenrechte und unter Beachtung inter- und intragenerativer Gerechtigkeit erfolgen soll.[36]

Im grundsätzlichen Einklang mit den vorgestellten Definitionen soll in der vorliegenden Arbeit die Definition des European Sustainable Investment Forum (Eurosif)[37] verwendet werden:

„SRI, a generic term covering ethical investments, responsible investments, sustainable investments, and any other investment process that combines investors’ financial objectives with their concerns about environmental, social and governance (ESG) issues.“[38]

3.2 SRI-Markt

3.2.1 Historie

In ihrer Form als ethische Investments können SRI bis in die frühen biblischen Zeiten zurückverfolgt werden. So wird schon im Buch Exodus 22,24 auf das Verbot von Wucherzinsen gegenüber Armen hingewiesen.[39] Auch Gedanken der Nachhaltigkeit lassen sich bereits in der Bibel finden.[40] Die prinzipiengetreuen Investments werden bis heute von unterschiedlichen Kirchenbanken unterstützt und praktiziert.[41] Darüber hinaus haben besonders im Islam die ethischen Leitlinien bis heute einen hohen Stellenwert.[42] Vorbild für den ersten Nachhaltigkeitsfonds, den Pinoneer Fund, der 1928 in Boston aufgelegt wurde, waren die so genannten Sin-Stocks der Quäker, die mit Negativ-Screenings Investitionen in die Tabak-, Alkohol- und Glücksspielbranche ausschlossen.[43]

Außerhalb dieser Umfelder wurde erst während der Gesellschaftskritik der 1960er und 1970er Jahre die Bevölkerung wieder durch Friedens- und Umweltpolitik für nachhaltige sowie ethische Investments sensibilisiert und es wurden erneut ethische Fonds, wie der Pax World Fund aufgelegt.[44] In Deutschland wurde erst im Jahr 1989 mit dem Luxinvest Ökorent der Bank für Gemeinwirtschaft der erste definitionsgemäße nachhaltige Fonds angeboten.[45] Große Umweltkatastrophen, wie die Folgen von Tschernobyl und zunehmendes Umweltbewusstsein für globale Umweltprobleme wie den Treibhauseffekt und El Niño, haben in den vergangenen drei Jahrzehnten auch supranationale Institutionen auf dieses Thema aufmerksam gemacht.[46] Infolgedessen wurde 1992 in Rio de Janeiro von den Vereinten Nationen (UN) die Agenda 21 verabschiedet, ein Leitpapier für die globale nachhaltige Entwicklung im 21. Jahrhundert.[47] Im Jahr 2006 veröffentlichte UN Generalsekretär Kofi Annan unter Einbezug finanzmarktrelevanter ESG-Kriterien erstmalig sechs Grundsätze für verantwortungsvolles Investment (PRI).[48]

Heute wird die Gesellschaft täglich mit Themen des verantwortungsvollen Invest­ments konfrontiert. Die zunehmende Klimaveränderung, andauernde globale Un­gerechtigkeiten und Kriege sowie die aktuelle Weltwirtschaftskrise haben neben institutionellen Anlegern mittlerweile auch Privatanleger für SRI sensibilisiert.

3.2.2 Anlageformen

Deutsche Anleger haben in Bezug auf den Einfluss des Investors die Auswahl, in direkte oder indirekte Kategorien zu investieren (s. Abbildung 5).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Anlageformen in Bezug auf den Einfluss des Investors

Quelle: In Anlehnung an Mächtel (1996), S. 56.

Von ersteren wird gesprochen, wenn der Anleger die Titelauswahl beeinflussen kann, wie bei einer Direktbeteiligung, z.B. in Form einer unmittelbaren Investition in einen Windpark oder dem direkten Erwerb von Anteilen, Anleihen, Zertifikaten oder Genussrechten verantwortungsvoll wirtschaftender Unternehmen.[49] Dazu gehören weiter Passivgeschäfte, wie Öko-Sparbücher oder Sparbriefe mit teilweisem Zinsverzicht, der an prinzipiengeleitete Kreditkunden weitergegeben wird. Die volumenmäßig größte Relevanz haben heutzutage jedoch indirekte Beteiligungen in Form von SRI-Fonds.[50] Diese unterscheiden sich von konventionellen Fonds (Non-SRI) durch die ausdrückliche Zweckbestimmung der Verwendung der Gelder. Ökoversicherungen existieren in Form fondsgebundener grüner Lebensversicherungen auf dem Markt, spielen bisher aber nur eine untergeordnete Rolle und sollen hier nicht weiter vertieft werden.[51]

SRI-Fonds

SRI-Fonds gehören zur allgemeinen Klasse der Investmentfonds, von denen sie sich in der rechtlichen und grundsätzlichen Ausgestaltung nicht unterscheiden. Fonds sind gemäß § 2, I InvG Sondervermögen, die von Kapitalanlagegesellschaften verwaltet und von Depotbanken gebündelt werden.[52] Als Kollektivanlage werden die Gelder der Anleger gesammelt, um sie nach den Grundsätzen der Risikostreuung gewinnbringend in verschiedenen Vermögenswerten anzulegen.[53] Nach dem Erwerberkreis gegliedert, können sie als Publikumsfonds von der breiten Öffentlichkeit erworben werden oder als Spezialfonds bestimmten institutionellen Anlegern vorbehalten sein.[54] Häufig werden Fondsvermögen auch in sogenannten Dachfonds gesammelt und dann wiederum in andere Fonds investiert.[55] Grundsätzliche Chancen und Risiken der Fondsanlage können der Tabelle 2 entnommen und auf SRI-Fonds übertragen werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Chancen und Risiken der Fondsanlage

Quelle: Eigene Darstellung; Daten entnommen aus Otter (1999), S. 29f. und Armbruster (2000), S. 54–56.

SRI-Fonds werden überwiegend als Wertpapier-Publikumsfonds aufgelegt. Neben der Investition in festverzinsliche Wertpapiere, wie Unternehmensanleihen (Rentenfonds), investieren SRI-Fonds größtenteils in Aktien und stellen somit Aktienfonds dar.[56] Eine Kategorisierung von SRI-Fonds hinsichtlich der verantwortlichen Orientierung wird anhand von Abbildung 6 vorgenommen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Kategorisierung von SRI-Fonds

Quelle: Eigene Darstellung; Daten entnommen aus Flotow (2009).

Neben werteorientierten Ethikfonds existieren häufig Mischfonds, die zusätzlich eine ökologische Komponente enthalten. Nachhaltig ausgerichtete Fonds lassen sich in zwei Kategorien einordnen: Grüne Fonds investieren in umweltbewusste Unternehmungen (Schutz und Erhalt der Umwelt als Leitgedanke) aus verschiedenen Branchen; Umwelttechnologiefonds hingegen investieren als reine Branchenfonds in Unternehmungen, deren Technologien oder Dienstleistungen Umweltschädigungen messen, verhindern oder beschränken können.[57] Mikrofinanzierungsfonds haben das Ziel, Menschen aus Entwicklungsländern mit Kleinstkrediten zu unterstützen, um diesen den Aufbau einer wirtschaftlichen Existenz zu ermöglichen.[58] Spendenfonds spenden einen Teil des Ertrags für soziale Zwecke.[59] Aufgrund der passiven Vorgehensweise sind Indexfonds eine beliebte Anlagevariante, deren Ziel die möglichst genaue Abbildung eines bestimmten Indexes bein­haltet.[60] Die Aufnahme von Unternehmen in das Aktienportefeuille wird nach den im folgenden Kapitel erläuterten Strategien und Screening-Methoden entschieden.

3.2.3 Investment-Strategien und Methoden

Bei der Portefeuilleauswahl für nachhaltige Investments kann, wie auch bei konventionellen Anlagen, grundsätzlich zwischen aktivem und passivem Vorgehen (bewusste Selektion vs. Benchmark-Orientierung) unterschieden werden. Cowton (1991) gliedert das Vorgehen für nachhaltige Investments tiefer, indem er es in aktive und passive SRI-Ansätze spezifiziert (Abbildung 7).[61] Ergänzen lässt sich die Veranschaulichung heute um die Strategie des Community Investing und das Best-In-Class Konzept.[62]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Strategien des nachhaltigen Portefeuillemanagements

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Cowton (1991), S. 189f., um Community Investing und Best-In-Class erweitert.

Im Zentrum der reformorientierten aktiven Methode steht das Engagement der Aktionäre mit dem Ziel, die Unternehmen bezüglich der ESG-Thematik zu sensibilisieren.[63] Die Anteilsinhaber nutzen ihren Wertpapierbesitz und die damit verbundenen Teilhaberrechte um proaktiv Einfluss auf die Geschehnisse im Unternehmen zu nehmen.[64]

Passive Ansätze befassen sich mit dem Screening von Wertpapieren, d. h. dem Vorgang der Bewertung und der Aufnahme in Portefeuilles oder des expliziten Ausschlusses bestimmter Titel aus diesen.[65] Grundsätzlich spricht Cowton (1991) bei den prinzipienorientierten Ansätzen von unterstützenden Positiv-Kriterien (bewusste Investition) und vermeidenden Negativ-Kriterien (bewusster Ausschluss). Letztere verbieten bei Erfüllung eine Aufnahme von Unternehmenstiteln aus den disqualifizierenden Branchen in das Portefeuille.[66] Bei Anwendung dieser Selektionskriterien kommt es in jedem Fall zu einer Beschränkung des Anlagehorizonts, so dass durch ein erhöhtes unsystematisches Risiko erhebliche Nachteile bei der Risikostreuung auftreten können.[67]

Ausschlusskriterien sind heute sehr vielfältig, wobei die in Abbildung 8 aufgeführten Bereiche besonders häufig genannt werden und somit die moralischen Ansprüche der Investoren widerspiegeln.[68]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8: Bevorzugte Ausschlusskriterien 2008

Quelle: Eigene Darstellung; Daten entnommen aus Nagel (2008), S. 18.

Im Gegensatz zu den eher reagierenden Negativkriterien stellen Positivkriterien auf solche Merkmale ab, die erwünschte Eigenschaften verkörpern und ein Anlageobjekt günstig gegenüber Mitbewerbern hervorheben.[69] Es werden ausschließlich Unternehmenstitel, die diesen Eigenschaften gerecht werden, selektiert und in das Portefeuille aufgenommen. Darüber hinaus kann diesem Ansatz auch die Strategie des Themenfokus zugeordnet werden. Bei solchen Fonds werden ausschließlich Titel nachhaltiger thematischer Schwerpunkte im Portefeuille berücksichtigt, wie aus dem Bereich für erneuerbare Energien oder der ökologischen Lebensmittelerzeugung.

Großer Beliebtheit erfreut sich aktuell das Rating-orientierte Best-In-Class Konzept.[70] Hier wird in breit aufgestellten Fonds der Diversifizierungsvorteil erhalten, indem auf Basis von Ratings aus jeder Branche oder bestimmten Regionen die Unternehmen selektiert werden, die ESG-Aspekte im Vergleich zu ihren Mitbewerbern am besten berücksichtigen.[71] Nebeneffekt dieses Ansatzes soll die Initialisierung eines Nachhaltigkeitswettbewerbs sein, der Unternehmen dazu motiviert, sich als Nachhaltigkeitspionier von den Wettbewerbern abzusetzen.[72]

Einen Sonderfall unter den passiven Ansätzen nimmt das Community Investing ein. Diese bislang eher peripher verbreitete Anlagestrategie besteht darin, Gemeinschaften oder Gruppen, die von traditionellen Finanzdienstleistungen ausgeschlossen sind, finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen.[73]

Insgesamt ist festzuhalten, dass die vorgestellten Strategien selten streng voneinander getrennt sind. So ist z. B. der „Sarasin Sustainable Equity Europe Funds“ eine Kombination aus Positiv- und Negativkriterien mit der Best-In-Class Strategie.[74]

3.2.4 Organisatorische Betrachtung des Marktes

Einen organisatorischen Überblick über den aktuellen SRI-Markt ermöglicht die Trennung in Angebots- und Nachfrageseite mit einer Darstellung der wichtigsten Akteure der jeweiligen Seiten (s. Abbildung 9).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 9: Übersicht der Akteure im SRI-Markt

Quelle: Eigene Darstellung; Daten entnommen aus Schoenheit (2004), S. 4 bzw. Schoenheit/Hansen (2000), S. 8.

Angebotsseite

Auf Seiten der Anbieter finden sich zusammenfassend alle Formen von Finanzdienstleistern, insbesondere Anbieter nachhaltiger Investmentfonds (Auflage & Management), wie Banken, Emissionshäuser, Investmentgesellschaften und Versicherungen. Mittlerweile bieten alle größeren Finanzdienstleister nachhaltige Produkte an.[75] Hervorzuheben sind die Pioniere auf diesem Gebiet, sogenannte Alternativbanken, die ihre gesamte Geschäftstätigkeit an strengen ethischen, sozialen und ökologischen Vorgaben orientieren.[76] Die Anlageberatung fungiert hingegen eher als vermittelnder Part. Vorwiegend sind dies reine Vertriebspartner von Banken und Versicherungen, die als Makler tätig werden.[77]

Informationsdienste

Eine Zwischenposition nehmen alle Formen von Informationsdiensten ein, da es vor einer Investition umfangreicher Informationen über die ESG-Kriterien der infrage kommenden Unternehmen bedarf. Hierzu zählen neben unabhängigen SRI-Foren[78] insbesondere Rating- und Research-Agenturen.[79] Diese werden von Finanzdienstleistern, Investoren oder großen Unternehmen beauftragt, die Nachhaltigkeitsleistung bestimmter Branchen oder Unternehmen zu analysieren.[80] Als externe Organisationen bestätigen sie die Beteuerungen einer nachhaltigen Unternehmenspolitik und schaffen so eine größere Glaubwürdigkeit.[81] Dazu werden unter Verwendung unterschiedlicher methodischer Ansätze Nachhaltigkeitsratings zu Aktien, Staatsanleihen, Pfandbriefemittenten, Immobilien und Screenings von Nachhaltigkeitsportefeuilles erstellt.[82]

Zu bemängeln ist jedoch, dass bisher kein umfassend akzeptierter, differenzierter Kriterienkatalog für prinzipienorientierte Ratings existiert.[83] Die derzeitigen Messkonzepte sind von Heterogenität sowie einer fehlenden Standardisierung geprägt und schränken somit die Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Ansätze deutlich ein.[84] Da auch die Vorstellungen der Investoren thematisch zwischen ethischen, sozialen und ökologischen Aspekten weit auseinander liegen können, ist es Aufgabe der Angebotsseite durch eine offene Informationspolitik für mehr Transparenz zu sorgen.[85] Zur Bewertung greifen die Agenturen häufig auf eigene Kriterienansätze zurück oder Kriterien, die entsprechend individueller Ansprüche der Kunden entwickelt wurden. Erste Schritte für mehr Transparenz wurden 1997 durch die Veröffentlichung des Frankfurt-Hohenheimer Leitfadens, einer methodengestützten Kriteriologie und Bewertungssystematik unternommen.[86] Agenturen wie die oekom research AG orientieren sich zwar an diesem Leitfaden, aber der fehlende verpflichtende Charakter und die ausbleibende internationale Akzeptanz führen zu keiner durchgängigen Anwendung. Um Klarheit über die verwendeten Methodiken zu bekommen, hat eine Initiative unabhängiger Ratingagenturen aus Europa, die Association for Independent Corporate Sustainability and Responsible Research (AI CSRR), reagiert und einen Qualitätsstandard für unabhängige nachhaltige Ratings entwickelt, den CSRR-QS.[87] Eine externe Zertifizierungsstelle prüft derzeit, ob die Agenturen die strengen Qualitäts- und Transparenzkriterien einhalten und vergibt daraufhin ein Gütesiegel.

Informationsdienste forschen hauptsächlich in den seitens der Anbieter zur Verfügung gestellten Informationen und versuchen diese zu standardisieren, wobei sie nicht selten an unvollständigen oder nicht existenten Nachhaltigkeitsberichten der Unternehmen scheitern.[88] Um die Rechenschaftslegung und Transparenz zu verbessern, können auch hier Finanzdienstleister freiwillig Standards, wie die PRI[89] und die Eurosif SRI-Transparenzleitlinien für Publikumsfonds unterzeichnen, an die sie sich daraufhin halten müssen. Das Transparenzlogo für nachhaltige Publikumsfonds der Eurosif bietet Fondsmanagern die Gelegenheit, zu verdeutlichen, dass ihre SRI-Fonds transparent gemanagt werden und erfüllt das steigende Bedürfnis der Anleger nach mehr Informationen, in welche Wertpapiere ihre Gelder fließen. Darüber hinaus sorgt es in der steigenden Vielfalt von nachhaltigen Angeboten und Begriffsverwendungen für eine nachvollziehbare Abgrenzung der Anlagekriterien und klare Begriffsdefinitionen.[90]

[...]


[1] Die empirische Analyse konzentriert sich auf die quantitative Untersuchung von Marktzahlen, genauer auf den Vergleich der Entwicklung konventioneller Anlagen zu SRI. Anhand dieser Daten sollen Rückschlüsse auf intrinsisch motiviertes Investorenverhalten erfolgen. In der Empirie soll also nicht untersucht werden, ob SRI intrinsisch motiviert sind, dies wird argumentativ hergeleitet und anhand bestehender Literatur belegt. Eine Regressionsanalyse von der Popularität von SRI und generellen moralischen Vorstellungen auf Basis einer Investorenbefragung würde den Rahmen dieser Arbeit überschreiten und wird daher für die weitere Forschung empfohlen.

[2] Durch den Einbezug von Themenbereichen aus Wirtschaft, Verhaltensforschung und Ethik erfordert die Untersuchung eine gewisse Breite. Da der Fokus im laufenden Text auf der konkreten Forschungsfrage liegen soll, werden im teils ausführlichen Fußnotenapparat zusätzliche themenverwandte Informationen und Hinweise auf weiterführende Literatur gegeben.

[3] Vgl. Rheinberg (2002), S. 15.

[4] Vgl. Rheinberg (2004), S. 17.

[5] Vgl. Deci/Ryan (1985), S. 1.

[6] Vgl. Woodworth (1918), S. 70. „Activity running by its own drive“ vs. „driven by some extrinsic motive“ und Heckhausen (2008), S. 325, mit weiteren Nachweisen.

[7] Vgl. Deci (1976), S. 23f.

[8] Vgl. Frey (1997), S. 20f.

[9] Für Hintergründe zum Flow-Erlebnis, vgl. Csikszentmihalyi (1987), mit weiteren Nachweisen.

[10] Vgl. Frey (1997), S. 96f. Bergsteiger, Tänzer, Schachspieler, Künstler oder Ärzte erleben häufig die Erfahrung eines „flows“, vgl. Holtbrügge (2007), S. 12 bzw. 14.

[11] Vgl. Deci/Ryan (1985), S. 34.

[12] Vgl. Bem (1967), S. 197f. Frey (1997), S. 24f. spricht vom Verdrängungseffekt. Für eine zusammenfassende Diskussion zur Existenz des Korrumpierungseffektes, vgl. Heckhausen (2006), S. 337–339, mit weiteren Nachweisen.

[13] Auch Deci beweist in seinen Experimenten, dass eine Belohnung für die Durchführung interessanter Verhaltensweisen (spielen, zeichnen) eine Abschwächung der intrinsischen Interesse im Vergleich zur Kontrollgruppe zur Folge hat: „Money may work to `buy off` one`s intrinsic motivation for an activity“, vgl. Deci (1971), S. 114f. Reiss relativiert den Untergrabungseffekt auf Situationen, in denen das Eingangsinteresse sehr hoch gewesen ist, vgl. Reiss (2005), S. 11f.

[14] Vgl. Felderer/Homburg (2005), S. 25.

[15] Vgl. Franke/Hax (2004), S. 298–301.

[16] Synonym wird für das Verhalten des Homo oeconomicus wird auch die Rational Choice Theory (RCT) verwendet, vgl. Teigelack (2009), S. 72.

[17] Nach Kirchgässner (2008), S. 16 bzw. 45 und der häufig zitierten Standardformulierung von Becker (1976), S. 14.: „All human behavior can be viewed as involving participants who maximize their utility from a stable set of preferences and accumulate an optimal amount of information and other inputs in a variety of markets.“

[18] Vgl. Kirchgässner (2008), S. 14 bzw. 27.

[19] Vgl. Markowitz (1952), S. 77–91. Als Präferenzen werden dabei Risiko, Ertrag und Liquidität berücksichtigt, vgl. Perridon/Steiner (2007), S. 240f.

[20] Für weitere Informationen vgl. Sharpe (1964), S. 425–442.

[21] Für weitere Informationen vgl. Ross (1976), S. 341–360.

[22] Vgl. Klöhn (2006), S. 80–84. und Teigelack (2009), S. 76-69. Die ECMH besagt im Wesentlichen, dass Kapitalmärkte in dem Sinne effizient sind, dass alle Informationen bereits im Preis berücksichtigt sind und es somit niemandem möglich ist, dauerhaft überdurchschnittliche Erträge zu erzielen, vgl. Fama (1965), S. 34–105. Die Theorie steht häufig auch in Verbindung mit dem Konzept rationaler Erwartungen von Muth (1961), S. 316f.

[23] Vgl. Ferber (2004), S. 215.

[24] Vgl. Schäfer (2001a), S. 8. Die Anwendung dieser Modelle scheitert bei einfachen Wahlsituationen wie dem Allais-Paradoxon daran, dass sich das beobachtete Verhalten (Probanden entscheiden sich nicht für die Situation mit dem höchstem Erwartungswert unter Berücksichtigung des Risikos) nicht mit der Erwartungsnutzentheorie abbilden lässt, die Handlungen also im Sinne dieser Theorien als irrational eingestuft werden müssen. Weitere Informationen zu dem Paradoxon liefert Schroeder-Wildberg (1998), S. 15.

[25] Vgl. Klöhn (2006), S. 84f.

[26] Bspw. können Informationen unvollständig, kostenpflichtig, zeitverzögert, selektiert oder fehlerbehaftet sein, vgl. Perridon/Steiner (2007), S. 285f.

[27] Vgl. Kugler (2005), S. 129.

[28] Für weitere Informationen zu Heuristiken, vgl. Goldberg/von Nitzsch (2000), S. 49–52. Zu den weiteren wichtigen verhaltensorientierten Erklärungen Overconfidence und Prospect Theory, vgl. Murschall (2007), S. 84–90.

[29] Vgl. von Flotow (2009).

[30] In englischsprachiger Verwendung ergänzen die Begriffe social, ethical, responsible and sustainable Investments, nebst diversen Kombinationen das Gesamtbild, vgl. Eurosif (2008), S. 6.

[31] Vgl. Shapiro (1992), S. 8f.

[32] Die TBL wurde von Elkington (1994), S. 90–99 zunächst unter company, customer, environment, später dann als social, economic, environmental aufgefasst, vgl. Elkington (1999), S. 70–73. Heute existiert auch die Bezeichnung 3P-Investing, die unter den Aspekten Profit, People, Planet den gleichen Sachverhalt bei der Formulierung unternehmerischer Leitlinien definiert, vgl. Schäfer (2001a), S. 740.

[33] Risiko, Rendite und Liquidität, vgl. Kapitel 2.2.

[34] Vgl. Schumacher-Hummel (2005), S. 79.

[35] Vgl. Pinner (2003), S. 28 und Scholand (2004), S. 88f.

[36] Intergenerativ bezieht sich auf zukünftige Generationen, intragenerativ auf die Gerechtigkeit zwischen entwickelten Ländern und Entwicklungsländern, vgl. Scholand (2004), S. 37. Auch schon die Berücksichtigung einzelner Kriterien rechtfertigt nach allgemeiner Verwendung den Gebrauch der Bezeichnung SRI.

[37] Eurosif ist eine gemeinnützige europäische Mitgliedervereinigung, die die Planung, Durchführung und Entwicklung von nachhaltigen und verantwortungsvollen Investments fördert. Eurosif verkörpert über seine Mitglieder Anlagen im Wert von 600 Mrd. Euro. Weitere Informationen sind unter www.eurosif.org zu finden.

[38] Vgl. Eurosif (2008), S. 6. Eine ähnliche Definition trifft auch das US Social Investment Forum Ltd. (2001), S.4f. Der Einfachheit halber sind im Folgenden die Begriffe prinzipiengetreues, (sozial & ökologisch) verantwortliches, nachhaltiges und ethisches Investments unter dem Oberbegriff SRI zu subsumieren und werden synonym verwendet.

[39] Vgl. Die Bibel (2009), Exodus 22, 24 bzw. Levitikus 25, 36-37. Das Wucherzinsverbot wurde auf dem ökumenischen Konzil von Nicaea im Jahre 325 sogar bestätigt und mit mehr als 5% p.a. genau definiert, vgl. Schäfer (2001b), S. 163.

[40] Zur Einhaltung der Ackerbrache, vgl. Die Bibel (2009), Deuteronomium 15,1.

[41] Vgl. Röttger (2008).

[42] Vgl. Hofmann/Henning (2007), Sure 3, 130. Auf Basis des Korans hat sich bis heute ein ganzer Geschäftbereich des Islamic Banking entwickelt, in welchem unter den Augen eines Scharia Rates korankonforme Anlagepolitik betrieben wird, vgl. Hardie/Rabooy (1991), S. 52–54. Neben den Verboten der Zinsnahme, der Spekulation und des Glückspiels, sind im Islamic Banking vor allem Ausschlusskriterien z. B. Tabak, Alkohol oder Rüstungsindustrie für Investitionsentscheidungen grundlegend, vgl. Knappmann (2006), S. 1f.

[43] Vgl. Kinder/Domini A. L. (1997), S. 13 und Osthoff (2009), S. 10.

[44] Boykotts von Investments in die Rüstungsindustrie waren eine direkte Folge des Vietnamkrieges, vgl. Cory (2005), S. 143. Siehe dazu auch Miller (1991), S. 4. Zusätzlich hat das Apartheidregime in Südafrika das öffentliche Interesse an SRI erhöht, da zu Boykotts von Investments in dieses Regime aufgerufen wurde, vgl. Mächtel (1996), S. 64f.

[45] Vgl. Flotow/Häßler/Schmidt (2002), S. 73.

[46] Vgl. Social Investment Forum Ltd. (2003).

[47] Vgl. Vereinten Nationen (1997a), S. 1–359 und Vereinten Nationen (1997b), S. 1–4.

[48] Diese freiwilligen Leitlinien schreiben grundsätzlich den Einbezug von ESG-Kriterien in Investitionsentscheidungen vor, das Vorantreiben von Transparenz (inkl. Berichtwesen) und öffentlicher Akzeptanz sowie effektivitätssteigernde Zusammenarbeit, vgl. Vereinten Nationen (2006).

[49] Vgl. Schumacher-Hummel (2005), S. 81–84 mit Definitionen und Beispielen.

[50] Vgl. Ecoreporter.de (2002). Aus diesem Grund wird in den weiteren Ausführungen schwerpunktmäßig auf nachhaltige Investmentfonds eingegangen.

[51] Veranlagen Versicherungen ihr Kapital in Öko-Fonds handelt es sich um eine abgeleitete Form ökologisch ausgerichteter Kapitalanlagen durch institutionelle Investoren. Für aktuelle Entwicklungen nachhaltiger Versicherungen vgl. Horn (2009a), S. 58f. und Kahlenborn/Interwies/Kraemer (2000), S. 33–35.

[52] Für eine Definition von Sondervermögen vgl. § 2 Abs. 2 InvG.

[53] Vgl. Gerke (2002), S. 439.

[54] Vgl. Armbruster (2000), S. 49 und § 2 Abs. 3 InvG.

[55] Vgl. Gerke (2002), S. 209.

[56] Obwohl SRI-Fonds häufig auf eine bestimmte Thematik konkretisiert werden, sollen im Kontext dieser Arbeit unter diesem Oberbegriff alle thematischen Ausgestaltungen verantwortlicher Geldanlage (ethisch, sozial und ökologisch) zusammengefasst werden.

[57] Vgl. Mächtel (1996), S. 154f.

[58] Vgl. Matthäus-Maier/von Pischke (2007), S. 3–5 und Schwerdtfeger (2009), S. 164.

[59] Vgl. Franck/Ginzel/Lucas (1999), S. 12f.

[60] Vgl. Gerke (2002), S. 410. So investiert bspw. der GreenEffects Aktienfonds ausschließlich in Werte des Natur-Aktien-Index (NAI), vgl. SECURVITA GmbH (2009c).

[61] Vgl. Cowton (1991), S. 189f.

[62] Vgl. Kapitel 3.2.3.

[63] Neben Shareholder Advocacy je nach Schwerpunkt auch Engagement Overlay, Proxy Pressure oder Shareholder Activism genannt, vgl. Cowton (1991), S. 189f.

[64] Im einfachsten Fall äußert der Aktionär auf der Hauptversammlung seine Bedenken bezüglich der Geschäftspolitik oder übt öffentlich Kritik, vgl. Miller (1991), S. 34f. Je nach Machtposition/Anteilsstärke ist jedoch auch ein direktes Einwirken auf das Management, ein dauerhafter Meinungsaustausch mit diesem, Protest oder ein Vertrauensentzug denkbar, vgl. Schumacher-Hummel (2005), S. 95–97.

[65] Vgl. Social Investment Forum Ltd. (2003).

[66] Vgl. Flotow/Häßler/Schmidt (2002), S. 91. Im Extremfall kann es durch hohe Korruptionsraten oder Verletzung der Menschenrechte zum Ausschluss ganzer Staaten kommen.

[67] Vgl. Kapitel 3.4 und Pinner (2003), S. 153 bzw. 157.

[68] Vgl. auch Kapitel 3.2.3. Im Vergleich zu früheren Studien von Rosen u. a. (1991), S. 230 und Anand/Cowton (1993), S. 380f. werden folgende Bereiche weitaus weniger oder gar nicht mehr genannt: Starker politischer Einfluss oder finanzielle Macht, Auslandsinteressen, Werbung, Unternehmensgröße (Großkonzerne), Medienbranche. Eine Übersicht aller gängigen Ausschluss- und Positivkriterien ist in Anhang 1 zu finden.

[69] Vgl. Schoenheit/Hansen (2001), S. 5. Allgemeine Positivkriterien sind bspw. besondere Leistungen im Umweltschutz, Informationsoffenheit des Unternehmens, soziale Leistungen für Mitarbeiter, Einsatz für Verbraucherinteressen, der Einsatz für die Rechte von Minderheiten und Maßnahmen zur Frauenförderung. Für eine ausführliche Auflistung siehe Anhang 1.

[70] Vgl. Nagel (2008), S. 19.

[71] Vgl. Pinner (2003), S. 158f.

[72] Vgl. Riedel (2008), S. 49.

[73] Vgl. Social Investment Forum Ltd. (2006). In diese Kategorie fallen auch die in Kapitel 3.2.2 vorgestellten Mikrofinanzierungsfonds.

[74] Vgl. Bank Sarasin & Cie AG (2009b). „Seit Dezember 2007 werden nur Unternehmen berücksichtigt, die einen Beitrag zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise leisten. (…) Der Fonds investiert in die jeweiligen Branchenführer, welche das Konzept der nachhaltigen Entwicklung (Sustainable Development) als strategische Chance nutzen. Aus Nachhaltigkeitsperspektive kritische Branchen werden a priori ausgeschlossen.“

[75] Für den deutschen Markt von Bedeutung sind vor allem: DWS Investment GmbH, SEB AG, Pioneer Investments Kapitalanlegegesellschaft mbH, Bank Sarasin & Cie AG, die SAM Group sowie Ökoworld Lux S.A., vgl. ECOreporter.de AG (2009).

[76] Die wichtigsten Vertreter sind heute die GLS Gemeinschaftsbank eG, die Umweltbank, die Styler Bank, die Alternative Bank Schweiz sowie die Pax-Bank, vgl. Mächtel (1996), S. 79f. und Delbeck (2008), S. 59f.

[77] Beispiele sind Ökorenta AG und Versiko AG, öko-best-invest oder Greenfonds. Für eine Übersicht von Finanzdienstleistern im SRI-Bereich, vgl. ECOreporter.de AG (2009).

[78] Vgl. Hamm (2006), S. 5f.

[79] Für eine Auflistung von Ratingagenturen mit Beschreibung des Bewertungskonzepts vgl. Schäfer (2003), S. 60–112. Die für den deutschen Markt wichtigsten Ratingagenturen sind unter folgenden Internetadressen zu erreichen: www.siricompany.com, www.imug.de, www.oekom-research.de, www.eiris.org und www.iccr.org, vgl. Armbruster (2000), S. 101–114.

[80] Vgl. Schumacher-Hummel (2005), S. 103.

[81] Vgl. Schäfer (2003), S. 12.

[82] Vgl. auch Kapitel 3.2.3. Agenturen erschließen darüber hinaus über Kooperationen mit ausländischen Rating-Gesellschaften internationale Aktienmärkte; so arbeitet bspw. imug (Hannover) mit EIRIS (Experts In Responsible Investment Solutions, UK) zusammen.

[83] Vgl. Dillenburg/Greene/Erekson (2003), S.176.

[84] Vgl. Figge (2000), S. 80f.

[85] Investoren können bspw. Kernenergie bei gleichzeitiger Abneigung totalitärer Regime dulden oder Umweltaspekte gegenüber Kinderarbeit in den Hintergrund stellen.

[86] Eine Übersicht der Kriterien, die sich nach den Dimensionen Naturverträglichkeit, Sozialverträglichkeit und Kulturverträglichkeit richten, liefert Hoffmann/Balz (1997), S. 27–32.

[87] Vgl. AI CSRR (2008).

[88] Vgl. Riedel (2008), S. 50f.

[89] Vgl. Kapitel 3.2.1.

[90] Vgl. Eurosif (2004), 1f. und Bergius (2008), S. 27.

Details

Seiten
137
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783836637176
Dateigröße
946 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v227283
Institution / Hochschule
Universität Bayreuth – Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Betriebswirtschaftslehre
Note
1,7
Schlagworte
socially responsible investment nachhaltige investments intrinsische motivation anlegerpräferenzen triple bottom line

Autor

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Titel: Eine empirische Analyse intrinsisch motivierter Anlegerpräferenzen am Beispiel von Socially Responsible Investments (SRI)