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Das Handy als audiovisuelles Medium der Zukunft

Masterarbeit 2006 117 Seiten

Medien / Kommunikation - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kurzbeschreibung

Abstract

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Vorwort

Problemdefinition

Lösungsmethoden

1. Forschungsstand und Einführung in das Thema

2. Eingrenzung des Themas

3. Theoretischer Teil
3.1. Übertragungswege
3.1.1. UMTS / Telefonnetz
3.1.2. Antennenfunk
3.1.2.1.
3.1.2.2. DVB-H
3.1.2.3. Ansätze zur Konfliktlösung
3.1.2.3.1. Koexistenz von DVB-H und
3.1.2.3.2. Bündelung von DVB-H und DMB in
3.2. Voraussetzungen
3.2.1. Anforderungen an das Endgerät
3.2.1.1. Hardware
3.2.1.2. Software
3.2.2. Anforderungen an das Material
3.2.2.1. Format / Komprimierung
3.2.2.2. Das Bild
3.2.2.3. Umwandlung
3.2.2.3.1. on the fly
3.2.2.3.2. Nachbearbeitung
3.3. Recht
3.3.1. Urheber und Senderecht
3.4. Geschäftsmodelle
3.4.1. Marktteilnehmer
3.4.1.1. Content-Producer
3.4.1.2. Verwertungsgesellschaften
3.4.1.3. Sender
3.4.1.4. Endgerätehersteller
3.4.1.5. Telefonnetzbetreiber
3.4.1.6. Zuschauer / Kunde / Verbraucher
3.4.2. Marktanalyse
3.4.2.1. Absatzmarkt
3.4.2.2. Werbemarkt
3.4.3. Refinanzierungsmodelle
3.4.3.1. Der Drang zu Kooperationen
3.4.3.2. Erlösmodelle
3.4.4. Geschäftsmodelle
3.4.4.1. Sendergeführtes Marktmodell
3.4.4.2. Mobilfunkbetreibergeführtes Marktmodell (terr)
3.4.4.3. Mobilfunkbetreibergeführtes Marktmodell (UMTS)
3.4.4.4. Marktmodell eines unabhängigen Service-Providers
3.4.4.5. Fazit zu Kapitel 3.4.4
3.5. Inhalte
3.5.1. Erfolgsfaktoren
3.5.2. Vorhandene Inhalte Nutzen
3.5.3. neue Formate – Chancen für Produzenten
3.5.4. Programmkategorien
3.5.4.1. Nachrichten / Information
3.5.4.1.1. Überregional
3.5.4.1.2. Regional
3.5.4.2. Sport
3.5.4.3. Musikprogramme
3.5.4.4. Quizsendungen
3.5.4.5. Serien / Mobisodes
3.5.4.6. Erotik
3.5.4.7. Spielfilme
3.5.4.8. Wetten / Glücksspiele
3.5.4.9. Teleshopping
3.5.4.10. Interaktive Spiele
3.5.4.11. Eventfernsehen

4. Praktischer Teil
4.1. Das Experiment
4.1.1. Hypothese
4.1.2. Umsetzung
4.1.3. Versuchspersonen
4.1.4. Versuchsmaterialien
4.1.5. Versuchsergebnis
4.1.6. Auswertung des Ergebnisses
4.1.6.1. Verifizierung der Hypothese
4.1.6.2. Sehwinkel bei ‚intuitiver’ Haltung
4.1.6.3. Mindestschrifthöhe

5. Ergebnis der Masterthese

6. Diskussion

7. Resumee

Literaturverzeichnis

Expertenverzeichnis

Anhang

A) Ergänzende Abbildungen

B) Ergänzende Tabellen

Kurzbeschreibung

Diese Masterthese erläutert das Thema Mobile-TV, auch Handy-TV genannt und die Schwierigkeiten bei der Einführung dieser neuen Technik. Darüber hinaus werden in einigen Punkten neue Denkanstöße gegeben und Hypothesen aufgestellt. In einem Experiment wird eine aufgestellte Hypothese geprüft, so dass sich für diese Arbeit ein Mix aus beschreibend, Hypothesen suchend und auch Hypothesen prüfend ergibt.

Die Arbeit erläutert zunächst die Übertragungstechniken und geht anschließend auf formale Anforderungen an Inhalte und Geräte ein, worauf eine rechtliche Ausführung zur Einordnung von Handy-TV folgt. Daran anschließend werden verschiedene Geschäftsmodelle von Mobile-TV vorgestellt und bewertet, um sich dann mit der Frage nach dem Inhalt von Mobile-TV zu befassen. Als Abschluss der These steht die Entwicklung eines Formatbeispiels für die Nutzung von Mobile-TV.

Ziel ist es, dem Leser dieses Thema inklusive der bestehenden Fragen und Schwierigkeiten nahe zu bringen, und zu zeigen, dass dieser neue Vertriebsweg Möglichkeiten für neuartige, interaktive Inhalte mit sich bringt und dass sich hier auch für Produzenten ein neuer Geschäftsbereich auftut.

Abstract

This master thesis elucidates the topic of mobile-tv, also known as handy-tv and the difficulties concerning its rollout. Furthermore a few thought-provoking impulses are given and hypotheses are made. In an experiment one hypothesis will be proved, so that this Master-Thesis is a mixture of describing, hypotheses developing and hypotheses proving work.

First the thesis illustrates the transfer mode systems and the formal demands on the material and the receiving units, followed by the discussion of different business cases. Then the possible Content of Mobile-TV is shown and evaluated. Finally there is a format being developed as an example for the use with mobile-tv.

The ambition of this work is to give the reader a taste and a feeling of mobile-tv including its questions and to show that this new channel of distribution opens up new, interactive possibilities also for the producers.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Handy-TV Standards

Abbildung 2: Unterschied UTMS, DVB-H / DMB

Abbildung 3: Nutzungssituation Mobil-TV

Abbildung 4: Business-Web des Mobile-TV – Sicht: Mobilfunknetzbetreiber

Abbildung 5: Systematik der Erlösformen

Abbildung 6: Sendergeführtes Marktmodell

Abbildung 7: Mobilfunkbetreibergeführtes Marktmodell (terr)

Abbildung 8: Mobilfunkbetreibergeführtes Marktmodell (UMTS)

Abbildung 9: Marktmodell eines unabhängigen Service-Providers

Abbildung 10: Bevorzugte Genres für Mobile-TV in Finnland, Schweden und UK

Abbildung 11: Gewünschte Formate in Deutschland auf Basis des BMCO-Pilotversuchs

Abbildung 12: Nutzungsdauer der Medien pro Tag 2005

Abbildung 13: Umsatzanteile von Mobile Entertainment Angeboten in Deutschland 2004

Abbildung 14: Teilnehmerentwicklung in Mobilfunknetzen

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Bandbreitenübersicht der verschiedenen Techniken

Tabelle 2: Gerätebesitz Jugendlicher 2004/2005

Tabelle 3: Wichtigkeit verschiedener Handyfunktionen bei Jugendlichen

Tabelle 4: Ausstattung des eigenen Handys von Jugendlichen 2005

Tabelle 5: Mobile Informationsbeschaffung per Handy, Organizer oder Laptop

Tabelle 6: Versuchsauswertung Displayabstände

Tabelle 7: Programme für Mobile-TV nach Geschlecht und Alter

Tabelle 8: Nutzungshäufigkeit von Mobile-TV nach Geschlecht und Alter

Tabelle 9: Eignung einzelner Programmkategorien für Mobile-TV

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Vorwort

„In Deutschland gibt es eine Kultur des Fußball-Fernsehens. Mit Kumpels in der Kneipe, der Fernseher hängt in der Ecke. Oder auf einem öffentlichen Platz, das Spiel wird auf einer Großleinwand gezeigt. Oder beim Grillen im Garten, meterlange Kabel sorgen für besten Empfang. Fußballschauen ist immer eine Form der Gemeinschaft: zusammen mit anderen das Spiel genießen (oder sich ärgern), dazu eine Bratwurst und ein Bier.

Fernsehen auf dem Handy ist das Gegenteil davon, ganz allein sitzt man vor dem Mobiltelefon. Dafür hat es einen anderen Vorteil: Immer und überall ist Fußballschauen möglich. Im Zug, im Schwimmbad, beim Picknick. Was für eine Erleichterung wäre das für den geplagten Familienvater gerade zur Zeit der Fußball-Dauerberieselung während der Weltmeisterschaft. Die Kinder toben im Wasser, die Frau sonnt sich auf der Wiese, und auf dem Handy läuft dennoch ein Spiel.“[1]

So oder ähnlich könnte eine zukünftige Anwendung des derzeit heiß diskutierten und getesteten Handy-TV aussehen. Natürlich gibt es weitaus mehr Anwendungsmöglichkeiten, als eine Fußballübertragung, doch dieses Zitat macht die Vision sehr anschaulich, die hinter dem Gedanken der mobilen Fernsehübertragung steckt: Jederzeit und an jedem Ort das ansehen zu können, was man gerade möchte. Sei es Fußball, Nachrichten, Wetterbericht, Serien oder etwas anderes.

Bis zu einer vollständigen Umsetzung dieser Vision ist es jedoch noch ein langer Weg, der mit verschiedenen Hürden, wie der Übertragungstechnik und der Wahl der Inhalte versehen ist.

Derzeit gibt es bereits verschiedene Pilotversuche, die sowohl die Technik, als auch das Konsumentenverhalten auf den Prüfstand stellen.

Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die Problematik des Handy-TV-Marktes zu geben, Geschäftsmodelle darzustellen und Inhalte aufzuzeigen, damit Produzenten diesen entstehenden Markt als neue Möglichkeit wahrnehmen und Konzepte für diesen Markt entwickeln.

Um dies möglichst plastisch darzustellen wird zunächst auf die Technik eingegangen und die verschiedenen Übertragungsmöglichkeiten, sowie die Anforderungen an die Geräte erläutert. Im Anschluss daran befasst sich die Arbeit mit der rechtlichen Seite von Mobile-TV, sowie mit potentiellen Geschäftsmodellen und Inhalten.

Weiteres Ziel ist die Suche nach Hypothesen zur Orientierung in dem komplexen Bereich von Mobile-TV. Diese Hypothesen werden im Rahmen dieser Arbeit hergeleitet, es wird jedoch nur einer Hypothese verifiziert, da die Verifizierung weiterer Hypothesen nicht einerseits nicht Gegenstand dieser Arbeit ist und andererseits in den meisten Fällen aufgrund fehlender Daten und Erfahrungswerte noch nicht möglich ist.

Problemdefinition

Derzeit ist das im Vorwort beschriebene Szenario noch eine Zukunftsvision, die jedoch bald Realität werden könnte.

Jedem wird es möglich sein, überall fern zu sehen. Aber noch ist es nicht soweit. Es sind noch einige Hindernisse zu bewältigen. So ist z.B. noch nicht entschieden, welche der zur Auswahl stehenden Übertragungsstandards genutzt werden.

Ebenso wenig ist man sich über die Inhalte im Klaren, welche die Konsumenten annehmen werden. Hierzu gibt es bereits Studien und Umfragen in verschiedenen Personenkreisen.

Es gibt also drei wesentliche Fragestellungen:

- Wie werden die Bilder übertragen (Technik)
- Welche Inhalte werden übertragen (Wirtschaft)
- Welche Auswirkungen hat das neue Medium auf die Nutzer / die Gesellschaft (Kommunikationswissenschaft).

Der Fokus dieser Arbeit liegt auf der zweiten Frage und wird sich intensiver mit Geschäftsmodellen und Inhalten beschäftigen. Die Frage nach der Übertragungsart wird innerhalb einer solchen Arbeit nicht geklärt werden können, da der Markt diese Entscheidung selbst treffen wird und muss.

Fragen bzgl. der kommunikationswissenschaftlichen Folgen werden im Verlauf der Arbeit innerhalb der jeweiligen Kapitel themenbezogen auftreten und erläutert.

Lösungsmethoden

Da es sich bei Mobile-TV um ein recht junges Thema handelt, wird diese Arbeit stark von eigenen Überlegungen, beruhend auf dem aktuellen Marktgeschehen und Feldversuchen getragen sein.

Der aktuelle Markt wird anhand von Recherchen untersucht und wiedergegeben, ergänzt von eigenen Gedanken.

So sollen die vorhandenen Überlegungen und Aktivitäten dargestellt und weitere Möglichkeiten aufgedeckt werden.

Zur Erreichung dieses Ziels dienen Buch- und Internetrecherchen, sowie Gespräche mit Experten.

Im zweiten Teil der Arbeit wird ein Experiment durchgeführt bei dem die wahrgenommenen Bildgrößen von stationärem TV und Handy-TV verglichen werden. Dies dient der Feststellung wie das neue Medium in der Praxis wahrgenommen wird.

Es ergibt sich für diese Arbeit daraus ein Mix aus beschreibender, Hypothesen suchender und Hypothesen prüfender Arbeit.

1. Forschungsstand und Einführung in das Thema

Als die Mobiltelefone vor einigen Jahren den Markt eroberten, waren dies Geräte, die ihren Besitzer in die Lage versetzten, nahezu überall erreicht werden zu können und von überall zu telefonieren. Mit einem zumeist zweifarbigen Display war es möglich, kurze Nachrichten einzugeben und zu versenden, einige Einstellungen des Telefons vorzunehmen, und ein kleines Telefonbuch zu verwalten.

Heute ist das anders. Die mobilen Begleiter haben sich recht bald zu multimedialen Allround-Talenten entwickelt. Auch von kleinen Telefonbüchern kann nicht mehr die Rede sein. Inzwischen können Mobiltelefone mehr Daten zu einer Person gespeichert, als auf einer Visitenkarte zu finden sind. Durch die stetig wachsende Speicherkapazität ist man in der Lage, umfassende digitale Visitenkarten zu mehreren hundert Personen, teilweise mit zugeordnetem Foto, in ein Mobiltelefon zu speichern. Zusätzlich liefern die hoch auflösenden Displays eine Farbvielfalt, die den Vergleich mit einem größeren Flachbildschirm nicht zu scheuen braucht. Mit solchen Displays und eingebauten Kameras sind die Besitzer dieser Geräte in der Lage, auch Fotos und Videos aufzunehmen. Durch kleine eingebaute Leuchten und Blitze werden auch Aufnahmen bei eingeschränkten Sichtverhältnissen relativ gut. Bluetooth ermöglicht es, Daten wie Videos und Bilder beispielsweise an Computer oder Telefone zu versenden. Für die Übertragung wird nicht einmal mehr Sichtkontakt zwischen den entsprechenden Geräten benötigt, wie noch bei der älteren Infrarottechnik. Natürlich lassen sich diese Daten auch mit Multimedia-Nachrichten über das Telefonnetz an weit entfernte Geräte senden.

Parallel zu dieser Entwicklung entstanden so genannte Pocket-PCs (z.B. PALMs), die jedoch etwas größer als Mobiltelefone sind. Diese Geräte reduzieren die Funktionen eines Computers auf Tabellenkalkulation, Textverarbeitung, Adress- und Terminverwaltung und einiges mehr. Da ein Pocket-PC aufgrund seiner relativ geringen Größe in nahezu jede Tasche passt, versetzen sie ihren Besitzer in die Lage jederzeit kleinere Aufgaben zu erledigen. In diesem kann der Benutzer Notizen anfertigen und Termine und Adressen besser verwalten, als es mit Mobiltelefonen der Fall ist. Durch den Touchscreen sind diese Geräte zudem um ein vielfaches besser zu bedienen. Pocket-PCs verfügen ebenfalls über Datenübertragungstechnologien wie Bluetooth und teilweise sogar Wireless LAN. Es ist jedoch nicht möglich, mit diesen Geräten zu telefonieren. Hierzu wird immer noch ein zusätzliches Mobiltelefon benötigt.

Derzeit gibt es moderne Mobiltelefone, mit denen Adressdaten, Aufgaben und Termine verwaltet und mit dem Computer synchronisiert werden können. Des Weiteren können mit diesen Geräten sowohl Fotos und Videos, als auch Textdokumente, Tabellenkalkulationen und vieles andere mehr erstellt und versendet werden. Solche Geräte lassen es zu, dass individuelle Software installiert werden kann und das Mobiltelefon sogar gleichzeitig als Navigationssystem genutzt wird. Die Empfangsantenne kann dabei über eine Bluetooth-Verbindung per Funk angeschlossen werden. Teilweise verfügen auch diese Geräte über Wireless LAN, so dass vielerorts sogar E-Mails mit dem ‚Telefon’ abgerufen werden können. Diese hier erwähnten Funktionen sind nur als Beispiele zu betrachten, denn heutige Telefone haben noch weitere Funktionen. (Selbst ganz normales Telefonieren ist damit möglich.)

Mobiltelefone können bereits Fotos und Videos erstellen. Parallel dazu gibt es inzwischen schon relativ kleine tragbare Fernsehgeräte, die terrestrische Fernsehsignale empfangen können. Da ist es natürlich nahe liegend ein entsprechendes Empfangsgerät auch in Mobiltelefon einzubauen.

Das Ergebnis ist wieder eine neue Stufe der Handyevolution. So wird das mobile Telefon mehr und mehr zum Alleskönner für die Hosentasche. Die aktuelle Entwicklung verzögert sich jedoch ein wenig, da noch nicht klar ist, mit welcher Technik die Fernsehsignale auf die Telefone übertragen werden sollen. Darüber hinaus fusionieren hier nicht nur zwei Gerätearten, sondern mit ihnen gleich zwei ganze Branchen. Dementsprechend müssen tragfähige Geschäftsmodelle entwickelt werden. Für das Erreichen der nächsten Evolutionsstufe sind allerdings noch einige Schwierigkeiten zu bewältigen.

Da die Kombination von Fernsehgeräten und Mobiltelefonen noch sehr neu und hochaktuell ist, befindet sich der gesamte Forschungsstand in diesem Bereich noch auf relativ niedrigem Niveau. Dies gilt besonders für Geschäfts- und Refinanzierungsmodelle. Der Grund für diese Situation liegt unter anderem darin, dass derzeit kaum jemand eine Prognose darüber wagt, welche Übertragungstechnik sich durchsetzen wird.

2. Eingrenzung des Themas

Da es sich bei dem Thema Handy-TV um ein sehr weites Feld mit vielen Anknüpfungspunkten handelt, wird es innerhalb einer einzelnen Arbeit nicht möglich sein, alle Aspekte und Einflüsse darzustellen und zu berücksichtigen. Diese Arbeit wird sich daher überwiegend mit den zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellen Themen bezogen auf die Technik, den Markt und die Übertragungsinhalte auseinandersetzen. Die rechtliche Situation wird kurz dargestellt, jedoch nicht sehr ausführlich behandelt und ist nicht Gegenstand dieser Arbeit.

3. Theoretischer Teil

3.1. Übertragungswege

Die erste Frage bei der Übertragung von Inhalten auf Endgeräte jeglicher Art lautet immer: Wie transportiert man die Inhalte zum Gerät. Im Falle von Handy-TV liegt die Schwierigkeit zunächst darin, dass die Geräte mobil sind und sich der Ort des Empfangs ständig ändert.

Daraus folgt, dass nur eine Funktechnologie und keine Kabelverbindung genutzt werden kann.

Die zweite Frage beinhaltet die Art der Bereitstellung der Inhalte. Hier gibt es derzeit zwei mögliche Varianten. Zum einen ist die Datenübertragung via Internet, zum anderen über digitalen Antennenfunk möglich. Beide Varianten beinhalten verschiedene Vorteile aber auch Nachteile, die im Folgenden herausgearbeitet werden (vgl. Abbildung 1 und Abbildung 2).

Derzeit sind sich die Fachpersonen noch nicht einig, welche der beiden Techniken für die Zukunft das bessere Modell bereitstellt. Im Internet ist teilweise sogar die Rede von einem Chaos bei der Einführung von Handy-TV über Antennenfunk, da Süddeutschland derzeit DMB bevorzugt, während Norddeutschland DVB-H fokussiert. Bei einer solchen ‚Spaltung’ könnte es dazu kommen, dass man in Norddeutschland andere Endgeräte benötigt, als in Süddeutschland. Der Grundstein für diese Situation wurde bereits gelegt, als die Endscheidung zur Digitalisierung des Radios getroffen wurde.[2] Offenbar hat man dies erkannt, und DVB-T auch in den bayerischen Ballungsgebieten ausgebaut.

In diesem Jahr werden zahlreiche Tests der verschiedenen Standards durchgeführt. Laut der VDE wird 2007 der Regelbetrieb für das Handy-TV aufgenommen werden[3], wobei DVB-H derzeit die favorisierte Lösung zu sein scheint.

3.1.1. UMTS / Telefonnetz

Das Internet ist ein Netzwerk, in dem über so genannte Ports Dienste verschiedener Art genutzt werden können. So werden unter anderem über festgelegte Ports Filme an mobile Endgeräte gesendet. Die Geräte empfangen die Filme und spielen diese auf dem Display ab. Während der gesamten Abspielzeit ist das mobile Endgerät mit dem Internet verbunden. Dies geschieht bei den derzeitigen Angeboten verschiedener Mobilfunkanbieter mittels der Übertragungstechnologie UMTS. Da es sich bei der Mehrzahl der Angebote um VoD-Dienste handelt, wird hier für jedes Endgerät, welches Inhalte abruft, eine Verbindung hergestellt und die Daten übertragen. Diese Vorgehensweise führt dazu, dass jedes Endgerät eine Belastung des Netzwerkes darstellt, da die zur Verfügung stehende Bandbreite von allen Geräten geteilt wird. Sobald zu viele Endgeräte diesen Dienst nutzen, wird die Bandbreite zu gering und eine einwandfreie Übertragung der bewegten Bilder zur den Endgeräte kann nicht mehr gewährleistet werden. Von diesem ‚Zusammenbruch’ der Verbindung sind dann auch andere Internet-Anwendungen in dem entsprechenden Übertragungsbereich betroffen.

Abhilfe könnte eine Technologie schaffen, die derzeit in der Endwicklungsphase ist. Diese als 3G-Lite oder Super 3G bezeichnete Technik soll es ermöglichen, Übertragungsraten von 100Mbit/s über Funk zu übertragen.[4] Diese Geschwindigkeiten ist man derzeit nur von gängigen Kabelnetzwerken gewohnt. T-Mobile hat sein UMTS-Netzwerk im Juli 2005 mit der Technologie HSDPA ausgebaut und damit eine Übertragungsrate von 7,2Mbit/s erzielen können.[5]

Sollte die 3G-Lite oder Super 3G-Technologie ihre Versprechen halten, so wäre dies auch für andere mobile Internet-Anwendungen ein großer Schritt nach vorne.

Eindeutiger Vorteil der Übertragung per UMTS ist der so genannte Rückkanal, der es ermöglicht, nicht nur Daten vom Ort der Ausstrahlung zu versenden, sondern auch von den Endgeräten zurück zur ausstrahlenden Station.

3.1.2. Antennenfunk

Im Gegensatz zur internetbasierenden Übertragung mittels UMTS wird die Übermittlung durch Antennenfunk vom Broadcasting-Gedanken getragen.

Hier wird ein Signal über einem Gebiet ausgestrahlt. Dieses Signal überträgt einen Film und kann von beliebig vielen Endgeräten empfangen werden. Hohe Übertragungsraten sind hier nicht notwendig, da die Endgeräte nicht direkt angesprochen werden, sondern das Signal praktisch nur ‚abfangen’. Ein für mobile-TV optimiertes Fernsehsignal benötigt eine Bandbreite von ca. 300 kBit/s. Dadurch liegt bei diesem Verfahren jedoch eine Beschränkung hinsichtlich der nutzbaren Kanäle, also Sender, vor. Für die Signalübertragung mittels Antennenfunk wurden zwei Technologien entwickelt.

3.1.2.1. DMB

DMB ist die Erweiterung der digitalen Radioübertragung (DAB). Mit einer Nettoübertragungsrate von 1,5 Mbit/s auch für den Empfang bei hoher Geschwindigkeit ausreichend gerüstet. Ziel bei der Entwicklung war es unter anderem das auch Kinder und Beifahrer im Auto Fernsehen können.[6] Durch die Übertragungsrate ist ein durchgehender Datenfluss und somit ein ruckelfreies Bild weitgehend gewährleistet. Der Start dieser Technologie konnte Anfang diesen Jahres durchgeführt werden, da die Infrastruktur von DAB genutzt werden kann. Derzeit sieht es jedoch so aus, als ob der konkurrierende Standart DVB-H den Unternehmen eher zusagt, denn mittels DMB können nur 3-6 Kanäle übertragen werden. Dazu sind interaktive Dienste nur eingeschränkt und mittels zusätzlicher Verbindungstechniken möglich, da DMB über keinen Rückkanal verfügt und somit keine Daten zurück zur ausstrahlenden Station gesendet werden können. Auch der Empfang innerhalb von Häusern ist aufgrund der geringen Signalstärke problematisch.[7] Das Hauptargument für DMB sind also geringe Investitionen beim Aufbau des Netzes und die gute Eignung für den ländlichen Bereich.

Die DMB-Lizenzen in Deutschland sind weitgehend an die MFD vergeben. Diese plant bis Ende des Jahres 2006 rund 70-80 Städte[8] und Ballungsgebiete in Deutschland mit DMB-Services abzudecken und hat den regulären Sendebetrieb in einigen Städten mit wenigen Kanälen bereits aufgenommen.

3.1.2.2. DVB-H

DVB-H ist eine Weiterentwicklung von DVB-T und ist gegenüber seinem Vorgänger für den Empfang auf mobilen Endgeräten optimiert. DVB-H scheint in Norddeutschland laut den Aussagen verschiedener Sender der bevorzugte Standard zu sein, da hier aufgrund der Nettoübertragungsrate von 11 Mbit/s 30-50 Kanäle übertragen werden können und auch ein Rückkanal für interaktive Anwendungen zur Verfügung steht.

Aber auch dieses System hat Nachteile. So ist derzeit kaum eine Infrastruktur vorhanden und es gibt relativ wenige Frequenzen, die zur Nutzung mit DVB-H verfügbar sind.[9] Die fehlende Infrastruktur bedeutet für die Unternehmen hohe Investitionen, so dass zunächst ausführliche Pilotprojekte durchgeführt werden, bevor man sich für einen Ausbau entscheiden möchte.

Es sei hier noch einmal an die teuren UMTS-Lizenzen erinnert, für die die Telefonnetzbetreiber mit dem Handy-TV eine gute Nutzung gefunden haben. Doch durch diesen Dienst sind, wie oben beschrieben, diese Netze auch schnell wieder überlastet.

Durch die wenigen verfügbaren Frequenzen ergibt sich auch hier eine Einschränkung in der Anzahl der auszustrahlenden Sender.

Laut der Pressekonferenz der Mobilfunkbetreiber am 29.05.2006 soll der kommerzielle Betrieb von DVB-H 2007 beginnen. Da DVB-H gegenüber DMB weniger Probleme bei Indoor-Anwendungen zeigt, eignet es sich etwas besser für den Einsatz in Ballungszentren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Bandbreitenübersicht der verschiedenen Techniken

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Handy-TV Standards[10]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Unterschied UTMS, DVB-H / DMB[11]

3.1.2.3. Ansätze zur Konfliktlösung

Zur Lösung des Konfliktes um den zu verwendenden Standard gibt es derzeit zwei Möglichkeiten, die jedoch aufgrund der scheinbar unvereinbaren politischen und wirtschaftlichen Interessen bisher kaum aktiv angegangen wurden.

Es könnten z.B. Endgeräte gebaut werden, die beide Techniken nutzen können. Hierzu ein kleiner Exkurs in die Vergangenheit, denn Formatkonflikte sind kein neues Thema:

Der erste bekannte Formatkrieg fand mit der Durchsetzung der Schallplatte als Massenmedium statt. Columbia Records stellte 1948 die Langspielplatte mit einem Durchmesser von 30 Zentimetern vor. Ein Jahr bevor RCA Victor mit einer 18-Zentimeter-Platte konterte. Erst Jahre später einigte man sich darauf, den Konflikt beizulegen und Geräte zu produzieren, die beide Schallplatten abspielen konnten.

Heutzutage werden solche Konflikte in der Regel nicht durch eine Einigung beigelegt, sondern dadurch, dass einer der Kriegsparteien „in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.“[12] Einen solchen Schlagabtausch kann man derzeit beim Kampf um die DVD-Nachfolge beobachten. Statt Synergien zu suchen und zu nutzen, entfacht ein Kampf um die Durchsetzung von Blue-rayDisk oder HD-DVD.

3.1.2.3.1. Koexistenz von DVB-H und DMB

Beim Mobile-TV könnten sich die beiden Techniken DVB-H und DMB durchaus ergänzen:

Während DMB derzeit aufgrund der geringen Signalstärke in Ballungsräumen Probleme mit der Anwendung innerhalb geschlossener Räume hat und sich daher besser für die Anwendung im ländlichen Bereich eignet, ist es bei DVB-H genau umgekehrt. Für den Empfang in ländlichen Gebieten wären größere Investitionen nötig, da ein Sendenetz zunächst aufgebaut werden muss. Für Ballungsräume kann sich der Ausbau aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte durchaus lohnen.

Solche Synergien gilt es zu nutzen. Hier sind die Unternehmen gefragt, Ihren Fokus darauf zu legen miteinander etwas Gutes zu erreichen, anstatt gegeneinander zu kämpfen, um den Markt für sich allein zu gewinnen.

Benötigt werden für diese Lösung eingangs erwähnte Endgeräte, die beide Standards empfangen können.

3.1.2.3.2. Bündelung von DVB-H und DMB in DXB

Zurzeit befindet sich ein weiterer Standard in der Entwicklung, der von Seiten des Bundesforschungsministeriums gefördert wird. Dieser Standard namens DXB soll die Vorteile von DMB und DVB-H verbinden können. Beide Standards werden auf einer Plattform gebündelt und konvergieren technisch. Dieses System verspricht, interaktive, multimediale Anwendungen je nach Bedarf über DVB-H, DAB/DMB und/oder UMTS verbreiten zu können. Der Abschluss der Entwicklungsarbeit wird für 2007/2008 erwartet. Mit einer flächendeckenden Einführung von Mobile-TV rechnet man jedoch nicht vor 2009, da hierfür sukzessive Kapazitäten durch die Abschaltung analoger Fernsehfrequenzen geschaffen werden müssen. Der Standard wäre demnach rechtzeitig verfügbar.[13]

3.2. Voraussetzungen

Die möglichen Arten der Datenübertragung wurden in Kapitel 3 erläutert. Zusätzlich müssen sowohl das zu übertragende Material, als auch die Endgeräte einige Voraussetzungen erfüllen, um für den Empfang und die Wiedergabe von Handy-TV geeignet zu sein.

3.2.1. Anforderungen an das Endgerät

Für die mobilen Empfänger stellen Empfang und Wiedergabe von Handy-TV eine neue Aufgabe dar. Aus der Vergangenheit ist bekannt, dass zusätzliche Aufgaben in der Regel eine Erweiterung der Geräte zur Folge haben. Diese wirken sich im Fall von Mobile-TV nahezu ausschließlich auf die Hardware und nur sehr beschränkt auf die Software der Geräte aus.

3.2.1.1. Hardware

Derzeit sind noch nicht viele Handys erhältlich, mit denen Handy-TV empfangen werden kann. Viele am Markt erhältliche Geräte sind jedoch in der Lage UMTS-Signale zu empfangen.

Bezüglich DMB oder DVB-H gibt es nur wenige Geräte, die diese Signale empfangen können. Für Notebooks gibt es Einschubkarten und USB-Module. Für Handys sind derzeit keine Erweiterungen erhältlich. Seit kurzem sind jedoch erste Geräte im regulären Handel erhältlich, die Handy-TV über DMB empfangen können. Weitere Modelle, auch für DVB-T Empfang, sind angekündigt.

Für PDAs gibt es ein paar Einschubmodule auf der Basis von SD-Slots. Diese werden in den Slot gesteckt, in dem i.d.R. eine Speicherkarte zur Erweiterung des Gerätespeichers ihren Platz findet. Anschließend kann mit dem auf dem Gerät befindlichen Windows-Media-Player mobil ferngesehen werden.

Da ein PDA im Prinzip ein MDA (oder XDA, etc.) ohne die Telefonfunktion ist, müssten diese Module auch für MDAs genutzt werden können. In beiden Fällen ist die Voraussetzung ein freier SD-Slot. Für die weiterentwickelte und kleinere Version, den MiniSD-Slot, den einige neuere Geräte besitzen, gibt es aktuell keine Lösung am Markt.

Für das mobile Fernsehen auf dem Handy bleibt in den meisten Fällen also nur der Kauf eines eigens dafür ausgelegten Gerätes. Rein technisch ist die Aufrüstung vieler aktueller Mobiltelefone dennoch möglich.

Eine weitere Anforderung wird an das Display gestellt. Um in dem anzuschauenden Film auch Personen und Details erkennen zu können, sollte das Display mindestens 320x240 Pixel groß sein. Besser wäre eine Größe von 640x320 Pixeln. Dies widerstrebt aber dem Trend, Handys immer kleiner werden zu lassen, denn Displays kann man derzeit noch nicht knicken.

Zusätzlich müssen noch leistungsfähigere Akkus in entsprechender Größe entwickelt werden, da heute verwendete Modelle bereits nach 3 Stunden dem Fernsehgenuss ein Ende setzen würden.[14]

3.2.1.2. Software

Wie bereits erwähnt wird für den Fernsehempfang mittels DVB-H und DMB der Windows Media Player verwendet, welcher bei allen Geräten, die z.B. mit Windows Mobile betrieben werden, bei Auslieferung bereits installiert ist.

Bei der UMTS-Lösung wird über den ebenfalls bei Auslieferung installierten Mobile Explorer das anzusehende Video, bzw. der gewünschte Sender ausgewählt. Anschließend wird das Video oder der Sender mit dem Windows Media Player wiedergegeben.

3.2.2. Anforderungen an das Material

Auch das zu übertragende Material selbst sollte ein paar Kriterien erfüllen, um für den Empfang auf mobilen Endgeräten geeignet zu sein. Hier spielen die Auflösung, die Komprimierung und die Inhalte eine entscheidende Rolle. Um das Ausgangsmaterial für die Übertragung auf mobile Endgeräte zu optimieren sollte es in ein kleineres Format umgewandelt und falls notwendig komprimiert werden.

3.2.2.1. Format / Komprimierung

Würde man die Standart-Fernsehsignale direkt auf das Handy spielen, so erforderte die Übertragung derart hohe Bandbreiten, dass sich die Anzahl der möglichen Kanäle wieder stark reduzieren würde. Aus diesem Grund werden die Bewegtbilder verkleinert. Dazu wird die Auflösung verringert, denn auf den relativ kleinen Handy-Displays wird auch nur eine sehr viel geringere Auflösung benötigt, als auf einem Fernseher.

Bei der terrestrischen Ausstrahlung von TV-Programmen (über DVB-H oder DMB) ist dies derzeit die einzige Bearbeitung, die durchgeführt wird. Das reicht aus, um für den Empfang auf einem mobilen Endgerät eine stabile Übertragung zu gewährleisten.

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, die Signale zu komprimieren. Dies hat zur Folge, dass das Endgerät die Daten dekomprimieren muss, wodurch die benötigte Rechenleistung und auch der Stromverbrauch erhöht werden. Darüber hinaus verringert sich die Bildqualität durch eine Komprimierung.

Das Fraunhofer Institut ist stetig mit der Verbesserung der Verfahren beschäftigt. So ist es laut Harald Popp, dem Leiter der Abteilung „Multimedia Echtzeitsysteme“ gelungen durch Kombination der MPEG-4-Codecs HE-AAC (Ton) und AVC/H.264 (Bild) Videos so zu komprimieren, dass sie qualitativ hochwertig per UMTS auf Mobiltelefone übertragen werden und dort direkt Wiedergegeben werden können.[15] Welche Bandbreite einem Empfangsgerät hierzu mindestens zur Verfügung stehen muss lies sich jedoch nicht ermitteln. Sollte z.B. die benötigte Bandbreite so hoch sein, dass pro Sendequadrant nur ein Gerät die Möglichkeit zum ruckelfreien Empfang hat, so ist die Lösung wirtschaftlich nicht nutzbar. Können jedoch sehr viele Geräte pro Sendequadrant die Signale gleichzeitig und ruckelfrei empfangen, so ist diese Komprimierung für die Telekommunikationsanbieter sicher sehr interessant.

3.2.2.2. Das Bild

Auch das Bild selbst stellt einen kritischen Faktor dar.

Die Übertragungen über DVB-H und DMB sind erstaunlich scharf, da hier lediglich das Bild verkleinert, aber nicht komprimiert wird. Eine Komprimierung stellt immer einen kleinen Qualitätsverlust dar.

Trotz der guten Schärfe muss sich das Auge anstrengen, wenn man z.B. den Spielstand bei einer Fußballübertragung in der Ecke des Displays oder einen Newsticker z.B. bei N24 betrachten möchte. Dieser Umstand wirft wiederum soziale und medizinische Fragen auf. Werden Einzelpersonen sich noch stärker von ihrer Umgebung isolieren, indem sie inmitten einer Menschenmasse auf ihrem Mobiltelefon fernsehen? Genau dies wird dem Handy schon jetzt vorgeworfen. Sorgen größere und besser lesbare Einblendungen dafür, dass sich Zuschauer weniger auf das Fernsehen konzentrieren müssen und Ihre Umwelt somit etwas besser wahrnehmen können? Wirkt sich die lange Fixierung der Augen auf ein sehr nah betrachtetes Display negativ auf die Augen aus?

Langfristig sollte über die Notwendigkeit einer Aufbereitung der Sendungen diskutiert werden, um genau solche Elemente extra für die Übertragung auf das Handy größer zu gestalten.

Eine solche Aufbereitung findet derzeit nur bei Sendungen, Ausschnitten und Zusammenfassungen statt, die von den Sendern an die Telefonnetzbetreiber verkauft werden, um diese über das UMTS Netz auszustrahlen. Ein Beispiel hierfür ist die RTL-Nachrichtensendung ‚RTL aktuell’. Hier werden einige Einstellungen komplett neu gedreht und dadurch schon in der Produktion für die Mobile-TV-Version ‚RTL aktuell mobil’ optimiert.

Dabei achtet man unter anderem darauf, dass der Sprecher mehr Platz auf dem Display einnimmt und Einblendungen größer gestaltet werden.

Bei dem Thema der Bildelemente stellt sich auch die Frage nach der subjektiven Gesamtbildgröße. Wie weit muss ein TV-Handy vom Auge entfernt sein, um subjektiv, die gleiche Bildgröße wie ein größer Fernseher in einer bestimmten Entfernung zu erreichen?

Um hierfür einen Anhaltspunkt geben zu können wurde das in Kapitel 4 beschriebene Experiment mit 10 Personen durchgeführt. Jeder Person wurde ein kurzer Film auf einem Fernseher mit einer genutzten Bildfläche von 52,9x40,1 cm in einer Auflösung von 720x576 Pixel in 3 Metern Entfernung gezeigt. Gleichzeitig bekam sie diesen Film auf einem Mobiltelefon mit einem 5,8 x 4,4 cm großen Display und in einer Auflösung von 320x240 Pixel gezeigt. Die Personen sollten das Display so weit weg halten, dass sie den Eindruck bekommen, dass das Bild eine vergleichbare Größe mit dem großen Fernseher aufweist.

[...]


[1] Zitat: sueddeutsche.de (2006)

[2] Vgl. smsmich (2005)

[3] Vgl. inside-handy (2006)

[4] Vgl. Computerwelt (2006), S. 6

[5] Vgl. golem (2005)

[6] Vgl. sueddeutsche (2006)

[7] Vgl. Lippert (2006), S. 16

[8] Rummel (2006)

[9] Vgl. sueddeutsche (2006)

[10] Quelle: MindMatics AG

[11] Quelle: MindMatics AG

[12] Zitat: ftd (2006)

[13] Vgl. Media Perspektiven (2006), S. 7

[14] Vgl. Lippert (2006), S. 18

[15] Vgl. netzkritik (2006)

Details

Seiten
117
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783836624961
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v226483
Institution / Hochschule
Donau-Universität Krems - Universität für Weiterbildung – Österreichisches Studienzentrum für Film, TV- & Filmproduktion
Note
1,3
Schlagworte
handy mobile medium film

Autor

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Titel: Das Handy als audiovisuelles Medium der Zukunft