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IPTV und WebTV - Der neue Fernsehmarkt und seine Wettbewerber in Deutschland

Bachelorarbeit 2008 84 Seiten

Medien / Kommunikation - Medienökonomie, -management

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Einleitung

1.Digitales Fernsehen

2. Definition und Abgrenzung von IPTV und WebTV
2.1 IPTV
2.2 WebTV
2.3. Push & Pull Prinzip

3. Zusatznutzen von IPTV bzw. WebTV
3.1. Video-on-Demand
3.2. Interaktivität und Rückkanal
3.2.1 Personalisierbares Fernsehen / Werbung
3.2.2 Zukünftige Möglichkeiten von IPTV durch den Rückkanal
3.3. Festplattenrecorder und Timeshifting

4. Übertragungstechnologie
4.1 Übertragungstechnologie für IPTV
4.1.1. IP Settopbox als Empfänger von IPTV
4.1.2. Komprimierte Übertragung
4.1.3. DSL Technologien und Übertragungsraten
4.1.4. Andere Übertragungswege als DSL im Überblick
4.1.5. Standardisierung von IPTV Lösungen
4.1.5.1. DVB Project (Digital Video Broatcasting) 26
4.1.5.2 Open-IPTV-Forum 27
4.2 Übertragungstechnologie von WebTV
4.2.1 Streaming WebTV
4.2.2 Peer to Peer Web TV (P2P)

5. IPTV Angebote in Deutschland
5.1. Triple Play
5.2 Telekommunikationsunternehmen als neue Player auf dem Fernsehmarkt
5.2.1. Die deutsche Telekom AG - T-Home IPTV „Entertain“ IPTV
5.2.2 Alice „homeTV“

6. Konkurrenz auf dem Fernsehmarkt
6.1 DVB-T
6.2 Trippleplay-Angebote der Kabelnetzbetreiber
6.2.1 Kabel Deutschland (KD)
6.2.2 IP-Dienste in Zukunft über DSL oder Fernsehkabel?

7. WebTV Angebote
7.1. Peer to Peer TV - Die Verschmelzung von IPTV und WebTV
7.1.2 Zattoo
7.2 Videoportale der privaten Fersehsender im Internet
7.2.1 Maxdome: Kostenpflichtiges Videofilmarchiv von Pro7/ Sat1
7.3. IPTV oder WebTV - Wettbewerb oder Konvergenz?

8. Der deutsche IPTV Markt
8.1. Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Situation auf dem deutschen Fernsehmarkt
8.1.1 Verbreitung von IPTV
8.2 Nutzeranalyse
8.2.1. Internetnutzung
8.2.2. Fernsehnutzung
8.2.3. Bekanntheit und Akzeptanz von IPTV
8.2.3.1 Erwartungen der Nutzer 63
8.2.3.2 Wechselbereitschaft und Preisakzeptanz der Nutzer 64

9. Die Zukunft von IPTV
9.1 Prognosen
9.2 Marktbarrieren und Verbesserungsmöglichkeiten
9.3 Ein Ausblick in das Jahr 2012

10. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Aufbau einer IPTV-Lösung

Abb. 2: Home-PC Lösung

Abb. 3: IPTV-Datenraten und DSL-Technologie

Abb. 4: Grafische Darstellung eines Peer to Peer Netzwerkes

Abb. 5: Trippelplay und Quadruple Play

Abb. 6: Bedienungsoberfläche, VoD Dienst T-Home „Entertainment“

Abb. 7: T-Home Settop-Box X300T

Abb. 8: Alive „homeTV“ Bedieneroberfläche

Abb. 9: Verbreitung der Netze der drei Kabelanbieter in Deutschland

Abb. 10: Vergleich der Fernseh-Angebote von Kabel Deutschland und der Deutschen Telekom AG.

Abb. 11: Screenshot der Bedienoberfläche von Joost

Abb. 12: Screenshot der Communityfunktionen von Joost

Abb. 13: Screenshot der Programmübersicht von Zattoo

Abb. 14: Screenshot der maxdome.de Portalseite

Abb. 15: Tägliche Fernsehdauer

Abb. 16: Verteilung der Übertragungswege in Deutschland

Abb. 17: Anzahl der IPTV-Nutzer in Europa

Abb. 18: Thematische Nutzungsschwerpunkte im Internet

Abb. 19: Entwicklung der Breitbandanschlüsse bis zum Jahr 2015

Abb. 20: Bekanntheit von IPTV: Kennen Sie den Begriff IPTV

Abb. 21: Akzeptanz von IPTV: Wie gut gefällt ihnen ein solches IPTV-Angebot alles in allem?

Abb. 22: Antworten auf Fragen zur Nutzung neuer Dienste durch IPTV

Abb. 23: Nutzungsbarrieren beim Wechsel zu IPTV: Was könnte potentielle Kunden davon abhalten, das Angebot zu bestellen.

Abb. 24: Vergleich der Prognosen der IPTV Nutzer in Deutschland

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

maxdome. Alles zu meiner Zeit.“ [1] Dieser Slogan bringt die Zukunft des Fernsehens auf den Punkt. Mit der neuen Technologie des IPTV werden die Handlungsmöglichkeiten aller Akteure auf dem Fernsehmarkt revolutioniert. Das Fernsehverhalten verschiebt sich zunehmend vom passiven Zuschauer zum aktiven Anwender.

Die Idee des aktiven bzw. interaktiven Nutzers in Bezug auf das Medium Fernsehen ist keineswegs neu. Bereits in den 80iger Jahren wurde mittels des Bildschirmtextes (Btx) versucht, den Nutzer aktiv in das Programmgeschehen einzubinden. Doch die angestrebten Nutzerzahlen wurden nicht annähernd erreicht. [2] Im Laufe der Jahre gab es weitere Pilotprojekte, Ideen und Konzepte den Nutzer in das Programm zu integrieren. Doch bis heute konnte sich keine interaktive Technologie für das Fernsehen durchsetzen. Eine neue Technologie, die das jetzt erreichen könnte, ist das Internet Protocol Television, kurz IPTV.

Nicht zuletzt deshalb wird IPTV in Fachkreisen als eine neue Ära, gleichzustellen mit der Erfindung des Farbfernsehens, betitelt. Der erwartete Erfolg lässt in Deutschland jedoch bis jetzt auf sich warten. Bisher sind es lediglich 300 000 Haushalte, die diesen neuen Dienst nutzen. [3] Trotz dieser schleppenden Anlaufphase fallen die Prognosen keinesfalls negativ aus. Marktforscher stützen ihre Aussagen auf den Erfolg von IPTV im Ausland. Denn in Frankreich, Spanien und den Vereinigten Staaten gehört das interaktive Fernsehen bereits zum Alltag.

Erstmals treten durch den neuen Übertragungsweg über das Telefonkabel Telekommunikationsanbieter als Akteure au dem neuen Fernsehmarkt auf. Sie sind bis jetzt die ersten, die das IP-basierte Fernsehen in deutsche Haushalte übertragen.

Es kann davon ausgegangen werden, dass die Umrüstung der Fernsehkabelnetze hin zu bidirektionalen Verbindungswegen dazu führt, dass die Kabelnetzbetreiber künftig ebenfalls IPTV Dienste anbieten werden.

Bis jetzt hat die Aufrüstung der Verbindungswege erhebliche Kosten bei allen Beteiligten produziert. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob sich diese Investitionen gelohnt haben.

Ziel dieser Arbeit soll es sein, IPTV in Deutschland näher zu beleuchten. Dabei sollen folgende Fragen beantwortet werden: Was genau ist IPTV? Wie genau funktioniert diese neue Technik und wo liegen die Vor- und Nachteile? Welche Angebote gibt es bereits? Welche Akteure finden wir auf dem heutigen Markt? Wird sich IPTV in Deutschland als Massenmedium durchsetzen und welche Formen des Fernsehens stehen im unmittelbaren Konkurrenzkampf dazu?

1.Digitales Fernsehen

In diesem Kapitel soll eine Grundlage geschaffen werden, die im weiteren Verlauf der Arbeit zum Verständnis beiträgt.

Woher genau kommt der Begriff Digital?

Das Wort digital kommt aus dem Lateinischen und ist abgeleitet von digitus, was Finger bedeutet. In der Technik handelt es sich um die diskreten Ziffern, die keine zeitkontinuierlichen Veränderungen haben, wie analoge Werte. Zeitdiskret bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Digitalwert für eine bestimmbare Zeit einen festen Wert repräsentiert.“[4]

Als digital kann man alles bezeichnen was mit Hilfe von Ziffern zählbar und darstellbar ist, eine exakte und feste Größe besitzt. In der technischen Welt gibt es verschiedene digitale Systeme. Computer beispielsweise arbeiten mit dem binären System und stellen Reihenfolgen von Ziffern dar. Diese Ziffern bestehen aus Einsen und Nullen, oder auch On und Off Signalen. Die Ziffern beschreiben in ihrem Zusammenhang digitale Werte. Diese digitalen Werte treten im Vergleich zu analogen Werten in einer festen Schrittfolge auf. Analoge Werte können stufenlos dargestellt werden. Analog ist das Gegenteil von digital.[5]

Was versteht man unter dem Begriff „Digitales Fernsehen“?

Digitales Fernsehen beschreibt die Fernsehübertragungstechnik die mit digitalen Bild- und Tonsignalen arbeitet. Die digitale Übertragung soll zukünftig die analoge Übertragungstechnik ablösen. Ein erster Schritt der Digitalisierung ist mit dem Wechsel von der analogen Terrestrik zu dem digitalen DVB-T Signal im Jahre 2008 erfolgt.[6] Die Abschaltung des analogen Fernsehens ist zwischen 2012 und 2015 geplant.[7]

Beim digitalen Fernsehsignal, werden die Video und Audioinformationen in kleine Datenpakete verpackt. Zuvor werden sie komprimiert, um eine geringere Datenmenge zu erhalten und über mehr Übertragungsvolumen zu verfügen. Um die Datenmenge zu komprimieren, wird ein international gültiges Reduktionsverfahren genutzt, die MPEG2-Standard Norm.[8]

Diese Komprimierung ermöglicht beispielsweise eine Übertragung von bis zu neun Fernsehprogrammen über einen Satellitenkanal, während beim analogen Übertragungssignal jeder Sender eine Frequenz belegt. Sind alle Datenpakete über ihren digitalen Übertragungsweg verschickt, muss ein spezieller Decoder die empfangenen Signale dekodieren und auseinander rechnen, um sie entschlüsselt auszustrahlen. Dieser Decoder wird als Settop-Box bezeichnet.

Auch IPTV basiert auf der digitalen Übertragungstechnologie. Hier steht das Internet jedoch als Übertragungsweg und bietet somit bidirektionale Übertragungswege, die den Zuschauer durch ihren Rückkanal zum Nutzer oder mehr noch zum interaktiven Mitspieler machen.

2. Definition und Abgrenzung von IPTV und WebTV

Neue Verbreitungsformen eröffnen der Faszination des Fernsehens ungeahnte Perspektiven. Der aktuelle Trend heißt nicht erst seit der IFA (Internationalen Funkausstellung) 2007 Fernsehen über das Internetprotokoll (IP), beziehungsweise IPTV und WebTV.[9] Die beiden Begriffe werden im Sprachgebrauch häufig sinngleich verwendet. Tatsächlich handelt es sich um unterschiedliche Konzepte. Um diese Verwirrung zu vermeiden und eine einheitliche Abgrenzung zu finden, wird in den folgenden Kapiteln der Unterschied von IPTV zu Web TV klar definiert.

2.1 IPTV

IPTV ist die Abkürzung für „Internet Protocoll Television“, zu deutsch Internetprotokoll Fernsehen und meint die digitale, auf dem Internetprotokoll basierende Übertragung von audiovisuellen Inhalten auf das Fernsehgerät.[10]

Die Internationale Fernmeldeunion definiert IPTV sehr weit als „ Multimediadienste, wie Fernsehen, Video, Audio, Texte, Bilder und Daten, die über IP-basierende Netze übertragen werden und das benötigte Maß an Qualität (QoS/QoE), Sicherheit, Interaktivität und Zuverlässigkeit bereitstellen.“[11]

IPTV wird als zukünftiger vierter Übertragungsweg von Fernsehinhalten angesehen. Es reiht sich somit in die bisherigen Übertragungswege Kabel, Satellit und Terrestrik ein. Bis jetzt wird IPTV nur über DSL-Netze übertragen. Theoretisch ist die Übertragung aber an keine Infrastruktur gebunden, so das es ebenso möglich wäre die Daten über Fernsehkabelnetze, Satellit, Terrestrik oder Mobilfunk zu übertragen. Bisher fehlen diesen Übertragungswegen allerdings bestimmte Grundvoraussetzungen. Um der Bildauflösung des „herkömmlichen“ Fernsehens gerecht zu werden muss der Übertragungsweg über eine gewisse Übertragungsgeschwindigkeit verfügen und rückkanalfähig sein. DerVorteil des IPTV liegt in dem so genannten Rückkanal, dieser ermöglicht eine Interaktivität dem Nutzer gegenüber. Der Zuschauer ist in der Lage, sein eigenes Fernsehkonsumverhalten zu steuern und zu bestimmen. Das Fernsehen besteht nicht mehr nur aus reinem Konsumieren (lean-back Konsum) der angebotenen Inhalte, sondern aus Veränderung, Steuerung und Beeinflussung des Programms, also einer Interaktion mit den dargestellten Inhalten.[12]

Die Übertragung zum Fernseher erfolgt über eine Settopbox, die als Verbindung zwischen Fernsehgerät und DSL-Modem fungiert (näheres dazu in Kapitel 4.1.1).

Im Zentrum von IPTV steht die Ausstrahlung linearer Fernsehprogramme.

Bisher war die Übertragung von Bewegtbildern wegen der benötigten hohen Bandbreite nur über Koaxialkabel möglich. Diesen Übertragungsweg kennen wir als das herkömmliche Fernsehen. Die Weiterentwicklung der DSL Technik erlaubt es, Radio- und Fernsehprogramme über herkömmliche zweiadrige Telefonkabel zu übertragen. Mit Hilfe des Internetprotokolls werden die Daten vom Anbieter an den Empfänger adressiert. Während der Kabelfunk dem Rezipienten alle Programme gleichzeitig über die Anschlussdose zur Verfügung stellt, wird bei IPTV nur das Programm an den Kunden adressiert, welches er über den Rückkanal beim Anbieter anfordert. IPTV ist also nicht durch Engpässe der Übertragungskapazität eingeschränkt.[13]

Beim IPTV wird dem Abonnenten von einem Telekommunikations-Anbieter ein festes Programmbouquet mit definierter Qualität in seinem Breitband DSL Netz verkauft . Es handelt sich demnach um ein hochwertiges Fernsehen, welches einer geschlossenen Gesellschaft kostenpflichtig zur Verfügung steht, ähnlich dem bisherigen PayTV.

Um das versprochene Maß an Bildqualität und Übertragungsgeschwindigkeit sicherzustellen wird IPTV von den Netzbetreibern über kontrollierte geschlossene IP-Netze angeboten. In diesem Zusammenhang hat sich der Begriff „Next Generation Network“ etabliert. Die Netze sind IP-Multicast unterstützt, so dass die Daten zur gleichen Zeit an viele Empfänger übertragen werden. Dadurch wird die Vorraussetzung geschaffen die Fernsehprogramme auf effiziente und ressourcensparende Art und Weise zu verteilen und gleichzeitig viele Kunden versorgen zu können.

2.2 WebTV

Dank neuer Videokompressionen und Breitbandzugängen ist es möglich, Fernsehen oder Videos auch über das öffentliche Internet anzubieten. Grundsätzlich handelt es sich bei diesen in Webseiten eingebundenen Videoapplikationen oder herunter geladenen Videoclips um IP-basierte Bewegtbilder, also im weiteren Sinne um Fernsehinhalte.[14] Dennoch sind „ Fernseh- und Videoinhalte, die für die Nutzung am PC konzipiert wurden und in einem offenen, unkontrollierten Netz (World Wide Web) verbreitet werden[15], nach obiger Definition kein IPTV. Ein grundlegender Unterschied zwischen WebTV und IPTV ist, dass es beim WebTV keine Funktionsgewährleistung gibt, da es nicht in geschlossenen kontrollierten Netzen übertragen wird und kein Internetprovider eine Mindestbandbreite garantiert.[16]

Für den Empfang der häufig kostenfrei verfügbaren Inhalte genügen ein DSL Internet Zugang und ein PC. Die Wiedergabe erfolgt über eine Wiedergabesoftware, die in den Internetbrowsern implementiert ist. Die Übertragung der Videosignale erfolgt entweder von einem zentralen Server, dann spricht man vom Streaming oder StreamingTV, oder über die so genannte Peer to Peer (P2P) Technik. Über diese zwei Arten der Übertragung lassen sich zwei Arten von Internetfernsehen abgrenzen, genaueres dazu in Kapitel 4.2.2.

In der Regel wird beim WebTV das Streaming verwendet, dabei müssen die Signale zwischen gespeichert werden, auch bekannt unter buffern.

Hinsichtlich der Funktionsmöglichkeiten sind beide Formen IPTV und WebTV weitgehend identisch, da beide Lösungen durch das Internet über einen Rückkanal verfügen.

Im Gegensatz zum IPTV erfolgt beim WebTV keine regionale oder inhaltliche Begrenzung. Jeder hat überall, wo das Internet verfügbar ist, Zugriff auf die Inhalte im WebTV und kann sich diese anschauen. Dadurch kann auch jedes Unternehmen und jede Privatperson Internet TV betreiben. Mit der richtigen technischen Ausstattung und dem Wissen ist es jedem Menschen möglich, seine eigenen Inhalte über das Internet zu verbreiten und jedem zugänglich zu machen (siehe youtube.com und myvideo.de).[17]

2.3. Push & Pull Prinzip

IPTV und WebTV werden wegen der bidirektionalen Übertragung als Pull Medien bezeichnet, während das herkömmliche Fernsehen zu den Push Medien gehört.

Bei den Push Medien verläuft der Kommunikationsfluss einseitig, also vom Sender zum Empfänger. Diese einseitige Kommunikation ermöglicht dem Nutzer der Push Medien, einen gelieferten Medienkonsum. Der Rezipient muss lediglich seine Sinne benutzen, eine primäre Interaktion findet nicht statt. Das bedeutet, dass eine Interaktion mit dem Inhalt nicht ohne Medienbruch statt finden kann. Zwar kann per Telefonanruf, SMS Voting, oder ähnlichem auf den Inhalt der Sendung Einfluss genommen werden, allerdings nur per Medienbruch.[18]

Beim Pull Medium ist dies anders. Als Pull Medium versteht sich hauptsächlich das Internet. Der Kommunikationsfluss geht in beide Richtungen. Der User fordert etwas an, tätigt beispielsweise einen bestimmten Seitenabruf, und das Internet, bzw. der Server, versorgt den Nutzer mit dem angeforderten Inhalt. So entsteht eine beidseitige Kommunikation. Trotzdem existieren in geringen Maßen Inhalte aus dem Push-Verfahren So sind Pop Ups, oder andere Onlinewerbung, von Content Anbietern unangefordert und unerwünscht, kein Teil des Pull Medium. Möglich macht die Interaktion des Mediums der Rückkanal. IPTV verfügt über diesen Rückkanal und kann so interaktive Dienste anbieten, der User kann Informationen abrufen, Video On Demand Dienste nutzen, E-Mails schreiben, etc.. Es entsteht also eine beidseitige Kommunikationsform und IPTV lässt sich somit den Pull Medien zuordnen.[19]

3. Zusatznutzen von IPTV bzw. WebTV

3.1. Video-on-Demand

Neben dem Angebot an TV-Programmen zählt Video-on-Demand (VoD) zu den wichtigsten Diensten von IPTV. Der Kunde hat die Möglichkeit, sich aus einer umfangreichen virtuellen Videothek (Virtual Video Store, VVS) Inhalte auszuwählen und diese direkt und ohne Zeitverzug auf seinem Fernsehgerät abzurufen. T-Home Entertainment hat z. B. angekündigt, das in Zukunft Kinofilme zeitgleich mit dem DVD Start als VoD online in HD Qualität zur Verfügung stehen werden. So erspart sich der Kunden künftig das zeitraubende Warten auf Downloads oder den Gang zur Videothek.[20]

Während der Zuschauer sich bisher an dem Programm orientiert hat und seine Zeiteinteilung nach bestimmten Sendungen ausgerichtet hat, ist der Nutzer durch das VoD Prinzip total zeitsouverän und kann selbst auswählen, wann er konsumieren möchte. Darüber hinaus wird ihm in der virtuellen Videothek eine ungeahnte Vielfalt an Inhalten geboten, die jegliche Sparten abdeckt.

Der direkte Verkauf von Filmen über das Internet stellt insbesondere für die Filmstudios selbst einen interessanten Distributionsweg dar. Beim bisherigen Verkauf und Verleih ihrer Produkte in der Zweitverwertungsphase, beispielsweise auf DVD, erhalten die jeweiligen Händler, also Videotheken und Videohandel, knapp 40 Prozent der Erlöse. Durch den direkten Eigenvertrieb ihrer Filme per Internet können die Filmproduzenten diese Margen selbst übernehmen. In den USA betreiben fünf der sieben größten Filmstudios die VoD Plattform Movielink.[21] Auch in Deutschland soll ein solcher Dienst eingeführt werden.[22]

Neben den Spielfilmen werden über das Internet verstärkt auch andere Inhalte angeboten, die ebenfalls im Fernsehen ausgestrahlt werden. So bietet zum Beispiel der iTunes Musik Store Musikvideos und Kurzfilme sowie in den USA zusätzlich bereits einzelne Folgen von TV-Serien werbefrei zum kostenpflichtigen Download an.[23] Weitere Anbieter planen ähnliche Angebote für Spielfilme und Fernsehserien.[24] Der Fernsehsender Arte bietet in Frankreich bereits einen eigenen VoD Service an, worüber Dokumentationen, Filme und Reportagen angeboten werden.[25]

Zudem eignet sich der VoD Dienst speziell für individuelle Inhalte, die von den Kunden seltener nachgefragt werden und daher für den Massenmarkt eher ungeeignet sein würden. So bietet der Internetprovider Arcor bereits E-lerning-Programme mit sehr spezifischem Inhalt an. Solcher Content veraltet in der Regel nur sehr langsam, da regelmäßig neue Interessenten einen Bedarf nach diesem entwickeln, z.B. im Fall von Fahrschulkursen oder schwangerschafts-begleitenden Videos.[26]

Insbesondere für Inhalteanbieter wie der ProsiebenSat.1 Gruppe ist der on Demand Dienst ein weiterer Distributionsweg. Sie betreiben den größten deutschen VoD Dienst (genaueres dazu in Kapitel 6.2.1.).

3.2. Interaktivität und Rückkanal

Bei IPTV dient das Fernsehgerät, wie beim herkömmlichen Fernsehen, als Benutzeroberfläche, über das die verschiedenen Anwendungen gesteuert werden. Der eigentliche Zusatznutzen, sowohl kundenseitig als auch für den Anbieter, liegt in der interaktiven Anwendung bzw. der Rückkanalfähigkeit der Übertragungstechnik über das Internet Protokoll.

IPTV ist traditionellem Fernsehen in vielen Bereichen überlegen. Aus reinen Zuschauern werden Akteure, die sich ihr Programm selbst gestalten und durch zahlreiche Angebote des Webs ergänzen

Achim Berg BITCOM-Vizepräsident[27]

3.2.1 Personalisierbares Fernsehen / Werbung

Die Rückanalfähigkeit der Übertragungstechnik ermöglicht es, personalisierbares Fernsehen anzubieten. Programmvorschläge orientieren sich an Sehgewohnheiten. Bewertungen und Sehdauer werden gespeichert und zu einem Nutzerprofil zusammengefügt.[28] So werden die Programmvorschläge, die dem Nutzer vorgelegt werden, sehr genau auf seine Bedürfnisse angepasst. Interessiert sich beispielsweise ein Kunde besonders für einzelne Sportarten wie z.B. Basketball, werden ihm die als nächstes übertragenen Spiele in der Listenhierarchie an oberster Stelle angezeigt.

Die Möglichkeiten im Rahmen von IPTV Diensten über klassische Werbeformen hinaus Werbeeinnahmen zu erzielen sind sehr vielfältig.

Durch die Anbindung des Fernsehgerätes an das Internet werden sich durch Portale, Electronic Programm Guides (elektronischer Programmführer, EPG) und Webpages neue Werbeflächen ergeben.

In diesem Zusammenhang wird immer wieder die Möglichkeit der personalisierten Werbung betont. Experten erwarten, das dieses so genannte „Target Advertising“, zu deutsch zielgerichtetes Werben, in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird. Bei dieser Ansprache von einer homogenen Zielgruppe entstehen sehr geringe Streuverluste im Gegensatz zu herkömmlichen Werbeformen. Beispielsweise kann es in Zukunft möglich sein, dass während der Werbeunterbrechung der Tour de France der Fahrradhändler von nebenan die aktuellen Angebote bewirbt und so Käufer im direkten geografischen Umfeld anspricht. Der geringste Streuverlust wird durch Target Advertising in Spartenkanälen erzielt, da hier ein thematisches Umfeld mit klarem Profil vorhanden ist. Marken, deren Produkte sich in einem ähnlichen Umfeld befinden, finden hier ein ideales Werbeumfeld.[29]

Allerdings wird sich diese Werbeform erst noch das Vertrauen der Werbeindustrie erkämpfen müssen. Derzeit fehlt es noch an Mess- und Qualitätskriterien.[30]

In diesem Zusammenhang spielt die Kundenakzeptanz und Toleranz eine wichtige Rolle. Datenschützer befürchten, dass der Vorteil des interaktiven Umgangs mit dem Medium Fernsehen von dem Verlust der Anonymität und der Preisgabe persönlicher Merkmale an die Werbeindustrie überschattet wird.[31]

Als Vorreiter zeigen sich überwiegend junge Internetnutzer aufgeschlossen für diese Art der Werbung und geben bereitwillig Informationen preis. Ältere Menschen sind dieser neuen Form der Werbung eher kritisch gegenüber.[32]

3.2.2 Zukünftige Möglichkeiten von IPTV durch den Rückkanal

Forscher des Frauenhofer-Instituts Fokus in Berlin entwickeln Lösungen, die es dem Nutzer in Zukunft ermöglichen werden, Fernsehen als virtuelle Gemeinschaft zu erleben. Das Fernsehen wird in „Communitys“ eingebunden und eröffnet gruppenbezogene Nutzungsmöglichkeiten. Durch Instant Messaging, Chat und Sprachtelefonie während des Fernsehens und vor allem über das selbe Endgerät verschwimmen die Grenzen zwischen kommunizieren und konsumieren. So wird es beispielsweise möglich, dass sich Bekannte während des Fernsehguckens über das laufende Fußballspiel austauschen ohne einen Medienbruch zu vollziehen.[33]

Der Kunde ist im Stande, Webseiten über seinen Fernseher aufzurufen, seine E-Mails zu lesen oder Spiele auszuführen. Die grafische Darstellung und die Bedienungsmöglichkeiten sind hierbei an das Fernsehgerät angepasst. Größe und Betrachtungsabstand unterscheiden sich vom PC. Der Benutzer verwendet meist nur die Fernbedienung zur Steuerung.[34]

Die Nutzung von IPTV in Gruppen setzt voraus, das jeder mit jedem kommunizieren kann, unabhängig von der Technik, die er benutzt. Geltende internationale Standards sind von daher die Grundvoraussetzung, um eine solche Kommunikation über die Landesgrenzen und die Netze der einzelnen Provider hinaus zu garantieren (genaueres dazu in Kapitel 4.1.5.1).

Das Interaktive Fernsehen, was sich mit MHP (Multimedia-Home-Plattform) und anderen Techniken in der Vergangenheit nicht durchsetzte, findet durch das IP Multimedia Subsystem eine technisch wesentlich elegantere Lösung und wird so durch IPTV aller Wahrscheinlichkeit nach wiederbelebt. IPTV bietet demnach eine ideale Infrastruktur für Shopping Kanäle, da Transaktionen durch den Rückkanal direkt über den Fernseher getätigt werden können. Goldmedia prognostiziert in der Studie „T-Commerce 2005“ einen gewaltigen Anstieg der Umsätze durch IPTV, dieser ohnehin florierenden Branche.[35]

3.3. Festplattenrecorder und Timeshifting

Über IPTV ist es dem Nutzer möglich, Programme auf einen Festplattenrekorder aufzuzeichnen. Dieser steht entweder im heimischen Wohnzimmer (PVR, Personal Video Recorder) oder im Netzwerk des Providers (NPVR, Network based Personal Video Recorder). Durch NVPR kann der Nutzer Fernsehprogramme, ohne selber eine Programmierung vorzunehmen, für einen gewissen Zeitraum zwischenspeichern und bei Belieben darauf zurückgreifen. Der Anbieter umgeht so gewisse Engpässe in Bezug auf die Anschlussleitungen bei der Aufnahme von Sendungen. Die Funktion ermöglicht es, mehrere Sendungen parallel aufzunehmen. Nehmen viele Personen die gleiche Sendung auf, muss diese nur einmal physikalisch im Netz gespeichert werden. NVPR ist Grundvoraussetzung für das so genannte Timeshifting, das heißt zeitversetztes Fernsehen. Das Programm kann auf Wunsch gestoppt, aufgezeichnet und zu einem späteren Zeitpunkt weiter gesehen werden. Auch das Vor- und Zurückspulen ist möglich.

Die Euphorie über die neuen Möglichkeiten in Bezug auf Timeshifting wird allerdings von den Privatsendern gebremst. Diese hart umworbenen Inhaltelieferanten sehen ihr Geschäftsmodel, Geld über Werbung zu verdienen, durch die Timeshiftingfunktion der STB gefährdet.

Wir wollen keine Boxen, die unser Kerngeschäftsmodell angreifen

Markus Englert, Direktor Diversifikation bei ProSiebenSat.1.[36]

Die Endgeräte seien so zu spezifizieren, dass ein Überspringen der Werbeblöcke auszuschließen sei.

4. Übertragungstechnologie

4.1 Übertragungstechnologie für IPTV

Grundvoraussetzungen für IPTV sind bidirektionale Netze. Diese müssen keinesfalls nur Telefonnetze sein. Technisch ist es ebenfalls möglich, die Distribution über Fernsehkabelnetze, Satellit, Terrestrik oder Mobilfunk zu realisieren.

Die Übertragung von IPTV über DSL-Netze ist derzeit jedoch die einzige Lösung, über die in ca. 300 000 deutschen Kundenhaushalten schon interaktives Fernsehen gesendet wird.[37]

Die Abläufe einer solchen Übertragung werden im Folgenden erläutert.

Über einen TV-Headend werden die TV-Programme zum Beispiel über Satellit empfangen und für die IPTV Übertragung aufbereitet. TV Headend bezeichnet die Kopfstelle eines Breitbandübertragungssystems. Hier wird die Trennung des Signals in Vorwärts und Rückwärtsrichtung mittels Filtern vorgenommen.

Per IP Multicast Streaming werden die Programme über das flächendeckende Netz (IP-Core-Netz) und die Zugangsnetze (Access Networks) an den Kunden verteilt. Multicast bezeichnet in der Telekommunikation eine Datenübertragung von einem Punkt zu einer Gruppe. Erst diese Technik macht eine Verteilung von TV-Programmen auf effiziente und ressoursensparende Art und Weise möglich, so dass viele Kunden gleichzeitig konsumieren können und keine Engpässe entstehen.[38]

Über das Content-Protection-System (CPS), zu Deutsch Inhalte Sicherungssystem werden die Inhalte verschlüsselt, so dass der Konsum für zahlende Kunden limitiert wird. Auch die Videoinhalte auf dem VoD-Server werden über das CPS verschlüsselt bereitgestellt. Die Entschlüsselung findet auf der Settop-Box statt, wobei das CPS auch hier die notwendigen Schlüssel zur Verfügung stellt. Ob ein Nutzer die jeweiligen Nutzungsrechte besitzt, um ein bestimmtes TV-Programm anzuschauen oder ob er ein Video wirklich ausgeliehen hat, erfragt das CPS direkt beim Service- bzw. User Management System. Bestellt man ein Video über den VoD Service wird es per IP Unicast Streaming zur STB übertragen. Unicast ist im Gegensatz zu Multicast eine Einwegübertragung vom Anbieter zum Kunden. Mit Hilfe des Realtime Streaming Protocol (RTSP) kann der Nutzer den Film anhalten und vor- oder zurückspulen, wie man es von dem heimischen Videorecorder oder dem DVD-Player kennt.[39]

Das Service- bzw. User Management System verwaltet die Nutzerdaten und stellt die IPTV-Dienste bereit. Die STB steht mit diesem System in Verbindung um spezifische Informationen über den Nutzer und dessen Dienste zu erhalten. Das Anmieten eines Videos über VoD gehört ebenfalls zu den Aufgaben des User Management Systems.[40]

Um zu gewährleisten, dass die IPTV Daten mit der benötigten Qualität übertragen werden, erfolgt die Übertragung logisch getrennt vom Internetzugang des Nutzers, jedoch über die selbe physikalische Anschlussleitung. Die Trennung erfolgt virtuell über unterschiedliche Ethernet Virtual LANs (VLANs).

In das Content Management System (CMS) werden Metadaten vom Anbieter eingepflegt, die additional zu den Videoinhalten übertragen werden. Diese bieten detaillierte Informationen zum Inhalt wie Titel, Regisseur, Schauspieler, Beschreibung, Spielzeit und Kosten, ähnlich einer digitalen Fernsehzeitung. Der Kunde kann diese Informationen über den Electronic Programm Guide (EPG) auf seinem Fernsehgerät mehrere Wochen, bevor das TV-Programm übertragen wird abrufen. Der EPG ist ein sehr wichtiges Instrument, wenn es um IPTV geht. Er begleitet den Zuschauer durch das Programm, ist lernfähig und zeigt dem Kunden so, welche Inhalte ihn interessieren könnten.[41]

Abb. 1: Aufbau einer IPTV-Lösung[42]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Nokia Siemens Network

4.1.1. IP Settopbox als Empfänger von IPTV

Eine Settopbox ist ein Gerät für den Empfang von digitalen, codierten und/oder verschlüsselten Signalen. Die Funktionseinheit wird vor das Fernsehgerät geschaltet und kann terrestrisch, über Kabel oder über Satellit gesendete Fernsehinhalte, die nicht unmittelbar von Fernsehgeräten dargestellt werden können, empfangen und für die Wiedergabe auf dem Fernsehgerät umwandeln.[43]

Für den Empfang von IPTV benötigt man eine bidirektionale Settop-Box, die sowohl aktive wie auch passive Fähigkeiten aufweist.[44] In dem Vorgang des Empfangens und Wandelns „ empfängt die STB den IP-Datenstrohm, konvertiert ihn in ein Fernsehsignal, sorgt für die Kanaldecodierung, dekomprimiert die komprimierten Programmdaten, demultiplext und entschlüsselt den Datenstrom der Transportdaten und wandelt die digitalen Nutzdaten in analoge Fernsehsignale[45], die vom Fernsehgerät abgebildet werden können. Demultiplex bedeutet in diesem Zusammenhang die Aufspaltung der Signale von einem Eingang zu mehreren Ausgängen. So wird der Datenstrohm in diesem Vorgang in die einzelnen Elemente, wie den Videodaten, den Audiodaten und den Zusatzinformationen zerlegt und für die einzelnen Informationen ausgegeben.

Außerdem übernimmt die STB andere Zusatzfunktionen für die Nutzung von interaktiven Abrufdiensten wie VoD, Pay-per-View und Teleshopping“[46]

Abb. 2: Home-PC Lösung[47]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Viele Anbieter von Settop-Boxen haben ihre Funktionseinheit mit verschiedenen Zusatznutzen aufgerüstet und aus einem einfachen Empfänger und Sender, einen PC für das Wohnzimmer geschaffen. Die Settop-Box, Apple TV, ist beispielsweise mit einem adaptierten Betriebssystem MacOS ausgestattet und besitzt eine 100 GB Festplatte.[48]

Über solche Betriebssysteme kann der Nutzer per W-lan über Musikfiles auf anderen PC’s im Haushalt verfügen, sie auf die Festplatte der STB übertragen und diese über die heimische Musikanlage abspielen.[49]

Diese Entwicklung zeigt, dass es zukünftig möglich sein wird, viele wichtige Funktionen im Haushalt über ein System auf der STB oder dem Home-PC zu steuern. So ist es denkbar, dass dem Nutzer künftig das Fernsehprogramm auf seinem Weg vom Wohnzimmer ins Schlafzimmer folgt.[50]

Durch solche technischen Multitalente müssen auch Spielekonsolen um ihren Platz im Wohnzimmer fürchten, da 3D Spiele künftig auch von dem Home-PC übernommen werden können.[51]

4.1.2. Komprimierte Übertragung

Um die zu übertragenden Daten an hoch aufgelöstem Video- und Audiomaterial in möglichst kleinen Paketen verschicken zu können, werden sie in komprimierter Form übertragen. Durch dieses Verfahren wird eine deutliche Verringerung der Datenmenge bei gleich bleibender Bildqualität erzielt. So können mehr Daten über eine geringere Bandbreite verschickt werden. Diese Komprimierung erfordert eine Dekomprimierung durch die Set Top Box. Wie bei anderen digitalen Fernsehangeboten kommen hier die gängigen Komprimierungsverfahren MPEG-2 und H.264 Advanced Video Coding (H.264 AVC) zum Einsatz. Im Gegensatz zu den klassischen digitalen Programmangeboten über Kabel, Satellit oder Rundfunk, die immer mehrere Programme in einem Transportstream verpacken, wird bei IPTV nur ein Programm pro Transportstream verpackt. Dem User wird demnach nur das Programm gesendet, welches er tatsächlich gerade ausgewählt hat. So wird nur die Bandbreite benötigt, die es bedarf, das temporär ausgewählte Programm zu übertragen. Eventuelle Engpässe werden so umgangen und mit der Weiterentwicklung zu noch breitbandigeren Anschlüssen wird die Übertragung von höheren Bildauflösungen möglich. Die deutsche Telekom geht mit gutem Beispiel voran und überträgt bereits HDTV über ihr VDSL Glasfasernetz mit einer maximalen Bandbreitvon 50 Mbit/s.[52]

4.1.3 DSL Technologien und Übertragungsraten

Die Übertragung von Bewegtbildern über die Telefonleitung ist sehr stark von der Geschwindigkeit der Übertragungsraten abhängig.

Je höher die Auflösung des Videobildes ist, desto höhere Übertragungsraten werden benötigt. Das Aufkommen von DSL macht somit erst eine Übertragung von Bewegtbildern in gewohnter TV Qualität über das Telefonkabel möglich.

Die Datenrate für SD-Auflösung, so wird die herkömmliche Fernsehqualität bezeichnet, liegt mit MPEG-2 Komprimierung im Bereich von 3-5 MBit/s und mit H.264 im Bereich von 2-2,5 MBit/s.[53]

Für eine HD Auflösung mit H.264 werden weitaus höhere Datenraten von 12-15 MBit/s für eine fehlerfreie Übertragung benötigt. Für die Übertragung über die Telefonleitung kommen daher für diese hochaufgelösten Videos nur die breitbandigen DSL Anschlusstechniken (Digital Sudscriber Line) ADSL2+ (Asymetric Digital Sudscriber Line - Version2) oder VDSL2 (Very High Speed Digital Subscriber Line - Version 2) zum Einsatz. Um mehrere Datenströme gleichzeitig zu übertragen, beispielsweise bei mehreren Fernsehern in einem Haushalt muss der Breitbandanschluss dementsprechend höhere Datenraten unterstützen.[54]

[...]


[1] Sevensences GmbH 2008b

[2] Vgl. o.V. 2008a

[3] Vgl. INFOSAT Verlag & Werbe GmbH, Daun (Hrsg.) 2008c

[4] DATACOM Buchverlag GmbH (Hrsg.) 2008a

[5] Hünnekens / Schildhauer 2006, 5

[6] INFOSAT Verlag & Werbe GmbH, Daun (Hrsg.) 2008a

[7] Breuning 2007, 481

[8] Vgl. Heiles 2008

[9] Vgl. Bücken 2007

[10] Welz 2008

[11] Braumueller 2007

[12] Hünnekens/ Schildhauer 2006, 4

[13] Vgl. Tunze 2007

[14] Vgl. Birkel/ Buchwald 2007, 32

[15] Breuning 2007, 479

[16] Heiles 2007, 30

[17] Vgl. IPTV-Anbieter.info (Hrsg.) 2008a

[18] Winkler 1997, 2

[19] Sauter 2008, 17

[20] Cloer 2008a

[21] Aschentrup/ Schneider/ Klimmt 2004, 185

[22] Jacob 2006

[23] Vgl. Kolokythas 2005

[24] Vgl. Kerbusk/ Rosenbach/ Schulz 2006, 85

[25] Vgl. Buschendorf 2006

[26] Vgl. CHIP Xonio Online GmbH (Hrsg.) 2003

[27] Vgl. IDG Magazine Media GmbH (Hrsg.) 2008

[28] Vgl. Bücken 2007

[29] Vgl. Birkel/ Buchwald 2007, 61

[30] Pricewaterhouse Coopers (Hrsg.) 2008, 39

[31] Stiftung Warentest (Hrsg.) 2007

[32] Vgl. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (Hrsg.) 2007, 23

[33] Vgl. Bücken 2007

[34] Vgl. Heiles 2007, 30

[35] Vgl. Ihlenfeld 2000

[36] Krempl 2005

[37] Vgl. IDG Magazine Media GmbH (Hrsg.) 2008

[38] Heiles 2007, 30

[39] ebenda, 32

[40] Vgl. ebenda, 33

[41] Vgl. ebenda, 35

[42] Vgl. Heiles 2007, 31

[43] Vgl. DATACOM Buchverlag GmbH (Hrsg.) 2008b

[44] Heiles 2007, 31

[45] Vgl. DATACOM Buchverlag GmbH (Hrsg.) 2008b

[46] Vgl. ebenda

[47] Vgl. Simms 2008

[48] Vgl. DATACOM Buchverlag GmbH (Hrsg.) 2008b

[49] Vgl. INFOSAT Verlag & Werbe GmbH, Daun (Hrsg.) 2008b

[50] Vgl. Bücken 2007

[51] Vgl. Benz 2005, 112

[52] Vgl. Heiles 2008

[53] Vgl. ebenda.

[54] Vgl. ebenda

Details

Seiten
84
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783836622394
Dateigröße
4.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v226348
Institution / Hochschule
Hochschule Mittweida (FH) – Medien, Angewandte Medienwirtschaft
Note
1,0
Schlagworte
iptv webtv triple play digitales fernsehen fernsehmarkt

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Titel: IPTV und WebTV - Der neue Fernsehmarkt und seine Wettbewerber in Deutschland