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Corporate Social Responsibility in Kriegen

Privatwirtschaftliche Unternehmen als Akteure in Konfliktsituationen

Diplomarbeit 2006 189 Seiten

Politik - Sonstige Themen

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

IM FOKUS: CSR IN KRIEGEN
Notwendige Einschränkungen
Rahmenbedingungen für die Analyse privatwirtschaftlicher Akteure in Konfliktsituationen
Hypothetische Vorannahmen
Kontext für Konzerne in Konfliktsituationen – Theoretische Diskurse
Klärung der methodischen Vorgehensweise

1. RECHTLICHER STATUS PRIVATWIRTSCHAFTLICHER AKTEURE UND IHRE VERANTWORTUNG IN KONFLIKTSITUATIONEN
1.1 Begriffsklärung privatwirtschaftlicher Akteure
1.2 Die Entstehung eines neuen Phänomens
1.3 Diskussion der Macht von Staaten bzw. multinationaler Konzerne
1.4 Verantwortungsvolle versus verantwortungslose Unternehmen
1.4.1 Darstellung verantwortungsloser Unternehmenstätigkeiten
1.4.2 Darstellung verantwortungsvoller Unternehmenstätigkeiten
1.5 Ethische bzw. rechtliche Verantwortung privatwirtschaftlicher Akteure in Konfliktsituationen
1.6 Rechtliche Kontrolle multinationaler Konzerne
1.7 Versuch der Klärung der Völkerrechtssubjektivität multinationaler Konzerne
1.8 Macht und Verantwortung trotz unklaren Status – Ein Fazit aus dem 1. Kapitel

2. RELEVANZ VON CSR FÜR PRIVATWIRTSCHAFTLICHE AKTEURE IN KONFLIKTSITUATIONEN
2.1 Corporate Social Responsibility
2.1.1 Entstehung eines neuen Konzepts
2.1.2 Bedeutung von CSR allgemein und in Konfliktsituationen
2.2 Wie weit reicht gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen?
2.2.1 Rollenverteilung zwischen Politik und Wirtschaft
2.2.2 Investitionen sind kein Ersatz für Unternehmensverantwortung
2.2.3 CSR – nur eine geborgte Tugend von Shareholdern?
2.2.4 Fehlt Unternehmen die Zeit für gesellschaftliches Engagement?
2.3 Warum sollten Unternehmen verantwortlich handeln?
2.4 Welche Vorteile hat gesellschaftlich verantwortliches Denken und Handeln für Konzerne?
2.4.1 Wertsteigerung bei Kunden und Investoren
2.4.2 Reputationsvorteil
2.4.3 Zufriedene Mitarbeiter
2.4.4 CSR bringt Stabilität
2.4.5 Mit CSR höhere Erträge erzielen?
2.5 Braucht CSR eine Strategie?
2.6 Standards von CSR in Konfliktsituationen
2.7 CSR-Konzepte als Hilfestellung bei unternehmerischen Aktivitäten
2.7.1 Anleitungen für in Konfliktsituationen tätige Unternehmen
2.7.2 CSR-Konzepte internationaler und supranationaler Organisationen
2.7.3 Freiwillige Selbstverpflichtungen von Unternehmen
2.7.4 Verbindlichkeit und Effektivität von CSR-Konzepten
2.8 Rechtliche Regulierung von CSR
2.9 Bekenntnis zu freiwilliger Verantwortung – Ein Fazit aus dem 2. Kapitel

3. BUSINESS IN KONFLIKTEN – VERHALTEN VON PRIVATWIRTSCHAFTLICHEN AKTEUREN IN KONFLIKTSITUATIONEN
3.1 Risiken in Konfliktzonen bedingen Wunsch nach Frieden
3.2 Positive und negative Auswirkungen privatwirtschaftlichen Engagements
3.3 Strategien für Konzerne im Umgang mit Konfliktsituationen
3.3.1 Rückzug aus Konfliktregionen – eine ideale Lösung?
3.3.2 Bleiben und Konfliktsituation tolerieren?
3.3.3 Compliance – „Do no harm“ – Peace-building
3.3.4 Geschäftsdiplomatie – die geheime Kunst des Privatsektors?
3.3.5 „Circle of Influence“ und kollektive Verantwortung
3.4 Kooperationen zwischen Konzernen und Stakeholdern
3.4.1 „Public-Private Partnerships“ zur Stabilisierung von Konfliktsituationen?
3.4.2 Kooperationen zwischen Unternehmen und NGOs als „win-win Lösung“?
3.4.3 Gefahr von Kooperationen: Imageverbesserung und Käuflichkeit
3.5 Business in Conflict als Akt auf dem Drahtseil – Ein Fazit aus dem 3. Kapitel

RESÜMEE EINES POLITIKWISSENSCHAFTLICHEN STREIFZUGS IN DIE WELT VON CORPORATE SOCIAL RESPONSIBILITY IN KRIEGEN

CONCLUSION: CORPORATE BEHAVIOUR IN CONFLICT ZONES

BIBLIOGRAPHIE- UND QUELLENVERZEICHNIS
Literatur
Internetquellen
Interviews

ANHANG
Grafik
Experteninterviews – in alphabetischer Reihenfolge

DANKSAGUNG

Ein großes Dankeschön gebührt meiner Professorin Eva Kreisky, die mir mit konstruktiver Kritik zur Seite stand und meine Idee, Experteninterviews in Oslo durchzuführen, guthieß und unterstützte. Finanziert wurde der Forschungsaufenthalt in Oslo durch das Büro für Internationale Beziehungen der Universität Wien, das mir ein zweimonatiges Stipendium für kurzfristige wissenschaftliche Arbeiten im Ausland zuerkannte, wofür ich sehr dankbar bin.

Ich stellte mit großer Freude fest, dass alle Interviewpartner mich, sowohl in Wien als auch im Rahmen meiner Forschungsaufenthalte in Oslo und London, mit offenen Armen empfangen, sich ausführlich Zeit für Fragen genommen und mir interessante und ehrliche Antworten gegeben haben. Mein herzlicher Dank geht aus diesem Grund in alphabetischer Reihenfolge an folgende Damen und Herren: Eva Angerler von der Österreichischen Gewerkschaft der Privat-Angestellten, Lene Bomann-Larsen von der Universität Oslo, Robert Dempfer vom Österreichischen Roten Kreuz, Karin Lukas vom Boltzmann Institut für Menschenrechte, Erik Lundeby von der Confederation of Norwegian Business and Industry, Rodney MacAlister, Präsident der African Development Foundation in Washington D.C., Martin Neureiter, selbständiger Unternehmensberater und Buchautor, Greg Reichberg sowie Henrik Syse, beide vom International Peace Research Institute Oslo und nicht zuletzt Mark Taylor vom Fafo Institute for Applied International Studies in Oslo. Sie alle haben mir zu aufschlussreichen Informationen und neuen Sichtweisen über mein Diplomarbeitsthema verholfen und meinen Horizont erweitert.

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

IM FOKUS: CSR IN KRIEGEN

Multinationale Konzerne stellen heute bedeutende Akteure[1] in den internationalen Beziehungen dar. Seit den 1960er Jahren wurden sie zu einem neuen Phänomen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.[2] Aufgrund weltweiter Tätigkeiten kommen sie immer öfter mit Gewalt und kriegerischen Konflikten in Kontakt, was einige Forscher dazu veranlasste, speziell die Rolle der Privatwirtschaft in Kriegen zu untersuchen. Dieser Forschungsgegenstand ist relativ neu, denn bisher befanden sich insbesondere Verhalten und Interessen von Nationalstaaten und Regierungen im Blickfeld der Friedens- und Konfliktforschung. Es ist aber durchaus angebracht und notwendig, diesen traditionellen Forschungsansatz zu erweitern, weil Konzerne heute viel Macht und Einfluss besitzen.[3] Demgemäß sollten sie für Geschäftsaktivitäten soziale Verantwortung, d.h. Corporate Social Responsibility[4], kurz CSR, übernehmen und Entscheidungen stets ihrem Umfeld anpassen, vor allem wenn sie in Konfliktregionen tätig sind. Da durch Geschäftstätigkeiten negative Auswirkungen auf Konfliktsituationen bzw. auf Gesellschaften entstehen können, muss die Privatwirtschaft danach trachten, Nebeneffekte zu vermeiden bzw. so gering wie möglich zu halten.

In den vergangenen Jahren wurden bestimmte Konzerne öffentlich für Verbindungen zu korrupten Regierungen, deren Finanzierung bzw. für Verwicklungen in Kriegsökonomien angeprangert. Einer der bekanntesten Fälle ist die Hinrichtung von Ken Saro-Wiwa und acht weiteren Angehörigen des Ogoni-Volkes durch die nigerianische Regierung im Jahr 1995. Auslöser war ein Protest gegen die Regierung sowie die Menschenrechte verletzenden Praktiken des Konzerns Shell bei der Ölförderung. Ein Sprecher der Firma meinte damals lapidar, dieser Vorfall sei „not an appropriate subject for private companies… to comment on“.[5]

Seit jener Zeit hat sich einiges geändert. Multinationale Konzerne finden es zunehmend wichtiger, Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, in der sie tätig sind, zu übernehmen und wägen genauer ab, mit welchen Behörden sie Geschäftsbeziehungen eingehen. Deswegen wäre eine Neubestimmung der Position von Unternehmen in der Weltgesellschaft notwendig. Immer öfter wird die Frage aufgeworfen, inwiefern die international tätige Privatwirtschaft globale Verantwortung übernimmt. Wahrung und Schutz sozialer Werte werden stärker denn je gefordert.[6] Ihre neue Rolle geht deutlich über den engen ökonomischen Bereich hinaus zu sozialem und ökologischem Engagement – gerade in Konfliktsituationen. Es zählt nicht mehr nur Verantwortung gegenüber Aktionären bzw. Maximierung des Shareholder-Value, sondern genauso das Wohl der Gesellschaft, die von Unternehmensentscheidungen betroffen sein kann.

Trotz dieses positiven Trends muss man realistisch bleiben: Nur ein kleiner Teil der Wirtschaftswelt stellt sich Diskussionen um soziale Verantwortung in Kriegen. Während multinationale Konzerne eigene Interessen zunehmend mit denen der Gesellschaft in Einklang zu bringen versuchen und sich für soziale Entwicklung und Stabilität einsetzen, zeigen Unternehmen aus Entwicklungs- oder Schwellenländern kaum bis gar kein Interesse an negativen Auswirkungen ihrer Tätigkeiten auf ihr gesellschaftliches Umfeld.

Im öffentlichen Diskurs wird oft die falsche Annahme vermittelt, dass sämtliche Formen privater Geschäftsaktivitäten in Konfliktsituationen zwangsläufig negative Auswirkungen hätten und alle Konzerne verantwortungslos und rein profitgesteuert agieren würden. Allerdings sollte der private Sektor differenziert betrachtet werden, da er unterschiedliche Interessen vertritt. Diese Arbeit versteht sich als Bestandsaufnahme aktueller Debatten über gesellschaftliche Verantwortung der Privatwirtschaft in Kriegen. Sie untersucht die potentiell positive Rolle von Konzernen in Bezug auf Konfliktprävention und Peace-building sowie auf Armutsbekämpfung und nachhaltige Entwicklung.[7]

Die Tatsache, dass vorliegendes Thema in Österreich bislang nicht genauer bearbeitet worden ist, war Ansporn, mich genauer damit zu beschäftigen und auf diese aktuelle und wichtige Thematik hinzuweisen. Ich hoffe, mit der Arbeit Interesse für die Problematik zu wecken und einen für die Politikwissenschaft relevanten Beitrag zu leisten.

Nach einem kurzen Überblick des Forschungsstands betreffend die Rolle privatwirtschaftlicher Akteure in Konfliktsituationen, folgt eine Abgrenzung des Themas. Anschließend werden neben wesentlichen Zielsetzungen zentrale Forschungsfragen sowie zu prüfende Hypothesen angeführt.

Die theoretischen Vorannahmen beschäftigen sich mit dem Kontext des Themas, der sich aus verschiedenen Überlegungen ergibt. Zunächst geht es um die Notwendigkeit wirtschaftlicher Investitionen in armen Ländern, basierend auf der Annahme, dass Armut nur mithilfe ökonomischer Entwicklungen überwunden werden kann. Konzerne sollten allerdings internationale Standards befolgen, gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und Einmischung in interne Staatsangelegenheiten vermeiden. Vielmehr sollten sie prüfen, was sie zur Stabilisierung von Konfliktsituationen bzw. zu Peace-building beitragen könnten. Als mächtige Akteure üben sie wachsenden Einfluss auf die internationale Gemeinschaft aus, warum sollten sie hiermit keine positiven Auswirkungen auf die Gesellschaft haben? Entsprechend wird im weiteren Verlauf die Notwendigkeit ethischer Globalisierung und Armutsbekämpfung für Geschäftstätigkeiten von Konzernen angedacht. Firmen werden, da der Großteil an Rohstoffvorkommen in armen bzw. von Konflikten betroffenen Ländern liegt, ungewollt mit Problemen konfrontiert. Gleichzeitig müssen sie in solchen Regionen äußerst vorsichtig agieren, weil ihre Tätigkeiten parallel positive und negative Auswirkungen haben können.

Danach werden Hinweise zur Methode bei der Literaturrecherche als auch bei den Experteninterviews gegeben. Im ersten Kapitel werden multinationale Konzerne als neue Akteure in der internationalen Gemeinschaft thematisiert, wobei es um die Diskussion der Machtfrage zwischen Staaten und Konzernen geht. Außerdem wird darauf eingegangen, dass es große Unterschiede im Verhalten privatwirtschaftlicher Akteure gibt: Während manche Unternehmen rücksichtsvoll handeln und sich ihrer Verantwortung durchaus bewusst sind, beachten andere kaum ihre Um- und Mitwelt und halten nicht einmal rechtliche Vorschriften ein. Ferner werden Möglichkeiten zur rechtlichen Kontrolle privatwirtschaftlicher Akteure erörtert sowie der Versuch unternommen, die Völkerrechtssubjektivität von Konzernen zu klären.

Das zweite Kapitel behandelt die Thematik „Corporate Social Responsibility“. Nach einer kurzen Besprechung des Begriffs wird der Frage nachgegangen, wie weit gesellschaftliche Verantwortung des privaten Sektors reicht, und welche Gründe es für Unternehmen gibt, speziell in Konfliktsituationen verantwortlich zu handeln. Danach wird besprochen, ob CSR gemäß einer Strategie ausgeführt werden sollte bzw. welche Standards es diesbezüglich gibt. Im Anschluss werden unterschiedliche Konzepte betreffend soziale Verantwortung von Konzernen vorgestellt, deren Effektivität diskutiert und eine allgemeine Regulierung unternehmerischer Aktivitäten angedacht.

Im dritten Kapitel geht es um Risiken, die multinationale Konzerne in Konfliktgebieten vorfinden, und um die Frage, wie sie sich vor diesen schützen können. Diesbezüglich werden Strategien für den Umgang mit Konfliktsituationen vorgestellt und erläutert. Abhängig von der Art und Weise, wie sich die Privatwirtschaft in risikoreichen Regionen verhält, kann sie positive bzw. negative Auswirkungen auf ihr Umfeld haben. Anschließend werden Kooperationen zwischen privaten und zivilgesellschaftlichen Akteuren thematisiert, um herauszufinden, ob diese einen Beitrag zur Stabilisierung von Konfliktzonen leisten können.

Der Schlussteil beschäftigt sich mit der Zusammenführung der im Rahmen der Untersuchung der Forschungsfragen gewonnen Antworten und fasst zentrale Aspekte der Arbeit zusammen.

NOTWENDIGE EINSCHRÄNKUNGEN

Um das Thema besser und fokussiert bearbeiten zu können, ist es wichtig, Einschränkungen nach gewissen Gesichtspunkten vorzunehmen.

Da der Arbeit kein historischer Untersuchungsgegenstand zugrunde liegt und sie auch nicht chronologisch aufgebaut ist, ist der temporale Aspekt eher nebensächlich. Trotzdem halte ich es für sinnvoll, mich vor allem auf aktuelle Diskussionen zu konzentrieren. Verwicklungen von Konzernen in Kriege sind nichts Neues, solche Vorfälle gab es auch früher, zum Beispiel im Ersten Weltkrieg. Damals war Erdöl treibende Kraft, da es die Kriegsführung im Gegensatz zu früheren Kriegen komplett veränderte und enorm erleichterte. Dementsprechend hoch war auch die Nachfrage nach Öl, wodurch Rohstoffkonzerne einen ungeheuren wirtschaftlichen Aufschwung erlebten. Außerdem war es für Großbritannien, Frankreich und Russland von Beginn an Ziel des Krieges, Aufteilung und Konzessionen für die Förderung der Ölreserven untereinander auszumachen.[8] Der Grund, warum dieser Zeitraum schließlich nicht betrachtet wird, liegt darin, dass private Akteure zwar davon profitierten, aber noch nicht viel Macht innehatten; Hauptdarsteller in diesem Krieg waren Staaten. Außerdem war das Konzept von Corporate Social Responsibility noch unbekannt und spielte keine Rolle. In meiner Arbeit ist es dagegen zentrales Ziel, herauszufinden, inwiefern privatwirtschaftliche Akteure einen Beitrag zu mehr Stabilität in Konflikten leisten können.

Das führt zu einer thematischen Einschränkung in meiner Arbeit, denn es wird nur die private, gewinnorientierte, international tätige Wirtschaft untersucht, d.h. nur Konzerne, keine Staaten. Des Weiteren muss angemerkt werden, dass im Titel meiner Arbeit ganz allgemein von privatwirtschaftlichen Unternehmen als Akteure gesprochen wird. Der Schwerpunkt liegt auf der Rohstoff-, insbesondere auf der Ölindustrie, weil diese aufgrund des geographischen Vorkommens von Rohstoffen vielfach gezwungen ist, ihre Förderung ins Ausland, unter anderem auch in Krisengebiete[9], zu verlegen.[10] Das ist ein Hauptgrund, warum Rohstoffkonzerne häufig von Konflikten betroffen bzw. in diese verwickelt sind. Für die Textilindustrie ist es beispielsweise nicht erforderlich, sich in Konfliktgebieten anzusiedeln. Ihr reichen billige Arbeitskräfte in einer Region.

Für Öl gilt außerdem, dass es eine begrenzte und profitträchtige Ressource ist, die Ursache eines Konflikts sein kann, selbst wenn das nicht immer offensichtlich ist. Dieser (oftmals versteckte) Zusammenhang zwischen Ressourcen und Kriegen macht es für transnationale Konzerne manchmal unvermeidlich, während der Förderung von Rohstoffen nicht mit Konflikten in Berührung zu kommen. Deswegen fällt hier gerade der in Konfliktgebieten tätigen Rohstoffindustrie besondere Verantwortung zu.

Es geht hier um multinationale Rohstoffkonzerne, die legale Geschäfte machen, auch wenn ihre Aktivitäten unerwünschte, aber unvermeidliche Nebenwirkungen haben. Illegale Diamanten- oder Waffenhändler, die vor allem danach trachten, von Kriegen zu profitieren, finden keine Beachtung. Es gibt jedoch keine Einschränkung auf einen bestimmten Konzern, unter anderem aus dem Grund, weil diese in Bezug auf ihre Tätigkeiten in instabilen Regionen nicht sehr auskunftsfreudig sind.

RAHMENBEDINGUNGEN FÜR DIE ANALYSE PRIVATWIRTSCHAFTLICHER AKTEURE IN KONFLIKTSITUATIONEN

Forschungsfragen in wissenschaftlichen Arbeiten sind Leitlinien und dienen dazu, stets den Fokus auf die zu untersuchenden Probleme zu richten und das Thema einzuschränken.

Die zentrale Forschungsfrage meiner Arbeit über „Corporate Social Responsibility in Kriegen – Privatwirtschaftliche Unternehmen als Akteure in Konfliktsituationen“ lautet:

- Können privatwirtschaftliche Akteure durch verantwortliches Verhalten und Handeln im Rahmen von Corporate Social Responsibility einen positiven Beitrag zur Verbesserung sowie zu mehr Stabilität von Konfliktsituationen leisten?

Weitere untergeordnete Forschungsfragen, die zum Großteil auch bei den Experten-Interviews gestellt wurden, sind:

- Welche Verantwortung haben privatwirtschaftliche Akteure aus juristischer und ethischer Perspektive in Konfliktsituationen?

Zur Beantwortung der Frage, welche Verantwortung privatwirtschaftliche Akteure in Konfliktsituationen haben, muss einmal deren Rechtsstellung im internationalen System diskutiert werden. Das beinhaltet, Macht von Konzernen mit Macht von Staaten zu vergleichen und zu erläutern, wer der gewichtigere globale Spieler ist. Es wird darauf eingegangen, ob multinationale Konzerne ebenso wie Staaten Völkerrechtssubjektivität besitzen, denn je nachdem wie das beantwortet wird, würden dem privaten Sektor entsprechende Rechte und Pflichten, aber auch Verantwortung übertragen werden. Auf diese Weise sollen Reichweite und Grenzen der Verantwortung nichtstaatlicher Akteure in Konflikten geklärt werden.

- Inwiefern ist verantwortliches Verhalten für privatwirtschaftliche Akteure in Konfliktsituationen relevant?

Hier wird zunächst geklärt, was CSR ist, wie weit Verantwortung privatwirtschaftlicher Akteure reicht und ob verantwortliches Handeln Vorteile für Unternehmen bringt. Interessant ist auch, ob bei Geschäften bestimmte Strategien von der Konzernzentrale verfolgt werden bzw. ob CSR zu öffentlichkeitswirksamen Zwecken verwendet wird.

Zunächst werden einige CSR-Konzepte vorgestellt, um zu sehen, ob sie effektive Hilfestellungen für privatwirtschaftliche Aktivitäten in Konfliktsituationen bieten. Letztendlich geht es darum, die Relevanz von CSR für das Verhalten privatwirtschaftlicher Akteure der Rohstoffindustrie in Konfliktsituationen festzustellen.

- Welche Handlungsoptionen stehen privatwirtschaftlichen Akteuren in Konfliktsituationen zur Verfügung?

Um diese Frage analysieren zu können, ist es nötig, verschiedene Verhaltensoptionen und Möglichkeiten aufzuzeigen, die Unternehmen in Konfliktsituationen zur Verfügung stehen. Um zu erfahren, ob multinationale Konzerne im Stande sind, einen positiven Beitrag zur Lösung von Problemen in Konflikten zu leisten, muss beachtet werden, ob Unternehmen Kooperationen mit anderen Akteuren eingehen. Warum solche Partnerschaften problematisch sein können und warum Konzerne eventuell doch keine aktive Rolle bei Peace-building übernehmen sollten, wird ebenso besprochen. Außerdem wird auf die Tatsache eingegangen, dass Frieden gegenüber fortwährendem Krieg Vorteile für Unternehmen bringt.

Hauptziel dieser Arbeit ist herauszufinden, ob privatwirtschaftliche Akteure durch verantwortliches Verhalten und Handeln zur Verbesserung sowie zu mehr Stabilität von Konfliktsituationen sowohl für die lokale Bevölkerung als auch für den privaten Sektor beitragen können.

Um dies zu beantworten, gilt es, folgende Unterziele zu klären:

- Rolle und Status multinationaler Konzerne in der internationalen Gemeinschaft klären, um Reichweite und Grenzen ihrer Verantwortung in Konflikten einschätzen zu können.
- Relevanz und Effektivität von CSR-Konzepten in Kriegen erläutern. Welche Konzepte und Standards gibt es?
- Klären, ob verantwortliches Verhalten für Unternehmen Vorteile bringt, indem gewisse Risiken und Gefahren verringert oder gar vermieden werden können.
- Verhaltensoptionen von privatwirtschaftlichen Akteuren in Konfliktsituationen samt Vor- und Nachteilen vorstellen, um Einflüsse und Auswirkungen von Unternehmenstätigkeiten auf Konflikte zu erkennen.

HYPOTHETISCHE VORANNAHMEN

Im Rahmen der Bearbeitung der Forschungsfragen werden zwei Hypothesen betrachtet und diskutiert. Soweit es möglich ist, werden sie anschließend verifiziert oder falsifiziert, auf jeden Fall sollen aber eindeutige Trends aufgezeigt werden.

- Konfliktgebiete bergen Risiken, daher bevorzugen multinationale Ölkonzerne für Geschäftstätigkeiten ein stabiles politisches Umfeld.
- Verantwortliches Verhalten privatwirtschaftlicher Akteure hat sowohl für die lokale Bevölkerung als auch für den privaten Sektor Vorteile zu bieten.

KONTEXT FÜR KONZERNE IN KONFLIKTSITUATIONEN – THEORETISCHE DISKURSE

Der theoretische Rahmen für die Beantwortung der Forschungsfragen setzt sich aus mehreren Aspekten zusammen. Es handelt sich um eine Kombination verschiedener Überlegungen. Die eine Theorie, die auf ein Thema hundertprozentig zutrifft, ist selten vorhanden.

Kriterium für den theoretischen Zugang in dieser Arbeit war die Thematisierung der Rolle der Privatwirtschaft in Kriegen in Bezug auf Themen wie Armut, soziale und wirtschaftliche Entwicklung, Nachhaltigkeit, Ethik und Frieden. Der sich aus der Diskussion dieser Gesichtspunkte ergebende theoretische Hintergrund sollte der Arbeit den nötigen Kontext für die Bearbeitung des Themas „Corporate Social Responsibility in Kriegen – Privatwirtschaftliche Unternehmen als Akteure in Konfliktsituationen“ verleihen. Eine andere Möglichkeit, an die Bearbeitung dieses Themas heranzugehen, wäre die Behandlung diverser Globalisierungstheorien. Da diese jedoch äußerst komplex sind und zumeist automatisch negative Assoziationen betreffend Konzerne hervorrufen, wurde darauf absichtlich verzichtet. Aus dieser Perspektive wäre die Herangehensweise an die Thematik ganz anders, was eine Untersuchung der potentiell positiven Rolle multinationaler Konzerne in Konfliktsituationen erschweren würde.

Neokolonialistische Ausbeuterei oder Beitrag zum ökonomischen Fortschritt in Ländern des Südens

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Konzerne für Investitionen in Ländern des Südens[11] steuerliche Begünstigungen oder staatliche Subventionen erhalten, während ein Großteil der Bevölkerung dringend auf staatliche Unterstützung angewiesen wäre und keine Hilfe bekommt. Hier stellt sich die Frage, ob es für die Situation in diesen Ländern besser wäre, wenn keine Konzerne investierten und sie ihrer Armut und Konflikten überlassen würden? Es ist nicht anzunehmen, dass das eine erfolgreiche Alternative wäre. Darum könnten Geschäftstätigkeiten des privaten Sektors eine Möglichkeit sein, solchen Regionen aus ihrer Misere zu helfen, indem Arbeitsplätze geschaffen und Impulse zur Modernisierung gesetzt werden.[12] Von dortigen Regierungen sind Unternehmen, die Rohstoffe fördern und exportieren, gerne gesehen, da dadurch ausländische Devisen ins Land kommen, mit denen viel für den Aufbau neuer Strukturen getan werden könnte. Problem dabei ist, dass diese Staatseinnahmen oft völlig falsch investiert werden, wenn nicht überhaupt in korrupten Kanälen verschwinden. Faktum ist jedoch, dass Konzerne die Verwaltung ihrer Zahlungen an Regierungen nicht (oder zumindest nur schwer) kontrollieren können. Ihre vorrangige Mission sei, Profite zu machen; darauf wurde von meinen Interviewpartnern in Oslo hingewiesen. Henrik Syse beispielsweise sprach von der so genannten „division of labour“ – einer Arbeitsaufteilung in unserer Gesellschaft, die von bestimmten Gruppen gewisse Ergebnisse erwarten lässt, so auch vom privaten Sektor. Erwartungen sollten trotzdem nicht zu hoch angesetzt werden. „It’s relevant to say to business leaders that their main obligation is to run a profitable company that makes it possible for shareholders to earn money, for employees to have a job and for customers to buy good products. But when companies decide to engage in zones of conflict, they must also accept that demands are higher.”[13]

Diese Aussage zeigt, dass sich Unternehmen in Konfliktgebieten nicht zu sehr in interne politische Angelegenheiten des Landes einmischen sollten, aber stets darauf achten müssen, den sozialen Kontext ernst zu nehmen und verantwortlich zu handeln, sodass bereits bestehende Probleme nicht verstärkt werden.

Potential zum Frieden?

Frieden als Abwesenheit von Krieg[14] zu deuten, stellt keine befriedigende Definition dar. Dennoch ist es in manchen Konfliktsituationen der Fall, dass zwar kein Krieg, aber auch kein Frieden herrscht. Man spricht dann von negativem Frieden. Dagegen versteht man unter positivem Frieden einen gerechten Zustand von Gleichheit, politischen und persönlichen Freiheiten, Selbstverwirklichungsmöglichkeiten sowie Abwesenheit von struktureller und personeller Gewalt.[15] Frieden kann aber auch als fairer Interessensausgleich zwischen Gruppen, als gerechte Aufteilung natürlicher Ressourcen bzw. als Verzicht auf Gewalt gedeutet werden, wobei nicht unbedingt Konfliktfreiheit herrschen muss.[16]

Können multinationale Konzerne etwas in punkto Frieden tun? – Tatsache ist, dass bereits viele Akteure, wie Regierungen, internationale Organisationen, NGOs, Akademiker sowie Think Tanks oder religiöse Gemeinschaften versucht haben, Frieden zu schaffen; allerdings gibt es noch immer zahlreiche Konflikte auf der Welt.[17] Das Bonn International Center for Conversion zählte für das Jahr 2004 insgesamt 42 bewaffnete Konflikte;[18] bei fast einem Drittel davon gab es einen Einfluss von Rohstoffen auf den Konflikt. Er wurde durch Ausbeutung von Rohstoffen verursacht, ausgelöst, verschärft oder finanziert. Internationale Staatengemeinschaft und Privatwirtschaft sind aufgefordert zu handeln, damit von der Förderung von Rohstoffen ein positiver, kein negativer Effekt ausgeht.[19] Auch Mary Robinson, frühere Präsidentin Irlands und Ex-Hochkommissarin für Menschenrechte, meinte, dass Konflikte, Menschenrechtsverletzungen oder Umweltverschmutzung nicht ohne Mithilfe des privaten Sektors gelöst werden sollten. Bisher haben sich multinationale Konzerne noch kaum mit Problemen in Konflikten beschäftigt, aber vielleicht hätten sie Mittel und Möglichkeiten, etwas zu ändern?[20]

In einer globalen Welt, wo multinationale Konzerne Geschäfte und Unternehmen auf der ganzen Welt verstreut haben, wäre es möglich, dass sich ihre Aufgaben, zumindest in einem gewissen Rahmen, ausdehnen bzw. ausweiten. Tatsache ist, dass sich Wirtschaft und Produktion stets weiterentwickeln müssen, damit es zu keinem ökonomischen Stillstand kommt. Warum sollte dieser Fortschritt nur technologisch passieren und nicht auch unter einem sozialen Aspekt – im Sinne von Menschenrechten und Frieden – stehen? Vermutlich könnten Konzerne in einer friedlichen Welt erfolgreichere Geschäfte machen, um bei deren eigentlichem Zweck und Ziel zu bleiben.

Die Welt braucht neue Theorien. Globalisierung allein ist zu wenig.

Eine Analyse des Verhaltens privatwirtschaftlicher Akteure ist nicht einfach durchzuführen, da es an entsprechenden Theorien mangelt. Die meisten jener zielen auf die Betrachtung von Staaten oder Institutionen ab. Dabei ist es eindeutig, dass multinationale Konzerne in der globalen Welt, die von gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und politischen Veränderungen durchzogen ist, eine immer wichtigere Rolle spielen. Staaten bleiben (vermutlich) die wichtigsten Akteure, aber nichtsdestotrotz kommen neue hinzu, wie internationale Organisationen, NGOs oder Konzerne. Man spricht heute von einem „mixed-actor model“.[21] Es wäre demnach dringend erforderlich, alte Theorien vielschichtiger zu gestalten, sodass auch Konzerne damit betrachtet werden können. Neue Theorien sollten nicht nur Staaten in den Mittelpunkt stellen, sondern explizit den privaten Sektor thematisieren. Bisher sind es vor allem Globalisierungstheorien, welche multinationale Konzerne zum Thema machen. Allerdings stellen sie Konzerne zumeist als Feindbild dar und stehen ihnen extrem kritisch gegenüber. Kritik an den Multis ist sehr wichtig, trotzdem sollte man sich fragen, wohin sie führt und ob sie bisher zur Veränderung des Verhaltens von Unternehmen beigetragen hat.

Allein der Begriff Globalisierung ist problematisch, da er nicht exakt, objektiv und analytisch scharf ist; meistens ist er negativ konnotiert. „The term is imprecise and its use is often heavily laden with ideological baggage.”[22]

Der frühere UNIDO-Chef Carlos Margarinos fordert mehr statt weniger Globalisierung.[23] Demnach sei „Globalisierung […] keine Bedrohung, sondern eine Chance, um weltweit soziale Marktwirtschaft einzuführen“.[24] Auch der kritische Soziologe Ulrich Beck meint: „Es gibt nur eines, das schlimmer ist, als von den Multis überrollt zu werden: nicht von den Multis überrollt zu werden.“[25] Vielleicht ist die Intensivierung von Austauschbeziehungen über nationale Grenzen hinaus, was Jürgen Habermas mit dem Begriff Globalisierung beschreibt,[26] tatsächlich ein Weg, soziale, ökologische und ökonomische Entwicklung zu forcieren und Armut, Konflikte und Kriege[27] Vergangenheit werden zu lassen?[28] Jedoch führt die Diskussion, was Globalisierung kann und was nicht, hier zu weit.

Neue Akteure – Neue Macht – Neue Verantwortung

Heute sind weltweit staatliche und nichtstaatliche Akteure, die gegenseitig auf sich einwirken, tätig und miteinander verbunden.[29] Vielfach wird befürchtet, dass Staaten im Vergleich zu multinationalen Konzernen an Macht verlieren. Es ist richtig, dass Konzerne heutzutage wachsenden internationalen Einfluss ausüben und ihre Anzahl sehr schnell zunimmt.[30] Während Habermas aber davon spricht, dass „den Nationalstaaten in den multinationalen Korporationen mächtige Konkurrenten entstanden“[31] sind, stellt er andererseits fest, dass nicht nur Konzerne, sondern auch internationale Regierungs- sowie Nicht-Regierungsorganisationen an Einfluss gewonnen haben und vielseitig bei diversen Entscheidungen mitwirken.[32] Die Tatsache, dass Konzerne trotz ihrer Macht und Verantwortung keiner internationalen Kontrolle unterliegen, ist problematisch. Dem Defizit an Kontrolle könnte von politischer Seite, wenn es gewollt und in Angriff genommen würde, entgegengewirkt werden.

Trotzdem macht es keinen Sinn, multinationale Konzerne zu verurteilen und sich über deren Macht und Einfluss zu brüskieren. Um nicht in der Kritik an Konzernen stecken zu bleiben, könnte man der Konzeption zur Globalen Ethik des Wittenberg-Zentrums folgen. Demnach sollten vorhandene Probleme gemeinsam bearbeitet werden, anstatt Schuldige zu suchen, weil das vorhandene Konflikte nur verschärfen würde.[33] Es wäre besser, die Gegenwart als gegeben zu akzeptieren und Alternativen aufzuzeigen, d.h. konkrete Ansprüche an den privaten Sektor zu formulieren. Wichtig wäre, gute Taten und Aktionen von Unternehmen einzufordern, da sie mit ihrer Finanzkraft und ihren im Vergleich zu internationalen Organisationen unbürokratischen Handlungsweisen einiges bewirken könnten.[34]

Immer öfter verpflichten sich Konzerne bestimmten Standards und Rechten von vornherein, auch wenn sie im Gesetz nicht eindeutig als Adressaten genannt werden. Das passiert, um sich abzusichern und davor zu schützen, in unangenehme und zeitaufwendige Gerichtsverfahren verwickelt zu werden. Gerade in Ländern des Südens mit schlecht entwickelter und ungenauer Gesetzeslage könnte dieser Trend dazu führen, dass der private Sektor dabei hilft, klare Rechtsvorschriften für in diesem Land tätige Konzerne zu schaffen.[35] Das könnte zu einer fairen Partnerschaft führen und dem Staat langfristig sehr gute Voraussetzungen in der Weltwirtschaft geben.

Manager werden in Konfliktgebieten mit Dilemmas konfrontiert, wo sie nicht wissen, was zu tun ist und wie sie damit umgehen sollen.[36] Fehlt es an Know-how und sozialem Verständnis, passieren Fehler. Trotzdem sollten sie Verantwortung übernehmen, insbesondere in Konflikten. Wenn sich Macht vergrößert, wächst damit verbundene Verantwortung, weil Macht und Verantwortung untrennbar sind. Problematisch ist jedoch, wenn Macht ohne Verantwortung ausgeübt wird.[37] Inwiefern sich multinationale Konzerne ihrer Verantwortung stellen, wird auch durch Entscheidungen der Unternehmensführung geprägt.[38] Wird eine durchdachte Strategie verfolgt oder geht es bloß um die unangenehme Notwendigkeit, etwas für die Gesellschaft tun zu müssen?

Ökonomische Entwicklung ist zwar nicht die einzige Bedingung für Frieden und Stabilität, sie kann aber die Wahrscheinlichkeit von Konflikten deutlich reduzieren. Geht es der Bevölkerung wirtschaftlich und sozial gut, hat sie in Konflikten zu viel zu verlieren. Mit verantwortungsvollen Geschäftstätigkeiten kann der private Sektor Frieden und Stabilität in einer Region fördern.[39] Das zeigt, dass die Wirtschaft bei der Armutsbekämpfung durchaus eine wichtige Rolle spielen könnte. Tatsache ist, wenn ein Akteur oder ein Land profitiert, muss nicht zwangsläufig ein anderer Akteur oder ein anderes Land verlieren. Eine Marktöffnung kann für arme Länder die einzige Chance für wirtschaftliche Entwicklung und mehr Wohlstand sein. Freier Welthandel und Öffnung der Grenzen allein reichen zwar nicht, um mehr Gleichheit, Gerechtigkeit und Wohlstand auf der Welt zu schaffen,[40] „aber kein Land der Welt, das sich nicht in die globale Wirtschaft einklinkt, hat je den Weg aus der Armut gefunden.“[41] Aus diesem Grund braucht es die Auseinandersetzung mit einer ethisch verantwortlichen Gestaltung von Handel. Anders formuliert: Ethische Globalisierung ist nötig.

Ethische Globalisierung

Stückelberger meint, dass die Weltwirtschaft schon sehr weit entwickelt ist, globale Politik und globale Ethik dieser hinterherhinken. Um nachhaltig zu wirtschaften und zu garantieren, dass alle Menschen von Globalisierung profitieren können, braucht es ethische Globalisierung. Dazu muss der globalen Politik, vor allem aber globaler Ethik eine sehr viel größere Rolle im internationalen System eingeräumt werden. Das wird in folgender Grafik veranschaulicht, die zwischen dem heutigen Zustand und einer wünschenswerten Situation in der Zukunft unterscheidet.[42]

Globalisierung in Wirtschaft, Politik und Ethik

Heutiger Zustand

Globale Ökonomie Globale Politik Globale Ethik

Zukunftsvision

Globale Ökonomie Globale Politik Globale Ethik

Die in der Grafik dargestellte Zukunftsvision inkludiert einen langwierigen Entwicklungsprozess, denn Ethik rentiert sich erst langfristig. Kurzfristiges Denken in Wirtschaftskreisen kennt nur Gewinnmaximierung als Ziel, ohne dabei auf den Weg dorthin zu achten. Auf lange Sicht wird damit kein Unternehmen erfolgreich sein und sich gezwungen sehen, umzudenken.[43]

Ethik – Recht der Armen, Pflicht der Reichen

Tatsache ist, dass es keinen Beweis dafür gibt, ob sich Ethik für Unternehmen auszahlt oder nicht – und zwar im Sinne von profitabler zu sein. „At this moment there is no evidence to either verify or falsify the argument that ethics pay in general.”[44] Laut Lene Bomann-Larsen wäre es nicht sehr vorteilhaft, Unternehmen zu versprechen, dass sie von ethischem bzw. sozial verantwortlichem Verhalten profitieren, weil es in der Praxis anders ausschauen könnte. Dieses Problem ist empirisch noch nicht erwiesen. Im Fall des Ergebnisses – Ethik ist nicht rentabel, würde Ethik für Konzerne kaum eine Rolle spielen, und die Motivation, ethisch zu handeln, wäre null. Deswegen legt Bomann-Larsen Wert darauf, dass Konzerne ethisch handeln sollen, weil es deren Pflicht ist und nicht, weil es für sie profitabel ist.

Henry Odera Oruka, ein Philosoph aus Kenia, versteht unter Ethik Verantwortung für andere Menschen sowie globale Gerechtigkeit, welche das Recht auf ein Minimum an Lebensniveau als ein absolutes Recht festlegt. Daraus ergibt sich, dass Entwicklungs- oder andere Hilfsprojekte nicht aus Mitleid passieren sollen, sondern Rechte der Armen und Pflichten der Reichen sind.[45] An dieser Stelle ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass Ethik und CSR eng zusammenhängen. Nach Oruka’s Auffassung dürften Konzerne CSR-Maßnahmen nicht aus dem Grund setzen, um selbst zu profitieren. Zum Beispiel darf die Befriedigung elementarer Bedürfnisse der Bevölkerung in Ländern des Südens auf keinen Fall unter dem Vorwand passieren, deren Zustimmung für bestimmte Geschäftsprojekte zu gewinnen, denn Unterernährte würden für Nahrungsmittel vermutlich allem zustimmen. Armut darf keinesfalls ausgenützt werden.

Armutsbekämpfung als Priorität

Unternehmen erkennen zunehmend, dass sie im Sinne der Nachhaltigkeit bei Tätigkeiten auf ein dynamisches Gleichgewicht zwischen sozialem Frieden, Erhaltung einer gesunden Umwelt und einer gut funktionierenden Wirtschaft achten müssen, um gegenwärtigen Generationen ein Leben in Würde zu ermöglichen, ohne dabei die Zukunft für kommende Generationen oder die nicht-menschliche Mitwelt zu gefährden.[46] Ihre Verantwortung besteht darin „Markt und Menschlichkeit zu vereinen und in Einklang mit der Natur zu bringen“.[47] Sie sind nicht mehr nur Shareholdern gegenüber Rechenschaft schuldig, sondern immer mehr für Gemeinwohl und öffentliche Aufgaben zuständig.[48]

In einer globalen Ökonomie[49], wie sie heutzutage existiert, hängen alle Märkte – arme und reiche – zusammen. Probleme ärmerer Länder betreffen daher genauso reiche Staaten und multinationale Konzerne. Daher ist das mit Abstand wichtigste Ziel Armutsbekämpfung.[50] Kriegerische Konflikte in Ländern des Südens verschlimmern die Armut der dortigen Bevölkerung und gefährden auch den Westen, weil in hoffnungslosen Situationen Gewaltbereitschaft, Wut und Hass gegen reiche Länder entstehen können.[51] [52]

Geographische Verteilung der Rohstoffe

Angesichts der Tatsache, dass die weltweite Anzahl an Konflikten nicht geringer wird, stellt sich die Frage, ob multinationale Konzerne etwas tun könnten, um das zu ändern? Faktum ist, dass gerade Rohstoffkonzerne gezwungen sind, dorthin zu gehen, wo es die benötigten Rohstoffe gibt. Dabei handelt es sich aufgrund der geographischen Verteilung der Rohstoffe zunehmend um Konfliktgebiete, weil in Industrieländern bereits fast alle Quellen ausgeschöpft wurden. Will ein Konzern neue Fördergebiete erschließen, muss er sich häufig in Länder mit erhöhten Sicherheitsrisiken und Kosten sowie sozialen und ökologischen Problemen begeben.[53] Rund 70 Prozent der weltweiten Ölproduktion findet außerhalb der OECD Länder statt, über 40 Prozent entweder außerhalb der OECD oder dem Mittleren Osten. Das zeigt, dass multinationale Ölkonzerne vor allem in Entwicklungsländern sehr präsent sind.[54]

Resource Curse: Rohstoffe als Fluch oder Segen?

Aufgrund der geographischen Verteilung von Rohstoffen sind viele Konzerne in Konfliktgebieten aktiv. Dabei handelt es sich oft um ölreiche, aber sozial arme Staaten mit enormen sozialen und wirtschaftlichen Problemen. In diesem Zusammenhang fällt häufig das Stichwort „Resource Curse“. Es bedeutet, dass Ressourcen für Länder häufig keinen Segen sondern Fluch darstellen.[55] Das mag absurd klingen, denn die Annahme läge nahe, dass ölreiche Länder gutes Wirtschaftswachstum und fortschrittliche Entwicklung aufweisen sollten. Tatsächlich ist es so, dass ölreiche Ökonomien ärmer sind als andere. Das zeigt eine Studie, bei der Statistiken von sechs ölreichen Staaten in den Bereichen Wirtschaft, Armut und menschliche Entwicklung mit denen von nicht Öl produzierenden Ländern verglichen wurden. Die ressourcenreichen haben im Vergleich langsameres Wirtschaftswachstum, höhere Militärausgaben und daher größere Armeen, niedrigere Lebenserwartung sowie höhere Analphabetenraten als ihre ressourcenarmen Gegenüber.[56]

Wenn Öl-Reichtum nicht zu Wirtschaftswachstum führt, handelt es sich um die „Dutch Disease“, die in armen und reichen Staaten auftreten kann. Als Beispiel wird hier gerne Norwegen, eines der reichsten Länder der Welt, angeführt. Als dort in den 1960er Jahren die Öl-Förderung startete, hatte das einen massiven wirtschaftlichen Rückgang in anderen Wirtschaftssektoren und hohe Inflation zur Folge. Der Unterschied zwischen Norwegen und Ländern des Südens ist folgender: Norwegen hat starke demokratische Strukturen, durch die erkannt und durchgesetzt wurde, dass Öl-Einnahmen in einen Pensionsfond[57] gelegt werden, was sicherstellen soll, dass auch zukünftige Generationen vom Ölreichtum profitieren.[58] In armen Ländern, wo sich ein Großteil des Staatseinkommens aus Einnahmen von Ölverkauf und Konzessionen sowie der Besteuerung exploitierender Unternehmen zusammensetzt, wird eine nachhaltige Verwendung des Geldes meistens durch schwache demokratische und korrupte Institutionen verhindert.[59]

Würden Einkünfte aus Rohstoff-Exporten richtig investiert, könnten viele Staaten der Armut entfliehen. Zu einer gesunden Ökonomie gehören aber politische Institutionen, Gesetze, sozialer Zusammenhalt im Staat, Zölle und Steuern – allesamt Faktoren, die in betroffenen Ländern häufig fehlen. In der Realität verschwinden Einnahmen aufgrund schwacher bzw. nicht-existenter politischer und ökonomischer Strukturen sehr oft in korrupten Kanälen, weil die Öffentlichkeit kaum Einblick in die Verwendung der Gelder hat.[60] Da das Volk in Ländern mit hohen Öl-Einnahmen oft keine Steuern abführen muss, hat es demnach auch keinen Anspruch auf Leistungen. Dadurch wird der Gesellschaft das Recht auf sinnvolle Investitionen, die der Allgemeinheit zugute kommen, abgesprochen. Diese Praxis verhindert die Entwicklung einer demokratischen, verantwortlichen Regierungspolitik. So kann es passieren, dass Öl gewissermaßen die Demokratie unterwandert.[61] Von den Einkünften aus dem Öl-Geschäft profitiert nur eine kleine Elite, der Großteil der Bevölkerung bekommt davon nichts ab. Schließlich werden Ungleichheiten im Land geschürt und Möglichkeiten auf Entwicklung und Fortschritt vertan.[62]

In Venezuela beispielsweise ist die durchschnittliche Bevölkerung trotz Hunderter Milliarden US-Dollar, welche die Regierung durch Öl-Exporte verdient hat, ärmer als vor 30 Jahren.[63] Reichtum einer kleinen Elite kann besonders für nahe an den Ölfeldern lebende Menschen, die davon nicht profitieren, sehr frustrierend sein. Im Jahr 2001 kam es in Nigeria zu einem Protest von ungefähr 150 Frauen, die friedlich, aber bestimmt, von dem dort tätigen Konzern Chevron Texaco Arbeit für ihre Männer und Söhne sowie Verbesserung ihrer Lebensumstände forderten.[64] Ein weiterer Grund, warum von Schwerindustrien relativ wenig Gewinne zur lokalen Bevölkerung durchsickern, liegt – abgesehen von korrupten Regierungen – darin begründet, dass nicht so viele Menschen Beschäftigung finden wie in anderen Industrien, weil ein Großteil der schweren Arbeit von Maschinen erledigt wird.[65]

Führt Rohstoff-Reichtum zu Konflikten?

Ob Länder mit großem Reichtum an natürlichen Ressourcen jedoch häufiger von Konflikten betroffen sind als ressourcenarme Staaten, wird hier nur kurz angesprochen, da eine Klärung dieser Frage, wenn überhaupt, nur äußerst umfangreich möglich wäre. Rohstoff-Reichtum allein stellt wohl keine Ursache für einen Konflikt dar, aber in Kombination mit anderen Faktoren, wie schlechter Regierungsführung, Korruption, extremer Einkommensunterschiede, niedrigem Wirtschaftswachstum, Plünderungen oder ethnischer Spannungen kann es zu einem Streit um diese Ressourcen kommen. Der könnte in der Folge zu einem Krieg führen.[66] Primärgüter, wie Öl, können Konflikte beeinflussen,[67] weil sie für Konfliktparteien eine Möglichkeit sein können, einen Konflikt zu finanzieren und somit auch zu verlängern.[68] In der offiziellen Debatte über Zusammenhang von natürlichen Ressourcen und Konflikten herrscht jedoch keine Einigkeit: Während die einen meinen, dass Ressourcen einen Krieg auslösen, aber nicht verlängern, glauben andere, dass genau der umgekehrte Fall wahr ist. Diese Unterschiede werden auf mannigfache Gründe zurückgeführt.[69]

Principle of double effect – Das Prinzip der Doppelwirkung

Das Prinzip der Doppelwirkung – besser bekannt unter der englischen Bezeichnung principle of double effect – geht davon aus, dass Tätigkeiten oft mehr als eine Wirkung hervorbringen, also mehrere – gute und schlechte – Nebenwirkungen haben können.[70]

Bomann-Larsen und Wiggen haben versucht, das Prinzip der Doppelwirkung – eigentlich ein altes Konzept[71] – für den Unternehmenskontext zu revidieren, um es auf aktuelle und konkrete Probleme der Geschäftswelt in Konfliktsituationen anwenden zu können.[72]

Tatsache ist, dass gerade Geschäftsaktivitäten multinationaler Konzerne in Konfliktgebieten bzw. ganz allgemein in Ländern des Südens oft dem Prinzip der Doppelwirkung unterliegen, was gewisse Zweifel aufkommen lässt, weil diese sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben können. Einerseits bieten Unternehmen der Bevölkerung die vielleicht einzige Chance, aus der Armuts- und Konfliktfalle zu entkommen. Andererseits können durch sie bestehende Probleme verstärkt werden oder neue hinzukommen. Besonders prekär und kompliziert wird es, wenn es sich dabei um nicht wünschenswerte, nachteilige Nebeneffekte handelt, die bestimmten Gruppen schaden. Wenn solche Auswirkungen zu erwarten waren und der Vorgang trotzdem fortgesetzt wurde, müssen die verursachenden Akteure Verantwortung dafür übernehmen. Sie sind schuld daran, wenn sie Nebenwirkungen geschehen ließen, ohne den Versuch unternommen zu haben, sie zu verhindern oder zumindest zu minimieren.[73] In der Realität passiert es aber, dass Nebeneffekte, die durch Geschäfte in Krisengebieten entstehen können, nicht immer vorhersehbar sind.[74]

In Konflikten wird mehr verloren als gewonnen

In dieser Arbeit geht es darum, was legale multinationale Konzerne gemäß ihrer Unternehmensverantwortung konkret beitragen könnten, um ein Land zu stabilisieren und um Frieden zu schaffen. Die Herausforderung ist, nicht zuzulassen, dass Krieg mehr Vorteile als Nachteile bzw. mehr Gewinne als Verluste bringt; andersherum wäre Kriegführen ohnehin absurd. Es muss ein Weg gefunden werden, zu zeigen, dass stabile und friedliche Situationen, sowohl in wirtschaftlicher, aber auch in sozialer Hinsicht für alle Gruppen mehr Nutzen haben als Krisensituationen. „If some people do well out of civil war they may not be particularly concerned to restore peace. Whereas they have increased incomes, all other groups will suffer sharply declining incomes and so have strong interest in peace. Overall the losers lose more than the winners gain, so that potentially there is scope for a mutually beneficial peace settlement.”[75]

Die Notwendigkeit von Alternativen zum Krieg

Unternehmen sollten sich überlegen, welche Alternativen zu Konflikten sie anbieten könnten, weil Frieden auch für sie selbst gewinnbringend wäre. Sie bräuchten zudem zuverlässige Ansprechpartner, die in Konfliktgebieten allerdings nur selten zu finden sind. Es bleibt daher die Frage offen, was der private Sektor in einer Region zu mehr Stabilität beitragen könnte.

Christophe de Margerie, Leiter der Öl-Exploration und Produktion beim französischen Konzern Total, bringt die Situation des exploitierenden Sektors auf den Punkt: „You can no longer just say, ‘I am the king’, and expect countries to give up their resources. You have to bring a win-win package, offering things like electricity generation, refining systems, training. You need to be sexy.“[76] Multinationale Konzerne müssen demnach heutzutage mehr bieten als früher. Welche Verhaltensoptionen ihnen in Konfliktsituationen zur Verfügung stehen, wird im dritten Kapitel behandelt.

KLÄRUNG DER METHODISCHEN VORGEHENSWEISE

Als analytische Ebene wird die Akteursebene gewählt, da untersucht werden soll, wie multinationale Konzerne aus der Rohstoffindustrie in Konfliktsituationen agieren, welche Rolle sie spielen, welche Verantwortung sie tragen bzw. tragen könnten, und inwiefern sie die lokale Situation sowohl für die Bevölkerung als auch für sich selbst verbessern könnten. Insgesamt geht es darum, aufzuzeigen, inwiefern multinationale Konzerne durch verantwortliches Handeln in Konfliktsituationen etwas bewirken können bzw. welcher Beitrag für die Lösung von Problemen geleistet werden kann.

Bei der methodischen Datenerhebung ist es nötig, in Primär- und in Sekundärliteratur zu unterscheiden. Betreffend letzterer ist anzumerken, dass es noch nicht viel spezifische Literatur zu diesem Thema gibt, insbesondere deutschsprachige Quellen sind noch rar. Grund dafür könnte sein, dass Unternehmen in Konfliktsituationen als Forschungsgegenstand eher vernachlässigt wurden, da bis vor kurzem eher das Verhalten von Nationalstaaten in Konflikten erforscht wurde. Dafür waren in den letzten Jahren der englischsprachige Raum und insbesondere auch Norwegen sehr fortschrittlich mit entsprechenden Berichten. Berücksichtigt wurden – in deutscher bzw. englischer Sprache – Bücher, Dokumente, Zeitungen, Magazine, Internet-Quellen sowie ein Radio-Bericht. Recherchiert wurde in diversen österreichischen Bibliotheken sowie im Rahmen eines Forschungsaufenthalts in Norwegen am International Peace Research Institute of Oslo (PRIO), am Fafo Institute for Applied International Studies sowie an der University of Oslo. Finanziert wurde der Forschungsaufenthalt in Oslo durch das Büro für Internationale Beziehungen der Universität Wien, das mir ein zweimonatiges Stipendium für kurzfristige wissenschaftliche Arbeiten im Ausland zuerkannte.

Sämtliches verwendetes Material zu überprüfen ist sehr schwer möglich, da dies den Zeitrahmen einer Diplomarbeit sprengen würde. Es wurde jedoch darauf geachtet, nur plausible Informationen zu verwenden; prinzipiell wurde der verwendeten Literatur Glauben geschenkt und ein Vertrauensvorschuss gewährt.

Der Forschungsaufenthalt in Oslo wurde geplant, nachdem ich merkte, dass der Forschungsstand in Österreich zu „Corporate Social Responsibility in Kriegen“ erst am Anfang steht. Es gibt zwar Personen, die sich mit CSR als Management-Konzept beschäftigen, aber der Aspekt der speziellen Verantwortung multinationaler Konzerne in Kriegen spielt darin keine Rolle und wurde bisher völlig ausgeklammert. Interessanterweise ist die Forschung in Oslo zu diesem Thema schon sehr weit fortgeschritten. Gründe dafür sind vermutlich, dass Norwegens Ölindustrie auch in Konfliktgebieten tätig ist, sodass die Öffentlichkeit sehr an ethischem, vorbildlichem und verantwortlichem Verhalten von Konzernen interessiert ist.

In Oslo fanden fünf englischsprachige Experteninterviews statt. Die Auswahl der Personen erfolgte nicht nach speziellen Kriterien; es reichte, wenn sich jemand ausführlich mit dem Thema CSR in Kriegen bzw. mit der Problematik „Business and Conflict“ beschäftigt hatte oder in der Erforschung dieses Bereichs tätig war.

Meine Gesprächspartner waren: Lene Bomann-Larsen von der Universität Oslo, wo sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Philosophie tätig ist und an ihrer Dissertation schreibt. Davor leitete sie ein Projekt, das sich mit CSR und den Nebeneffekten von Unternehmensaktivitäten, unter anderem in Kriegen, befasste. Erik Lundeby von der norwegischen Industriellenvereinigung, der Confederation of Norwegian Business and Industry, kurz NHO, beschäftigt sich mit Ethik sowie CSR und arbeitet an der Implementierung von moralischen Normen in der internationalen Wirtschaft. Greg Reichberg ist Senior Researcher und Programm-Leiter am PRIO, wo er zur Ethik von Krieg und Frieden sowie von internationalen Geschäftstätigkeiten forscht. Henrik Syse ist Senior Research Fellow am PRIO sowie Mitarbeiter beim Ethics-Program der Universität Oslo. Sein engeres Forschungsfeld ist das Verhältnis zwischen ethischer Theorie und moralischer Praxis, mit besonderem Fokus auf Krieg und Frieden. Seit September 2005 ist er für ein Jahr lang beim norwegischen Government Pension Fund tätig, wo er die Corporate Governance Sektion leitet. Mark Taylor, Deputy Managing Director beim Fafo Institute for Applied International Studies in Oslo, forscht zu Kriegsökonomien, Friedensoperationen, internationalen Organisationen und Menschenrechten sowie Sicherheit.

Einem zuerst schriftlich durchgeführten Interview per E-Mail mit Rodney MacAlister, auf den ich durch einen Hinweis von Henrik Syse aufmerksam wurde, folgte ein persönliches Treffen in London, um noch genauere Informationen zu bekommen sowie einige offene Fragen zu diskutieren. Früher war Rodney MacAlister beim Öl-Konzern ConocoPhillips unter anderem als Country-Manager für Kenia sowie als Business-Diplomat für das Aushandeln neuer Geschäfte mit verschiedenen afrikanischen Regierungen tätig. Aufgrund seines Insider-Wissens gründete er die Consulting-Firma „Business & Conflict Ltd.“. Sie ist darauf spezialisiert, Konzerne, die in Konfliktzonen tätig sind oder werden wollen, dahingehend zu beraten, wie sie sich verhalten sollen, damit sie einen bestehenden Konflikt nicht verschlimmern, sondern lokale Gegebenheiten und Risiken verstehen lernen und vielleicht sogar verbessern können. Mit Rodney MacAlister besuchte ich eine Veranstaltung von „International Alert“ zum Thema „Business and Conflict“ in der Royal Society of Arts in London, von wo ich einige interessante Informationen und Unterlagen mitnehmen konnte.

Auch in Österreich wurden Interviews durchgeführt, wobei die Problematik CSR in Kriegen nicht sehr ausführlich thematisiert werden konnte, sondern die Antworten eher allgemein auf das Konzept CSR oder auf CSR in Österreich bezogen waren. Folgende Personen wurden befragt: Eva Angerler von der Gewerkschaft der Privat-Angestellten, Robert Dempfer vom Österreichischen Roten Kreuz, Karin Lukas vom Boltzmann Institut für Menschenrechte und Martin Neureiter, selbständiger Unternehmensberater und Buchautor zu CSR Ein Telefongespräch gab es mit Roman Mesicek von respAct austria, dazumal CSR Austria.

Bei allen Interviews wurde die Form der offenen Befragung anhand eines Leitfadens gewählt. Vorteil dabei ist, dass man als Fragender weniger Hintergrundwissen benötigt und die Befragten relativ frei erzählen können, über welche Informationen und Erfahrungen sie verfügen, denn Zwischenfragen werden nur vereinzelt gestellt. Bei geschlossenen Interviews dagegen könnten die Experten nur von angebotenen Antwortmöglichkeiten wählen, womit deren Wissen nicht ausgeschöpft und man somit keine neuen Fakten bekommen würde. Offene Interviews verlangen den Befragten bestimmt mehr ab, weil sie ausführlich berichten und einen verständlichen Gesamtüberblick zum Thema geben sollten.

Es muss beachtet werden, dass sechs Interviews in Englisch geführt wurden, wobei drei von diesen Gesprächspartnern Englisch nicht als Muttersprache hatten. Theoretisch könnte das deren Ausdrucksmöglichkeiten eingeschränkt haben, doch hatte ich nicht das Gefühl, dass das die englische Sprache ein Problem für sie darstellte. Alle Personen zeigten große Gesprächsbereitschaft und Interesse an den Fragen.

Um den Befragten etwas Vorbereitungszeit zu geben, wurde ihnen der Gesprächs-Leitfaden vorab per E-Mail zur Verfügung gestellt. Der Leitfaden variierte etwas zwischen den einzelnen Interviewpartnern, wenn ein bestimmter Bereich von jemandem genauer behandelt werden sollte. Es wurden aber stets ähnliche Fragen gestellt, um die Informationen leichter verwerten zu können.

Alle Fakten aus den qualitativen Interviews gelten als Primärliteratur. Ziel bei den Gesprächen war stets, neue Fakten, Meinungen und Sichtweisen zu erlangen sowie das eigene Wissen und Verständnis zu überprüfen bzw. zu diskutieren. Auch die Aktualität von Informationen, die man durch Interviews erreicht, ist zu betonen. Sie sind eine wichtige Ergänzung zur Sekundärliteratur, weil diese, bis sie erscheint, nicht mehr ganz aktuell ist. Die Ergebnisprotokolle aller Interviews wurden von den GesprächspartnerInnen inhaltlich überprüft und sind im Anhang der Diplomarbeit zu finden.

Zur Auswertung des gewonnenen Materials wird ein Methoden-Mix aus hermeneutischer Methode und komparativer Analyse gewählt. Dementsprechend wird die induktive Vorgehensweise herangezogen. Im Laufe des Forschungsprozesses soll dadurch ein tiefgründiges Verständnis der Problematik erlangt werden, sodass zentrale Aussagen über die Forschungsfrage möglich sind.

1.RECHTLICHER STATUS PRIVATWIRTSCHAFTLICHER AKTEURE UND IHRE VERANTWORTUNG IN KONFLIKTSITUATIONEN

Im Rahmen meines Themas, das privatwirtschaftliche Unternehmen als Akteure in Konfliktsituationen untersucht, muss auch deren Rolle in der heutigen globalisierten Welt betrachtet werden. Interessant ist die Diskussion, ob multinationale Konzerne Völkerrechtssubjekte darstellen bzw. ob sie rechtlicher Kontrolle unterliegen. Bevor der Versuch unternommen wird, Reichweite und Grenzen der Verantwortung nichtstaatlicher Akteure in Konflikten abzustecken, erfolgt eine Begriffsklärung.

1.1 Begriffsklärung privatwirtschaftlicher Akteure

Während man im Deutschen von trans- oder multinationalen Konzernen bzw. Unternehmen spricht, sind im Englischen die Bezeichnungen multinational oder transnational corporations (MNCs oder TNCs) bzw. auch multinational enterprises geläufig. Man merkt, dass es nicht den einen Begriff gibt, und doch gibt es nur geringe inhaltliche Unterschiede.

[...]


[1] „Akteure“ sind Einheiten, die eine erkennbare Rolle im internationalen System spielen. Die Verwendung dieser Bezeichnung entstand als Alternative zum einseitigen Wort Staat, da heute verschiedene Gebilde Teil des Weltgeschehens sind, auch multinationale Konzerne. (Vgl. Evans, „Actor“, 1998, 4f.)

[2] Vgl. Nohlen, „Transnationale Konzerne“, 1993, 540.

[3] Zum Verhältnis zwischen Konzernen und Staaten wird im Theorieteil bzw. im ersten Kapitel ausführlich Stellung genommen, da die Diskussion hier zu weit führen würde.

[4] Eine Diskussion des Begriffs Corporate Social Responsibility ist im 2. Kapitel zu finden.

[5] Rittberger, 2004, 15f.

[6] Vgl. Christian Aid, www.christian-aid.org.uk/indepth/0401csr/, 2004, 57.

[7] Vgl. Ballentine/ Nitzschke, 2004, 47

[8] Vgl. Kronberger, 2004, 40ff.

[9] Krisen sind festgefahrene, friedensbedrohende Konfliktsituationen, bei denen eine kleine Elite entscheidet, ob es zum bewaffneten Krieg oder zu Stabilität und Frieden kommt. (Vgl. Nohlen, „Krise“, 1993, 272)

[10] Vgl. Evans, „MNC“, 1998, 333.

[11] Die weit gefasste Bezeichnung „Länder des Südens“ steht für Länder mit geringem Einkommen und großen sozialen Problemen in Afrika, Asien, Zentral- und Südamerika.

[12] Als Argument auf die mögliche Kritik, dass multinationale Konzerne Menschen in Ländern des Südens ausbeuten und ausnützen würden, kann Folgendes angemerkt werden: Erstens sind die Menschen dort auf Arbeitsplätze angewiesen und zweitens behandeln westliche Firmen ihre Arbeiter besser und zahlen ihnen höhere Löhne als lokale Firmen. (Vgl. Panagariya, 2004, 149f.)

[13] Interview mit Henrik Syse, 2005, im Anhang dieser Arbeit.

[14] Vgl. Evans, „Peace“, 1998, 423.

[15] Vgl. Nohlen, „Frieden“, 1993, 156.

[16] Vgl. Stückelberger, 2001, 67.

[17] Die genaue Anzahl der Konflikte ist davon abhängig, welche Institution zählt. Der Grund dafür sind die unterschiedlichen Kriterien, wann es sich um einen Konflikt handelt – ab einer Opferzahl von 25 oder 1000 pro Jahr. Das Uppsala Conflict Data Program, das jährlich aktualisiert wird, hält bei 119 bewaffneten Konflikten im Zeitraum vom 1989 bis 2004. (Vgl. Uppsala Conflict Data Program, www.pcr.uu.se/database/ 2006) Es folgt der Definition von 25 Opfern pro Jahr. (Vgl. Uppsala Conflict Data Program, www.pcr.uu.se/database/definitions_all.htm, 2006) Das Carter Center in Atlanta kommt bei gleicher Definition auf ungefähr 110 Konflikte. (Vgl. The Carter Center, http://cartercenter.org/peaceprograms/program12.htm, 2006)

[18] Siehe dazu auch die Grafik über die Anzahl der Toten nach Jahren und Weltregionen von 1989 – 2004 im Anhang der Arbeit.

[19] Vgl. Bonn International Center for Conversion, www.bicc.de/press/index.php, 2005.

[20] Vgl. Protokoll des persönlichen Treffens mit Rodney MacAlister, 2005, im Anhang dieser Arbeit.

[21] Vgl. Evans, „Neoliberalism“, 1998, 362.

[22] Evans, „Globalization“, 1998, 201.

[23] Vgl. Mittermair-Weiss, 2005, 19.

[24] Lammer, 2005, 18.

[25] Hamann, 2001, 44f.

[26] Vgl. Habermas, 1998, 101.

[27] „Konflikt“ ist ein sozialer Zustand, bei dem zwei oder mehrere Akteure unterschiedliche, sich einander ausschließende bzw. unvereinbare Ziele verfolgen. Diese Situation kann auch als Krieg wahrgenommen werden. (Vgl. Evans, „Conflict“, 1998, 93)

[28] Vgl. NHO, 2002, 9.

[29] Vgl. Nohlen, „Internationale Beziehungen/ Internationale Politik“, 1993, 229.

[30] Vgl. Habermas, 1998, 103.

[31] Habermas, 1998, 119.

[32] Vgl. Habermas, 1998, 109.

[33] Vgl. Wittenberg-Zentrum, www.wcge.org, 2005.

[34] Ein Beispiel, welches Möglichkeiten und Potential von transnationalen Konzernen aufzeigt, ist, dass diese zum Teil mehr Geld in Forschung investieren als so mancher Staat und weltweit bereits die Hälfte aller Forschungsausgaben aufwenden. (Vgl. Kugler, 2005, 29)

[35] Vgl. Interview mit Rodney MacAlister, 2005, im Anhang dieser Arbeit.

[36] Vgl. Protokoll des persönlichen Treffens mit Rodney MacAlister, 2005, im Anhang dieser Arbeit.

[37] Vgl. Stückelberger, 2001, 77.

[38] Vgl. Rittberger, 2004, 29.

[39] Vgl. Bais, 2005, 12.

[40] Vgl. CorporAID Magazin Nr.8, 2006, 62.

[41] CorporAID Magazin Nr.8, 2006, 62.

[42] Vgl. Stückelberger, 2001, 28.

[43] Vgl. Stückelberger, 2001, 210.

[44] Interview mit Lene Bomann-Larsen, 2005, im Anhang dieser Arbeit.

[45] Vgl. Graneß, 2005, 36.

[46] Vgl. Stückelberger, 2001, 63.

[47] Gruber, www.iufe/download/CoRBeitrag.pdf, 2003.

[48] Vgl. Homann, 2004, 1.

[49] Habermas verweist auf die Unterscheidung zwischen internationaler und globaler Ökonomie, wobei erstere durch nationale und internationale Institutionen reguliert wird und nach dem Kalten Krieg entstand, letztere dagegen großteils dereguliert vor sich geht und eine Domäne des späten 20. Jahrhunderts darstellt. (Vgl. Habermas, 1998, 103)

[50] Vgl. Nowak, 2006, 6.

[51] Vgl. Protokoll des persönlichen Treffens mit Rodney MacAlister, 2005, im Anhang dieser Arbeit.

[52] Kooperieren terroristische Gruppen, wie beispielsweise Al-Qaeda, die sich vor allem in armen und instabilen Regionen aufhalten, mit der lokalen Bevölkerung, kann das weltweite Auswirkungen haben. (Vgl. Protokoll des persönlichen Treffens mit Rodney MacAlister, 2005, im Anhang dieser Arbeit) Der 11. September 2001 hat den Zusammenhang von globaler Sicherheit und Gerechtigkeit gründlich offenbart. (Vgl. Gruber, www.iufe/download/CoRBeitrag.pdf, 2003)

[53] Vgl. Protokoll des persönlichen Treffens mit Rodney MacAlister, 2005, im Anhang dieser Arbeit.

[54] Vgl. Swanson, 2002, 13.

[55] Vgl. Pauwels, 2003, 4.

[56] Vgl. dazu den Report von Christian Aid, www.christian-aid.org.uk/indepth/0305cawreport/fuellingpoverty.htm, 2003, 5.

[57] Im „Government Pension Fund“ (ehem. Norwegian Petroleum Fund) werden Erträge aus der Erdölproduktion in Auslandsinvestitionen angelegt. Eine Ethikkommission entscheidet über das Fondmanagement.

[58] Vgl. Christian Aid, www.christian-aid.org.uk/indepth/0305cawreport/fuellingpoverty.htm, 2003, 6.

[59] Vgl. Christian Aid, www.christian-aid.org.uk/indepth/0305cawreport/fuellingpoverty.htm, 2003, 9.

[60] Vgl. Birdsall, 2004, 79 – 80.

[61] Vgl. Christian Aid, www.christian-aid.org.uk/indepth/0305cawreport/fuellingpoverty.htm, 2003, 9.

[62] Vgl. Pauwels, 2003, 4.

[63] Vgl. The Economist I, 2005, 11.

[64] Vgl. Christian Aid, www.christian-aid.org.uk/indepth/0305cawreport/fuellingpoverty.htm, 2003, 6f.

[65] Vgl. Ross, 2004, 350.

[66] Vgl. Pauwels, 2003, 4.

[67] Vgl. Ross, 2004, 338ff.

[68] Vgl. Interview mit Mark Taylor, 2005, im Anhang dieser Arbeit.

[69] Genaueres darüber ist bei Ross, 2004, nachzulesen.

[70] Vgl. Wiggen, 2004, 4.

[71] In der westlichen Gedankenwelt beschäftigte sich wahrscheinlich erstmals Thomas von Aquin (ungefähr 1224 – 1274) mit dem Prinzip der Doppelwirkung und zwar in Bezug auf Töten in Notwehr. Er wollte herausfinden, wie man vor Gott die Doppelwirkung rechtfertigen kann, dass man sich durch Notwehr zwar einerseits selbst gerettet, aber andererseits trotzdem jemanden getötet hat. (Vgl. Reichberg, 2004, 18ff)

[72] Vgl. Wiggen, 2004, 6.

[73] Vgl. Wiggen, 2004, 4.

[74] Vgl. Reichberg, 2004, 23.

[75] Collier, 2000, 104.

[76] The Economist I, 2005, 12.

Details

Seiten
189
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783956361197
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v225128
Institution / Hochschule
Universität Wien – Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Politikwissenschaften
Note
1,0
Schlagworte
soziale verantwortung multinationaler konzern konflikt frieden völkerrecht

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Titel: Corporate Social Responsibility in Kriegen