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Mobiles Internet - Wahrnehmung und Akzeptanz in der Zielgruppe "Mobile Generation"

Diplomarbeit 2003 105 Seiten

BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung, Social Media

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Ausgangslage und Problemstellung der Arbeit
1.2 Abgrenzung und Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit und Vorgehensweise

2 Grundlagen
2.1 Begriffe und Definitionen
2.1.1 Mobiles Internet
2.1.2 Mobile Commerce
2.1.3 Mobile Business
2.2 Erfolgsfaktoren des M-Business
2.2.1 Ubiquität und Convenience
2.2.2 Erreichbarkeit
2.2.3 Lokalisierung
2.2.4 Personalisierung und Identifizierung
2.3 Wachstumsfaktoren des M-Business
2.3.1 Anzahl der Mobilfunkkunden
2.3.2 Penetration mit IME
2.3.3 Konsumentennachfrage
2.4 Marktüberblick im M-Business
2.4.1 Wertschöpfungskette des M-Business
2.4.2 Wertschöpfungsbereiche des M-Business

3 Technologien und Anwendungen des mobilen Internets 19
3.1 Mobile Telekommunikationstechnologien
3.1.1 Mobile Endgeräte
3.1.2 Übertragungstechnologien
3.1.2.1 GSM
3.1.2.2 HSCSD
3.1.2.3 GPRS
3.1.2.4 UMTS
3.1.2.5 Ausblick
3.1.3 Applikationsplattformen
3.1.3.1 WAP
3.1.3.2 iMode
3.1.4 Mobile Schlüsseltechnologien
3.2 Mobile Anwendungen
3.2.1 Information
3.2.2 Kommunikation
3.2.3 Entertainment
3.2.4 Transaktion

4 Konsumverhalten der „Mobile Generation“
4.1 Besonderheiten des Dienstleistungsmarketings
4.2 Segment „Mobile Generation“
4.2.1 Grundlagen der Marktsegmentierung
4.2.2 Segmentierungskriterien
4.2.2.1 Sozio-ökonomische Kriterien
4.2.2.2 Psychografische Kriterien
4.2.2.3 Kriterien des beobachtbaren Kaufverhaltens
4.2.3 Segmentbewertung
4.3 Einflussfaktoren des Konsumverhaltens
4.3.1 Untersuchungshintergrund
4.3.2 Wahrgenommene Nutzenmotivationen
4.3.3 Wahrgenommene Risiken
4.3.4 Hypothesen zur Evaluationsstudie

5 Evaluationsstudie zur Wahrnehmung und Akzeptanz des mobilen Internets
5.1 Grundlagen der Befragung
5.1.1 Ausgangslage
5.1.2 Theoretische Grundlagen
5.1.3 Methodische Grundlagen
5.2 Ergebnisdarstellung der Befragung
5.2.1 Demografische Struktur
5.2.2 Mobilfunkstruktur
5.2.3 Nutzungsverhalten
5.2.4 Interessen
5.2.5 Motivationen und Risiken
5.3 Analyse der Ergebnisse
5.3.1 Analysemethodik
5.3.2 Test auf signifikante Unterschiede in den Altersgruppen
5.3.2 Hypothesenprüfung
5.4 Zusammenfassung der Ergebnisse

6 Ableitung von Ansätzen zielgruppenspezifischer Vermarktungsstrategien
6.1 Leistungspolitik
6.2 Kommunikationspolitik
6.3 Preispolitik
6.4 Distributionspolitik

7 Zusammenfassung und Ausblick

Verzeichnis der benutzten Literatur

Verzeichnis sonstiger Quellen

Anlagen

Eidesstattliche Erklärung

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Definition des Begriffs „Mobiles Internet“

Abb. 2: Definition des Begriffs „Mobile Commerce“

Abb. 3: Definition des Begriffs „Mobile Business“

Abb. 4: Technologiestruktur je 100 Einwohner in Deutschland

Abb. 5: Anzahl der Mobilfunkkunden in Deutschland

Abb. 6: Altersstaffelung M-Business Markt

Abb. 7: Mobiles Internet als Chance

Abb. 8 Wertschöpfungskette des M-Business

Abb. 9: Entwicklung von Datenübertragungsprotokollen

Abb. 10: Segmentierungskriterien der „Mobile Generation“

Abb. 11: Hypothesensystem zur Evaluationsstudie

Abb. 12: Berufliche Tätigkeiten der Teilnehmer

Abb. 13: Marktanteile der Netzbetreiber im Vergleich

Abb. 14: Penetration mobiler Internettechnologien bzw. –dienste

Abb. 15: Akzeptanz und Zufriedenheitsindex derzeitiger Dienste

Abb. 16: Präferenz der Abrechnungsart

Abb. 17: Bevorzugte mobile Endgeräte

Abb. 18: Gewünschte Informationsdienste

Abb. 19: Gewünschte Kommunikationsdienste

Abb. 20: Gewünschte Entertainmentdienste

Abb. 21: Gewünschte Transaktionsdienste

Abb. 22: Motivationen der Nutzung

Abb. 23: Risiken der Nutzung

Abb. 24: Zukunftspotenzial des mobilen Internets

Abb. 25: t-Wert als Prüfmaß des Mittelwertvergleichs bei unabhängigen Stichproben

Abb. 26: Signifikante Unterschiede beim Interesse an Diensten

Abb. 27: Signifikante Unterschiede bei Motivationen und Risiken

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Ausgangslage und Problemstellung der Arbeit

Vor dem Hintergrund eines zunehmend gesättigten Marktes für mobilen Sprach-verkehr in Deutschland, stellen mobile Datendienste für die Anbieter nicht nur eine Chance dar, vielmehr ist ihr Markterfolg zwingend notwendig, um auch in Zukunft entsprechende Umsätze zu generieren. Sie gehören somit zu den Wachstums-motoren der gesamten mobilen Industrie. Demzufolge ist es nicht verwunderlich, dass die Möglichkeit des Zugriffs auf Daten durch mobile Endgeräte derzeit eine revolutionäre Entwicklung wie seinerzeit das stationäre Internet erfährt. Die Markt-einführung mobiler Datenübertragung im Jahr 1999, bekannt geworden unter dem Namen „WAP“, fiel jedoch, geprägt durch eine zu hohe Erwartungshaltung der Konsumenten, eher ernüchternd aus. Um dem mobilen Internet nun zum endgül-tigen Durchbruch im Massenmarkt zu verhelfen, wird in allen Leistungsbereichen konsequent an einer Optimierung des Kundennutzens gearbeitet.

Die Technologie, der Bedienkomfort, sowie die Kosten der Nutzung verbessern sich dabei laufend zu Gunsten der Teilnehmer. Das Handy, ausgestattet mit gro-ssem Farbdisplay und Kamera, ist zu einem Informations- und Unterhaltungs-terminal konvergiert, der als mobiler Assistent in vielen Lebenslagen zur Verfü-gung steht. Mit GPRS ist bereits seit längerem eine Technologie auf dem Markt, die neben einer deutlich verbesserten Übertragungsgeschwindigkeit, auch ein attraktives Tarifmodell auf Basis des übermittelten Datenvolumens zulässt. Nicht zuletzt soll noch in diesem Jahr mit der Einführung des Mobilfunksystems der dritten Generation die Qualität mobiler Dienste auf ein ganz neues Niveau geho-ben werden.

Die für den Erfolg entscheidende Rolle spielen jedoch die angebotenen Services[1], denn sie sind die eigentlichen Motivatoren für den Kunden[2], das mobile Internet zu nutzen. Eine Vielzahl an den unterschiedlichsten Diensten ist bereits auf dem Markt, und täglich kommen Neue dazu. Der Konsument wird auf lange Sicht aber nur Dienste in Anspruch nehmen, die ihm neben einem hohen Maß an Bedürfnis-befriedigung auch einen tatsächlichen Mehrwert bieten. Nur dieser faktische Nutzen wird den – im stationären Internet mit kostenfreien Services verwöhnten – Kunden unter Umständen veranlassen, Zahlungsbereitschaft zu signalisieren. Die Hauptaufgabe der Anbieter besteht somit in der Identifikation und Vermarktung potenziell erfolgversprechender Dienste.

Doch wer sind die Konsumenten? Welche Zielgruppen können dem mobilen Inter-net zum Erfolg verhelfen? Vor allem in der Generation der Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat sich das Handy als modernes Lifestyle- und Kommuni-kationsprodukt entwickelt. Diese Altersgruppe hat bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass sie neuen Technologien und Anwendungen aufgeschlossen gegen-über steht. Des weiteren verfügen die jungen Leute neben langfristigem Potenzial bereits schon heute über eine nicht zu unterschätzende Kaufkraft (vgl. Diehl 2002). Ist die „Mobile Generation“[3] eventuell der Schlüssel für die Durchdringung des Massenmarktes mit mobilen Datendiensten?

1.2 Abgrenzung und Zielsetzung der Arbeit

In dem durch hohe Entwicklungsdynamik geprägten Mobilfunkmarkt stellt die Vermarktung des komplexen Produkts[4] „Mobiles Internet“ für die Anbieter eine erhebliche Herausforderung dar. Im Vergleich zur Einführungsphase genügt die Leistungsfähigkeit und das Preisverhältnis dieser Innovation den Marktanforde-rungen zwar in höherem Maße, jedoch mangelt es bei den Konsumenten noch an der notwendigen Aufmerksamkeit und Akzeptanz. Das Gestalten eines „maßge-schneiderten“ Marketing-Mix für eine Zielgruppe, die mit ihrem Nutzungsverhalten den Massenmarkt auf Neuerungen aufmerksam macht, Trends prägt und durchsetzt, kann hier eine Erfolgsstrategie sein.

Die schon zuvor angesprochenen jungen Erwachsenen haben das Einnehmen dieser Early-Adopter-Funktion bereits mit Aufkommen des stationären Internets und der SMS-Dienste eindrucksvoll unter Beweis gestellt (vgl. Youngcom! 2002, S. 4). Der Zielgruppe „Mobile Generation“ gilt deshalb in dieser Arbeit die volle Aufmerksamkeit. In diesem Kontext betrachtet die vorliegende Arbeit nur den B2C-Bereich für mobile Internetanwendungen, wobei sich auf den deutschen Markt beschränkt werden soll.

In Bezug auf das Leistungsspektrum des mobilen Internets sollen im Rahmen die-ser Arbeit vielversprechende Prognosen, nüchterne Kundenwünsche und das enorme technisches Potenzial in Beziehung gesetzt werden. Ziel dieser Arbeit ist im besonderen die Untersuchung der Wahrnehmung und der Akzeptanz mobiler Datendienste in der anvisierten Zielgruppe mittels einer empirischen Studie. In die-sem Zusammenhang sollen auf Basis der identifizierten zielgruppenspezifischen Merkmale, strategische Anhaltspunkte für eine differenzierte Vermarktung von mobilen Datendiensten abgeleitet werden.

1.3 Aufbau der Arbeit und Vorgehensweise

Das zweite Kapitel dieser Arbeit dient der grundsätzlichen thematischen Orien-tierung. Nach Definition und Abgrenzung relevanter Begriffe, wird auf die spezi-fischen Erfolgsdeterminanten des mobilen Internets eingegangen. Anschließend sollen die Marktentwicklungen anhand entscheidender Wachstumsfaktoren aufge-zeigt werden. Die Darstellung der Bereiche und Marktteilnehmer des mobilen Internets im Rahmen der Erörterung der Wertschöpfungsstrukturen runden das Kapitel ab.

Die mobilen Technologien und Anwendungen, aus denen sich das Leistungs-bündel „Mobiles Internet“ zusammensetzt, werden im dritten Kapitel vorgestellt. Im Sinne einer überblickhaften Darstellung wird dabei auf die Schilderung technolo-gischer Details verzichtet. Vielmehr ist von Interesse, welche Anwendungen durch neue Schlüsselentwicklungen im Bereich Infrastruktur möglich geworden sind bzw. noch möglich werden. Eine kategorische Einordnung soll dabei helfen, einen Überblick über die Vielzahl an mobilen Datendiensten zu geben.

Mit der Auseinandersetzung der anvisierten Zielgruppe wird sich im vierten Kapitel dem eigentlichen Untersuchungsschwerpunkt dieser Arbeit genähert. Nach einer Einordnung des Produkts „Mobiles Internet“ in den Dienstleistungsbereich und der Erörterung der sich daraus ergebenen Besonderheiten für das Marketing, soll die „Mobile Generation“ zunächst anhand der Kriterien der Marktsegmentierung be-schrieben werden. Im Rahmen der Analyse der Einflussfaktoren des Konsum-verhaltens der Zielgruppe werden im Anschluss, durch die Herausarbeitung mög-licher wahrgenommener Motivationen und Risiken das mobile Internet zu nutzen, Ansätze für die eigene Forschung formuliert.

Das fünfte Kapitel widmet sich der empirischen Untersuchung in der Zielgruppe. Nach Beschreibung der theoretischen und methodischen Vorgehensweise sowie deren Besonderheiten, werden die Ergebnisse der Marktforschung dargelegt. Diese werden anschließend auf signifikante Unterschiede in der Teilnehmer-struktur getestet, um detaillierte Angaben zur Wahrnehmung und Akzeptanz von mobilen Anwendungen in der Zielgruppe zu liefern und die Prüfung der formulier-ten Hypothesen zu erlauben.

Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse sollen im sechsten Kapitel Ansätze für eine spezifische Vermarktung mobiler Datendienste in der „Mobile Generation“ abgeleitet werden. Betrachtet werden dazu Aspekte der Leistungs-, Kommuni-kations-, Preis und Distributionspolitik.

In einem Resümee werden die Erkenntnisse dieser Arbeit zusammengefasst und ein Ausblick auf mögliche zukünftige Entwicklungen des mobilen Internets gege-ben.

2 Grundlagen

2.1 Begriffe und Definitionen

Die beobachtbare Marktdynamik hat bisher eine präzise Definition von Begriffen, die mit mobilen Systemen in Verbindung stehen, nicht ermöglicht. Unterschied-liche wissenschaftliche Auffassungen in Bezug auf den Umfang des inhaltlichen Abdeckungsgrades macht eine klare Abgrenzung der Begriffe untereinander problematisch. Die im folgenden dargestellten wichtigsten Begriffserklärungen sind aber geeignet, eine Vorstellung über die zu behandelnde Materie zu liefern.

2.1.1 Mobiles Internet

Mobiles Internet entsteht durch die Konvergenz des Internets mit mobilen End-geräten. Der Begriff „Internet" repräsentiert in diesem Zusammenhang unter-einander vernetzte LANs, eine Gemeinschaft von Nutzern und eine Sammlung von Ressourcen, die über das Netz erreicht werden können (vg. Hoffmann 1996, S. 105). Mobilität definiert hier die Fähigkeit, Zugang zu Informationen und Ser-vices zu jeder Zeit und an jedem Ort zu erhalten (vgl. Diederich et al. 2001, S. 17). Wir können gewissermaßen von einer „Mobilität der Information“ sprechen (Steimer/ Maier/ Spinner 2001, S. 10). Services können dabei z.B. der Abruf von Wetterinformationen oder der Kauf von Wertpapieren sein. Als mobile Endgeräte[5] werden in dieser Arbeit alle Geräte bezeichnet, die per Mobilfunk kommunizieren können, wie z.B. Mobiltelefon oder PDA (vgl. Schiller 2000, S. 26).

Aus den vorgestellten Erläuterungen wird für diese Arbeit in Abbildung 1 eine eige-ne Definition des mobilen Internets abgeleitet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Definition des Begriffs „Mobiles Internet“ (eigene Darstellung)

Seit IP-Adressen nicht mehr standort-, sondern gerätegebunden sind, ist das Internet per Definition mobil. Die Änderung des Standortes eines Servers oder eines Mobiltelefons ändert nichts an der Funktionsweise dieses Systems. Eine Umstellung des herkömmlichen Internets auf mobile Geräte fällt demzufolge relativ leicht (vgl. Amor, 2002, S. 109). Gegenüber dem stationären Internet sind z.B. mit ortsunabhängigem Zugriff oder Lokalisierungsmöglichkeiten klaren Vorteile auszu-machen. Das bedeutet, dass per Handy auf das drahtlose Internet potenziell von jedem Ort der Welt zugegriffen und vice versa der Zugriffsort überall lokalisiert werden kann. Die Verlagerung des Internets auf mobile Geräte bewirkt demzu-folge neben der Ausweitung des Wirkungsbereiches auch eine Erweiterung des Leistungsspektrums.

2.1.2 Mobile Commerce

In Bezug auf die Geschäftsabwicklung mit mobilen Endgeräten wird häufig von Mobile Commerce, oder auch M-Commerce, gesprochen. Nach einer Studie von Durlacher definiert sich M-Commerce als jede über ein mobiles Telekommunika-tionsnetzwerk durchgeführte monetäre Transaktion (vgl. Müller-Veerse 2000, S. 7). Die Definition des britischen Instituts Ovum ist detaillierter in ihrer Bedeutung, aber mit der von Durlacher identisch. Dort wird M-Commerce als Nutzung eines mobilen und öffentlichen Mobilfunknetzes definiert, um Zugang zu Informationen zu erhalten und Transaktionen durchzuführen, die über einen Wertetransfer im Austausch mit Informationen, Dienstleistungen oder Waren erfolgen (vgl. Ovum 2000). In den meisten Betrachtungen des M-Commerce muss festgestellt werden, dass „hier der transaktionale Anteil der Geschäftsabwicklung im Vordergrund steht“ (Lehner 2002, S. 8).

Da M-Commerce neben Transaktionsprozessen auch Informations- und Kommu-nikationsprozesse enthält, sind die dargelegten Definitionen insgesamt noch un-zureichend (vgl. ebd.). Die in Abbildung 2 vorgestellte Definition berücksichtigt die-se Feststellungen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Definition des Begriffs „Mobile Commerce“ (Steimer/ Maier/ Spinner 2001, S. 10)

Insgesamt betrachtet ist der Begriff des „M-Commerce“ jedoch zu stark mit dem Durchführen von Transaktionen, also dem Kauf von Waren verbunden, als das er z.B. Offline-Spiele oder personalisierte Zeitungen mit einschließen würde (vgl. Zobel 2001, S. 3). Für das im Rahmen dieser Arbeit zu bearbeitende Thema engt er damit die weiteren Betrachtungen zu sehr ein und führt zum Begriff des „Mobile Business“.

2.1.3 Mobile Business

Der Begriff des „Mobile Business“ ist weiter gefasst und stellt ein Konzept dar, welches alle Formen betrieblicher Anwendungen mit mobilen Geräten einschließt. Er beinhaltet sämtliche Geschäftsprozesse eines Unternehmens, die auf mobiler Basis abgewickelt werden können, wodurch die hinzugewonnene Mobilität das Informations-, Kommunikations- und Transaktionsverhalten der Beteiligten ver-ändert. Als Beteiligte werden hier alle Zulieferer, Mitarbeiter und Kunden aufge-fasst, die mit dem Unternehmen über mobile Endgeräte in Beziehung stehen. In Bezug auf das Electronic Business (E-Business) wird M-Business als intera-gierende, sich aber weitgehend unabhängig entwickelnde Alternative gesehen (vgl. Lehner 2002, S. 6f.).

Die Abbildung 3 stellt eine kurze, aber umfassende Definition des M-Business dar, die für die weitere Arbeit verwendet werden soll.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Definition des Begriffs „Mobile Business“ (Zobel 2001, S. 3)

In Bezug auf den Transaktionsbegriff nimmt Zobel eine klare Abgrenzung gegen-über dem M-Commerce vor. Nach seiner Meinung werden reine Unterhaltungs- und Informationsangebote unter dem Begriff „Commerce“ nur schwerlich sub-sumiert (vgl. ebd.). Da diese Services im Bereich B2C Teil der weiteren Bearbei-tung sind, soll der Auffassung Zobels hier gefolgt werden. Im Rahmen dieser Arbeit wird bei der drahtlosen Nutzung von Internet-Services über ein mobiles Endgerät von Mobile Business gesprochen (vgl. Diederich et al. 2001, S. 19).

2.2 Erfolgsfaktoren des M-Business

M-Business zeichnet sich durch einige signifikante Merkmale aus, die das Poten-zial besitzen, bestehende Problemfelder des klassischen E-Business auf Basis stationärer Geräte teilweise zu überwinden und zusätzlich neue Services ent-stehen zu lassen (vgl. Buckler/ Buxel 2000). Die wichtigsten Eigenschaften, über die in der einschlägigen Fachliteratur Einigkeit herrscht, sollen im weiteren näher betrachtet werden.

2.2.1 Ubiquität und Convenience

Die größten Schwächen des stationären Internets bestehen darin, dass es nicht überall und sofort genutzt werden kann. Mit dem Zugriff über mobile Endgeräte werden diese Beschränkungen weitgehend aufgehoben. Der Benutzer ist mit seinem Internet-Handy unabhängig von seinem Aufenthaltsort in der Lage, jeder-zeit Echtzeit-Informationen abzurufen oder Transaktionen durchzuführen (vgl. Leh-ner 2002, S. 19f.). Durch die „Überall-Verfügbarkeit“ lassen sich z.B. Planungs-prozesse des Konsumverhaltens reduzieren, da Impulskäufe realisiert werden können. Vom Hören eines Musiktitels im Radio bis zum Download oder dem Erwerb der CD ist der Kunde nur wenige Klicks entfernt. Das Bedürfnis kann darum ebenso schnell befriedigt werden, wie es entsteht (vg. Zobel 2001, S. 45).

Mobile Endgeräte können aufgrund ihrer geringen Größe und Universalität immer dabei sein (vgl ebd., S. 44). Darüber hinaus sind sie im Vergleich zu herkömm-lichen PC´s kostengünstiger in der Anschaffung und einfacher in der Bedienung. So müssen Handys nicht noch konfiguriert werden, sondern erlauben nach dem Einschalten eine sofortige Nutzung, da die minutenlange „boot-time“ entfällt. Der Verbindungsaufbau zum Internet via WAP[6] tritt mit der Nutzung der GPRS-Tech-nologie[7] zunehmend in den Hintergrund und lässt das Surfen im mobilen Internet so einfach erscheinen, wie das Blättern im lokalen Telefonverzeichnis (vgl. Buck-ler/ Buxel 2000).

2.2.2 Erreichbarkeit

Im Gegensatz zum E-Business, wo der Benutzer nur dann erreicht werden kann, wenn er bewusst eine Internetverbindung aufbaut, bieten mobile Endgeräte eine umfassende „anytime, anywhere“-Erreichbarkeit. Das eröffnet die Möglichkeit, zeitnah aktuelle Informationen zu erhalten und diese auch sofort zu nutzen (vgl. Lehner 2002, S. 19f.). Mit der „always-on“ Funktionalität von GPRS ist der Mobil-funkteilnehmer dann ständig online erreichbar und zahlt nur für neue übertragene Informationen.

Sieht man einmal von E-Mails ab, so ist dabei grundsätzlich neu, dass die Infor-mationen proaktiv, also in Abhängigkeit von bestimmten Ereignissen auf den Nutzer zukommen und angezeigt werden können. Dadurch werden interessante Push-Dienste möglich, wie z.B. der Wetterservice, der sich bei einer hohen Regenwahrscheinlichkeit automatisch auf dem Display meldet und anmahnt, den Regenschirm mitzunehmen. Für den Nutzer ist es jedoch möglich, seine Erreich-barkeit nur für bestimmte Informationen zuzulassen (vgl. Zobel 2001, S. 54 f.).

2.2.3 Lokalisierung

Der Aufenthaltsort einer Person, die mit dem PC auf das Internet zugreift, lässt sich zu keinem Zeitpunkt klar bestimmen. Im Gegensatz dazu kann die Position eines Mobilfunknutzers mit Hilfe der Funkzelle seines Aufenthaltbereiches relativ genau angegeben werden - mit dem Einsatz von GPS sogar bis auf wenige Meter.

Durch die Lokalisierbarkeit ergibt sich im Vergleich zum stationären Internet damit ein vollkommen neues Spektrum an standortbezogenen bzw. ortsabhängigen Diensten (vgl. Lehner 2002, S. 20). Diese werden unter der Bezeichnung Location Based Services (LBS) subsumiert. So ist es z.B. möglich, sich das nächstgele-gene Parkhaus oder Rabattangebot im Aufenthaltsbereich anzeigen zu lassen.

Für den Nutzer erschließen sich mit der Lokalisierung wertvolle Anwendungen, jedoch ist die Frage des Datenschutzes in diesem Zusammenhang nicht ganz unproblematisch (vgl. Zobel 2001, S. 54f.). Absolute Anonymität kann es durch die Funkzellentechnologie nicht geben, jedoch sollte es dem Mobilfunkteilnehmer obliegen, selbst zu entscheiden ob und wie Standortdaten genutzt werden dürfen.

2.2.4 Personalisierung und Identifizierung

Auch im stationären Internet sind personalisierte Angebote von großer Bedeutung, jedoch behindern fehlende Standards eine allgemeine Verbreitung. Ein mobiles Endgerät mit einer SIM-Karte ist hingegen eindeutig aufgrund seiner Rufnummer personalisiert (vgl. Buckler/ Buxel 2000). Bei jeder Benutzung wird die Rufnummer z.B. an den WAP-Server übertragen, wodurch es dem Anbieter ermöglicht wird, aus den Nutzungsverhalten der Teilnehmer Kundenprofile zu erstellen und diese für kundenindividuelle Angebote zu verwenden. Gerade für mobilen Anwendungen bedeutet Personalisierung nicht nur eine Möglichkeit der Kundenansprache, sie ist aufgrund der eingeschränkten Ein- und Ausgabemöglichkeit des Handys vielmehr eine Notwendigkeit (vgl. Graewe 2001, S. 5).

Sogenannte SIM-Karten, die alle notwendigen Daten einen Mobilfunknutzers enthalten, erlauben die Authentifizierung von Personen, was vielfältige Einsatz-möglichkeiten im M-Business ermöglicht. Gegenüber dem stationären Internet-zugang verbessert sich der Sicherheits-Aspekt damit deutlich. Das Handy bietet sich so als ideales Zahlungs-Medium, Ausweis oder gar als Haustürschlüssel an (vgl. Lehner 2002, S. 20).

Die SIM-Karte erlaubt zudem jederzeit eine eindeutige Identifikation des Teil-nehmers im Mobilfunknetz. Im Gegensatz zum klassischen Internet erfolgt die Zuordnung hier unabhängig vom mobilen Gerät (vgl. ebd., S. 21). Den Anbietern ist es damit möglich, in Anspruch genommene Leistungen direkt dem Kunden zuzuordnen und über die Mobilfunkrechnung zu fakturieren. Die bestehende Zahlungsbeziehung zum Kunden lässt sich hier für die Mobilfunkanbieter als klarer Wettbewerbsvorteil gegenüber unabhängigen Content- und Applikationsanbietern herausstellen.

2.3 Wachstumsfaktoren des M-Business

Mobilität hält Einzug in alle Bereiche der Gesellschaft. Wie die Abbildung 4 zeigt, gibt es im Vergleich zu Nutzern des – stationären – Internets schon heute ein Vielfaches an Teilnehmern in Mobilfunksystemen. Die Konvergenz von Internet und Mobilkommunikation lässt diesbezüglich einen noch deutlicheren Wachstums-schub erwarten (vgl. Schiller 2000, S. 11).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Technologiestruktur je 100 Einwohner in Deutschland (in Anlehnung an Bitkom 2003, S. 13)

Nach anfänglicher Euphorie fiel das erste Jahr des mobilen Internets jedoch für die meisten Nutzer ernüchternd aus, geht aus einer Studie des Boston Consulting Group (BCG) hervor. So wurde das Surfen mit mobilen Endgeräten von den meisten Anwendern als zu langsam, zu unübersichtlich und zu teuer wahrge-nommen (vgl. BCG 2000, S. 27). Auch in anderen Untersuchungen zu diesem Zeitpunkt wurde ein nicht allzu positives Bild des mobilen Datenzugriffs gemalt. Die meisten negativen Berichterstattungen hatten aber gemeinsam, dass sie sich fast ausschließlich auf den damaligen Entwicklungsstand der Technologien und Anwendungen bezogen und somit die Betrachtung zukünftiger Potenziale vernachlässigten (vgl. Diederich et al. 2001, S. 22).

Die Zukunft des mobilen Internets wird trotz der genannten Schwächen in der Ein-führungsphase von den führenden Research-Instituten[8] optimistisch betrachtet. Das Wachstum im M-Business-Markt wird dabei von drei Faktoren bestimmt (vgl. ebd., S. 24):

- Anzahl der Mobilfunkkunden
- Durchdringung des Marktes mit internetfähigen mobilen Endgeräten (IME)
- Nachfrage der Kunden nach mobilen Diensten

Diese Triebkräfte des mobilen Internets sollen im folgenden beleuchtet werden.

2.3.1 Anzahl der Mobilfunkkunden

Durch den Handy-Boom der letzten Jahre konnte in Deutschland eine überpropor-tionale Steigerung der Anzahl der Mobilfunkteilnehmer verzeichnet werden. Die von Forit für das Jahr 2004 prognostizierte Teilnehmerzahl von 60 Millionen wurde bereits annähernd zum Jahresende 2002 erreicht (vgl. Forit 2000, S. 21). Der deutsche Mobilfunkmarkt wuchs in 2002 nur noch um 5 Prozent[9] und stellt sich mit einer Penetration von ca. 72 Prozent nun als zunehmend gesättigt dar (vgl. o.V. 2003g). Speziell in der Gruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen besitzen sogar über 80 Prozent ein Handy (vgl. Diehl 2002).

Für die Mobilfunkanbieter bedeutet das in Zukunft, dass in diesem Sektor größe-res Teilnehmerwachstum nur durch Verdrängung der Wettbewerber erreicht werden kann. Die Abbildung 4 zeigt die Aufteilung des deutschen Mobilfunk-marktes nach Netzbetreibern.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Anzahl der Mobilfunkkunden in Deutschland

(in Anlehnung an o.V. 2003g)

2.3.2 Penetration mit IME

Ein zweiter Wachstumsfaktor besteht in der Durchdringung des Marktes mit internetfähigen mobilen Endgeräten. Dank der hohen Innovationsgeschwindigkeit des Mobilfunkmarktes tauschen die Konsumenten in vergleichsweise kurzen Zeiträumen ihre Endgeräte, was die Penetration mit IME stark beschleunigt. (vgl. Diederich et al. 2001, S. 27). Laut Forit werden 2004 in Deutschland bereits über 80 Prozent aller Mobilfunkteilnehmer ein Internet-Handy besitzen (vgl. Forit 2000, S. 21).

Wurde vor ein paar Jahren noch bemängelt „WAP - Where Are The Phones?“, so werden heute von den Geräteherstellern fast ausschließlich Handys mit WAP, bzw. bereits ein Großteil mit GPRS ausgestattet (vgl. Witzki 2003, S.2). Auch die Verkaufszahlen bestätigen den Trend. Von den zwölf Millionen Mobilfunkgeräten, die T-Mobile 2002 in Europa abgesetzt hat, waren 94 Prozent WAP-fähig und immerhin schon 54 Prozent mit GPRS ausgestattet (vgl. Obermann 2003, S. 28). Die Markteineinführung von UMTS in diesem Jahr wird dieser Entwicklung noch einen zusätzlichen Schub verleihen.

2.3.3 Konsumentennachfrage

Mit Hilfe der dargestellten Entwicklungen kann relativ einfach prognostiziert werden, wie viele Kunden – zumindest theoretisch – das mobile Internet nutzen können. Ob und wie oft die angebotener Dienstleistungen tatsächlich genutzt werden, lässt sich dagegen nur schwer voraussagen (vgl. Diederich et al. 2001, S. 24f.). Der dritte und wichtigste Wachstumsfaktor besteht somit in der Kunden-nachfrage.

Die Strategen von OC&C gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2005 über 70 Pro-zent der Besitzer internetfähiger mobiler Endgeräte von der Möglichkeit des mo-bilen Zugriffs auf Datendienste Gebrauch machen (vgl. OC&C 2001, S. 4). Wie die Abbildung 6 zeigt, weist die Nutzungsbereitschaft allerdings eine starke Altersab-hängigkeit auf.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Altersstaffelung M-Business Markt (Starwap 2001)

Laut dieser Untersuchung war demnach der überwiegende Anteil der Personen, die Bereitschaft signalisierten am M-Business – in welcher Form und wie häufig auch immer – teilzunehmen, im Alter von 16 bis 35 Jahren. Das bestätigt in einem ersten Schritt die Early-Adopter-Funktion der jungen Erwachsenen auch für den Bereich des mobilen Internets und unterstreicht die Bedeutung dieser Zielgruppe für die weitere Betrachtung.

Für die Dienstleistungsanbieter stellt sich die Frage, in welchem Ausmaß Umsätze mit den nachgefragten mobilen Services generiert werden können. Die Erwar-tungen der Industrie sind jedenfalls hoch gesteckt. Für Peter Erskine, CEO von MMO2, werden mobile Datendienste ab der Mitte dieses Jahrzehnts zu mehr als 90 Prozent zum Wachstum der mobilen Industrie beitragen (vgl. Erskine 2003, S. 42). René Obermann, CEO T-Mobile International, formuliert es so: „…alles unter 20 Prozent Datenanteil am ARPU bis Ende 2004 wäre nicht akzeptabel.“ (Obermann 2003, S. 28).

Vor dem Hintergrund zunehmend sinkender Margen für den Sprachverkehr wird in Abbildung 5 die Bedeutung der Datendienste für die zukünftigen Umsätze in der mobilen Industrie deutlich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Mobiles Internet als Chance (Witzki 2003, S. 43)

Der deutsche Markt für M-Commerce wird von Durlacher im Jahr 2003 auf 4,1 Milliarden Euro geschätzt (vgl. Müller-Veerse 2000, S. 61). Für 2004 prognostiziert das Forit Institut bereits ein Umsatzvolumen von etwa 13 Milliarden Euro, wovon sich ca. zwei Drittel auf den B2C-Bereich erstrecken sollen (vgl. Forit 2000, S. 19). Problematisch bei allen auf M-Business bezogenen Prognosen ist jedoch, dass nicht genau festgestellt werden kann, was in den mobilen Daten-Umsätzen sub-sumiert wird. Es fehlen klare Angaben, inwieweit z.B. Providergebühren oder mobile Shoppingumsätze darin enthalten sind (vgl. Steimer/ Maier/ Spinner 2001, S. 20).

2.4 Marktüberblick im M-Business

Die Entwicklung des mobilen Internets wird nicht nur von den Mobilfunkbetreibern vorangetrieben, vielmehr dringen die verschiedensten Anbieter aus den Bereichen Telekommunikation, Information, Elektronik und Medien in dieses attraktive Ge-schäftsfeld vor. Durch das Zusammenwachsen dieser Industrien wird die Evolution des M-Business im Hinblick auf Vielfalt und Kreativität in starkem Maße forciert (vgl. Graewe 2001, S. 5). Für ein besseres Verständnis, aus welchen Komponen-ten sich das komplexe Produkt „Mobiles Internet“ zusammensetzt, sollen im weite-ren die Marktteilnehmer der Anbieterseite und deren Interaktion näher betrachtet werden.

2.4.1 Wertschöpfungskette des M-Business

War vor der Zeit des mobilen Internetzugriffs die Wertkette im Mobilfunkbereich noch recht überschaubar, so stellt sie sich heute bei weitem komplexer dar. Die deutliche Fragmentierung der Wertschöpfungsstrukturen im M-Business wird in Abbildung 8 dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8: Wertschöpfungskette des M-Business (in Anlehnung an Müller-Veer-se 2000, S. 15)

Anhand der Wertschöpfungskette des M-Business wird deutlich, welche Elemente benötigt werden, um dem Benutzer am Ende funktionierende Services zu offe-rieren (vgl. Zobel 2001, S. 5). Zunächst stellen Endgeräte und Infrastruktur die Basis dar, mobile Dienste überhaupt anbieten zu können. Danach können Content und darauf aufbauende Anwendungen folgen und über mobile Portale gebündelt werden. Letztendlich bilden die Netzbetreiber bzw. Serviceprovider mit Ihren Ver-triebs- und Servicestrukturen die Schnittstelle zum Kunden. Vor allem die Etablie-rung der infrastrukturellen Elemente der Prozesskette ist für den (Vertriebs-) Erfolg mobiler Dienste dabei unabdinglich. Mangelt es beispielsweise an der Penetration der Kunden mit UMTS-fähigen Endgeräten, so können zwar 3G-Dienste wie z.B. Videotelefonie bereits auf dem Markt sein, werden aber aufgrund der kritischen Nutzermasse nur schwerlich nachgefragt werden (vgl. ebd., S. 121f.).

2.4.2 Wertschöpfungsbereiche des M-Business

Nachdem ein Überblick über die Strukturen des M-Business gegeben wurde, sollen nun die wichtigsten Bereiche kurz näher beleuchtet werden, um ihre Be-deutung innerhalb der Wertkette besser bewerten zu können.

Infrastruktur und Equipment

Hierunter wird all das subsumiert, was notwendig ist, um Anwendungen auf mobi-len Geräten laufen zu lassen. Da sind zuerst die Endgerätehersteller selbst zu nennen, wie z.B. Nokia, Siemens oder Motorola, gefolgt von den Netzbetreibern[10], über deren Funknetze die Datenübertragung zum Kunden bewerkstelligt wird. Da-neben sorgen die Entwickler von Systemsoftware, wie beispielsweise Symbian mit EPOC, für die notwendigen Mikro-Betriebssysteme auf den „smarten“ Endgeräten. Middleware-Anbieter wie z.B. Phone.com liefern mit WAP-Gateways die Plattfor-men für die Entwicklung und den Datenaustausch von Applikationen (vgl. Müller-Veerse 2000, S. 15). Ebenfalls können wir in diese Rubrik die Wireless Application Service Provider (WASP) einordnen, die auf eigenen Servern Anwendungen hosten und den internetbasierten Zugriff auf diese als Dienstleistung anbieten (vgl. Zobel 2001, S. 123). Der Vollständigkeit halber seien mit Netzwerkdienstleistern und Systemintegratoren noch weitere infrastrukturelle Anbieter erwähnt (vgl. Lehner 2002, S. 24).

Applikation [11]

In diese Kategorie fallen jene Unternehmen, die Anwendungen bzw. Dienste ent-wickeln, die vom Endkunden direkt genutzt werden können (vgl. Zobel 2001, S. 6). Das Angebot an Applikationen, welches sich von Verkehrsinformationen über Finanzdienstleistungen bis zu Entertainment-Software erstreckt, ist in Zahl und Art inzwischen unüberschaubar geworden. Dementsprechend groß ist auch die An-zahl der Anbieter in diesem Wertschöpfungsbereich. Das resultiert zum einen da-her, dass die meisten Anbieter aus dem stationären Internet ihre Angebote für den mobilen Nutzer verfügbar machen. Daneben sind neben vielen Start-Ups auch Unternehmen der Offline-Geschäftswelt mit der Entwicklung von Anwendungen für M-Business beschäftigt (vgl. ebd., S. 132).

Content

Unter „Content“ werden qualifizierte Inhalte, wie vor allem aktuelle Informationen verstanden. Als Content-Provider bezeichnet man dabei eine Organisation oder Firma, die diese Inhalte anderen, meist gegen Gebühr, zur Verfügung stellt. Dies sind in den meisten Fällen Medien-Unternehmen wie Nachrichtenagenturen oder Verlage, die an den Informationsquellen sitzen. Als Beispiele können hier Reuters oder AS Content genannt werden. Diese stellen ihre Informationen Anwendungs-entwicklern und –betreibern, insbesondere aber den Anbietern von Portalen zur Verfügung (vgl. Müller-Veerse 2000, S. 16). Daneben ist mit den Content-Aggre-gatoren ein neues Geschäftsfeld gerade im M-Business entstanden. Mit Aufberei-tung des Inhaltes für die verschiedenen mobilen Endgeräte und Kundenschnitt-stellen übernehmen Unternehmen wie z.B. Avantgo eine wichtige Aufgabe (vgl. Zobel 2001, S. 130).

Portal

Portale stellen im M-Business die „Eingangstore zum – mobilen – Internet“ dar. Sie sind Dienste, die als zentrale Startseiten dem Nutzer eines mobilen Endgerä-tes einen schnellen Zugriff auf ein umfassendes Serviceangebot erlaubt (vgl. ebd., S. 134). Dabei wird zwischen breit angelegten horizontalen Portalen, die alle Interessengebiete abdecken und den sogenannten „Vortals“, also auf bestimmte Zielgruppen oder Sachgebiete ausgerichtete vertikale Portale, unterschieden. Gerade im M-Business kommt den Portalen eine bedeutende Rolle zu, da das navigieren auf dem Handy umständlicher ist, als mit dem Internet-PC. Die mobile Startseite ist wird somit als Schnittstelle zum Kunden immer wichtiger (vgl. ebd., S. 7). So ist es nicht verwunderlich, dass sowohl Mobilfunkbetreiber, Hardwareher-steller oder die klassischen Internetportale wie beispielsweise Yahoo um die führende Portal-Position im mobilen Internet ringen (vgl. ebd., S.135).

Betrieb

Betreiber managen die Schnittstelle zum Konsumenten. In diesen Bereich fallen zum einen die bereits erwähnten ursprünglichen Betreiber der Mobilfunknetze, aber auch sogenannte Service Provider wie z.B. Debitel, die kein eigenes Netz betreiben und als Wiederverkäufer von Mobilfunkkapazität im Markt auftreten (vgl. ebd., S. 5). Mobilfunkbetreiber holen die Kunden in den Markt, indem Sie Mobil-funkverträge mit meist subventionierten Endgeräten anbieten und stellen über verschiedene Serviceleistungen wie z.B. Rechnungslegung ein Bindung zu ihm her. Sie haben die Schlüsseldaten des Kunden in der Hand, können ihn jederzeit lokalisieren und die eigene Webseite als Portal auf der SIM-Karte vorkonfigurie-ren. Betreiber sind somit in der idealen Ausgangsposition, um erfolgreich im M-Business Markt zu sein (vgl. Müller-Veerse 2000, S. 17).

Die Bereiche der Wertschöpfung im M-Business, also Infrastruktur, Anwendung, Content, Portal und Betrieb, lassen sich nur schwerlich getrennt voneinander betrachten. Innerhalb der Wertkette ist eine zunehmende Verschmelzung der Strukturen bzw. eine Kooperationsneigung beteiligter Unternehmen zu beobach-ten. So weiten beispielsweise Betreiber ihre Macht auf den Applikationsbereich aus, während Content-Lieferanten mit Portalen kooperieren. Die Player des M-Business sind bestrebt, strategisch wichtige Positionen einzunehmen, die Kunden-kontakt und Ertragskraft garantieren. Eine bedeutende Position innerhalb der Wertkette aus eigener Kraft zu erreichen und zu behaupten, wird kaum ein am M-Business beteiligtes Unternehmen schaffen. Kooperationsstrategien sind für den Erfolg im Bereich des mobilen Internets somit essenziell (vgl. Zobel 2001, S. 140).

3 Technologien und Anwendungen des mobilen Internets

In diesem Kapitel sollen neben den grundlegenden Technologien, die in der mobilen Architektur ihren Einsatz finden, die Anwendungen des mobilen Internets vorgestellt bzw. kategorisiert werden. Dabei erfolgt eine Beschränkung auf die Darstellung der Kernthemen, die für das weitere Verständnis unabdinglich sind. Auf eine tiefgreifende Erläuterung technologischer Aspekte wird zugunsten einer überblickhaften Einordnung in den Gesamtkontext verzichtet.

3.1 Mobile Telekommunikationstechnologien

Die technologischen Grundlagen des M-Business bestehen aus Infrastruktur und Übertragungsstandards, Applikations-Plattformen, diversen Schlüsseltechnologien und den mobilen Endgeräten, die die drahtlose Kommunikation und Interaktion ermöglichen.

3.1.1 Mobile Endgeräte

Wie überall in der Elektronikbranche gibt es auch im Mobilfunk eine Vielzahl an Endgeräten in den unterschiedlichsten Formen und technischen Ausführungen. Gemeinsam ist allen, dass sie für eine Nutzung des mobilen Internets auf einer Funktechnik aufsetzen müssen (vgl. Steimer/ Maier/ Spinner 2001, S. 70). Vier wirtschaftlich bedeutende Produktgattungen im B2C-Markt lassen sich heute identifizieren (vgl. o.V. 2003a, S. 78ff.):

- Mobiltelefone (Handy im klassischen Sinne)
- Smartphones (Konvergenz aus Pocket-PC und Handy)
- Organizer (Pocket-PC; netzwerkfähig z.B. über Funkmodem)
- Notebooks (netzwerkfähig z.B. über GPRS- oder WLAN-Karte)

Wie die Entwicklung der Smartphones zeigt, bestimmt ein deutlicher Trend zu Konvergenz- bzw. Synergiefunktionen das Bild der Branche. Die Integration der unterschiedlichsten Funktionen machen die Endgeräte für die Kunden zu vielseitig einsetzbaren mobilen Assistenten. Internet- und Organizerfunktionalität ist bei den Handys heute größtenteils schon Standard. Neuere Features, wie integrierte E-Mail-Clients oder normierte Schnittstellen erweitern die Kommunikations- bzw. Synchronisationsmöglichkeiten für den Nutzer. Am auffälligsten, weil auch optisch sichtbar, ist die Evolution der Handys hin zu Multimedia-Endgeräten. Integrierte Digitalkameras ermöglichen spontane Foto- und Videoaufzeichnungen, MP3-Player das Abspielen von Musikstücken und MMS den direkten Versand dieser Multimedien an andere Mobilfunkteilnehmer. Als Beispiel für ein Multimedia-Phone sei mit dem Siemens SX1 das Gerät mit dem derzeit größten Funktionsumfang genannt (vgl. Jodeleit/ Krug 2003, S. 44).

Zukünftig werden völlig neue Produktgattungen entstehen, die speziellen Bedürf-nissen gerecht werden. Handys konvergieren zum Beispiel zu „Mobiltainment-Terminals“ (Reischl/ Sundt 2000, S. 120). So versucht Nokia mit seinem „N-Gage“, einer Mischung aus Handy und Spielkonsole, neue Absatzmärkte zu erschliessen (vgl. Jodeleit/ Krug 2003, S. 40). Die Entwicklung von in Kleidung eingebundenen mobile Endgeräten, wie bereits 2000 mit den „E-Jackets“ von Levi´s und Philips vorgestellt, wird sich bis zur Massenmarkttauglichkeit noch eine Weile hinziehen (vgl. May 2001, S. 182). Internet-Terminals in Autos (InCar Computing) werden dagegen schon bald in allen Neuwagen Realität werden (vgl. Lehner 2002, S. 28).

Die Verschiedenartigkeit der Geräte macht es für die Anbieter schwer, ein einheit-liches Angebot an mobilem Content zu schaffen. Wollen sie das gesamte Spek-trum der Endgeräte und somit alle potenziellen Kunden bedienen, so sind sie gezwungen, ihre Anwendungen den unterschiedlichen Standards und Plattformen anzupassen (vgl. Zobel 2001, S. 279). Neben dem Softwaredesign muss auch die Hardware den Bedürfnissen der Internet-Nutzer nachkommen. Insbesondere der Zugriff über ein Mobiltelefon stellt neue Anforderungen an die Bedienbarkeit. Die „immer kleiner, immer leichter“ Entwicklung der Handys weicht zunehmend einer Orientierung hin zu mehr (Internet-) Funktionalität. Im Gegensatz zum PC stellt das Mobiltelefon zwar nicht nur ein „Mittel zum Zweck“ dar, ist es doch gerade für die jungen Leuten als Lifestyle-Tool wichtig, dennoch sollte es zugunsten einer „intuitiven“ Nutzung von mobilen Anwendungen vermehrt in den Hintergrund treten. Mit anderen Worten: Hardwaredesign und Benutzerschnittstellen sollten dem Nutzer eine so einfache Handhabung ermöglichen, dass er das Gerät beim Zugriff auf Dienste des mobilen Internets gar nicht mehr wahrnimmt (vgl. Amor 2002, S. 128f.).

Ein erster Schritt in diese Richtung ist, so zeigt der Trend auf der Cebit 2003, dass fast alle Hersteller auf große, hochauflösende Farbdisplays setzen, welche die Darstellungsmöglichkeiten von Internetseiten erheblich verbessern. Daneben bieten viele Geräte über Schnellwahltasten einen benutzerfreundlichen Zugang zu mobilen Datendiensten. Jedoch sind den Ein- und Ausgabemöglichkeiten auf mobilen Geräten im herkömmlichen Sinne klare Grenzen gesetzt. Nach Lösungen, wie z.B. Spracheingabe oder -ausgabe, oder Brillen mit integrierten Anzeigen wird deshalb intensiv geforscht (vgl. Schiller 2000, S. 27).

3.1.2 Übertragungstechnologien

Bezogen auf den Innovationsfortschritt der Basistechnologien kann die Entwick-lung mobiler Datendienste bislang in drei Mobilfunkgenerationen (3G) unterteilt werden. Die erste Generation bezeichnet analoge Netzwerke, die durch fehlende räumliche Kommunikationsmöglichkeiten noch stark eingeschränkt waren. Mit den zellularen Netzen der zweiten Generation wie GSM wurden effiziente Mobilfunk-Systeme eingeführt, die neben der Sprachübermittlung schon rudimentäre Daten-übermittlung und Dienste wie SMS erlaubten. Auf dem Weg zur dritten Generation (UMTS) hat sich in Deutschland mit HSCSD und GPRS eine Zwischengeneration (2.5G) etabliert, deren Technologien bereits heute schnellere Datenübertragung und multimediale Anwendungen ermöglichen (vgl. Schreiber 2002, S. 43).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 9: Entwicklung von Datenübertragungsprotokollen

(in Anlehnung an OC&C 2001, S. 6).

3.1.2.1 GSM

Mit dem „Global System for Mobile Communication“ (GSM) wurde 1982 von einem europäischen Normierungsgremium[12] ein gemeinsamer Standard definiert, der das Problem der unkoordinierten Entwicklung individueller nationaler Mobilfunk-systeme lösen sollte (vgl. Wallbaum/ Pils 2002, S. 79). Heute ist GSM der meist-verbreitete Funknetzstandard in Europa, der sich aber auch schon in Teilen Asiens und Nordamerika durchgesetzt hat. Weltweit greift mehr als die Hälfte aller Handy-Besitzer über diesen Standard zu. In Deutschland nutzen derzeitig alle vier Netzbetreiber dieses digitale, zellulare Mobilfunksystem (vgl. Steimer/ Maier/ Spinner 2001, S. 31).

Mit einer Übertragungsrate von 9,6 kbit/s ermöglicht GSM hauptsächlich Sprach-übertragung, aber auch einfache Datendienste wie SMS lassen sich abwickeln (vgl. Amor 2002, S. 76). Die Kompatibilität zu leitungsgebundenen Netzen macht auch Sprach- und Datendienste vom und zum Festnetz möglich. Um GSM auch für komplexere mobile Anwendungen attraktiver zu gestalten, wurden mit dem Standard 2.5G zusätzliche Datendienste spezifiziert, die auf der vorhandenen Infrastruktur aufbauen. Die Anforderungen an die notwendigen Hard- und Soft-ware-Erweiterungen sind dabei minimal gehalten worden, um eine einfache Migration des alten GSM-Netzes zu erlauben. Daneben wurde durch die Opti-mierung der Kodierungs- und Fehlerkorrekturverfahren die maximale Datenrate in GSM auf 14,4 kbit/s gesteigert (vgl. Wallbaum/ Pils 2002, S. 81f.).

3.1.2.2 HSCSD

Der „High Speed Data Switched Circuit“ (HSCSD) stellt einen solchen 2.5G-Datendienst dar, der durch die Bündelung von GSM-Kanälen eine höhere Band-breite zur Verfügung stellt. Durch die Zusammenführung von beispielsweise drei Kanälen wird eine maximale Übertragungsgeschwindigkeit von 43,2 kbit/s erreicht (vgl. Steimer/ Maier/ Spinner 2001, S. 34). Problematisch bei HSCSD ist aller-dings, dass es sich um ein leitungsvermitteltes Verfahren handelt. Mehrere Nutzer dieser Technik belegen unter Umständen so viele Ressourcen in einer Funkzelle – unabhängig davon, ob sie die Bandbreite ausnutzen oder nicht - dass sich Ver-sorgungsengpässe ergeben können. Zudem ist die Übertragung kleinerer Daten-mengen in HSCSD für den Benutzer nicht rentabel, da er immer online ist und somit zahlt, egal ob er nur für eine kurze Zeit Daten empfängt oder sendet (vgl. Wallbaum/ Pils 2002, S. 82).

3.1.2.3 GPRS

Beim „General Packet Radio Service“ (GPRS) handelt es sich um eine weitere 2.5G-Technik, die auf der Basis des Internet-Protokolls paketorientierte Über-tragung von Daten ermöglicht. Auch GPRS bündelt GSM-Kanäle, womit in der Praxis Bandbreiten bis zu 53,6 kbit/s zur Verfügung stehen (vgl. Witzki 2003, S. 43). Im Gegensatz zu HSCSD werden die knappen Funkressourcen durch die Paketvermittlung jedoch effizienter genutzt. Die GPRS-Technologie zerlegt die Daten vor der Übermittlung in separate Pakete, sendet sie über verfügbare Daten-kanäle und setzt sie nach Empfang am Zielort wieder zusammengesetzt. Das Netz wird also nur dann genutzt, wenn definitiv Daten übertragen werden (vgl. Amor 2002, S. 86).

Eine weitere Charakteristik von GPRS ist, dass Daten sofort gesendet oder empfangen werden können, ohne das der Nutzer sich einwählen muss; er ist also „always online“. Diese Funktionalität ermöglicht Push-Dienste wie E-Mail oder andere zeitkritische Info-Services (vgl. ebd., S. 85f.) Zudem erlaubt die Paket-orientierung von GPRS ein Tarifsystem, das nicht zeitbasiert, sondern auf Nutzungsbasis abrechnet. Das bedeutet für den User, dass die ständige Verbin-dung zum Internet nicht zu massiven Unkosten führt, da er nur für übertragene Datenvolumina zahlt (vgl. Steimer/ Maier/ Spinner 2001, S. 35).

Für die Entwicklung des mobilen Internets stellt GPRS einen großen Schritt nach vorn dar, da geringere Kosten, höhere Transferraten und kürze Zugriffszeiten realisiert werden (vgl. ebd., S. 36). Für anspruchsvolle Anwendungen in Echtzeit, wie Videoconferencing, ist diese Technologie zwar unzulänglich, jedoch unter-stützt sie bereits heute ein großes Spektrum an multimedialen Diensten (vgl. Schreiber 2002, S. 56).

3.1.2.4 UMTS

Mit dem „Universal Mobile Telecommunication System“ (UMTS) geht ab Sommer 2003 ein Mobilfunksystem der dritten Generation an den Start, das die weltweit verschiedenen Standards harmonisieren und Kapazitätsprobleme lösen soll (vgl. Amor 2002, S. 99). UMTS ermöglicht mit einer Bandbreite von bis zu 384 kbit/s gegenüber GPRS eine deutlich höhere Geschwindigkeit und lässt erstmals auch Echtzeitanwendungen wahr werden. Die Zusammenführung der verschiedenen Netzwerkwelten zu einem einheitlichen Standard ist wohl aber der größte Vorteil. Weltweit wird man unter einer einzigen Nummer Zugang zum Mobilfunk, Festnetz oder Internet haben (vgl. Steimer/ Maier/ Spinner 2001, S. 40).

Mit UMTS wird zwar eine neue Funktechnik eingeführt, das dahinter stehende System ist aber nicht vollkommen neu. Grundsätzlich basiert dieser Standard auf der GSM-Technologie und führt viele bewährte Elemente fort, so auch die paket-orientierte Datenvermittlung und die „always online“-Funktionalität von GPRS. (vgl. Wallbaum/ Pils 2002, S. 87). Aus diesem Grund lassen sich die heute exis-tierenden Anwendungen relativ schnell auf die neue Technologie-Plattform migrieren und können dann in ganz neuer Qualität genutzt werden.

3.1.2.5 Ausblick

Die Mobilfunktechnologien GSM, GPRS und UMTS stellen komplementäre Teile eines Evolutionspfads hin zu „Mobile Multimedia“ dar. Viele mobile Datendienste sind schon heute auf dem Markt, doch erst der 3G-Standard wird genug Perfor-mance bieten, um mit ihnen, bzw. vollkommen neuen Geschäftsmodellen, den Massenmarkt zu erschliessen (vgl. Blessing 2002).

Die Entwicklung der mobilen Datenübertragung schreitet weiter schnell voran. So will der japanische Telekommunikationskonzern NTT DoCoMo bereits ab 2007 die vierte Generation einführen. Diese soll Bruttobandbreiten bis 20 Mbit/s ermög-lichen und Mobilfunknetze, Rundfunksysteme und drahtlose lokale Netze zu-sammenführen (vgl. Diederich et al. 2001, S. 76). Die „Wireless Local Area Net-works“ (WLANs) werden von manchen UMTS-Kritikern sogar als Konkurrenten zur kostspieligen 3G-Infrastruktur gesehen, ermöglichen sie doch ebenfalls den Breit-band-Zugang ins Internet mit einem mobilen Endgerät wie dem Notebook (vgl. Höss 2002). Für die Mobilfunkbetreiber stellen die WLANs aber nicht ein Substitut zu UMTS dar, vielmehr dienen sie als strategisch wichtige Ergänzung vor allem im Geschäftskundenbereich (vgl. Stanossek 2003, S. 10).

Aus Sicht des Endkunden ist die Konvergenz der verschiedenen Netzwerke und Standards nur wünschenswert. Die Nutzer wollen einen mobilen Zugang zum Internet, um attraktive Dienste in Anspruch zu nehmen. Welche Technik dahinter steckt, interessiert sie eher weniger.

3.1.3 Applikationsplattformen

3.1.3.1 WAP

Übertragungsbezogene Standards sind nicht ausreichend, um Anwendungen des stationären Internets auf Handys zu betreiben. Es braucht eine Technologie, die als Schnittstelle zwischen dem Internet und dem Mobilfunknetz vermittelt. Mit dem „Wireless Application Protocol“ (WAP) wurde ein Protokoll entwickelt, das die Übertragung und Wiedergabe von Internet-Inhalten auf Geräte mit eingeschränk-ten Darstellungsmöglichkeiten wie Handys oder Organizer realisiert (vgl. Immler, Kreinacke, Spalleck 2000, S. 13). Den vom WAP-Forum[13] definierten Standard unterstützen mittlerweile über 500 große Unternehmen, die ihrerseits über 90 Prozent des relevanten Marktes repräsentieren. Aufgrund dieser enormen Akzeptanz ist es nicht verwunderlich, dass der Begriff „WAP“ oft dem mobilen Internet gleichgesetzt wird (vgl. Steimer/ Maier/ Spinner 2001, S. 40).

WAP basiert auf herkömmlicher Internettechnologie. Das HTTP-Protokoll in Ver-bindung mit der Sprache HTML wurden mit der WML-Language den Erforder-nissen der Funknetze und Endgeräte angepasst. Das bedeutet, dass sich per WAP-Handy auch nur speziell mit WML aufbereitete Internetseiten aufrufen lassen (vgl. Wallbaum/ Pils 2002, S. 87). Diese Restriktion soll durch die Integration von WML-Features in das vom World Wide Web Consortium (W3C) definierte XHTML, der neuen Markierungssprache für das Web, aufgehoben werden (vgl. Amor 2002, S. 91f.).

So wird das Internet in naher Zukunft eine einheitliche Plattform für Dienste und Applikationen bilden, auf die mit verschiedenen Geräten über den PC oder über das mobiles Endgerät zugegriffen werden kann. Da WAP alle Features der 3G-Technologie unterstützt, wird dieses Protokoll auch künftig das Interface für den mobilen Zugang zum WWW darstellen.

3.1.3.2 iMode

Bei „iMode“ handelt es sich um einen Markennamen und nicht wie bei WAP um ein Protokoll. Er steht für einen mobilen Datenservice, der 1999 von NTT DoCoMo auf den japanischen Markt gebracht wurde (vgl. Frost & Sullivan 2001, S. 31). Mit derzeit über 30 Millionen Abonnenten und ca. 1.500 offiziellen Content-Anbietern hat iMode in Japan seitdem einen enormen Erfolg erzielt. Seit Frühjahr 2002 bietet E-Plus in Lizenz einen iMode-Dienst auf dem deutschen Markt an, der als Alter-native zur Nutzung mobiler Internetservices über WAP positioniert wurde (vgl. Stolz 2002, www.handelsblatt.com).

Technisch gesehen verwendet iMode mit cHTML ein Format, das teilweise auf HTML basiert und das Anpassen von Internet-Content stark vereinfacht, mit WAP allerdings nicht kompatibel ist (vgl. Zobel 2001, S. 108). So lassen sich mit iMode nur die speziell hierfür formatierten Inhalte nutzen. Im Hinblick auf die Unterstüt-zung von Mobilfunkstandards ähnelt diese Plattform jedoch der WAP-Technologie. Bei der Markteinführung war iMode ihr in der Performance sogar klar überlegen, indem von Anfang an paketorientierte Datenübertragungen und multimediale Anwendungen zur Verfügung standen. Zukünftig sollen mit der Integration in UMTS auch Anwendungen wie Video-Streaming ermöglicht werden (vgl. Amor 2002, S. 92f.).

Allerdings darf daran gezweifelt werden, dass iMode an die Erfolge in Japan auf dem hiesigen Markt anknüpfen kann. Der Grund liegt zum einen in der offenen Struktur von WAP, die es jedem Anbieter von Diensten ermöglicht, ein Portal zu betreiben. Bei iMode hingegen, das bislang als „Closed Shop“ betrieben wurde, verfügt exklusiv der Betreiber über Rechte an seinem System und bestimmt somit Portal und Content (vgl. Schreiber 2002, S. 70). Zum anderen ist der technolo-gische Vorsprung gegenüber WAP egalisiert, seit hierzulande durch GPRS eine neue Qualität mobiler Datenübertragung möglich geworden ist. Darüber hinaus weist WAP bereits eine breite Akzeptanz in der Industrie auf.

3.1.4 Mobile Schlüsseltechnologien

Neben den Basistechnologien, die den mobilen Zugriff auf das Internet realisieren, ermöglichen eine Reihe von Technologien Funktionen, die neue Dimensionen der Anwendung auf mobilen Endgeräten eröffnen. Sie sind wesentliche Treiber der Entwicklung des M-Business.

Lokalisierungstechnologien bewerkstelligen die Ortung des Mobilfunknutzers und ermöglichen so kontext- und ortsspezifische Dienste, die Bezug auf die Umgebung nehmen können (vgl. Zobel 2001, S. 268). Gelingt das mit der Funkzellentechno-logie und darauf basierender Berechnungsverfahren wie EOTD nur bis auf wenige hundert Meter, so kann unter Einsatz von GPS eine Positionsgenauigkeit von einigen Metern erreicht werden. Da die Akkuleistungsfähigkeit der Endgeräte noch unzureichend und GPS-Chips derzeit noch recht teuer sind, wird erst in ein paar Jahren von einem Masseneinsatz ausgegangen. Dann allerdings soll mit Assisted-GPS (A-GPS) eine Technik angewendet werden, die erst die Funkzelle und dann den genauen Standort der Satelliten bestimmt (vgl. Kaupp 2003, S. 19).

Die Funktechnologie „Bluetooth“ bietet Unterstützung beim mobilen Datentransfers im Nahbereich. Mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von ca. 1 Mbit/s und einer Reichweite bis zu 10m kann sie problemlos Draht- und Infrarotverbindungen erset-zen. Geräte wie PC, Drucker oder Mobiltelefon können so drahtlos miteinander kommunizieren und Daten austauschen, ohne das Übertragungskosten anfallen (vgl. Müller-Veerse 2000, S. 29). Durch die Synchronisationsmöglichkeiten wird z.B. das Handy zur universellen Fernbedienung im Haus. Daneben lässt sich M-Payment am POS realisieren, wie beispielsweise die Bezahlung der Cola aus dem Automaten per Handy (vgl. Zobel 2001, S. 263).

Das Mobiltelefon ist ideal für Geldzahlungen, da es über die SIM-Karte eindeutig identifizierbar ist und bereits eine Zahlungsbeziehung zum Betreiber vorliegt. An Zahlungstechnologien für Micropayment, dem Abbuchen von Kleinstbeträgen, und Macropayment, der Transaktion größerer Beträge, wird deshalb intensiv gear-beitet (vgl. ebd., S. 264f.). Mit Paybox ist 2002 zwar eine der erfolgversprechend-sten M-Payment-Solution an der kritischen Nutzermasse gescheitert, doch die Idee des mobilen Bezahlens ist damit nicht gestorben. Mit der „Mobile Payment Services Association“ wurde im Februar 2003 von führenden europäischen Mobil-funkbereibern[14] eine Organisation gegründet, die mit der Entwicklung eines gemeinsamen Industriestandards das Zahlen per Handy weltweit möglich machen soll. Die Interoperabilität im mobilen Zahlungsverkehr soll den M-Commerce Rea-lität werden lassen (vgl. o.V. 2003c).

Durch Technologien wie Spracherkennung und –ausgabe kann die Bedienung und Navigation auf mobilen Endgeräten erheblich erleichtert werden. So wird sich parallel zum grafisch orientierten mobilen Internet ein sprachbasiertes Netz ent-wickeln (vgl. Schreiber 2002, S. 71). Daneben erlauben Spracherkennungssys-teme auch die automatisierte Echtzeitübersetzung verschiedener Sprachen zwischen Telefonierern (vgl. Zobel 2001, S. 272).

3.2 Mobile Anwendungen

Genau wie im stationären Internet so gibt es auch in seinem mobilen Pendant bereits heute eine Vielzahl an den unterschiedlichsten Datendiensten, und tag-täglich werden es mehr. Eine umfassende Illustration bereits existierender bzw. zukünftig zur Verfügung stehender Dienste ist nicht das Ziel dieser Arbeit. Viel-mehr wird der Versuch unternommen, einen Überblick durch die Einordnung in Kategorien zu liefern. In der Literatur weit verbreitet ist die Kategorisierung in die Bereiche Information, Kommunikation, Entertainment und Transaktion (vgl. Lehner 2002, S. 16). Mit dem Focus auf bedeutende Anwendungen für den B2C-Sektor soll dieser Einteilung im weiteren gefolgt werden. Aufgrund der komplexen Aus-prägungen mobiler Anwendungen, sind Überschneidungen innerhalb der Klassi-fikationen jedoch nicht zu vermeiden.

3.2.1 Information

Ein mobiles Endgerät ist geradezu prädestiniert als Informationsmedium, ist man damit doch fähig, immer und überall auf Informationen zuzugreifen. Während die ersten mobilen Informationsdienste über SMS lediglich Text darstellen konnten, ist heute die multimediale „Umrahmung“ des Content kein Problem mehr. So können nicht nur die Fußballergebnisse aufs Handy geliefert werden, sondern das „Tor des Tages“ als Video-Stream gleich mit. Information ist also in neuer Qualität möglich.

Grundsätzlich unterscheiden lässt sich zwischen Push- und Pull-Informations-diensten. Über das stationäre, wie auch mobile Internet gesuchte Infos sind typische Pull-Informationen. Der Nutzer gibt eine Internetadresse in den Browser ein und bekommt über den Server die angeforderten Informationen als Webpage zurückgesandt. Der Kunde nutzt die (Pull-) Infodienste also nur dann, wenn er sie aktiv angefordert hat. Bei Push-Informationen hingegen benötigt es für den Zu-gang der Daten keiner aktiven Anfrage des Users (vgl. Steimer/ Maier/ Spinner 2001, S. 46f.). Da der er im mobilen Internet durch GPRS immer online sein kann, sind eine ganze Reihe von Push-Infodiensten möglich. Relevante Informationen lassen sich so dem Nutzer abhängig vom Eintreffen eines bestimmten Ereig-nisses, nahezu in Echtzeit zustellen (vgl. Zobel 2001, S. 54). Beispielsweise registriert sich der Fußball-Fan auf einer Sportseite für einen Dienst, der ihm bei jedem gefallenen Tor eine Nachricht auf das Handy sendet.

Die Bandbreite verfügbarer Info-Dienste im mobilen Internet ist sehr breit und lässt sich schwerlich komplett erfassen. Nachrichtendienste liefern z.B. Breaking-News anhand eines abgestimmten Nutzerprofils. Verkehrs- und Wetterinfos erlauben höhere Planungssicherheit und Entertainmentinfos (z.B. aus Sport und Boulevard) mehr Spaß im Alltag. Im Bereich Finanzen stehen z.B. aktuelle Börsenkurse und Unternehmensinformationen jederzeit zur Verfügung. Daneben sind mit Reise-informationen wie Flugplänen oder Hotelkapazitäten ebenfalls zeitkritische Infos im Angebot. Besonders hervorzuheben sind die mobilen Preisvergleichsdienste, erlauben sie doch dem Nutzer noch direkt am POS den Preis des gewünschten Shopping-Objekts über das Handy zu überprüfen.

Grundsätzlich lässt sich erkennen, dass mit zunehmendem Wert der Information für den Nutzer, der Dienst auch personalisiert und ortsbezogen auf ihn abgestimmt wird (vgl Müller-Veerse 2000, S. 51). Location Based Services (LBS) bieten einen echten Mehrwert für die Nutzer. Die Position des Mobilfunkteilnehmers wird dabei mit Content verknüpft. So erhält er automatisch kontextbezogene Informationen aus der lokalen Umgebung, wie beispielsweise Sonderangebote oder wo es das nächste Kino gibt. Weiß der Nutzer nicht wie er an die Zielort gelangen kann, erlauben Landkartensystem für Handys auch die entsprechende Navigation (vgl. Zobel 2001, S. 189).

Letztlich sei erwähnt, dass Informationen subjektiv in ihrer Wahrnehmung ausge-prägt sind. Sportergebnisse sind für den einen wichtige Informationen, für den anderen aber nur sinnlose Daten. An die Gestaltung von Portalen stellt das enor-me Anforderungen. Durch die eingeschränkten Navigationsmöglichkeiten auf mobilen Endgeräten will der Nutzer schnell an die für ihn relevanten Informa-tionen gelangen. Muss er sich erst durch eine Menge „Datenmüll“ kämpfen, wird er schnell die Lust an der Nutzung des mobilen Internets verlieren.

3.2.2 Kommunikation

Neben der Information stellt die Kommunikation eine wichtige Applikations-Kate-gorie dar, handelt es sich beim Handy schließlich in seiner ursprünglichen Form um ein „reines Kommunikationsmedium“ (Amor 2001, S. 369). Die Bedeutung von (Daten-) Kommunikationsdiensten zeigt der Erfolg von E-Mail im klassischen Inter-net und SMS im Mobilfunkbereich. So hat der „Short Messaging Service“ heute eine hohe kulturelle Akzeptanz als Lifestyle-Kommunikationsmittel gerade bei den jüngeren Leuten erfahren. Auf diese Weise beschleunigte das rasche Wachstum des SMS-Marktes das Zusammenwachsen des Internet mit der mobilen Welt (vgl. Schreiber 2001, S. 163f.).

E-Mail stellt aus drei Gründen eine erfolgversprechende Anwendung auch im mobilen Internet dar. Zum einen werden die SMS-Beschränkungen durch „Mobile E-Mail“ aufgehoben. Echte E-Mails mit Merkmalen, wie nahezu unbegrenzte Text-länge und multimedialen Anhängen, sind somit möglich. Zum anderen ist den Nutzern dieser Datendienst aus dem stationären Internet in Aufbau und Funktions-weise bereits bekannt. Darüber hinaus verwenden sie ihn oftmals als vorrangiges Kommunikationsmedium, um mit ihrer Firma oder ihren Freunden in Verbindung zu bleiben (vgl. Müller-Veerse 2000, S. 36).

Multimediale Kommunikationsdienste sind die Hoffnungsträger der Branche. So wird sich mit der durch UMTS zur Verfügung stehenden Bandbreite mobile Videotelefonie realisieren lassen. Bereits heute ist mit MMS (Multimedia Messa-ging Service) der Versand multimedialer Postkarten an andere mobile Endgeräte möglich. Der Nutzer kann Schappschüsse oder Kurzvideos, die er beispielsweise mit der integrierten Kamera aufgenommen hat, direkt per Handy verschicken (vgl. Schreiber 2002, S. 167). Daneben lassen sich die Botschaften mit Grafiken, Animationen und Tönen aus den verschiedensten Rubriken individualisieren. Neuerdings werden sogar crossmediale Postkarten-Dienste angeboten. Diese ermöglichen, dass elektronisch versandte Grußbotschaften dem Empfänger auf dem Postweg als (Papier-) Karte zugestellt werden.

Die unterschiedlichen Kommunikationsformen wie SMS, E-Mail, MMS, Instant Messages und Fax machen eine Organisation der Information für den Nutzer nicht leicht. Eine einzige, personalisierte Kommunikationsplattform, die es erlaubt, Nachrichten in die verschiedenen Kanäle zu verteilen und aus unterschiedlichen Quellen kommend zu empfangen, stellt hier eine erhebliche Erleichterung dar. UMS (Unified Messaging Services) kommen dieser Aufgaben nach, indem sie die Wandlung unterschiedlicher Dienste in die und aus den Formaten anderer Sys-teme übernehmen (vgl. ebd., S. 168). Bisher sind nur selektierte Kommunikations-kanäle in die UMS integriert worden. Erfolgreich werden diese Dienste jedoch nur dann sein, wenn die Technologie auch eine qualitativ hochwertige Umwandlung von Text zu Sprache bzw. Sprache zu Text bietet (vgl. Müller-Veerse 2000, S. 39).

Eine weiteres bedeutendes Anwendungsgebiet sind Online-Kalender bzw. die Verwaltung von PC-Daten über ein mobiles Endgerät. Überall auf der Welt lässt sich so auf Termine zugreifen, neue eingeben und bestehende ändern. Noch einen Schritt weiter gehen die virtuelle Assistenten. Die mobilen Begleiter empfangen Befehle und führen Nachrichten-, Kalender- oder auch Einkaufsfunk-tionen aus. Sie werden zukünftig zum mobilen Freund werden, der die Wünsche des Benutzers kennt und so das Leben einfacher gestaltet (vgl. Zobel 2001, S. 189).

[...]


[1] Die Begriffe „Dienst“, „Service“ und „Anwendung“ werden in dieser Arbeit synonym verwendet.

[2] Zugunsten einer einfacheren Lesbarkeit wird bei den Bezeichnungen, die ein Geschlecht ausdrücken, nur die männliche Form verwendet.

[3] Eine detaillierte Beschreibung des Begriffs der „Mobile Generation“ findet unter Punkt 4.2 statt.

[4] Der Begriff „Produkt“ wird hier als Oberbegriff für Güter und Dienstleistungen verwendet (vgl. Kotler/ Bliemel 1992, S.7f.). Für eine Abgrenzung des mobilen Internets als Dienstleistung siehe Punkt 4.1.

[5] Unter Punkt 3.1.1 werden mobile Endgeräte genauer vorgestellt.

[6] Unter Punkt 3.1.3.1 wird „WAP“ vorgestellt.

[7] Das Kapitel 3.1.2.3 betrachtet „GPRS“ näher.

[8] Studien folgender Marktforschungs-Unternehmen wurden betrachtet: BCG, Durlacher und Forit

[9] Im gleichen Zeitraum des Vorjahres wuchs der Markt noch um 16 Prozent.

[10] Die deutschen Netzbetreiber wurden bereits im Punkt 2.2.1 erwähnt.

[11] Eine nähere Betrachtung mobiler Anwendungen findet unter Punkt 3.2 statt.

[12] Das Normierungsgremium war die „Group Spéciale Mobile“ (die ursprüngliche Bezeichnung für GSM) der „Conference of European Post and Telecommunications“ (CEPT).

[13] Das WAP-Forum würde 1997 von den Firmen Ericsson, Nokia, Unwired Planet (Phone.com) und Motorola gegründet.

[14] Die Gründungsmitglieder sind T-Mobile International, Vodafone, Orange und Telefónica Móviles.

Details

Seiten
105
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783832473280
ISBN (Buch)
9783838673288
Dateigröße
777 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v222621
Institution / Hochschule
Hochschule Harz - Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH) – Wirtschaftswissenschaften
Note
1,1
Schlagworte
dienstleistungsmarketing telekommunikation umts m-commerce m-business

Autor

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Titel: Mobiles Internet - Wahrnehmung und Akzeptanz in der Zielgruppe "Mobile Generation"