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Landeskundliche Projekte im Internet

Zur didaktischen Relevanz von Online-Angeboten für den fremdsprachlichen Deutschunterricht

Magisterarbeit 2001 156 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Lernen mit dem Internet
2.1 Aspekte zum Neuen Lernen
2.1.1 Merkmale des Internets als neues Lern-Medium
2.1.2 Zur Bedeutung von Interaktivität
2.1.3 Relevanz von didaktischem Design
2.1.3.1 Überblick zum Medialen Design
2.1.3.2 Gestaltungsprinzipien von Lernprogrammen
2.2 Nutzung des Internets im Unterricht
2.2.1 Vorteile des Lernens mit dem Internet
2.2.2 Einschränkungen beim Lernen mit dem Internets
2.3 Medienkompetenzen der Lernenden und Lehrenden
2.3.1. Arten des strategischen Zugriffes
2.3.2 Veränderte Rolle der Lernenden
2.3.3 Veränderte Rolle der Lehrenden

3. Projektarbeit im Netz
3.1 Mediengestützte Projektarten im Fremdsprachenunterricht
3.2 Relevanz der Projekttypen für Online-Projekte in der Landeskunde
3.2.1 Nutzung des Internet als Kommunikationsmedium
3.2.2 Nutzung des Internet als Informationsquelle
3.2.3 Nutzung des Internets als Publikationsmedium
3.2.4 Nutzung des Internet als Unterrichtsmedium
3.2.5 Weitere Projektformen
3.3 Interkulturelles Lernen in Online-Projekten
3.3.1 Kurzer Überblick zur Landeskunde
3.3.2 Auswahlkriterien zum Inhalt von Landeskunde - Projekten

4. Kriterien für die Bewertung von Online - Landeskundeprojekten
4.1 Kriterienkataloge für die Bewertung von Online-Kursen
4.2 Kriterienkatalog für die Bewertung von landeskundlichen Online-Projekten
4.2.1 Voraussetzungen
4.2.2 Katalog
4.2.3 Zusammenfassung des Kataloges
4.2.4 Punktsystem

5. Bewertung ausgewählter Projekte
5.1 "Interkulturelle Bewußtheit" (TU-Dresden)
5.1.1 Beschreibung
5.1.2 Anwendung des Kriterienkataloges
5.1.3 Auswertung
5.2 "German Internet Project" (Universität von North Carolina)
5.2.1 Beschreibung
5.2.2 Anwendung des Kriterienkataloges
5.2.3 Auswertung
5.3. "Jetzt Online" (Goethe Institut)
5.3.1 Beschreibung
5.3.2 Anwendung des Kriterienkataloges
5.3.3 Auswertung
5.4. Zusammenfassung der Auswertungen nach dem Kriterienkatalog

6. Schlußbetrachtung

7. Tabellenverzeichnis

8. Literaturverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

Das Internet erlangt immer größere Bedeutung als Lernort und Lernmedium. Es ist eine ideale Voraussetzung für die oft betonte Notwendigkeit des lebenslangen Lernens. Internet, E-Mail und Multimedia haben sich nicht nur im privaten und beruflichen Alltag zum hilfreichen Arbeitsmittel entwickelt, sondern tragen auch zur weltweiten Kommunikation bei. Im Internet werden weltweit so vielfältige Informationen angeboten wie in keinem anderen Medium. Es bietet für das interkulturelle Lernen unerschöpfliche Quellen.

Innerhalb kürzester Zeit kann auf Informationen verschiedenster Art und Herkunft zugegriffen werden, und ein kommunikativer Austausch über Tausende von Kilometern ist problemlos und preiswert möglich. Rasante Enwicklungen bieten neue Kommunikationsmöglichkeiten, die auf erleichtertem Wege zu besserem interkulturellen Verstehen führen können, wenn eine durchdachte Didaktisierung dazu beiträgt. Es ist nun eine Herausforderung an die Didaktik, vorhandene Konzepte und Erkenntnisse über das Lernen so aufzuarbeiten, daß diese für das Lernen mit dem Internet auch sinnvoll anwendbar werden.

Die einseitig kritische Position von Skeptikern gegenüber dem neuen Medium ist durch die allmähliche Durchsetzung der Nutzung des Internets in den einzelnen Bereichen des Arbeitsalltages inzwischen genauso verklungen wie die vorbehaltlose Euphorie der Befürworter. Dadurch wird eine relativierte Betrachtung des Themas möglich. Es geht kaum noch um die Begründung für einen Computereinsatz im Unterricht, sondern vielmehr um die Erstellung sowie Erprobung neuer Konzepte zur sinnvollen Nutzung der vielfältigen Möglichkeiten, die die Arbeit mit dem Internet für Lernprozesse bietet.

E-Mail als Mittel zur Kommunikation ist kaum noch wegzudenken. Das Recherchieren im Internet ist bereits Normalität. Elektronische Zeitschriften gewinnen auch in den Geisteswissenschaften an Akzeptanz. Daher kann auch im Fremdsprachenunterricht (FSU) davon ausgegangen werden, daß die Nutzung dieser Medien im Unterricht zunehmend zur Normalität wird und selbstverständlich für die Realisierung interessanter Projekte eingesetzt wird.

Entgegen aller Behauptungen wird immer deutlicher, daß die neuen Medien nicht den Lehrer ersetzen können, im Gegenteil: erst durch ihn als Schlüsselfigur können die neuen Angebote auch erfolgreich eingesetzt und angewandt werden.

Insbesondere für den FSU und für Deutsch als Fremdsprache kann auf die Nutzung des Internets als Unterrichtsmedium und -werkzeug schon heute nicht mehr verzeichtet werden. Für das interkulturelle Lernen im Rahmen des Landeskundeunterrichts ergeben sich neue Aufgaben, da im Zuge der Globalisierung und der Entwicklung einer Weltgesellschaft neue Problematiken auftreten und alte verschwinden.

Um effektive Internetprojekte durchführen zu können, bedarf es einer durchdachten Umsetzung unter Beachtung aller bisher gewonnenen Erkenntnisse und Kriterien für landeskundliche Lehrwerke. Speziell für die Erstellung, Durchführung und Auswertung von Online-Projekte mit landeskundlichem Inhalt sind Kriterienkataloge wichtige Hilfsmittel, die in praxisnaher Form jedoch noch nicht existieren.

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, den Umgang mit dem neuen Medium Internet im FSU allgemein zu analysieren und insbesondere auf die sinnvolle Nutzung von Online-Projekten für den DaF-Landeskundeunterricht einzugehen. Letztendlich soll die Erstellung eines Kriterienkataloges für spezielle Online-Projekte mit landeskundlichen Inhalten realisiert werden. Mit einem solchen Hilfsmittel wird es möglich sein, vorhandene Angebote schneller auf Inhalt, Relevanz und Effizienz zu prüfen. Bei der Erarbeitung zukünftiger Online-Projekte soll es als Grundlage für die erfolgreiche Realisierung dienen.

Am Beginn der Arbeit steht eine Betrachtung der gegenwärtigen Diskussion zum Thema "Lernen mit dem Internet" einen Überblick zur Forschungsfrage verschaffen.

Im zweiten Kapitel wird auf das neue Lernen anhand der Merkmale des Lernens mit dem Internet eingegangen. Die Nutzung der Interaktivität für interkulturelles Lernen ist für landeskundliche Projekte im Internet von besonderer Bedeutung, weshalb dieser Aspekt ausführlich behandelt wird. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Gestaltung solcher Projekte, da diese maßgeblich für eine vorteilhafte Nutzung des Internets im FSU ist und ein offensichtliches, deutliches Merkmal des neuen Mediums darstellt. In ihren verschiedenen Funktionen trägt sie als ein wesentliches Kriterium für den Erfolg eines Online-Projektes bei.

Es sollen Vor - und Nachteile des Lernens unter Ausnutzung des Internets sowie notwendige Medienkompetenzen der Anwender beschrieben werden. Die Medienkompetenzen sind für die Arbeit mit dem Internet im FSU eine wichtige Voraussetzung. Abschließend wird das neue Rollenverständnis von Lernenden und Lehrenden bei der Erstellung wie auch Nutzung von Online-Kursen erläutert. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der neuen Rolle des Lehrenden, welcher als Schlüsselfigur für die Realisierung erfolgreicher Online-Kurse hervortritt.

Das Kapitel 3 enthält eine kurze Einführung über die Nutzung von Projektarbeit im FSU und beschäftigt sich mit mediengestützten Projektarten. Dabei wird auf die Kategorien von Projekten im Internet unter dem Gesichtspunkt ihrer Relevanz für die Landeskunde eingegangen. Zur Beurteilung dieser Projekte hinsichtlich landeskundlich relevanter Inhalte werden die Auswahlkriterien für den Landeskundeunterricht näher erläutert.

Aus diesen resultieren auch die im vierten Kapitel aufgeführten Kriterien für landeskundliche Lehrwerke. Eine Auswahl von nützlichen Kriterienkatalogen für Online-Projekte verschiedenster Art soll als Vorlage für den daraus zu entwickelnden, speziellen Kriterienkatalog für landeskundliche Online-Projekte im FSU dienen. Das entwickelte Model für ein Punktesystem soll die Bedeutung der einzelnen Kriterien in den Online-Kursen verdeutlichen und das Bewerten verschiedener Projekte erleichtern.

Im fünften Kapitel soll dieser Kriterienkatalog angewendet werden und anhand von drei ausgewählten Projekten Auskunft über deren Inhalt, Umfang, Form und Effizienz geben. Durch das Punktesystem werden diese Projekte auf ihre Relevanz für Online-Projekte im landeskundlichen FSU geprüft und dargestellt.

In der Auswertung im sechsten Kapitel erfolgt eine vorläufige Zwischenbilanz zur Relevanz von landeskundlichen Projekten im Internet anhand der Ergebnisse der vorangegangen exemplarischen Anwendung des Kriterienkataloges. In diesem Kapitel werden Folgerungen für die interkulturelle Landeskunde in Online-Projekten dargestellt und Anregungen für eine weitere Entwicklung von kritischen Evaluationsinstrumenten für spezielle Landeskunde-Projekte im Internet abgeleitet.

Zunächst folgen grundlegende Betrachtungen zur Nutzung des Internets im FSU-Unterricht und die daraus resultierenden Anforderungen an den Anwender.

2. Lernen mit dem Internet

2.1 Aspekte zum Neuen Lernen

Die Vernetzung auf der technischen Ebene führt zu einer neuen Sicht auf Inhalte im Lernprozeß, da bisher getrennte Informationen sich nun virtuell schnell zusammenführen lassen und eine breitere Wissensbasis beim Anwender schaffen. Diese neuen Wissensysteme verlangen ein verändertes Verständnis des Lernenden und führen zu Formen des Neuen Lernens. Eine genaue Definition des Begriffs "Neues Lernen" ist nahezu unmöglich, da es sich eher um eine Zusammenfassung von vielen verschiedenen Formen selbstständigen Lernens handelt[1] (vgl. Cholewa, 1996, online). Unter "Neuem Lernen" läßt sich also die Vielzahl von neuen Konzepten autonomen Lernens (mit oder ohne institutionellen Träger), sowie die Verwendung neuer Möglichkeiten als Lernhilfen (Computer, Multimedia, ect.) verstehen(vgl. Bruns/Gajewski (2000, S. 7 ff). Unterschiedliche Konzeptionen von dem, was Lernen ist und wie es funktioniert und gefördert werden kann, beeinflussen auch die Lern- und Lehrformen. Auf die genaue Beschreibung dieser Konzepte soll hier verzichtet werden, denn inwieweit diese nun in die Nutzung von Online-Kursen im landeskundlichen DaF-Unterricht einfliessen, ist von der Didaktisierung durch den Lehrenden abhängig. Daher sollen die Formen des kooperativen, explorativen , situierten, adaptiven und handlungsorientierten Lernens bis hin zum offenen Lernen nur erwähnt und auf entsprechende ausführliche Ausführungen in der Fachliteratur[2] verwiesen werden.

Die fehlende sprachliche Eingrenzung besteht vor allem durch die unterschiedlichen Möglichkeiten, die je nach Zielgruppe, Themenkomplex und Lernziele genutzt werden. Von Bedeutung für Online-Projekte sind hierbei:

1. Computer-Based-Learning (CBL), bei dem es um das selbstständige Erlernen von neuem Wissen/ Lerninhalte durch spezielle Computerprogramme geht.
2. Computer-Based-Training (CBT), bei dem es darum geht, bereits erworbenes oder vorhandenes Wissen durch spezielle Software oder Kurse alleine zu trainieren bzw. zu vertiefen.
3. Edutainment , worunter man computergestützte Lernprogramme vor allem für Kinder und Jugendliche versteht, und die ein selbständiges Lernen unterschiedlichster Wissensgebiete, abgestimmt auf die jeweilige Entwicklungsstufe, ermöglichen sollen.
4. Lernen mit Mutimedia, welches begrifflich die Lernmöglichkeiten durch die Entwicklungen auf dem mutimedialen Sektor zusammenfaßt.
5. Teletutoring bedeutet die Wissensaneignung durch den Einsatz multimedialer Medien. Konkret geht es um Formen von CBL/CBT in einer speziellen Institution oder über einen geeigneten Computer, wobei eine Kommunikation zwischen Lernenden und betreuendem Tutor möglich ist. (vgl. Kleinschroth, 1996, und Bähner, 1999, online[3] ).

Es handelt sich bei dieser Auflistung nur um eine Auswahl von Möglichkeiten des "Neuen Lernens", zu denen auch das Lernen unter Einbeziehung des Internets zählt. Eine umfassende Darstellung des Neuen Lernens mit Medien im Verlauf der verschiedenen lerntheoretischen Ansätze (Behaviourismus, Kognitivismus, Konstruktivismus) hat Klimsa (1993) vorgelegt. Jedem dieser Paradigmen liegen ein jeweils spezifisches Lernmodell sowie Lehrstrategien und Lernziele zugrunde (vgl. Mandl et al. 1997, S.167, Kerres 1998).

Es werden drei subjektive Auffassungen über die Funktion und den Nutzen des Lernens unterschieden, die je nach Lernerpersönlichkeit und Lerngewohnheiten variieren. Zum ersten gibt es den Ansatz, daß beim Lernen das Interesse, etwas wiedergeben zu können, im Vordergrund steht und auf andere Bereiche übertragbar ist. Eine weitere Annahme lautet, Lernen funktioniere über die Reproduktion von Inhalten, die übernommen und original wiedergegeben werden. Das dritte Konzept vom Lernen entspricht der eigenständigen Wissenskonstruktion, dabei wird Wissen jeweils individuell auch über assoziative Netze aufgebaut (vgl. Kerres, 1998, S.232). Im Zusammenhang mit computerunterstütztem Lernen wird der dritten Konzeption, also der konstruktivistischen Sicht[4], am meisten Bedeutung beigemessen. Diese ist auch mit dem Ansatz der interkulturellen Landeskunde[5], auf dem viele Online-Projekte aufbauen, vereinbar.

Durch das neue Lernen entstehen, neben speziellen Forderungen an Lehrende, auch solche an den Lernenden, der selbstverantwortlich und - diszipliniert mit dem Medium arbeiten soll. Anders als im herkömmlichen Lehrerunterricht muß der Lerner sich nahezu ausschließlich selbst motivieren, er kann sich seine Lernzeiten frei einteilen und muß sich dabei selbst organisieren (vgl. Bruns/Gajewski (2000, S.14 ff). Seine Aktivitäten muß er selbst steuern und gesetzte Ziele konsequent verfolgen. Außerdem muß er seine Ergebnisse selbst auswerten, einschätzen und präsentieren. Er hat seinen Arbeitsplatz selbst einzurichten und für einen angenehme Lernumgebung zu sorgen. Dieser Lernertyp muß mit der Unterstützung von Lehrern herangebildet werden, damit Lernende alle notwendigen Voraussetzungen[6] mitbringen.

Zunächst jedoch sollen die besonderen Merkmale des Internets in seiner Funktion als neues Lern-Medium hervorgehoben werden, um die Anforderungen an Lernende wie Lehrende verstehen zu können .

2.1.1 Merkmale des Internets als neues Lern-Medium

Wie bereits deutlich gemacht, bietet das Internet dem Fremdsprachenunterricht neue Möglichkeiten für Lernende und Lehrer. Die markantesten Charakteristika sind Authentizität, Interaktivität und Steuerung. Das beinhaltet eine Ansammlung von aktuellen und authentischen Fakten, Tatsachen und Meinungen zu den verschiedensten Themen, die in Form von multimedialen Materialien wie Texten, Bildern, Radio – oder Videosequenzen dargestellt werden. Der schriftliche Austausch mit Angehörigen anderer Kulturen oder auch Kollegen über didaktische Fragen geschieht mit Hilfe von E-Mail, Chatrooms, Newsgroups und anderen Kommunikationsformen des Internets in einer sehr kurzen Zeitspanne. Ebenso einfach sind Publikationen, Präsentationen und andere Projektergebnisse der Lerner schnell ins Netz gestellt und somit aktuell als neues Lehr- und Lernmaterial veröffentlicht. Dem geht ein neues Verständnis bei Lehrenden und Lernenden für die neue Lernform voraus (vgl. Vogt, 2000).

Sacher (1998) charakterisiert das Lernen mit dem Internet durch die folgenden Merkmale:

1. Es ist Lernen mit mehreren Medien, die unter einer gemeinsamen Oberfläche vereinigt sind.
2. Es ist Lernen über mehrere Sinnesmodalitäten bzw. Sinneskanäle; Lernen mit Auge und Ohr, z. T. auch mit der Hand.
3. Es ist Lernen mit mehreren Codes bzw. Zeichensystemen; Lernen mit stehenden und bewegten Bildern, mit Texten, mit gesprochener Sprache, mit graphischen Darstellungen usw.
4. Es ist unterhaltsam und anregend gestaltetes Lernen; Infotainment und Edutainment.
5. Es ist interaktives Lernen, sowohl hinsichtlich eines dialogartigen Austausches zwischen dem User und dem System als auch der sozialen Interaktionen zwischen den Usern.
6. Es ist Lernen inmitten einer ungeheuren Informationsfülle.
7. Es ist (vor allem im World Wide Web) Lernen in multilinearen Hypermedia-Umgebungen, das viele Lernwege im vernetzten Informationsangebot zulässt.
8. Es ist Lernen in einer offenen Informationsumgebung, welche der Lerner für vielfältige Frage- und Aufgabenstellungen nutzen kann.
9. Es ist schließlich häufig auch Lernen mit fernen Partnern, mit denen nur elektronisch vermittelter Kontakt besteht.

Der Lernprozess mit dem Internet ist nach den Annahmen der kognitiven Lerntheorien, u.a. des Konstruktivismus, als aktiv und konstruktiv charakterisiert, d.h. der Lerner konstruiert sein Wissen aktiv.[7] Hieraus ergibt sich nach Vogt (2000) das Merkmal der Steuerung, denn wenn der Lerner aktiv Entscheidungen bezüglich seines Lernens trifft, kann er adäquat sein Sprachwissen modifizieren und adaptieren. Um Lernerautonomie zu erlangen, sollte der Lerner möglichst viele Entscheidungen für sein Sprachlernen treffen, um Verantwortung für den Lernprozess übernehmen zu können (dazu zählt z.B. die Entscheidung, welches Wortfeld er erweitern muss, um seine persönlichen Lernbedürfnisse zu befriedigen).

Der Grad der Steuerung ist gleich zu setzen mit der Anzahl und der Art der Entscheidungen, die dem Lerner überlassen werden. Dies entspricht dem Grad der Verantwortung, die der Lerner für sein Lernen übernehmen kann. (vgl. Vogt, 2000)

Selbst in hervorgehobenen Nachteilen beim Umgang mit dem Internet, auf die noch gesondert eingegangen wird, werden bereits wieder positive Wirkungen erkannt. So wird bei dem bekannten Phänomen und der Gefahr des "Lost in Hyperspace"-seins bei Schulmeister (1997) der Serendipity- Effekt[8] gegenübergestellt, welcher eine milde Form der Desorientierung als bewußt gewählte Form des Lernens sei. Mayes, Kibby et al (1990) bestätigen, daß ein bißchen Verlorengehen nichts schade, sondern das explorative Verhalten fördere. Sie kommen zu der Feststellung, daß auch die Lehrenden sich auf die Formen des Neuen Lernens in Hinsicht auf ein verändertes Dominanzverhalten einstellen sollten. Sie müssen u.a. lernen, Kontrolle im Unterricht abzugeben[9] (vgl. in Schulmeister, 1997, S. 60).

2.1.2 Zur Bedeutung von Interaktivität

Die Interaktivität[10] bringt einen bedeutenden Vorteil bei der Nutzung des Internets im Unterricht. Jiang (1998) bemerkte, daß Studenten heutzutage höhere Lernergebnisse bringen, wenn Kurse stark auf Online-Interaktion basieren. Es wurde erkannt, daß Interaktivtät einen wichtigen Punkt bei den Erwartungen von Lehrern und Lernernsowieein vorrangiges Ziel für den Lernprozeß darstellt. Da Feedback zwischen Lernern und Lehrenden sowie auch unter den Lernenden immer notwendig ist, wird Interaktivität eine wichtige Komponente im computerbasierten Unterricht bleiben.

Im Gegensatz zum Lernen durch passives Aufnehmen von Information ist Interaktivität für die Fähigkeit, den Lerner in das Material einzubeziehen, besonders wertvoll. Die so erreichte aktive Teilnahme ist eine Motivation für das Lernen, welche traditionelles Lernen oftmals nicht bieten kann (vgl. Petraglia, 1998 zit. nach Liaw und Huang, S.41).

Maddux et.al unterstreichen, daß Computer sich von allen bisherigen elektronischen Entwicklungen durch hohe Interaktivität unterscheiden (vgl. Maddux, Johnson / Willis, 1997, S. 9). Bis zu einem bestimmten Punkt erlaube Interaktivität den Lernern, den Lernstoff in Alltagssituationen zu wiederholen und anzuwenden, indem sie die Möglichkeiten erhalten, die Formen des Unterrichts und damit der Anweisungen, die sie zum Aufbau ihres Wissens und Erfahrungen erhalten, selbst zu bestimmen.

Es ist weithin bekannt, daß ein hoher Grad an Interaktion im Unterricht anstrebenswert ist, da es den Lernprozeß positiv beeinflußt. Dennoch müssen die Zusammenhänge zwischen den drei Instruktions-Theorien[11] und Interaktivität noch geklärt werden (vgl. Liaw / Huang, 1998, S. 42). Die daher auftauchenden Schwierigkeiten lassen die Bewertung des Einsatzes der Neuen Medien im Unterricht noch nicht vorbehaltlos positiv klingen.

So formulierte Wazel (1990) zum Computereinsatz im Sprachunterricht eine noch heute geltende Maxime: 'Lieber weniger, aber besser' und beklagte, daß im Bereich der Speichermedien "leider immer noch viele Produkte im Bereich der Lernsoftware keine wirkliche Innovation aus fremdsprachendidaktischer Sicht darstellen, sondern partiell eher einen Rückschritt implizieren." (Wazel, 1990, S.6) Der Rückschritt bezieht sich darauf, daß viele CALL-Programme[12] lediglich eine technische Umsetzung von Übungen darstellen, die auch zuvor auf Papier möglich waren. Das kann heute nicht mehr so absolut gesagt werden, da durch die Interaktivität und die fortschreitende Entwicklung bzgl. der sinnvollen Ausnutzung der Möglichkeiten des Internets eine beachtliche Verbesserung erzielt wurde. Darauf bezog sich auch schon West (1992), der auf die Zusammenhänge von visuellen Denkformen, Mentalen Modellen und Computer-Visualisierungen eingeht. Dabei macht er deutlich, daß sich konventionelle Ausbildungssysteme hauptsächlich auf verbalen und abzählbaren Wissenserwerb konzentrierten, während die offensichtliche Bedeutung von visuellen Eindrücken immer noch ein "second-class citizen" sei (vgl. West, 1992, S.93). Die innovative Kraft neuer Medien liegt jedoch vor allem in den neuen Kombinationsmöglichkeiten und den enorm erweiterten Zugangsmöglichkeiten, nicht nur zu Inhalten und Wissensbeständen aller Art, auch zu technisch erweiterten Realisierungen im visuellen Bereich. Die Darstellungsformen reichen von 3-D Bildern bis hin zu animierten Grafiken, die Zusammenhänge verdeutlichen können.

Noch immer wird von einigen Lehrenden der besondere Neuheitseffekt der Computer im FSU betont und befürchtet, daß seine motivationssteigernde Wirkung bald nachlassen werde. Dem widersprechen jedoch die sich bereits abzeichnenden normalen Formen des Umgangs mit dem Internet. Das Medium wird nicht als Hauptbotschaft in den Vordergrund gestellt, sondern es werden vorwiegend die gegebenen technischen Erleichterungen in den FSU integriert.

Donath (1997) nennt in diesem Zusammenhang einen wichtigen Aspekt: Schüler würden so weitgehend auf die Informationsgesellschaft vorbereitet, in welcher der Umgang mit dem Internet selbstverständlich ist. Das sei ein maßgeblicher Punkt, der für einen weitreichenden Medieneinsatz im Unterricht spricht.

Weltweit gehen in wachsender Anzahl immer mehr Institutionen und Privathaushalte ans Netz, die Hälfte aller deutsche Haushalte ist inzwischen online[13]. Die Begriffe World-Wide-Web, E-Mail, Chat, Newsgroups und Mailinglists, die im Zusammenhang mit dem Internet immer wieder gebraucht werden, sind bereits im täglichen Gebrauch des normalen Internetnutzers integriert[14]. Das macht u.a. deutlich, daß sich im Zuge der sogenannten Globalisierung und Technisierung vieles mit hoher Geschwindigkeit verändern wird. Das enorme Veränderungspotential der neuen Medien, die über neue Technologien sowie Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten einen Zugang zur Welt ermöglichen, ist auch für den landeskundlichen FSU relevant und zeigt sich beispielsweise in neu entwickelten sowie in adaptierten Unterrichtskonzepten, Lernszenarien und neuen Lehr- und Lernmaterialien. Insofern wird aber bereits deutlich, von wem und wo besonders Online-Projekte eingesetzt werden können, nämlich in erster Linie in den Bildungsinstitutionen, die über entsprechende technische und finanzielle Mittel verfügen (vgl. Block, 1999, online).

Tschirner (1997, S.55) schätzt die zukünftigen Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten per Internet als gewaltig ein und fordert deren Ausnutzung als ein "unbedingtes Muß für den FSU". Kerres (1998) geht von der zunehmenden "Einbindung der Multimedia-Systeme in lokale oder weltweite Netze" aus. Innerhalb des Lernprozesses durch diese Konstellation, z.B. durch die Verwendung von Mailprogrammen, sei eine netzbasierte Kommunikation zwischen räumlich entfernten Personen oder Institutionen möglich, die auch schon für das Fernlernen ausgenutzt wird. Daraus ergeben sich seiner Meinung nach neue Szenarien und Varianten der Interaktivität in didaktischen Umgebungen, wie sie bisher für mediengestütztes Lernen wenig relevant gewesen sind.

Die Realisierung eines möglichst hohen Interaktivitätsgrades ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal von Lernsystemen, erklärt auch Blumstengel. Alle derzeit realisierbaren Lernprogramme sind jedoch noch weit von einer "idealen" Interaktivität entfernt Als Kriterien für die Beurteilung der Interaktivität eines hypermedialen Lernsystems werden von Blumstengel Lernwegsteuerung, Darstellungstiefe, Dialoggestaltung und Veränderbarkeit vorgeschlagen

Die Interaktivität wird durch entsprechende Gestaltung wesentlich erhöht und hervorgehoben (vgl. Blumstengel, 1998, online).

2.1.3 Relevanz von didaktischem Design

Ein gern vernachlässigter Punkt von fachlich orientierten Webseiten ist das didaktische Design und die Frage nach der ästhetischen Gestaltung. Diese sind jedoch ein wichtiger Bestandteil eines Online Projektes. Für den Kriterienkatalog zur Bewertung von Online-Kursen werden diese gestalterischen Mittel jedoch mit einbezogen, da sie ein auffallendes Merkmal der Arbeit mit dem Internet sind.

Bei der Erarbeitung von Online-Projekten durch Lehrende wird die Relevanz von Design oftmals unterschätzt. Im gegenwärtigen Alltag spielt dieses jedoch eine wachsende Rolle, da die Lernumgebung sich von äußeren Einflüssen nicht mehr abgrenzen läßt. In einer Welt, die von Medieninformationen aller Art in verschiedenster Präsentationsform dominiert wird, und in der Farben, Ton und all die anderen Gestaltungsmittel schnell zu einer Reizüberflutung führen, kann das Understatement durchaus eine Alternative sein. Dennoch kann eine vernachlässigte Gestaltung schnell zu Desinteresse beim Anwender führen. Die Tendenz zum schnellen Abschätzen anhand von optischen Reizen seitens des Nutzers, ob dieser auf den Webseiten bleibt oder nicht, sollte bei der Erstellung unbedingt beachtet werden. Die Bedeutung der visuellen Gestaltung von Online-Kursen ist daher ebenso relevant wie der didaktisierte Inhalt. In diesem Sinne wird von Kerres (1998, S.30) eine stärkere Berücksichtigung von professionellem, didaktischen Design bei Lehrmaterialien gefordert. Er stellt einen treffenden Vergleich zwischen den Situationen im Unterricht und denen in der Werbung auf. Demnach gehe es bei beiden Kommunikationssituationen um die Verbreitung von Botschaften. Er weist darauf hin, daß für die Werbung das professionelle Design in besonderem Maße, auch aufgrund der Investitionen in diesem Bereich weiterentwickelt wurde.

Das fremdsprachliche Lernen im Internet ist ein Teilbereich, der von diesen Innovationen, im Sinne einer Verbesserung des didaktischen Designs, ebenso erfaßt werden sollte. Dabei gilt es nicht, die Technik im Vordergrund zu sehen, sondern technische Möglichkeiten zur Gestaltung von Inhalt und Material optimal auszunutzen. Kerres (1998, S.30) kritisiert das mangelnde Interesse an einem solchen verbesserten didaktischen Design, das zu wenig gefördert werde. Auch Issing / Haack ( 1985) gehen auf die Lernwirksamkeit der visuellen Gestaltung ein und stellen fest, daß der Lernerfolg umso größer ist, wenn die Information anschaulich und ansprechend gestaltet ist. Nach ihrer Auffassung ist die visuelle Präsentationsform nicht getrennt von kognitiven Strukturen und Prozessen zu betrachten (vgl. Issing / Haack, 1985).

Über die Erkenntnisse in der Psychologie zu den zwei getrennten Kurzzeitgedächtnissen (für verbale und visuelle Informationen) schreibt Prechelt: "Sprachliche Informationen werden im sogenannten phonologischen Kurzzeitgedächtnis gespeichert und zwar unabhängig davon, ob sie visuell oder akustisch angeliefert worden sind. Demgegenüber werden nichtsprachliche visuelle Informationen im visuellen Kurzzeitgedächtnis gespeichert." (Prechelt, 1998, online[15] ) In Bezug auf die Nutzung visueller Gestaltungsmittel bedeute dies, daß eine gleichzeitige Nutzung der beiden Kurzzeitgedächtnisse und eine damit einhergehende Erhöhung der Speichermöglichkeit erreicht werden könnten, wenn für die Darstellung der Information kombinierte sprachliche und graphische Darstellungsweisen gewählt werde. Eine Vorausetzung dafür sei, daß die graphischen Teile nicht sprachlich interpretiert sondern bildlich würden. Dabei muß allerdings beachtet werden, daß visuell gespeicherte Informationen weniger genau sind als sprachlich gespeicherte. Es sollten daher in hybriden Methoden möglichst Vorkehrungen gegen Fehler in der visuellen Speicherung getroffen werden, z.B. indem man kritische visuelle Information zusätzlich noch einmal sprachlich einbringt (vgl. Prechelt, 1998, online). Das kann bei der Gestaltung von Webseiten problemlos berücksichtigt werden.

In den allgemeinen Grundbegriffen zum Design erklären Neldon/ Stoltermann, daß dieses immer dem Nutzen untergeordnet sei, dennoch aber Kreativtät und Vorstellungsvermögen wichtige Voraussetzung zum Erfolg von Projekten wären. Das bedeutet für Online-Projekte ebenso wie für andere, daß Gestaltungsentwürfe für jeden verschiedenen Kontext neu entworfen werden müssen, wobei sich natürlich auf gesammelte Erfahrungen bezogen werden könne(vgl. Neldon/ Stoltermann, 2000, S.33) Dem fügen Klein/ Schertel hinzu: "Gelingt es, Lehrinhalte [...] motivierend zu gestalten und an vorgängige, intrinsische Motivation der Lernenden anzubinden, muß nicht nach 'künstlichen' Wegen gesucht werden, Motivation zu schaffen oder aufrechtzuerhalten. (Klein/Schertel, 1985, S.162) Bei Blumstengel findet man ausführliche Untersuchungen zu drei Modellen, welche die Motivation systematisch mit Instructional Design in Beziehung setzen. Dabei werden jeweils motivationale Elemente bzw. Faktoren identifiziert und zugehörige Strategien vorgeschlagen (vgl. Blumstengel, 1998, online).

Insgesamt ist festzustellen, daß der Gestaltung der Benutzeroberfläche von Online-Präsentationen eine besonders wichtige Rolle zukommt, weil sie die Art und Weise, in der ein System wahrgenommen und genutzt wird, entscheidend beeinflußt. Diese Gestaltung wird auch oft als "Kunst" beschrieben, da neben den rein ästhetischen Faktoren ein sehr hoher Grad an Kreativität gefordert ist [Hofmann/Simon, S. 95, 98f zit. nach Blumstengel, 1998].

2.1.3.1 Überblick zum Medialen Design

In den Ausführungen zum medialen Desgin von Bruns/Gajewski (2000, S.58) wird ausführlich auf die Bedeutung der Gestaltung eines Hypertext-Lernsystems durch Kompositionselemente Farbe, Metapher und Navigation zur Erhöhung der Benutzfreundlichkeit eingegangen. Dazu erklären Bruns und Gajewski: "Wie die Komposition eines Bildes den Blick des Betrachters einfängt, bannt und nach und nach zu den verschiedenen Bildelementen führt, so leiten den Teilnehmer eines Online-Kurses die Farbgestaltung, die Metapher und die Navigation durch das Lernangebot. Farbe, Metapher und Navigation bestimmen das Gesicht der Anwendung." Sie gehen dabei u.a. auf die psychologische Wirkung von Farben in Hinblick auf Motivation, Aufmerksamkeit und Orientierung für den Lernenden ein.[16] Ihrer Meinung nach haben auch Metaphern (grafische Darstellungen von Benutzerschnittstellen[17] ) und Navigation einen hohen Stellenwert.

Die durchdachte Bildschirmaufteilung lenkt die Aufmerksamkeit der Lerner auf relevante Informationen und führt ihn durch die Seite. Sie ist eine Orientierungshilfe, stellt inhaltliche oder funktionale Zusammenhänge dar und kann in klassische oder explorative Lernumgebungen eingeteilt werden.

Die medialen Elemente wie Text, Bild, Ton, Animation und Video können je nach Funktionen im Lernprozess eine große Rolle spielen. Bei ihrem Einsatz muß auf die besonderen Bedingungen der Internet-Umgebung geachtet werden, da Gestaltungsprinzipien, die z.B. im Printbereich relevant sind, nicht problemlos übernommen werden können. Die Verständlichkeit und Lesbarkeit von Texten unterliegt auf Webseiten anderen Bedingungen, die u.a. technische, aber auch lernpsychologische Gründe haben. Da eine Bildschirmoberfläche nicht sehr lesefreundlich ist, sollten Texte reduziert und nach Bruns/ Gajewski (2000) möglichst durch andere Darstellungsformen ersetzt werden[18]. Neben der bildschirmgerechten Typografie und der Anordnung des Textes ist die Darstellungsform durch Grafiken und Bilder ein wichtiges Element zur Inhaltsvermittlung. Damit diese nicht nur der Unterhaltungserwartung entsprechen, nennt Weidemann (1995, zit. nach Bruns/ Gajewski, 2000) drei verschiedene Funktionen:

1. die Zeigefunktion (Informationsdichte),
2. die Situierungsfunktion (Assoziationen) und
3. die Konstruktionsfunktion (mentale Modelle).

Dem fügt Blumstengel (1998, online) hinzu, daß Text als Gestaltungselement dennoch weiterhin eine wichtige Rolle spiele. Die Länge bzw. der Umfang von Textknoten sei deswegen im Zusammenhang ein ständiges Diskussionsthema unter Gestaltern. Am sinnvollsten erscheint der Autorin eine stärkere Orientierung an semantischen, und nicht an formalen Kriterien. In jedem Fall bestehe eine enge Beziehung zwischen dem Bildschirmlayout und der Granularität des Hypertextes. Der Formulierungsstil solle den Anforderungen des Mediums angepaßt werden. Die Texte seien leserlicher, wenn sie sorgfältig in kurze Abschnitte strukturiert werden und ggf. Untergliederungen und Aufzählungen enthielten. Praktische Erwägungen betreffen die Frage der Lesbarkeit, die u. a. durch Kontrast, Schriftart, Schriftfarbe und Schriftgröße beeinflußt wird. Hier empfiehlt Blumstengel serifenlose Schriftarten, die in der Regel schwarz auf weiß bzw. dunkel auf hell dargestellt werden. Nach Möglichkeit sollten nicht mehr als zwei verschiedene Schrifttypen verwendet werden (vgl. Blumstengel, 1998, online).

Einen wichtigen Einfluß auf den Lernprozeß haben auch die Bildformate und Dateigröße."Für einen Online-Kurs ist die Dateigröße ein wichtiger Faktor. Je größer die Datei, desto länger dauert es, bis sich die Seite auf dem Bildschirm [...] aufgebaut hat. Die lange Ladezeit unterbricht den Lernfluß und demotiviert den Lernenden. [...] Dennoch werden Sie aus didaktischen Gründen immer wieder Grafiken einbinden, deren Größe längere Ladezeiten verursacht." (Bruns/ Gajewski, 2000, S. 85)

Die medialen Elemente Ton, Video und 3-D Animation sind in Online-Lernprogrammen bisher nicht ganz so häufig zu finden, da Aufwand und Kosten der Produktion noch unverhältnismäßig hoch sowie die Übertragungsgeschwindigkeiten oft zu niedrig sind.

Bei der Konzeption für ein didaktisch-methodisches Design spielen die Interaktivität, die Adaptivität und die Kommunikation der Teilnehmer eine große Rolle. Auf ausgewählte, grundlegende Gestaltungsprinzipen soll nun kurz eingegangen werden, da nach diesen ein Online-Projekte unter dem Gesichtspunkt des Designs beurteilt wird.

2.1.3.2 Gestaltungsprinzipien von Lernprogrammen

Auf der Basis der Pädagogik Maria Montessoris, welche den ganzen Menschen mit seinen Fähigkeiten und Anlagen unter Berücksichtigung der geistigen und körperlichen Entwicklung einbezieht, wurden konkrete und elementare didaktische Materialeigenschaften aufgestellt. Aus diesen wurde von Busch (1998, S.75) ein Konzept für die computergestützten Lernprogramme entwickelt, welches u.a. auch auf die Gestaltung von Bildschirminhalten Wert legt.

Dabei finden folgende Merkmale in den folgenden Kriterienkatalogen immer wieder Berücksichtigung: Begrenzung, Aktivität, Erweisbarkeit[19] und Ästhetik. An dieser Stelle soll die Ästhetik und ihre Relevanz auf pädagogische Wirkung gesondert betrachtet werden. Nach Montessori ist die Ästhetik eines Gegenstandes zum einen mitverantwortlich für seine Anziehungskraft. Bei der Gestaltung von Lernprogrammen am Computer bezieht sich das auf softwareergonomische Aspekte, wozu Gestaltung der Bildschirmoberfläche, Bilder, Texte und Farbgestaltung zählen. Sie müssen dem Lernprogramm die von Maria Montessori beschriebene Anziehungskraft verleihen, die den Lernenden anspricht und ihn dazu anhält, sich intensiv mit dem Inhalt zu beschäftigen.

Die Gestaltungen von Abbildungen ist dabei ein bedeutender Aspekt. Busch sagt dazu: "Nicht jede Art einer Abbildung ist für jeden Adressanten und für jedes Lernziel effektiv. Der instruktionale Wert eines Bildes läßt sich nur in einem Netz von Bedingungen bestimmen. Zu diesem Netz gehören die Lernziele bzw. die Funktionen der Abbildung sowie Merkmale der Adressaten wie Vorwissen und Lernstrategien." (Busch, 1998, S.82) Hier werden auf die Gestaltungskriterien zur Funktion und Aufmerksamkeitssteuerung von Grafiken verwiesen, die u.a. Perspektivwahl, Größe, Farbe etc. sowie die Kombination von Text und Bild detailiert beschreiben. Dabei finden die redundanten, komplimentären und elaborativen Beziehungen der Gestaltung von Bild und Text gesonderte Beachtung.[20] Auf die psychologische Wirkung und die didaktische Funktion der Farbgestaltung einer Bildschirmdarstellung nimmt Busch große Rücksicht, da diese zur Aufmerksamkeitslenkung, Information, zu Denkanstößen (Impulse durch unerwartete farbliche Umsetzungen) und Erkennen von realistischen Darstellungen beitragen. Farben können als Strukturierungsmittel sowie zur Verdeutlichung von visuellen Codes (z.B. Rot = Warnung, Fehler, Verbot), Reihenfolge und Funktionen eingesetzt werden. Ihr geschickter Einsatz kann den Erfolg eines Online-Projektes bedeutend beeinflussen. Bei der Nutzung des Intnernets muß dessen Internationalität bedacht werden, da es einige Symbole, wie Gesten, Tiere oder Farben gibt, die in verschiedenen Kulturkreisen sehr unterschiedliche Bedeutungen haben[21] [Horton 94, 268ff zit, nach Blumstengel, 1998].

Blumstengel geht in ihrer Analyse auf die Aspekte der Gefahren bei mangelhafter Gestaltung ausführlich ein. Sie unterteilt diese in folgende Punkte: Desorientierung, Kognitive Überlastung, Segmentierung (des Wissens). Dabei verweist sie auf folgende Lösungsvorschlage:

Die Anzahl möglicher Interaktionen sollte auf ein notwendiges Maß in Bezug auf ihre Zweckmäßigkeit beschränkt werden, da eine Vielzahl an Interaktionsmöglichkeiten Benutzer oft verunsichere. Eine breite allgemeine Funktionalität bei gleichzeitiger Reduktion der angezeigten Handlungsoptionen sei trotzdem durch geschickte Gestaltung möglich, z. B. indem Buttons nur dann eingeblendet werden, wenn sie auch tatsächlich sinnvoll sind und aktiviert werden können[22]. Außerdem sollten allgemeine Lesegewohnheiten beachtet werden, da Abweichungen davon zu Verwirrung und Mißverständnissen führen können.[23].

Zur Reduzierung von kognitiver Überlast wird von Blumstengel ein stabiles Screenlayout mit einer prinzipiell einheitlichen Unterteilung in verschiedene Bereiche angeraten.

Bei gleichzeitiger Verwendung von Text und Bild sollte der Text möglichst auf der linken Seite angeordnet sein. So würden in Hypermedia-Lernsystemen häufig Metaphern als Navigationsmittel verwendet, die den Zugang und das Verständnis des Inhalts erleichtern sollen.[24] Als Orientierugshilfe empfiehlt Blumstengel die oft unterschätzte Nutzung des Backtracking, welches struktureller Desorientierung entgegenwirken soll und bei der räumlichen und zeitlichen Kontextualisierung helfen kann. Über die Backtrack-Funktion können Benutzer den von ihnen eingeschlagenen Pfad schrittweise zurückverfolgen. Des weiteren gibt es Signposts, Maps, Inhaltsverzeichnisse und Übersichten zur besseren Orientierung, die bei Blumstengel ausführlich beschreiben werden (vgl. Blumstengel, 1998, online).

Bei all den technischen Möglichkeiten, die die Programmierung für das Internet heutzutage anbietet, kommt es bei didaktischen Online-Projekten hauptsächlich auf eine didaktisch fundierte, witzige und innovative Gestaltung an. Entscheidend ist daher weniger die absolute Perfektion der technischen Elemente, sondern daß deren Einsatz gut aufeinander abgestimmt ist. Darum ist neben den oben genannten Gestaltungselementen die Frage relevant, ob und in welcher Form Tests integriert werden sollten. Sie ermöglichen eine Erfolgskontrolle und dienen zur Aktivierung und Motivation der Lernenden. Blumstengel beschreibt eine Vielzahl von Testformen und verweist neben integrierten Tests auch auf Konzepte, bei denen die Lösungsbewertung und teilweise auch die Aufgabenstellung außerhalb des Lernprogramms realisiert wird. So könnten durch einen Lehrenden komplexe Problemsituationen dargestellt werden, die anschließend mit Hilfe des hypermedialen Lernsystems gelöst werden sollen. Dies ist in Bezug auf landeskundliche Online-Projekte besonders relevant.

Die Gestaltungsprinzipien sind für den landeskundlichen DaF-Unterricht in zweierlei Hinsicht wichtig: zum einen spielt die Gestaltung eines Online-Projektes aus bereits beschriebenen Gründen eine große Rolle bei der Motivation der Lerner. Zum anderen kann aber bereits das Design eines Projektes schon viel über den Lerninhalt aussagen, da verschiedene Kulturen auch verschiedene Gestaltungsprinzipien beinhalten[25] und somit bereits am äußerlichen Erscheinungsbild durchaus der erste Lerneffekt einsetzen kann. Darunter fallen auch die Betrachtungen von Computerkunst, -grafik und -animation, die zum landeskundlichen Teilbereich "Kunst in einer Kultur" eingeordnet werden können.

Die Nutzung des Internets kann für DaF-Lerner im Ausland ein erster direkter Berührungspunkt mit dem Zielsprachenland sein, daher sollte die Gestaltung von Webseiten für Landeskundeprojekte nicht als nebensächlich eingestuft werden. Natürlich muß das Design mit dem sinnvoll aufgearbeiteten Inhalt eine Einheit bilden. Wie diese Projekte inhaltlich relevant zu füllen sind, darauf soll im nächsten Kapitel eingegangen werden.

2.2 Nutzung des Internets im Unterricht

Die Nutzung des Internets hat den besondere Vorzug, nicht in dem Maße von Programmherstellern abhängig zu sein, wie es bei den meisten derzeit erhältlichen Lernsoftwareangeboten der Fall ist. Diese geben bereits in ihrer Programmstruktur und im Inhalt oftmals zahlreiche, meist unveränderliche, Vorgaben für Lerntempo, Lernweg und Lerninhalte. Das Internet zeichnet sich dagegen durch Flexibilität und Aktualität aus. Umso mehr hängt die sinnvolle Nutzung dieser Eigenschaften jedoch von den didaktischen Fähigkeiten des Lehrenden ab (vgl. Block, 1998, online).

"Wenn es gelingt, durch attraktive Internet-Angebote mit pädagogisch wertvollen Inhalten die Verweilzeit der "Surfer" auf einer Web-Site zu verlängern - auch durch gründliches Offline-Lesen - und das orientierungslose Surfen überflüssig zu machen, dann ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung getan." (Miklitz, 1998, online)

So könnten Web-Seiten dazu beitragen, daß auch auf dem Internet ein kultureller Raum entstehe, in dem die Besucher zu Informationsverarbeitern werden, die der Vernunft vertrauen und die es verstehen, auf gebildete Weise von den neuen Medien Gebrauch zu machen, so Miklitz. Im Dialog mit den ausländischen Studierenden könne eine Web-Seite der beschriebenen Art in dreifacher Hinsicht gewinnbringend sein:

Die Web-Seite kann eine werbende Funktion für die Studierenden haben, die sich in ihrer Heimat bereits für ein Studium in Deutschland interessieren, Deutsch lernen und den kulturellen Dialog suchen. Die Nutzung der Web-Site während des Studiums am Studienkolleg kann einen Beitrag leisten zur informationstechnischen Bildung der ausländischen Studierenden und damit das Studienkolleg als zukunftorientierte Einrichtung attraktiver machen. Und die Web-Seite kann nach Absolvierung des Studienkollegs eine Plattform für den Informationsaustausch der Ehemaligen sein und Möglichkeiten für eine sinnvolle Nachbetreuung der Kollegiaten eröffnen (Miklitz, 1998, online).

Döring weist darauf hin, daß das Internet besonders "durch leichte Zugänglichkeit und vergleichsweise geringe Kosten bei einer großen Vielfalt von Diensten und Gestaltungsmöglichkeiten" interessant ist und zeigt so die Bedeutung von Online-Projekten für unterrichtliche Zwecke auf (1997, S.310).

Zur generellen Nutzung der netzbasierten Medien unterscheiden Donath (1998, S.5) und auch Gertsch (1997) und Breindl (1997) im wesentlichen vier Kategorien der Online-Ressourcen für den Sprach- und Literaturunterricht, die für den landeskundlichen Unterricht relevant ebenso sind:

1.Kommunikationsmedium: Für lokale und globale Kommunikation
2.Informationsmedium: Zur Informationssuche 3.Publikationsmedium: Für die Veröffentlichung von Texten aller Art 4.Lernmedium: Zur Bearbeitung und Erstellung didaktischer Materialien .

Nach Döring (1997, S.321) ist das Internet aber keine Form des Nürnberger Trichters, der das Lernen leichter und schneller macht. Es ist nicht für das Lernen erfunden worden und birgt auch viele Nachteile, auf die später eingegangen werden soll. Dennoch enthält es neben tutoriellen Systemen und Lernprogrammen auch Lehrbücher, Übungsaufgaben, Lexika, und dient somit als kognitives Werkzeug, welches selbstorganisiertes, individuelles Lernen begünstigt. Es regt die Auseinandersetzung mit verschiedensten Inhalten ebenso an, wie es diese unterstützen, erleichtern und korrigieren kann. Das Internet bietet die Grundlagen für sozial Kommunikation und Interaktion und eignet sich dadurch für Gruppenarbeit. Diskussionsprozesse werden vollständig aufgezeigt, Beiträge können schnell elaboriert und ausgewertet werden. Der soziale Umgang im neuen Medium erfolgt auf eine spielerische und kreative Art. Inhalte werden zielgerichtet und schnell abgehandelt. (vgl. Döring, S. 321)

Für den DaF-Bereich, das Sprachenlernen sowie die Landeskunde, wird eine 'Außenperspektive' wichtig, da der Deutschlerneranteil zum großen Teil im Ausland liegt. Block (1998, online) beschreibt die Situation an den teilweise gut ausgestatteten Bildungseinrichtungen im Inland in bezug auf die Verwendung des Internet als neues Unterrichtsmedium. Es ist für die zunehmend wichtiger werdenden Formen des 'globalen Lernens' über Ländergrenzen hinweg zum partnerschaftlichen und kollaborativen Lernen von Bedeutung. Eine Initiative wie 'Schulen ans Netz'[26] ist neben anderen vielfältigen Projekten im Inland, im europäischen aber auch weltweiten Ausland eines der Angebote, an denen auch DaF-Lerner in aller Welt beteiligt sind[27]..

Die Nutzung des Internets bietet sich als möglichst authentische Begegnung mit dem Zielland hevorragend an. Richter (1998) hebt an diesem Punkt hervor, daß die Heterogenität des via Internet verfügbaren Quellenmaterials der didaktischen Forderung entgegen komme, um im Landeskundeunterricht kein geschlossenes, in sich stimmiges Deutschlandbild zu vermitteln. Es werde gerade auch die Vielfalt und Uneinheitlichkeit bundesdeutscher Wirklichkeit sichtbar und so die eingeschränkte Gültigkeit von Stereotypen deutlich. Als Hypertextsystem ermögliche das Internet über Links zwar das Verknüpfen unterschiedlichster Informationen, stelle sich dem Benutzer im Wesentlichen aber als weitgehend unstrukturiertes Informationssystem dar. Kausale Zusammenhänge zwischen der Unmenge an Einzeldokumenten müsse der Nutzer im Regelfall selbst herstellen, bzw. der Lehrende habe das Netzangebot bereits vorzusortieren und die Abfolge der zu bearbeitenden Dokumente festzulegen (vgl. Richter,1998, online).

Zusammenfassend kann man sagen, daß das Internet mit seinen Sprachlernmöglichkeiten sowohl die Möglichkeit der Integration verschiedener Medien mit Hypermediasystemen als auch die der nichtlinearen Anordnung komplexer Inhalte in Form eines Hypertextsystems bietet. Verschiedene, vorher angeführte Komponenten des kognitiv-konstruktivistischen Lernens sowie des Konzeptes der Lernerautonomie können damit verwirklicht werden (vgl. Vogt, 2000).

Das Lernen mit dem Internet in Deutsch als Fremdsprache hat dadurch eine neue und wahrhaft weltweite Dimension für den lebendigen Informationsaustausch bekommen. Man sollte die Chancen und Vorteile erkennen und nutzen sowie mit den Nachteilen umgehen lernen.[28]

2.2.1 Vorteile des Lernens mit dem Internet

Braun (1998) nennt folgende Vorteile bei der Nutzung des Internets, die speziell für das Lernen und Lehren von Deutsch als Fremdsprache interessant sind:

1. Das Internet macht authentische Texte und Informationen preiswert und aktuell
zugänglich.
2. Lernende und Lehrende erhalten dadurch Zugang zu aktuellen statistischen Daten, Alltagstexten, Online-Ausgaben von Tageszeitungen und Zeitschriften und vielen anderen Textsorten, aber auch zu literarischen oder fachwissenschaftlichen Texten.
3. Als authentische Kommunikationssituation stellt das Internet ein Anwendungsfeld für Lernerstrategien (Sprachlernstrategien und Sprachverwendungsstrategien) dar, fordert aber auch neue Strategien für Recherche, Selektion und Navigation[29].
4. Es ist eine (noch) sehr hohe Motivation der Studierenden zur Arbeit am Computer und mit dem Internet vorhanden.
5. Im Internet ist es möglich, Bild, Text und Ton zu kombinieren, was zu einer multimedialen und interaktiven Wahrnehmung führt[30].
6. Durch das Internet werden Formen selbständigen, autonomen Lernens möglich, das unabhängig von Lehrer und Gruppenunterricht stattfinden kann (Braun 1998, S. 72f).

Allgemein gelten die sogenannten WBI ( Web-Based Instruction) als ein innovativer Ansatz zur Übermittlung von Instruktionen an ein entferntes Publikum. Dabei wird das World Wide Web als Zustellungssystem verwendet (vgl. Khan, 1997). Ergänzend definieren Ritchi / Hoffman (1997) die WBI als ein "hypermedia-based instructional program", welches die Attribute und Quellen des Webs ausnutzt, um eine sinnvolle Lernumgebung zu entwerfen, welche effektives Lernen fördert und unterstützt. Diese Lernumgebung enthält verschiedenste Quellen, unterstützt die Zusammenarbeit von Lernern und Lehrenden, implementiert web-basierte Tätigkeiten in den Rahmen des Lernprozesses und bringt Neulinge sowie Experten voran. Dem fügen Daugherty / Funke (1998, S.29 ff.) hinzu, daß solche Lernumgebungen eine Fülle von Informationen anbieten, die nicht in Lehrbüchern oder Vorlesungen erreichbar sind. Die vier besonderen Vorteile des WBI sind:

1. Die online-basierte Lernumgebung bietet einen Informationspool im kombinierbaren Multimedia Bereich. Alle Media-Formate wie Grafik, Sound, Text und Animation können spontan zur Bereitstellung von Information genutzt werden[31].
2. Es werden nicht-lineare Wege zur Informationsbeschaffung angeboten. Das traditionelle "Step-by-Step"- Konzept wird durch eine vernetzte "multiple Navigation" durch die hypermediale Lernumgebung ersetzt.
3. Diese neue Lernumgebung unterstützt die interaktive Kommunikation und gibt damit die dynamische Kontrolle über die Lernsituation in die Hände des Nutzers.
4. Die neue Lernumgebung passt sich dem Informationsstand des Lerners an, d.h. die gefragte Information kann jederzeit aus verschiedensten Quellen vom Lerner abgerufen werden.

Das Lernen mit dem Internet bietet auch eine besonders gute Möglichkeit für den Einsatz von Mnemotechniken, wie sie Lansdown (1992) beschreibt. Zu diesen Wegen, sich Information einzuprägen und sich daran durch "Gedanken-Brücken" zu erinnern, gehört es, Bilder in Verbindung mit Musik- und Soundeffekten zu zeigen, eine Vielzahl von zusammenhängenden Bildserien zu Erklärungszwecken zu nutzen sowie die Anregung zu Assoziationen, die mit den Themen der Projekte in Verbindung stehen, durch die Gestaltung der Webseiten zu geben (vgl. Lansdown, 1992, S. 37). Die Gestaltungsmittel stehen im Internet in verschiedener Form zu Verfügung und können auf die gerade beschriebene Weise auch verschiedene Lerntypen entsprechen.

Die Merkmale des Internetlernens erfordern einen Lehrenden sowie auch Lernenden mit hinreichender Medienkompetenzen, um aus den sich bietenden Vorteilen Nutzen zu ziehen. Diese Kompetenzen können aber nicht vorausgesetzt werden, sondern ihre Entwicklung bzw. Weiterentwicklung muss im Zusammenhang mit der fachlichen Internet-Arbeit erfolgen[32]. Diese Voraussetzung birgt aber bereits die Gefahr in sich, daß weniger kompetente Anwender nicht den vollen Erfolg aus einem konzipierten Online-Kurs ziehen können und ihnen die Arbeit mit dem Internet schwerer fällt als traditioneller Unterricht. Mögliche Nachteile der Arbeit mit dem Internet im Unterricht müssen daher bei der Konzeption bedacht und geprüft werden.

2.2.2 Einschränkungen beim Lernen mit dem Internets

Die Nutzung des Internets für Online-Projekten erfasst nicht nur die Möglichkeiten und Chancen eines medienintegrativen Unterrichts, sondern auch die Gefahrenpotentiale des Internets hinsichtlich seiner Fülle an Informationen und seiner Kommunikationsdienste in Bezug auf ihre sprachlichen Besonderheiten. Die bislang noch unsichere Hardware ist ein weiteres ernstzunehmendes Problem, da gegenwärtig noch immer viele Schulen mit veralteten oder nicht voll funktionstüchtigen Rechnern ausgestattet sind (vgl. Neumann, 2000, online).

Kerres (2000) geht darauf ein, und beschreibt drei strukturelle Konsequenzen, auf die pädagogisch reagiert werden muss:

1. Das Internet zerstört Struktur: Der dezentrale und nicht hierarchische Aufbau des Internets widerspricht der Erfahrung von Lernern, auf Informationen in einer Werte- und Bedeutungshierarchie zugreifen zu können.
2. Das Internet zustört Kohärenz: Die Darstellung und das Verständnis komplexer Sachverhalte wird durch die Beliebigkeit erschwert, mit der Informationen verknüpft werden können.
3. Das Internet zerstört Aufmerksamkeit: Die Vielfalt möglicher Verknüpfungen erschwert die Konzentration der Aufmerksamkeit auf ein gegebenes Thema. (Kerres, 2000, im Druck, zit. nach Grune, 2000, S. 19)

Kerres setzt jedoch hinzu, daß dies nicht die Absage an das Lernen mit Computernetzen sei, sondern die didaktische Konzeption eine zentrale Bedeutung hat, um mit diesen Erkenntnissen umzugehen.

Auch für Zimmer (1998) bergen Neue Medien im Unterricht einige Risiken. Auf den ersten Blick schiene Multimedia die mühelose Aneignung von Wissen zu bieten. Bei genauer Untersuchung von Effizienz zeige sich jedoch, daß Computer-unterstützter Unterricht zwar tatsächlich zu einer Verbesserung der Lerneffektivität führte, allerdings nur bei denen, die schon vorher besser als der Rest der Lernergruppe gewesen waren. Das hieße, daß gerade die, deren Lerndefizite man durch diese Maßnahme kompensieren wollte, davon am wenigsten profitierten. Bei interaktivem Umgang mit multimedialen Medien beim Lernenden muß eine genügend stabile Wissensstruktur im Voraus gegeben sein, damit der Lerner sich nicht in der virtuellen Welt verliere (vgl. Zimmer,1998, online).

"Zur Unterstützung der Lernmotivation sind multimediale Umgebungen tatsächlich geeignet. Damit sie aber zur Lerneffizienz führen, müssen die Lernstoffe so aufgebaut werden, daß der Lernende die implizite Struktur automatisch mit erwirbt. Es reicht also nicht aus, an beliebigen Stellen Links und andere Hypertext-Elemente zu verwenden, sondern man muß diese [...] strukturieren,[...], um unsicher beherrschten Stoff sicherer zu machen, [...]. Untersuchungen zum explorierenden Lernen haben zeigen können, daß bei einer derartig klaren Strukturierung die Lernenden nicht nur den Stoff lernen, der unmittelbar vermittelt worden ist, sondern die zugrundeliegenden generischen Prinzipien, so daß sie im Vergleich zu herkömmlich Computer-gestützt Lernenden in der Lage sind, Aufgaben zu lösen, die über den vermittelten Lerninhalt deutlich hinausgehen, aber der Grundstruktur der Lernlandschaft entsprechen"[33] (vgl. Zimmer, 1998, online).

Das Internet enthält also eine unendliche Vielfalt an Informationen, die für alle Menschen mit Computern und Internetzugang zugänglich sind. Neben einer großen Vielfalt und Form von ‚Gleichberechtigung’ birgt das allerdings den Nachteil, dass jedermann nicht didaktisch aufbereitete Seiten, zum Teil mit implementierten kommerziellen Inhalten bzw. Werbungen publizieren kann. In den mit Querverweisen durchzogenen Hypertexten ist es zudem oftmals schwer, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, um in seiner Informationsrecherche ein effektives Resultat zu erzielen. Hier kommt es allein auf die Medienkompetenzen[34] des Nutzers sowie des Lehrenden, welcher die Webseiten erstellt oder auswählt, an.

Es kann leicht zum Verlust der Orientierung oder zu minderwertigen Ergebnissen in der Recherche von Lernern wie auch Lehrpersonen kommen.[35]

Die Kommunikationsdienste im Internet ermöglichen nicht nur einen schnellen Informationsaustausch (z.B. via E-Mail oder Chat), sie beeinflussen auch die Sprache. Diese hat sich insbesondere im Bereich der synchronen Kommunikation geändert. Der IRC-Chat als auch der Web-Chat ist durchzogen mit zahlreichen Akronymen, Ideogrammen und Asteriken. In diesem Zusammenhang stellt Neumann sich die Frage, ob diese Sprachformen sich mit den Lehrzielen des Curriculums vereinbaren liessen oder ob diese nicht gerade der Entwicklung eines elaborierten Sprachgebrauches entgegen stehen würden (vgl. Neumann, 2000, online).

Neumann geht weiterhin auf das Sprachverhalten im Chat ein. Es beeinflusse die Tiefe eines Gespräches, welches meist einer gesprochenen Konversation unter Freunden gleicht. Obwohl die Kommunikation schriftlich und damit ‚still’ abläuft. So könnten derartige meist unproduktive Nebengespräche zu Störungen des Unterrichtsgeschehens führen. Desweiteren führt Neumann aus, nicht alle Lerner hätten die gleichen Voraussetzungen und Möglichkeiten ihre Beiträge den anderen zugänglich zu machen. Diejenigen, die am schnellsten tippten, könnten ihren Beitrag auch am schnellsten abgeben[36]. Die Geschwindigkeit der Abgabe eines Beitrages beim "Chatten" hänge aber nicht nur von der Fingerfertigkeit des Absenders, sondern auch von der Länge seines Beitrages ab, die daher meist sehr kurz ausfallen. Es könnten also eher parataktische, zum Teil auch elliptische Satzkonstrukte erwartet werden, was jedoch nicht den Zielen eines Deutschunterrichts entspräche Viele Chat-User sind sich ihrer Situation im Chat aber bewusst und adaptieren ihre Online- Sprachgewohnheiten nicht auf real stattfindende Gesprächssituationen, so daß darin keine immanente Gefahr für die Sprachgewohnheiten zu sehen ist. Trotzdem müssen die Lehrenden sich um ein entsprechendes Sprachniveau der Lerner in einer Chat-Situation bemühen. In einer solchen Situation übernehmen sie nach Neumann die Rolle von Moderatoren, die in ihrer begleitenden Art zuweilen schwer einzuhalten ist, denn Lernende tendieren in einer eher lockeren Gesprächssituation dazu, vom eigentlichen Unterrichtsgegenstand abzuweichen und der Lehrende ist hier eine gleichgestellte Person im Chat. Das kann den Lehrenden sehr verunsichern[37]. (vgl Neumann, 2000, online )

Zusammenfassend ist zu sagen, daß die angeführeten Nachteile der Arbeit mit dem Intnernet nicht zu dem voreiligen Schluß führen sollen, daß die klassischen Lernumgebungen (Tafel, Flip-Chart etc.) doch leichter zu bedienen sind. Der Übergang von der traditionellen Unterrichtsform zu vernetzten Lernumgebungen ist nicht mehr rückgängig zu machen. Deswegen müssen sich neue didaktische Konzepte hinsichtlich des Lernbegriffs und der Beziehungsgestaltung entwickeln, die diese Einschränkungen berücksichtigen und in ihrer Qualität die Potentiale des Mediums in positiver Weise ausschöpfen(vgl. Grune, 2000, S. 22).

Noch verfügen nicht alle Lerner über einen eigenen PC und einen privaten Internetzugang, jedoch ist die Tendenz steigend. Um aber nachhaltig mit den Vorteilen des Computers in Anlehnung an das Lernen mit dem Internet arbeiten zu können und einen effektiven Medieneinsatz nicht nur auf den schulischen Raum bzw. auf die traditionelle Schulzeit zu beschränken, muss der Nutzer für die ungesteuerte, vom Lehrenden unabhängige Arbeit mit dem Internet jedoch nicht nur über die notwendige Technik, sondern auch spezielle Medienkompetenzen verfügen. Diese ermöglichen eine sinnvolle Nutzung des Angebots und unterstützen den gewünschten Lernprozeß.

2.3 Medienkompetenzen der Lernenden und Lehrenden

Einsatz und Nutzung des Internets im Unterricht kann also einerseits motivieren, aber er kann andererseits auch frustrierend wirken. Eine solche Frustration, die meist durch technische Schwierigkeiten im Umgang, u.a. mangels technischer Kompetenzen, bedingt ist, sollte durch einen erleichterten Zugang zur Technik und den damit verbundenen Arbeitstechniken verhindert werden. Diese Art des kompetenten Umgangs mit Medien wird auch als Medienkompetenz bezeichnet.

Zur Medienkompetenz, die von Wazel (1996, S.368) als "lebenswichtige Kulturtechnik" bewertet wird, gehören die "Auswahl, Nutzung, Bewertung und Gestaltung von Medien. Das schließt eine neue Lese- und Schreibfähigkeit mit erweiterten analytischen, bewertenden und gestalterischen Fähigkeiten ein" (Peschke et al. 1998, S.7)

Van Lück (1996) geht neben der Medienkompetenz auf die sogenannte "computer literacy" ein, deren Vermittlung parallel zum Schreiben und Lesen im Schulunterricht erfolgen sollte. Er versteht darunter in erster Linie den Umgang mit Texten in digitalen Umgebungen.

Es gibt Lehrende, die für ein Training dieser instrumentellen Fertigkeiten im Rahmen des FSU plädieren (vgl. Gertsch 1997). Der sichere Umgang mit neuen Medien muß besonders im institutionellen Kontext[38] ebenso trainiert werden wie der Umgang mit Büchern und anderen Medien. Auf breiter Basis sollte der allgemeine Umgang mit dem PC thematisiert und trainiert werden. Funk merkt dazu kritisch an, daß mit wachsender Technisierung des Unterrichts auch die Rolle des Lehrers verändert wird und er sich zum "Bordingenieur" wandeln muss. Funk fordert daher, daß nicht der Lehrende "die Sprache der Rechner lernen", sondern Rechner und Techniker sich mehr mit dem Nutzen im Unterricht befassen sollten. Er regt daher zu einer Zusammenarbeit zwischen Lehrenden und Produzenten von Geräten und Programmen an (Funk, 1999, S.17). Dem ist hinzuzufügen, daß auch andere Fachbereiche wie z.B. die Arbeitspyschologie u.a. in eine interdisziplinäre Kooperation einbezogen werden müssen.

[...]


[1] Ausführlich unter http://www.geocities.com/Athens/6021/neues.html von Richard.Cholewa (30.09.2001)

[2] u.a. von Rüschhoff (1997) Tergan (1997:135) Mandl et al. (1997), Schulmeister (1998) Strittmatter/ Niegemann (2000) Zimmer (1997)

[3] ausführlich unter http://www.baehner.com/diplom/html/lernen_mac/begriffserklaerung.html

(Stand 03.10.2001)

[4] siehe dazu ausführlich Schulmeister, (1997) S. 73

[5] siehe unter 3.3.1 zu Landeskunde-Konzepten

[6] Auf die veränderte Rolle von Lehrenden und Lernenden wird im Absatz 2.3. dieser Arbeit genauer

eingegangen

[7] zum Begriff Konstruktivismus ist u.a. bei Bruns/ Gajewski (2000) S. 14 eine ausführliche Erklärung zu finden

[8] Siehe Punkt 2.3.1 zu Strategien des Internetzugriffs

[9] ausführlich wird dazu im Punkt 2.3.4 zur neuen Rolle der Lehrenden eingegangen

[10] Interaktivität = HCI ( Human-Computer-Interaction), Dialoginitiative zwischen Mensch und Maschine, vgl. Haack (1998) S.153

[11] Dazu zählt die Bruner-Three Form Theory, Merrills Instructional Transaction Theory und Spiro´s Cognitive Flexibility Theory, auf die im Artikel von Liaw und Huang, 1998, S. 42 , genauer eingegangen wird.

[12] CALL = Computer Assisted Language Learning

[13] Statistiken über die Zahl der Internetverbindungen weltweit ergeben, daß die weitaus größte Zahl der Computerverbindungen (fast 90 %), vor allem innerhalb der Industrienationen, also besonders in Europa, den USA und Kanada, sowie in Teilen Asiens bestehen (vgl. Döring,(1997, S.307).

[14] Eine kurze Erklärung dieser geläufigen Begriffe befindet sich im Anhang.

[15] Skript zur Vorlesung: http://wwwipd.ira.uka.de/~prechelt/swt2/node16.html

[16] ausführliche Beschreibung dazu in Burns/ Gajewski, (2000), S. 60 ff

[17] Beispiel für Metaphern: die grafische Oberfläche eines Rechners ist einem Büro nachempfunden, in dem man Ordner anlegen, Dateien kopieren, sortieren, in Papierkörbe werfen kann. (vgl. Bruns/ Gajewsji (2000) , S. 62

[18] da räumliches Wissen resitenter gegen das Vergessen ist, als begriffliches Wissen, ist der erst anzunehmende Nachteil einer minderwertigen Textdarstellung durch die Visualisierung jedoch ein Vorteil der Online-Kurse. vgl. Bruns/ Gajewski (2000), S. 81

[19] Nachweisbarkeit u.a. von Autorenschaft etc.

[20] siehe dazu S. 82 - 90 in Busch (1998) detailiert beschriebenen Aspekte dieser Kriterien.

[21] so steht z.B. die Farbe Rot in Europa allgemein für "Achtung" bzw. "Gefahr", in China dagegen für "Glück".

[22] z.B durch sinnvolle Nutzung des "Mouse-over"-effektes

[23] Im westlichen Kulturkreis sind dies beispielsweise: 1. Die Betrachtungsrichtung verläuft von links oben nach

rechts unten. 2.Die Darstellungsgröße von Objekten impliziert deren Bedeutung. 3 Eine Plazierung oberhalb

anderer Objekte steht für eine vergleichsweise größere Wichtigkeit bzw. Rangfolge (vgl. Blumstengel, 1998,

online)

[24] Beispiele dafür sind: elektronisches Buch, Lexikon, auch Bücherregal, (physischer) Raum, z. B. Bibliothek,

Theater oder Firmengelände, "Hyperraum", d. h. Darstellung von räumlich-visuellen Netzwerkdiagrammen,

Zeit, z. B. über Zeitstrahlen, Zeitleisten oder Biographien, Reise oder Abenteuer, Führung durch persönliche

Guides, funktional, z. B. Darstellung eines Schreibtischs mit mehreren Gegenständen, wie Taschenrechner,

Telefon oder Notizbuch, über die entsprechende Funktionen ausgelöst werden oder virtuelle Instrumente, z. B.

Laborgeräte, Mikroskop. (vgl. Blumstengel, 1988, online)

[25] z.B. verschiedene Bedeutungen von Farben in verschiedenen Kulturen, Grafiken mit kulturellem Inhalt, z.B.

Nationalfarben, Flaggen etc.

[26] In der BRD 1995 gestartetes Projekt, um Schulen mit Internetzugängen auszustatten.

[27] Einige solcher europäischer Projekte sind bei Donath/Volkmer (1997) näher beschrieben

[28] ausführlich siehe Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht: Miklitz, Günther. (1998). Internet für

Deutschlehrer und Studierende: "Lernforum Deutsch", eine Web-Site für den interkulturellen Dialog.

[29] vgl. Medienkompetenzen, Punkt 2.3 dieser Arbeit

[30] Für das Ansprechen mehrerer Sinnesqualitäten ist ein mehrfaches Codieren im Gehirn notwendig, was zu

einer bessern Merkfähigkeit führt. ( vgl. Prechelt, online)

[31] Für den Online-Kurs treten aber besondere Bedingungen in Kraft, siehe auch unter Punkt 2.1.3.2 zu

"Gestaltungsprinzipien"

[32] Ein Beispiel, wie das gemacht werden kann, ist bei Joachim Schlabach (1997) nachzulesen.

[33] Zu finden in c't 16/98 S. 146 oder online: http://www.heise.de/ct/schan/9816146 (Stand 03.Okt.2001)

[34] Darauf wird im nächsten Anschnitt unter Punkt 2.3 gesondert eingegangen.

[35] Neumann (2000, online) weist auch auf die Gefahrenquellen bei Download-Aktionen wie auch die Übermittlung von Kontoverbindungen (z.B. beim Interneteinkauf oder Dienstleistungen) hin. Noch sei das Netz nicht vor der illegalen Manipulation, dem Diebstahl von Informationen privater oder geschäftlicher Rechnern etc. ausreichend geschützt. Neumann schreibt dazu, daß während einer Transaktion z.B. innerhalb einer Informationsrecherche der Rechner von Fremden eingesehen werden könne. Mit Viren versehene Download - Dateien könnten im Ernstfall die gesamte Software des Rechners unbrauchbar machen. Entsprechende Anti- Viren - Programme könnten solche Ausfälle in den meisten Fällen jedoch verhindern.

[36] Wobei an dieserr Stelle anzumerken ist, daß es immer bessere oder schlechtere Lerner gibt. z.B. beim Lesen oder im handschriftlichen Bereich ist auch im traditionellen Unterricht immer jemand schneller als der andere.

[37] Hinweise auf Schwachstellen im Bereich der Technik z.b. über die Zuverlässigkeit der Geräte gibt Neumann(2000) Lehrende angesichts der Tatsache zurück, ihren Unterricht von einem technischen Gerät abhängig zu machen und dazu jederzeit ein Alternativprogramm für den Notfall parat haben zu müssen. Selbst wenn alle PCs funktionstüchtig sind und fehlerfrei funktionieren, besteht immer die Gefahr, dass die Verbindung, aus welchem Grund auch immer (Netzüberlastung, Ausfall des Providers etc.), zusammenbricht. (vgl. Neumann, 2000, online )

[38] Schule, Universität, berufliche Aus- und Weiterbildung

Details

Seiten
156
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783832471552
ISBN (Buch)
9783838671550
Dateigröße
2.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v222466
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Sprach- und Literaturwissenschaften, Germanistik
Note
1,0
Schlagworte
medienkompetenzen projektarbeit interkulutrelles lernen kriterien-katalog multimediales

Autor

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Titel: Landeskundliche Projekte im Internet