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"The Movement": Die Protestbewegungen in den USA und der Rolling Stones in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre

Magisterarbeit 1998 174 Seiten

Geschichte - Sonstiges

Leseprobe

1. Einleitung

1.1. Begriffsdefinitionen

1.1.1 The Movement

In der zweiten Hälfte der sechziger Jahre formierte sich innerhalb der weißen Jugend der amerikanischen Mittelklasse eine Allianz aus politischem und kulturellem Protest, die in beispielloser Radikalität die Gesellschaft und das politische System der Elterngeneration in Frage stellte. Die Rebellion der Jugend war durch das Civil Rights Movement ausgelöst worden. Die damit verbundene öffentliche Debatte über die Diskriminierung der Schwarzen hatte den Jugendlichen vor Augen geführt, daß die Wirklichkeit in den USA nicht dem vermittelten Ideal von der Gleichheit der Menschen entsprach. Angeregt durch die Protestbewegung der Schwarzen, die zunächst im Süden des Landes ihre Gleichstellung einforderten, formierte sich Anfang der sechziger Jahre eine „Neue Linke“ in der Studentenorganisation „Students for a Democratic Society“ (SDS). Sie rief zunächst nach Reformen, die mehr demokratisches Mitspracherecht bewirken sollten. Aber nach der Ermordung John F. Kennedys 1963 und der Ausweitung des Engagements in Vietnam 1965 waren Mißtrauen und Enttäuschung bezüglich der Welt der Eltern derart angewachsen, daß sich der Fokus des jugendlichen Protestes von der Reform auf den Widerstand verschob. Ein Teil der Jugend rebellierte, indem er sich verstärkt innerhalb der New Left engagierte, deren Mitgliederzahl rasch anwuchs und die in den Zielsetzungen immer radikaler und militanter wurde. Andere unzufriedene Jugendliche suchten einen „kulturellen“ Ausweg. Sie kehrten der Gesellschaft den Rücken zu und schlossen sich der Hippiebewegung an. In der Gemeinschaft mit Gleichgesinnten versuchten sie unter anderem durch das Experimentieren mit bewußtseinserweiternden Drogen, allen voran LSD, einen alternativen Lebensstil zu entwickeln.

Die New Left, das Civil Rights Movement und die Hippiebewegung sind nur ein Teil der amerikanischen Protestbewegungen der sechziger Jahre. Die soziale Aufbruchsstimmung jener Zeit bewirkte ein Klima der Rebellion, die auch andere Gruppen animierte, eine Neubewertung ihrer Rollen in der Gesellschaft einzufordern und sich zu Bewegungen zusammenzuschließen. Zu ihnen gehörten unter anderem die Homosexuellen (Gay and Lesbian Liberation), die mexikanischen Einwanderer (Chicano Movement), die Native Americans (Red American Movement) und die Frauen (Women’s Liberation). Alle diese Bewegungen lassen sich unter dem übergeordneten Begriff „The Movement“ zusammenfassen.

„The Movement“ war zuerst ein Begriff, unter dem sich die Aktivisten des Civil Rights Movement zusammenfanden und den sich danach die New Left zu eigen machte.[1] Als in den späten sechziger Jahren das Hippie-Movement und die Studentenrevolte eine große Protestbewegung bildeten, übernahmen auch sie für sich den Begriff „The Movement“.[2] Der Begriff erweiterte seine Bedeutung in dem Maße, wie neue Bewegungen gegen das Establishment in die Öffentlichkeit traten. Ich werde deshalb für meine Arbeit die sehr weite Definition des amerikanischen Historikers Terry H. Anderson übernehmen, die er seinem Buch „The Movement and The Sixties“ zugrunde gelegt hat. Für ihn bedeutet das Movement die Summe aller „sozialen Aktivitäten“ jener Ära.[3] Das Movement bildet für ihn den Gegenpart zum Establishment. Er definiert es folgendermaßen:

„Movement, then, was an amorphous term that changed throughout the decade, but nevertheless there were some common aspects about it and its participants. Activists questioned the status quo, usually feeling that it was unjust, and then they responded. (...) Some shifted back and forth, but generally speaking those in the movement rejected what they considered was a flaw establishment.“[4]

Das Movement umfaßt für Anderson die Aktivitäten, welche in der Zeit von 1960 bis in die frühen siebziger Jahre stattfanden, als sich mit der bewaffneten Besetzung des kleinen Ortes Wounded Knee in South Dakota durch Aktivisten des Red American Movement die letzte Aufsehen erregende Aktion ereignete.[5] Ich teile diese Ansicht, beschränke mich aber für meine Analyse auf die Strömungen des Movement, die in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre relevant waren.

1.1.2. Counterculture

In den Jahren 1965 bis 1967 bildeten die politischen Aktivisten des Movement und die kulturellen Drop-outs der Hippiebewegung deutlich trennbare Gruppierungen mit unterschiedlichen Zielsetzungen. Aber die Grenzen verwischten nach dem „Summer of Love“ 1967 zunehmend, als infolge der nationalen Medienpräsenz der Hippies deren äußerliche Ästhetik und ethische Einstellungen von der Studenten- und Antikriegsbewegung aufgenommen wurden. Die politischen Aktivisten trugen plötzlich vermehrt lange Haare, konsumierten Drogen wie Marihuana oder LSD und hörten Rockmusik. Der kulturelle und politische Widerstand bildete in den späten sechziger Jahren eine übergreifende Mischform. Diese neue, breitere Bewegung wurde in der Öffentlichkeit als „Counterculture“ bezeichnet.[6]

Der genaue Blick auf die Herkunft des Begriffes „Counterculture“ verdeutlicht, welche große Bedeutung die Werte der Hippies für die Counterculture besaßen. Der Begriff „Counterculture“, stammt aus der Soziologie und geht auf J. Milton Yinger zurück, der bestimmte Subkulturen 1960 als „Contracultures“ bezeichnete.[7] Er wollte sie damit von herkömmlichen subkulturellen Gruppen absetzen, die zwar im Verhalten von der dominanten Kultur abweichen, aber deren Normen und Werte moralisch akzeptieren.[8] Yingers Konzept der Counterculture beinhaltet „ a set of norms and values of a group that sharply contradict the dominant norms and values of the society of which that group is part.“[9] Sein Counterculture-Modell ist an keine bestimmte Zeit und keinen bestimmten Ort gebunden. Es ist auch keine Grundvoraussetzung für eine Counterculture-Gruppe, daß ihre Mitglieder die Gesellschaft verlassen. Yinger: „Some do; others stay engaged, hoping to change society and its values; others look inward, searching for their souls, but not leaving society.“[10] Yinger definiert die Counterculture-Gruppen nach den traditionellen philosophischen Kategorien der Epistemologie, der Ethik und der Ästhetik und legt jeder Analyse zwei Fragen zugrunde:

„Are there drastic shifts in the criteria and the methods by which a group claims to know what is true, good and beautiful?

Are there drastic shifts in the standards of what are held to be true, good and beautiful?“[11]

In dieser Hinsicht waren die Hippies „an instance par excellence of a contraculture.“[12] Der Soziologe Lewis Yablonski stellte 1968 in „The Hippie Trip“, einem ersten Standardwerk über die Hippieszene fest, daß diese Bewegung der Jugendlichen die totale Zurückweisung aller fundamentalen Institutionen der US-Gesellschaft darstellte.[13] Bezogen auf das dreigeteilte Definitionskonzept Yingers bedeutete dies: Die Hippies glaubten, die Wahrheit nicht durch trockene Forschung, sondern durch mystische Einsichten zu erfahren. Sie setzten dabei auf selbständig gewonnenes Wissen, direkte Erfahrungen mit dem Kosmos, Meditation und Drogenkonsum. Dies stand im krassen Widerspruch zur dominanten Kultur, die versuchte, die Wahrheit durch Wissenschaft, Expertenwissen, Technologie und kalte Rationalität zu ermitteln.[14] Die Ethik der Hippies besagte kurzgefaßt: „What feels good is good.“ Diese Einstellung bedeutete einen frontalen Angriff auf die vorherrschenden, moralisch restriktiven Werte der US-Gesellschaft. Hippies hielten Sex vor der Ehe für richtig und stellten die monogame Familie in Zweifel. Sie unterstützten den Konsum von Drogen zur Erhöhung des Bewußtseins und wiesen die Doktrinen der Kirche zurück, und sie lehnten autoritäre Strukturen ab.[15] Die Differenzen in den ästhetischen Standards zwischen den Hippies und der dominanten Kultur wurden am deutlichsten in der Rockmusik und hier besonders im Acid Rock. Yinger schreibt: „The ‘acid rock’ groups have given coverage and confirmation to the use of drugs; the lyrics define a new morality (...); the festivals bring together a community that supports the new values; the music itself declares that the old harmonic and well-modulated sounds of the past are the sounds of a repressive society.“[16]

Für Yinger konnten Counterculture-Gruppen verschiedene Formen annehmen. Neben Boheme-Gruppen wie den Hippies oder den Beats waren auch die amerikanische Studentenbewegung der sechziger Jahre, Motorradgangs wie die Hell’s Angels, militante revolutionäre Gruppierungen wie die Weathermen oder die Black Panther Party einzelne bestimmbare Counterculture-Gruppen.[17] Zu den Soziologen die Yingers Konzept aufgriffen, gehörte Theodore Roszak. Er veröffentlichte 1969 das Buch „The Making of a Counter Culture“. Roszak erweiterte den Begriff Counterculture, indem er darunter eine gemeinsame Bewegung von Hippies und Studenten faßte. Diese umfassendere Strömung einte seiner Meinung nach ein eingrenzbares Alter (fünfzehn- bis dreißigjährige Jugendliche) und das Ziel, die technologische und wissenschaftliche Industriegesellschaft der USA durch eine humanistische und mystizistische Alternative zu ersetzen.[18] Arbeiten wie Roszaks Buch sorgten dafür, daß die Öffentlichkeit gegen Ende der sechziger Jahre auf den soziologischen Fachbegriff zurückgriff, um damit vereinfachend alle Protestströmungen jener Zeit zu bezeichnen. Der Begriff „Counterculture“ wurde zu einem unscharfen populären Ausdruck, der als Synonym für den Begriff „Movement“ gebraucht wurde. „(Counterculture) meant all things to all men and embraced everything new from clothing to politics“, meint der Historiker O’Neill.[19]

Ich werde für den Hauptteil meiner Arbeit sowohl den Begriff „Counterculture“ als auch den Begriff „Movement“ als übergreifende Beschreibungen für die Gesamtheit der Protestströmungen benutzen. Die konzeptionelle Unterscheidung liegt bei der jeweiligen Benutzung darin, daß ich den Begriff „Counterculture“ hinzuziehe, wenn ich die gemeinsamen „kulturellen“ Aspekte der jugendlichen Protestbewegungen hervorheben will. Das heißt, ich verwende den Begriff „Counterculture“ vor allem dann, wenn er übergreifende Haltungen bezüglich Religion, Familienwerten und Lebensstil verdeutlicht. In dieser Hinsicht schließe ich mich der Einschätzung Andersons an, der schreibt: „Counterculture must be defined broadly. (...) the counterculture was a counter to the dominant cold war culture.“[20] Der Begriff „Movement“ kommt bei mir zum Einsatz, wenn ich die Protestströmungen akzentuiert unter dem Gesichtspunkt der politischen Organisationen betrachte. Grundsätzlich sehe ich aber für die Jahre 1967 bis 1970 keine Abgrenzungskriterien anwendbar, die eine wesentliche Unterscheidung von Counterculture und Movement rechtfertigen lassen.

1.2. Fragestellung

Integraler Bestandteil der jugendlichen Protestbewegung der späten sechziger Jahre war Rockmusik. Die laute und harte Rockmusik war deren wichtigste kulturelle Ausdrucksform, weil sie die demonstrative Kraft hatte, die Sinne zu befreien.[21] Das bedeutete, Rockmusik siegte vor allem da, wo frühere Angriffe auf die amerikanische Mittelklasse fehlgeschlagen waren: Sie befreite von der Unterdrückung der Sexualität. Und dies eben deshalb, so der Historiker Rorabaugh, weil die Musik gerade nicht auf argumentative Weise gegen das Tabuthema anging: „Rock liberated young Americans from the repression that gripped their elders, and it did so irrationally, without words or argument, through its psychic appeal.“[22] Dennoch begann die Rockmusik sich 1965 auch mit Worten gesellschaftspolitischer Themen anzunehmen. Bob Dylan griff zur elektrischen Gitarre und mischte politischen Folk mit Rock, die Rolling Stones standen mit „(I Can’t Get No) Satisfaction“ auf Platz eins der US-Charts. Im Sommer 1967 verschaffte die progressive Konzeption des Beatles-Albums „Sergeant Peppers Hearts Club Band“ der Rockmusik die Akzeptanz bei der seriösen Kritik. Rock wurde in den USA für die unter dreißigjährigen Intellektuellen zur „feierlichen Angelegenheit“ und die Musiker zu „Halbgöttern“, wie Popchronist Nik Cohn spöttisch bemerkt.[23]

Als 1970 „Halbgötter“ wie die Beatles sich im Streit trennten, oder andere wie Janis Joplin oder Jimi Hendrix den Drogentod starben, nahte auch das Ende der Jugendrebellion. Das hatte nicht nur mit dem Scheitern der Rockmusiker zu tun. Auf dem Campus der Kent State University in Ohio war es im Mai 1970 während einer Demonstration anläßlich des Angriffs der US-Streitkräfte auf Kambodscha zu Auseinandersetzungen zwischen der Nationalgarde und Studenten gekommen, bei denen vier weiße Studenten getötet wurden. Das Entsetzen darüber zeigte lähmende Spuren: Im Wintersemester 1970/71 kam es erstmals seit Jahren kaum zu Studentendemonstrationen. Auch unter den Blumenkindern gab es Tragödien. Bei einem freien Konzert der Rolling Stones auf dem Speedway von Altamont in Kalifornien Ende 1969 wurde ein Schwarzer von den als Ordnungskräfte eingestellten Hell’s Angels erstochen. Anfang 1970 wurde bekannt, daß Angehörige der „harem commune“[24] von Hippie-Guru Charles Manson in Los Angeles unter anderem die im achten Monat schwangere Schauspielerin Sharon Tate ermordet hatten. Beide Ereignisse erschütterten die Counterculture in ihrem Innersten.

Der ernste und kritische Umgang mit Rockmusik und ihre große Bedeutung innerhalb der jugendlichen Protestbewegung führte schnell zu einer seriösen journalistischen Auseinandersetzung. Zu den ersten Zeitschriften, die sich ganz dieses Themenkomplexes annahmen, gehört der im November1967 in San Francisco gegründete Rolling Stone. Das Magazin avancierte dank eines „literarisch ambitionierten, sachkundigen Rockjournalismus“ schnell zur führenden Zeitschrift des Rockgenres.[25] Doch die Einschätzung seiner Bedeutung im Bezug auf die Revolte der sechziger Jahre ist weit umfassender. So lobte der Journalist Peter A. Janssen den Rolling Stone: „It has given an honest -and searching- account of one of the deepest social revolutions of our times.“[26] Die dem Rolling Stone zugesprochene Authentizität in der Berichterstattung über die Protestbewegungen der sechziger Jahre hat mich ermutigt, einen genaueren Blick auf den Inhalt des Magazins zu werfen und den Rolling Stone als historische Quelle zu erschließen. Es ist zu erwarten, daß sich dadurch ein vertiefendes Verständnis für die Gründe, die Ziele und das letztliche Scheitern zumindest von Teilen der Protestbewegungen ergibt. Ich möchte hierzu den Rolling Stone in Beziehung zum Movement setzen. Meine Arbeit ist deshalb zweigeteilt. Einerseits werde ich den Rolling Stone auswerten, anderseits werde ich die wichtigsten Ereignisse des Movement darstellen. Die Fragestellung meiner Arbeit ist deshalb bewußt offen gehalten. Grundsätzlich soll beantwortet werden, wie der Rolling Stone am Movement teilgehabt hat. Schwerpunktmäßig gehe ich dabei zwei spezifischeren Fragen nach:

Welche Strömungen des Movement werden vom Rolling Stone thematisiert? Welche Haltung nimmt der Rolling Stone zu den einzelnen Strömungen des Movement ein?

Zur Beantwortung der Fragestellung werde ich die Ausgaben des Rolling Stone bis Ende 1970 als Untersuchungsgegenstand heranziehen. Diese zeitliche Abgrenzung ergibt sich daraus, daß 1970 die Counterculture ihren Höhepunkt überschritten hat und ihren Ende entgegengeht. Ein anderer Grund liegt darin, daß wegen interner Streitigkeiten um den politischen Kurs am Endes des Jahres so gut wie alle Redakteure den Rolling Stone verlassen hatten und damit eine neue Ära für das Magazin begann.[27]

Um mich einer Thematik zu nähern, die im hohen Maße von der Überschneidung von populärer Kultur und Politik gekennzeichnet ist, liegt meiner Arbeit ein Kulturbegriff zugrunde, wie er in den Cultural Studies seit Anfang der sechziger Jahre Verwendung findet. Kultur bedeutet dort „a whole way of life, material, intellectual and spirtual“, wie es Raymond Williams formuliert.[28] Dieser Kulturbegriff ist weiter gefaßt als traditionelle Definitionen, die Kultur auf ästhetische Höchstleitungen oder den Prozeß der ästhetischen, intellektuellen und spirituellen Weiterentwicklung beschränken. Ferner speist sich meine Auffassung von Kultur aus dem Kulturbegriff der Kulturanthropologie. Dort bezeichnet der Begriff Kultur die Standards für das Verhalten, aber nicht das Verhalten selbst. Auch dies geschieht, um sich von einem Kulturverständnis zu distanzieren, das auf Begrifflichkeiten wie Bildung, Kultiviertheit und intellektuelles Niveau reduziert wird.[29] Vor diesem Hintergrund sind der Rolling Stone und das Movement als Gegenstand der historischen Kulturwissenschaft zu sehen und meine Arbeit im weiteren Rahmen der Sozialgeschichte zu verorten.

1.3. Literaturlage

Das Civil-Rights-Movement, die Ermordungen von John F. Kennedy und Martin Luther King, Jr., der Vietnamkrieg, die Black Power-Bewegung, die Aufstände in den schwarzen Ghettos der Großstädte oder Woodstock: Die sechziger Jahre bieten mehr als jedes andere Jahrzehnt einschneidende Ereignisse, die bis heute das Selbstverständnis der Amerikaner prägen und bei aktuellen politischen Entscheidungen berücksichtigt werden müssen. Die Protestbewegungen standen immer in einem direkten Zusammenhang zu diesen Geschehnissen. Es überrascht deshalb nicht, daß es über die großen Strömungen der Protestbewegungen der sechziger Jahre in der amerikanischen Literatur eine große Anzahl von Veröffentlichungen gibt. Ausgangsbasis meines Verständnisses vom Movement bilden zwei Arbeiten amerikanischer Historiker. Zum einen die umfassende Darstellung der Protestbewegungen in den USA der sechziger Jahre in „The Movement and The Sixties“ von Terry H. Anderson[30], zum anderen der exemplarische Blick auf die Ereignisse an der Universität in Berkeley von W. J. Rorabaugh in „Berkeley at War“.[31] Ferner prägen meine Auseinandersetzung mit dieser Dekade die allgemeine Darstellung von William O’Neill „Coming Apart. An Informal History of America in the Sixties“[32], der Rückblick des SDS-Aktivsten Todd Gitlin „The Sixties. Years of Hope, Days of Rage“[33] und die Untersuchung des Liberalismus in den sechziger Jahren von Allen J. Matusow in „The Unraveling of America. A History of Liberalism in the 1960s“. Dazu sei David Steigerwalds Buch „The Sixties and the End of Modern America“ erwähnt, dessen ausführliches und aktuelles „Essay on Sources“ sehr hilfreich war.[34]

Die Literatur zum Rolling Stone ist rar gesäht. Umfaßende Darstellungen, die sich ausschließlich mit der Redaktions- und Rezeptionsgeschichte des Rolling Stone beschäftigen, finden sich nur in Chet Flippos Zeitschriftenaufsatz „The History of Rolling Stone. Part 1“[35], der die ersten vier Jahre behandelt, und in Robert Drapers populärwissenschaftlichen Buch „ Rolling Stone Magazine. The Uncensored History“[36], das anläßlich des fünfundzwanzigsten Geburtstags des Rolling Stone erschienen ist. Einige hilfreiche kritische Analysen des Rolling Stone sind im Rahmen von Untersuchungen der amerikanischen Underground Press erschienen. Hier waren mir besonders die Gesamtdarstellungen von Hanns Peter Bushoff[37] und Everette E. Dennis und William L. Rivers[38] von großem Wert. Des weiteren findet eine kritische Auseinandersetzung mit dem Rolling Stone in Untersuchungen der Rockmusik statt. In dieser Hinsicht heben sich besonders Steve Chapple und Reebee Garofalo mit ihrer Analyse der Musikindustrie[39] und der Soziologe Simon Frith und sein Buch „Jugendkultur und Rockmusik“[40] aus der großen Schwemme von Rockmusikbüchern hervor. Einen sinnvollen Überblick über relevante Rockliteratur bietet „Das neue Rocklexikon“ von Barry Graves und Siegfried Schmidt-Joos.[41] Eine exzellente Analyse der Rockmusik in den späten sechziger Jahren und ihrer Einbettung in die Counterculture bietet der Historiker Jon Wiener mit seiner John Lennon-Biographie „Come Together.“[42]

1.4. Forschungsstand

Die Diskussion über die politischen Folgen des Movement findet in den USA vor allem vor dem Hintergrund der sozialen Probleme der Gegenwart statt. Die Veränderungen, die die sechziger Jahre hervorgebracht haben, sind so umfassend, daß ich hier die Debatte nur kurz skizzieren kann.

Von konservativer Seite wird der revoltierenden Jugend bis heute vorgeworfen, durch die Schaffung der permissiven Gesellschaft an den steigenden Kriminalitätsraten und der zunehmenden Gewalt Schuld zu sein. Sie macht die Protestbewegung dafür verantwortlich, durch die Schwächung der Autorität des Staates zu einer Legitimierung des asozialen Verhaltens geführt zu haben, unter dem paradoxerweise vor allem die arme Bevölkerung zu leiden habe.[43] Der Kritik an ihrem Aufbegehren halten Aktivisten des Movement zahlreiche positive Errungenschaften entgegen: Das Civil Rights Movement konnte zumindest die rechtliche Gleichstellung der Schwarzen erreichen. Die Frauenbewegung führte zu einer weitgehenden Gleichstellung der Frau. Der Umgang mit der Homosexualität wurde freier und teilweise konnten rechtliche Einschränkungen des Lebens ihrer Sexualität abgeschafft werden. Die Abwendung vieler Jugendlicher von der technokratischen Konsumgesellschaft in den sechziger Jahren und ihre Hinwendung zur Natur führte zu einem erhöhtem Umweltbewußtsein. Und schließlich: Die allgegenwärtige Kritik der Protestbewegung am Status Quo und dem Establishment öffnete die Gesellschaft für den öffentlichen Dissens und brachte damit die Demokratisierung voran. Sowohl Anderson als auch Gitlin sehen das Movement in diesem Sinne weitestgehend in positivem Licht. Unter negativen Vorzeichen steht die Darstellung Steigerwalds.

Im Rahmen geschichtswissenschaftlicher Abhandlungen über die sechziger Jahre findet der Rolling Stone kaum Beachtung, und die Beziehung zum Movement wird nicht thematisiert. Wenn der Rolling Stone erwähnt wird, dann ganz oberflächlich im Kontext der Counterculture als das Magazin, welches sich als erstes mit der sozialen Signifikanz der Rockmusik beschäftigt hat.[44] Oder er gilt als kommerziell erfolgreichstes Beispiel der in den späten sechziger Jahren so zahlreich erschienenen Alternativzeitschriften der Underground Press.[45] Die ausschlaggebende Literatur über den Rolling Stone findet sich folgerichtig überwiegend in den Arbeiten über die Underground Press. Zum anderen wurde der Rolling Stone, wenn auch seltener, zum Untersuchungsgegenstand im Rahmen von Analysen über die Rockmusik.

In der Literatur über die Underground Press herrscht Einigkeit darüber, daß der Rolling Stone 1967 in einem radikalen Umfeld als Alternative zu den Magazinen des Establishment gegründet wurde. Doch in der Einordnung tendiert man eher dazu, dem Rolling Stone revolutionäres Bewußtsein abzusprechen und ihn als Mainstreamblatt zu sehen. Man wirft ihm vor, die Berichterstattung über Rockmusik der über Politik vorzuziehen und die Reform über die Revolution zu stellen.[46] Die Beziehung zum Movement wird ambivalent gesehen. Zum einen wird dem Rolling Stone vorgehalten, daß er politische Aktivität denunziere. Laurence Leamer schreibt: „What Rolling Stone does is to identify with the Movement, while subtly and insidiously putting down political activism.“[47] Zum anderen machte man dem Magazin zum Vorwurf, daß es verhindere, politisches Bewußtsein zu wecken. Nochmals Leamer: „ Rolling Stone, itself, has a simply uncunny ability to smooth off rough radical edges of any youth phenomen to make it manageable and neutral.“[48] Und der Radikale Craig Pyes aus Berkeley meint: „(Rolling Stone) was designed to channel the energies and imaginations of youth culture ... into dependence on American business, while using its influence to quiet real dissent.“[49]

In den wissenschaftlichen Arbeiten über Rockmusik fungiert der Rolling Stone zumeist als Zitatenquelle für Musikeraussagen. Das trifft besonders auf Darstellungen der ästhetischen und stilistischen Entwicklung der Rockmusik zu. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Magazin findet dort nicht statt. Anders ist es bei Analysen des Musikgeschäftes. In der Kapitalismus-kritischen Untersuchung des Rockmusikbusiness von Steve Chapple und Reebee Garofalo gerät der Rolling Stone als erfolgreiches Projekt des „hip“-Kapitalismus in die Kritik, dem von Anfang an der Wille fehlte, die Gesellschaft verändern zu wollen.[50] Sie definieren das Magazin zwar als „sea-level-Blatt“, das weder Underground, noch Mainstream sei, sprechen ihm aber politische Relevanz ab, in dem sie behaupten, daß es von der Linken zu keiner Zeit ernst genommen wurde.[51] Der Brite Simon Frith hingegen sah in seiner soziologischen Untersuchung der Rockmusik im Rolling Stone zumindest bis Ende 1970 eine Zeitschrift, die alternative Vorstellungen bezüglich der Gesellschaft artikulierte.[52] Danach verkam er zum „bloßen Konsum-Leitfaden.“[53] In der einzigen umfassenden wissenschaftlichen Darstellung des Rolling Stone kommt der Autor Chet Flippo, ein ehemaliger Mitarbeiter des Magazins, zu der Einschätzung, daß der Rolling Stone nie ein radikales Blatt gewesen sei und gibt zu bedenken, daß viele Rolling Stone- Leser möglicherweise nicht realisiert haben, daß die gängige Praxis des Magazins, auch radikale Teilnehmer des Movement als Gastautoren über ihre Erfahrungen im Blatt berichten zu lassen, nicht bedeutete, daß auch die Verantwortlichen des Rolling Stone deren Ansichten teilten.[54] Chet Flippo konzentriert seine Darstellung genauso wie Robert Draper in seinem populärwissenschaftlichen Buch um die Person des Herausgebers und Mitgründers Jann Wenner, dessen Sichtweise für den Inhalt und die Haltung des Rolling Stone maßgeblich gewesen ist. Beide sehen den Rolling Stone in den Jahren 1967 bis 1970 einem Richtungsstreit zwischen politisch radikal orientierten Redakteuren und dem eher gemäßigten Linken Wenner ausgesetzt, weswegen sie es vermeiden, ein bündiges Urteil über die Beziehung des Magazins zum Movement zu treffen. Beide kommen aber zu dem Schluß, daß es für Jann Wenner nie einen Zweifel gegeben habe, der Berichterstattung für Musik immer den Vorrang vor der über Politik zu geben.

1.5. Methode und Aufbau der Arbeit

Um der Frage nachzugehen, inwieweit der Rolling Stone am Movement teilgehabt hat, werde ich die Ausgaben des Magazins von der Nr. 1 des Novembers 1967 bis zur Nr. 73 des Dezembers 1970 zum Gegenstand einer qualitativen Inhaltsanalyse machen. Damit ich den vorgegebenen Umfang der Arbeit nicht überschreite, beschränke ich mich auf folgende Artikel des Rolling Stone: Die Coverstories, die Rolling Stone -Interviews, die „Perspectives“-Kolumne von Ralph Gleason und die Buchrezensionen.[55] Es ist anzunehmen, daß sich in den Coverstories, die durch ihre Verbindung mit dem Titelbild einen Hauptreiz für den Kauf einer Zeitschrift ausmachen, die Kernaussagen und die Programmatik des Blattes widerspiegeln. In noch höherem Maße muß dies für die thematisch sehr freigehaltene „Perspectives“-Kolumne des Mitgründers Ralph Gleason gelten, die als einzige feste Rubrik des Magazins so etwas wie einem Kommentar entspricht. Das Rolling Stone- Interview gehört wegen seiner Exklusivität zu den renommiertesten Rubriken in den ersten Jahren und verdient deshalb besondere Aufmerksamkeit. Die Buchrezensionen habe ich deshalb hinzugenommen, weil hier auch öfter politische Bücher oder Bücher aus dem Counterculturebereich besprochen werden, und ich somit hoffe, gewisse Facetten in der Haltung zum Movement deutlich machen zu können, die ansonsten keine Berücksichtigung finden würden.

Der darstellende Teil meiner Arbeit soll mit einer kurzen Beschreibung der Entwicklung des Movement von 1960 bis 1965 beginnen. Darauf gehe ich knapp auf die Geschichte der Rockmusik bis 1967 ein. Einleitend zum Hauptteil werde ich die spezielle Situation des Bay Area Movement unter besonderer Berücksichtigung der Entstehung der Counterculture nachzeichnen. Im Rahmen der Entstehungsgeschichte des Rolling Stone werde ich einen Blick auf die Underground Press und die amerikanischen Musikzeitschriften der sechziger Jahre werfen. Danach folgt die chronologische Inhaltsanalyse der Artikel des Rolling Stone. Ich werde diesen Teil nach Zeiträumen in Abschnitte unterteilen. Wichtige Ausgaben von hervorgehobener Bedeutung werde ich in Einzelkapiteln besprechen. Die Erschließung des Rolling Stone als Quelle für das Movement stellt den wesentlichen Schwerpunkt meiner Arbeit dar. Die Darstellung des Movement in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre erfolgt parallel. Ich werde das Movement dabei hauptsächlich als Ereignisgeschichte abhandeln.

An dieser Stelle sei Peter Urban gedankt, der mir die Zeitschriftenausgaben des Rolling Stone aus seinen Privatbesitz zur Verfügung stellte.

2. The Movement 1960 - 1965

2.1. Das Civil Rights Movement

Am 1. Februar 1960 besetzten vier schwarze Studenten in Greensboro, North Carolina, für Weiße reservierte Stühle in der Cafeteria einer Woolworths-Filiale. Sie weigerten sich, auch nach Aufforderung, die Plätze zu räumen. Am nächsten Tag kamen sie wieder. Diesmal mit Freunden aus der Universität. Am Ende der Woche besetzten Hunderte von schwarzen und weißen Kommilitonen die Cafeteria.[56] Der Protest der „Greensboro 4“ war das erste Sit-in und die Geburtsstunde des Movement. Anderson schreibt: „The sit-ins ignited a young generation of blacks to become activists, and more important, they stimulated some southern and many northern whites to participate in something they began calling ‘the movement.’“[57] Die Sit-ins fanden als Widerstandsform gegen die Segregation schnell Nachahmung in zahlreichen Städten des Südens. Durch die Beteiligung der Weißen läuteten sie eine neue Phase des Civil Rights Movement ein, dessen schwarze Aktivisten schon seit Mitte der fünfziger Jahre gegen die soziale und rechtliche Ungleichbehandlung ihrer Rasse in den USA ankämpften. So hatten die Schwarzen mit dem Fall „Brown vs. Board of Education“ 1954 erste Erfolge erzielen können. Das Urteil des Supreme Court hatte die rechtliche Aufhebung der Segregation in den Schulen erwirkt.[58] Der zweite große Erfolg war mit dem Busboykott in Montgomery, Alabama, gelungen. Der Boykott hatte in den Jahren 1955-57 unter der Leitung des jungen Predigers Martin Luther King, Jr., stattgefunden. Es war die erste gewaltfreie, sogenannte „direkte Aktion“ des Civil Rights Movement gewesen.[59] Das Supreme Court hatte schließlich die Segregation in Bussen aufgehoben.

Die Sit-ins waren die erste Protestform des Civil Rights Movement, bei dem sich Weiße beteiligten. Der gemeinsame Kampf von schwarzen und weißen Aktivisten für die Gleichstellung der Schwarzen wurde noch offensichtlicher bei den sogenannten „Freedom Rides“, die durch den Congress of Racial Equality (CORE) organisiert wurden. Diese von der Presse begleiteten Fahrten in Überlandbussen nutzen die Aktivisten, um im Süden auf die widerrechtliche Praxis der Rassentrennung in den Warteräumen und Gaststätten der Busterminals hinzuweisen. Dabei offenbarte sich ihnen das rassistische Amerika: Die Teilnehmer der Freedom Rides wurden vor allem im Bundesstaat Alabama Opfer brutaler Repression durch die weiße Bevölkerung und die lokale Polizei.[60] Daß der extreme Widerstand gegen die Aufhebung der Rassentrennung im Süden auch von hoher staatlicher Seite unterstützt wurde, zeigte sich am 30. September 1962. Der schwarze Student James Meredith konnte nur unter dem Schutz von US-Truppen als erster Schwarzer die Universität von Mississippi in Oxford betreten. Der Gouverneur von Mississippi Ross Barnett hatte dies bis zum Schluß verhindern wollen.[61] In das Bewußtsein einer breiten Masse der weißen Bevölkerung gelangte das Civil Rights Movement aber erst, als im April 1963 das Fernsehen schockierende Bilder von einem äußerst brutalen Polizeieinsatz gegen eine friedliche Demonstration der Schwarzen in Birmingham, Alabama, zeigte. Präsident John F. Kennedy reagierte darauf am 11. Juni 1963 mit einer Fernsehansprache, in der er die Gleichberechtigung der Schwarzen zu einer Frage der Moral machte. Und Kennedy versprach, eine rechtliche Grundlage zu schaffen, um die Rassentrennung an öffentlichen Plätzen abzuschaffen, die Schulintegration zu fördern und eine verbesserte Wahlgesetzgebung zu erreichen.[62] Um für die rasche Durchsetzung des angekündigten Civil Rights Act zu demonstrieren, kamen am 28. August 1963 rund zweihunderttausend schwarze und weiße Demonstranten in Washington zusammen. Martin Luther King, Jr., verkündete dort mit seiner berühmten Rede „I have a dream“ seine Vision eines besseren Amerikas. „It was the pinnacle of hope - for the civil rights struggle, and for the decade“, schreibt Anderson.[63] Einen herben Rückschlag für das Civil Rights Movement bedeutete die Ermordung John F. Kennedys am 22. Novermber 1963 in Dallas, Texas. Mit ihm starb auch einer der größten Hoffnungsträger für die nötigen Veränderungen im Land. Immerhin: Die Civil Rights Acts setzte am 2. Juli 1964 Kennedys Nachfolger im US-Präsidentenamt Lyndon B. Johnson durch.[64] Damit hatte es das Civil Rights Movement geschafft, einen Großteil der gesetzlichen Sanktionen der Rassentrennung zu zerstören. Die soziale und politische Ungleichheit blieb allerdings bestehen.

[...]


[1] Gitlin, Todd: The Sixties. Years of Hope, Days of Rage, Überarbeitete Ausgabe, New York 1993, S. 4.

[2] Blum, John M. et al.: The National Experience. A History of the United States, 7. Ausgabe, New York 1988, S. 766.

[3] Anderson, Terry H., The Movement and The Sixties. Protest in America from Greensboro to Wounded Knee, New York 1995, Preface, S.3.

[4] Ebd., Preface, S. 4. Auslassungszeichen in Klammern stammen von mir. Auslassungszeichen ohne Klammern sind aus der Quelle übernommen.

[5] Wounded Knee ist der Ort, wo die US-Kavallerie in der letzten Schlacht gegen die Native Americans ein Massaker an mehreren Hundert Sioux verübt hat. Rund dreihundert American Indians forderten 1973 während der mehrwöchigen Besetzung u. a. bessere Bedingungen in den Reservaten und die Möglichkeit nach Selbstverwaltung ein. (Anderson, S. 406.)

[6] Blum, S.766.

[7] Die Begriffe Counterculture und Contraculture unterscheiden sich inhaltlich nicht. (Vgl: Adler, Partricia A. / Adler, Peter: Countercultures, in: Borgalta, Edgar F. / Borgalta, Marie L. (Hrsg.): Encyclopedia of Sociology, Vol. 1, New York 1992, S. 328.)

[8] Ebd.

[9] Yinger, J. Milton: Countercultures and Social Change, in: American Sociological Review, Bd. 42, Nr. 6, 1977, S. 833.

[10] Ebd., S. 835.

[11] Ebd., S. 383. Wenn nicht anders vermerkt, wurde die kursive Schreibweise aus dem Original übernommen.

[12] David, Fred: On Youth Subcultures: The Hippie Variant, New York 1971, S. 4. Zitiert nach: Yinger, S. 835.

[13] Yablonski, Lewis: The Hippie Trip, New York 1968, S. 321 - 324. Yablonski bezog sich dabei auf die Institutionen Kirche, Regierung, Familie, sowie die kapitalistische Wettbewerbsordnung der Ökonomie und die staatlichen Bildungseinrichtungen.

[14] Yinger, S. 838.

[15] Ebd., S. 839.

[16] Ebd., S. 841.

[17] Adler, S. 329.

[18] Ebd., S. 328.

[19] O’Neill, William L.: Coming Apart: An Informal History of America in the 1960’s, New York, 1971, S. 233.

[20] Anderson, S. 241.

[21] Matusow, Allen J.: The Unraveling of America. A History of Liberalism in the 1960s. New York 1984. S. 304.

[22] Rorabaugh, W.J.: Berkeley at War. The 1960s. New York 1989, S. 130.

[23] Cohn, Nik: AWopBopaLooBop ALopBamBoom. Pop History, Reinbek bei Hamburg 1971, S. 115.

[24] Gitlin, S. 404.

[25] Graves, Barry / Schmidt-Joos, Siegfried: Das neue Rocklexikon, Vollständig überarbeitete und erweiterte Neuausgabe, Reinbek bei Hamburg 1990, S. 935.

[26] Janssen, Peter A.: Rolling Stone’s Quest for Respectability, in: Columbia Journalism Review, New York, Jan./Febr. 1974, S. 59.

[27] Flippo, Chet: The History of Rolling Stone. Part 1, in: Popular Music and Society, 3 / 1973-4, Bowling Green, Ohio 1974, S. 182.

[28] Williams, Raymond: Culture and Society. Coleridge to Orwell, Reprint (1. Ausg. 1958), London 1990, S. xvi.

[29] Vgl.: Viveto, Frank Robert: Handbuch der Kulturanthropologie. Eine grundlegende Einführung, Stuttgart 1981, S. 55.

[30] Vgl.: Anderson, Terry H.: The Movement and The Sixties. Protest in America from Greensboro to Wounded Knee, New York 1995.

[31] Vgl.: Rorabaugh, W. J.: Berkeley at War. The 1960s, New York 1989.

[32] Vgl.: O’Neill, William: Coming Apart. An Informal History of America in the 1960s, New York 1971.

[33] Vgl.: Gitlin, Todd: The Sixties. Years of Hope, Days of Rage. Überarbeitete Ausg., New York 1993.

[34] Vgl.: Steigerwald, David: The Sixties and the End of Modern America, New York 1995.

[35] Vgl: Flippo, Chet: The History of Rolling Stone Magazine. Part 1, in: Popular Music and Society 3/ 1973-4, Bowling Green, Ohio, 1974, S. 159 - 188.

[36] Vgl.: Draper, Robert: Rolling Stone Magazine. The Uncensored History. New York 1990.

[37] Vgl.: Bushoff, Hanns Peter: Underground Press. Die Untergrundpresse der USA als Bestandteil des New Journalism-Phänomens, Frankfurt am Main 1983.

[38] Vgl.: Dennis, Everette E. / Rivers William L.: Other Voices. The New Journalism in America, San Francisco 1974.

[39] Vgl.: Chapple, Steve / Garofalo, Reebee: Wem gehört die Rockmusik? Geschichte und Politik der Musikindustrie, Reinbek bei Hamburg 1980.

[40] Vgl.: Frith, Simon: Jugendkultur und Rockmusik. Soziologie der englischen Musikszene. Reinbek bei Hamburg, 1981.

[41] Vgl.: Graves, Barry / Schmidt-Joos, Siegfried: Das neue Rocklexikon, Vollständig überarbeitete und erweiterte Neuausgabe, Reinbek bei Hamburg 1990.

[42] Wiener, Jon: Come Together. John Lennon In His Time, Überarbeitete Ausgabe, London 1995.

[43] Steigerwald, S. 2.

[44] Rorabaugh, S. 141.

[45] Anderson, S. 275.

[46] Peck, Abe: Uncovering The Sixties. The Life & Times of the Underground Press, New York 1985, S. 276.

[47] Leamer, Laurence: The Paper Revolutionaries. The Rise of the Underground Press, New York 1972, S. 163.

[48] Ebd., S. 166.

[49] Zitiert nach Peck, S. 276f.

[50] Chapple, S. 190.

[51] Ebd.

[52] Frith, S. 170.

[53] Ebd., S. 302.

[54] Flippo, S. 170.

[55] Coverstories sind die Artikel, die sich auf das Photo der Titelseite beziehen.

[56] Anderson, S. 44.

[57] Ebd., S. 45.

[58] Die Organisation National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) hatte für die schwarze Schülerin Linda Brown geklagt, die gegen ihren Willen aus einer weißen Wohngegend in eine schwarze Schule gefahren wurde. (Anderson, S. 29f.)

[59] Winkler, Allan M.: Modern America: The 1960’s, 1970’s, And 1980’s, in: Cayton, Mary Kupiec et al. (Hrsg.): Encyclopedia of American social history, New York 1993, S. 223.

[60] Anderson, S. 52.

[61] Winkler, S. 224.

[62] Anderson, S. 72.

[63] Ebd., S. 74.

[64] Zu den gesetzlichen Regelungen des Civil Right Acts gehörten das Verbot der Rassendiskriminierung in öffentlichen Gebäuden und Orten, eine Verlagerung der Autorität über Schul- und Wahlangelegenheiten zum Justizministerium und das Verbot der rassistischen Benachteiligung bei der beruflichen Einstellung. (Winkler, 224.)

Details

Seiten
174
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
1998
ISBN (eBook)
9783832466350
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v222022
Institution / Hochschule
Universität Hamburg – Geschichtswissenschaft
Note
1,0
Schlagworte
popkultur journalismus gegenkultur left cultural studies

Autor

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Titel: "The Movement": Die Protestbewegungen in den USA und der Rolling Stones in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre