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Erstellung einer Analyse über deutschsprachige Simulationssysteme für die Fabrikplanung mit der Zielstellung der Auswahl eines geeigneten Systems für die Ausbildung an der FH Eberswalde einschließlich der Erstellung von zwei Beispielen

Diplomarbeit 2002 96 Seiten

Ingenieurwissenschaften - Allgemeines

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Bedeutung der Simulation
1.2 Ziel der Diplomarbeit

2 Grundlagen zur Simulation
2.1 Simulation in Deutschland
2.2 Arten der Modellgestaltung
2.3 Charakteristik von Simulationsmodellen

3 Präzisierung der Aufgabenstellung
3.1 Derzeit eingesetzte Software
3.2 Softwareanforderungen

4 Untersuchungsmethodik
4.1 Internetrecherche
4.2 Grobauswahl
4.2.1 Bausteinorientierte Simulationssysteme
4.2.2 Demoversion
4.2.3 Programmsprache
4.2.4 Hochschulversion
4.2.5 Betriebsystem
4.2.6 VDI- Richtlinie
4.3 Nutzwertanalyse
4.3.1 Ermittlung der Funktionalitäten
4.3.2 Funktionalitätsgruppengewichtung
4.3.3 Funktionalitätsteilnutzwerte

5 Durchführung der Untersuchung und Ergebnisse
5.1 Internetrecherche
5.2 Grobauswahl und Kurzbeschreibung
5.2.1 Grobauswahl
5.2.2 Kurzbeschreibung witness
5.2.3 Kurzbeschreibung SyteAPS/AIM
5.2.4 Kurzbeschreibung Simplex
5.2.5 Kurzbeschreibung DOSIMIS-
5.2.6 Kurzbeschreibung eM-Plant
5.3 Nutzwertanalyse
5.4 Endauswertung

6 Beispiele zur Fließfertigung / Mehrstellenarbeit
6.1 Erläuterung
6.2 Fließfertigung
6.3 Mehrstellenarbeit
6.4 Aufbau der Übungsunterlagen

7 Endauswertung und Diskussion
7.1 Endauswertung und Diskussion der Simulatorauswahl
7.2 Endauswertung und Diskussion zu den Übungsunterlagen

8 Zusammenfassung

9 Ausblick

10 Literaturverzeichnis

11 Verzeichnis der Abbildungen, Tabellen und Formeln
11.1 Abbildungen
11.2 Tabellen

12 Anlagenverzeichnis

13 Anlagen

Abkürzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Bedeutung der Simulation

Unternehmen investieren heute immer mehr Zeit und Energie, um betriebsinterne Abläufe zu optimieren. Dies geschieht hauptsächlich unter Zuhilfenahme von computergestützten Simulationsprogrammen. Der Hauptgrund hierfür ist in der zunehmenden Globalisierung und den daraus entstandenen verschärften Wettbewerbsbedingungen zu sehen.

Der Einsatz von Simulationssoftware beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Optimierung von bestehenden oder geplanten Produktionsabläufen. Bereits in der Planungsphase neuer Fabriken kommt die Simulationstechnik heute zum Einsatz. Sie zeigt dort frühzeitig Probleme auf, die dann gegebenenfalls korrigiert und in die Planungs- und Investitionsentscheidung mit einbezogen werden können /1/.

Während der laufenden Produktion dient die Simulationstechnik der Bewertung und Überwachung von Produktionsprozessen um gegebenenfalls Schwachstellen und Rationalisierungspotentiale aufzudecken.

Simulation ist nach VDI-Richtlinie 3633/1 (2000) definiert /2/:

„Simulation ist ein Verfahren zur Nachbildung eines Systems mit seinen dynamischen Prozessen in einem experimentierbaren Modell, um zu Erkenntnissen zu gelangen, die auf die Wirklichkeit übertragbar sind.

Im weiteren Sinne wird unter Simulation das Vorbereiten, Durchführen und Auswerten gezielter Experimente mit einem Simulationsmodell verstanden.“

Die kommerzielle Nutzung der computerunterstützten Simulation begann vor ca. 30 Jahren. Erste Anwender waren das Militär sowie die großen Automobilhersteller /3/. Mit den Jahren wurden die Computer immer leistungsfähiger und kostengünstiger so dass heute immer aufwendigere Modelle simuliert werden können. Heute ist die Simulation eines der wichtigsten Hilfsmittel zur Entscheidungsfindung in betrieblichen Abläufen und ist in allen Bereichen der industriellen Fertigung unentbehrlich geworden.

1.2 Ziel der Diplomarbeit

Ziel dieser Diplomarbeit ist die Erstellung einer Übersicht über die derzeit auf dem Markt befindlichen deutschsprachigen Simulationssysteme. Aus dieser Übersicht soll weiter ein geeigneter Simulator für die Lehre im Fach Fertigungsplanung an der Fachhochschule Eberswalde, ausgewählt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt dieser Arbeit ist die Ausarbeitung zweier Beispiele zu den Themenbereichen Fliessfertigung und Mehrstellenarbeit anhand des ausgewählten Simulators.

2 Grundlagen zur Simulation

2.1 Simulation in Deutschland

Nach einer Studie von Reinhart und Feldmann /4/ fallen mehr als drei Viertel der in Deutschland durchgeführten Ablaufsimulationen in den Bereich Anlagenplanung sowie Produktionsplanung und Steuerung wobei hier der Bereich Anlagenplanung mehr als die Hälfte ausmacht. In die restlichen 20% werden die Bereiche Fertigungsvorbereitung und Produktentwicklung eingeordnet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Anwendungsgebiete der Ablaufsimulation /4/

Als vorrangige Ziele der Ablaufsimulation kann die Funktionsauslegung und -optimierung, Risikominimierung, Transparenzsteigerung, Kostensenkung und der Funktionsnachweis von Prozessen angesehen werden. Eine eher untergeordnete Rolle haben die Machbarkeitsanalyse, Animation, Projektverkürzung und der Nachweis von Leistungsmerkmalen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Ziele von Simulationsprojekten (Mehrfachnennungen) /4/

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Gut zwei Drittel der durchgeführten Simulationen werden derzeit von den Unternehmen selbst ausgeführt, sei es durch die Fachabteilung selbst oder durch eigene Simulationsabteilungen. Bei knapp einem Drittel werden externe Dienstleister zur Unterstützung oder zur vollständigen Durchführung von Simulationsstudien hinzugezogen. Es ist hierbei jedoch zu beachten, dass große Unternehmen meist eigene Simulationsabteilungen haben und externe Anbieter nur zur Unterstützung heranziehen. Kleinere Unternehmen hingegen, führen Simulationsstudien eher eigenständig durch oder vergeben die Studie vollständig an externe Anbieter.

Abbildung 3: Durchführende der Ablaufsimulation /4/

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Je nach Größe eines Projektes wird derzeit in der Regel ein Zeitbedarf von 1 bis 5 Monaten eingeplant. Nur bei einem Fünftel der Projekte wird eine Dauer von mehr als 5 Monaten angesetzt. Der größte Zeitbedarf von ca. 30 Prozent wird dabei für die Erstellung der Modelle benötigt /4/.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Dauer von Ablaufsimulationsprojekten /4/

Nach Kušturiak und Gregor /5/ belaufen sich die Aufwendungen für eine Simulationsstudie auf ca. 1% der Investitionssumme und weniger als 10% der Planungskosten. Im allgemeinen kann gesagt werden, dass die meisten Anwender positive Erfahrungen mit der Simulation gemacht haben und das Verhältnis von Aufwand und Ertrag als gut angesehen wird.

Defizite bestehen laut der Simulationsstudie von Reinhart und Feldmann /4/ noch bei den zu hohen Kosten für Software und Personalschulung sowie dem Fehlen an qualifizierten Mitarbeitern. Weitere erhebliche Verbesserungsmaßnahmen hinsichtlich der Software sind aus Sicht der Anwender noch in den Bereichen allgemeine Bedienbarkeit, Schnittstellen, Modellierung bzw. Validierung und Ergebnisauswertung bzw. Darstellung zu realisieren (Abbildung 5).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Verbesserungspotential an Simulatoren (Mehrfachnennungen) /4/

2.2 Arten der Modellgestaltung

Nach Grundig /1/ werden in der Simulationstechnik zwei Arten der Modellgestaltung unterschieden. Dies sind die Systemprogrammierung (Sprachkonzepte) sowie die Systemmodellierung (Modellkonzepte).

Für die Systemprogrammierung werden Programmiersprachen verwendet. Diese Programmiersprachen werden eingeteilt in allgemeine Programmiersprachen bzw. problembezogene Simulationssprachen.

Allgemeine Programmiersprachen wie z.B. Modula 2, FORTRAN; Pascal sind in ihrer Anwendung nicht direkt für die Simulation entwickelt worden und sind somit auch zum Programmieren anderer Programme geeignet.

Bei problembezogenen Simulationssprachen wie z.B. GPSS, SIMSCRIPT, ModSim 3 wurden Elemente eingebaut, die den Programmierer in den Bereichen formale Prozessbeschreibung, Modellentwurf und Programmentwurf unterstützen /6/.

Das Arbeiten mit Simulationssprachen bzw. Programmiersprachen gestaltet sich als sehr aufwendig, da für jeden zu simulierenden Vorgang ein neues Programm geschrieben werden muss. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass das Erlernen solcher Sprachen sehr aufwendig ist und die Programmierung meist nur von erfahrenen Spezialisten durchgeführt werden kann.

Für die Systemmodellierung werden heute bausteinorientierte problembezogene Simulationssysteme verwendet, z.B. eM-Plant, ProModel, witness, Dosimis-3. Bei dieser Art der Modellbildung können Modelle relativ schnell mit einzelnen Bausteinen zusammengesetzt werden. Durch das Zuordnen einer bestimmten Funktionalität zu einem bestimmten Baustein wird ein Modellieren in fensterorientierten Benutzeroberflächen ermöglicht.

Weitere Vorteile sind nach Schmidt /7/:

- geringerer Einarbeitungsaufwand während der Schulung
- günstigere Wartung und Weiterentwicklung der Software
- geringerer Zeitbedarf bei der Modellierung
- einfaches Erstellen von Dokumentationen
- Möglichkeit der Teamarbeit
- Wiederverwendbarkeit einzelner Teilmodelle

2.3 Charakteristik von Simulationsmodellen

Auf Grund des breiten Anwendungsspektrums der Simulationstechnik wird, wie in Abbildung 6 dargestellt, eine Differenzierung der zu simulierenden Systeme bzw. Modelle vorgenommen. Man unterscheidet hier statische und dynamische, diskrete und kontinuierliche Modelle. Bezogen auf die Eingabedaten wird weiterhin in deterministisch und stochastisch basierende Modelle unterschieden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Einteilung der Systeme /8/

Bei einem dynamischen System wird die zeitabhängige dynamische Komponente eines Systems in die Simulation miteinbezogen. Desweiteren unterscheidet man dynamische Simulationen in zeit- und ereignisorientiert.

Unter zeitorientiert versteht man die Betrachtung eines Systems zu einem bestimmten Zeitpunkt, unter der Vorraussetzung, dass man seine systemrelevanten Zeitpunkte kennt. Bei der ereignisorientierten Simulation wird ein System, beim Eintreten von Ereignissen, welche dem Ablauf der Simulationsstudie entsprechen betrachtet.

Statische Systeme hingegen stellen ein System zu einem bestimmten Zeitpunkt dar /8/.

Kontinuierliche Simulationsmodelle sind laut Košturiak und Gregor /5/ dadurch gekennzeichnet, dass sich die Zustandsvariablen eines Systems über die Zeit hinweg stetig verändern. Hingegen tritt bei diskreten Systemen eine Zustandsänderung nur zu bestimmten Zeitpunkten auf. Nach Schmidt /7/ nehmen die Zustandsänderungen nur ganzzahlige Werte an, z.B. Maschine „an“ oder „aus“. Ist die Zahl der diskreten Werte auch noch begrenzt, so kann von einem digitalen System gesprochen werden.

Sind die Eingangsdatenwerte eines Simulationsmodells vorgegeben, so wird von einem deterministischen Modell gesprochen. Von stochastischen Modellen spricht man, wenn mehrere Zufallsvariablen als Eingabegröße auftreten können. In der Fabrik.- bzw. Prozessplanung auftretende Problemstellungen sind in der Regel diskreter, dynamischer, stochastischer Natur /8/.

3 Präzisierung der Aufgabenstellung

3.1 Derzeit eingesetzte Software

Derzeit wird an der Fachhochschule die Simulationssoftware TOMAS - T echnology O riented M odelling A nd S imulation- eingesetzt. Es handelt sich hierbei um eines der ersten bausteinorientierten Simulationssysteme zur Simulation diskreter technologischer Prozesse. Das TOMAS System besteht aus drei Hauptkomponenten:

- eine Digitalkomponente zur Modellierung
- eine Simulationskomponente
- eine Komponente zu Ergebnisauswertung

Die Entwicklung fand Anfang der siebziger Jahre in der ehemaligen DDR, an der damaligen Ingenieurhochschule Dresden statt. Endgültig auf dem Markt erschien es dann Anfang der achtziger Jahre. Mitte der neunziger Jahre wurde die Weiterentwicklung der Software eingestellt.

Mit TOMAS wurde seinerzeit eine Simulationssoftware entwickelt, mit der nicht nur versierte Programmierer sondern auch Praktiker, geplante oder real existierende Prozesse im Computermodell nachbilden können. Dies wird möglich durch den Einsatz von sog. Bausteinen, mit denen das Modellieren wesentlich vereinfacht wird. Durch Eingabe von Parametern kann die Verhaltensweise der Bausteine spezifiziert werden.

Die Bausteine werden eingeteilt in Operatoren und Generatoren. Unter Operatoren versteht man in TOMAS die Teile, die Transformationen an Operanden, wie zum Beispiel Werkstücke ausführen. Modellelemente welche Operanden erzeugen, werden Generatoren genannt /9/.

Durch die fehlende Weiterentwicklung kann TOMAS als veraltet angesehen werden. Moderne Simulationsprogramme verfügen heute z.B. über eine 3D- Animation, Schnittstellen zu anderer Software und haben eine windowsähnliche Benutzeroberfläche.

3.2 Softwareanforderungen

Nach Abstimmung mit dem Lehrgebietsbeauftragten für das Fach Fertigungsplanung des Fachbereichs Holztechnik, soll die neue Software für die Simulation von Bearbeitungs- und Montagesystemen sowie für Materialflusssysteme geeignet sein. Es muss sowohl eine Modellierung von allgemeinen, als auch Modellen aus der Holztechnik möglich sein.

Weiterhin sollte der Simulator nach dem Bausteinprinzip arbeiten und so dem Studenten die Möglichkeit geben, das in der Vorlesung erworbene Wissen ohne größeren Programmieraufwand anhand von praxisnahen Beispielen in den vorlesungsbegleitenden Übungen zu vertiefen.

Benutzeroberfläche sowie das Handbuch muss deutschsprachig sein. Eine Umschaltmöglichkeit auf Englisch ist von Vorteil. Die Benutzeroberfläche soll mit Window- Technik ausgestattet sein und eine hinreichende Bedienfreundlichkeit aufweisen.

Für die Veranschaulichung ermittelter Ergebnisse müssen geeignete, interne Darstellungsmöglichkeiten sowohl in Form von Datenblättern als auch von Grafiken vorhanden sein.

4 Untersuchungsmethodik

4.1 Internetrecherche

Um einen Überblick über die große Zahl von Simulationssoftwareanbietern zu bekommen, wurde eine Internetrecherche durchgeführt. Zu Beginn der Recherche wurde eine Auswahl der gängigsten Suchmaschinen vorgenommen. Hierbei wurde zwischen deutschen und internationalen Suchmaschinen unterschieden. Als deutsche Suchmaschinen kamen folgende zum Einsatz:

- fireball.de
- AltaVista.de
- google.de

Hierbei stellte sich heraus, dass die Suchmaschine google.de derzeit die aktuellste und gleichzeitig auch schnellste ist. Internationale Suchmaschinen wurden nicht eingesetzt, da sich die Auswahl der Software nur auf den deutschen Markt beschränkte.

Eine weitere Art von Suche kann mit den sogenannten Metasuchmaschinen durchgeführt werden. Es handelt sich hierbei um Suchmaschinen, welche mehrere Suchmaschinen parallel abfragen. Ein Nachteil dieser Suchmaschinen ist die fehlende Möglichkeit, logische Verknüpfungen zwischen den Suchbegriffen zu erstellen. Dadurch ergeben sich oft sehr große Ergebnismengen sowie eine geringe Übereinstimmung der gefundenen Seiten bezüglich des eigentlich gesuchten Themas. Bei dieser Art der Suche kam die Metasuchmaschine MetaGer.de zum Einsatz /10/.

Um die Suche im World Wide Web (WWW) schon in der Anfangsphase auf das zu bearbeitende Thema abzustimmen, wurde im Vorfeld der Recherche eine Schlagwortsammlung angelegt. Durch das ständige Suchen und Finden neuer Internetseiten konnte die Liste mit immer neuen Schlagwörtern ergänzt werden.

Am Ende der Recherche enthielt die Sammlung folgende Worte:

Anbieter, bausteinorientiert, diskret, Fabrikplanung, Hersteller, kontinuierlich, Marktanalyse, Marktübersicht, Prozessgestaltung, Prozessplanung, Produktnamen, Simulation, Simulationsprogramm(e), Simulationssoftware, zeitdiskret.

Um eine weitere Eingrenzung des Suchgebietes vorzunehmen, wurden die einzelnen Schlagwörter miteinander kombiniert.

In der nachfolgenden Aufzählung sind einige Kombinationsmöglichkeiten exemplarisch aufgeführt.

- Simulation; Anbieter
- Marktübersicht; Simulation
- Marktübersicht; Simulationssoftware
- Marktübersicht; Simulationssoftware; Prozessgestaltung
- Simulationssoftware; Fabrikplanung; Hersteller
- Simulationssoftware; bausteinorientiert
- Marktübersicht; Simulationsprogramme
- Marktübersicht; Simulationsprogramme; Fabrikplanung
- Fabrikplanung; Simulation
- Simulation; Fabrikplanung; Anbieter

Die Internetrecherche ging über 2 Wochen, wobei täglich zwischen 4 bis 5 Stunden nach geeigneten Simulatoren recherchiert wurde.

Ein Ende der Recherche war erreicht, als sich die Wörter bzw. die einzelnen Anbieter von Softwareprogrammen bei der Suche wiederholten.

4.2 Grobauswahl

Um die Zahl der geeigneten Programme weiter einzuschränken, wurde ein Flussdiagramm (siehe Abbildung 7) mit K.O.- Kriterien erstellt. Mit dieser Vorgehens-weise konnten die Programme auf die Eigenschaften untersucht werden, die als Mindestanforderungen geltend gemacht werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Schematischer Ablauf der Grobauswahl

4.2.1 Bausteinorientierte Simulationssysteme

Um dem derzeitigen Standard in der Industrie gerecht zu werden, kommen nur bausteinorientierte, problembezogene Simulationssysteme in Betracht. Die Ver-wendung solcher Systeme ermöglicht es, dem Studenten ohne größere Programmiererfahrung Simulationsstudien durchzuführen.

4.2.2 Demoversion

Die Entscheidung für eine Software sollte nicht nur aufgrund der theoretischen Leistungsmerkmale geschehen, weswegen es als notwendig angesehen wird, von jedem einzelnen Programm mindestens eine Demoversion von den Herstellern bzw. deren Vertriebspartnern zu erhalten. Mit dieser Demoversion soll ein grober Überblick bezüglich der Menüführung, Gestaltung der Benutzeroberfläche etc. ermöglicht werden.

4.2.3 Programmsprache

Auf die Einführung einer englischsprachigen Software wird verzichtet, da der Unterricht an der Fachhochschule überwiegend in deutscher Sprache gehalten wird. Ein weiterer Aspekt ist der, dass die Englischkenntnisse der Studenten sich nicht immer auf dem gleichen Niveau befinden und es dadurch in den Übungen zu Verständigungsschwierigkeiten kommen kann.

4.2.4 Hochschulversion

Der Einsatz der Simulationssoftware geschieht an der Fachhochschule nur zu Lehrzwecken. Es kann daher auf den Einsatz einer Vollversion verzichtet werden. Desweitern sind die Kosten für eine Hochschulversion in der Regel um einiges günstiger als bei einer Vollversion.

4.2.5 Betriebsystem

Um dem an der Fachhochschule eingesetzten Betriebsystem Windows gerecht zu werden, kommen nur Programme in Betracht, die mit diesem Betriebsystem kompatibel sind.

4.2.6 VDI- Richtlinie 3633

Um eine einheitliche Beurteilung der einzelnen Programme vornehmen zu können, muss von jeder Software ein Fragebogen zur Auswahl eines Simulationsprogramms nach VDI- Richtlinie 3633 oder ein ähnliches Datenblatt vorhanden sein.

4.3 Nutzwertanalyse

Zur Endauswahl des Simulators wurde eine Nutzwertanalyse nach Schmidt /7/ durchgeführt. Mit dieser Methode können die einzelnen Eigenschaften und Funktion eines Simulators miteinander verglichen werden. Weiterhin können beliebig viele Simulatoren gegenübergestellt werden.

Durch Zuordnung von Gewichtungsfaktoren zu den einzelnen Funktionalitäten, können deren Eigenschaften hervorgehoben oder relativiert werden. Die Verwendung von Kennzahlen ermöglicht es, die Auswahl der Simulationssoftware, bezogen auf die Erfüllung individueller Anforderungen, zu erleichtern.

Da bei dieser Beurteilung eine Vielzahl von Auswahlkriterien betrachtet werden, wird die Analyse nach folgendem Ablauf durchgeführt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8: Ablauf der Nutzwertanalyse

4.3.1 Ermittlung der Funktionalitäten

Für die Erfassung der Eigenschaften und Funktionen der einzelnen Programme kam der Fragebogen nach VDI- Richtlinie 3633 Blatt 4 /11/ zu Anwendung (Anlage 8-12). Es handelt sich hierbei um einen Fragebogen, der speziell vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) für die Simulatorauswahl entwickelt wurde, mit der Zielsetzung, eine einheitliche Informationsbasis zu ermöglichen. Aufgrund dieses Fragebogens konnten die für diese Arbeit relevanten Funktionalitäten herausgefiltert und zu Funktionalitätsgruppen zusammengefasst werden.

4.3.2 Funktionalitätsgruppengewichtung

Der eigentlichen Nutzwertanalyse geht eine Funktionalitätsgruppengewichtung (siehe Anlage 3) nach Schmidt /7/ voran. Es handelt sich hierbei auch um eine Art Nutzwertanalyse, wobei hier nicht die Funktionalitäten einer Gruppe, sondern die Gruppe als Ganzes gewichtet wird.

Die Gewichtung der einzelnen Gruppen untereinander erfolgt mit der Methode des paarweisen Vergleichs ( siehe Tabelle 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Gewichtungsschema

Aus Funktionalitätsgruppengewicht und Teilnutzwert einer Gruppe wird am Ende der Analyse der Gesamtnutzwert eines Simulators ermittelt.

4.3.3 Funktionalitätsteilnutzwerte

Die eigentliche Beurteilung der einzelnen Funktionalitäten eines Simulators erfolgt bei der Ermittlung der einzelnen Funktionalitätsteilnutzwerte (Anlage 5). Es wird dabei jeder Eigenschaft je nach Anforderung eine Gewichtung zugeteilt, wobei die Summe dieser innerhalb einer Funktionalitätsgruppe immer 100 ergeben muss.

Die Bewertung der einzelnen Funktionalitäten erfolgte mit den Punktzahlen 0;3;6. Diese Einteilung wurde gewählt, da die meisten Fragen der VDI- Richtlinie von den Unternehmen mit „Ja“ und „Nein“ beantwortet wurden und es somit nicht möglich war, eine feiner Differenzierung der Punkte vorzunehmen.

In der nachfolgenden Tabelle finden sich die Attribute, welche den einzelnen Punktzahlen zugeordnet sind. Die ausführliche Zuordnung der einzelnen Attribute zu den Funktionalitäten, kann der Anlage 4 entnommen werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Attribute der Bewertungszahlen

Die Berechnung des Gesamtnutzwertes eines Simulators erfolgte nach folgendem Schema:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Berechnung des Teilnutzwertes Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltender Funktionalität eines Simulators

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Berechnung des Teilnutzwertes einer Funktionalitätsgruppe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Berechnung des Gesamtnutzwertes eines Simulators

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Index Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten bezeichnet die Funktionalitätsgruppe der Index Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenden Simulator.

5 Durchführung der Untersuchung und Ergebnisse

5.1 Internetrecherche

Die Suche im Internet nach geeigneter Simulationssoftware führte zu Beginn zu einer verhältnismäßig großen Zahl von Anbietern. Das Angebot reichte von der Simulation des Schwingungsverhaltens von Kupplungen bis zur Simulation von chemischen Experimenten.

Aufgrund des stetigen Ausbaus sowie durch die Bildung von Wortkombinationen, konnten anhand des unter Abschnitt 4.1.1 beschriebenen Schlagwortkataloges die in Betracht kommenden Systeme schnell herausgefiltert werden.

Ein weiterer Vorteil bei dieser Art von Recherche war die direkte Kontaktaufnahme per E-Mail mit den einzelnen Herstellern bzw. deren Vertriebspartnern. Dies führte zu einer zügigen Beantwortung der Anfragen nach Informationsmaterial bzw. Demoversionen, so dass die Internetrecherche nach zwei Wochen als beendet angesehen werden konnte.

Tabelle 3 gibt einen Überblick über die gefundenen Simulatoren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3: Simulationssoftware für die Fabrikplanung

Auf Grund der großen Vielfalt an Anbietern auf dem Gebiet der Simulation und der Tatsache, dass bedingt durch Firmenzusammenschlüsse die Namen einiger Simulatoren geändert bzw. manche komplett vom Markt verschwunden sind, erhebt die Tabelle 3 keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

5.2 Grobauswahl und Kurzbeschreibung

5.2.1 Grobauswahl

Bei der Grobauswahl wurde jeder der zu bewertenden Simulatoren (siehe Anlage 1) auf die unter Abschnitt 4.2. beschriebenen Kriterien hin untersucht.

Aus dem in Anlage 1 dargestellten Flussdiagramm geht hervor, dass sich sowohl der Simulator Dosimis-3 wie auch der Simulator Simpro für die Endauswahl eignen. Da jedoch beide Simulatoren aus dem gleichen Softwarehaus stammen (siehe Tabelle 3), wurde nach Rücksprache mit der Herstellerfirma die Simulationssoftware Dosimis-3 für die Endauswahl favorisiert. Hauptgrund für diese Entscheidung war die leichtere Erlernbarkeit von Dosimis-3 auf Grund des einfacheren Aufbaus der Software.

Weiter geht aus Anlage 1 hervor, dass der Großteil der ausgeschiedenen Programme wegen ihrer fehlenden deutschsprachigen Benutzeroberfläche für die Endauswahl nicht geeignet sind. Dies ist darauf zurückzuführen, dass einige Anbieter ihr Hauptabsatzgebiet in globalen Konzernen haben, in denen als Primärsprache englisch gesprochen wird.

In der nachfolgenden Tabelle sind die Simulatoren aufgeführt, welche für die Endauswahl in Frage kommen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 4: Simulatoren für die Endauswahl

In den folgenden fünf Abschnitten sind anhand der Produktbeschreibungen Kurzbeschreibungen zu den in Tabelle 4 aufgeführten Programmen verfasst. Detailinformationen wurden den VDI- Richtlinie 3633 entnommen (siehe Anlagen 8-12). Die aktuellen Produktbeschreibungen können im Internet unter den im Literaturverzeichnis angegebenen Internetseiten nachgelesen werden.

[...]

Details

Seiten
96
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783832458164
Dateigröße
724 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v221284
Institution / Hochschule
Fachhochschule Eberswalde – unbekannt
Note
1,2
Schlagworte
simulationssoftware simulation marktanalyse prozessgestaltung nutzwertananlyse

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Titel: Erstellung einer Analyse über deutschsprachige Simulationssysteme für die Fabrikplanung mit der Zielstellung der Auswahl eines geeigneten Systems für die Ausbildung an der FH Eberswalde einschließlich der Erstellung von zwei Beispielen