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Karl August Varnhagen von Ense im Kulturbetrieb der Restaurationszeit

Sein publizistisches Wirken für den Goethekult, den Saint-Simonismus und das Junge Deutschland

Examensarbeit 1999 107 Seiten

Germanistik - Sonstiges

Leseprobe

Inhalt

1. Varnhagen von Ense - ein Vergessener?
1.1 Karl August Varnhagen von Ense

2. Goethe
2.1 Goetheverehrung ...
2.2 ... und Goethekritik
2.3 Das Junge Deutschland und Goethe

3. Der Saint-Simonismus
3.1 Eine frühsozialistische Utopie
3.2 Der Saint-Simonismus in Deutschland

4. Die „graue Eminenz“ und der „Kutscher Europas“
4.1 Ein besonderes Verhältnis
4.2 Ein folgenreiches Gespräch

5. Die Gründung einer Goethe-Gesellschaft

6. Denkschrift über das Junge Deutschland
6.1 Die Affäre um die „Deutsche Revue“
6.2 Die Denkschrift

7. Schlußbetrachtung

8. Bibliographie
8.1 Werk- und Briefeditionen zu Varnhagen
8.2 Quellen und Quelleneditionen
8.3 Werkausgaben
8.4 Lexika
8.5 Forschungsliteratur

1. Varnhagen von Ense - ein Vergessener?

Viele Gestalten, bekannt und einflußreich zu ihrer Zeit, wurden vergessen. Sie standen im Schatten Größerer oder galten als zweite Garnitur. In einem Land, das einem kanonischen Kult huldigt - wobei Deutschland dabei nicht allein zu nennen wäre -, ist es der postmortalen Rezeption alles andere als zuträglich, zweite Wahl zu sein oder auch nur dafür zu gelten. Zuweilen sind die Vergessenen auch das Opfer einer unglücklichen oder bewußt inszenierten, übelwollenden Rezeptionsgeschichte. Letzteres Schicksal traf Karl August Varnhagen von Ense. Wer kennt ihn heute schon noch, der wie kein zweiter den Kulturbetrieb seiner Zeit nicht nur beobachtete und analysierte, sondern ihn mitbestimmte, prägte und in Gang hielt; dessen Name mit so vielen der Größten aufs engste verknüpft ist - Goethe, Heine und die Humboldts seien als die wichtigsten genannt?

In Varnhagens Rezeptionsgeschichte findet sich ein Beispiel par excellence für eine dieser inszenierten, übelwollenden, oft verleumderischen Kampagnen, die - seltsam genug - über Generationen hinweg betrieben werden und deren Folgen nur mühsam bekämpft werden können.

Es soll hier keine der üblichen Darstellungen über die Forschungs- und Rezeptionsgeschichte Varnhagens gegeben werden, wie es beinahe schon zu einem Leitthema in der Varnhagen-Forschung geworden ist. Das ist an anderer Stelle ausführlich getan worden.[1] Vielmehr hat sich diese Arbeit zum Ziel gesetzt, Varnhagen von Ense als einen bedeutenden Kulturschaffenden vorzuführen und seine Rolle als Vermittler und Förderer der geistigen Strömungen, die seine Zeit maßgeblich beeinflussten im historischen Kontext zu untersuchen. Dabei wird Varnhagens politische, nach links tendierende Entwicklung im Spannungsfeld von Kultur und Politik in die Untersuchung einbezogen. Trotzdem soll Varnhagen in verschiedenen Facetten kurz umrissen werden, um den Leser gleich zu Beginn mit diesem Vergessenen bekannt zu machen.

Varnhagen selbst wurde schon zu Lebzeiten zum Opfer einer solchen Hetzkampagne, wie sie oben angesprochen wurden. Eine Ursache ist seine Ehe mit der vierzehn Jahre älteren Rahel Levin, einer Jüdin. Ein Gutteil des gegen Rahel geäußerten Antisemitismus fiel auch auf Varnhagen ab. Nur angedeutet seien die Ereignisse, die Clemens Brentanos antisemitische Angriffe auf Rahel nach sich zogen und den Bruch zwischen ihm und Varnhagen herbeiführten.[2] Rahels Judentum beeinflußte dabei nicht nur ihre eigene Rezeptionsgeschichte, sondern auch die ihres Mannes nachhaltig.[3]

Rahel zählt zu den bedeutendsten Frauen des 19. Jahrhunderts. Diese Bedeutung rührt her von dem durchschlagenden Erfolg ihrer beiden Salons in Berlin. Sie wurden zum Treffpunkt von Diplomaten und Militärs, Gelehrten, Künstlern und Schriftstellern; sie waren Orte der Goetheverehrung mit Rahel und Varnhagen als Mittelpunkt. War der erste Salon noch geprägt von schöngeistiger Gesprächskultur, die vor allem um die Werke Goethes kreiste, so entwickelte sich der zweite Salon in Zeiten „politischer Windstille“[4] nach der französischen Julirevolution zu einem Zentrum von Freisinn und Fortschritt, einem Umschlagplatz der neuesten Nachrichten aus Polen und Paris und der neuesten geistigen Strömungen, wie dem Saint-Simonismus.[5] Eine Entwicklung, an der Varnhagen, der Linksliberale, maßgeblichen Anteil hatte, und die mit dazu beitrug, ihn in reaktionären Kreisen verdächtig zu machen.

Wie Rahel pflegte Varnhagen die in den Salons und anderer Stelle geschlossenen Bekanntschaften durch intensive Briefwechsel. Diese wurden zum Teil von Varnhagen, dem Sammler und Herausgeber, ediert und veröffentlicht, wie der Briefwechsel mit Rahel.[6] So verfuhr er auch mit zahlreichen Nachlässen, die er seiner großen Sammlung hinzufügte.[7] Dabei bemühte sich Varnhagen zu seinen Lebzeiten, ebenfalls noch lebende Zeitgenossen nicht zu kompromittieren und machte zum Teil Namen unkenntlich oder strich ganze Stellen. Diese Praktik der intensiven Nutzung von Nachlässen und gleichzeitigen „diplomatischen“ Vorgehensweise bei der Edition, trug ihm bis in die jüngere Vergangenheit heftige Vorwürfe ein, die oft der Grundlage entbehrten.[8]

Die Schriften, die als eigentliche Ursache für Varnhagens überaus schlechten Leumund gelten können, wurden posthum von seiner Nichte Ludmilla Assing veröffentlicht. Es handelt sich hierbei im wesentlichen um seine Tagebücher und den Briefwechsel mit Wilhelm von Humboldt. Durch ihre schonungslose Darstellung der preußischen Verhältnisse in Kultur und Politik bewirkten sie einen Aufschrei der preußischen Intelligenz. Sie brachten die Erbin von Varnhagens Nachlass und Herausgeberin dieser Zeugnisse in größte Gefahr.[9] Die Rezension der Tagebücher von Rudolf Haym ist eine gnadenlose, in ihrer perfiden Polemik kaum zu überbietende Abrechnung mit einem Toten, der noch aus dem Grab heraus seine Gegner aufs Haupt geschlagen hatte.[10]

Der Publizist Varnhagen begründete seinen Ruhm in den Freiheitskriegen gegen Napoleon. Seine gewandte Feder stellte er seither immer wieder in den Dienst des preußischen Staates zur Unterstützung staatlicher Maßnahmen.[11] Genauso einflußreich und gefürchtet war Varnhagens publizistische Tätigkeit, wenn sie seinen privaten politischen Neigungen diente. Dies wird an seinem Engagement für Goethe und den Saint-Simonismus gezeigt werden; aber auch und vor allem seine Tätigkeit für das Junge Deutschland[12] gehört in diesen Bereich. Daß sich Varnhagen, sobald er sich auf das Feld der Politik begab - was zwangsläufig der Fall war - und sich nicht in Übereinstimmung zu den herrschenden Meinungen verhielt - was bei Varnhagen beinahe ebenso zwangsläufig der Fall war -, größter Vorsicht bedienen mußte, liegt auf der Hand.

Er war aufgeschlossen für neue Gesellschaftsentwürfe, was spätestens seit seiner Rezension der Goetheschen „Wanderjahre“ allgemein bekannt war. Zudem erhält der Goethekult beider Varnhagens, denn in diesem Punkt sind die Interdependenzen kaum auflösbar, in Verbindung mit der Salonkultur der zwanziger und dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts eine eindeutig politische Dimension. Die Darstellung dieses Komplexes, Goethekult und Salonkultur, soll im wesentlichen die Folie bilden, vor der die Untersuchung einer Auswahl von Varnhagens Schriften stattfinden soll. Dabei werden auch Goethekritiker, wie Menzel und die Jungdeutschen, in ihrem Verhältnis zu Goethe und den Goetheanern in aller Kürze dargestellt, um aufzuzeigen, vor welchem Hintergrund Varnhagen agierte, als er Metternich die Gründung einer Goethegesellschaft vorschlug.

Weniger bekannt dürfte Varnhagens publizistisches Engagement für den Saint-Simonismus gewesen sein. Drei Aufsätze über diese frühsozialistische Bewegung aus Frankreich, anonym erschienen, können Varnhagen zugeordnet werden. In ihrer Bedeutung für Varnhagens Idee zur Gründung einer Goethegesellschaft und für den Goethekult überhaupt, aber auch für das Junge Deutschland, das viele der Forderungen der Saint-Simonisten - Emanzipation der Frau und größere sexuelle Freiheit zum Beispiel - aufgriff, wird diese Bewegung und Varnhagens publizistische Arbeit für sie in die Untersuchung miteinbezogen.

Verfuhr Varnhagen in bezug auf den Saint-Simonismus mit äußerster Vorsicht, wurde er sich mit seinem Engagement für Goethe oft selbst zum Hindernis. So als er 1834 nach Wien reist, um sich in den Bädern zu kurieren und Gerüchten auf den Grund zu gehen, Metternich wolle ihn in seinen Diensten. In Baden bei Wien traf er den österreichischen Staatskanzler und führte lange Gespräche mit ihm. Sie sind in seinen Denkwürdigkeiten geschildert. Von Varnhagens Seite war das Verhältnis zu Metternich immer von geradezu herzlicher, im nachhinein betrachtet unkluger, ja gefährlicher Offenheit geprägt. Metternich stand Varnhagen nur bedingt wohlgesonnen gegenüber. Die Gespräche und ihre Vorgeschichte werden eingehend in dieser Arbeit behandelt, da sie in der bisherigen Forschung nicht gebührend in ihrem Kontext beachtet wurden und für die hier anzustellende Untersuchung wichtige Hintergrundinformationen liefern.

In einem dieser Gespräche tritt Varnhagen freimütig für die Pressefreiheit und die jungen Literaten ein, die schwer unter den Verfolgungen zu leiden hatten. Er unterbreitet Metternich die Idee zur Gründung einer Goethegesellschaft als einer Institution, die ihrem Namen nach nicht nur der Verehrung Goethes dienen solle, sondern den Rahmen bilden würde, in dem die jungen Künstler und Gelehrten der behutsamen Leitung und Anweisung reiferer und erfahrener Geistesgrößen anvertraut wären.

Wenige Wochen später wagt Varnhagen brieflich einen zweiten Vorstoß, Metternich vom Nutzen einer Goethegesellschaft zu überzeugen. Er verläuft ebenso im Sande. Die Salonkultur und der durch sie hauptsächlich transportierte Goethekult waren ohnehin schon verdächtig durch die ihnen immanente Kritik am Metternichschen System und der innenpolitischen Situation. Der Entwurf Varnhagens enthält darüber hinaus eindeutig saint-simonistische, also frühsozialistische Elemente. Eine Gesellschaft, in der „Könige, Fürstinnen, Staatsmänner, Gelehrte, Künstler, Künstlerinnen“ auf gleicher Stufe miteinander umgehen, widersprach allem, was Metternich vertrat. Zudem hat sich die Aufgabe der Gesellschaft deutlich erkennbar verschoben. Goethe stand auf einmal im Vordergrund, er und die Ehrung seines Andenkens. Daß Metternich gar nicht anders konnte als Varnhagens Brief unbeachtet zu lassen, wollte er nicht gegen diesen vorgehen müssen, wird gezeigt werden.

Besondere Brisanz gewannen Varnhagens Goethekult, seine Begeisterung für den Saint-Simonismus und sein Eintreten für die jungdeutsche Literatur in der Affäre um die von Gutzkow und Wienbarg geplante Zeitschrift „Deutsche Revue“. Ohnehin war Varnhagen schon verdächtig durch das enge Verhältnis zu den aufrührerischen Literaten, die mit ihren Artikeln, Zeitschriften und Büchern den Regierungen der deutschen Bundesstaaten und ihrem Zensurapparat zusetzten. Als sein Name aber in der Voranzeige zu einer Zeitschrift genannt wurde, die als Organ einer Bewegung erscheinen sollte, die sich „die Aufhebung der Trennung zwischen Kunst und Leben, Ästhetik und Ethik, Wissenschaft und Politik“ zum Ziel gesetzt hatte,[13] konnte das selbst einem Geheimen Legationsrat und preußischem Diplomaten im Ruhestand gefährlich werden. Zumal zu einer Zeit, in der Briefe von Regierungsseite geöffnet wurden und Konfidenten bis ins Innere der Familien drangen.[14]

Als Metternich ihn im Dezember 1835 zu einer Stellungnahme zu dieser „neuen Literatur“ aufforderte, ihn um „einige Aufschlüsse über das unsinnige Treiben“ anging, versuchte Varnhagen nicht, sich herauszuwinden. Wieder trat er, wie bei seinem Gespräch mit Metternich im August 1834, freimütig, wenn auch diplomatisch für die Beschuldigten ein, wieder kam er auf seinen Vorschlag zur Gründung einer Goethegesellschaft zurück, um den jungen Schriftstellern einen Sammelpunkt und geistige Führung zu bieten. Die „Denkschrift über das Junge Deutschland“[15] bildet den Höhepunkt, in dem Goethekult, Saint-Simonismus und Junges Deutschland für Varnhagen zusammengeführt werden.

Damit wäre der Inhalt der vorliegenden Arbeit umrissen. Von einem Mittelpunkt zu sprechen, wäre, das wurde deutlich, verfehlt. Es gibt mehrere Schwerpunkte, die betrachtet werden. Den inneren Zusammenhang bildet die Fragestellung, von welchen Einflüssen Varnhagen von Ense als einer der prominentesten Kulturschaffenden seiner Zeit geprägt war, in welchen Spannungsfeldern er agierte. Es wird Varnhagens und Rahels Goetheverehrung vor dem Hintergrund der Salonkultur dargestellt, wobei auch die Goethekritik der national-orthodoxen Opposition und des Jungen Deutschland in die Betrachtung einbezogen werden. Varnhagens Engagement für den Saint-Simonismus, der kurz vorgestellt wird, wird anhand seiner drei Aufsätze in der Augsburger „Allgemeinen Zeitung“ und seiner Rezension von „Wilhelm Meisters Wanderjahren“ untersucht.[16] Bereits hier fließen Goethekult und Saint-Simonismus, Literatur und Politik zusammen. Nachdem die Gespräche mit Metternich in Baden in ihrem historisch-biographischen Kontext untersucht wurden,[17] wobei das Verhältnis der beiden Politiker besondere Beachtung findet, wird Varnhagens „Brief zur Gründung einer Goethe-Gesellschaft“ interpretiert.[18] Eine Darstellung der Ereignisse um die „Deutsche Revue“ leitet über zum letzten Teil der Arbeit, der Interpretation der „Denkschrift über das Junge Deutschland“.[19] Als wichtige Quellen werden zu den Darstellungen und Interpretationen verschiedene Briefwechsel und Tagebücher herangezogen.

1.1 Karl August Varnhagen von Ense (21 .2. 1785 - 10. 10. 1858)

Es gibt zwar immer wieder Essays, in denen der Versuch unternommen wird, Varnhagens Bekanntheitsgrad zu steigern,[20] und zahlreiche Arbeiten, die sich mit Einzelaspekten seines Lebens beschäftigen[21] sowie die Artikel in den einschlägigen biographischen Lexika;[22] eine ausführliche biographische Darstellung, die Varnhagens Leben und Werk in seiner Gesamtheit würdigt, existiert bislang jedoch nicht. Ausdrücklich hervorgehoben seien jedoch die Arbeiten von Konrad Feilchenfeldt, Werner Greiling und Ursula Wiedenmann,[23] die derartiges zwar ebenfalls nicht leisten, dem aber in ihrer Beschränkung auf die wohl wichtigsten Facetten der Person Varnhagen am nächsten kommen. Im folgenden soll das Leben Varnhagens in seinen wichtigsten Punkten kurz umrissen werden.

Karl August Varnhagen von Ense wurde am 21. 2. 1785 in Düsseldorf geboren. Er war nach seiner anderthalb Jahre älteren Schwester das zweite Kind des Arztes Johann Andreas Jacob Varnhagen und seiner Frau Anna Maria, geborene Kunz. Seine Kindheit war geprägt vom freisinnigen Wesen und aufklärerischen Wirken des Vaters und den zahlreichen Reisen, zu denen die Familie gezwungen war. Schon früh, 1791, siedelten die Varnhagens nach Straßburg, der Heimatstadt Anna Marias, über, wo dem Vater eine Professur an der Universität in Aussicht stand. Johann Andreas Jacob leistete den französischen Bürgereid und trat der Nationalgarde Straßburgs bei. Seine beruflichen Ambitionen zerschlugen sich jedoch, da es der Universtität in Straßburg infolge der Französischen Revolution an Studenten mangelte. Im Frühjahr 1792 reiste er mit seinem Sohn wieder zurück nach Düsseldorf. Kaum dort angekommen, wurde der Vater nach einem Verfahren wegen des Verdachts der Teilnahme an der Revolution aufgefordert, die Stadt zu verlassen. Nach kurzen Aufenthalten in Neuss und dem nahegelegenen Heerdt ließ sich Johann Andreas Jacob mit Karl August 1794 in Hamburg nieder - Frau und Tochter folgten im Frühjahr 1796 -, wo er bis zu seinem Tod im Juni 1799 als Arzt tätig war.[24]

Von seinem Vater wurde Varnhagen schon früh in privatem Unterricht auf das Studium der Medizin vorbereitet. Nach dessen Tod wurde er von einem Gönner, dem Hamburger Konsul Kirchhof, auf die Berliner Pepinière geschickt, eine 1795 gegründete Lehranstalt für Kriegschirurgie.[25] Dieses „Aufbaustudium“ brach Varnhagen ab, weil es immer wieder zu Konflikten mit dem Kollegium der Schule kam. Er begann sich als Hauslehrer durchzuschlagen und gelangte während seiner Anstellung bei dem Fabrikanten Cohen in Berührung mit den literarischen Kreisen Berlins. Aus dieser Zeit stammen seine ersten mißlungenen literarischen Versuche[26] und seine Freundschaften mit Adelbert von Chamisso, David Ferdinand Koreff, Wilhelm Neumann und Julius Eduard Hitzig. Die jungen Männer gründeten den romantischen „Polarsternbund“, aus dem drei Jahrgänge eines Musen-Almanachs - das „Grüne Buch“ - hervorgingen. Der Almanach erzielte, ebenso wie die anderen literarischen Versuche, keine nennenswerte Resonnanz.[27]

Erst im April 1806 nahm Varnhagen sein Studium der Medizin in Halle wieder auf, wo er zahlreiche neue Kontakte knüpfte; so zum Beispiel zu Achim von Arnim, Friedrich August Wolf, Friedrich D. E. Schleiermacher, Henrik Steffens. Eine der Folgen der preußischen Niederlage bei Jena und Auerstedt am 14. Oktober 1806 war die Schließung der Universität Halle. Varnhagen kehrte im April 1807 wieder nach Berlin zurück und hörte dort Fichtes „Reden an die deutsche Nation“.[28]

1803 bereits hatte Varnhagen im Salon der Cohens die vierzehn Jahre ältere Rahel Levin kennengelernt. Zu einem engeren Kontakt war es jedoch nicht gekommen. Im Frühjahr 1808 trafen sie sich in Berlin wieder. Einen Eindruck vom sich schnell entwickelnden Verhältnis der beiden zueinander gibt der intensive Briefwechsel.[29] In den Wirren der Freiheitskriege und angesichts Varnhagens desolater finanzieller Lage, die erst durch die Zuteilung reicher Kriegsbeute behoben wurde, können die beiden erst am 27. September 1814 heiraten.

Nachdem Varnhagen Ende 1808 versucht hatte, sein Medizinstudium in Tübingen zu Ende zu bringen - eine Zeit, aus der die Kontakte zu Jean Paul, Ludwig Uhland, Johann Friedrich Cotta, Justinus Kerner und Jens Baggesen sowie der Besuch beim schon umnachteten Hölderlin festzuhalten sind -, gelang es ihm schließlich, von der Universität Erfurt promoviert zu werden.[30]

1809 trat er in die österreichische Armee ein und kämpfte im Infanterieregiment Vogelsang unter dem Befehl des Oberst Grafen Wilhelm von Bentheim gegen Napoleon. Ob er dies tatsächlich „ergriffen vom allgemeine[n] Aufschwung des idealistisch verstandenen deutschen Nationalgefühl[s]“[31] tat oder ob der Entschluß eine „Flucht vor der eigenen Hilflosigkeit“ war, „die Varnhagen an die Seite des Siegers“ trieb,[32] bleibt offen, da Varnhagen selbst - zumindest in seinen „Denkwürdigkeiten“ - dazu keine Stellung nimmt. Bereits wenige Tage später erhält er bei der Schlacht von Wagram eine schwere Verwundung und fällt bei seinem Spitalaufenthalt in die Hände der Franzosen.[33]

Während seiner Kriegsgefangenschaft in Wien hatte er als Fähnrich Zugang zum Salon Fanny von Arnsteins. Dort bekam er seine diplomatische „Grundausbildung“ im Kontakt mit Österreichern und Franzosen. Der Aufenthalt in Wien war eine der wichtigsten Stationen in Varnhagens Leben. Bestimmend war auch seine Verbundenheit mit Bentheim, dem er nach der Schlacht von Wagram dank seiner medizinischen Ausbildung das Leben rettete. Fortan begleitete Varnhagen ihn auf dessen diplomatischen Reisen, auf denen er auch mit Metternich in Kontakt kam.[34]

Ab Ende 1810 nimmt Varnhagen den Adelstitel in seinen Namen auf, um seine Chancen auf eine diplomatische Kariere zu erhöhen.[35] Nachdem diese Hoffnungen weder von preußischer noch von österreichischer Seite erfüllt wurden, trat er im März 1813 ins Regiment des Oberst Tettenborn ein. Auch diesen Mann kannte Varnhagen schon seit seinen Reisen mit Bentheim und so verwundert es nicht, daß Varnhagen schnell zum Adjutanten mit vielfältigen Aufgaben in Tettenborns Corps wird. Sie waren noch viele Jahre aufs engste befreundet. Unter anderem oblag ihm die publizistische Unterstützung des preußisch-russischen Befreiungskampfes. Mit dem Erscheinen des „Deutschen Beobachters“ am 11. 4. 1813 begann Varnhagens Karriere als politischer Publizist. Von Beginn an nutzte er die Zeitung als Forum, um seine liberalen Ansichten und demokratischen Ideen zu verbreiten.[36] Neben seiner Arbeit für die „Allgemeine Zeitung“ waren seine Artikel im „Deutschen Beobachter“ in Wien gefürchtet, bekämpfte er doch die gegen Preußen und liberale Ideen wie Pressefreiheit und Verfassungsedikt gerichtete Pressearbeit von Metternich und seinen Anhängern.[37]

Nachdem er im Gefolge Hardenbergs am Wiener Kongreß teilgenommen[38] und sich mittlerweile einen Ruf als Meister der Diplomatie erworben hatte, wurde er im Juli 1816 zum preußischen Geschäftsträger in Baden ernannt. Doch die langersehnte Arbeit als Diplomat wurde ihm bald zuwider. Hinzu kam seine nicht mit der restaurativen und reaktionären Politik konform gehende demokratische Einstellung, die er in seiner Arbeit für diverse Zeitungen nicht verhehlte und die ihn in „metternichschen“ Kreisen verdächtig machte. Ein weiteres Verdachtsmoment lieferte Varnhagen durch seinen Umgang mit der badischen Opposition, deren Ziele sich weitgehend mit seinen Ansichten deckte und die er zum Teil - natürlich anonym - publizistisch unterstützte.[39] Dies führte schließlich, nach dem Attentat von Karl Ludwig Sand auf den russischen Staatsrat Kotzebue im März 1819 - im Kontext der verschärften Demagogenverfolgungen - zu Varnhagens Abberufung im Juli desselben Jahres[40] und, nachdem er im Oktober den Posten als preußischer Gesandter in New York abgelehnt hatte, letzten Endes zu seiner Versetzung in den vorläufigen Ruhestand 1824.[41] Ein Jahr später, mit dem Titel „Geheimer Legationsrat“ und einer jährlichen Rente versehen, entschloß er sich zu einem Leben als freier Schriftsteller, hoffte aber noch jahrelang auf seine „Reaktivierung“ als Diplomat und Politiker:

„Von der Wiederbesetzung oder Neubesetzung mehrerer unserer wichtigster Gesandtschaften ist es anhaltend still; [...] Ich bin überzeugt, daß längere Anwesenheit mich diesen Personen am Ende näher führen, und diese Annäherung vielfache Vortheile gewähren muß, die nicht bloß für mich sein werden. Mein persönliches Verhältrniß ist demnach in die Mitte einer Menge von Möglichkeiten gestellt, die erst von der Zeit ihre Entwicklung erwarten.“[42]

Varnhagen beobachtete nicht nur das politische, sondern auch das literarische Geschehen seiner Zeit sehr aufmerksam. Er stand mit sehr vielen Politikern und Literaten in Briefkontakt. Zu seinem großen Freundeskreis zählten unter anderem Heinrich Heine, Heinrich Laube, Theodor Mundt, Gustav Schlesier und Karl Rosenkranz.

Hierbei wurde Varnhagen in jeder Hinsicht von seiner Frau Rahel unterstützt. Ihr Tod am 7. März 1831 bedeutet einen tiefen Einschnitt im Leben Varnhagens. Das von ihm herausgegebene Buch „Rahel - Ein Buch des Andenkens für ihre Freunde“ - von ihm selbst nur für die engsten Freunde bestimmt - erzielte so große Resonanz, daß er ein knappes Jahr später eine zweite Auflage herausbrachte. Im Vorwort zu dieser Ausgabe äußert sich Varnhagen zum Tod seiner Frau:

„Welches einzige Glück, welch edlen Schutz und reichen Trost ich mit der ewig theuren Gattin verloren, ist den Freunden wohlbekannt; meine Trauer braucht es ihnen nicht zu sagen; sie fühlen meinen Verlust in demjenigen mit, der auch sie selbst in mannigfacher Abstufung und Richtung, aber gewiß Alle zu schmerzlich hoher Würdigung, durch dieses Scheiden betroffen hat.“[43]

Rahel selbst pflegte zahlreiche Briefkontakte, die durch persönliche Begegnungen, bei denen sie ihre ungeheure Ausstrahlung erst voll zur Geltung brachte, noch gefestigt wurden. Beide, Rahel und Karl August, wirkten dabei aufs fruchtbarste zusammen; „sie waren ein geistiger Mittelpunkt, um den sich die verschiedenartigsten Elemente schaarten“.[44] Gerade im Hinblick auf die Verbreitung und Diskussion neuer Ideen und Theoreme wie des Saint-Simonismus, und ihrer gemeinschaftlichen Goethe-Verehrung sind die Varnhagens aus der literarischen Szene jener Zeit nicht wegzudenken.

Nach Rahels Tod machte Varnhagen noch zweimal den Versuch zu heiraten. 1833/34 hatte er eine kurze Liaison mit Marianne Saaling, die von ihrer Seite gelöst wurde.[45] 1836 scheiterte die Beziehung zu Charlotte Wynn an seinem Status des entlassenen Diplomaten.[46] In die zweite Hälfte der dreißiger Jahre fällt auch der Beginn seiner engen Freundschaft mit Bettina von Arnim, die er in ihrer literarischen Arbeit und ihrem sozialpolitischen Engagement unterstützt.

In den vierziger Jahren verstärkt Varnhagen die Arbeit für die demokratischen Bewegungen. Nach 1848 zieht sich Varnhagen enttäuscht aus dem öffentlichen Leben zurück, blieb aber Mittelpunkt eines literarisch interessierten Kreises, dem auch der junge Gottfried Keller angehörte. Am 10. Oktober 1858 ist Varnhagen in Berlin gestorben.

2. Goethe

2.1 Goetheverehrung ...

Das Verhältnis Varnhagens zu Goethe war zu Beginn noch von dilettantischen literarischen Versuchen geprägt, in denen er dem Weimaraner nachzueifern sich bemühte. Der von Varnhagen und seinen Freunden Chamisso, Neumann, Koreff und Hitzig 1803 gegründete romantische „Polarsternbund“ hatte sich Goethe und Schiller, aber auch die Schlegels, Tieck, Novalis und Schleiermacher zum Vorbild erhoben.[47] Die aus diesem Bund hervorgegangenen Musenalmanache fanden nicht das erhoffte Echo. Varnhagen selbst gibt in seiner Rezension der „Gespräche mit Goethe“ von Eckermann eine Anekdote zum besten, die sich auf dieses Jugendprojekt bezieht. Er führt Ludwig Robert, den Bruder Rahels und Beiträger des Musenalmanachs als Gewährsmann an, der bei Goethe zu Gast war, als die neuesten Erscheinungen dieser Art gebracht wurden, unter ihnen das „Grüne Buch“ von Chamisso und Varnhagen. Goethe „hielt sie an seine und seiner Frau Ohren und fragte: ‘Hörst du was? ich höre nichts. Nun! wir wollen die Kupfer betrachten, das ist doch das Beste.“[48] Es blieb bei nur drei, zählt man die 1807 erschienene Sammlung „Erzählungen und Spiele“ von Varnhagen und Neumann hinzu,[49] vier Jahrgängen.[50] Ein weiteres Beispiel dieser Versuche ist der Berliner Doppelroman „Die Versuche und Hindernisse Karls“ von 1809, eine Parodie auf Goethes „Wilhelm Meister“.[51] Diese ersten literarischen Versuche schätzte Varnhagen in späteren Jahren durchaus richtig ein, wenn er in seinen Denkwürdigkeiten schreibt, daß „von dem litterarischen Werthe dieser Jugendversuche gar keine Rede mehr sein“ könne.[52] Im Salon der Cohens lernte er den geselligen kritisch-reflexiven Umgang mit literarischen Werken, unter ihnen auch Goethes „Wilhelm Meister“.[53]

Schon aus dem bisher Geschilderten ist ersichtlich, daß Varnhagen nicht erst durch Rahel auf die intensive Beschäftigung mit Goethe gebracht wurde.[54] Richtig ist, daß die zweite Begegnung mit Rahel von 1808, nach der auch der intensive Briefwechsel der beiden einsetzte, der Varnhagenschen Goethe-Rezeption neue Impulse zu geben vermochte.[55] So kam es im Verlauf des Briefwechsels zu ausführlichen und tiefgehenden Erörterungen der Goetheschen Werke.[56] Ferner ist festzuhalten, daß die Goetheverehrung bei Rahel schon früh besonders groß war. Bereits zu Zeiten ihres ersten Salons ab 1795 trat sie als „Hohepriesterin des Goethekults“ auf.[57] Mit den Jahren verstieg sich dieser Kult in zuweilen groteske Züge: angefangen bei der Bedeutung, die Goethes Geburtstag für sie hatte, über die besondere Affinität zu Goethes Geburtsstadt Frankfurt am Main bis zur Fetischisierung einer Schreibfeder Goethes.[58] Für Rahel barg die Verehrung Goethes identifikationsstiftende Möglichkeiten und damit die Ausflucht aus der Misere, der sie als Frau und Jüdin unterworfen war.[59] Der emanzipatorische Aspekt des Goethekults wurde von Varnhagen nicht nur in seiner journalistischen Tätigkeit aufgegriffen,[60] er wurde über das Salonwesen Teil seines täglichen Lebens und schließlich zu einem wesentlichen Bestandteil seiner Denkart.[61]

Eine Folge des Kontakts mit Rahel war Varnhagens nun einsetzende publizistische Unterstützung der Goetheschen Werke. Sie nimmt 1811 ihren Anfang mit den Bemühungen, in Cottas „Morgenblatt für gebildete Stände“ eine Serie kritischer Kommentare zu Goethe einzubringen, betitelt „Ueber Goethe. Bruchstücke aus Briefen“. Nach dem Erscheinen der ersten Folge am 6. Juli 1811 weigerte sich Cotta jedoch, das Projekt fortzusetzen.[62] Er hatte sich mit Goethe darüber verständigt, welcher am 21. Februar 1812 noch einmal Bezug auf dieses Projekt nahm: „Nun möchte es freilich bedenklich scheinen, daß jemand zu Publikation einer Schrift, worin so viel Gutes von ihm gesagt wird, förmlich seinen Konsens gebe.“[63] Aus diesen ersten Bemühungen wird schon der wesentliche Unterschied zwischen Rahels und Varnhagens Goetheverehrung ersichtlich. Während Rahel bereit war, sich in ihrer Hingabe an Goethe und seine Werke auf einen privaten, beziehungsweise semi-öffentlichen Bereich zu beschränken, wie er sich in der ausgeprägten Salonkultur dieser Zeit zeigt, drängte Varnhagens persönliche Wertschätzung von Goethes Schriften von Anfang an über den privaten und halbprivaten Bereich hinaus und beanspruchte, öffentliche Wirksamkeit zu erlangen.[64]

Varnhagen ließ sich von diesen ersten Rückschlägen nicht entmutigen. Er suchte den direkten Kontakt zu Goethe. Am 20. November 1811 schreibt er ihm aus Prag,[65] womit der Beginn des zwar nicht regelmäßigen, aber doch bis zu Goethes Tod fortgesetzten Briefwechsels zwischen den beiden markiert ist. In die Briefe an Goethe flicht Varnhagen immer wieder Stellen aus Rahels Briefen ein, was er auch kenntlich macht. Dies hatte wohl in der Tat den Zweck, jene bei ihrem Idol einzuführen, dessen Begegnung sie, sei diese auch nur schriftlicher Natur, so sehr herbeisehnte wie fürchtete.[66] Er selbst nahm jede Gelegenheit wahr, Goethe zu schreiben. Sei es das Erscheinen eines neuen Buches, das er dem Dichter „mit dem eifrigsten Wunsche [...]“ es möge „bei Ew. Excellenz eine geneigte Aufnahme [...] finden“, zusandte, sei es die Bitte um Mitarbeit an den „Jahrbüchern für wissenschaftliche Kritik“[67] oder dergleichen mehr.

Am 3. März 1815 erschien eine anonyme Anfrage Varnhagens nach der bereits 1809 angekündigten Fortsetzung von Goethes „Wilhelm Meisters Wanderjahre“ im „Deutschen Beobachter“.[68] Goethe antwortete öffentlich auf diese abgelegen erschienene Anfrage in Cottas „Morgenblatt“ vom 1. Juni 1815. Wie sehr Varnhagen ihm mit dieser Forderung nach einer Fortsetzung des „Wilhelm Meister“ entgegen kam, legt Bunzel dar, der auch - und das gilt nicht nur für diesen Fall - von einer „verdeckten Lesersteuerung“ Goethes spricht.[69] Damit wurde ein neues Kapitel in Varnhagens Bemühen um Goethe und seine Werke eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt beginnt Varnhagens umfangreiche und kontinuierliche Rezensionstätigkeit, sein „ernsthafte[s] publizistische[s] Engagement für Goethe“.[70] Gerade Varnhagens intensive Anteilnahme am „Meister“-Roman Goethes findet ihren Ausdruck in der fortgesetzten publizistischen Unterstützung des Erscheinens der einzelnen Teile desselben. Bunzel deckt die Zusammenhänge auf zwischen dem Erscheinen der einzelnen Folgen des Romans, Varnhagens öffentlichen Reaktionen darauf und der rückwirkenden Impulsgebung für den Dichter zur Weiterarbeit an seinem Werk.[71] An dieser Stelle sind vor allem Varnhagens Rezension „Über Wilhelm Meisters Lehrjahre. Aus Briefen und Gesprächen“[72] und sein Aufsatz „Im Sinne der Wanderer“ zu nennen, die die Höhepunkte der den „Meister“-Roman betreffenden Veröffentlichungen darstellen. Von letzterem wird im Zusammenhang mit der saint-simonistischen Bewegung noch die Rede sein.

Ein Höhepunkt in Varnhagens Leben war sein erster Besuch bei Goethe am 19. November 1817 in Weimar. Damit führt er - mehr oder weniger bewußt - eine ganz besondere Tradition fort. Praktisch seit Goethes Ankunft in Weimar wurde es zu einem wesentlichen Bestandteil nahezu einer jeden Vita, zu einer solchen „poetischen Pilgerreise“ aufzubrechen und eine Audienz bei Goethe erhalten zu haben.[73] Die Besucher stießen auf mehr oder weniger freundliche Aufnahme beim Weimaraner. Die Begegnungen fanden ihren Niederschlag wiederum in den literarischen Erzeugnissen zum Beispiel eines Heine oder eines Hauff.[74] Beredtes Zeugnis von Varnhagens Besuch gibt sein enthusiastischer Bericht, der ursprünglich einem Brief an Stägemann entstammt, erstmals anonym in „Goethe in den Zeugnissen seiner Mitlebenden“ veröffentlicht wurde und schließlich in seine „Denkwürdigkeiten“ aufgenommen wurde.[75] Wie auch an anderer Stelle in seinen „Denkwürdigkeiten“ und Briefen - angesprochen wird dies in dieser Arbeit noch bei der Besprechung der Gespräche mit Metternich - erhöht Varnhagen die Bedeutung der Begebenheit und stellt ihren äußerst günstigen Verlauf in Kontrast zum negativen Auftakt, wenn dieser auch in diesem Fall von euphorischen, den Verlauf der Dinge vorwegnehmenden Äußerungen durchsetzt ist:

„[...] indem ich diese Zeilen an Sie, verehrtester Freund, beginne, drängt es sich mir unwiderstehlich auf, Ihnen vor allen andern Dingen zu sagen, daß ich Goethe’n persoenlich kennen gelernt habe; zum erstenmal in meinem Leben habe ich ihn gesehn, kaum der Gefahr entwunden, ihn unbesucht vorbeizureisen, aber freilich auch nicht ahndend und vermuthend, welcherlei Gut mir dadurch unzugetheilt geblieben wäre! Ich kam Nachmittags gegen 4 Uhr in Weimar an, unmuthig, durchfrostet, nach schlechten Nachtfahrten, auf verdorbenen Wegen, voll ungeduldiger Eile; in dieser Stimmung beschloß ich dennoch zuletzt mein Heil zu versuchen, ließ mich melden und wurde zu 5 Uhr angenommen.“ (426)

Das Auftreten Goethes wird einer Erscheinung gleich geschildert. Dabei ist es eben nicht die Weltenthobenheit, die Varnhagen derart begeistert, als gerade das alles durchdringende Menschsein Goethes. Sprachlich macht sich die Begeisterung unter anderem in der Aneinanderreihung von Superlativen Luft: „Die festesten, kräftigsten Aeußerungen, die feinsten, erfreulichsten Wendungen“ (428). In der Tat überraschend erscheint Goethes „ungewoehnliches Zutrauen“, mit dem er dem Besucher begegnet und mit ihm über „alles“ spricht: „den Geist und die Richtung der Entwickelung der Gegenwart, die Gestalten der nächsten Vergangenheit, Napoleon, Franzosen, Deutschland, Preußen“ (429). Varnhagen sieht sich nach diesem Besuch in seiner Verehrung für Goethe mehr als bestätigt, wurden doch bei dieser Gelegenheit die letzten Zweifel bezüglich des Dichters Vaterlandstreue und Patriotismus - ein Problem, auf das noch einzugehen sein wird - hinweggewischt (429).

Zum zweiten Besuch Varnhagens bei Goethe am 19. September 1829 in Weimar sind mehrere Briefe der beiden, darunter ein nicht abgeschickter Entwurf Goethes erhalten. Goethe bezieht sich in seinen Briefen auf ihr Gespräch und übt Kritik an den von Hegel und Varnhagen herausgegebenen „Jahrbüchern für Kritik“.[76] In der Antwort Varnhagens steht hauptsächlich Goethes Verfassung im Vordergrund, der „so gesund und kräftig, so antheilsvoll und wirksam“ angetroffen wurde.[77] Die Briefe Varnhagens an Goethe, Rahel und seine Freunde sowie Rahels Briefe spiegeln das anhaltende Interesse am Gesundheitszustand wider.

Fortgesetzt wird die „begnadete Vermittlertätigkeit“[78] für Goethe neben den zahlreichen Rezensionen - auf die exemplarische noch eingegangen wird - 1823 mit der Herausgabe des Buches „Goethe in den Zeugnissen von Mitlebenden. Beilage zu allen Ausgaben von Goethe’s Werken“.[79] Eigentlich anläßlich Goethes vierundsiebzigsten Geburtstages herausgebracht, gewann es besondere Bedeutung und Beachtung durch die Gerüchte vom Tod des Weimaraners, die sich jedoch als falsch erwiesen. Goethe selbst empfand die Auswahl der Texte als zu einseitig, sah er sich doch nur in positiven und „wohlwollenden Zeugnissen“ erwähnt.[80] Maßgeblich beteiligt an dieser Veröffentlichung war Rahel, deren Briefe und Stellungnahmen an entscheidenden Stellen eingeflochten wurden.[81] Mit den Zeugnissen reagierte Varnhagen auf die herben Attacken gegen Goethe, die vor allem von Wolfgang Menzel initiiert wurden. Zweierlei wird an dieser Publikation schon deutlich: Zum einen die „apologetische Grundstruktur“[82] von Varnhagens Tätigkeit für Goethe; zum andern seine Arbeitsweise. Trifft er in seinem Vorgehen gegen Menzel und andere konservative Kritiker Goethes die von ihnen vertretene national-orthodoxe Bewegung, so trifft er damit auch das reaktionäre politische System, das mit ersterem aufs engste verbunden war. Indem Varnhagen Zitate zum Beispiel von Metternich in das Buch mitaufnimmt, entkommt er der Zensur, obwohl er der lesenden Öffentlichkeit eine liberale Botschaft verkündigt.[83] In diese Zeit fällt auch die Gründung der „Berliner Mittwochsgesellschaft“, in der sich wöchentlich Dichter und Liebhaber der Dichtung wie Chamisso, Varnhagen, Fouqué, Neumann, Hitzig, Eichendorff, trafen, um sich Gedichte und Aufsätze von Nichtmitgliedern mitzuteilen und literarische Gespräche zu führen. Sie begingen feierlich die Geburtstage der Dichterheroen und setzten zu Goethes Geburtstag einen Preis für das beste Gedicht aus, wobei die besten Einsendung in einem Liederbüchlein veröffentlicht wurden.[84]

Unter den zahlreichen Rezensionen, die zum Teil in dem 1833 von Varnhagen selbst herausgegebenen Band „Zur Geschichtsschreibung und Litteratur“, zum Teil in seinen Denkwürdigkeiten gesammelt erschienen, ist vor allem die Besprechung des Goethe-Schillerschen Briefwechsels hervorzuheben.[85] Varnhagen stellt seiner Rezension programmatisch eine Stelle aus dem Briefwechsel über den „Wilhelm Meister“ voran und bringt damit seine eigene Vorstellung von den Rezipienten nicht nur des Briefwechsels, sondern aller Werke Goethes zum Ausdruck. Die gesamte Rezension ist durchflochten mit Zitaten, ein Technik, auf die Varnhagen in einem Brief an Pückler-Muskau vom 30. August 1830 Bezug nimmt:

„In dieser Anzeige des Briefwechsels ist übrigens die Einschaltung so vieler den Briefen entlehnten Stellen ganz in polemischem Sinne geschehen, nämlich im Gegensatz wider das Verfahren der hiesigen Kirchenzeitung, die gleichfalls eine Menge von Stellen, aber mit gehässigster Absicht zusammengehäuft hat.“[86]

Hier läßt sich eine der Methoden Varnhagens, den Gegner mit den eigenen Waffen zu schlagen, erkennen. Zugleich benennt er diese Gegnerschaft, auf die anderer Stelle eingegangen wird: militant-geistliche Gruppierungen und ihre Vertreter und Organe.

Schiller, aus dessen Brief vom 9. Juli 1796 das Eingangszitat der Rezension stammt, knüpft an dieser Stelle an seine Reflexionen über die Rolle des Lesers bei der Rezeption und Konstitution eines Werkes, in diesem Fall eben „Wilhelm Meisters Lehrjahre“, vom 2. und 8. Juli desselben Jahres an.[87] Dabei schreibt er dem Leser wesentlichen Anteil an der Konstitution zu, sofern der Leser ein „würdiger“ ist. Die Unterscheidung zwischen würdigen und unwürdigen Lesern gewinnt für Varnhagens Goetherezeption besondere Bedeutung, insofern der würdige Leser ein produktiver ist. Er konsumiert nicht nur, sondern entwickelt das Gelesene weiter und hebt es durch Gespräch, Reflexion, Kritik auf eine andere, höhere Ebene.[88] Darin liegt auch in der Goetherezeption und -verehrung vor allem Rahels eine besondere Problematik, der sich aus dieser Perspektive ihr zweiter Salon gegenüber dem ersten als Fehlschlag darstellen mußte:

„Aber Du [Varnhagen] hast für mich geweint in der Jägerstraße [wo sich der erste Salon befand]! Ja. Da ist mein Mausoleum. Da hab’ ich geliebt, gelebt, gelitten, mich empört. Goethe’n kennen lernen. [...] Wir gehen noch Einmal zusammen vor dem Dachfenster vorbei! Ach! Wer ruft nicht so gern Unwiederbringliches an!“[89]

Ihr ist „der signifikante Wandel vom ‘räsonnierenden’ zum ‘konsumierenden’ Publikum“ durchaus bewußt.[90] Aus dieser Unterscheidung in Würdige und Unwürdige und der Verengung auf die Rezeption Goethescher Werke resultiert schließlich die Salonfähigkeit.[91]

Als weiteres Beispiel der Rezensententätigkeit Varnhagens, die eben nicht nur die Werke des Dichters, sondern auch die schon bald einsetzende Forschungsliteratur in ihren Blick miteinbezog, sei die Rezension von „Das Büchlein von Goethe. Andeutungen zum bessern Verständnis seines Lebens und Wirkens“ von mehreren Herausgebern genannt.[92] Die bereits in den zwanziger Jahren einsetzende, oft polemische Kritik an Goethes Person und Werk ruft den Goetheverehrer Varnhagen immer wieder, zum Teil auch gegen seinen Willen, auf den Plan:

„Ich erlaube mir, Ihnen, Hochgeehrter, hiebeiliegenden Abdruck einer kritisch-polemischen Anzeige zu überreichen, die soeben erscheint, und mit starken Schlägen die dunkeln und feigen Bemühungen zu treffen wünscht, welche den dahingeschiedenen Meister verunglimpfen wollen, und dadurch uns Allen, die wir in seinem Geiste und Namen verbunden sind, geradezu persönliche Feinde werden. Ich war es mir und meiner anhänglichen Verehrung des grossen Todten schuldig, wenigstens einmal in dieser Richtung mit aufzutreten; es ist geschehen, wie ich hoffe auf den gegebenen Punkte zum guten Erfolg, und damit möge es sein Bewenden haben! Es wäre wohl so thöricht als vergeblich, wollten wir überall Wache stehen und Hand anlegen, wo Ungebühr oder Stumpfheit sich an dem hohen Namen versündigt; aber zuweilen muss doch dem Geschmeiss, und gerade vorzugsweise solchem, das sich heuchlerisch herausschleicht, ein Wedelschlag verabreicht werden.“[93]

[...]


[1] An erster Stelle ist hier zu nennen: Wiedenmann, Ursula: Karl August Varnhagen von Ense. Ein Unbequemer in der Biedermeierzeit. Metzler, Stuttgart/Weimar 1994, S. 9-142; kürzer, aber ebenfalls wesentlich: die Einleitung Werner Fulds zu: Varnhagen von Ense, K. A.; Schriften und Briefe. Herausgegeben von Werner Fuld. Reclam (2657), Stuttgart 1991, S. 5-63. Ebensowenig kann auf die Problematik der Epochenbezeichnung eingegangen werden. Hierzu sei verwiesen auf: Greiner, Martin: Zwischen Biedermeier und Bourgeoisie. Ein Kapitel deutscher Literaturgeschichte. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1953; Neubuhr, Elfriede (Hg.): Begriffsbestimmung des literarischen Biedermeier. (Wege der Forschung, 348). WBG, Darmstadt 1974; Stein, Peter: Epochenproblem „Vormärz“ (1815-1848). Metzler (132), Stuttgart 1974; Weber, Johannes: Epoche in der Literaturgeschichtsschreibung, in: Witte, Bernd (Hg.): Vormärz: Biedermeier, Junges Deutschland, Demokraten (1815-1848). (Glaser, H. A. (Hg.). Deutsche Literatur. Eine Sozialgeschichte. Bd. 6). Rowohlt (6255), Reinbek bei Hamburg 1980.

[2] Fuld, S. 19ff.

[3] Vgl. hierzu: Wiedenmann, S. 11ff.

[4] Mandelkow, Karl Robert: Goethe in Deutschland. Rezeptionsgeschichte eines Klassikers. Bd. 1. 1773-1918. Beck, München 1980, S. 26.

[5] Scurla, Herbert: Rahel Varnhagen. Die große Frauengestalt der deutschen Romantik. Eine Biographie. Fischer, Frankfurt/Main 1980, S. 392f.

[6] Varnhagen von Ense, K. A. (Hg.): Rahel: Ein Buch des Andenkens für ihre Freunde (als Handschrift gedruckt). Berlin 1833. 2. Aufl. Duncker und Humblot, Berlin 1834. Reprint als: Bd. 1-3. Rahel-Bibliothek. Rahel Varnhagen. Gesammelte Werke. Herausgegeben von Konrad Feilchenfeldt, Uwe Schweikert und Rahel E. Steiner. Matthes & Seitz, München 1983.

[7] Als Beispiele seien genannt: Varnhagen von Ense, K. A. (Hg.): Denkwürdigkeiten des Philosophen und Arztes Johann Benjamin Erhard. Cotta, Stuttgart und Tübingen, 1830. Varnhagen von Ense, K. A. (Hg.): Karl Müller’s Leben und kleine Schriften. Berlin 1847.

[8] Arendt, Hannah: Rahel Varnhagen. Lebensgeschichte einer deutschen Jüdin aus der Romantik. Mit einer Auswahl von Rahel-Briefen und zeitgenössischen Abbildungen. Piper, München 1959. Zur Kritik an Arendt: Fuld, S. 17f.

[9] Vgl. hierzu: Fuld, S. 6; sowie: Gatter, Nikolaus: „Gift, geradezu Gift für das unwissende Publikum ...“. Der diaristische Nachlaß von Karl August Varnhagen von Ense und die Polemik gegen Ludmilla Assings Editionen (1860-80). Diss. Bonn 1995. Aisthesis, Bielefeld 1996.

[10] Haym, Rudolf: Tagebücher von K. A. Varnhagen von Ense, in: Preußische Jahrbücher, 11 (1863), S. 445ff. Wiederabgedruckt in: Ders.: Zur deutschen Philosophie und Literatur. Ausgew., eingel. und erl. von Ernst Howald. Zürich, Stuttgart 1963. Vgl. hierzu auch: Wiedenmann, S. 9ff.

[11] Verwiesen sei zu diesem Bereich auf: Wiedenmann, S. 143-304. Es sei an dieser Stelle Jürgen Wilke widersprochen, wenn er schreibt: „Gleichwohl ist Propaganda erst im 20. Jahrhundert zu einem beherrschenden Pänomen geworden. Niemals zuvor erlangte sie eine derartige Macht und ist politisch in solchem Maße instrumentalisiert worden.“ (Wilke, Jürgen (Hg.); Pressepolitik und Propaganda: historische Studien vom Vormärz bis zum Kalten Krieg. (Medien in Geschichte und Gegenwart, 7). Böhlau, Köln/Weimar/Wien 1997, S. VII.). Die staatliche Propaganda steckte zwar zur Zeit der Freiheitskriege in ihren Anfängen, doch über ihre Macht in der Kriegsführung auf Seiten Napoleons und der Alliierten, sowie ihre staatliche Instrumentalisierung, durch Metternich und Gentz vor allem, gibt es keinen Zweifel. Man geht wohl nicht zu weit, ihre Macht durchaus mit der im 20. Jahrhundert zu vergleichen.

[12] Der Begriff „Junges Deutschland“ war seit seiner ersten Verwendung zur Bezeichnung der literarischen Bewegung umstritten. Der Einfachheit halber wird in dieser Arbeit trotzdem mit diesem Begriff gearbeitet. Zur Problematik dieses Begriffs sei verwiesen auf: Koopmann, Helmut: Das Junge Deutschland. Analyse seines Selbstverständnisses. (Germanistische Abhandlungen, Nr. 33.). Metzler, Stuttgart 1970, S. 7-9; sowie: Ders.: Das Junge Deutschland. Eine Einführung. WBG, Darmstadt 1993, S. 3ff.

[13] Hömberg, Walter; Literarisch-publizistische Strategien der Jungdeutschen und Vormärz-Literaten, in: Witte, Bernd (Hg.): Vormärz, Biedermeier, Junges Deutschland, Demokraten. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1980, S. 83.

[14] „Späher und Angeber drangen bis in Innere der Familien. Nur dem Erprobten durfte man noch trauen.“: Gutzkow, Karl: Rückblicke auf mein Leben, zitiert nach: Widmann, Hans (Hg.): Der deutsche Buchhandel in Urkunden und Quellen. Bd. 1. Hauswedell, Hamburg 1965, S. 388.

[15] Auf die Problematik dieses Begriffs bei der Bezeichnung Varnhagenscher Schriftstücke wird noch eingegangen.

[16] „Über den Saint-Simonismus“, Erstdruck: [Augsburger] Allgemeine Zeitung, 6. März 1832, Nro. 87, S. 345f; „Politische Stimmen in Frankreich“, Erstdruck: Ebd., 17. und 18. April 1832, Nro. 145f; „Noch ein Wort über den Saint-Simonismus“, Erstdruck: Ebd., 21. Mai 1832, Nro. 196 und 197, S. 781f, wiederabgedruckt in und zitiert nach: Varnhagen von Ense, K. A.: Literaturkritiken. Mit einem Anhang: Aufsätze zum Saint-Simonismus. (Deutsche Texte, 42). Herausgegeben von Klaus F. Gille. Niemeyer, Tübingen 1977, S. 111-123. Der Aufsatz „Über den Saint-Simonismus“ findet sich auch in: Varnhagen von Ense, K. A.: Werke. Bd. 4. Herausgegeben von Konrad Feilchenfeldt und Ursula Wiedenmann. (Bibliothek deutscher Klassiker, 22). Deutscher Klassiker-Verlag, Frankfurt/Main 1990, S. 469-474.

Varnhagen von Ense, Karl August: Im Sinne der Wanderer, in: Ueber Kunst und Alterthum 6 (1832). Heft 3, S. 533-552. Wiederabgedruckt in: Ders.: Denkwürdigkeiten und vermischte Schriften, Bd. 1. Hoff, Mannheim 1837, S. 413-25; sowie: Ders.: Denkwürdigkeiten und vermischte Schriften, Bd. 6. (Vermischte Schriften. Zweite Auflage, Teil 3.). Leipzig 21843, S. 3-13; schließlich: Gille, S. 64-71 und Varnhagen: Werke. Bd. 4. 1990, S. 475-483.

[17] Varnhagen von Ense, K. A.: Wien und Baden. 1834, in: Ders.: Denkwürdigkeiten und vermischte Schriften, Bd. 8, Leipzig 21859, S. 69-173. Teilweise wiederabgedruckt in der von Feilchenfeldt besorgten Werkausgabe, Bd. 3. 1990, S. 730ff.

[18] Erstdruck: Glossy, Karl (Hg.): Fürst Metternich und die Gründung einer Goethe-Gesellschaft, in: Österreichische Rundschau 46 (1916), S. 169-176. Wiederabgedruckt im vierten Band der Werkausgabe, S. 755-764.

[19] Erstdruck: Geiger, Ludwig (Hg.): Varnhagens Denkschrift an den Fürsten Metternich über das junge Deutschland 1836, in: Deutsche Revue 31 (1906). Bd. 1, S. 183-190. Wiederabgedruckt in: Geiger, Ludwig: Das junge Deutschland. Studien und Mitteilungen. Schottlaender, Berlin 1907, S. 171-97; Estermann, Alfred (Hg.): Politische Avantgarde. Eine Dokumentation zum „Jungen Deutschland“. 1830-1840. Bd. 2. Athenäum, Frankfurt am Main 1972, S. 422-426; Gille, S. 74-84; Fuld, S. 298-307, und in der Werkausgabe Bd. 4, S. 765-774.

[20] Zum Beispiel: Krättli, Anton: Diplomat und Schriftsteller. Varnhagen von Ense und sein Werk, in: Schweizer Monatshefte für Politik, Wirtschaft und Kultur, 76 (1996). Heft 10, S. 29-31. Papcke, Sven: Blick hinter die Kulissen als indirekte Aufklärung. „Bruchstücke von Bruchstücken“, in: Vorgänge für Bürgerrechte und Gesellschaftspolitik 1997 (36). Nr. 1, S. 41-57.

[21] Zum Beispiel: Dukmeyer, Friedrich: Die Einführung Lermontovs in Deutschland und des Dichters Persönlichkeit. Die Russenfreunde Varnhagen von Ense und Bodenstedt. (Historische Studien, 164). Ebering, Berlin 1925. Greiling, Werner: Varnhagen von Ense und die Rezeption jakobinischer Literatur und Publizistik im deutschen Vormärz, in: Weimarer Beiträge: Zeitschrift für Literaturwissenschaft, Ästhetik- und Kulturwissenschaften. Wien 1985, S. 181-201. Misch, Carl: Varnhagen von Ense und sein Adelsprädikat, in: Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte, Bd. 38. München/Berlin 1926, S. 101ff.

[22] Verwiesen sei zum Beispiel auf: Allgemeines deutsches Conversations-Lexikon für die Gebildeten eines jeden Standes [ACL]. In 10 Bänden. Herausgegeben von einem Vereine Gelehrter. Bd. X. Reichenbach, Leipzig. 1837, S. 450-52; Allgemeine Deutsche Biographie [ADB]. Auf Veranlassung und mit Unterstützung seiner Majestät des Königs von Bayern Maximilian I. Herausgegeben durch die Historische Commission bei der königlichen Akademie der Wissenschaften. Bd. 39. Neudruck der 1. Auflage von 1875-1912. Duncker & Humblot, Berlin 1969, S. 769-80. Franz, Günther: Varnhagen von Ense, in: Rössler, Hans und Franz, Günter (Hg.): Biographisches Wörterbuch zur deutschen Geschichte [BW]. Bd. III. Saur, München 1995, Sp. 2980-81. Wurzbach, Constant von: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Enthaltend die Lebensskizzen der denkwürdigen Personen, welche seit 1750 in den österreichischen Kronländern geboren oder darin gelebt und gewirkt haben. 60 Bd.e. 1856-91. Bd. 49. 1884. K. K. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1868, S. 282-86.

[23] Feilchenfeldt, Konrad: Varnhagen von Ense als Historiker. (Zum Teil als Dissertationsteildruck: Zeitbetrachtung als Lebensgefühl). Erasmus, Amsterdam 1970. Greiling, Werner: Varnhagen von Ense. Lebensweg eines Liberalen: politisches Wirken zwischen Diplomatie und Revolution. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 1993. Zu Wiedenmann siehe Anmerkung 1.

[24] Varnhagen: Denkwürdigkeiten. Bd. 1. 1843, S. 1-242.

[25] Ebd., S. 238.

[26] Varnhagen, Karl August und Wilhelm Neumann (Hg.): Erzählungen und Spiele. Hamburg 1807. Varnhagen, Karl August u. a.: Die Versuche und Hindernisse Karls. Eine deutsche Geschichte aus neuerer Zeit. Erster Teil. Berlin/Leipzig 1809. Neuausgabe: Der Doppelroman der Berliner Romantik. Zum ersten Male herausgegeben und mit Erläuterungen dargestellt von Helmuth Rogge. 2 Bd.e. Leipzig 1926.

[27] Varnhagen, Denkwürdigkeiten, Bd. 1, 1843, S. 243-358. Zu den literarischen Bemühungen: Römer, Friedrich: Varnhagen von Ense als Romantiker. Diss. Berlin 1934.

[28] Varnhagen: Denkwürdigkeiten. Bd. 1. 1843, S. 359-498.

[29] Briefwechsel zwischen Varnhagen und Rahel. Herausgegeben von Ludmilla Assing. 6 Bd.e. Leipzig 1874-75.

[30] Varnhagen: Denkwürdigkeiten. Bd. 2. 1843, S. 25-80.

[31] Franz, Sp. 2980f.

[32] Fuld, S. 28.

[33] Zu den Kriegsereignissen, auf die nicht näher eingegangen werden kann, sei verwiesen auf: Varnhagen: Denkwürdigkeiten. Bd. 2. 1843, S. 81-161, S. 192-514, sowie Bd. 3, 1843, S. 1-160.

[34] Ebd., S. 162-191. Zu Varnhagens Begegnungen mit Metternich sei auf das nächste Kapitel verwiesen.

[35] Vergleiche hierzu: Misch, 1926, S. 101ff.

[36] Sehr aufschlußreich zu Varnhagens früher Tätigkeit als Publizist sind Wiedenmann sowie: Misch, Carl: Varnhagen von Ense in Beruf und Politik. Perthes, Gotha und Stuttgart 1925.

[37] Fuld, S. 39.

[38] Varnhagen: Denkwürdigkeiten. Bd. 3. 1843, S. 229-353.

[39] Zur badischen Opposition sei verwiesen auf: Schöttle, Rainer: Politische Theorien des süddeutschen Liberalismus im Vormärz: Studien zu Rotteck, Welcker, Pfizer, Murhard. (Nomos-Universitätsschriften: Politik, 49). Nomos, Baden-Baden 1994. Zu Varnhagens Zeit in Baden-Baden vgl.: Varnhagen, Denkwürdigkeiten, Bd. 3, S. 354-450. Zu Varnhagens publizistischer Unterstützung vgl.: Wiedenmann, S. 214-230, sowie Greiling, 1993, S. 48-61.

[40] Köpke, Wulf: Von der Aufklärung bis zum Vormärz. (Geschichte der deutschen Literatur. Bd. 2. Herausgegeben von Eberhard Bahr.). Francke (UTB 1464), Tübingen und Basel 21988, S. 462.

[41] Greiling, 1993, S. 61 und 63. Besonders aufschlußreich immer noch: Misch, 1925, S. 51-89.

[42] Varnhagen an Oelsner, Berlin, den 1. November 1820, in: Briefwechsel zwischen Varnhagen und Oelsner. Nebst Briefen von Rahel. Herausgegeben von Ludmilla Assing. 3 Bd.e. Kröner, Stuttgart 1865, Bd. 2, S. 146-47; Nr. 30; als weiteres Zeugnis sei der Tagebucheintrag vom 10. Oktober 1839 angegeben, in: Varnhagen, Karl August: Tagebücher. 15 Bd.e. 1861-1905. Herausgegeben von Ludmilla Assing. Brockhaus, Leipzig 1861. Bd. 1 , S. 148f.

[43] Varnhagen, Rahel, Bd. 1, 1983, S. 1f.

[44] Ludmilla Assing im Vorwort zu: Briefe von Stägemann, Metternich, Heine und Bettina von Arnim. Nebst Briefen, Anmerkungen und Notizen von Varnhagen von Ense. Herausgegeben von Ludmilla Assing. Brockhaus, Leipig 1865, S. VI.

[45] Vgl. den Briefwechsel zwischen Pückler-Muskau und Varnhagen: Briefwechsel und Tagebücher des Fürsten Hermann von Pückler-Muskau. Herausgegeben von Ludmilla Assing-Grimelli. 9 Bd.e. 1874-76. Bd. 3. Wedekind & Schwieger, Berlin 1874, S. 223ff, 252f, 272-77.

[46] Feilchenfeldt, Konrad: 'Fiktionen, die sie als Fakta behandeln': Zur Kunstauffassung Karl August Varnhagen von Enses, in: Heine-Jahrbuch 25 (1986), S. 99f.

[47] Gille, S. X; Greiling, 1993, S. 25f.

[48] Varnhagen, K. A.: Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens. Von Johann Peter Eckermann, in: Varnhagen von Ense: Denkwürdigkeiten. Bd. 1. 1837, S. 491.

[49] So Fuld, S. 26.

[50] Vgl. hierzu: Römer.

[51] Vgl. die in Anmerkung 26 angegebenen Titel sowie aus neuerer Zeit: Oeser, Hans-Christian: „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ als Thema eines romantischen Romans. Kritik und Bewunderung Goethes in „Die Versuche und Hindernisse Karls“, in: Archiv für das Studium der Neueren Sprachen und Literaturen, 220 (1983). Nr. 1, S. 27-53.

[52] Varnhagen: Denkwürdigkeiten. Bd. 1 1843, S. 303.

[53] Ebd., S. 334, sowie Greiling, 1993, S. 26.

[54] So zum Beispiel Seibert, Peter: Der literarische Salon: Literatur und Geselligkeit zwischen Aufklärung und Vormärz. Metzler, Stuttgart/Weimar 1993, S. 419.

[55] Greiling, S. 92.

[56] Vgl. Varnhagen, Rahel: Briefwechsel und Tagebücher. Bd. 2. Briefwechsel. Rahel und Karl August Varnhagen von Ense. Herausgegeben von Friedhelm Kemp. Winkler, München 21979, S. 20f, besonders aber S. 45 und 48f.

[57] Gille, S. XVII.

[58] Vgl. Seibert, 1993, S. 419. Hier zeigen sich die gleichen Auswüchse einer „Fankultur“, wie sie mit Goethes „Werther“ zum ersten Mal in dieser Weise inszeniert wurden und wie sie heute allenthalben begegnen.

[59] Ebd., S. 420. Zum Problem der Judenemanzipation sei verwiesen auf: Volkov, Shulamit: Die Verbürgerlichung der Juden in Deutschland. Eigenart und Paradigma, in: Kocka, Jürgen (Hg.): Bürgertum im 19. Jahrhundert. Deutschland im europäischen Vergleich. Eine Auswahl. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1995, S. 105-133. Zur Entwicklung der rechtlichen Situation der Frau im 19. Jahrhundert: Gerhard, Ute: Die Rechtsstellung der Frau in der bürgerlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts. Frankreich und Deutschland im Vergleich, in: Ebd., S. 167-196.

[60] Feilchenfeldt, 1990, Bd. 5, S. 783f.

[61] Vgl. Feilchenfeldt, 1986. S. 95-111.

[62] Pickett, Terry-H.: K. A. Varnhagen von Ense: The Original Goethianer, in: Colloquia Germanica. Internationale Zeitschrift für Germanistik. Tübingen 1986, S. 138.

[63] Briefe an Cotta. Das Zeitalter Goethes und Napoleons. 1794-1815. Herausgegeben von Maria Fehling. Stuttgart 1925, S. 114.

[64] Bunzel, Wolfgang: Ein anonymes Zeugnis zur Publikationsgeschichte von Goethes Wanderjahren und sein Verfasser K. A. Varnhagen von Ense, in: Euphorion. Zeitschrift für Literaturgeschichte. Heidelberg 1989, S. 315; Bunzel vergißt an dieser Stelle jedoch, auf den halböffentlichen Charakter der ausgeprägten Brief- und Salonkultur jener Zeit hinzuweisen, wodurch Rahels persönliches Engagement eben doch nicht „im Privaten verharrt“.

[65] Goethes Briefe. Textkritisch durchgesehen und mit Anmerkungen versehen von Karl Robert Mandelkow. Hamburger Ausgabe in 4 Bänden. Mit einem Gesamtregister für die Bände I-IV bearbeitet von Klaus F. Gille. Beck, München 21976, S. 105f, Nr. 410. Vgl. auch: Geiger, Ludwig: 21 Briefe von Marianne von Eybenburg, acht von Sara von Grottberg und 20 von Varnhagen von Ense an Goethe, zwei Briefe Goethes an Frau von Eybenburg, in: Goethe-Jahrbuch. Herausgegeben von Ludwig Geiger. 14. Bd. (1893), S. 127. Geiger schreibt, der Briefwechsel habe am 20. September eingesetzt, nach Mandelkows Edition der Briefe von und an Goethe wäre es jedoch der 20. November.

[66] Geiger, 1893, S. 128.

[67] Ebd., S. 68f.

[68] Vgl. hierzu: Bunzel, S. 309-322. Bunzel bringt auch den exakten bibliographischen Nachweis der Anfrage: Der deutsche Beobachter oder die Hanseatische Zeitung von Staats- und Gelehrten Sachen. (Frei und wahr.) Mit Privilegio eines Hochedlen und Hochweisen Raths der freien Hansestadt Hamburg N.ro 32, Hamburg. Freytag, den 3. März 1815. S. 4, Sp. 1, Zeile 39-74.

[69] Bunzel, S. 314.

[70] Ebd., S. 315.

[71] Ebd., S. 321.

[72] Die Rezension wurde zuerst gedruckt im „Gesellschafter“, August 1821, Sp. 17ff. Sie findet sich in: Varnhagen von Ense, K. A.: Zur Geschichtsschreibung und Literatur. Berichte und Beurtheilungen von K. A. Varnhagen von Ense. Aus den Jahrbüchern für wissenschaftliche Kritik und andern Zeitschriften gesammelt. Perthes, Hamburg 1833, S. 541-572. Sowie: Fambach, Oscar: Goethe und seine Kritiker. Die wesentlichen Rezensionen aus der periodischen Literatur seiner Zeit, begleitet von Goethes eigenen und seiner Freunde Äußerungen zu deren Gehalt. In Einzeldarstellungen, mit einem Anhang: Bibliographie der Goethe-Kritik bis zu Goethes Tod. Ehlermann, Düsseldorf 1953, S. 252-272.

[73] Weber, Johannes: Goethe und die Jungen. Über die Grenzen der Poesie und vom Vorrang des wirklichen Lebens. (Untersuchungen zur deutschen Literaturgeschichte, Bd. 48). Niemeyer, Tübingen 1989, S. 2f. Weber verhandelt in seinem Buch dieses Phänomen, wobei er sich in der Hauptsache auf die Zeit 1780-1810 beschränkt. Grundsätzlich lassen sich seine Ergebnisse jedoch auch auf die hier behandelte Zeit anwenden.

[74] Zu Hauff: Hauff, Wilhelm: Memoiren des Satan. Der Besuch bei Herrn von Goethe, in: Hauff. Werke. Herausgegeben von Bernhard Zeller. Bd. 2. Märchen. Memoiren des Satan. Briefe. Insel, Frankfurt am Main 1969, S. 442-447. Zu Heine: Heine, Heinrich: Die Romantische Schule, in: HSA. Bd. 8. Über Deutschland. 1833-36. Aufsätze über Kunst und Philosophie. Bearb. von Fritz Mende. 1972, S. 43-61.

[75] Besuch bei Goethe, in: Varnhagen: Denkwürdigkeiten. Bd. 1. 1837, S. 426-431 sowie in Band 3 der Werkausgabe, S. 204, 818.

[76] Vgl. Goethe an Varnhagen, Entwurf und Brief vom 8. November 1827, in: Mandelkow. 21976. Bd. IV, S. 255ff, Nr. 1381a/b.

[77] Geiger, 1893, S. 71.

[78] So Feilchenfeldt, 1970, S. 88, über Varnhagens Tätigkeit als Historiker, ein Attribut, das sich auch auf seine Tätigkeit für Goethe anwenden läßt.

[79] Pickett, Goetheaner, 1986, S. 139.

[80] Vgl. hierzu: Feilchenfeldt, 1970, S. 219.

[81] Pickett, Goetheaner, 1986, S. 139.

[82] Gille, S. XVIIIf.

[83] Pickett, Goetheaner, 1986, S. 139.

[84] Vgl. hierzu: Geiger, Ludwig: Berlin. 1688-1840. Geschichte des geistigen Lebens der preußischen Hauptstadt. Bd. 2. 1786-1840. Paetel, Berlin 1895, S. 387.

[85] Varnhagen, Geschichtsschreibung sowie: Varnhagen: Denkwürdigkeiten. Bd. 2, 1837 und Bd. 4, 1838; außerdem in der zweiten Auflage Bd. 5, 1843 und 7, 1859. Die Rezension des Goethe-Schillerschen Briefwechsels: Varnhagen, Geschichtsschreibung, S. 174-188, 252-275.

[86] Varnhagen an Pückler am 30. August 1830, in: Briefwechsel zwischen Pückler und Varnhagen von Ense. Bd. 3. 1874, S. 19.

[87] Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe in den Jahren 1794 bis 1805. Herausgegeben von Manfred Beetz. Johann Wolfgang von Goethe. Sämtliche Werke nach Epochen seines Schaffens. Münchner Ausgabe. Herausgegeben von Karl Richter in Zusammenarbeit mit Herbert G. Göpfert, Norbert Miller und Gerhard Sauder. Bd. 8.1. Text. Hanser, München 1990, S. 186-191, 203-208, 211-216.

[88] Seibert, 1993, S. 417f.

[89] Rahel an Varnhagen am 1. November 1817, in: Rahel Varnhagen. Gesammelte Werke. Bd. 5. Rahel-Bibliothek. Bd. 6. Herausgegeben von Konrad Feilchenfeldt, Uwe Schweikert und Rahel E. Steiner. Reprint der von Ludmilla Assing herausgegebenen Ausgabe. Brockhaus, Leipzig 1875. Matthes & Seitz, München 1983, S. 274.

[90] Seibert, Peter: Der Salon als Formation im Literaturbetrieb zu Zeit Rahel Levin Varnhagens, in: Hahn, Barbara und Ursula Isselstein (Hg.): Rahel Levin Varnhagen: die Wiederentdeckung einer Schriftstellerin. (Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik, Beiheft 14). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1987, S. 165f. Zu Rahels erstem Salon siehe auch: Feilchenfeldt, Konrad: „Berliner Salon“ und Briefkultur um 1800, in: Der Deutschunterricht, 36. Jahrgang (1984). Nr. 4, S. 77-99.

[91] Seibert, 1993, S. 420f.

[92] Das Büchlein von Goethe. Andeutungen zum bessern Verständnis seines Lebens und Wirkens. Herausgegeben von Mehrern, die in seiner Nähe lebten. Sieghart, Penig, 1832. [Rez.], in: Varnhagen, Geschichtsschreibung, S. 441-448, wiederabgedruckt in: Gille, S. 71-77.

[93] Varnhagen in einem Brief an Eckermann vom 17. September 1832, in: Schreiber, Carl F.: Sieben Briefe Varnhagens von Ense an Johann Peter Eckermann, in: The Journal Of English And Germanic Philology. vol. XXI, No. 32. Illinois 1922, S. 415.

Details

Seiten
107
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
1999
ISBN (eBook)
9783832454340
Dateigröße
850 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v220990
Institution / Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen – unbekannt
Note
1,0
Schlagworte
goethe frühsozialismus kulturpolitik junges deutschland restauration

Autor

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Titel: Karl August Varnhagen von Ense im Kulturbetrieb der Restaurationszeit