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Mobile Portale - Lösungsvorschlag im Bankensektor

Exemplarisch diskutiert am Beispiel einer Bank

Diplomarbeit 2001 104 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kurzfassung

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Problematik
1.3 Zielsetzung
1.4 Aufbau

2. Mobile Business
2.1 Was ist Mobile Business?
2.1.1 Definition: M-Business
2.1.2 Definition: M-Commerce
2.1.3 Abgrenzung zu E-Commerce
2.1.4 Charakteristische Merkmale des M-Business
2.2. Grundvoraussetzungen im M-Business
2.2.1 Sicherheit
2.2.2 Mobile-Payment
2.2.3 Mobile Portale
2.3. Geschäftsmöglichkeiten im M-Business
2.3.1 Unternehmen und Kunden (B2C)
2.3.2 Unternehmen und Unternehmen (B2B)
2.3.3 Unternehmen und Professionals (B2P)
2.3.4 Geschäfte mit Geräten

3. Entwicklungstendenzen im M-Business Markt
3.1 Marktvolumen
3.1.1 Entwicklung der Anzahl der Mobilfunkkunden
3.1.2 Preisgestaltung
3.2 Markttreiber Technologie
3.2.1 Mobilfunknetze
3.2.2 Anwendungstechnologien
3.3 Globale Marktdynamik
3.3.1 Unterschiede der Märkte
3.3.2 Situation der Märkte
3.4 Marktplayer

4. Mobile Portale – Zugang zum Kunden
4.1 Definition des Begriffs “Portal“
4.1.1 Internet Portal
4.1.2 Mobiles Portal
4.1.3 Mobiles vs. fixes Portal
4.2 Erfolgsfaktoren und Funktionen von mobilen Portalen
4.3 Portaltypen
4.4 Anbieter von Portalen und ihre Situation
4.5 Trends von mobilen Anwendungen im Consumer-Bereich
4.6 Tarife & Erlöse

5. Realisierung eines mobilen Portals im Bankensektor
5.1 Überblick und Perspektiven im Bankwesen
5.1.1 Das Bankensystem in der Bundesrepublik Deutschland
5.1.2 Entwicklung der Banken
5.1.3 Perspektiven und Trends
5.1.4 Die Bank als Spezialfall des Systems „Unternehmung“
5.2 Analyse der Banken und Kunden
5.2.1 Geschäfte der Kreditinstitute (Bankgeschäfte)
5.2.2 Unterscheidung der Kunden
5.2.3 Bedürfnisse mobiler Anwender
5.3 Content- und Anwendungsauswahl
5.3.1 Anwendungs-Matrix
5.3.2 Strukturierung eines Bankenportals
5.4 Technische Umsetzung
5.4.1 WAP-Gateway-System
5.4.2 Programmierung
5.4.3 Simulation und Ergebniskontrolle

6. Empfehlung für Banken
6.1 Situation der Finanzdienstleister
6.1.1 Stärken/Schwächen-Analyse der Banken
6.1.2 Gefahren und Chancen erkennen
6.2 Handlungsmöglichkeiten
6.2.1 Partnering
6.2.2 Leistungen anbieten und positionieren
6.2.3 Investitionen tätigen

7. Ausblick

Literaturverzeichnis

Glossar

Anhang

Erklärung

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Typische Architektur einer WAP-Verbindung zum Internet, Quelle: Forit (2000), Durlacher (2001), etc.

Abbildung 2: Vergleich der Schichtenmodelle WWW-WAP, Quelle: Scn Education BV

Abbildung 3: Prinzip der asymmetrischen Verschlüsselung, Quelle:VeriSign, aus Funkschau 10/2000

Abbildung 4: Preis/Performance-Kurve, Quelle: Zobel

Abbildung 5: Entwicklung der Mobilfunkstandards, Quelle: Sietmann

Abbildung 6: Wertschöpfungskette des M-Business, Quelle: Zobel

Abbildung 7: Mobile portals and m-commerce integration dynamics, Source: Enskilda Securities

Abbildung 8: Unterschiede zwischen mobiler und Festnetz- Internet-Nutzung, Quelle: Zobel

Abbildung 9: Wechselbereitschaft zu einem anderen Portal, Quelle: BCG

Abbildung 10: Mobil geführte Bankkonten in Deutschland, Quelle: Forit

Abbildung 11: Die beliebtesten Angebote nach 3monatiger Erfahrung, Quelle: BCG

Abbildung 12: Abrechnungswünsche der Kunden, Quelle: BCG

Abbildung 13: Die Geschäfte der Kreditinstitute, Quelle: Grill, Percynski

Abbildung 14: Entwicklung der Institutsanzahl in den letzten 10 Jahren, Quelle: Deutsche Bundesbank

Abbildung 15: Die Geschäfte der Kreditinstitute, Quelle: Grill, Percynski

Abbildung 16: Die Kundschaft der Kreditinstitute, Quelle: Grill, Percynski

Abbildung 17: WAP-Gatewaysystem

Abbildung 18: DeckIt – WAP-Emulator, Auszüge aus dem Demo-Bank-WAP-Portal

Abbildung 19: WAP-Toolkit unter Windows2000 mit Vmware auf einem Linux-Rechner

Abbildung 20: Analyseraster zur Handlungsfindung, Quelle: Verfasser

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1:Charakteristische Merkmale des M-Business, von Verfasser in Anlehnung an Durlacher, M-Commerce Report

Tabelle 2: Mobilfunkpenetration in Europa, 1999-2003, Quelle: Datamonitor

Tabelle 3: Stärken und Schwächen der einzelnen Portalanbieter, Quelle: Durlacher

Tabelle 4: Erfolgsversprechende Geschäftsfelder im M-Business, Quelle: Diebold

Tabelle 5: Funktionswunsch im Unternehmensbereich, Quelle: Trend Research

Tabelle 6: Angebote und Nutzung des i-Mode-Dienstes, Quelle: NTT DoCoMo, 2000

Tabelle 7: Auszug aus dem WAP-Portal von D1, wap.t-motion.de

Tabelle 8: Auszug aus dem mobilen Portal der Dresdner Bank, wap.dresdner-bank.de

Tabelle 9: Kosten für 1 MB GPRS-Traffic, Stand: 1.9.2001

Tabelle 10: Anwendungsmatrix mit Struktur und Bewertung des Verfassers

Tabelle 11: Struktur der DEMO BANK

Tabelle 12:Datenbankstruktur - Database banking mit den tables userauth und userdata

Tabelle 13: Chancen und Risiken im Partnering, Quelle: Mummert + Partner

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kurzfassung

Das Thema M-Business ist zur Zeit in aller Munde. Der große Vorteil dieses Bereiches ist u.a. das orts- und zeitunabhängige Angebot von Anwendungen und Informationen. Der Weg zum Kunden wird durch die Darstellung dieser Angebote auf mobilen Endgeräten realisiert. Im Endgerät ist dafür ein Browser notwendig, der die Angebote darstellen kann. Für die Sammlung dieser Angebote hat sich der Begriff „mobiles Portal“ etabliert. Dieser neuen Technologie wird die Chance gegeben, in vielen erdenklichen Bereichen zum Einsatz zu kommen.

Diese Arbeit gibt einen Lösungsvorschlag eines mobilen Portals im Bankensektor für den B2C-Bereich wieder und deckt mögliche Chancen, wie auch Risiken, in diesem Bereich auf. Dadurch ergeben sich Handlungsmöglichkeiten, die für einen Erfolg des M-Business in dieser Branche notwendig sind.

Um einen solchen Lösungsvorschlag sowie Handlungsalternativen aufzeigen zu können, müssen die Möglichkeiten in diesem Business bekannt sein. Auch ist die Entwicklung des Marktes zu verfolgen, um adäquate Anwendungen und Inhalte für den Kunden zu finden. Dazu werden Ideen und Visionen gesammelt, mögliche bzw. verfügbare Inhalte zusammengestellt und bestehende mobile Portale analysiert. Im Besonderen werden die speziellen und fachlichen Anforderungen des Bankwesens fokussiert und technologische Möglichkeiten sowie deren Grenzen werden aufgezeigt. Die technische Umsetzung schließlich erfolgt auf Basis von Open-Source Software.

1. Einleitung

1.1 Einführung

Ein Vorreiter der Visionäre im Computer- und Telekommunikationsbereich ist mit Sicherheit Ray Kurzweil, der in seinem Buch Homo Sapiens seine Vorstellungen des 21. Jahrhunderts wiedergibt. Er erzählt von einem persönlichen Assistenten, mit dem man schon am Anfang des 21. Jahrhunderts seinen gesamten Lebensalltag steuern kann. Dieser Assistent weckt uns am Morgen und teilt uns Informationen über Wetter und Luftfeuchtigkeit mit. Er schaltet unsere Kaffeemaschine ein, öffnet Garage und Auto, liest uns unsere E-Mails und die gewünschten Nachrichten vor und erinnert uns an unsere Termine, usw. Kurzweil´s Vorstellungen werden noch viel zukunftsträchtiger. Er sagt folgendes: „Im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts werden die Grenzen zwischen menschlicher und maschineller Intelligenz immer stärker verschwimmen.“[1] Doch dieser persönliche Assistent könnte schon in naher Zukunft Realität werden. Momentan sprechen Visionäre wie Entwickler und Forscher im Computer- und Telekommunikationsbereich von Ubiquitous bzw. Pervasive Computing.

Ubiquitous Computing bedeutet die Allgegenwart von Informationsverarbeitung und somit den jederzeitigen Zugriff auf Informationen von beliebiger Stelle aus. Die Vision dieser Technik, d.h. einer umfassenden Informatisierung und Vernetzung fast beliebiger Dinge des Alltags, rückt zumindest bzgl. ihrer Realisierbarkeit immer näher. Beispiel hierfür sind in Kleidung eingenähte Microchips, deren Studien schon auf der CEBIT 2001 in Hannover zu betrachten waren. Ihre Verwirklichung in absehbarer Zukunft hätte mit Sicherheit große wirtschaftliche und soziale Auswirkungen, auch wenn diese im Detail heute noch nicht konkretisierbar sind.[2]

Auch beim Pervasive Computing geht es um die überall eindringende Informationsverarbeitung, allerdings mit dem Ziel, die heute existierende Technologie mit IT-unterstützten Geschäftsprozessen nutzbar zu machen. Dabei spielen mobile Front-end-Geräte für den Informationszugriff, Kommunikationskonzepte (wie WAP und Bluetooth), Techniken zur anwendungsunabhängigen Datenrepräsentation sowie Betriebssoftware für Chipkarten und PDAs genauso eine Rolle wie Middleware für verteilte Systeme und Methoden der Kryptographie zur Sicherheit. Im industriellen Umfeld spiegelt sich dieser Trend vor allem auch in der steigenden Bedeutung von Portaltechnologien wieder, bei denen zusätzlich zum klassischen Zugang via Web-Browser die drahtlosen, beweglichen Zugangsmedien an Bedeutung gewinnen.[3]

1.2 Problematik

Diese Portaltechnologie ist im M-Business von größerer Bedeutung als imE-Business, da sich durch die Ergonomie der Bedienoberfläche der mobilen Endgeräte eine aufwendige Linkerfassung ergibt. Deshalb müssen Möglichkeiten zur Darstellung mehrerer Inhalte gewährleistet werden.

Die Technologie des mobilen Portals ist hier eine interessante Lösung, die im Bankensektor eingesetzt werden kann. Sie eröffnet diesem Sektor einen völlig neuen Vertriebsweg. Durch ein mobiles Portal hat die Bank die Möglichkeit, dem Kunden u.a. orts- und zeitunabhängige Dienste und Inhalte bereitzustellen. Die Umsetzung dessen bringt allerdings einige Schwierigkeiten mit sich.

Zunächst stellt sich die Frage, wie sich ein mobiles Portal im Bankensektor visuell sowie inhaltlich repräsentieren soll. Welche Inhalte müssen integriert werden, damit der Kunde einen Nutzen für sich sieht und beispielsweise mit der Menüführung leicht umgehen kann? Natürlich dürfen die Anwendungen nicht vergessen werden, die dem Kunden einen Mehrwert bieten sollen.

Wenn man einmal vom Kundennutzen absieht, muss natürlich der Eigennutzen für die Bank selbst in Anbetracht gezogen werden. Ein Vorteil sind etwa Kosteneinsparungen für das Unternehmen, die durch Personalentlastung entstehen. Auf der anderen Seite muss es einer Bank auch klar sein, dass durch neue Technologien ihre Kernkompetenzen durch andere Branchenbereiche angegriffen werden können.

Hinzu kommt, dass das Mobile Business noch am Anfang steht, da auch technische Lösungen erst noch umgesetzt werden müssen. Leider kann man auch nicht anhand von vorgelebten Beispielen eine einfache und eindeutige Realisierung finden.

1.3 Zielsetzung

In dieser Arbeit werden zum einen die Probleme, die beim Konzipieren und Umsetzen eines mobilen Portals im B2C-Bereich auftreten, erarbeitet und diskutiert. Dabei wird im besonderen auf die Faktoren Kundennutzen, Verfügbarkeit, Sicherheit, Benutzerfreundlichkeit, Erfolgspotenzial und Realisierbarkeit eingegangen.

Zum anderen werden für ein mobiles Bankenportal relevante Inhalte und Anwendungsbeispiele verglichen und ausgewählt, ein Lösungsvorschlag wird gegeben. Dazu dient auch die technische Umsetzung. Sie soll grundlegende Erkenntnisse wie etwa das Zusammenspiel verschiedener technischer Komponenten ebenso wie die unterschiedlichen Realisierungsmöglichkeiten des Produkts näher bringen. Zielsetzung ist auch, die Situation der Finanzdienstleister im M-Business zu erkennen, Handlungsmöglichkeiten und auch Handlungsbedarf aufzuzeigen.

1.4 Aufbau

Um Aussagen über mobile Portale für den Bankensektor zu treffen, muss das Thema M-Business betrachtet werden. Hierunter sind sowohl der Begriff Mobile Business zu definieren, als auch Grundvoraussetzungen und Geschäftsmöglichkeiten zu erörtern. Ebenso ist es sinnvoll, die Entwicklungstendenzen in diesem Markt zu betrachten. Darunter fallen Marktvolumen, der Markttreiber Technologie, globale Marktdynamik und die Marktplayer. Um eine Umsetzung eines mobilen Portals realisieren und zudem Empfehlungen abgeben zu können, wird die Thematik mobile Portale durchgehend durchleuchtet. Grundlegende Tendenzen im Bankwesen werden ebenso verfolgt und erarbeitet.

2. Mobile Business

2.1 Was ist Mobile Business?

In zahlreichen Artikeln, Marktstudien und Workshops werden unterschiedliche Begriffe zur Beschreibung der mobilen Zukunft verwendet. Hier werden die Begriffe Mobile Business und Mobile Commerce nach Zobel[4] definiert und der Unterschied zum Electronic-Business wird aufgezeigt. Des Weiteren werden die Erfolgsfaktoren und Grundvoraussetzungen erläutert, die für das M-Business unabdingbar sind. Es werden Geschäftsmöglichkeiten aufgezeigt und der Kundennutzen wird dargestellt.

2.1.1 Definition: M-Business

Unter Mobile Business versteht man alle auf mobilen Geräten („Devices“) ausgetauschten Dienstleistungen, Waren sowie Transaktionen. Diese können stattfinden zwischen Unternehmen und Kunden (B2C), Unternehmen und Unternehmen (B2B), Unternehmen und Professionals (B2P), Konsumenten und Konsumenten (C2C) sowie Unternehmen und Geräten (B2D), Geräten und Professionals (D2P) sowie Geräten und Geräten (D2D). Als M-Business gilt eine Transaktion dabei auch, wenn sie letztlich im klassischen Offline-Bereich zu Ende geführt wurde. Der Kauf eines Kühlschrankes, der per mobilem Gerät ausgewählt und bezahlt wurde, aber im Geschäft vor Ort abgeholt oder von dort versandt wurde, gehört im Rahmen unserer Diskussion zu den Mobile Business Applikationen.

2.1.2 Definition: M-Commerce

M-Commerce ist eine Untergruppe von M-Business die nur den Handel, die Durchführung von Transaktionen, den Kauf von Waren und ähnliches beschreibt. Somit werden die Bereiche Messaging und Entertainment nicht berücksichtigt. M-Commerce würde Spiele, die auf Handys laufen, oder personalisierte Zeitungen und Informationsangebote ausschließen.

2.1.3 Abgrenzung zu E-Commerce

Der Begriff E-Commerce, also elektronischer Handel, wird heutzutage für beinahe alles verwendet, was im Internet passiert. Man könnte beinahe schon versucht sein, Internet und E-Commerce gleichzusetzen. Der Begriff krankt an der oben besprochenen Unzulänglichkeit: Er subsumiert ebenso nur schwerlich reine Unterhaltungs- und Informationsangebote. Wenn man den Begriff so breit angelegt auffasst, wie er heute verwendet wird, stellt sich die Frage, wie sich Mobile Business davon abgrenzt. Dazu gibt es nach Zobel zwei grundsätzliche Möglichkeiten:

- M-Business als eigenständige Kategorie zu begreifen, die auf einer neuen Technologie basiert und neben neuen Anwendungsbereichen große Teile des E-Commerce substituieren wird oder
- M-Business als Teilmenge aller E-Commerce-Aktivitäten zu verstehen.

In beiden Fällen wird man darüber diskutieren, welche Kategorien und Anwendungen von E-Commerce zukünftig „mobil“ werden, welche Teile des Kuchens also durch M-Business substituierbar sind.

Neben der Substitution von klassischen E-Commerce-Aktivitäten gibt es im M-Business auch völlig neue Anwendungen, die im Festnetz gar nicht möglich gewesen wären. Es wäre daher zu kurz gegriffen, lediglich einzelne E-Commerce-Bereiche in Teilmengen als M-Business zu definieren.

2.1.4 Charakteristische Merkmale des M-Business

Die charakteristischen Merkmale des M-Business, mit denen auch neue Anwendungsmöglichkeiten gefunden werden können, sind folgende:[5]

Ubiquität: Die „Überall-Verfügbarkeit“ ist der augenscheinlichste Vorteil der Nutzung von mobile Diensten. Mit einem mobilen Endgerät ist der Benutzer unabhängig von seinem Aufenthaltsort und jederzeit in der Lage, Echtzeit-Informationen abzurufen und Transaktionen durchzuführen.

Erreichbarkeit: Im Gegensatz zu E-Business, wo der Nutzer typischerweise nur dann erreichbar ist, wenn er sich bewusst dazu entschließt, eine Internet-Verbindung aufzubauen, bieten Mobilfunkgeräte eine umfassende „any time – any place“ Erreichbarkeit. Dem Nutzer wird es dank der mobilen Endgeräte möglich, überall und jederzeit erreichbar zu sein und somit schnellstmöglichst, d.h. ohne großen Zeitverlust, aktuelle Informationen zu erhalten und diese auch sofort zu nutzen. Der Nutzer kann auch bestimmen, für welche Art von Informationen und Personen er erreichbar sein will. Beispiele wären z.B. Informationen über außergewöhnliche Kursschwankungen bei Aktien seines Portfolios. Mit der nächsten Generation von Mobilfunk-Netzen wie GPRS werden Mobilfunkteilnehmer sogar ständig online ansprechbar sein.

Lokalisierbarkeit: Dieses Attribut wird in Zukunft für viele Dienstleistungen und Informationen von Bedeutung sein, da der Standort des Kunden bestimmt werden kann. Dies ist einerseits durch die Struktur des Mobilfunknetzes gegeben, da über die Laufzeiten der Daten von verschiedenen Funkmasten der Standort ermittelt werden kann. Eine genauere Bestimmung ist andererseits über den Satellitendienst GPS möglich, der in einem mobilen Endgerät integriert werden kann.

Personalisierung: Personalisierung ist heute in gewissem Umfang für das Internet möglich (www.my.yahoo.com). Durch die Personalisierung von Informationen und Produkten, z.B. durch Push- und Pull-Dienste, wird die Informationsüberflutung vermieden und gleichzeitig die Kundenbindung gesteigert. Mobil sind momentan „Push over SMS“-Dienste möglich. „Push over GPRS“ wird die Personalisierung im M-Business weiter vorantreiben.

Convenience: Handys sind einfach zu bedienen und haben eine weite Akzeptanz gefunden. Die damit einhergehende im Vergleich zum komplexeren PC geringere Hemmschwelle öffnet den Weg für neue Dienste auf mobilen Endgeräten. Ein mobiles Telefon zum Surfen findet somit mehr Akzeptanz als ein stationärer Internet-PC zum Telefonieren. Dies wird besonders durch die im Verhältnis zum Personal Computer (dem Portal zum E-Commerce) günstigen Kaufpreise und der hohen Verbreitung der meistgenutzten mobilen Endgeräte begünstigt. Die Technologie wird die Probleme bei der momentan umständlichen Eingabe durch die Zahlentastatur oder zu kleinen Tastengröße, z.B. mit Spracheingabe lösen.

Sofortige Verfügbarkeit: Mobile Endgeräte sind so aufgebaut, dass sie nach dem Einschalten sofort benutzt werden können. Im Gegensatz zu traditionellen PCs müssen sie nicht minutenlang gestartet (no boot-time) oder vor der Inbetriebnahme installiert werden.

Tabelle 1 listet jene Eigenschaften nochmals im Überblick auf, die wesentlich zum Alleinstellungsmerkmal beitragen, wobei zwischen Eigenschaften, deren Realisierung durch vorhandene Technologien bereits heute möglich ist, und zukünftigen Eigenschaften unterschieden wird.[6]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1:Charakteristische Merkmale des M-Business, von Verfasser in Anlehnung an Durlacher, M-Commerce Report

Zobel nennt Ubiquität, Kontextspezifität (durch Positionierungstechnologie), Datenproaktivität (durch Push-Technologie), Abschlussmöglichkeit (von Geschäften durch Payment-Lösungen), Interaktion, Integration von Unterhaltung sowie Remote Control (Handy als Fernbedienung) charakteristische Eigenschaften, die er als „Technologiewertbeitrag“ bezeichnet.[7]

2.2. Grundvoraussetzungen im M-Business

Grundvoraussetzungen im M-Business werden hier mit Sicherheit, Payment und mobilen Portalen angegeben. Diese müssen aus Sicht des Kunden gegeben sein um M-Business erfolgreich werden zu lassen. Es muss hier darauf aufmerksam gemacht werden das v.a. auch die Technologie, wie ein bestehendes Mobilfunknetz und entsprechende Diensteplattformen bestehen und funktionieren müssen doch für den Kunden unsichtbar und unwichtig sind. Das Thema Technologie wird in 3.2 behandelt.

2.2.1 Sicherheit

Eine Grundvoraussetzung, um M-Business für den Kunden nutzbar zu machen, ist die Sicherheit der Datenübertragung. Der Kunde will den Datendiensten vertrauen können und wird sie ohne bestimmte Sicherheitsvorkehrungen nicht nutzen.

Laut Gneiting[8] definieren die Spezialisten von Baltimore, einem US-amerikanischen Anbieter von Sicherheitslösungen, neben dem Aspekt Vertraulichkeit drei weitere Anforderungen an einen sicheren, mobilen Handel:

Vertraulichkeit für die Sicherheit, dass niemand die Kommunikation abhören kann.

Authentifizierung für die Gewissheit über die Identität des Geschäftspartners.

Integrität, damit man weiß, dass die übermittelte Information korrekt ist.

Rechtsverbindlichkeit, die eine spätere, rechtliche Geltendmachung garantiert.

Nur wenn alle vier Anforderungen erfüllt sind, existiert eine durchgehende Sicherheit.

Um sich mit Sicherheitsmöglichkeiten auseinander setzen zu können, muss die Funktionsweise einer typischen Verbindung über das Mobilfunknetz zum Datenserver bekannt sein.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Typische Architektur einer WAP-Verbindung zum Internet, Quelle: Forit (2000), Durlacher (2001), etc.

Eine Verbindung zwischen Client und Server (siehe links und rechts in Abb. 1) wird über ein WAP-Gateway (siehe Mitte Abb. 1) aufgebaut. Im mobilen Endgerät des Clients läuft ein WAP-Browser. Dieser Browser kann Daten im WML-Format im Display des Endgerätes anzeigen. Die Daten werden zwischen Gateway und Endgerät binär und vom Content-Server zum Gateway auf HTTP- bzw. HTTPS-Basis übertragen.

Um die Aufgaben des WAP-Gateways zu verstehen, ist ein Blick auf das WAP- und Internet-Schichtenmodell sinnvoll. Das WAP-Schichtenmodell kann als drahtlose Variante des OSI-Schichtenmodells bezeichnet werden. Abbildung 2 zeigt diese Modelle mit ihren einzelnen Layern.

Das WAP-Gateway dient als Protokollumsetzer. Es setzt das Anwendungsprotokoll HTTP (Abb.2, links), das zwischen dem Application Server (Abb.1, rechts) und dem Gateway Verwendung findet, in das Anwendungsprotokoll WSP (Abb.2, rechts) um, welches wiederum zwischen Gateway und dem Client eingesetzt wird. Neben der Umsetzung des Protokolls erfolgt im Gateway eine Reduzierung der Datenmenge, die aufgrund der geringen Bandbreite, die vom Gateway in Richtung Client zur Verfügung steht, notwendig ist. Das Gateway dient zudem als Proxy. In seiner Funktion als Proxy nimmt das Gateway Anforderungen von einem WAP-Endgerät entgegen und gibt sie an den Application Server weiter. Die an den Client weitergeleiteten Daten werden zusätzlich auf dem Proxy abgelegt. Diese Funktion bietet den Vorteil, dass eine erneute Anfrage nach einer bereits vorher aufgerufenen Seite nicht wieder an den Application Server gesendet werden muss, sondern direkt vom Proxy beantwortet werden kann.[9]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Vergleich der Schichtenmodelle WWW-WAP, Quelle: Scn Education BV

Für die Sicherheit steht für Internet und WAP jeweils ein Layer zur Verfügung. WTLS (siehe Abb. 2, rechts) bietet die sichere Kommunikation zwischen mobilem Endgerät und WAP-Gateway, SSL (siehe Abb. 2, links) stellt die sichere Kommunikation zwischen Anwendungsserver und WAP-Gateway sicher. Bei WTLS gibt es verschiedene Klassen in denen es zunehmend sicherer wird: Klasse 1 steht allgemeine für Verschlüsselung, Klasse 2 bietet zusätzliche Server-Authentifizierung mittels Zertifikat (der Server wird identifiziert) und Klasse 3, das demnächst in die Mobilen Engeräte implementiert wird, bietet eine Server- und Client-Authentifizierung mit Zertifikat (Server und Teilnehmer werden identifiziert).[10]

Die Schwachstelle an dieser Konstellation ist das Gateway selbst: Es übersetzt WTLS nach SSL, womit die übersetzten Informationen zeitweise im Klartext vorliegen. Das hat auch das WAP-Forum erkannt. Die WAP-Spezifikation verbietet daher nicht, dass jeder bei Bedarf selbst und uneingeschränkt ein WAP-Gateway betreiben und damit absichern kann. Deswegen sollten Gateways einer Bank im eigenen Rechenzentrum stehen. Eine sichere Verbindung für den Kunden ist mit WTLS und SSL gegeben, Authentifizierungsmöglichkeiten sind vorbereitet.

Der Content bzw. die Applikationen können auf dem Gateway selbst, auf einem Anwendungs-Server liegen oder von einem Web-Server zum Gateway übertragen werden. Sie können in verschiedenen Standards auf HTTP-Basis bereit gestellt werden, müssen aber spätestens vom Gateway nach WML gewandelt (geparst) werden. Möglichkeiten, wie der Content aufbereitet sein kann, sind WML, HTML und XML mit entsprechenden XSLT-Stylesheets. HTML nach WML zu wandeln ist technisch möglich, aber in der Praxis nicht sehr effektiv, da der Code meist nachgearbeitet werden muss um zu einem ansehnlichen Ergebnis auf dem mobilen Endgeräte zu kommen. Der Trend zeigt einen Weg in Richtung XML, da mit dieser Dateiform mittels Stylesheets der Content und die Ausgabeform getrennt wird. XML und Stylesheet werden mittels eines XML-Parsers nach WML gewandelt. In der WAP Version 2.0 wird die Darstellung mittels XHTML möglich sein. XHTML ist der Nachfolger von HTML 4.0, das im Internet zum Einsatz kommt, und vereinigt Vorteile von HTML und XML. Somit ist die Aufbereitung von Content für Internet und mobile Endgeräte aus einer Quelle möglich. Für mobile Endgeräte steht eine Version namens XHTML basic zur Verfügung.[11]

2.2.2 Mobile-Payment

Um Content und Nutzung von Applikationen abrechnen zu können und somit überhaupt mediendurchgängiges M-Business zu ermöglichen, ist eine sichere Verbindung nicht ausreichend. Mobile-Payment-Verfahren – elektronische Zahlungssysteme für mobile Endgeräte werden benötigt. Besitzer von Handys können mittels Mobile-Payment-Verfahren, unabhängig von ihrem jeweiligen Aufenthaltsort, Waren und Dienstleistungen sicher über das Handy bezahlen. Grundsätzlich lassen sich Mobile-Payment-Verfahren in hardware- und softwarebasierten Verfahren unterscheiden.

Hardwarebasierte Payment-Verfahren:

Um die heutigen Anforderungen zu erfüllen, ist es Ziel der Branche, die PKI und das WIM zu einem Massenmarkt zu entwickeln. Durch die PKI wird eine end-to-end-Verschlüsselung gewährleistet und mit der WIM ist ein starker Authentifizierungsmechanismus gegeben. Ein sicherer Zahlungsverkehr wird möglich.[12]

Der PKI liegt eine asymmetrische Verschlüsselung zugrunde. Das Zertifikat eines Anwenders ist öffentlich, d.h., sein Inhalt wird ausgelesen und über das Mobilfunknetz übertragen. Der private Schlüssel muss an einem sicheren Platz hinterlegt werden. Diese Aufgabe übernimmt das WIM. Dabei wird sowohl die Applikationssicherheit der dynamischen WML-Anwendungen als auch die Kommunikationssicherheit von WAP (WTLS) unterstützt. Dieses Speichermodul umfasst die innerhalb des WAP-Standards festgelegten Algorithmen zum Schlüsselaustausch, zur Erstellung einer digitalen Signatur und zur Erzeugung kryptographisch geeigneter Zufallszahlen. Derzeit wird über zwei Arten von WIM nachgedacht. Eine Stand-Alone-WIM, die im mobilen Endgerät einen zweiten Kartenleser benötigt oder ein Modul, dass zusammen mit einer SIM auf einer Karte liegt. Bei beiden Lösungen wird auf jeden Fall eine Änderung am mobilen Endgerät vorgenommen. Der prinzipielle Ablauf, die Integrität eines Dokumentes und die Identität von Absender und Adressat sicherzustellen, gestaltet sich folgendermaßen:

Die beteiligten Parteien, also Absender und Empfänger (siehe Abb. 3, rechts) müssen beide jeweils im Besitz eines privaten sowie des dazugehörenden öffentlichen Schlüssels sein. Das ist die Voraussetzung für das Verfahren. Als erstes erzeugt man mit Hilfe eines mathematischen Algorithmus einen nur für das spezielle Dokument gültigen Wert. Das ist der Hash-Code (Abb. 3, [1]). Er dient quasi als Fingerabdruck der Datei. Anschließend muss der Absender den Hash-Code mit seinem privaten Schlüssel signieren (Abb. 3, [2]). Das bedeutet, dass das Dokument beziehungsweise der Code nur noch mit dem korrespondierenden öffentlichen Schlüssel auf seine Integrität gecheckt werden kann. Wird während der Übertragung auch nur ein einziges bit des Dokumentes verändert, ergibt sich bei der Verifizierung ein Hash-Code, der mit dem Ursprünglichem nicht mehr übereinstimmt. Verschickt man die Datei in diesem Zustand (Abb. 3, [5]), ist der Empfänger mit dem zugehörigen öffentlichen Schlüssel in der Lage zu prüfen (Abb. 3, [6]), ob das Dokument vom gewünschten Absender stammt und ob es im unveränderten, unmanipulierten Zustand ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Prinzip der asymmetrischen Verschlüsselung, Quelle:VeriSign, aus Funkschau 10/2000

Das allein reicht für einen sicheren Handel, egal ob über Festnetz oder Mobilfunk, nicht aus. Schließlich möchte der Sender, beispielsweise der Käufer, auch sicherstellen, dass nur der von ihm ausgewählte Händler mit dem Inhalt des Dokumentes umgehen kann. Er möchte den Zugriff eines unbefugten Dritten auf die Datei verhindern, der die Datei abfängt und die Transaktion unbemerkt in andere Kanäle umleitet. Verschlüsselt nun der Auftraggeber die von ihm bereits mit seinem privaten Schlüssel signierte Datei mit dem öffentlichen Schlüssel des Empfängers (Abb. 3, [4]), dann macht er die Inhalte nur dem Besitzer des zugehörigen privaten Schlüssels, also dem gewünschten Adressaten, zugänglich. Dieser entschlüsselt die Datei noch mit seinem öffentlichen Schlüssel (Abb. 3, [7]) und überprüft den Hash-Code (Abb. 3, [8]). Mit dem Verfahren können sich bei einer ausreichend großen Schlüssellänge beide Handelspartner hinlänglich sicher sein, dass Dritte die Transaktion nicht manipulieren können.

Um dieses Verfahren anwenden zu können ist eine komplexe Logistik im Hintergrund notwendig. Es sind Stellen erforderlich zur Verwaltung, Verteilung und Überprüfung der Schlüssel. Insgesamt stellen sich die erforderlichen Elemente wie folgt dar:

Sicherheitspolice:

Sie legt fest, wie der Umgang mit den Verschlüsselungselementen zu erfolgen hat.

Zertifizierungsstelle (Certification Authority CA):

Sie verwaltet die Schlüsselzertifikate über deren gesamten Lebenszyklus. Sie stellt die Zertifikate aus und verknüpft die Identität des Besitzers mit dem Schlüsselpaar.

Registrierungsstelle (Registration Authority RA):

Sie stellt die Schnittstelle zwischen dem Nutzer und der CA dar. Sie sammelt die notwendigen Daten des Kunden und leitet die Anfrage an die Zertifizierungsstelle weiter. Es ist üblich, dass Registrierungs- und Zertifizierungsstelle in einer zusammengefasst sind.

Distributionssystem:

Für die Verteilung der Schlüssel gibt es unterschiedliche Wege. Hier geht es letztlich um die Frage, wie die notwendigen Daten auf die meist erforderliche Chipkarte kommen.

Um die Technik zu verbessern und schnell eine standardisierte Version eines Systems auf den Markt zu bringen, schlossen sich viele interessierte Unternehmen zu Konsortien zusammen. Die bekanntesten sind Radiccio mit ungefähr 50 Mitgliedern und das Mobile Electronic Signature Consortium, unter dessen Dach sich 15 Unternehmen zusammenschlossen.[13]

Softwarebasierte Payment-Verfahren:

Im Gegensatz zu hardwarebasierten Verfahren benötigt der Endnutzer bei softwarebasierten Verfahren keine neue Technik. Um den Sicherheitsanforderungen an Mobile-Payment-Verfahren gerecht zu werden, werden bei softwarebasierten Verfahren personensensible Daten, wie z.B. Konto- oder Kreditkartennummer, einmalig in einem Rechenzentrum registriert und gespeichert. Die Trennung des Zahlungsvorgangs und den juristischen Daten hat aus sicherheitstechnischen Gesichtspunkten den Vorteil, dass die sensiblen Daten beim Bezahlvorgang nicht über öffentliche Netze transportiert werden müssen und der Händler keine personensensiblen Daten erhält.

Derzeit existieren bereits einzelne softwarebasierte Zahlungssysteme auf dem Markt, wie z.B. paybox oder payitmobile. Der Kunde muss sich zunächst einmalig mit seinen persönlichen Daten (Name, Kontoverbindung etc.) registrieren lassen. Daraufhin erhält der Kunde in der Regel eine PIN zum Schutz vor unbefugtem Zugriff Dritter. Mittels eines softwarebasierten Mobile-Payment-Verfahren kann nun bei allen angeschlossenen Händlern sowohl in Online-Shops als auch im stationären Handel oder bei mobilen Dienstleistern wie beispielsweise im Taxi bezahlt werden.[14]

Ein Bezahlen ist somit nicht überall möglich, da verschiedene Dienstanbieter verschieden Payment-Verfahren benutzen. Der Kunde müsste sich bei jedem Verfahren-Anbieter registrieren lassen. Auch hier muss eine Standardisierung des Dienstes stattfinden.

2.2.3 Mobile Portale

Ein Portal ist allgemein betrachtet eine Startseite zum Internet bzw. zu mobilen Datendiensten. Ebenso ist ein mobiles Portal die unmittelbare Schnittstelle zum Kunden. Dieser Aspekt zeigt die Wichtigkeit von mobilen Portalen. Hier sind Dinge wie Navigation, Einfachheit der Bedienung und Personalisierung ebenso zu nennen, wie interessante, vollständige und abgestimmte Inhalte, die ein Portal attraktiv machen. Ebenso ist zu diskutieren, ob ein Portal der einzige Weg zu mobilen Datendiensten bleiben wird.

2.3. Geschäftsmöglichkeiten im M-Business

Für die Sondierung von entsprechenden Geschäftsmöglichkeiten ergeben sich drei Möglichkeiten:[15]

- Kombination von Wertbeiträgen mobiler Technologien und latenten Kundenbedürfnissen
- Erweiterung der Kernkompetenz durch M-Business und Ausweitung des Angebotes auf neue Kundensegmente
- Brechen der bestehenden Kompromisse bei den Prozessen der Kunden

Zwischen welchen Teilnehmern im M-Business ein Austausch stattfindet, wurde bereits festgehalten. Es werden Anwendungsmöglichkeiten mit Blick auf die drei wesentlichen Geschäftsmerkmale und dem Kundennutzen genauer betrachtet. Dieser Einteilung der Teilnehmer werden konkrete Geschäftsmöglichkeiten untergeordnet und Beispiele erläutert.[16]

2.3.1 Unternehmen und Kunden (B2C)

Mit B2C sind Angebote gemeint, die sich direkt an den privaten Konsumenten richten. Solche Angebote sind grundsätzlich anderer Natur als diejenigen für Geschäftsleute oder Unternehmen. Marketing spielt im Bereich B2C eine wesentlich bedeutendere Rolle, ebenso die schnell wechselnden Trends und Vorlieben der Konsumenten. Es können folgende Anwendungskategorien unterschieden werden.

Finanzdienstleistungen

Die Motivation von Banken wird es sein, mit M-Business-Angeboten einen neuen Vertriebskanal zu erschließen, der entweder zusätzliche Kunden bringt oder die bisherigen Kunden noch fester an das Unternehmen bindet. Zudem ist jede per Handy durchgeführte Transaktion preisgünstiger als die in einer Filiale. Der Kunde, der per WAP eine Rechnung begleicht, spart der Bank also Geld im Vergleich zu demjenigen, der das Überweisungsformular in der Filiale abgegeben hätte. Dieser Dienst ist für den Kunden meist kostenlos, d.h. es werden für diesen Dienst keine Kontoführungsgebühren berechnet.

Verschiedene Angebotskategorien werden möglich:

- Allgemeine Informationen über Kurse, Wirtschaft und Börsen-News
- Mobile Banking: Kontrolle von persönlichen Kontoständen, Überweisungen von Geldbeträgen, mobiles Bezahlen.
- Mobile Brokerage: Kauf von Aktien oder anderen Geldanlageformen

Durch eine Personalisierung der Anwendungen gewinnt der Nutzer einen entscheidenden Zugewinn an Handlungsmöglichkeiten. Jederzeit und überall kann schnell und direkt auf die aktuellsten Informationen zurückgegriffen werden. Kauf- und Verkaufsorder lassen sich zeitnah bei wichtigen Ereignissen durchführen, z.B. wenn der Aktienfond einen neuen Tiefstwert erreicht hat. Es könnte auch ein wöchentlicher, automatischer Kontostandabruf erfolgen. Einige Banken, wie z.B. die Crédit Commercial in Frankreich bietet Ihren Kunden den Dienst an, ihre Kreditkartentransaktionen zu überprüfen.

Gesundheit

Im Gesundheitsbereich sind unterschiedliche mobile Anwendungen möglich. Mit ihrer Hilfe können beispielsweise verschiedenste Daten von Patienten überwacht werden. So wäre es denkbar, Puls- oder Herzfrequenz zu übertragen und bei Überschreitung bestimmter Grenzwerte einen Alarm in einer Zentrale auszulösen. Ebenso wäre ein mobiler, virtueller Arzt machbar, den man befragen kann, was auftretende Symptome zu bedeuten haben. Der virtuelle Arzt kann dann Behandlungsempfehlungen geben oder Medikamente vorschlagen. Ein weiterer interessanter Service: Der Patient kann seine Krankengeschichte und persönliche Daten von der Gesundheitsdatenbank seiner Versicherung abrufen und dem behandelnden Arzt per Infrarot ins System übertragen. Dies ist auch für Notfallsituationen sinnvoll. Das Rezept im Handy für die Apotheke wäre ein weiterer Dienst. Pionieranbieter für solche Dienste ist der Mobilfunkbetreiber Orange in England. Orange Health entwickelte ein Ferndiagnose- und Überwachungssystem.

Unterhaltung

Spiele: Zahlreiche interessante Services sind möglich. Der Gameboy wird ins Handy verlagert und Multi-Player-Angebote, die sich zudem durch die Lokalisierungsmöglichkeiten auf die Umgebung auswirken, können entstehen.

Musik: Wenn Handys und MP3-Spieler (z.B. Siemens SL45) verschmelzen, können Musikstücke zum Download angeboten, Live-Kanäle empfangen und Titel Probe gehört werden. Es könnte auch möglich werden, die gerade im Radio gespielten Musikstücke unmittelbar zu bestellen.

Video und Bilder: Während anfangs nur animierte Bilder verfügbar sind, werden mit der Einführung von UMTS Live-Bildübertragungen möglich. Damit wird auch die Bildtelefonie möglich. Denkbar ist ebenfalls die Live-Übertragung eines Fußballspiels oder eines Formel1-Rennens, wenn auch anfangs in reduzierter Qualität.

Wetten: Wenn schon im Internet Wetten populär waren, so wird sich dies im M-Business wiederholen. Dabei ist sogar mit einem noch größeren Potenzial zu rechnen: Man stelle sich vor, die Besucher eines Fußballspiels könnten vom Stadion aus Wetten auf ihre Mannschaft abschließen. Besonders Pferdewetten stellen ein einfach realisierbares Konzept dar, weil hier keine Wettlizenz benötigt wird.

Mobile Shopping

Mobile Shopping hat eine Reihe von Facetten und Varianten:

In Verbindung mit traditionellen Geschäften: Im Internet kann eine Einkaufsliste zusammengestellt werden, die dann per Handy zur Bestellung abgegeben wird und entweder nach Hause geliefert oder im nächsten Supermarkt abgeholt werden kann.

M-Shopping mit lokalem Zusatznutzen: Die Besucher einer fremden Stadt kaufen sich den Reiseführer über den speziellen Stadt-Service im Handy. Auch Tickets sind mobile Produkte. Sie lassen sich einfach auf ein Handy laden oder auch der Fahrgast mit dem Busticket im Mobiltelefon ist realisierbar.

Auktionen: Sie bieten sich für das M-Shopping geradezu an, weil sie zwei Zusatznutzen bringen: Spaß und Preisvorteil. Auktionen waren daher auch die ersten Shopping-Dienste, die per Handy angeboten wurden. 12snap war hier einer der Vorreiter. Ebay, QXL und andere folgten schnell. Auktionen sind vor allem dann besonders attraktiv, wenn sie sich mit lokalem Nutzen verknüpfen lassen.

Information/Navigation

Mobile Navigationshilfen bieten einen echten Mehrwert für die Nutzer. Wer eine Bar finden möchte, die Straße, in der sich ein Geschäftspartner befindet oder der Arzt, wird per Handy dorthin geleitet. Wichtig ist dabei, dass das Handy möglichst exakt geortet werden kann, damit es seinem Benutzer auch präzise zum Ziel führt. Webrasca aus Frankreich entwickelte als einer der ersten Anbieter Landkartensysteme für Handys und schloss eine Kooperation mit Cellpoint, um eine lokalisierungsbezogene Navigation anbieten zu können. Pionieranbieter waren V-Cities, Saraide oder OnStar in Amerika mit Fokus auf Services für Autofahrer.

Kommunikationsdienste/Kalender/Assistenten

Mobile E-Mails waren eines der ersten Angebote, die auf große Akzeptanz stießen. Es ist also nicht verwunderlich, dass zahlreiche Start-Ups gegründet wurden, um solche Dienste anzubieten. Das Grundprinzip ist immer ähnlich: Der Nutzer kann seine E-Mail und Terminverwaltung vom PC auch auf mobilen Endgeräten nutzen. Dazu muss er in der Regel die Dateien seines PCs über Internet für den Rechner des mobilen Anbieters verfügbar machen. Einer der ersten Anbieter solcher Lösungen war das Berliner Start-Up Unternehmen Space2go.

Sicherheit

Zum Thema Sicherheit gehören nicht nur die schon besprochenen Grundvoraussetzungen und Maßnahmen für Mobile Payment und die Sicherheit der Datenübertragung, sondern es finden sich auch Anwendungsmöglichkeiten, die dem Nutzer Sicherheit bieten.

Das Handy ist ein ideales Sicherheitstool. Es kann der Standort des Nutzers verfolgt und im Falle eines Notrufs Hilfe geschickt werden. Insbesondere Senioren können zu Sicherheitszwecken mit speziellen Notrufgeräten ausgerüstet werden.

Per Handy kann auch der Zugang von Häusern, Garagen sowie Büroräumen geregelt und individuell gesteuert werden. So hat z.B. der Nutzer mit der Nummer 0170-00001 nur Zugang zu Gebäude A und immer nur bis 20 Uhr abends.

Content-Lieferanten

Content ist das neudeutsche Wort für den Inhalt der neuen Medien. Für das M-Business muss Content zur Verfügung stehen und in einer bestimmten Art für mobile Endgeräte aufbereitet werden. In vielen Fällen tun das die Anbieter selbst. Sie beschäftigen einen Stab von Redakteuren, welche Text für die Seite schreiben. Es kommt aber auch vor, dass Anbieter den Content kaufen, und zwar von einem sogenannten Content-Provider. So kann beispielsweise Reuters die aktuellen Wirtschafts-News im WAP- oder Voice-Format anbieten. Yahoo! Mobile integriert sie dann in sein WAP- oder Voice-Portal. Daneben gibt es Anbieter, die Content von Drittanbietern sammeln und für mobile Geräte konfiguriert anbieten. Ein solches Unternehmen ist Avantgo. Der Kunde kann bestimmte Avantgo-Kanäle, die Content zu speziellen Interessensgebieten anbieten, für seinen Palm-PDA freischalten und täglich updaten lassen.

Öffentliche Verwaltung

Wie sehr mobile Dienste in unser tägliches Leben integriert sein können, zeigt das Beispiel des eCitizen Projektes in Singapur. Dort können Behördengänge per WAP-Telefon gemacht werden. Gerade im Verwaltungsbereich sind große Effizienzpotenziale zu generieren. Mobile Anwendungen werden ihren Teil dazu beitragen.

2.3.2 Unternehmen und Unternehmen (B2B)

Im folgenden werden Einsatzgebiete aufgezeigt, in denen die Einbindung von M-Business-Anwendungen eine Möglichkeit der unternehmensinternen und externen Prozessoptimierung darstellt. Im Kern der Business-to-Business Lösungen geht es größtenteils um die Unterstützung von Logistik, Beschaffung, Verwaltung, After-Sales und Service.

ERP-Systeme, Lieferantenkette und CRM

Wenn mobile Geräte in die Wertschöpfungskette einbezogen werden, müssen auch IT-Systeme im Hintergrund mit Gateways zu den mobilen Geräten verknüpft sein. Denn bei einer Transaktion, also einem Kauf per mobilem Endgerät, muss diese Bestellung irgendwie in das Planungssystem der Firma gelangen, von wo aus der Auftrag ausgeführt, Material nachbestellt oder eine Rechnung dazu geschrieben wird. Gleiches gilt, wenn der Außendienst eine Bestellung per WAP sendet. Auch diese Order muss in das ERP-System des Unternehmens einfließen können. Hersteller solcher Systeme, wie etwa SAP, bieten daher Schnittstellen für mobile Geräte an. Ganz ähnlich verhält es sich mit CRM-Systemen. Sie verwalten die komplexen Datenbestände über die Kunden. Auch hier müssen Schnittstellen zu mobilen Geräten ein Standard werden. So können beispielsweise SMS als Mailing-Aktion an die Stammkunden eines Unternehmens geschickt oder die Käufer der Kunden auf der WAP-Seite in die Datenbank eingepflegt werden. Damit entsteht eine Kaufgeschichte der Kunden, die von mobilen Services als Datenbanken angeboten werden. Diese Datenpools ermöglichen es, evt. kombiniert mit location based services, die Interessen der Kunden herauszufiltern und ihnen contentspezifische Dienstleistungen anbieten zu können. Diese Services beginnen oft als Pull-Dienst, werden später dann jedoch zu Push-Angeboten, die dem Käufer unaufgefordert Angebote zu seinen individuellen Interessengebieten machen.

Betriebsinterne Kommunikation

Mobile Endgeräte können die Betriebsfunkgeräte und bisherigen mobilen Kommunikationslösungen ersetzen. So kann die Polizei oder Feuerwehr per Handy kommunizieren und dabei noch auf die Datenbanken der Zentrale zurückgreifen. Für die Polizei könnte dies zum Beispiel das Vorstrafenregister sein, für die Feuerwehr Informationen zum Gebäude oder den Risikofaktoren aus der Umgebung des Brandortes (Chemielagerstätten etc.).

Servicetechniker, Vertrieb und Außendienst

Eine interessante Geschäftschance besteht auch für Firmen, die Lösungen für den Außendienst oder den Vertrieb von Unternehmen entwickeln. So könnte ein Servicetechniker vor Ort Reparaturanweisungen zu einer Maschine nachsehen oder noch besser: Er schließt sein Endgerät an das Interface des defekten Gerätes an, der Rechner in der Zentrale lokalisiert den Schaden und übermittelt Anweisungen zur Instandsetzung. Eine weitere sinnvolle Anwendung wäre, wenn ein Vertreter per mobilem Zugriff direkt beim Kunden die besten Versicherungen oder Geldanlageformen aus einer zentralen Datenbank selektieren könnte. Hierfür bieten sich verschiedene Endgeräte an: Vom Handy über größere PDAs bis hin zum Laptop mit Funkanbindung. Das Münchner Start-Up wearix ist z.B. einer der Anbieter, der das Thema „wearable devices“ für Mitarbeiter schon früh auf der Agenda hatte.

Mobiles Intranet, Wissensmanagement und Projektierung

Mindestens ebenso interessant ist der Markt für mobile Unternehmenslösungen, die bisher über Intranet, also für alle Mitarbeiter des Unternehmens mittels Web-Browser verfügbar waren. So wurden bei der Boston Consulting Group schon früh Applikationen entwickelt, um allen Beratern auf dem Palm-Pilot das Gesamttelefonbuch, Teile der Wissensdatenbank oder Formulare zur Reisekostenabrechnung zur Verfügung zu stellen. All diese sind klassische Komponenten eines Intranets, die für mobile Geräte verfügbar gemacht werden. Künftig wird man jedoch noch umfassendere Anwendungen für das Wissensmanagement anbieten. Firmen, die mobile Intranet-Lösungen anbieten, sind z.B. aus Amerika Aether und Avantgo und aus Deutschland Vivai, Airweb oder Agilience Group. Neben Wissensmanagement und Intranet-Lösungen werden auch Projektplanungs-Tools auf mobilem Weg zugänglich.

WASP

WASP steht für Wireless Application Service Provider. Das sind Unternehmen, die für andere Firmen, die komplette IT-Systeme für mobile Anwendungen zur Verfügung stellen, solche Anwendungen entwickeln und sie im Namen des Mobilfunkbetreibers hosten, also im Auftrag des Kunden in eigenen Rechenzentren betreiben. So könnte der Vodafone-Wetterbericht von einem dritten Anbieter entwickelt und betrieben werden, muss also nicht auf den zentralen Systemen des Mobilfunkbetreibers laufen. Auch für andere Unternehmensbereiche gibt es WASP-Anbieter. Wenn etwa die Bank of Montreal oder die Bank of America WAP-Banking anbieten, tun sie dies mit Systemen des amerikanischen Anbieters 724 Solutions, der auf mobile Banklösungen spezialisiert ist. Er stellt das komplette System zur Verfügung und betreibt es. Gleichzeitig bieten Mobilfunkbetreiber ihren Geschäftskunden an, deren mobile Anwendungen gegen Gebühr zu betreiben und zu verwalten.

2.3.3 Unternehmen und Professionals (B2P)

Die meiste Zeit verbringt der Mensch nicht mit Freizeit, sondern mit beruflichen Aktivitäten. Es erscheint daher sinnvoll, Anwendungen anzubieten, die ihm bei der Ausführung des Berufes helfen. Ein großer Vorteil hierbei ist, dass Unternehmen bereit sind, für Dienste zu bezahlen, welche die Produktivität ihrer Angestellten erhöhen. Dem Anbieter winken also Servicegebühren, die er erheben kann. Er steht nicht – wie bei B2C – vor dem Problem, dass die Konsumenten nicht bereit sind, für die Dienste zu bezahlen, und Werbung als Erlösquelle eher problematisch ist.

Kommunikationsanwendungen, Assistenten, spezialisierte Informationen

Alle Formen von Anwendungen, welche die Kommunikation für Berufstätige einfacher, schneller oder bequemer machen, sind potentiell interessant. Dazu zählen mobiles E-Mail, virtuelle Sekretärinnen oder Unified Messaging.

Auch berufsgruppenbezogene Informationsangebote werden sich entwickeln. Es wird das Portal für Anwälte geben, das per WAP oder Voice alles für den Anwalt anbietet: Recherche in der Rechtsdatenbank, Musterverträge, neueste Rechtssprechungen etc. Oder auch das Portal für Architekten, Statiker oder Bauleiter, die dann vor Ort Material nachbestellen können, Formeln nachschlagen oder Berechnungen durchführen können. Und hier besteht die Möglichkeit, für den Content Nutzungsgebühr zu erheben: Denn dieser stellt für den Nutzer einen echten Mehrwert dar und macht sich in barer Münze bezahlt – vorausgesetzt allerdings, der Anbieter hat wirklich hochwertige Angebote in seinem Portfolio.

2.3.4 Geschäfte mit Geräten

Die Verbreitung mobiler Endgeräte wird bei über 100% liegen, in manchen Ländern sogar bei 120% (siehe Punkt 3.2.1). Damit ist nicht nur gemeint, dass ein Nutzer mehrere Endgeräte besitzen wird, sondern dass es auch neue Formen von Benutzern geben wird: Geräte selbst können mit Mobilfunk-Datenservice ausgerüstet sein, die über die allgemeinen Funknetze der menschlichen Nutzer läuft.

B2D: Business to Device

Unternehmen bieten Services für Geräte an, z.B. eine Fernwartung oder den Servicemitarbeiter auf Abruf, wenn Bedarf gemeldet wird.

D2P/D2C: Device to Professional und Device to Consumer

Geräte kommunizieren mit Berufstätigen. Das kann die Meldung des Kopierers sein, dass er neuen Toner will, oder ein Auto, das mir mitteilt, dass es gerade aufgebrochen wird.

D2D: Device to Device

Auch Geräte selbst können untereinander kommunizieren. So sagt zum Beispiel ein Auto dem anderen Auto per Mobilfunk:“Vorsicht, leite Vollbremsung ein“.

Es gibt also ein großes Feld von Kommunikationsmöglichkeiten mit und zwischen Geräten. Nicht immer muss ein Mensch direkt beteiligt sein.

3. Entwicklungstendenzen im M-Business Markt

Der Markt des M-Business wird durch bestimmte Rahmenbedingungen getrieben. Diese sind primär die Anzahl der mobilen Nutzer, Bandbreiten, neue technologische Entwicklungen, die Preisgestaltung und natürlich die Applikationen für den Kunden, die in 2.4 schon aufgezeigt wurden, die als Rahmenbedingungen ausschlaggebend sind.[17]

3.1 Marktvolumen

3.1.1 Entwicklung der Anzahl der Mobilfunkkunden

Laut Forit wird die Anzahl der Mobilfunkkunden in den kommenden Jahren weiter ansteigen. In Deutschland haben sich die Kunden 1998 mit über 10 Mio. Nutzern und im Jahr 2000 mit über 40 Mio. Nutzern jährlich verdoppelt. Und im Jahr 2005 wird mit einer Penetration von 63 Mio. Mobilfunknutzern gerechnet. Das sind ca. 80% der Bevölkerung in Deutschland. Bis zum Jahr 2005 werden 38 Mio. Mobilfunkkunden Datendienste nutzen, dass werden ca. 60% der vorhandenen Mobilfunkkunden sein. Davon werden ca. 50% Finanzdienstleistungen in Anspruch nehmen.[18]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Mobilfunkpenetration in Europa, 1999-2003, Quelle: Datamonitor

Der Durchschnitt der Mobiltelefonnutzer in Europa wird sich laut Datamonitor von 35,8% im Jahr 1999 auf 69,5% im Jahr 2003 erhöhen (siehe Tabelle 2).[19] Laut Zobel schätzt Sonera die künftige Verbreitung auf 120% in Finnland, da auch Geräte und Maschinen mit GSM-Funk ausgerüstet sein werden.[20]

3.1.2 Preisgestaltung

Mobile Telefonie war bei ihrer Einführung sehr teuer und ist es heute noch verglichen mit dem Festnetz. Der Preis ist der entscheidende Treiber für die Akzeptanz am Markt. Neue Technologien werden durch ihr schlechtes Preis-Leistungsverhältnis nicht akzeptiert. Sie sind zuerst unattraktiv und werden nur in Nischenmärkten eingesetzt. Doch sieht man sich eine typische Preis-Performance-Kurve (siehe Abb. 4) an, erkennt man schnell, dass die neue Technologie die alte überholen wird, da sich im Laufe der Zeit das Preis-Leistungsverhältnis verbessert. Ebenso verringert sich das Delta zwischen alter und neuer Technologie. Umso geringer die Differenz zwischen alter und neuer Technologie wird, umso größer wird die Wechselbereitschaft vom Kunden und ein Massenmarkt entsteht.

Die Preise der mobilen Telefonie werden sich an den Preisen im Festnetz orientieren und demnach werden auch die Preise für mobile Datenanwendungen sinken. Die Anbieter dieser Services sind auf eine rege Nachfrage angewiesen. Die Technik der Paketvermittlung wird durch die Bezahlung nach Datenvolumen (siehe 3.2), die sich für den Kunden kostenreduzierend auswirkt, einen Massenmarkt schneller ermöglichen.[21]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Preis/Performance-Kurve, Quelle: Zobel

3.2 Markttreiber Technologie

3.2.1 Mobilfunknetze

Im Bereich der Mobilfunknetze ist eine sehr dynamische Entwicklung zu beobachten, die weltweit eine Vielzahl von Mobilfunkstandards hervorgebracht hat. Die darauf aufbauenden Funknetze unterscheiden sich z.T. stark in ihren technischen Eigenschaften. Da sich der Übergang nur langsam vollzieht, weil er seitens der Netzbetreiber hohe Investitionen erfordert, werden sie in der Praxis parallel bzw. überlappend eingesetzt. Abb. 5 zeigt die Entwicklung der Funknetze in einem ersten Überblick. Als sicher gilt, dass die bestehenden Netze GSM und GPRS, sowie in Zukunft auch UMTS, längere Zeit parallel bestehen bleiben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Entwicklung der Mobilfunkstandards, Quelle: Sietmann

Die momentane Datenübertragungsrate im europäischen GSM-Netz beträgt 9.6 kbit/s, genauso wie in den Netzen in Japan und den USA. Doch die Endgeräte, die den General Packet Radio Service (GPRS) unterstützen stehen in Europa in den Startlöchern und das Mobilfunknetz ist für diese Technologie bereits vorhanden. Damit sind theoretische Bandbreiten durch eine Bündelung von mehreren Kanälen von bis zu 171 kbit/s möglich. Der maximale praktische Wert liegt bei 115 kbit/s. Beim Start dieser Technologie liegt die Geschwindigkeit der Datenübermittlung bei ca. 43 kbit/s downstream und bei 14 kbit/s upstream und wird zunächst auf 56 kbit/s bi-direktional ausgebaut. Der wesentliche Vorteil für den Kunden liegt jedoch im Wechsel auf eine paketorientierte Übertragung und Abrechnung, welche auch den bisher wenig genutzten WAP-Diensten zum Aufschwung verhelfen soll. Die höhere Durchsatzrate in diesem soll dazu natürlich einen zusätzlichen Beitrag leisten. Beim leitungsvermittelten GSM-Standard wird zwei Kommunikationspartnern ein Kanal für die Dauer eines Gesprächs zur Verfügung gestellt. Im Unterschied dazu ist ein GPRS-Handy immer online. Die Technik nutzt Zeitschlitze in einer Funkzelle, die nicht von Sprachpaketen belegt werden. Die Kanal-Kapazität wird also von mehreren Benutzern geteilt und der Kanal nur dann beansprucht, wenn tatsächlich Daten zu übertragen sind. Dies entspricht auch dem Internetprinzip, wonach das Netz eine von allen geteilte Ressource ist[22].

[...]


[1] Kurzweil, R.: Homo Sapiens, 1999, S. 21

[2] Ein Begriff hierfür ist „smart clothes“, Beispiele dazu sind bei http://www.philips.de, http://www.levis.com oder http://www.xybernaut.com zu finden

[3] vgl. Deutsche Informatik Akademie: Pervasive Computing/ Ubiquitous Computing, http://www.dia-bonn.de

[4] In der Literatur finden sich eine Vielzahl von Ansätzen zu Definitionen zu M-Business, beispielsweise bei Durlacher (2001), Forit (2000) oder Mummert + Partner (2001). In diesem Fall werden die Definitionen von Zobel (2001) verwendet, da dies eine der umfassendsten Definitionsansätze darstellt und andere Definitionen subsummiert.

[5] Diese Merkmale liegen auf der Hand und werden ähnlich in Durlacher (2001) aufgelistet

[6] vgl. Durlacher: M-Commerce-Report, 2001, S.9

[7] Zobel J.: Mobile Business und M-Commerce, 2001, S.63

[8] Gneiting, S.: Sicherheit im M-Commerce, 2000, S.25

[9] Deutsche Telekom: WAP-Grundlagen, http://www.t-d1.de/downloads/t-d1-broschueren/wml_grundlagen.pdf

[10] vgl . Jörn F.: Alle Chancen für M-Commerce, In: Funkschau 7/2001

[11] vgl. World Wide Web Consortium, XHTML, http://www.w3.org/Markup

[12] vgl. Weissmann O.: WIM, 2000, S.56f

[13] vgl. Weissmann O.: Das WIM, 2000, S.46f und Gneiting S.:Sicherheit im M-Commerce, S.24ff

[14] vgl. Mummert + Partner: Finanzdienstleistungen, 2001, S.26ff

[15] vgl . Zobel, J.: Mobile Business und M-Commerce, 2001, S.244

[16] Es gibt kein Paradebeispiel bei der Einteilung der Geschäftsmöglichkeiten. Marktstudien, wie Durlacher (2001), Forit (2000) oder Mummert + Partner (2001) zeigen ähnliche Ansätze, wie auch der verwendete von Zobel (2001).

[17] Mummert + Partner: Finanzdienstleistungen, 2001; S.71

[18] Forit: Mobile Commerce in Deutschland, 2000, S.21ff

[19] vgl . Datamonitor: mBanking in Europe, 2000, S.46

[20] vgl . Zobel, J.: Mobile Business und M-Commerce, 2001, S.14

[21] vgl . Zobel, J.: Mobile Business und M-Commerce, 2001, S.37

[22] vgl . Rohrbacher K.,Schoblick R.: Paketvermittelt in die Zukunft, 2001,20ff

Details

Seiten
104
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783832449858
ISBN (Buch)
9783838649856
Dateigröße
3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v220549
Institution / Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften München – Feinwerk- und Mikrotechnik
Note
1,0
Schlagworte
mobile business m-commerce portale bank

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Titel: Mobile Portale - Lösungsvorschlag im Bankensektor