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Fairer Handel als Instrument der sozialen Nachhaltigkeit am Beispiel von zwei Kooperativen in Kamerun

Bachelorarbeit 2013 74 Seiten

VWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Methodik
1.2 Aufbau der Arbeit

2 Nachhaltigkeit
2.1 Definition und Konzept der Nachhaltigkeit
2.2 Entwicklung des Begriffs „Nachhaltigkeit“
2.3 Nachhaltigkeit als Entwicklungsprozess

3 Fairer Handel
3.1 Grundlagen des Fairen Handels
3.1.1 Definition „Fairer Handel“
3.1.2 Akteure des alternativen Welthandels
3.1.3 Historische Entwicklung des Fairen Handels
3.2 Normen im Fairen Handel
3.2.1 WFTO-Standards
3.2.2. Fairtrade-Standards
3.2.2.1 Ökonomische Standards
3.2.2.2 Ökologische Standards
3.2.2.3 Soziale Standards
3.3 Wertschöpfungsketten im Fairen Handel
3.3.1 Integrierte Wertschöpfungskette
3.3.2 Fair-Trade-zertifizierte Wertschöpfungskette

4 Auswirkungen des Fairen Handels in Entwicklungsländern am Beispiel Kamerun
4.1 Kamerun
4.1.1 Politische Lage
4.1.2 Wirtschaft
4.1.3 Einführung des Fairen Handels in Kamerun
4.2 Wirkungen des Fairen Handels in Kamerun
4.2.1 PRESCRAFT
4.2.1.1 Struktur und Funktionen der Kooperative PRESCRAFT
4.2.1.2 Geschäftsbeziehungen mit dem Fairen Handel
4.2.1.3.Wirkungen des Fairen Handels
4.2.1.4 Potentiale und Herausforderungen
4.2.1.5. Zusammenfassung
4.2.2. CNPCC/ SODECOTON
4.2.2.1. Struktur der Kooperative CNPCC
4.2.2.2 Geschäftsbeziehungen mit dem Fairen Handel
4.2.2.3 Wirkungen des Fairen Handels
4.2.2.4. Potentiale und Herausforderungen
4.2.2.5. Zusammenfassung

5 Kritik am Fairen Handel
5.1 Grenzen des Fairen Handels im Kamerun
5.2 Gesellschaftliche Nachhaltigkeit in anderen Handelskonzepten

6 Schlussfolgerung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Bücher

Fachpublikationen

Internetquellen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die Drei Säule der Nachhaltigkeit

Abbildung 2: die zwei Wege des Fairen Handels

Abbildung 3: internationales Fairtrade-Netzwerk.

Abbildung 4: PRESCRAFT

Abbildung 5: Produkte der PRESCRAFT

Abbildung 6: Kundennetzwerk der PRESCRAFT

Abbildung 7: SODECOTON Maroua

Abbildung 8: Baumwollpflanze

Abbildung 9: Aufbaustruktur der CNPCC

Tabellenverzeichnis:

Tabelle 1: WFTO-Standards

Tabelle 2: Wirtschaft Kameruns

Tabelle 3: Außenhandel Kameruns

Tabelle 4: Fairtrade-Mitglieder in CNPCC

Tabelle 5: Fairtrade-Preis Baumwolle in Kamerun

Tabelle 6: Absätze fairtrade-zertifizierte Baumwolle der CNPCC

Tabelle 7: Verteilung der Prämien auf die Regionen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Seit Jahrhunderten existiert zwischen unterschiedlichen Nationen ein Austausch von Gütern und Dienstleistungen. Dies hat den Zweck die Waren, die ungleichmäßig auf dem gesamten Globus produziert werden, auf alle Ländern zu verteilen. Somit kann jede Volkswirtschaft die Bedürfnisse ihrer Bürgerinnen und Bürgern befriedigen. Mit der Globalisierung hat dieser Außenhandel an größere Bedeutung gewonnen. Waren werden in einer Geschwindigkeit wie niemals zuvor um die Welt versandt. Der Technische Fortschritt fördert die Mobilität und die Wirtschaft. Durch den internationalen Handel wird der Bedarf einer Volkswirtschaft gedeckt und mehr Wohlstand erreicht.

Jedoch ist festzustellen, dass immer dieselben Nationen von dem Austausch profitieren: „die Industrieländer“. 55 Prozent der Weltexporte beziehen sich auf die Industrieprodukte und 20 Prozent auf die Dienstleistungen. Dieser Marktanteil wird von Ländern Europas, Amerikas und Süd-und Ostasiens[1] besetzt.[2] die etwa 17,5 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. Es ist einigen Entwicklungsländern (BRICS)[3] in den letzten Jahren gelungen, sich konkurrenzfähig auf dem Welthandel zu betätigen. Viele von denen (über 150 Länder), die 62 Prozent der 7,06 Milliarden Erdbewohnern bilden (Stand 2012),[4] sind wie vor der Kolonialzeit Rohstoffproduzenten (Agrarprodukte und Bergbau[5] ) geblieben und ziehen keinen Nutzen vom Außenhandel. Denn die Weltexporte für landwirtschaftliche Produkte liegen heutzutage [6] bei sieben Prozent im Vergleich zu den Gesamten Exporte.[7] Ferner werden die Preise dieser Produkte von den Industrieländern[8] festgelegt. Die Rohstoffproduzenten verfügen über keinen Handlungsspielraum über den Preis ihrer Waren, denn diese Preise werden in den Börsen in Industrieländern abgestimmt.

Darüber hinaus werden in Industrieländern Investitionen getätigt, die die Wirtschaft der Entwicklungsländer kontinuierlich abschwächen. Eine Publikation der NRO MISEREOR schrieb : Seit den 1980er Jahren haben subventionierte EU-Exporte von Getreide, Fleisch und Milchprodukten zu einem Verfall der Weltmarktpreise und einer Verdrängung der afrikanischen Landwirtschaft maßgeblich beigetragen. Für Entwicklungsländer wurde es dadurch billiger, Nahrungsmittel zu importieren als die eigene Landwirtschaft zu fördern[9].

Einerseits investiert die Europäische Union kolossale Summen in ihre Agrarwirtschaft. Dies betrifft auch die tropische Pflanze Baumwolle, deren Subvention jährlich im Durchschnitt 8.500 Euro pro Bauer beträgt.[10] Andererseits tätigt die US-Regierung andere hohe Baumwollsubventionen. In 2001/2003 hat sie 300 Millionen US Dollar dafür ausgegeben, diese Summe ist höher als das Bruttoinlandsprodukt von Burkina Faso,[11] Dieses Land ist einer der größten Baumwollproduzenten Afrikas, dort betragen die Baumwollexporte 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.[12] Die US-amerikanische und europäische Baumwollsubventionen verursachen ein Defizit von 80 Milliarden FCFA im Bruttosozialprodukt des Landes. Dies kann durch Entwicklungshilfen und Kredite aus der EU, den USA oder aus Japan, die ein Viertel des Defizits (20 Milliarden FCFA) betragen, nicht ersetzt werden. Die Wertschöpfung der zwei Millionen burkinischen BaumwollproduzentInnen könnte die Ernährung der 60 Millionen BurkinerInnen sichern und die Entwicklung des Landes fördern, wenn diese Bauern gerechte Löhne bekämen.[13]

Ebenso wie in Burkina Faso ist die Existenz von KleinproduzentInnen in anderen Entwicklungsländern bedroht. Ihre einzige Einnahmequelle ist gefährdet. Sie werden immer mehr von Importen abhängig, obwohl sie sich nicht finanzieren können. Verschuldung, Hungernöte, Armut und fehlende Bildung für die Kinder sind für diese benachteiligten Menschen keine Neuheit. Derzeit erleben kamerunische BaumwollproduzentInnen dasselbe Schicksal und können sich nicht wehren. Wenn es nicht mehr geht, gibt es immer einen Ausweg. Viele Menschen verlassen die nicht mehr rentable Landwirtschaft und richten sich auf anderen Sektoren, die ebenfalls nicht erfolgsversprechend[14] sind. Dies spiegelt sich in dem erhörten Auswanderungsfluss der heutigen Gesellschaft wider. Menschen machen sich auf den Weg per Bus, Boot, Fahrrad oder auch auf dem Fußweg auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen in Industrieländern. Fraglich ist, wie viel lebendig ankommen.[15]

Der Ansatz des Ökonomen David Ricardo zur Vorteilhaftigkeit des Außenhandels besagte, dass jedes Land sich auf das Gut spezialisieren sollte, das ihm die geringsten Kosten verursacht, damit es international einen Handelsvorteil erzielt. Aufgrund natürlicher Bedingungen oder des Lebensstandards lohnt es sich erheblich Produkte wie beispielsweise Kaffee, Kakao oder Baumwolle in am Äquator liegenden Ländern weiter anzubauen. Diese Länder sind hauptsächlich Entwicklungsländern und die Konsumenten befinden sich in Industrieländern. Die Entwicklungsländer verlangen nach einem fairen Austausch. Nur sie wissen, was ihre Erzeugnisse wert sind und wollen den Preis mitbestimmen. Sie fordern einen besseren Marktzugang ihrer Erzeugnisse in Industriestaaten und einen Abbau der Handelshemmnisse im multilateralen Handel.

Aus dieser Polemik entstand der Faire Handel. Bürgerinnen und Bürger haben sich für die Menschenrechte und eine globale Gerechtigkeit mobilisiert. Seither besteht einen Handel zwischen den Entwicklungsländern und den Industrieländern, der sich zukunftsfähig bekennt.

Hierbei erhalten die KleinproduzentInnen aus dem Süden ein Abspracherecht für die Preise ihrer Erzeugnisse, die ihnen ein Existenzminimum bietet. Es wird für die Lebenssituation und die Zukunft der Anbauregionen gesorgt. Der Faire Handel hat eine Wertschöpfungskette aufgebaut, die eine Transparenz in den Geschäftsbeziehungen aufweist und den KleinproduzentInnen ermöglicht, sich am Welthandel zu beteiligen

In dieser Erarbeitung wird untersucht, wie der Faire Handel diese Gerechtigkeit ermöglicht und welche Auswirkungen diese Handelsform auf eine kamerunische und auf die globale Gesellschaft -das heißt für die ganze Menschheit- haben.

1.1 Methodik

In dieser Arbeit werden die Auswirkungen des Fairen Handels in Entwicklungsländern und vor allem in Kamerun analysiert. Dafür wurden Geschäftszahlen von zwei ausgewählten Kooperativen gesammelt und ausgewertet. Ein besonderer Fokus wird im Verwendungszweck erhaltenen Prämien in der Baumwollbranche geworfen. Dabei wird analysiert, welche externen Effekte die Erwerbstätigkeit der BaumwollproduzentInnen auf ihre Gemeinschaften haben.

Eine qualitative Befragung bei den Kooperative-Mitgliedern im Februar 2012 trug dazu bei, einen besseren Einblick über die soziale Nachhaltigkeit der Genossenschaften zu erhalten.

In diesen Interviews wurden Schwierigkeiten in den Geschäften zwischen dem Norden und dem Süden festgestellt. Produzentenaussagen wurden aufgenommen und dokumentiert. Für die Plausibilität wurden diese mit den Aussagen der Geschäftspartner im Norden abgewogen.

In den Ergebnisse der Analyse der Wirkungen der Prämien auf die Gemeinschaft im Süden sowie auf die Weiterentwicklung der Kooperative, ist auch die Frage des Endkonsumenten von fair gehandelten Produkten zu beantworten, wie er oder sie durch den Einkauf für eine nachhaltige Welt mitwirkt. Liefern könnte dieser Arbeit ebenfalls eine Analyse der Grenzen des fairen Handels. Die Faire Bewegung ist ein großer Kampf gegen Giganten des konventionellen Markts. Die Reaktion des Weltmarkts und deren Protagonisten werden hier analysiert.

1.2 Aufbau der Arbeit

Diese Bachelorarbeit richtet sich zuerst allgemein an alle Personen, die ein Interesse am Fairen Handel sowie an der Nachhaltigen Entwicklung haben. Besonders an diejenigen, die sich Fragen über den Beitrag des fairen Handels für einen gerechten Welthandel stellen. Einerseits verdeutlicht die Arbeit, die Existenzgründung des fairen Handels, andererseits rekapituliert sie, wie der Faire Handel praktisch im Süden wirkt. Speziell werden hier Menschen des Südens angesprochen, dort wo Jahrhundertlang nach einer Autonomie im Welthandel und einer nachhaltigen Restrukturierung gestrebt wird. Ebenfalls richtet sich dieses Werk an Konsumenten im Norden, denn sie ziehen einen Nutzen von diesem Handel.

In dieser Arbeit wird zuerst mit dem Kapitel 2 den Begriff „Nachhaltigkeit“ erläutert. Für das profundes? Verständnis der Normen im Fairen Handel ist dieser Begriff wesentlich, denn Nachhaltigkeit und Fairer Handel sind miteinander verbunden. Das Kapitel 3 erörtert den Fairen Handel bezüglich der Entstehung, der Akteure, der Standards und der Handelswege. Wichtig ist hier auch für den Leser zu verstehen wie ein Produkt von der Plantage einer Kooperative Kamerun in einen deutschen Supermarkt oder Weltladen gelangt.

Der Hauptteil dieser Arbeit ist das Kapitel 4, das sich mit den Wirkungen des fairen Handels in Kamerun beschäftigt. Eine kurze Analyse der Wirtschaftslage Kameruns wird zuerst dargestellt, dann kommt es zu Vorstellung von zwei Partner-Kooperativen des Fairen Handels und zu Auswertungen ihrer Geschäftsbeziehungen mit dem alternativen Welthandel. Diese Analyse beinhaltet Zahlen und Daten über die Kooperativen, ihre Entwicklungspotenziale und Herausforderungen, ihren Nutzen und ihre Beiträge zum Erhalt der Gesellschaft in Kamerun.

Die Integration des Fairen Handels im Kamerun sowie in anderen Entwicklungsländern kennt gewisse Hindernisse bezüglich des Systems selbst. Das Kapitel 5 thematisiert die Grenzen des Fairen Handels und Rahmenbedingungen für eine bessere soziale Nachhaltigkeit durch den Fairen Handel.

2 Nachhaltigkeit

Der Begriff „ Nachhaltigkeit“ wird heutzutage in vielen politischen, wissenschaftlichen oder gesellschaftlichen Diskussionen debattiert und findet immer mehr Anwendung in zivilgesellschaftlichen Kontexten. Häufig werden die Synonyme „nachhaltige Entwicklung“ oder „Sustainable Development“ oder „Generationengerechtigkeit“ verwendet. Dieses Kapitel bietet eine Erklärung an für die zunehmende Bedeutung der Nachhaltigkeit und vor allem seine Instrumentalisierung für die Gerechtigkeit im Welthandel. Im nächsten Abschnitt (2.1) wird eine Definition zu diesem Begriff geliefert. Danach wird im Abschnitt 2.2 auf die historische Entstehung eingegangen. Anschließend erläutert der Abschnitt 2.3, warum die Nachhaltigkeit als kontinuierlicher Prozess betrachtet werden sollte.

2.1 Definition und Konzept der Nachhaltigkeit

Laut der Definition der Weltdekade der Vereinigten Nationen ist „nachhaltige Entwicklung (…) eine Entwicklung, die die Lebensqualität der gegenwärtigen Generation sichert und gleichzeitig zukünftigen Generationen die Wahlmöglichkeit zur Gestaltung ihres Lebens erhält.“[16] In anderen Worten zielt sie darauf, die Lebensbedingungen der heutigen Generation zu verbessern, aber bezieht die der nächsten Generation mit ein, da das Handeln der Menschen in der Gegenwart sich positiv oder negativ in die Zukunft spiegelt. Man spricht häufig von dem „ externen Effekt[17]. Der Mensch hat diesen Effekt zu bestimmen bzw. zu steuern und steht auf diesem Grund im Mittelpunkt der Bemühungen um eine Nachhaltige Entwicklung (Grundsatz 1 Rio 1992).

Per Definition bedeutet Entwicklung Verbesserung der Lebensbedingungen von einer Gesellschaft und „nachhaltig“ bedeutet langfristig oder dauerhaft. Im wirtschaftlichen Kontext wird die Entwicklung anhand von Kennzahlen wie Arbeitsproduktivität, Einkommensverteilung oder technische Fortschritt bemessen. Dies ist offenbar Bestandteil der Nachhaltigen Entwicklung. Hingegen darf dieser ökonomische Aspekt nicht getrennt von dem ökologischen (Umwelt) und sozialen Aspekten betrachtet werden. Andernfalls kommt es zur Ausbeutung von Menschen und zum Missbrauch des Naturkapitals.

Um nachhaltig zu wirtschaften, sollten diese drei Aspekte, die aber entgegengesetzt sind, gleichwertig berücksichtigt und auf ein Gleichgewicht gebracht werden. Diese Definition wird noch deutlicher von dem Nachhaltigkeitsrat [18] ausgeführt:

„Zukunftsfähig wirtschaften bedeutet also: Wir müssen unseren Kindern und Enkelkindern ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen. Das eine ist ohne das andere nicht zu haben.“

Diese Definition verdeutlicht die Interdependenz der drei Dimensionen der Nachhaltigkeit. Damit eine nachhaltige Entwicklung zustande kommt, muss der Umweltschutz und das Humankapital Bestandteil des Entwicklungsprozesses sein und darf nicht von diesem getrennt betrachtet werden (Grundsatz 4, Rio 1992).

Die Dimension Umwelt ist als Produktionsfaktor sehr wesentlich. Von ihr stammen alle Rohstoffe, die für den Verarbeitungsprozess zum Wohlstand benötigt werden. Über die Jahre hinweg hat sich die Weltbevölkerung exponentiell erhöht, damit auch der Bedarf an Ressourcenversorgung. Beispielsweise betrug die Weltbevölkerung im 1950 etwa 2,5 Milliarden Menschen, heutzutage wird sie auf 7,5 Milliarden geschätzt, also drei Mal so viel wie vor 62 Jahren. Die Lebensqualität und die Lebensstandards sind ebenfalls gestiegen, sodass der Mensch proportional mehr Ressourcen verbraucht, als sich diese regenerieren. Laut Eberhard Brandes vom Vorstand des WWF Deutschland „ sägt der Mensch an dem Ast, auf dem er sitzt.“ [19] Er erkennt das Problem des Weltbevölkerungszuwachses, die Übernutzung der Umweltressourcen und die dramatischen Folgen wie Hungersnöte, Weltkriege usw. Aus dem Grund dringt er darauf, von nun an zu handeln, da im Jahr 2050 neun Milliarden Menschen zu versorgen sind. Diese Problematik hatte Robert Malthus schon nach der industriellen Revolution erkannt, indem er den Zusammenhang zwischen der zunehmenden Bevölkerung in England und der natürlichen Ressourcen für die Ernährungssicherung bemaß und daraus die oben genannten Katastrophen prognostizierte. (siehe Seite 15 „Nachhaltigkeit“). Eine andere Messzahl ist der aktuelle alarmierende ökologische Fußabdruck, der den Umfang der Belastung der Ökosysteme durch den Menschen bemisst. Durchschnittlich kann jeder Erdbürger für die Ernährung, das Kleiden, den Müll und anderen Bedürfnissen 1,8 Globale Hektar jährlich (Gha) verbrauchen. Die tatsächlichen Zahlen liegen bis zu 11,7 Gha (Katar)[20]. In Deutschland liegt dieser ökologische Fußabdruck bei 4,7. Dies ist ebenfalls kritisch.[21]

Wie im Grundsatz 1 von der Erklärung Rio 1992 verabschiedet „ steht der Mensch im Mittelpunkt aller Bemühungen um eine Nachhaltige Entwicklung. Sie haben das Recht auf ein gesundes und produktives Leben im Einklang mit der Natur.“ Diese Entwicklung beruht auf ethischen Prinzipien wie der intra- und intergenerativen Gerechtigkeit oder der globalen Verantwortung. [22] Der Mensch sollte nur so viel verbrauchen, wie er nachwachsen lassen oder hinterlassen kann, da die Ressourcen nicht unendlich vorhanden sind (beispielsweise Erdöl oder Kohle) oder Zeit zum Nachwachsen benötigen (beispielsweise Holz, Lebensmittel). Ferner ist es wichtig anzumerken, dass die klimatischen Probleme anthropologischen Ursprungs, die durch die Industrialisierung verursacht werden, nicht nur die Industriestaaten betreffen, sondern alle Erdbewohner. Der Grund dafür ist ganz simpel: es existiert nur eine Atmosphäre. Dies spricht ebenfalls für die im Konzept der Nachhaltigen Entwicklung geforderte globale Verantwortung[23], das heißt eine Entwicklung unter Beteiligung und Gleichberechtigung aller an Entwicklung teilnehmenden Anspruchsgruppen[24].

Ein Beispiel: Eine Firma hat sich im Blumenanbau am Rand des Naivasha-Sees in Kenia spezialisiert. Sie baut Gewächshäusern, stellt lokale Arbeitskräfte ein. Dies wirkt sich positiv auf die Arbeitslosigkeit aus, die in Kenia bei 40 Prozent liegt. Nach Schätzungen arbeiteten 2009 etwa 100.000 KenianerInnen in Blumenfarmen, die Hälfte davon am Naivasha-See.[25] Diese Zahl hat sich bestimmt erhört, da dieser Markt gewachsen ist und derzeit zwei Drittel der auf dem deutschen Markt gehandelten Blumen aus Kenia stammen. Grunde dafür sind die Kostenvorteile: es ist relativ günstig in Kenia zu produzieren, da keine Heizkosten für die Gewächshäuser entstehen, wie in Europa (in Holland z.B. 300 000 Euro jährlich pro ein Hektar Anbaufläche im Gewächshaus). Im Kenia sind die Wärme und das Wasser kostenlos. Jedoch entspricht dies keiner tatsächlichen Kostenwahrheit, denn die Wasservorräte dort sind begrenzt [26] . Das abgeleitete Wasser wird nach dem Gebrauch in Gewächshäuser in den See kanalisiert. Dies verursacht gesundheitliche Schäden bei den ArbeiterInnen[27] und negative externe Effekte[28] bei den EinwohnerInnen am Naivasha-See. Dieses Beispiel basiert auf der Realität. Es verdeutlicht die Interdependenz der drei Aspekte der Nachhaltigkeit und die Bedeutung einer globalen Verantwortung, wie bereits oben erwähnt.

In den Debatten um die Nachhaltigkeit kommen immer die Begriffe „starke“ und „schwache“ Nachhaltigkeit ins Spiel.

Schwache vs. starke Nachhaltigkeit

Das Lexikon der Nachhaltigkeit[29] definiert die schwache Nachhaltigkeit als „die Vorstellung, dass natürliche Ressourcen durch Human- und Sachkapital ersetzt werden können.“ Sie beruht auf dem Ansatz der neoklassischen Ökonomie, die ein Wirtschaftswachstum durch eine Intensivierung von Produktionsfaktoren wie Maschinenanlagen, Technologien oder intelligente Dienstleistungen vertritt.

Im Konzept der starken Nachhaltigkeit soll das Naturkapital über die Zeit hinweg konstant gehalten werden.[30] Damit wird die Wirtschaft und das Soziale als Subsysteme der Natur und die natürlichen Ressourcen größtenteils als nicht substituierbar angesehen. Im Mittelpunkt steht die dauerhafte Erhaltung und nicht der optimale Verbrauch der natürlichen Ressourcen.[31]

Zivilgesellschaftliche Organisationen als Vorreiter der Nachhaltigkeit

Das oben genannte Problem des Blumenanbaus findet man in vielen anderen Bereichen (Kakao, Kaffee, Banane, Baumwolle usw.). Die Regulierung des wirtschaftlichen Geschehens gelingt den Staaten nicht immer. Denn die Kontrolle der Einhaltung der gesetzlichen Regelungen ist mit einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden. In Entwicklungsländern ist dieser Aufwand aufgrund des niedrigen Informationssystems noch höher. Über die Jahre schließen sich zahlreiche Bürger aus ethischer Überzeugung, in Vereinen, Kooperativen, Gewerkschaften oder Stiftungen zusammen, konzipieren Verhaltens- und Wertmuster, die die Gesellschaft nachhaltig ändern. Unter dem Begriff „Nicht-Regierungsorganisationen (NRO)“ oder „Non-Profit-Organisationen“ sind sie ebenfalls bekannt. „ Ihre Bedeutung wird in den öffentlichen Debatten häufig unterschätzt oder sogar völlig vernachlässigt “.[32] Allerdings weisen sie eine hohe Glaubwürdigkeit auf und beinhalten gleichzeitig ein großes Bewegungspotenzial. Allein in Deutschland existieren ungefähr 300.000 gemeinnützige Vereine, wovon die Hälfte Petitionen, Streiks und politischen Einfluss einsetzen. Ihre Tätigkeiten für den nachhaltigen Umbau der Gesellschaft sind unersetzbar. Sie haben Alternativen zu den herrschenden Paradigmen, zur Infrastruktur, zu Technik und Produkten entwickelt, viele nicht-nachhaltige Projekte verhindert (AKW)[33], die Politik immer unter Druck gesetzt. Sie waren an fast allen wichtigen Umweltschutzgesetzen seit den 80er Jahren beteiligt und haben sie in Bündnissen mit der Politik durchgesetzt.[34]

Die NROs bilden gemeinsam einen substanziellen Bestandteil einer modernen Demokratie, denn hierbei übernehmen die Bürgerinnen und Bürger für sich selbst und vor allem für die Menschheit Verantwortungen.

2.2 Entwicklung des Begriffs „Nachhaltigkeit“

Vor genau dreihundert Jahren (1713) ist das Wort Nachhaltigkeit zum ersten Mal durch Carl von Carlowitz verwendet worden. Damals fand eine Intensivierung der Landwirtschaft statt und der Holzbedarf für industrielle Zwecke nahm immer mehr zu.[35] Der sächsische Oberberghauptmann schrieb für den Erhalt des Waldes vor, dass nur so viel Holz jährlich geschlagen wird wie nachwachsen kann. So wurde die nachhaltige Fortwirtschaft geboren. Dieses Konzept bildet das ökonomische Prinzip, wonach der Mensch „ von der Erträgen einer Substanz lebt und nicht von der Substanz selbst“ [36] und wurde später als Grundstein für alle Reflexionen über die Nachhaltigkeit herangezogen.

Das Konzept fand zu Beginn des 20. Jahrhunderts wieder Verwendung, dieses Mal in der Fischereiwirtschaft: Die Fangmengen der Fischer sollten sich an der Reproduktionsfrequenz der „Meeresfrüchte“ orientieren, damit die Fischbestände dauerhaft genutzt werden können.

1972 führte Dennis Meadows mit seinem internationalen Forschungsteam (16 Forscher) eine computergestützte Studie im Auftrag des Club of Rome [37] über die Zukunft der Weltwirtschaft durch. Laut Lexikon der Nachhaltigkeit[38] lässt sich das Club of Rome definieren als eine nicht-profitorientierte nichtstaatliche Organisation, eine Denkfabrik und ein Zentrum für Forschung und Handeln, für Innovation und Initiativen. Die Forscher stützten sich auf die rasche Zunahme der Weltbevölkerung, der Industrialisierung, der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion und der Ausbeutung von natürlichen Rohstoffen.[39]

Diese Studie, die sehr pessimistische Prognosen [40] lieferte, wurde als Bericht mit dem Titel „Grenzen des Wachstums“ in zwölf internationalen Sprachen veröffentlicht. Ihr Inhalt zog viele Kontroverse über die Weltwirtschaft nach sich, rief zahlreiche kritische Stimmen auf den Plan und forderte ein Umdenken über die Wachstumstendenz und ihre Konsequenzen auf die Umwelt und auf die Menschheit. Bis zu diesem Zeitpunkt glaubte die Menschheit stark an das Wirtschaftswachstum durch die Technologie, wie Solow[41] es in seinem Modell darstellte. Nun hieß es, die Menschheit führt sich selbst in den Ruin, missbraucht die Umweltressourcen und lebt nur in den Tag hinein. Die Wachstumstendenz sollte neu strukturiert und gedämpft werden, denn eine dauerhafte wirtschaftliche Entwicklung ohne Berücksichtigung von Umwelt und Mensch ist utopisch. Dieser neue Denkansatz führte später in den 1980er Jahren zur internationalen Leitkategorie der Nachhaltigen Entwicklung.

Im Jahre 1983 gründeten die Vereinten Nationen eine Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (World Commission on Environment and Development: WCED) unter der Leitung von Gro Harlem Brundlandt [42]. Ziel der Brundlandt-Kommission war es, Handlungsempfehlungen zur Erreichung einer dauerhaften Entwicklung zu erarbeiten.[43] Diese Mission führte die Kommission erfolgreich durch und vier Jahre später (1987) veröffentlichte sie den sogenannten Brundtland-Bericht[44] mit dem Titel „Unsere gemeinsame Zukunft“ (Our Common Future).

Der Brundlandt-Bericht konzipierte die drei Säulen der Nachhaltigkeit und seine Bedeutung für die Menschheit. Diese Arbeit erkennt die entscheidende Rolle der Entwicklungsländer für ein nachhaltiges Wachstums und eine intra-generationelle Gerechtigkeit im globalen Kontext. Dieses Konzept wird auch als „ Sustainable Development “ oder „ nachhaltige Entwicklung “ genannt und findet heutzutage in allen politischen Diskussionen Anwendung. Nach Zielerreichung kam es zur offiziellen Auflösung der Kommission im Dezember 1987. Vier Monate später (April 1988) wurde das Centre for our common Future gegründet, das dann 1992 die Rio-Konferenz iins Leben rief.

Vom 3. – 14. Juni 1992 fand in Rio de Janeiro (Brasilien) die erste Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen statt, woran etwa 17.000 Delegierten aus 178 Ländern teilnahmen. Im Mittelpunkt stand die Frage nach einer Entlastung der globalen Ökosysteme durch Einführung des Paradigmas der Nachhaltigen Entwicklung. Auf Grundlage des Brundlandt-Berichtes einigten sich die Länder und verabschiedeten ein gemeinsames Leitbild der „nachhaltigen Entwicklung“ für das 21. Jahrhundert ( Agenda 21 ). Dabei verpflichteten sich die Industrieländer, als Verursacher der Umweltverschmutzung, die getroffenen Beschlüsse zu beachten und Verantwortung zu übernehmen.[45] Das Thema „nachhaltige Entwicklung“ gewann dann exponentiell an Bedeutung und verbreitete sich rasch in die ganze Welt. Um die Wirksamkeit der Beschlüsse zu messen, wurden Meilensteine gesetzt. Drei Mal wurde bis heute die Versammlung einberufen (Rio+5 in New York 1997, Rio+10 in Johannesburg 2002 und Rio+20 in Rio de Janeiro 2012). Aus dieser Erarbeitung kann man aufwerten wie dieses Konzept in der heutigen Gesellschaft wirkt.

2.3 Nachhaltigkeit als Entwicklungsprozess

Das Konzept der Nachhaltigkeit basiert auf ethischen Überlegungen. Eine ganze Reihe von Auseinandersetzungen mit den globalen Umwelt- und Entwicklungsproblemen führte dazu. Nun bietet es Lösungsvorschläge für eine bessere globale Wirtschaft und für den Erhalt der Umweltressourcen und der Menschheit. Es hat sich über die Jahre entwickelt und wurde von den Wirtschaftsakteuren wahrgenommen. Allerdings hat sie in manchen Regionen der Welt noch keine Bedeutung. Seine Implementierung geschieht auf freiwilliger Basis und ist immer von Interessen der verschiedenen Akteure abhängig. Es ist jedoch anzumerken, dass die Souveränität jedes Staats erhalten bleibt. Er räumt sich die Rechte ein, seine Gesetze in Bezug auf die Umwelt, die Wirtschaft oder das Soziales selbst zu gestalten. Diese Entscheidungsfindung zielt aber immer auf die intergenerative Gerechtigkeit und die soziale Verantwortung. Dazu kommt noch die globale Verantwortung, denn kein Land der Erde ist in der Lage, sein Volk unabhängig vom Außenhandel zu versorgen. Immer mehr Weltbürger bestätigen diese Aussage und schließen sich der Bewegung an. Wie Harriet Lamb in einem Buch schrieb: „many Raindrops make mighty rivers” (Wassertropfen bilden Flüsse)[46]

3 Fairer Handel

Im folgenden Kapitel werden die Grundlagen des Fairen Handels erläutert. Im Sprachgebrauch wird der Begriff „Fair Trade“ aus dem Englisch mit „Fairer Handel“ ins Deutsche übersetzt. Dieses Kapitel behandelt zuerst die Grundlagen des Fairen Handels (3.1). Dabei wird der Faire Handel definiert, auf die Akteure des Fairen Handels in Deutschland eingegangen und der Hintergrund der Fair-Handels-Bewegung im globalen Kontext geliefert. Anschließend werden die Normen im Fairen Handel erläutert (3.2). Dieser Unterteil verdeutlicht die WFTO-Standards und die Fairtrade-Standards. Zum Schluss wird die Frage nach dem Weg eines Produkts vom Produzenten im Süden bis zum Konsumenten im Norden beantwortet (3.3).

3.1 Grundlagen des Fairen Handels

Per Definition wird das Wort „fair“ mit Synonymen wie „gleichberechtigt“, „gerecht“ oder „angemessen“ assoziiert. Und der Handel ist der Austausch von Gütern gegen Geld zwischen einem Verkäufer und einem Käufer. Das zusammengesetzte Wort „Fairer Handel“ lässt erkennen, dass eine Ungerechtigkeit in dieser Austauschbeziehung besteht und reklamiert eine Gleichberechtigung bzw. eine Win-Win-Situation, das heißt, die beiden Geschäftspartner sollten von dem Austausch einen Nutzen erzielen und ihre Souveränität aufrechterhalten.

3.1.1 Definition „Fairer Handel“

Es gibt viele Definitionen vom Begriff „Fairer Handel“. Eine einheitliche Definition kann so formuliert werden: „Der Faire Handel ist „ eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbeziehungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte ProduzentInnen und ArbeiterInnen wird dadurch ein Beitrag zur Nachhaltigen Entwicklung geleistet “.[47]

Man schätzt, dass etwa 400 Millionen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern (Stand 2009) in Entwicklungsländern von der Landwirtschaft abhängen und existenzbedroht sind.[48] Sie leben in ländlichen Regionen, wo der Zugang zu Märkten aufgrund mangelnder Infrastrukturen nicht vorhanden ist, sind wegen ihrer sehr niedrigen Kaufkraft nicht kreditwürdig, erhalten kaum Unterstützung ihrer Regierung und sind daher auf Zwischenhändler angewiesen, von denen sie asymmetrische Informationen über den Markt erhalten. Das Hauptziel des Fairen Handels ist die Unterstützung dieser KleinproduzentInnen. Ihnen wird die Möglichkeit gegeben, sich am Welthandel zu beteiligen.[49] Wenn nötig gewähren die Fair-Handelsinstitutionen Kredite an ihre Partner-Genossenschaften im Süden in Form von Vorschüssen auf den Kaufpreis der jährlichen Abnahme. Diese werden für die Anschaffung von Saatgütern, Düngemitteln und weiterem Anbaumaterial verwendet. Neben dieser Vorfinanzierung erhalten sie einen angemessenen (fairen) Preis, der ihr Existenzminimum sichert und Prämien, die zur Finanzierung von Gemeinschaftsprojekten dienen. Die Fairn-Handelsimporteure und die Fairtrade-Siegelinitiativen suchen sich Produzentenkooperativen oder -genossenschaften aus, die bestimmten Kriterien[50] für die Förderung der sozialen Nachhaltigkeit erfüllen. Sie sollten beispielsweise:

- gemeinnützig, kleinbäuerlich und nicht politisch sein,
- demokratisch organisiert sein,[51]
- Kinderrechte und Menschenrechte respektieren,[52]
- eine umweltschonende Produktion praktizieren.

Diese sozialen Aspekte sind von großer Relevanz für die nachhaltige Entwicklung, denn es geht vor allen darum, die Kleinbauern zu stärken und ihnen zu ermöglichen, an dem Welthandel teilzunehmen und teilzuhaben. Hier darf man noch auf das Zitat von Harriet Lamb [53] hinweisen, in dem sie sagt „viele Regentropfen machen mächtige Flüsse.“ Damit argumentiert sie, wie die kleinen Zusammenschlüsse der KleinproduzentInnen diese stärken.

3.1.2 Akteure des alternativen Welthandels

Der Faire Handel wird durch zahlreiche bürgerliche Initiativen weltweit getragen und hat im Laufe der Jahre immer mehr Organisationen (meistens NROs) in seinen Kreis aufgenommen. In den Industrieländern kam es zur Gründung und Vereinigung von Importgesellschaften für die fair gehandelten Produkte. In Entwicklungsländern haben sich ebenfalls Produzenten in Netzwerken zusammengeschlossen, um ihre gemeinsamen Interessen zu vertreten. In der Praxis unterscheidet man zwischen zwei Kategorien des Fairen Handels. Die eine sind Fair-Handelsinstitutionen, die den Fairen Handel als ihr Kerngeschäft erkennen und ausschließlich fair gehandelte Produkte aus den Entwicklungsländern vertreiben. Sie sind die Pioniere des Fairen Handels und spielen eine entscheidende Rolle in der Entwicklung dieser Handelsform. Die andere ist die Fairtrade Siegel-Organisation, die Produkte konventioneller Firmen zertifiziert. Zuerst werden hier unten die wichtigsten Organisationen für den Fairen Handel in Deutschland dargestellt. Eine detaillierte Unterscheidung der zwei Wege ist im Abschnitt 3.4 zu finden.

World Fair Trade Organization (WFTO)

Die WFTO (früher als International Fair Trade Association) ist ein globaler Zusammenschluss des Fairen Handels, deren Mission die Koordination der Anspruchsgruppen[54] ist. Sie schließt mehr als 450 Organisationen zusammen, darunter sind Produzentengruppen, Fair-Handelsimporteure, Weltladen-Dachorganisationen und Hilfsorganisationen.[55] Sie wirbt für den Fair Trade weltweit und fokussiert sich vor allem auf die Wahrnehmung der Interessen der Kleinproduzenten in der globalen Gesellschaft. Sie wurde 1989 in den Niederlanden gegründet. Heute ist sie in 75 Ländern der fünf Kontinente aktiv.

European Fair Trade Association (EFTA)

EFTA [56] ist der Zusammenschluss von zehn Fair-Handelsimporteuren aus neun Ländern Europas (Frankreich, Deutschland, Belgien, Italien, die Niederlande, Spanien, die Schweiz, Österreich und Großbritannien) mit Sitz in den Niederlanden. Er wurde 1987 gegründet und erhielt 1990 den offiziellen Status einer Organisation. Ziel der EFTA ist die Unterstützung und die Vernetzung ihrer Mitglieder für eine bessere Zusammenarbeit. EFTA fördert den Informationsaustausch, schafft Rahmenbedingungen für die regionale Zusammenarbeit und entwickelt Allianzprojekte ihrer Mitglieder.

Das Forum Fairer Handel[57] ist das Netzwerk des Fairen Handels in Deutschland. Es bietet seinen Mitgliederorganisationen eine Plattform für die Bildungsarbeit [58], die Grundlagen des Fairen Handels[59], die Öffentlichkeitsarbeit und die politische Arbeit[60]. Seit seiner Gründung 2001 unterstützt dieses Netzwerk die vom Weltladendachverband und TransFair organisierte Aktion „ Faire Woche“ , die jährlich im Herbst stattfindet. Außerdem strebt das Forum für den kontinuierlichen Informationsaustausch und die Information seiner Mitglieder. und verbindet somit alle Akteure des Fairen Handels.

Der Weltladen Dachverband e.V. ist die deutsche gemeinnützige Organisation, die die deutschen Weltläden in ihrer Tätigkeit koordiniert und unterstützt. Ein Weltladen [61] ist ein Fachgeschäft, das ausschließlich fair gehandelte Produkte betreibt. Die 1975 gegründete Organisation versammelt rund 800 Weltläden und tausend Aktionsgruppen und wird von kirchlichen Initiativen getragen.[62] Sie beschäftigt sich mit der Professionalisierung der Weltläden und der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für die Weltläden. Für die Weiterqualifizierung seiner Mitglieder und den Erwerb von MultiplikatorInnen bietet sie Kampagnen, Marketingaktivitäten, Fortbildungen und regelmäßige Informationen, und fördert die Gerechtigkeit im Welthandel.[63]

Die Fair Trade Labelling Organisation (FLO) ist die Dachorganisation für den zertifizierten fairen Handel weltweit, die nationale Siegelinitiativen[64] zusammenschließt. Sie sind in Europa, Nordamerika (Mexiko, USA, Kanada) und Ostasien (Japan, Korea) zu finden. Aufgrund des Anstiegs der Verkaufszahlen an fair gehandelten Produkten weltweit ergab sich die Notwendigkeit einer globalen Koordination und Kooperation. Die damals 14 Siegelinitiativen weltweit gegründeten FLO in 1997 mit dem Sitz in Bonn.[65]

Mittlerweile hat sich die Organisation mit dem Beitritt von fünf neuen Siegelinitiativen und drei Produzentennetzwerken (Coordinadora Latinoamericana y del Caribe de Comcercio Justo aus Lateinamerika, African Fair Trade Network und Network of Asian Producers)[66] vergrößert. Dies erleichtert die Zusammenarbeit mit dem Süden und bringt mehr Transparenz und Glaubwürdigkeit mit sich. Verantwortlich ist FLO für die Entwicklung der Fairtrade-Standards, die den gerechten Handel zwischen Produzenten aus dem Süden und Handelsunternehmen im Norden regeln. Desweiteren unterstützt sie das gesamte Fairtrade-Netzwerk technisch und finanziell. Die Standards werden vom FLO-Komitee für Standards festgelegt, die aus allen Interessengruppen besteht: Vertreter von Produzenten, von Händlern, von Arbeitnehmern, von Fair-Handelsorganisationen, von ILO und von externen Sachverständigen.[67]

FLO-CERT: Sie ist die Zertifizierungsgesellschaft für den Fair Trade. Die in 2004 in Bonn gegründete Gesellschaft erhielt als Funktion die Zertifizierung und die Überprüfung der Produkte in der ganzen Wertschöpfungskette des Fairtrade-Kreises. Sie handelt unabhängig von FLO International und nach der Akkreditierungsnorm ISO 65 (DIN EN 45011) und prüft die Einhaltung der Fairtrade-Standards bei der Produktion, dem Transport und der Vermarktung von Fairtrade-zertifizierten Erzeugnissen. FLO-CERT verfügt über Inspektoren (130 Stand 2011), die weltweit agieren und Produzenten, Importeure, Transformateure und Handelsgesellschaften kontrollieren, die unter dem Fairtrade-Siegel Produkte vermarkten[68]. Ihre Arbeit erbrachte mehr Glaubwürdigkeit für den Fairen Handel weltweit. 2007 erhielt FLO eine Auszeichnung durch ISEAL [69] als eine der 7 Organisationen mit höchsten Standards für ethischen Handel, denn die Zusammenarbeit zwischen allen an der Wertschöpfungskette Beteiligten erweist eine hohe Transparenz.[70]

Produzentenorganisationen

Wie bereits angemerkt bestehen drei Produzentennetzwerke, die jeweils einen Kontinent des Südens decken. Das Netzwerk ermöglicht es ihnen an Entscheidungen teilzunehmen. Somit verfügen sie über 50 Prozent der Stimmen im Fairtrade-System.[71] Es handelt sich um:

Coordinadora Latinoamericana y del Caribe de Comercio Justo aus Lateinamerika (CLAC).

CLAC ist seit 2004 als legale Struktur des Fairen Handels in Südamerika und Karibik anerkannt. Ihre Mission ist die Vertretung, die Koordination, die Unterstützung und die Vernetzung von Fairtrade-zertifizierten Kleinproduzentenorganisationen in der Region. Sie vertritt schätzungsweise bis zu 200.000 Familien, die einen großen Nutzen aus ihrer Arbeit ziehen.[72]

African Fair Trade Network (AFN)[73]

Das in 2005 gegründete AFN verbindet über 700.000 KleinproduzentInnen und ArbeiterInnen, die in 300 Fairtrade-zertifizierten Organisationen tätig sind. Diese verfügen über gleichberechtige Stimmrechte in der Entscheidungsfindung über den Fairen Handel in Afrika.

Network of Asian and Pacific Producers (NAPP)[74]

Wie das AFN wurde das NAPP 2005 ins Leben gerufen. Es vereinfacht die Integration von KleinproduzentInnen in den Fairtrade-Kreis und garantiert gleichzeitig ihre Souveränität gegenüber der FLO und den Fairtrade-Standards. Derzeit verfügt das NAPP über 96 Mitgliederorganisationen, darunter kleinbäuerliche und kunsthandwerkliche Kooperativen, Plantagen, Familienbetriebe usw.

Transfair e.V.[75] ist eine 1992 gegründete gemeinnützige Organisation mit dem Ziel, die Wirtschaftslage der benachteiligten Produzenten aus den Entwicklungsländern zu stärken und durch den Fairen Handel ihre Lebenssituation zu verbessern. Die Organisation TransFair e.V. oder Fair Trade Deutschland ist die nationale Siegelinitiative für den Fairen Handel innerhalb Deutschlands. Sie vertreibt selbst keine Produkte. Ihre Aufgabe besteht darin, die Lizenz des Fairtrade-Siegels an deutschen Handelsunternehmen zu vergeben.[76] Ebenfalls organisiert sie für den Fairen Handel Marketingaktionen, Kampagnen, Bildungs- und Öffentlichkeitarbeit bundesweit. Zusammenfassend verbindet sie Produzenten aus den Entwicklungsländern mit Konsumenten aus Deutschland und fördert eine Fairness in dem Geschäft mit den Süden und leistet dabei einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung.

Von vielen kirchlichen Organisationen wie Brot für die Welt, MISEREOR und Stiftungen wurde sie mitgegründet und umfasst heute 38 zivilgesellschaftliche Organisationen aus verschiedenen Bereichen, die das Konzept des Fairen Handels in ihre jeweiligen Netzwerke tragen.[77] Dazu zählen Vertreter aus Entwicklungszusammenarbeit, Umwelt, Handel , Kirche, Politik, Bildung und Verbraucherschutz.

Fair-Handelsimporteure: das sind Organisationen, die sich auf dem Import von fair gehandelten Produkten spezialisiert haben, das bedeutet sie haben sich zu 100 Prozent dem Fairen Handel in der Produktpalette verschrieben. Weltweit existiert eine große Anzahl an Fair-Handelsimporteuren. Die variiert je nach Ländern. In Bezug auf den deutschen Markt ist von GEPA, El Puente, DWP, Globo Fair und Anderen[78] die Rede.

GEPA[79]: die Abkürzung steht für Gesellschaft für die Förderung der Partnerschaft mit der Drittenwelt mbH. Die 1976 gegründete Organisation ist der Pionier des Fairen Handels in Deutschland. Sie erhielt den Auftrag, die Geschäfte mit Produzenten aus Entwicklungsländern fair und nachhaltig zu gestalten und Gewinne in die Weiterentwicklung der Produzentenorganisationen zu reinvestieren. Derzeit umfasst sie 190 Genossenschaften, Vermarktungsorganisationen und private Unternehmen aus Afrika (40), Lateinamerika (106) Asien (50) und Europa (2) und erzielt einen jährlichen Umsatz von mehr als 60 Millionen Euro (2012). Ihre Produktpalette besteht zu 45 Prozent aus Kaffee, 18 Prozent aus Kakao und Schokoladenerzeugnissen, 31 Prozent aus anderen Lebensmitteln und knapp vier Prozent aus Kunsthandwerk. GEPA hat im Laufe der Jahre zahlreiche Auszeichnungen für ihr soziales Engagement und ihren Beitrag für eine Nachhaltige Entwicklung erhalten, unter anderem den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2009, 2010 und 2011.[80]

El Puente.[81] 1977 wurde die Organisation EL Puente GmbH für die wirtschaftliche Tätigkeit des Vereins El Puente e.V. [82] gegründet und gehört zu den Pionieren der Fair-Handelsbewegung in Europa. El Puente e.V. wurde 1972 als gemeinnützige Organisation für die Entwicklungszusammenarbeit ins Leben gerufen. Anfangs hatte der Verein Kunsthandwerk aus Lateinamerika importiert und aus den Gewinnen Sozialprojekte in den Ländern gefördert. Später wurde die El Puente GmbH gegründet, um sich im Welthandel zu spezialisieren. Mit Sitz im niedersächsischen Nordstemmen nahe Hildesheim beschäftigt sich El Puente GmbH mit dem Import und Vertrieb von fair gehandelten Produkten aus den Entwicklungsländern. Geschäftlich steht sie mit über 140 Handelspartnern in über 40 Ländern[83] weltweit in Verbindung, darunter sind Kleinbauernzusammenschlüsse, kleine Familienbetriebe und Fair-Handelsorganisationen und handelt nach der Richtlinie der Nachhaltigen Entwicklung. Ihre Erzeugnisse sind in ca. 800 Weltläden in Deutschland zu finden und sie verfügt ebenfalls über einen Online-Vertriebsweg, der hauptsächlich von der Gastronomiebranche und den Großverbrauchern genutzt wird.

DWP [84]: die Dritte-Welt-Partner GmbH (dwp) wurde 1988 von Weltläden der Region Oberschwaben in Süddeutschland gegründet und 2005 in eine Fair-Handelsorganisation umgewandelt. Derzeit bietet sie zehntausend Kleinbauernfamilien (in 60 Produzenten-genossenschaften) einen fairen Preis, langfristige Geschäftsbeziehungen und handelt nach den Fairtrade-Standards (siehe Abschnitt 3.3). Ihre Erzeugnisse stammen aus weltweit 30 Entwicklungsländern und werden hauptsächlich in deutschen sowie in österreichischen Weltläden und Naturkostläden vertrieben.

Globo Fair[85]. GLOBO Fair Trade Partner GmbH wurde 1973 mit dem Ziel der Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern gegründet. Durch den Fairen Handel fördert sie direkt und langfristig Produzentenorganisationen, die über konkrete Entwicklungsprojekte verfügen. Sie ist spezialisiert in dem Vertrieb von Kunsthandwerk und Textilprodukten aus den Entwicklungsländern. Globo Fair hat bereits seine Vertrauenswürdigkeit unter Beweis gestellt und langjährige Sozialprojekte erfolgreich durchgeführt. Dazu zählt beispielsweise das 25-jährige Entwicklungsprojekt „Maya-Schulen“ in Guatemala, das zur Bildung und Integration des Maya-Volks in die mittelamerikanische Gesellschaft und zur nachhaltigen Entwicklung im globalen Kontext beiträgt. Neben dem Handel verfügt die Gesellschaft über einen entwicklungspolitischen gemeinnützigen Verein (Globo Projekt e.V.), der eine Entwicklung über den Handel hinaus anstrebt und Sozialprojekte in Entwicklungsländern begleitet.

3.1.3 Historische Entwicklung des Fairen Handels

Die Geschichte der Marke Fair Trade beginnt vor etwa 90 Jahren. In der 40er Jahren legten Oxfam in Großbritannien und die zwei US amerikanischen Organisationen Ten Thousand Villages und SERVV zusammen die Grundsteine der Fair-Trade-Bewegung. Sie verkauften Erzeugnisse aus den Entwicklungsprojekten in Puerto Rico und anderen vom Krieg zerstörten osteuropäischen Ländern.[86] In 1964 gründete Oxfam die erste Fair Trade Organisation. Sie nahm eine Vorreiterrolle ein und begann Handwerkserzeugnisse von Flüchtlingen aus China in ihren Läden abzusetzen und gründete die „erste einhundertprozentige Food and Agricultural Organization“, die sich ausschließlich dem Geschäft des Fairen Handels widmete.[87] Drei Jahre später (1967) wurde das erste Fair Trade Shop in den Niederlanden gegründet.

In den 70er Jahre entstanden weitere Fair-Handelsorganisationen in Europa. In Bezug auf den deutschen Markt sind GEPA und EL Puente GmbH die Pioniere (siehe Abschnitt 3.1).

In 1979 wurde Traidcraft, eine der Pionier-Organisationen des alternativen Handels, in England expandiert, mit der Absicht, die christliche Liebe zum Nächsten und die Gerechtigkeit im Welthandel zu propagieren.

In 1986 verhandelten die mexikanische Kaffeekooperative UCIRI mit der holländischen Organisation Solidaridad über den ersten Fair-Trade-Kaffee. Zwei Jahre später (1988) wurde das erste Fair Trade Label als Max Havelaar von der NGO Solidaridad ins Leben gerufen. Der Kaffee der Kooperative UCIRI wurde dann in holländischen Supermärkten eingeführt. Max Havelaar ist der Name der Hauptfigur eines 1860 erschienenen Romans von Edouard Douwes Dekker über einen niederländischen Kolonialbeamten, der sich gegen die niederländische Ausbeutung im Ostasien (besonders in Indonesien und Vietnam) eingesetzt hatte.[88]

Danach hat sich die Max Havelaar Initiative in vielen anderen Ländern Europas und Nordamerikas verbreitet. Die Max Havelaar Stiftung breitete sich in Belgien, Frankreich, Dänemark, Norwegen und der Schweiz aus. Transfair entstand und deckte Länder wie Österreich, Luxemburg, USA, Kanada, Japan und Deutschland ab. In Großbritannien und Irland wurde die Fairtrade Foundation „geboren“ und gleichzeitig „Rättvisemärkt“ in Schweden und „Reilu Kauppa“ in Finland.[89]

Angesichts der Vermehrung der Fair-Handelsorganisationen in Europa wurde FLO 1997 von 14 Siegelinitiativen als Kooperations- und Koordinationsstelle mit Sitz in Bonn gegründet. Sie erhielt die Aufgabe, alle Labels weltweit unter einen Dachverband zu bringen, identische Standards und Zertifizierungen zu schaffen. Zwei Jahre später (2004) zersplitterte sich die Organisation in zwei unabhängige Institutionen: FLO International, die sich mit den Normen und den Geschäften mit den Produzenten beschäftigt, und FLO-CERT, die für die Prüfung und das Zertifizieren der Erzeugnisse aus den Entwicklungsländern zuständig ist. Das Fairtrade-Siegel gewann dann immer mehr Vertrauen sowohl bei den Konsumenten als auch bei den Unternehmen. In 2007 stieg das Bewusstsein für den Fairen Handel bei den Konsumenten in England um 57 Prozent, die Umsätze an Fairtrade-zertifizierten Produkten erreichten 575 Millionen Euro und die FLO erhielt eine Auszeichnung von ISEAL für den ethischen Handel.[90] Heute ist FLO für 19 Siegelinitiativen zuständig, die in 24 Ländern Europas, Nordamerikas, Ostasiens und Australiens im Einsatz sind. Die Fairtrade-zertifizierten Produkte werden aus 60 Entwicklungsländern[91] bezogen und in 120 Ländern angeboten. Der Erfolg dieser Bewegung lässt sich in dem Vorhandensein gemeinsamer Standards begründen.

3.2 Normen im Fairen Handel

Dieser Abschnitt liefert eine Erläuterung der Normen im Fairen Handel. Sie wurden auf Basis der UN Konventionen für die Umwelt und Entwicklung in Kombination mit den Bestimmungen der Internationalen Arbeitsorganisationen konzipiert. Es existieren zwei Richtlinien des Fairen Handels: die WFTO-Standards für die Fair-Handelsunternehmen und die FLO-Standards für die Produktzertifizierung.

3.2.1 WFTO-Standards

Für die Vereinigung der Fair-Handelsorganisationen ist die WFTO gegründet worden. Sie entwickelte Normen für den Fairen Handel zwischen dem Norden und dem Süden, deren Einhaltung durch ein Monitoring-System[92] [93] gewährleistet wird. In der folgenden Tabelle sind diese Normen gelistet.

Tabelle 1: WFTO-Standards

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diese Normen richten sich spezifisch an die Unternehmen, deren Kerngeschäft der Faire Handel ist (Fair-Handelsorganisationen). Dies spricht für die Fair-Handelsimporteure und die Produzentenkooperativen. Sie bilden ebenfalls Grundlagen für die Fairtrade-Standards.

3.2.2. Fairtrade-Standards

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die Drei Säule der Nachhaltigkeit

Als Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre zahlreiche Siegelinitiativen, die Produkte auf ihren nationalen Märkten zertifizieren, in Europa entstanden, stellte sich die Notwendigkeit heraus, über einheitliche Standards für die Produktzertifizierung weltweit zu verfügen. 1997 mit der Gründung von FLO durch die 14 Siegelinitiativen erfüllte sich dieser Wunsch.

Der Zusammenschluss orientierte sich an den Drei Säulen der Nachhaltigkeit und entwickelte auf Basis der WFTO-Normen Fairtrade-Standards, die für alle Siegelinitiativen gelten. Die vorliegende Abbildung[95] listet die Fairtrade-Standards auf, wie sie von FLO International vorgeschrieben sind. Anschließend wird eine ausführliche Definition der einzelnen Standards geliefert.

3.2.2.1 Ökonomische Standards

Die wirtschaftlichen Normen verfügen über eine wichtige Anzugskraft für die Kleinproduzenten sowie für die zertifizierten Händler im Fairen Handel.

Stabile Mindestpreise. Damit das Existenzminimum für den Produzenten gesichert und seine Belastung durch den Preisdruck[96] verringert wird, erhält er einen festgelegten Preis für seine Erzeugnisse im Fairtrade-Kreis. Beispielsweise liegt dieser Preis bei 2000 US Dollar für eine Tonne Kakao. Bei sinkenden Weltmarktpreisen bleibt dieser konstant und bei steigenden Weltmarktpreisen, steigt auch der Einkaufspreis.

Fairtrade-Prämien: Zu dem Mindestpreis erhalten die Produzentengruppen am Jahresende und abhängig von ihrer Absatzmenge Prämien, die es ihnen ermöglichen, Gemeinschafts-projekte sowie Investitionen in der Verbesserung der Genossenschaft zu tätigen. Der Prämienabsatz variiert mit dem Produkt und der Region[97].

Vorfinanzierung: Es gelingt den Produzenten nicht immer, Kredite für den Anbau zu erhalten. Bei den Banken sind sie trotz langjähriger Erfahrung in der Landwirtschaft nicht kreditwürdig. Um ihre Produktion zu starten bzw. zu erweitern benötigen sie Finanzmittel für die Beschaffung von Rohmaterial, Saatgut, Düngemitteln usw.[98] Von ihren Handelspartnern oder von dem Fairtrade Zugangsfonds [99] erhalten sie jedoch vertraglich einen Zuschuss, der bis zu 50 Prozent des Verkaufspreises betragen kann.

Beratung: Die Kleinproduzenten werden in Workshops begleitet, über den Fairen Handel in neuen Anbaumethoden geschult. Diese Informationen beinhalten die lokale und globale Vernetzung und die Entwicklungsprojekte.

Langfristige Handelsbeziehungen: für die Kleinproduzenten ist es von großer Bedeutung, dass die Geschäfte mit dem Fairen Handel eine langfristige Basis haben. Sie organisieren sich zusammen und planen Gemeinschaftsprojekte, die zeitlich und Schritt für Schritt zur Erfüllung kommen.

3.2.2.2 Ökologische Standards

Liste verbotener Substanzen: Die Agrarreform und die Industrialisierung der Landwirtschaft hat viele gesundheitsschädliche Probleme hervorgerufen. Einige Chemikalien sind für den Anbau von Lebensmitteln verboten worden. Allerdings werden immer wieder Fälle registriert, in denen verbotene Substanzen weiter verwendet werden. Dies geschieht vor allem in Entwicklungsländern, da dort keine strengen Kontrollen durchgeführt werden. FLO International versorgt seine Partnerproduzenten mit einer Liste dieser gefährlichen Substanzen und schützt somit Menschen[100] und die Natur.

Umweltschonender Anbau: Um die Landwirtschaft effizient und langfristig zu betreiben, sind einigen Techniken zu beachten, wie das Brachliegen[101] oder die Diversifikation[102]. Die Kleinbauern werden hierüber geschult und über Umweltprobleme informiert.

Förderung des Bio-Anbaus: Der Faire Handel erstrebt eine Umstellung auf den biologischen Anbau und möglichst einen Verzicht auf die Anwendung von Pestiziden. Angesichts der Entwicklung von neuen Anbaumethoden ist diese Vision wohl machbar. Es gibt immer mehr Methoden, um biologische Düngemittel herzustellen. Fraglich ist hier, ob dies sich aus dem Kostenfaktor noch lohnt.

Verbot gentechnisch veränderter Organismen: Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist eines der Ziele im Fairen Handel. Die Genmanipulation könnte negative Folgen hervorrufen, die nicht vorhersehbar sind. Als Priorität zielt der Faire Handel darauf, die Existenz[103] von Kleinbauernfamilien zu sichern.

Bioaufschlag: Der biologische Anbau bedeutet viel Mühsal und einen hohen Zeitaufwand. Die Verwendung von Pestiziden, die gegen Schädlinge kämpfen, ist hier ausgeschlossen. Der Kleinproduzent verbringt daher mehr Zeit auf der Plantage und leistet mehr Kontrollarbeit. Dieser Mehraufwand wird dann durch den Fairen Handel monetarisiert.

3.2.2.3 Soziale Standards

Arbeitsbedingungen: Wie in den ILO-Normen vorgeschrieben, wird die Einhaltung der Arbeitsnormen in den Produzentenorganisationen durch FLO-CERT geprüft und sanktioniert. Dies beinhaltet die Menschenwürde, den Arbeitsschutz, die Ergonomie und andere soziale Ansprüche wie die Krankenversicherung oder die Sozialversicherung. Beispielsweise existieren in Mittel- und Südamerika große Plantagen, die zahlreiche Arbeiterinnen und Arbeiter einstellen. In den vergangenen Jahren wurden Skandale registriert, da die Arbeiter während des Einsatzes von Pestiziden ohne Schutz auf dem Feld arbeiteten. Daraus folgten schwere gesundheitliche Probleme bei den Arbeitern und Gerichtsprozesse. Das war z.B. 2007 der Fall bei dem großen Bananen-Exporteur Dole.[104]

Gemeinschaftsprojekte: Der Zusammenschluss von Kleinbauern gestattet das Konzipieren und die Durchführung von Entwicklungsvorhaben, die den Bedürfnissen aller Individuen der Gemeinschaft entsprechen. Die Projektideen dienen hauptsächlich Verbesserungen im Bereich von Bildung, Gesundheitswesen und Entwicklung.

Versammlungsfreiheit: Hierbei beanspruchen die Arbeiter das Recht, Gewerkschaften bilden zu dürfen, eine Vertretung bei der Leitung zu erhalten und an den Entscheidungen in ihrer Firma teilzunehmen. Dies liegt in den meisten Entwicklungsländern aufgrund des patriarchalen Führungsstils nicht auf der Hand. Denn das Wort hat der Arbeitsgeber.

Keine illegale Kinderarbeit: Das Thema „Kinderarbeit“ ist sehr präsent in den öffentlichen Diskussionen. Es ist traditionell in der Gesellschaft verankert, dass Kinder ihre Eltern bei den Haus- und Feldarbeiten unterstützen. Diese Unterstützung sollte jedoch die Grundrechte des Kindes nicht gefährden.[105] Sie haben einen Anspruch auf Bildung und persönliche Entwicklung. Allerdings sind Kinder oft Opfer von Menschlicher Ausbeutung [106] und ihre Rechte werden nicht immer respektiert. Darin besteht die Illegalität der Kinderarbeit. Die Mitgliedschaft einer Produzentengruppe beim Fairen Handel setzt das Respektieren der Kinderrechte voraus.

Diskriminierungsverbot: In den Entwicklungsländern existiert eine große kulturelle und religiöse Vielfalt der Bevölkerung innerhalb eines Landes. Historisch sind die Länder in den kolonialen Zeiten ohne Berücksichtigung der Ethnien[107] aufgeteilt worden. Trotz der enormen Unterschiede leben viele verschieden Völker in einer Nation. Allerdings sind Ausgrenzungen in der Gesellschaft sehr rückläufig. Ferner regiert der Favoritismus.[108] Durch den Fairen Handel wird der Geist der Solidarität (Zusammenschluss und Zusammenhalt) gefördert.

[...]


[1] Japan, Korea, Australien, Neuseeland.

[2] M. von Hauff, Fair Trade, 2012, Seite 33

[3] Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika

[4] www.weltbevoelkerung.de/fileadmin/user_upload/PDF/Datenreport/Datenreport_2012.pdf am 11.04.2013

[5] Einschließlich Öl

[6] Angaben 2008

[7] M. von Hauff, Fair Trade, Seite 33

[8] Die Preise der Rohstoffe werden an der Börse gehandelt und nicht von den Bauern festgelegt.

[9] Misereor Wer ernährt die Welt, 2011, Seite 3.

[10] Le Roman Noir de l’or blanc, 2011.

[11] www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/meldungen/subventionen-baumwolle-wird-zu-billig-gemacht-512718.html

[12] Le Roman Noir de l’or Blanc, Seite 11.

[13] Film, „Let’s make Money“, Edition FilmLaden

[14] Es gibt wenige Industrien, denn sie sind Kapital-und-know-how-intensiv, was aber nicht vorhanden ist.

[15] Auf dem Weg vergehen viele. Besonders bei der überladenen Schifffahrt.

[16] http://www.bne-portal.de/coremedia/generator/unesco/de/02__UN am 22.01.2013

Dekade_20BNE/01__Was_20ist_20BNE/Was_20ist_20Nachhaltigkeit_3F.html am 22.01.2013

[17] Die Art und der Umfang der Ressourcenausnutzung haben Wirkungen auf deren Verfügbarkeit in der Zukunft und auf die Gesellschaft.

[18] www.nachhaltigkeitsrat.de/nachhaltigkeit am 20.03.2013

[19] www.t-online.de/nachrichten/wissen/id_56434070/wwf-in-18-jahren-brauchen-wir-eine-neue-erde.html 04.03.13

[20] Katar ist ein der größte Erdölproduzenten und besitzt auch kaum Ackerflächen, da das Land in der Wüste liegt.

[21] www.irlandnews.com/tag/okologischer-fusabdruck/ am 04.03.2013

[22] Dies sollte so geschehen, ohne zu riskieren, dass die kommenden Weltbürger die Folgen von der Gier der heutigen Generationen zu spüren bekommen. Seite 4, Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit

[23] Es sollte die gleichen Normen für alle Erdbewohner und für alle an die Wertschöpfungskette teilnehmenden Akteure geschaffen werden

[24] Alle, die an die Entwicklung teilnehmen.

[25] www.focus.de/schule/lernen/lernatlas/wirtschaft-der-duft-kommt-aus-kenia_aid_362755.html 05.03.13 um 15:12

[26] Das Wasser wird vom See abgeleitet, daher sinkt der Wasserspiegel über die Jahre.

[27] Dünger und Pestiziden (auch in der EU-nicht-zugelassene) werden hier in großer Menge von ArbeiterInnen angewendet, die über mangelhafte Schutzmaßnahmen verfügen.

[28] Das kontaminierte Wasser verursacht den Verlust der Artenvielfalt; die Menschen, die vom Fischen leben, verhungern und verdursten. Bei Frauen, die ungeschützt gespritzte Blumen schupften, zeigten sich später gesundheitliche Probleme wie Fehlgeburten oder Unfruchtbarkeit aufgrund der inhalierten Pestizide.

[29] www.nachhaltigkeit.info/artikel/definitionen_1382.htm?sid=d56e8840d83292e4de4bf00376dab0c6 04.03.13 um 13:42

[30] Ralf Döring, wie schwach ist stark und wie stark ist schwache Nachhaltigkeit, Seite 4.

[31] www.holger-rogall.de/index.php/nachhaltige-oekonomie 04.03.13 um 13:20

[32] Stefan Brunnhuber, Wie wir wirtschaften werden, Seite 68.

[33] Atomkraftwerk: Nach der Fukushima-Katastrophe fanden viele Demonstrationen von NROs in Europa statt, die erfolgreich waren.

[34] Seite 295, Nachhaltige Ökonomie

[35] A. Grunwald, Nachhaltigkeit Seite 14

[36] A. Grunwald, Nachhaltigkeit Seite 14

[37] Verein, der in 1968 vom italienischen Industriellen Aurelio Peccei und dem schottischen OECD-Direktor Alexander King ins

Leben gerufen wurde, um die Menschheit über die Umweltprobleme und die Lösungsansätze zu informieren.

[38] www.nachhaltigkeit.info/artikel/mission_des_club_of_rome_540.htm 07.03.13 um 16:16

[39] www.1000dokumente.de/index.html?c=dokument_de&dokument=0073_gwa&object=pdf&l=de 06.03.13 um 14:04

[40] Im Auftrag des Präsidenten Jimmy Carter brachte 1980 das US-amerikanische Umwelt- und Außenministerium den Global 2000 Bericht heraus. Der Bericht beinhaltete beängstigende Ergebnisse, die aus Analysen von Modellen zum Ressourcenverbrauch und Bevölkerungswachstum der Erde bis zum Ende des 20.Jahrhunderts hergeleitet waren.

[41] Der US-amerikanische Ökonom Robert Merton Solow war der Meinung, dass ein langfristiges Wirtschaftswachstum nur durch den technischen Fortschritt dauerhaft gefördert werden kann. Für seine Theorien erhielt er den Nobelpreis.

[42] Brundlandt war zuvor konsekutiv als Umweltministerin und Ministerpräsidentin von Norwegen tätig.

[43] A. Grunwald, Nachhaltigkeit Seite 20

[44] www.un-documents.net/wced-ocf.htm

[45] http://www.worldsummit2002.de/web/joburg/167.html 08.03.13 um 16:15

[46] Harriet Lamb: Fighting the Banana Wars and other Fairtrade battles, 2008.

[47] Der Faire Handel in Deutschland, Grundsätze.Wirkungen.Akteure Seite 40

[48] Laut Angaben der FLO International

[49] Michael von Hauff, Fair Trade, 2012, Seite 93

[50] http://www.fairtrade-code.de/transfair/mod_content_page/seite/dt_fairtradestandards_kaffee/index.html 13.03.13

[51] Gleichberechtigung unter den Mitgliedern, Stimmrechte und Entscheidungsrechte.

[52] Geschlechtsgleichstellung, Diskriminierungsverbot, Verbot der Zwangsarbeit

[53] Harriet Lamb ist die aktuelle Geschäftsführerin der Dachorganisation FLO International

[54] Alle, die am Fairen Handel Interessiert sind und aktiv mitwirken.

[55] Der Faire Handel in Deutschland, Grundsätze. Wirkungen,. Akteure, Seite 51

[56] www.european-fair-trade-association.org/efta/ am 18.03.2013

[57] www.forum-fairer-handel.de/#1 am 18.03.13

[58] Im Arbeitskreis Bildung des Forums Fairer Handel werden die einzelnen Aktivitäten von Trägern abgestimmt.

[59] Der Arbeitskreis Grundlagen und Kriterien tauscht sich über neuere internationale Entwicklungen bei Monitoring und Zertifizierung aus.

[60] Ziel ist, den Fairen Handel in der Öffentlichkeit zu einem wahrnehmbaren politischen Instru­ment zu entwickeln.

[61] Der ist ursprünglich unter dem Namen “Laden der Dritten Welt” getauft worden. Er ist ebenfalls ein außerschulischer Lernort

[62] Der Faire Handel in Deutschland, Grundsätze.Wirkungen.Akteure, Seite 48

[63] www.Fairtrade.de

[64] Eine Siegelinitiative ist eine Unterorganisation von FLO auf der nationalen Ebene. Derzeit existieren 21 weltweit.

[65] Michael von Hauff, Fair Trade, 2012, Seite 91

[66] Michael von Hauff, Fair Trade, 2012, Seite 107

[67] Struktur des FLO e.V. PDF, Seite 6

[68] Fairtrade International, Standards Unit PDF, Seite

[69] Globaler Dachverband der Organisationen für nachhaltigen Normen

[70] Produzenten sind Mitglieder oder Inhaber von FLO.

[71] TransFair Vereinsprofil 2012 PDF Seite 2

[72] www.fairtrade.net/clac.html

[73] www.fairtradeafrica.net

[74] www.fairtradenap.net

[75] Fairtrade-deutschland.de

[76] 2012 haben zwei Hundert Handelsunternehmer in Deutschland zwei Tausend verschieden Produkte unter dem Fairtrade-Siegel vertrieben. Quelle: TransFair-Vereinsprofil PDF

[77] Michael von Hauff, Fair Trade, 2012, Seite 90

[78] Contigo, BanaFair, El Jorito usw.

[79] GEPA, Zahlen- Daten - Fakten 2011/2012 PDF

[80] GEPA gewann für den Nachhaltigkeitspreis (2009 Top3 Kategorie „Deutschlands nachhaltigster Einkauf“ , 2010 ( TOP3 Kategorie „Deutschlands nachhaltigste Zukunftsstrategien - kleine und mittlere Unternehmen-“ , 2011 ( TOP3 Kategorie „Deutschlands nachhaltigste Marken“)

[81] Der Begriff „El Puente“ stammt aus dem Spanischen und bedeutet „die Brücke“ zwischen dem Norden und dem Süden

[82] www.el-puente.de

[83] El Puente GmbH ist der erste Fairer-Handelspartner in Kamerun. Dies wird im Kapitel 4 detailliert erläutert.

[84] www.dwp-rv.de

[85] www.globo-fairtrade.com

[86] Harriet Lamb, Fighting the Banana war, 2008, Seite 230.

[87] Marlike. Kochen (Geschäftsführung EFTA) 50 Jahre Fairer Handel, 2004 , PDF

[88] Harriet Lamb, Fighting th Banana war, 2008, Seite 230

[89] www.fairtrade.org

[90] http://www.fairtrade.org.uk/what_is_fairtrade/history.aspx am 18.01.2013

[91] Hier leben 1,2 Millionen Kleinbauern von dem Fairen Handel

[92] Forum Fairer Handel, Der Faire Handel in Deutschland, Grundsätze.Wirkungen.Akteure, 2010, Seite 51

[93] Die Fair-Handelsorganisationen überprüfen sich selbst und gegenseitig

[94] Forum Fairer Handel, Der Faire Handel in Deutschland, Grundsätze.Wirkungen.Akteure, 2010, Seite 51

[95] Quellen der Icons www.de.123rf.com ; www.canstockphoto.de; www.news.immonet.de; www.animaatjes.de am 13.03.2013

[96] Der Preisdruck entsteht durch die Preisschwankungen an der Börse. Der Preis kann hoch oder runtergehen, je nach dem.

[97] Der Mindestpreis hängt mit den Produktionskosten und Lebensstandards zusammen.

[98] Michael von Hauff, Fair Trade, 2012, Seite 90.

[99] Mai 2012 gründeten Fairtrade International zusemmen mit Incofin Investment Management, Grameen Foundation einen gemeinsamen internationalen Fonds mit Starbucks als Erstinvestor. Mehr Info unter www.fairtrade-deutschland.de/top/nachricht/?tx_ttnews%5BbackPid%5D=7&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1126&cHash=0b179faf9568ef3c03c7aa169e9fa6a4 13.03.13 um 17:10

[100] Mit Menschen ist es Kleinbauern, die ungeschützt arbeiten, und Konsumenten gemeint

[101] In der Monokultur ist wird der Boden nach einer Zeit unfruchtbar. Das Bachliegen ist die Ruhezeit für die Regeneration des Bodens.

[102] Die Diversifikation ist die Mischkultur. Sie bereichert den Boden mit Humus und fördert eine langfristige Fruchtbarkeit.

[103] Hier die Bekämpfung des Ernährungsproblems

[104] www.spiegel.de/wirtschaft/pestizid-skandal-millionen-entschaedigung-fuer-impotente-bananenarbeiter-a-524025.html 15.03.13

[105] Kinder dürfen in dem Ausmaß arbeiten, dass die schulische Aktivitäten(wie Hausaufgaben oder Lernen) und seine persönliche Entwicklung nicht aufs Spiel gesetzt werden.

[106] Laut Angaben des Südwind Institutes arbeiten 100 000 Kinder (Stand 2010) in Kakaoplantagen in Cote d’Ivoire und erhalten keine Schulbildung. Siehe Video „Schuften für Schokolade“ in Youtube.

[107] Eine Ethnie ist eine Völkergruppe mit gemeinsamen Traditionen, Glauben, Sprachen oder Werten

[108] Menschen aus der eigenen Ethnie werden am Arbeitsplatz oder in der Gesellschaft bevorzugt.

Details

Seiten
74
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783842834385
Dateigröße
3.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v270402
Institution / Hochschule
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg – Volkswirtschaft
Note
2,3

Autor

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Titel: Fairer Handel als Instrument der sozialen Nachhaltigkeit am Beispiel von zwei Kooperativen in Kamerun