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Das Biopsychosoziale Modell und die Wahrnehmung von Ressourcen während sozialer Interaktion

Eine Laborstudie

Bachelorarbeit 2011 94 Seiten

Psychologie - Sozialpsychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Danksagung

Zusammenfassung

Abkürzungsverzeichnis

Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Wahrnehmung sozialer und personaler Ressourcen
1.2 Situative Anforderungen: Individuelle psychologische Bewertung und physiologische Reaktionen
1.3 Das Biopsychosoziale Modell der Herausforderung und Bedrohung
1.3.1 Das Biopsychosoziale Modell hinsichtlich Motivation und Emotion
1.4. Psychophysiologische Messungen
1.4.1 Elektrokardiographie, Herzrate und Herzperiode
1.4.2 Impedanzkardiographie, PEP, Schlag- und Herzminutenvolumen
1.4.3 Blutdruckmessung
1.5 Laborstudie und Hypothesen

2 Methoden
2.1 Teilnehmer und Stichprobe
2.2 Komparsen
2.3 Cover story
2.4 Versuchsaufbau
2.5 Messung der abhängigen Variablen
2.6 Forschungsdesign
2.7 Stimuli
2.8 Manipulation der unabhängigen Variablen
2.9 Manipulationsüberprüfung
2.10 Experimenteller Ablauf
2.11 Analysierte Messzeiträume
2.12 Datenaufbereitung, -bereinigung und -auswertung

3 Ergebnisse
3.1 Manipulationsüberprüfung der sozialen Interaktion und Ressource
3.2 Manipulationsüberprüfung der personalen Ressource
3.3 Hauptanalysen

4 Diskussion

Literaturverzeichnis

Anhang

Ehrenwörtliche Erklärung

Danksagung

Ich möchte an dieser Stelle allen herzlich danken, die mich beim Schreiben dieser
Bachelorarbeit unterstützt haben, insbesondere meinen Betreuerinnen Dipl. Psych.
Katharina Lotz-Schmitt von der FernUniversität in Hagen und Prof. Dr. Ursula Hess von der Humboldt-Universität zu Berlin. Sehr gefreut habe ich mich über die hilfreiche Beantwortung meiner Fragen durch Prof. Dr. Wendy Berry Mendes von der University of California, San Francisco. Vielen Dank auch an Dr. Christophe Blaison, Lena Boge, Burkhard Klein, Cordula Endter, Guido Kieker und Isabell Hühnel für die gute Zusammenarbeit im Labor der Humboldt-Universität.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit habe ich auf die explizite Nennung beider
Geschlechter verzichtet. Falls nicht ausdrücklich anders erwähnt, sind immer beide
Geschlechter gemeint.

Zusammenfassung

Während einer aktuellen sozialen Interaktion mit jeweils einem Komparsen wurde in einem Laborexperiment das Auftreten der physiologischen Marker Herausforderung und Bedrohung nach dem Biopsychosozialen Modell von Blascovich und Tomaka (1996) untersucht. Wir nahmen einerseits an, dass mit der Wahrnehmung einer sozialen oder personalen Ressource eine Annäherungsmotivation und der Marker Heraus-forderung und andererseits bei Abwesenheit von Ressourcen eine Vermeidungs-motivation und der Marker Bedrohung einhergehen würde. Eine soziale Ressource wurde durch kooperatives, nicht-bewertendes Verhalten des Komparsen, eine personale Ressource durch eine positive mentale Zeitreise induziert. Physiologische Daten von 44 Studierenden gingen in die Analysen ein (24 Frauen, 20 Männer; M Alter = 24.45 Jahre, SD = 2.90). Der Marker Herausforderung zeigte sich in der Bedingung soziale und keine Ressource. In der Bedingung personale Ressource zeigte sich hingegen der Marker Bedrohung.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

Tabellen:

1 Charakteristische psychische und physiologische Prozesse bei Herausforderung und Bedrohung

2 Mittelwerte und Standardabweichungen der physiologischen Messungen in den analysierten Messzeiträumen in Baseline, Interaktion 1 und Interaktion 2

Abbildungen:

1 Der Zusammenhang zwischen Situation, affektiver und kognitiver Bewertung und physiologischen Reaktionen nach Blascovich & Mendes (2000)

2 Übereinanderliegende EKG- und dZ/dt-Kurve des IKGs und wichtige Punkte und Intervalle zur Berechnung von kardiovaskulären Indizes

3 Das experimentelle Setting: Der Versuchsleiterraum mit Computer 1

(Aufzeichnung der Biosignale des Probanden) und Computer 2

(Aussendung des Stimulus an Proband [Raum 1] und Komparse [Raum 2])

4 Konzeption der sozialen Interaktion: Über zwei Webcams sehen sich Proband und Komparse in Kamerafeldern auf dem Bildschirm

5 Experimenteller Ablauf und analysierte Messzeiträume der physiologischen Messung

1.Einleitung

Menschen fühlen sich in Gesellschaft wohl. Generell ist wahrgenommene Einsamkeit mit geringerer Herzleistung und Verengung der Blutgefäße assoziiert (Cacioppo et al., 2002; Hawkley, Burleson, Berntson, & Cacioppo, 2003). Einsame Studierende zeigten im Vergleich zu geselligen Studierenden schlechtere Immunfunktionen (z.B. Glaser, Kennedy, Lafuse, Bonneau, Speicher, & Kiecolt-Glaser, 1990; Kiecolt-Glaser, Garner, Speicher, Penn, Holliday, & Glaser, 1984). Zadro, Williams und Richardson (2005) fanden heraus, dass die Erfahrung sozialer Isolation und Ächtung Bedrohungs-empfindungen auslöste. Im Gegensatz dazu war psychische und physische Gesundheit mit Gemeinschaftsorientierung (Black, Cook, Murry, & Cutrona, 2005; Clark, Ouellette, Powell, & Milberg, 1987), ehrenamtlicher Arbeit (Oman, Thoresen, & McMahon, 1999) und altruistischem Handeln (Midlarsky & Kahana, 1994; Weinstein & Ryan, 2010) verbunden. Shelley Taylor und Kollegen (2000) fanden heraus, dass Frauen in Stresssituationen dazu neigten, pflege- und anschlussmotiviertes Verhalten zu zeigen und Hilfe anzubieten (tend-and-befriend). Ein Klassiker in der sozial-psychologischen Forschung ist das Experiment von Norman Triplett (1898). Es gilt als das erste Experiment, das sich speziell mit sozialem Einfluss, sozialer Aktivierung bzw. Erleichterung (social facilitation) und sozialer Unterstützung beschäftigte (siehe Allport, 1954; Gardner, Gabriel, & Diekman, 2000). Triplett (1898) berichtete, dass Fahrradrennfahrer im Wettbewerb mit anderen schneller fuhren als wenn sie nur auf Zeit fuhren und schloss daraus, dass allein die physische Präsenz einer anderen Person bei der Ausführung einer gleichen Aktivität auf das Verhalten eines Individuums Einfluss hat. Triplett (1898) fand sowohl soziale Aktivierung bzw. Erleichterung (Leistungsverbesserung) als auch soziale Hemmung (Leistungshemmung). Viele Untersuchungen zu sozialer Aktivierung folgten (ein Überblick: Bond & Titus, 1983; siehe auch Kent, 1994; Sanders, 1984). Es stellte sich heraus, dass allein die bloße Anwesenheit (mere presence) eines Zuschauers für den Effekt der sozialen Aktivierung ausreichte, unabhängig von der Ausführung einer gleichen Aktivität (z.B. Bond & Titus, 1983; Zajonc, 1965). Basierend auf der Triebtheorie von Hull und Spence (siehe Spence, 1956) schlugen John Thibaut und Harold Kelley (1959) und Robert Zajonc (1965) das Konzept der generellen physiologischen Erregung (general arousal) als angeborene Reaktion vor und die dadurch gesteigerte Ausführung dominanter Reaktionen. Demnach hängt die Leistung mit der Art der Aufgabe zusammen: Bei komplexen und ungelernten Aufgaben wirkt sich die bloße Anwesenheit leistungshemmend, bei einfachen und gut gelernten Auf-gaben leistungsfördernd aus.

Viele Forscher vertreten die Auffassung, dass weitere Faktoren, die nicht un-bedingt an das Konzept der generellen Erregung geknüpft sind, Leistungshemmung oder -steigerung bewirken. Zum Beispiel beschrieben Carver und Scheier (1981) den motivierenden Effekt von positiver Selbstbewertung. Markus (1978) bemerkte, dass bei der Untersuchung von Effekten sozialer Erleichterung die Beziehungsqualität stärker berücksichtigt werden müsse. Blascovich, Mendes, Hunter und Salomon (1999) fanden heraus, dass die Präsenz einer anderen Person die Selbstrelevanz und die Einbettung des Ausführenden in eine Aufgaben erhöhte und zu Leistungsverbesserung führte (siehe auch Cacioppo & Petty, 1986; Seta & Seta, 1995). Nach Blascovich und Tomaka (1996) manifestiert sich die Erregungssteigerung in spezifischen Situationen in den physiologischen Markern Herausforderung oder Bedrohung. Diese spezifischen Erregungsmuster werden auf Seite 7 genauer beschrieben.

Cottrell und Kollegen (Cottrell, Sekerak, Wack, & Rittle, 1968) postulierten, dass nur dann eine Erregungssteigerung resultiere, wenn eine Person die Bewertung ihrer Leistung durch einen anwesenden Zuschauer oder Ko-Akteur erwarte, die bloße Anwesenheit einer anderen Person sei nicht hinreichend. Menschen hätten während ihrer individuellen Entwicklung gelernt, dass die Anwesenheit von weiteren Personen entweder mit positiven oder negativen Konsequenzen verbunden sei. Diese
Bewertungserwartung steigere die Erregung und die Ausführung entsprechender
dominanter Reaktionen. Cottrell (1968) wies den Einfluss von Bewertungserwartungen in einer Studie nach: Möglichen bewertenden Anwesenden wurden die Augen ver-bunden. In Anwesenheit dieser Personen (mere presence-Bedingung) unterschied sich die Leistung nicht von den Probanden, die die Aufgabe alleine ausführten. In einer
weiteren Bedingung führten die Probanden die Aufgabe in Anwesenheit von Zuschauern, die keine Augenbinde trugen durch. Hier zeigten sich nach Cottrell (1968) Effekte sozialer Erleichterung durch die antizipierte Bewertungserwartung. Kamarck, Manuck und Jennings (1990) stellten ergänzend fest, dass eine als nicht-bewertend eingestufte anwesende Person mit dem Erleben positiver Emotionen verbunden war, als am
stärksten sozial unterstützend wahrgenommen wurde und das höchste Ausmaß an
Leistungsteigerung bewirkte. Sie verglichen die physiologische Reaktivität in Ab- und Anwesenheit einer als nicht-bewertend eingestuften Freundin und stellten eine niedrigere physiologische Reaktivität bei den Probandinnen fest, die eine Rechenaufgabe in Anwesenheit der Freundin lösten als bei den Probandinnen, die die Aufgabe alleine durchführten. Dass nicht-bewertende Anwesenheit als am stärksten sozial unterstützend wahrgenommen wird, belegten auch Allen und Kollegen (1991) in einer anderen Studie. Probandinnen sollten in Anwesenheit einer Freundin oder in Anwesenheit des eigenen Hundes eine Kopfrechenaufgabe lösen. Die Freundin wurde als bewertend, der eigene Hund als nicht-bewertend eingestuft. Die physiologischen Reaktionen waren bei den Probandinnen, die in Anwesenheit des eigenen Hundes die Aufgabe lösten, niedriger. Die Ergebnisse wurden so interpretiert, dass sich die Probandinnen in der Bedingung Hund weniger bedroht fühlten und einen positiveren Gefühlszustand erlebten als die Probandinnen in der Bedingung Freundin. Diese Probandinnen befürchteten eine höhere Bewertung durch die Freundin und nahmen die Situation als bedrohlicher wahr und erlebten negativere Gefühlszustände, auch wenn die Freundin unterstützend wirkte. In beiden Studien wurde das Verhalten der Probanden neben Selbstberichtdaten mit physiologischen Maßen beschrieben. Später spezifizierten Blascovich und Tomaka (1996) physiologische Erregungsmuster für die motivationalen Zustände Herausforderung und Bedrohung in dem Biopsychosozialen Modell (siehe auch Seite 8). In diesem Modell ist die Rolle der kognitiven und affektiven Bewertung von Ressourcen ein zentrales
Element. Basierend auf diesen Annahmen wurde im Rahmen der vorliegenden Arbeit eine Studie durchgeführt. Dabei wurde der Einfluss von sozialen und personalen Ressourcen auf den motivationalen Zustand von Probanden in einer aktuellen sozialen Interaktion untersucht (siehe Seite 17).

1.1 Wahrnehmung sozialer und personaler Ressourcen

Allgemeine Theorien sozialer Unterstützung legen nahe, dass positive Gefühlszustände die Wahrnehmung von akutem Stress abpuffern (z.B. Cohen & Hobermas, 1983; Cohen & Wills, 1985; Uchino, Cacioppo, & Kiecolt-Glaser, 1996) und als soziale Ressource bei der Stressbewältigung dienen (z.B. Hobfall, Freedy, Lane, & Geller, 1990). Dabei korrelieren tatsächlich erhaltene und erwartete Unterstützung nicht miteinander (z.B. Aymanns, 1992; Dunkel-Schetter & Bennett, 1990; Finch et al., 1990; Peters-Golden, 1982). Wahrgenommene soziale Unterstützung kann als generalisierte Erwartungs-haltung verstanden werden (Sarason, Sarason, & Pierce, 1990; Schröder, Schwarzer, & Endler, 1997) und instrumenteller, emotionaler, informationeller Art sein oder als selbstwertdienliche Bewertungsunterstützung (Kahn & Antonucci, 1980) fungieren. Krantz und Manuck (1984) zeigten in einer Meta-Analyse von 22 Studien, dass auch die experimentelle Manipulation von sozialer Unterstützung im Labor mittlere bis große dämpfende Effekte auf die Herz-Kreislauf-Reaktivität hatte. In weiteren Studien wurde der Zusammenhang wahrgenommener sozialer Unterstützung mit kardiovaskulären Reaktionen (Berkman, Czajkowski, Hill, Clarkson, & Rockville, 1994; Berkman, Leo-Summers, & Horwitz, 1992; Christenfeld & Gerin, 2000; Rozanski, Blumenthal, Davidson, Saab, & Kubzansky, 2005), mit der Reduzierung der kardiovaskulären Reaktivität (z.B. Lepore, Allen, & Evan, 1993; Thorsteinsson & James, 1999), mit der Erhöhung der Aktivität des parasympathischen Nervensystems (z.B. Willemen, Goossens, Koot, & Schuengel, 2008) und mit der positiven Wirkung auf das Immunsystem (im Überblick: Uchino, Cacioppo, & Kiecolt-Glaser, 1996) belegt. Andere Forscher fanden ein wachsendes Bedürfnis nach sozialer Unterstützung in belastenden Situationen (z.B. Schulz & Schwarzer, 2003). Unterstützungserhalt erhöhte auch die Stresswahrnehmung (Bolger & Amarel, 2007) wobei der positive Effekt von der Passung der angebotenen Unterstützung und den Bedürfnissen der unterstützungserhaltenden Person abhing (z.B. Leppin, 1994). Andere Untersuchungen zeigten, dass soziale Unterstützung kurzfristig positive Folgen für das Individuum hatte und langfristig zu Einschränkungen in der
Autonomie und Intensivierung der Stressreaktion führte (Kaluza, 2005; Laireiter, 2002).

Neben sozialen Ressourcen wie sozialer Unterstützung hat die psychologische Stressbewältigunsforschung eine Reihe personaler Ressourcen identifiziert. Als Persönlichkeitsvariablen waren generalisierte Erwartungshaltungen wie dispositioneller Optimismus (z.B. Scheier & Carver, 1992), internale generalisierte oder bereichsspezifische Kontrollüberzeugungen (z.B. Averill, 1973; Krampen, 1989a, 1989b; Rodin & Langer, 1977; Rotter, 1966; Schwarzer, 1994), Selbstwirksamkeitserwartungen (z.B. Bandura, 1997; Schwarzer & Jerusalem, 2002), Hardiness (Kobasa, Maddi, & Kahn 1982; Maddi, 2002), Resilienz (z.B. Staudinger, 2000) und Kohärenzsinn (Antonovsky, 1979, 1987) besonders relevant. Auch die Wirksamkeit positiver Kognitionen und Erinnerungen wie mentale Zeitreisen konnte als personale Ressource nachgewiesen werden. Nach Frederickson und Levenson (Frederickson 2002; Frederickson & Levenson, 1998; Johnson, Waugh, & Fredrickson, 2010) erweitern positive Emotionen das Verhaltensrepertoire einer Person, unterstützen bei der Stressbewältigung und blockieren das Auftreten negativer Emotionen (undoing effect). Berntsen und Jacobsen (2008) fanden heraus, dass Individuen oft und unbewußt im Alltag mentale Zeitreisen durchleben. Quoidbach und Kollegen (Quoidbach, Berry, Hansenne, & Mikolajczak, 2010; Quoidbach, Wood,
& Hansenne 2009) belegten den Zusammenhang von positiven mentalen Zeitreisen in die Vergangenheit oder Zukunft und subjektivem Wohlbefinden. Nelsen und Knight (2010) zeigten in einer Studie, dass Studierende, die vor einer Prüfung eine positive Erinnerung aufschrieben, später weniger Prüfungsangst berichteten und besser im
Examen abschnitten.

1.2 Situative Anforderungen: Individuelle psychologische Bewertung und physiologische Reaktionen

Neben der Wahrnehmung von Ressourcen sind die Bewertung einer Anforderung und die daraus resultierenden physiologischen Reaktionen weitere wichtige Bestandteile des Biopsychosozialen Modells. Je nachdem, wie situative Anforderungen und wahrgenommene Ressourcen gegeneinander abgewogen werden, kommt es nach Blascovich und Tomaka (1996) entweder zu einer Herausforderungs- oder zu einer Bedrohungsempfindung. Mit diesem Einschätzungsprozess geht eine Abweichung von der Homöostase einher und der Organismus mobilisiert Energie für die Bewältigung der besonderen Anforderung. Durch kompensatorische biologische, psychologische und soziale Reaktionen passt sich das Individuum der Situation oder einem Ziel an. Der Begriff Homöostase wurde von dem Physiologen Walter Cannon (1932) als Prozess beschrieben, der in geschlossenene Systemen mit dem Ziel stattfindet, die Stabilität des inneren Milieus aufrechtzuerhalten oder wieder herbeizuführen, sofern eine Abweichung vom Sollwert registriert wird. Aus psychologischer Sicht erfolgt die Vorgabe des Sollwerts durch die bewußte oder unbewußte Wahrnehmung eines Reizes (Stressor), der eine
psychische und physiologische Erregung auslöst. Frühe reaktionsorientierte Theorien gehen dabei von einer nicht-spezifischen physiologischen Erregung aus. Cannon (1932) vertrat die Vorstellung einer sogenannten Notfallreaktion auf plötzlich eintretende
psychische oder physische Abweichungen von der Homöostase. Um sich einer Situation anzupassen, erhöht der Organismus die Aktivität des sympathischen Nervensystems und ermöglicht so die schnelle Energiezufuhr zum Zweck des Kampfes (fight) oder der Flucht (flight). Die Aktivität des parasympathischen Nervensystems verringert sich gleich-zeitig. Der Mediziner Hans Selye (1953) definierte diese Reaktion als Stress und Adaptionsreaktion eines Organismus auf eine unspezifische Belastung (allgemeines Adaptionssyndrom, AAS). Er unterschied zwischen (negativem) Distress und (positivem) Eustress.

Eine kognitive Perspektive und die Betonung des transaktionalen Geschehens zwischen Person und Umwelt dominiert heute die Emotionsforschung (z.B. Arnold, 1960, van Harrison, 1978; Lazarus, 1966, 1991a, 1991b, 1991c, 1999; Lazarus & Folkman, 1984; Lazarus & Launier, 1978; McGarth, 1976). Durch individuelle Bewertung des Reizes kommt es zu einem Affekt oder einer Emotion, deren Qualität von ver-schiedenen subjektiven Faktoren wie zum Beispiel Erfahrungen, Erwartungen und
Motivation abhängt. Kognitive Prozesse wie Aufmerksamkeit, Interpretation und Re-interpretation, Bedeutungsbeimessung und kognitive Annäherung und Vermeidung
finden in vielen adaptiven Reaktionen wie Stress und Stressbewältigung statt. Zum
Beispiel untersuchten Glass und Singer (1972) die Rolle der wahrgenommenen Vorhersagbarkeit und Kontrollierbarkeit von Verhalten im Zusammenhang mit städtischen Stressoren. Leventhal und Kollegen (Leventhal, Meyer, & Nerenz, 1980) beschrieben den Einfluss von kognitiven Repräsentationen auf die Gesundheit. Nach Richard Lazarus entsteht eine Emotion wie zum Beispiel Stress (siehe Lazarus, 1966, S. 10) über verschiedene kognitive Einschätzungsprozesse (cognitive appraisals). Das Individuum bewertet einen Reiz oder ein Ereignis im ersten Schritt dahingehend, ob es für das eigene Wohlergehen potentiell günstig, irrelevant oder schädlich ist (primary appraisal). Zukünftige Ereignisse werden antizipiert und bestimmen eine entsprechende Erwartungshaltung, die den weiteren kognitiven Prozess und die Auswahl von Bewältigungsstrategien (Copingstrategien) prägt. Antizipierte positive Folgen bewirken ein positives Grundgefühl und eine Situation wird eher als Herausforderung (challenge) bewertet. Eine Bedrohungsbewertung (threat) bezieht sich auf eine antizipierte Schädigung oder
Verlust, als Folge entstehen Angst und Stress. In einem weiteren Prozess (secondary appraisal) schätzt das Individuum die eigenen Möglichkeiten ein, das Ereignis zu bewältigen. Dabei werden sowohl personale (z.B. Kompetenzen, Überzeugungen) als auch soziale Ressourcen (z.B. Verfügbarkeit von sozialer Unterstützung) berücksichtigt. Primär- und Sekundärbewertungsvorgänge laufen parallel ab. In einer dritten Phase der Neube-wertung (reappraisal) wird die Anforderungs- und Bewältigungssituation neu eingeschätzt. Lazarus (1966, 1993b) unterschied zwischen zwei Arten von Coping:
Intrapsychisches Coping reguliert negative Affekte und kann akute Belastungssymptome lindern (z.B. durch Neubewertung der Situation). Problemorientiertes Coping dient dem Zweck, die belastende Situation zu verändern (z.B. Flucht, Meiden oder Aufsuchen sozialer Unterstützung). Weil sich kognitiv-evaluative Bewertungs- und Copingprozesse und verschiedene Einflussfaktoren nicht klar voneinander abgrenzen lassen, gilt die prozessorientierte Definition von Stress und Stressbewältigung als unscharf (z.B. Coyne & Racioppo, 2000; Dohrenwend & Shrout, 1985). Diese klassische kognitive Theorie der Stressbewältigung von Lazarus und Folkmann (1984) ist trotz aller Kritik bis heute enorm einflussreich und findet sich auch in dem Biopsychosozialen Modell von Blascovich und Kollegen wieder (siehe zum Beispiel auch Rohmert & Rutenfranz, 1975, Belastungs-Beanspruchungsmodell).

1.3 Das Biopsychosoziale Modell der Herausforderung und Bedrohung

Jim Blascovich und Joe Tomaka (1996; siehe auch Blascovich & Mendes, 2000; Blascovich, Mendes, Hunter, & Salomon, 1999; Mendes, Blascovich, Lickel, & Hunter, 2002; Mendes, Blascovich, Major, & Seery, 2001; Tomaka, Blascovich, Kelsey, & Leitten, 1993; Tomaka, Blascovich, Kibler, & Ernst, 1997) beziehen sich in dem Bio-psychosozialen Modell der Herausforderung und Bedrohung ausdrücklich auf die
kognitive Stressbewältigungstheorie von Lazarus und Folkmann (1984, Lazarus 1991a, 1991b, 1991c) und auf die psychophysiologischen Überlegungen von Paul Obrist (1981) und Richard Dienstbier (1989). Obrist (1981) schloss sich Cannons Erkenntnissen zur Flight-or-fight-Reaktion an. Er unterschied zwischen aktiver und passiver
Bewältigungstendenz (active and passive coping) und damit einhergehenden spezifischen physiologischen Reaktionen. Aktive Bewältigung findet dann statt, wenn das Individuumm einen Stressor durch das eigene Verhalten beeinflussen kann. Durch
Aktivierung des sympathischen Nervensystems steigt die Herzrate und der Blutdruck. Passive Bewältigung findet dann statt, wenn das Individuum keine Möglichkeit wahrnimmt, die Situationen zu verändern. Durch vagale Innervierung steigt dann vor allem der periphere Gefäßwiderstand und die Herzrate sinkt. Obrist (1981) fand heraus, dass Muster autonomer Reaktionen während passiver Aufgabenausführung unwahrschein-licher waren als bei aktiver Aufgabenausführung. Dienstbier (1989) beschäftigte sich im Sinne von Seyles Eustress mit der Möglichkeit positiver Reaktionen auf Stress-situationen. Er unterschied zwischen physiologischer Belastbarkeit und Schwäche und ging davon aus, dass ein Organismus in einer belastenden Situation Energie über
erhöhte Sympathikusaktivität und der vermehrten Ausschüttung von Cortisol über die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (hypothalamus-pituitary-adrenal axis, HPA-Achse) mobilisiert. Hohe Sympathikusaktivität stellt schnell und effizient Energie zur Verfügung, die HPA-Achse länger anhaltend. Hohe Sympathikusaktivität gekoppelt mit geringer HPA-Aktivität verband Dienstbier mit einer günstigen Stressreaktion (toughness). Studien aus der Emotionsforschung, die spezifische autonome
Reaktionen nachwiesen und Emotionsvalenz und Motivation vorhersagen konnten,
bestätigten Dienstbiers Befunde (Cacioppo, 2000; Cacioppo, Bernston, Klein, & Poehlmann, 1997).

Blascovich und Tomaka (1996) formulierten ein ähnliches Modell wie Obrist (1981), bezogen in ihre Überlegungen jedoch die subjektive Bewertung der Situation und der eigenen Bewältigungsressourcen gemäß Lazarus und Folkmann (z.B. 1984, 1991a, 1991b, 1991c) stärker ein. Sie unterschieden zwischen den motivationalen Zuständen Herausforderung (challenge) mit appetitiven Tendenzen und Bedrohung (threat) mit aversiven Tendenzen. Beide Zustände beinhalten kognitive (Bewertung und Aufmerksamkeit) und affektive (positive und negative Emotionen) Bewertungsprozesse und laufen unabhängig voneinander ab. Herausforderung und Bedrohung treten in ziel-relevanten Situationen auf. Die Präsenz anderer Personen erhöht dabei die Zielrelevanz (z.B. Blascovich, Mendes, Hunter, & Salomon, 1999). Die motivationalen Zustände Herausforderung und Bedrohung können sowohl gelernt oder ungelernt als auch bewußt oder unbewußt sein. Ein Individuum wägt in einer Situation Anforderungen und
Ressourcen ab und eine Vielzahl von kardiovaskulären, hormonellen, behavioralen, affektiven und kognitiven Reaktionen, die motivationale Zustände anzeigen können, resultieren. Herausforderungs- und Bedrohungsempfindungen sind mit aktivierenden und hemmenden Reaktionen assoziiert (siehe Tabelle 1). Charakteristisch für den Kontext ist die Wahrnehmung von Bedrohung des eigenen Wohlergehens oder der eigenen Entwicklung (Blascovich, Mendes, Hunter, & Lickel, 2000) und die Erwartung einer Bewertung, sei es durch das Individuum selbst oder durch andere Personen (Blascovich & Mendes, 2000). Die Muster sind eher in einem öffentlichen als einem privaten
Kontext nachweisbar. Blascovich und Kollegen beschränken sich in dem Modell auf Aussagen für nicht-metabolische Leistungssituationen, die eine aktive psychologische Bewältigung erfordern wie zum Beispiel das Lösen einer Aufgabe, das Ablegen einer Prüfung, das Halten einer Rede, ein Spiel spielen oder ein Interview geben. Bei passiver Bewältigung wie zum Beispiel dem Ansehen eines Horrorfilms, Zeuge eines Überfalls werden o.ä. sind die Marker nicht anwendbar (z.B. Blascovich, 2008; Blascovich & Mendes, 2000; Blascovich & Tomaka, 1996). In Situationen, in denen die Ressourcen die Anforderungen um ein weites übersteigen, sind diese Marker ebenfalls nicht anwendbar. Zum Beispiel erlebt ein Schachexperte nicht Herausforderung wenn er gegen einen Novizen spielt (Blascovich, Mendes, Hunter, & Lickel, 2000).

Individuen erleben insbesondere dann Herausforderung, wenn sie das Gefühl haben, auf Ressourcen (z.B. soziale Unterstützung, Fähigkeiten, Wissen, Kognitionen) zurückgreifen und die situativen Anforderungen erfüllen zu können. Mit einer Herausforderungsempfindung geht eine Annäherungsmotivation und die Aktivierung und
Verfolgung von Zielen einher. Die dazugehörigen kardiovaskulären Prozesse dienen dazu, Ressourcen für aktives Verhalten bereitzustellen. Das sympathische Nervensystem beschleunigt die Herztätigkeit, gekennzeichnet durch steigendes Herzminuten-volumen (cardiac output, CO) und steigende Herzkontraktilität (ventricular contractility, VC und kürzere pre-ejection period, PEP). Adrenalin erweitert die Gefäße, der periphere Gefäßwiderstand (total peripheral resistance, TPR) sinkt, der Blutdruck bleibt
dadurch relativ konstant. Das Muster Herausforderung ist ähnlich dem Muster 1 (Aktivierung) von Brownley, Hurwitz und Schneidermann (2000; siehe auch Mendes, Major, McCoy, & Blascovich, 2008).

Individuen erleben Bedrohung, wenn die Anforderung einer Situation die wahrgenommen Ressourcen übersteigt. Die physiologischen Prozesse sind auf Rückzug und Vermeidung ausgerichtet. In diesem Zustand beschleunigt das sympathische Nerven-system die Herztätigkeit, die Freisetzung von Adrenalin ist gehemmt, dadurch sind die Gefäße verengt und der Blutdruck steigt. In diesem Zustand sind die kardialen mit den vaskulären Prozessen positiv korreliert: die Herztätigkeit und der periphere Gefäß-widerstand (total peripheral resistance, TPR) steigen. Das Muster Bedrohung ähnelt dem Muster 2 (Hemmung) von Brownley und Kollegen (2000; siehe auch Mendes, Major, McCoy, & Blascovich, 2008).

Tabelle 1. Charakteristische psychische und physiologische Prozesse bei Herausforderung und Bedrohung .

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Adaptiert nach: Blascovich & Mendes (2010) und Mendes, McCoy, Major, & Blascovich (2008).

Anmerkungen. ↔ = keine Veränderung; ↑ = Anstieg; ↓ = Abfall (Abfall (bei PEP = Verkürzung.
Die Verkürzung der PEP kennzeichnet eine steigende Herzkontraktilität); < = kleiner; > = größer;
HR = heart rate, CO = cardiac output; PEP = pre-ejection period; TPR = total peripheral resistance;
SNS = sympathisches Nervensystem; PNS = parasympathisches Nervensystem

In dem Modell führt die Bewältigung neuartiger Aufgaben eher zu einer Wahrnehmung von Bedrohung und Leistungsminderung, auch in Anwesenheit Anderer. Gut gelernte Aufgaben führen eher zu einer Wahrnehmung von Herausforderung sowohl allein als auch in Anwesenheit Anderer und zu Leistungssteigerung (Blascovich,
Mendes, Hunter, & Salomon, 1999).

Das Modell verfügt über eine breite empirische Basis. Die Marker Herausforderung und Bedrohung konnten in vielen sozialen Domänen identifiziert werden (z.B. Allen & Blascovich, 1994; Allen, Blascovich, Tomaka, & Kelsey, 1991; Blascovich et al., 1993; Blascovich, Mendes, Lickel, & Hunter, & Kowai-Bell, 2001). In dyadischen Interaktionen mit stigmatisierten Personen stellte sich heraus, dass eine nicht-stigmatisierte gegenüber einer stigmatisierten Person eher den Marker Bedrohung zeigte als wenn beide nicht-stigmatisiert waren. Die kardiovaskulären Reaktionen stimmten dabei mit kognitiver Leistung, emotionalem Zustand und nonverbalem Verhalten überein (Mendes, Major, McCoy, & Blascovich, 2008; Mendes, Blascovich, Hunter, Lickel, & Jost, 2007; Mendes, Blascovich, Lickel, & Hunter, 2002). In einer anderen Studie zeigte sich der Marker Herausforderung bei abwärts gerichteten sozialen Vergleichen (Mendes, Blascovich, Major & Seery, 2001). Neurologische Befunde stützen ebenfalls das Modell (Koslov, Mendes, Pajtas, & Pizzagalli, 2011). In experimentellen Studien wurden die Marker Herausforderung und Bedrohung häufig manipuliert, indem in einer Bedingung die Ressourcen die Anforderungen der Situation überstiegen und in einer anderen Bedingung die Ressourcen nicht ausreichend waren (z.B. Tomaka, Blascovich, Kibler, & Ernst, 1997). In viele Studien wurden gelernte versus ungelernte Aufgaben (z.B. Blascovich, Mendes, Hunter, & Salomon, 1999) oder Feedback über eine gute bzw. schlechte Leistung im Vergleich zu einer anderen Person (Mendes, Blascovich, Major, & Seery, 2001) verwendet. Aufgaben wurden beispielsweise als Kopfrechenaufgabe (z.B. Tomaka, Blascovich, Kibler, & Ernst, 1997), als Halten einer Rede (Tomaka, Palacios, Schneider, Colotla, Concha, & Herrald, 1999), als Autonomiegrad für Entscheidungen bei komplexen Aufgaben (Chung-Yan, 2010), als Verhalten während einfacher versus schwieriger Verhandlungen (O'Connor, Arnold, & Maurizio, 2010), als Bedrohung durch Stereotype (z.B. Keller, 2007; McGlone & Aronson, 2006; Stone, Lynch, Sjomeling, & Darley, 1999) oder als moderierende Variable zwischen Stress und Kreativität (Byron, Khazanchi, & Nazarian, 2010) konzeptionalisiert.

1.3.1 Das Biopsychosoziale Modell hinsichtlich Motivation und Emotion.

Nach Blascovich und Mendes (2000) basieren Herausforderungs- und Bedrohungs-empfindungen auf komplexen Interaktionen von affektiven, kognitiven und physiologischen Komponenten. Kognitive Bewertungsprozesse können zum Beispiel durch affektive Hinweisreize beeinflusst werden oder affektive Hinweisreize wirken direkt und nicht-kognitiv (siehe Abbildung 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1. Der Zusammenhang zwischen Situation, affektiver und kognitiver Bewertung und physio-logischen Reaktionen. Adaptiert nach: Blascovich & Mendes (2000).

Obwohl Herausforderungs- und Bedrohungsempfindungen mit positiven und negativen Emotionen verbunden sind, sind diese Zustände eher motivationaler als affektiver Art und werden mit der motivationalen Kompenente von Emotionen in Verbindung gebracht (siehe auch Tabelle 1). Der Marker Herausforderung zeigt zum Beispiel eine Annäherungsmotivation und nicht notwendigerweise positive Emotionen. Eine negative Annäherungsemotion wie Ärger wird zum Beispiel eher mit Herausforderung als mit Bedrohung assoziiert (z.B. Blascovich, 2008; Blascovich & Mendes, 2010; Herrald & Tomaka, 2002). Mendes, Major, McCoy und Blascovich (2008) bezogen sich auf eine Meta-Analyse über Emotionsspezifität von autonomen Reaktionen von Cacioppo und Kollegen (2000). Mit dieser Meta-Analyse konnte gezeigt werden, dass die Herzrate zwischen positiven Emotionen und Ärger differenzieren konnte: die Herzrate erhöhte sich bei Ärger stärker als bei Freude. Desweiteren fanden Sinha, Lovallo und Parson (1992) eine höhere Herzkontraktilität bei Ärger als bei Freude. Die Forscher betonten allerdings, dass sie keine Aussage über Emotionsspezifität machen würden sondern eher über die Intensität von Emotionen. Neben der motivationalen bestehen Emotionen aus weiteren Komponenten. Aus psychologischer Sicht ist eine vollständige Emotion ein hypothetisches Konstrukt und setzt sich aus insgesamt fünf messbaren Komponenten zusammen: kognitiver Bewertung, behavioraler bzw. motivationaler Komponente, expressiven Reaktionen, physiologischer Erregung und subjektivem Erleben (im Überblick: z.B. Mees, 2006). Untersuchungen haben negative Korrelationen zwischen selbstberichtetem Erleben und physiologischer Erregung (z.B. Blascovich, Mendes, & Seery, 2002; Lanzetta & Kleck, 1970; Mendes, 2010) und geringe Korrelationen
zwischen expressiven Reaktionen und physiologischer Erregung (z.B. Ekman, 1992; Ekman, Leversen & Friesen, 1983) gezeigt. Auch sind intra- und interindividuelle
Unterschiede bei der Emotionsverarbeitung nachgewiesen worden (Buchwald, Starck & Coyne, 1981; Sokolowski & Schmalt, 1996). Andere Studien zeigten, dass emotional signifikante Stimuli sehr schnell und in sehr frühen sensorischen Verarbeitungsstadien Aufmerksamkeit auf sich ziehen und so die höhere Informationsverarbeitung dieser Reize beeinflussen (z.B. Bradley & Lang, 2000; Damasio, 1994, 1999; Junghöfer, Bradley, Elbert, & Lang, 2001; Lang, 1994; Lang, Bradley, & Cuthbert, 1998; Schupp et al., 2000). Lang und Kollegen (1998) gehen davon aus, dass Emotionen prinzipiell motivational auf den Dimensionen affektive Valenz und Erregung organisiert sind. Das motivational-emotionale System eines Individuums filtert saliente Reize aus den Umweltinformationen durch Assoziation mit ähnlich bewerteten Gedächtnisinhalten (affective priming). Die Valenz des Reizes bewertet das Individuum als emotional positiv oder negativ und aktiviert dadurch eine Motivation, die dann die subjektive Bewertung
weiterer Reize, das Verhalten und physiologische Veränderungen bestimmt. Zwei
Motivationssysteme werden unterschieden: das appetitive ist durch annäherndes Verhalten (approach), Fürsorge, dem Erreichen angestrebter Ziele und Sexualität gekennzeichnet. Das aversive Motivationssystem ist demgegenüber durch vermeidendes Verhalten (avoidance), Rückzug (withdrawal), Schutztendenzen und Verteidigung gekennzeichnet (z.B. Bradley, 1994; Bradley, Codispoti, Cuthbert, & Lang, 2001; Cacioppo, Gardner, & Berntson, 1999; Lang, Bradley, & Cuthbert, 1998).

1.4 Psychophysiologische Messungen

Generell bieten physiologische Messungen die Möglichkeit, kontinuierlich, verdeckt und direkt körperliche Reaktionen auf Rationalskalenniveau zu erfassen. Physiologische Daten können dabei expliziten Messungen wie Selbstberichten überlegen sein, weil sie sensitiver und unzensierter sind. Zum Beispiel haben Kassam, Koslov und Mendes (2009) herausgefunden, dass die kardiovaskulären Marker Herausforderung und Bedrohung bessere Prädiktoren für Entscheidungsverhalten waren als Selbstberichte (siehe auch Bechera, Damasio, Tranel, & Damasio, 1997). Psychophysiologische Forscher interessieren sich seit langem für die zyklische Funktion des Herzens und die Zirkulation des Blutes und haben sich besonders auf nicht-invasive kardiologische und hämodynamische Messungen der Herzrate, des Blutvolumens, des Blutflusses und des Blutdrucks konzentriert (z.B. Ax, 1953; Blascovich, Mendes, Vanman, & Dickerson, 2011; Elliot, 1974; Graham & Clifton, 1966; McGinn, Harburg, Julius, & McLeod, 1964; Scott, 1930). In diesem Kapitel werden spezifische Kennwerte des kardiovaskulären Systems, die für die Marker Herausforderung und Bedrohung relevant sind, näher beschrieben. Die Marker ergeben sich aus Messung der elektrischen Herzaktivität mittels Oberflächen-Elektrokardiographie (EKG), Messung der Schwankungen des elektrischen Widerstandes bei Blutvolumenveränderungen über den Thorax mittels Impedanzkardiographie (IKG) und Blutdruckmessung. Diese Messungen wurden in der unten aufgeführten Laborstudie durchgeführt (siehe Seite 17). Nach Bendigung der Erhebung wurden alle erfassten Rohdaten von Artefakten befreit, wichtige Punkte auf den einzelnen Kurven identifiziert (siehe auch Handbuch Datenaufbereitung mit MindWare,
Anhang F) und alle Daten für die weitere statistische Analyse in einer Microsoft Exceltabelle gesammelt.

1.4.1 Elektrokardiographie, Herzrate und Herzperiode .

Das Oberflächen-Elektrokardiogramm (EKG) repräsentiert über den typischen
QRS-Komplex die intrakardiale Ausbreitung und Rückbildung elektrischer Impulse über den Herzmuskel. Die komplette Zeit eines Herzzyklus wird üblicherweise von einer R-Zacke bis zur nächsten gemessen und gibt die die Herzrate (HR in bpm) oder Herzperiode (interbeat intervall, IBI in ms) an. Die IBI bietet Vorteile gegenüber der Herzrate: Änderungen in der Herzperiode hängen linear mit der autonomen Aktivität zusammen (Änderungen der Herzrate nicht) und können von Schlag zu Schlag in Echtzeit gemessen werden (z.B. Bernstein et al., 1995). Herzrate und Herzperiode sind speziell für die Emotionsforschung von großer Bedeutung (z.B. Ax, 1953; Lang, Davis, & Öhmann, 2000) und werden wie folgt berechnet:

IBI = 60000 / HR (1)
HR = 60000 / IBI (2)

1.4.2 Impedanzkardiographie, PEP, Schlag- und Herzminutenvolumen.

Zur Erfassung der thorakalen Impedanz während eines Herzzyklus wird ein kleiner und konstanter Messstrom über paarweise miteinander gekoppelte Elektroden über den
Thorax geleitet und die Impedanzänderung (dZ/dt-Kurve des IKG, erste Ableitung) gemessen. Aus der Kombination von EKG- und dZ/dt-Kurve lassen sich Kennwerte für die Marker Herausforderung und Bedrohung bestimmen (siehe auch Abbildung 2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2. Übereinanderliegende EKG- und dZ/dt-Kurve des IKGs und wichtige Punkte und Intervalle zur Berechnung kardiovaskulärer Indizes. Die zeitlichen Abstände Präejektionsperiode (PEP) und linksventrikuläre Ejektionszeit (LVET) sind gut zu erkennen. Adaptiert nach: Jennifer S. Beer (2011).

PEP: Q-Punkt des EKG und B-Punkt der dZ/dt-Kurve des IKG sind kritische Punkte für die Berechnung von Systolenzeiten. Das QB-Intervall repräsentiert den Zeitraum zwischen dem initialen elektrischen Signal an die Kammer und dem Ausstoß des Blutes von der linken Kammer in die Aorta (Öffnung der Aortenklappe) und wird als Präejektionsperiode bezeichnet (pre-ejection period, PEP in ms). PEP ist eine unverfälschte Messung der sympathischen Aktivität (z.B. Berntson, Cacioppo, Quigley, & Fabro, 1994, Cacioppo, Uchino, & Berntson, 1994). Ein kürzeres PEP-Intervall zeigt eine höhere Kontraktion der Kammer, steigende sympathische Aktivität und steigende Herzrate an und wird auch als ventrikuläre Kontaktilität (ventricular contractility, VC) berichtet, wobei gilt:

PEP task - PEP baseline = PEP change (3)
PEP change * -1 = VC (4)

Ein weiterer wichtiger Index ist die Auswurfzeit der linken Kammer (left ventricular ejection time, LVET in ms), die auf das QB-Intervall folgt und durch das
BX-Intervall der dZ/dt-Kurve des IKG repräsentiert wird. LVET beginnt mit der Öffnung (Q-Punkt) und endet mit dem Schließen (X-Punkt) der Aortenklappe. LVET geht ein in die Berechnung des Schlagvolumens.

Schlagvolumen: Wenn die Herzkammern kontrahieren, herrscht maximaler
(systolischer) Blutdruck, das Blut wird aus der linken Herzkammer in die Aorta ausgeworfen. Das Schlagvolumen (stroke volume, SV in ml) bezeichnet das Blutvolumen, das bei einem Herzschlag von der linken Herzkammer ausgeworfen wird und über EKG- und Impedanzkardiographie vorhergesagt werden kann. Das Schlagvolumen kann mit der Kubicek-Formel (1966) berechnet werden:

SV = rho * L2 / Z02 * LVET * dZ/dtmax (5)

rho = Blutwiderstand (= 135), L = Abstand zwischen frontalen ICG Elektroden (in cm); Z0 = Grundlinie Impedanz; LVET = Auswurfzeit der linken Kammer (in ms) zwischen B- und X-Punktes; dZ/dtmax = Peak Ausstoßgeschwindigkeit (Z-Punkt)

Herzminutenvolumen: Herzminutenvolumen oder Herzzeitvolumen (cardiac output, CO in L) bezeichnen das Blutvolumen, das in einer Minute von der linken Herzkammer ausgeworfen wird. Im Ruhezustand des Organismus sind das ca. 5 Liter pro Minute. Cardiac output ist eine der bedeutsamsten kardiodynamischen Variablen. Während körperlicher und emotionaler Belastung kann dieser Betrag enorm zunehmen. Barorezeptoren senden dann Informationen an den Hirnstamm, der das sympathische Nervensystem aktiviert und über eine Verengung der peripheren Blutgefäße die Wiederherstellung des Blutdruckausgangswertes bewirkt. Das parasympathische Nerven-system hat generell nur geringfügige Effekte auf die Blutgefäße. Die dZ/dt-Amplitude der Impedanz ist nachweislich proportional zum Schlagvolumen und bei bekannter Herzrate kann daraus das Herzminutenvolumen berechnet werden (Lovallo et al., 1993; Kubicek, 1989):

CO = HR * SV (6)

1.4.3 Blutdruck und totaler peripherer Gefäßwiderstand.

Der Blutdruck (blood pressure, BP in mmHG) gibt die Höhe des Blutgefäßdrucks während eines Herzzyklus an. Die Berechnung des mittleren Blutdruckwertes (mean aterial pressure, MAP) geschieht nach folgender Gleichung:

MAP = 1/3 (SBP – DBP) + DBP (7)

Die Hauptregulation des Blutdrucks erfolgt vorwiegend durch eine Widerstandserhöhung über die Blutgefäßwände. Der Widerstand eines verengten Gefäßes ist höher und der Blutfluss langsamer als bei einem erweiterten Gefäß. Der Index TPR (total
peripheral resistance, in s/m3 oder resistance units) zeigt den totalen peripheren Gefäß- und Strömungwiderstand im Körperkreislauf an. Der totale periphere Gefäßwiderstand resultiert aus der Summe der einzelnen Gefäßwiderstände. Die Beziehung ist das
physiologische Analog zum Ohmschen Gesetz und wird mit der Konstanten C (typischerweise = 80) wie folgt berechnet:

TPR = (MAP / CO) * C (8)

1.5 Laborstudie und Hypothesen

Die Studie dieser Bachelorarbeit war Teil eines Forschungsprojekts, das den Zu-sammenhang von Verärgerung und einhergehender Emotionsregulation in einer experimentell manipulierten Situation im Labor untersuchte. Durch einen interpersonellen Konflikt mit einem Interaktionspartner wurde versucht, das Gefühl von Ärger beim Probanden zu induzieren und anschließend eine Produktivitätstestung durchgeführt. Ziel dieses Forschungsprojektes war es, ein standardisiertes Paradigma zur Ärgerinduktion zu entwickeln, welches man mittelfristig mit künstlicher Intelligenz ablaufen lassen kann. Langfristig wurde angestrebt, mit diesem Paradigma verschiedenste Variablen, die in der Arbeitswelt eine Rolle spielen, zu untersuchen wie Geschlecht, Persönlichkeitsmerkmale und Status und die sich auf das Konfliktverhalten der Menschen unterschiedlich auswirken können. Das Forschungsprojekt wurde von Prof. Dr. Ursula Hess,
Dr. Christophe Blasion und zwei Studenten der Universität Maastricht, die jeweils eine Masterthesis (Boge, 2011; Klein, 2011) über Teile des Forschungsprojekts verfassten, konzipiert.

Für die vorliegende Studie wurden die Hypothesen aus den Annahmen des Biopsychosozialen Modells hergeleitet (Blascovich, 2008; Blascovich & Mendes, 2000; Blascovich, Mendes, Tomaka, Salomon, & Seery, 2003; Blascovich & Tomaka, 1996; Herrald & Tomaka, 2002; Mendes, Major, McCoy, & Blascovich, 2008). Speziell interessant an dieser Studie waren die aktuell stattfindende Interaktion mit einem vermeint-lichen Interaktionspartner und die dabei induzierten Ressourcen. Die Aufgaben, die dabei gemeinsam bewältigt wurden, waren leicht und wurden in Trainingsphasen gelernt. Die Manipulation des emotional-motivationalen Zustandes der Probanden wurde konzipiert, indem in zwei Konditionen die Ressourcen die Anforderungen überstiegen (Bedingung personale und soziale Ressource) und in einer dritten Kondition die Ressourcen nicht ausreichend waren (Bedingung keine Ressource). Die Situationseinschätzung der Probanden sollte dann eine Annäherungs- oder Vermeidungsmotivation aktivieren. Körperlich sollten sich diese Zustände in spezifischen kardiovaskulären Mustern manifestieren und mit den Markern Herausforderung und Bedrohung nachgewiesen werden. Der Marker Herausforderung weist eine negative Korrelation zwischen kardialen mit vaskulären Werten auf. Der Organismus erhöht die Herztätigkeit (steigend: HR und CO, kürzere PEP) und senkt den Gefäßwiderstand (sinkend: TPR). Der Marker Bedrohung weist eine positive Korrelation zwischen kardialen und vaskulären Werten auf. Der Organismus erhöht die Herztätigkeit (steigend: HR und CO, kürzere PEP) und den Gefäßwiderstand (steigend: TPR).

Folgende Hypothesen wurden abgeleitet: Die Wahrnehmung von a) sozialen und b) personalen Ressourcen in einer aktuellen sozialen Leistungssituation führt zu einer Annäherungsmotivation und kann mit dem physiologischen Marker Herausforderung nachgewiesen werden. Und c) führt die Abwesenheit sozialer und personaler Ressourcen in einer aktuellen sozialen Leistungssituation zu einer Vermeidungsmotivation und kann mit dem physiologischen Marker Bedrohung nachgewiesen werden.

2 Methoden

2.1 Teilnehmer und Stichprobe

Es wurden gesunde, 18-30-jährige, rechtshändige Probanden ohne Rot-Grün-Sehschwäche und ohne Allergie gegen Haftmittel (wie sie zum Beispiel für Pflaster benutzt werden) mit einer E-Mail über den psychologischen Experimentalserver PESA der Humboldt-Universität eingeladen (Anhang A). Alle Daten wurden an der mathe-matisch-naturwissenschaftlichen Fakultät II der Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Psychologie, im Labor des Fachbereichs Sozial- und Organisationspsychologie bei Prof. Dr. Ursula Hess erhoben. Die Untersuchung bestand aus einer zweistündigen Einzelerhebung. Die Teilnahme am Experiment wurde finanziell vergütet. Den Probanden wurden 9 Euro versprochen mit der Option, während der Testung etwas dazu verdienen zu können (Anhang A). Letztendlich wurden leistungsunabhängig immer 12 Euro ausgezahlt. Alle Daten wurden anonymisiert anhand eines Versuchscodes erhoben. Die Probanden unterschrieben vor der Testung eine Einverständnis- und Datenschutz-erklärung. Nach Abschluss der Testung wurden die Probanden ausführlich über das Ziel des Experiments aufgeklärt und lernten ihre Interaktionspartner persönlich kennen. Dies diente dazu, die möglicherweise aufgebauten negativen Gefühle zu reduzieren. An dem Experiment nahmen 68 Personen teil. 24 Teilnehmer wurden aufgrund messmethodischer Probleme für diese Studie von den statistischen Analysen ausgeschlossen. Daten von N = 44 Probanden gingen in die Analysen ein (davon 24 Frauen und 20 Männer;
M Alter = 24.45 Jahre, SD = 2.90) und verteilten sich wie folgt auf die Gruppen: Experimentalgruppe 1: n = 16, Experimentalgruppe 2: n = 12, Kontrollgruppe: n = 16.

2.2 Komparsen

Vier Studierende im Alter von 23-26 Jahren, zwei Frauen und zwei Männer, wurden als Komparsen eingesetzt. Während der Testung agierte ein Komparse als vermeintliche andere Versuchsperson. Die Probanden wurden randomisiert einem gleichge-schlechtigen Komparsen zugeteilt. Um ein möglichst einheitliches Verhalten zu zeigen, wurden die Komparsen vor der Testungsphase während eines sechsstündigen Gruppenworkshops trainiert. Komparsen waren ebenso mit Elektroden und physiologischen Messinstrumenten ausgestattet wie die Probanden, Daten wurden hier nicht erhoben.

2.3 Cover story

Den Teilnehmern wurde vor der Untersuchung mitgeteilt, dass sie an einem Experiment über Entscheidungen in virtuellen Teams teilnehmen würden.

2.4 Versuchsaufbau

Zwei soziale Interaktionen fanden über Computerbildschirme statt. Ein Bildschirm befand sich im Laborraum und ein Proband saß davor. Vor dem anderen Bildschirm in einem Nebenraum saß ein Komparse. Der Stimuluscomputer und ein weiterer Bildschirm befanden sich im Versuchsleiterraum. Von hier gingen die Instruktionen an den Probanden aus (Abbildung 3, Computer 2). Alle Bildschirme waren über den Stimuluscomputer miteinander verbunden. Auf einem weiteren Computer wurden die physiologischen Daten des Probanden aufgezeichnet (Abbildung 3, Computer 1). Der Komparse konnte den Probanden und beide konnten den Versuchsleiter über Lautsprecher hören. Je ein Joystick und ein Kopfhörer standen zur Verfügung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3. Das experimentelle Setting: Der Versuchsleiterraum mit Computer 1 (Aufzeichnung der Biosignale des Probanden) und Computer 2 (Aussendung des Stimulus an Proband [Raum 1] und Komparse [Raum 2]).

2.5 Messung der abhängigen Variablen

Vier kardiovaskuläre Messungen waren die abhängigen Variablen (HR, CO, PEP und TPR) und wurden mittels EKG, IKG und Blutruckmessung erhoben. Desweiteren
wurde über einen Respirationsgurt um den Oberkörper des Probanden die Atmung gemessen und als Kontrollvariable für die abhängigen Messungen herangezogen.

[...]

Details

Seiten
94
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783842829800
Dateigröße
8.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v229194
Institution / Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin – Kultur- und Sozialwissenschaften, Psychologie
Note
1,0
Schlagworte
biopsychosoziales modell blascovich herausforderung bedrohung motivation

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Titel: Das Biopsychosoziale Modell und die Wahrnehmung von Ressourcen während sozialer Interaktion