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Cyber-Mobbing unter Kindern und Jugendlichen

Problemlagen und Handlungsmöglichkeiten im Kontext unterschiedlicher Akteure und der Sozialen Arbeit

Diplomarbeit 2011 158 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

TABELLENVERZEICHNIS

1. Einleitung
1.1 Die Bedeutung des Phänomens Cyber-Mobbing
1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit

2. Mobbing im schulischen Kontext
2.1 Definition des Begriffs Mobbing sowie seine Merkmale
2.2 Erscheinungsformen von Mobbing im schulischen Kontext
2.3 Verbreitung von Mobbing in Deutschland
2.3.2 Aus Perspektive der Opfer
2.3.1 Aus Perspektive der Täter
2.4 Merkmale und Spezifika beteiligter Personen an und betroffener Personen von Mobbing im schulischen Kontext
2.4.1 Die Opfer
2.4.2 Die Täter
2.4.3 Die Mittäter
2.4.4 Die Zuschauer und die schweigende Mehrheit
2.5 Mögliche Gründe und begünstigende Ausgangssituationen für Mobbing im schulischen Kontext

3. Cyber-Mobbing als eine spezifische Form von Mobbing im modernen Medienzeitalter
3.1 Definition und Eigenschaften des Cyberspace und Internets
3.2 Computervermittelte Kommunikation und ihre spezifischen Merkmale sowie Theorien
3.3 Der Weg zum Web 2.0 und seine Besonderheiten
3.4 Verfügbarkeit sowie Nutzung von Computern und Handys durch Kinder und Jugendliche
3.5 Die Bedeutung des Computers, Internets und Handys für Kinder und Jugendliche im Allgemeinen und in Bezug auf ihre Identitätsbildung

4. Cyber-Mobbing und seine Problemlagen
4.1 Definition sowie Merkmale
4.2 Kanäle und Methoden
4.3 Verbreitung von Cyber-Mobbing in Deutschland
4.4 Merkmale von betroffenen und beteiligten Personen in Bezug auf Cyber-Mobbing
4.4.1 Opfer
4.4.2 Täter
4.4.3 Zuschauer
4.5 Mögliche Ursachen für Cyber-Mobbing
4.6 Folgen und Auswirkungen auf Seiten der Opfer
4.7 Rechtliche Bewertung des Phänomens Cyber-Mobbing

5. Handlungsmöglichkeiten unterschiedlicher Akteure und im Kontext der Soziale Arbeit
5.1 Aktueller Stand der Handlungsmöglichkeiten
5.2 Mögliche Interventionsmaßnahmen bei auftretendem Cyber-Mobbing
5.2.1 Handlungsoptionen betroffener Kinder und Jugendlicher
5.2.2 Handlungsoptionen von Schulsozialarbeitern, Lehrkräften sowie Schulleitern
5.2.3 Handlungsoptionen der Eltern von betroffenen Kindern und Jugendlichen
5.2.4 Die Möglichkeit einer Therapie
5.3 Mögliche Präventionsmaßnahmen zum Schutz vor Cyber-Mobbing
5.3.1 Handlungsoptionen betroffener Kinder und Jugendlicher
5.3.2 Handlungsoptionen von Schulleitern, Lehrkräften sowie Sozialpädagogen
5.3.3 Handlungsoptionen der Eltern von betroffenen Kinder und Jugendlichen
5.3.4 Handlungsoptionen der Plattformbetreiber
5.3.5 Initiativen auf gesellschaftlicher und politischer Ebene
5.4 Entwicklung und Stärkung einer Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen
5.4.1 Definition des Begriffs Medienkompetenz
5.4.2 Die Vermittlung von Medienkompetenz durch unterschiedliche Sozialisationsinstanzen
5.4.3 Die Vermittlung von Medienkompetenz durch die Eltern
5.4.4 Die Vermittlung von Medienkompetenz durch die Schule sowie Soziale Arbeit
5.5 Die übergeordneten Rollen der Sozialen Arbeit

6. Zusammenfassung

7. Ausblick

LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS

ANHANG

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Darstellung des Mobbing-Zyklus

Abb. 2: Kanäle von Cyber-Mobbing

Abb. 3: Untergliederung des Reziproken Effekts in direkte und indirekte Auswirkungen bzw. Wahrnehmungen

Abb. 4: Beispiel eines Cyber-Mobbing-Tagebuchs

Abb. 5: Beispiel eines Cyber-Mobbing-Fragebogens

Abb. 6: Übersicht der Arbeitsblätter zur didaktischen Vermittlung

Abb. 7: Methodisch-didaktische Hinweise zur Vermittlung

Abb. 8: Methodisch-didaktische Hinweise zur Vermittlung

Abb. 9: Arbeitsblatt 1 „Einstieg" zur didaktischen Vermittlung

Abb. 10: Arbeitsblatt 2 "Definition" zur didaktischen Vermittlung

Abb. 11: Arbeitsblatt 3 "Folgen" zur didaktischen Vermittlung

Abb. 12: Arbeitsblatt 4 "Ursachen" zur didaktischen Vermittlung

Abb. 13: Arbeitsblatt 5 "Recht und Gesetz" zur didaktischen Vermittlung

Abb. 14: Arbeitsblatt 5 "Recht und Gesetz" zur didaktischen Vermittlung

Abb. 15: Arbeitsblatt 6 "Prävention" zur didaktischen Vermittlung

Abb. 16: Beispiel eines Verhaltenskodex im schulischen Rahmen

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Überblick möglicher Erscheinungsformen von Mobbing im schulischen Kontext

Tab. 2: Überblick möglicher Ursachen der Viktimisierung bei Mobbing im schulischen Kontext

Tab. 3: Überblick möglicher Verhaltensweisen von Mobbing-Opfern im schulischen Kontext

Tab. 4: Unterteilung von Cyber-Mobbing in direkte und indirekte Erscheinungsformen

Tab. 5: Abgrenzung unterschiedlicher Typen von Cyber-Mobbing-Tätern

Tab. 6: Überblick der Interventionsmöglichkeiten unterschiedlicher Akteure

Tab. 7: Überblick der Präventionsmöglichkeiten unterschiedlicher Akteure

Tab. 8: Die vier Dimensionen der Medienkompetenz

Einleitung

„Worte sind wie Vögel– einmal freigelassen,

kann man sie nicht wieder einfangen.“ (Altes Sprichwort)

1.1. Die Bedeutung des Phänomens Cyber-Mobbing

„Mit den WoW-Gildenmates den nächsten Raid planen. Nebenbei mit einem Klassenkameraden via ICQ gemeinsam Hausaufgaben lösen. Kurz die neuen Mails bei wkw checken und die Fotos der letzten Party kommentieren. Dann noch schnell ein neues Musikvideo auf den iPod und die neueste Folge der Lieblingssoap aufs Handy ziehen und ab zum Kumpel, um gemeinsam auf der PS3 eine Blue Ray anzuschauen. So in etwa könnte der Nachmittag eines 15-Jährigen aussehen, dessen Be-schreibung sich für viele Erwachsene wie eine Aneinanderreihung von Hieroglyphen liest.“[1]

Diese Schilderung verdeutlicht, dass Medien bei den meisten Kindern und Jugendlichen einen integralen Bestandteil des Alltags darstellen und auf selbstverständliche und unbeschwerte Weise genutzt werden. Besonders die Angebote des Internets gewinnen zunehmend an Bedeutung und bieten vielerlei Chancen und neue Möglichkeiten der Kommunikation, weshalb sie von den Kindern und Jugendlichen gerne in Anspruch genommen werden. Im virtuellen Raum sind Kinder und Jugendliche aber auch mit den Schattenseiten des Internets konfrontiert. Tagtäglich kommt es dort zu verbaler Gewalt und sozialer Manipulation. „Mobbing hat inzwischen das digitale Zeitalter erreicht.“[2]

Mobbing unter Kindern und Jugendlichen ist keine Erscheinung der Neuzeit. Durch die zunehmende Etablierung der Neuen Medien dringt es nun aber auch in den Bereich der virtuellen Welt vor und erreicht dort eine neue, ungeahnte Qualität, da „jede Feindschaft, Verleumdung und Schmach vor einem Millionenpublikum ausgetragen werden“[3] kann.

2007/2008 beschäftigte das Schicksal der 13-Jährigen Megan Meier aus den USA die Medien in besonderem Maße. Das schüchterne und einsame Mädchen verliebte sich in ihre Internetbekanntschaft ‚Josh Evans’ und verehrte ihn. Der 16-Jährige war gutaussehend, umwarb sie und schenkte ihr ungewohnte Aufmerksamkeit. Als er sie eines Tages jedoch verschmähte und mehrfach zutiefst beleidigte und demütigte, erhängte sich das junge Mädchen im Keller. Besonders tragisch ist, dass der virtuelle Freund in Wirklichkeit eine ehemalige Freundin war, die sich mithilfe ihrer Mutter aufgrund einer pubertären Streitigkeit an Megan rächen wollte.[4] Nicht immer muss Cyber-Mobbing so dramatisch enden, meist sind die Folgen für die Opfer aber von tiefer Enttäuschung, Scham und Wut geprägt. Dieser und ähnlich gelagerte Fälle haben das Phänomen Cyber-Mobbing in den letzten Jahren zunehmend in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt.

Doch den meisten Tätern ist nicht bewusst, welche Gefühle ihr Handeln bei den Opfern auslösen kann und welchen Schaden sie durch Worte anrichten können. Daher ist es wichtig, junge Menschen zum Thema Cyber-Mobbing aufzuklären, sowohl in präventiver als auch intervenierender Hinsicht. Dazu gehört auch die Vermittlung allgemeiner Medienkompetenzen, denn Heranwachsende benötigen eine Begleitung im Umgang mit Neuen Medien.

1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit

Zum Thema Cyber-Mobbing gibt es bislang nur wenige Studien und entsprechende Literatur. Die meiste derzeit verfügbare Literatur stammt aus dem angloamerikanischen Raum. Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist die Zusammenfassung bisheriger Erkenntnisse, wodurch das Phänomen Cyber-Mobbing an konkreter Gestalt gewinnen und genauer beleuchtet werden soll. Des Weiteren geht diese Arbeit auf mögliche Handlungsweisen, sowohl intervenierender als auch präventiver Art, ein.

Um Cyber-Mobbing als eine spezifische Form von Mobbing begreifen zu können, erscheint es sinnvoll, zunächst Mobbing im schulischen Kontext darzustellen. In Kapitel 2 geht es demnach um eine genaue Definition von Mobbing sowie unterschiedliche Erscheinungsformen und deren Verbreitung an deutschen Schulen. Des Weiteren werden die Beteiligten in den Fokus genommen und mögliche Gründe erörtert.

Weil sich Cyber-Mobbing von Mobbing im schulischen Kontext durch neue Kommunikationsweisen mittels moderner Medien unterscheidet, werden in Kapitel 3 zunächst die Besonderheiten dieser modernen Kommunikationsmedien vermittelt. Nach einer Definition von Cyberspace und Internet folgt eine Beschreibung der spezifischen Merkmale computervermittelter Kommunikation sowie der Eigenschaften des Web 2.0. Dieses Kapitel zeigt, dass Computer und Handy für Kinder und Jugendliche eine enorme Rolle im Alltag spielen. Dabei wird ebenfalls auf ihr Nutzungsverhalten sowie die Bedeutung der Medien für ihre Identitätsbildung eingegangen.

Kapitel 4 beschäftigt sich mit dem Phänomen Cyber-Mobbing und stellt einen der Schwerpunkte dieser Arbeit dar. Nach einer Definition werden Kanäle und Methoden, also die Art und Weise wodurch sich Cyber-Mobbing ereignen kann, herausgearbeitet. Außerdem werden Aussagen über die Häufigkeit auftretenden Cyber-Mobbings im Raum Deutschland getroffen, um dem Leser eine Vorstellung des Ausmaßes zu vermitteln. Zur Komplettierung des Wissens werden ferner Spezifika der beteiligten Personen beschrieben und mögliche Gründe sowie Folgen dargelegt. Das Kapitel endet mit einer rechtlichen Bewertung des Phänomens Cyber-Mobbing.

Der zweite Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf Kapitel 5 und beinhaltet Handlungsmöglichkeiten sowohl intervenierender wie auch präventiver Art. Ziel ist es, Cyber-Mobbing im Vorfeld zu verhindern oder mit ent-sprechenden Vorfällen konstruktiv umzugehen. Nach einigen allgemeinen Erkenntnissen wird zunächst auf Interventionsmöglichkeiten eingegangen, die nicht nur bei Kindern und Jugendlichen, sondern auch bei Eltern und (Sozial-)Pädagogen ansetzen. Auch die daraufhin folgenden Präventionsmaßnahmen bieten Handlungsmöglichkeiten für unterschiedliche Akteursgruppen. Des Weiteren wird in diesem Kapitel die Notwendigkeit der Vermittlung von Medienbildung sowie Medienkompetenz verdeutlicht und die vermittelnden Instanzen Schule, Elternhaus, Peergroup und Medien selbst näher in den Blick genommen. Die nähere Betrachtung des medienpädagogischen Aspekts ist notwendig, da dieser die Entstehung von Cyber-Mobbing beeinflussen kann. Im Anschluss wird auf zwei unterschiedliche Rollen eingegangen, die die Soziale Arbeit im Handlungsfeld Cyber-Mobbing einnehmen kann.

Abschließend beschäftigt sich Kapitel 6 mit einer Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse. Kapitel 7 bietet einen Ausblick sowie Anregungen in Bezug auf weitere Forschungsvorhaben.

2. Mobbing im schulischen Kontext

Mobbing ist ein Phänomen, das in allen gesellschaftlichen Schichten eine Rolle spielt. Es findet sich nicht nur unter Erwachsenen, sondern ist ebenso unter Kindern und Jugendlichen anzutreffen. Da der Schwerpunkt dieser Diplomarbeit auf Kindern und Jugendlichen liegt, bezieht sich das folgende Kapitel auf das Phänomen Mobbing im schulischen Kontext.

Die Schule spielt in der Sozialisation von Kindern und Jugendlichen eine sehr große Rolle. Neben all ihren positiven Eigenschaften kann sie aber auch einen Ort darstellen, an dem es zur Viktimisierung von Schülern kommt.[5] Seit Beginn der Institution Schule ist Gewalt unter Schulkindern ein fester Bestandteil des schulischen Alltags und somit kein Phänomen unserer Neuzeit.[6]

In den letzten Jahren kam es durch diverse Medienberichte zu einer Sensibilisierung des Themas ‚Gewalt an Schulen‘. In diesem Zusammenhang wurde Mobbing unter Schülern als eine besondere Form der Aggression und als „Teilbereich allgemeiner Delinquenz und Dissozialität“[7] genauer beleuchtet.[8]

Durch die Sensibilisierung für Mobbing und Gewalt unter Schülern hat der Begriff ‚Mobbing‘ in den letzten Jahren vermehrt Einzug in den deutschen Sprachgebrauch gehalten und dadurch an Spezifität verloren. Jede für die kindliche Entwicklung typische Auseinandersetzung unter Gleichaltrigen wird heute oftmals und fälschlicherweise als Mobbing bezeichnet.[9]

Im folgenden Kapitel wird daher erläutert, wie sich Mobbing im schulischen Kontext abgrenzend definieren lässt.

2.1 Definition des Begriffs Mobbing sowie seine Merkmale

Seinen Ursprung hat der Begriff Mobbing im Lateinischen, wo „mobile vulgus“ als „wankelmütige Masse, aufgewiegelte Volksmenge“ übersetzt wird.[10] Im Englischen bedeutet „to mob“ „herfallen über, belagern“[11].

Der Österreicher Konrad Lorenz, Verhaltensforscher und Nobelpreisträger, verwendete den Begriff Mobbing erstmals, um mit ihm das Verhalten von Tieren zu beschreiben, die sich gegen einen überlegenen Gegner zusammenrotten, um diesen zu vertreiben. In den sechziger Jahren wurde dieser Begriff von dem schwedischen Chirurgen Peter-Paul Heinemann erstmals in Zusammenhang mit menschlichem Verhalten gebracht. Letztlich machte der Arbeitspsychologe Prof. Heinz Leymann diesen Begriff 1993 in Deutschland bekannt.[12]

Eine der bekanntesten Definitionen stammt von dem schwedischen Psychologen und Professor für Persönlichkeitsforschung Dan Ake Olweus, der unter Mobbing im schulischen Kontext folgendes versteht:

„Ein Schüler oder eine Schülerin ist Gewalt ausgesetzt oder wird gemobbt, wenn er oder sie wiederholt und über eine längere Zeit den negativen Handlungen eines oder mehrerer Schüler oder Schülerinnen ausgesetzt ist.“[13]

Ausführlicher ist die Definition des Erziehungswissenschaftlers Rüdiger Gollnick:

„Unter Mobbing wird eine konfliktbelastete Kommunikation in der Klasse/im Kurs also unter Mitgliedern einer Lerngruppe, oder zwischen Lehrperson(en) und Schüler/innen verstanden, bei der die angegriffene Person unterlegen ist und von einer oder mehreren Personen systematisch, oft und während einer längeren Zeit mit dem Ziel und/oder dem Effekt der Ausgrenzung aus der Lerngruppe direkt oder indirekt angegriffen wird und dies als Diskriminierung empfindet. Dabei sind die Angriffe in verletzender Weise tendiert (beabsichtigt) und können sich gegen einzelne, aber auch gegen Gruppen richten und von einzelnen oder von einer Gruppe ausgehen.“[14]

Beiden Definitionen sind folgende Merkmale gemein, wodurch sich Mobbing abgrenzend zu anderen Handlungen genau definieren lässt: Kennzeichnend für Mobbing ist zum einen der längere Zeitraum, in dem die Handlungen stattfinden müssen. Zum anderen die Überlegenheit auf Seiten des Täters/der Täter gegenüber dem Opfer, wodurch es zu einem Ungleichgewicht von Macht zwischen den Parteien kommt.[15]

Mobbing lässt sich in direkte und indirekte Erscheinungsformen unter-teilen. Das direkte Mobbing richtet sich erkennbar gegen das Opfer und lässt sich wiederum in verbale und körperliche Attacken differenzieren. Die indirekten Erscheinungsformen finden subtiler statt und werden daher auch als psychologisches Mobbing bezeichnet.[16]

Der Begriff Mobbing darf nicht als interpersonale Kommunikation verstanden werden, denn nicht immer kommt es zu einer Interaktion zwischen beiden Parteien. Auch bildet Mobbing keine eigenständige psychologische Theorie. Stattdessen stellt Mobbing eher eine inter-personale Konfliktsituation als Folge eines Kommunikationsprozesses dar.[17]

Des Weiteren zeichnet sich die Struktur des Mobbings durch ihren Zyklus aus. Vom Täter/von den Tätern wird dem Opfer das Etikett ‚Außenseiter‘ zugeschrieben. Das Opfer wird gemobbt, wodurch es sich unwohl fühlt. Für gewöhnlich ändert es daher sein Verhalten (z. B. verstärkte Anpassung oder aber Abgrenzung), wodurch es wiederum zu Reaktionen seiner Mobber kommt. Die Mobber geben nun das veränderte Benehmen des Opfers als ursächlich für das eigene mobbende Handeln an.[18]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 : Darstellung des Mobbing-Zyklus

Quelle: Eigene Darstellung

Aus den genannten Definitionen, Abgrenzungen und spezifischen Merkmalen folgt, dass Mobbing nicht mit alltäglichen Sticheleien gleichgesetzt werden kann, denn letztere sind üblicherweise Teil kindlicher und jugendlicher Reifungsprozesse. Beim Mobbing geht es vielmehr darum, dass der Mobber seine Überlegenheit bewusst ausnutzt, um das Gegenüber gezielt herabzusetzen und so seine Macht sowohl zu demonstrieren, wie auch zu potenzieren.[19]

2.2 Erscheinungsformen von Mobbing im schulischen Kontext

Im Folgenden wird deutlich, dass es eine Vielzahl an unterschiedlichen Handlungen und Situationen gibt, in denen Mobbing im schulischen Kontext zum Vorschein kommen kann.

Der Arbeitspsychologe Prof. Leymann unterteilte die Verhaltensweisen der Täter in fünf Kategorien, welche auch auf den schulischen Kontext bezogen werden können. Es sind Angriffe (1) auf die Äußerungsfähigkeit (z. B. durch ständiges Unterbrechen des Opfers), (2) soziale Kontakte betreffend (z. B. Ignorieren der Person), (3) des sozialen Ansehens (z. B. jemanden der Lächerlichkeit aussetzen), (4) auf die Qualität der (Berufs- und) Lebenssituation (z. B. Verteilen von sinnlosen Aufgaben) oder (5) die Gesundheit betreffend (z. B. körperliche Misshandlung).[20]

Im Vergleich dazu orientiert sich die Psychologin Dr. Jo-Jacqueline Eckardt an konkreten Tathandlungen, die sie wie nachstehend dargestellt unterscheidet. Alle Taten bezwecken die Verletzung der sozialen Stellung des Opfers und haben dessen Isolation zur Folge.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Überblick möglicher Erscheinungsformen von Mobbing im schulischen Kontext

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Eckardt (2006), S. 11f.

Das zuletzt genannte Cyber-Mobbing ist eine relativ neue Erscheinungs-form des Mobbings, welches in Kapitel 4 ausführlich erläutert wird.

2.3 Verbreitung von Mobbing in Deutschland

Seit etwa zwei Jahrzehnten spielt Mobbing im schulischen Kontext, sowohl in Fachkreisen als auch in der Öffentlichkeit, eine zunehmende Rolle. Gleichwohl ist dieses Phänomen noch nicht ausreichend erforscht, besonders was eine genaue Prävalenzrate und wirkungsvolle Handlungs-konzepte anbelangt.[22] Auch zeigt sich, dass die Ergebnisse interna-tionaler Studien kein eindeutiges Bild repräsentieren, sondern beträchtlich voneinander abweichen, was mitunter auf unterschiedliche Kriterien, wie beispielsweise die jeweilige Definition von Mobbing oder die Erhebungs-periode, zurückzuführen ist.[23] Nachfolgend werden die Ergebnisse zweier Studien für den Raum Deutschland dargelegt.

2.3.2 Aus Perspektive der Opfer

Allgemeine Prävalenzrate

Zwischen fünf und zehn Prozent der Schüler werden des Öfteren und auf alle möglichen genannten[24] Weisen in Deutschland Opfer von Mobbing.[25] Im Schuljahr 2009/2010 haben 11,7 Millionen Schüler eine allgemein-bildende Schule besucht. Demnach liegt die Zahl der Opfer zwischen 585.000 und 1,17 Millionen.[26]

Erscheinungsformen und Ort der Viktimisierung

Die 2007 und 2008 durchgeführte Studie[27] des Bundesministeriums des Inneren in Zusammenarbeit mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen ergab, dass das ‚Hänseln‘ mit 43,9 % die häufigste Über-griffsform darstellt. Als Zweithäufigstes gaben 20,9 % der Kinder und Jugendlichen an, von ihren Mitschülern Tritte oder Schläge erhalten zu haben[28] ; in einer anderen Studie[29] waren es sogar 46,6 %. Mit Missachtung wurden 20,2 % der Befragten gestraft. Erpressung widerfuhr im Vergleich nur 1,6% der Schüler. Hauptort von Gewalt und Mobbing unter Kindern und Jugendlichen stellt die Schule (im Besonderen der Schulhof) dar und nicht, wie oftmals angenommen, der Schulweg.[30]

Geschlechterunterschiede

Betrachtet man alle Formen körperlicher Gewalt sowie psychische Übergriffshandlungen, so zeigt sich, dass Jungen 4,8-mal häufiger zu Opfern werden als Mädchen. Hingegen ist die Wahrscheinlichkeit von Klassenkameraden missachtet zu werden bei Mädchen mehr als doppelt so hoch. Bei den Erscheinungsformen ‚Hänseln‘ und Ausschließen sind Mädchen und Jungen gleichauf.[31] Die Psychologieprofessoren Friedrich Lösel und Thomas Bliesener kommen in ihrer Studie allerdings zu gegensätzlichen Ergebnissen, was die Viktimisierung von Jungen und Mädchen angeht. „Trotz einer geringeren aktiven Beteiligung an aggressiven Auseinandersetzungen, werden die Mädchen in ähnlichem Maß wie die Jungen Opfer […].“[32]

Vergleich der Schultypen

In der Studie von Dirk Baier et al. wurden drei Übergriffsformen besonders betrachtet: Treten bzw. Schlagen, Beschädigung fremden Eigentums sowie Erpressung bzw. Raub. Insgesamt lässt sich erkennen, dass es an Förderschulen - dicht gefolgt von den Hauptschulen - am häufigsten zu wiederholter Gewalt und Mobbingvorfällen kommt, nämlich 1,8-mal öfter als an Gymnasien. Untersuchungen haben gezeigt, dass das Schulklima sowie das Verhalten der Lehrer (Eingreifen oder Tolerieren) das Risiko des Erlebens von Gewalt und auch Mobbing entscheidend, sowohl positiv wie auch negativ, beeinflussen kann.[33]

Differenzierung nach Gebieten innerhalb Deutschlands

Die Regionen im Westen Deutschlands wiesen die höchste Vik-timisierungsrate in Bezug auf Gewalt unter Mitschülern auf, Norddeut-schland hingegen die niedrigste. Unterschiede zwischen ländlichen Ge-bieten und Städten waren nicht zu verzeichnen.[34]

Fazit

Beide Studien kommen zu dem Ergebnis, dass vornehmlich Jungen Opfer von Gewalt und Mobbing werden, wobei verbale Attacken überwiegen. Einer weiteren Erkenntnis zufolge sind die Betroffenen eher an Förder- und Hauptschulen zu finden und zwar in besonderem Maße im Westen Deutschlands.

2.3.1 Aus Perspektive der Täter

Allgemeine Prävalenzrate

Etwa sechs bis sieben Prozent der Schüler werden in Deutschland zu Tätern wiederkehrender und schwerer Formen von Aggression.[35] Die Aussagen von Lehrern und Schulleitern können diese Erkenntnis aufgrund ihrer subjektiven Wahrnehmung von Gewalt an ihrer jeweiligen Schule bestätigen.[36]

Erscheinungsformen und Ort der Täterschaft

Wie bereits bei der Opferperspektive beschrieben, zeigt sich hier auch das ‚Hänseln‘ mit 51 % als beständigste Übergriffsform. Treten und Schlagen spielt bei der Täterperspektive ebenfalls die zweithäufigste Rolle (24,2 %). Im letzten Schulhalbjahr des Erfassungszeitraums erwähnten 2,5 % der befragten Schüler, einen Mitschüler erpresst zu haben. Die Täterperspek-tive zeigt ebenso wie die Opferperspektive, dass Mobber überwiegend im direkten schulischen Kontext handeln und weniger auf dem Weg zur Schule.[37]

Geschlechterunterschiede

Die Täterseite zeigt, dass auch hier das männliche Geschlecht weitaus häufiger durch übergriffiges Verhalten (physischer und psychischer Art) in Erscheinung tritt. Deutlich mehr Jungen als Mädchen gaben an, einen Mitschüler geschlagen oder getreten zu haben. Alles in Allem finden sich unter den Jungen 7,3-mal so viele Gewalttäter wie unter den Mädchen. Diese männliche Dominanz konnte ebenso bezüglich anderer Handlungen wie beispielsweise Zerstören fremden Eigentums, Erpressung sowie Raub festgestellt werden. Bei den Erscheinungsformen ‚Hänseln‘ und Aus-schließen sind Mädchen und Jungen jedoch gleichauf.[38]

Vergleich der Schultypen

Wie bereits bei der Opferperspektive dargestellt wird auch hier deutlich, dass Täter von Gewalt (hier Schlagen und Treten) an Förder- und Hauptschulen am häufigsten anzutreffen sind, nämlich mehr als doppelt so häufig wie an Gymnasien. Betrachtet man neben der Gewalt nun das Phänomen Mobbing, so treten Unterschiede in Bezug auf die Schultypen weniger in den Vordergrund. Lediglich bei der Erscheinungsform ‚Aus-grenzung’ fällt auf, dass diese Art des indirekten Mobbings bei Förder-schulen - dicht gefolgt von Hauptschulen - am häufigsten anzutreffen ist; Schlusslicht bilden die Gymnasien. Diese Erkenntnisse stimmen mit der subjektiven Gewaltwahrnehmung von Lehrern und Schulleitern überein.[39]

Differenzierung nach Gebieten innerhalb Deutschlands

Zwischen Ost- und Westdeutschland lassen sich klare Ungleichheiten der Gewalt unter Schülern betreffend erkennen. Dies hängt vermutlich mit der unterschiedlichen Ansiedlung von Migranten zusammen. Betrachtet man lediglich deutsche Schüler, nivelliert sich der Unterschied zwischen beiden Regionen.

Was das Mobbing unter Schülern anbelangt zeigt sich, dass im Osten Deutschlands die meisten Mobber, im Süden die wenigsten zu finden waren. Allerdings lässt sich insgesamt sagen, dass sich einige der untersuchten Gebiete durch eine erhebliche Heterogenität auszeichnen, sodass pauschale Aussagen nicht getroffen werden können. Auf Seiten der Täterschaft ist, anders als bei der Opferperspektive, ein leichter Anstieg von Mobbing in Großstädten im Vergleich zu Kleinstädten oder Landkreisen zu verzeichnen.[40]

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bei der Täterschaft eher Jungen betroffen sind, wobei Mädchen bei verbalen Attacken psychischer Art ebenso stark vertreten sind. Die häufigste Erscheinungsform von Mobbing stellt ‚Hänseln‘ dar. Die Wahrscheinlichkeit auf Täter zu treffen ist in Förder- und Hauptschulen am Größten, wobei an Schulen im Osten Deutschlands das höchste Täteraufkommen verzeichnet wurde.

2.4 Merkmale und Spezifika beteiligter Personen an und betroffener Personen von Mobbing im schulischen Kontext

Die folgenden Aussagen sollen lediglich die ‚typischen’ Charakteristika der Betroffenen und Beteiligten darstellen. Demnach gibt es gewisse Eigenschaften, die in der jeweiligen Personengruppe gehäuft festgestellt werden konnten. Dies schließt jedoch nicht aus, dass das Verhalten der Kinder und Jugendlichen von folgenden Ausführungen abweichen kann. Denn selbstverständlich verhalten sich Kinder und Jugendlichen individuell und sind auch als Individuen zu betrachten.

An dieser Stelle wird auf sämtliche Beteiligte genauer eingegangen, da Mobbing nicht nur Opfer und Täter betrifft, sondern auch Mitmobber sowie Zuschauer, was wiederum Einfluss auf das gesamte Klassenklima nimmt.

2.4.1 Die Opfer

Olweus hat bezüglich der Kategorisierung von Opfern eine Unter-scheidung in zwei Typen vorgenommen, an die in der heutigen Fachlitera-tur überwiegend angeknüpft wird. Er differenziert zwischen dem „passiven oder ergebenen Opfertyp“ sowie dem „provozierenden Opfertyp“.[41]

Die ‚typischen’ Schulopfer fallen durch ihre Eigenschaften und Verhaltensweisen unter den ersten Typus. Wie bereits in Kapitel 2.3 erläutert, sind die Opfer von Mobbing physischer Erscheinungsformen überwiegend Jungen, die sich meist dadurch auszeichnen, dass sie körperlich schwächer sind als ihre Peiniger. Oftmals sehen sie in ihrer Unterlegenheit den Auslöser für das Mobbing, auf welches sie häufig mit Rückzug oder Weinen reagieren.[42] In Bezug auf verbale Attacken ist zwischen Jungen und Mädchen, wie bereits in Kapitel 2.3.1 beschrieben, kaum ein Unterschied zu erkennen.[43] Im Vergleich zu seinen Alters-genossen weist der ‚passive oder ergebene Opfertyp’ Merkmale wie Un-sicherheit, Sensibilität, Angst, Empfindsamkeit, Vorsicht und Introver-tiertheit auf. Die Opfer fühlen sich einsam, haben nur wenige oder keine Freunde und sind sozial eher isoliert. Zu ihren Eltern haben sie ein überwiegend problematisches und häufig überbehütetes Verhältnis, wobei dies auch als Reaktion der Eltern auf das Mobbing gewertet werden kann. Ihr schulisches Verhalten erweist sich ebenfalls als problematisch. Sie finden weniger Gefallen an der Schule, schwänzen den Unterricht und fallen in ihren schulischen Leistungen ab. Gegenüber Gewalt haben sie eine negative Einstellung und gebrauchen sie nicht als Problemlösungsstrategie. Letztlich zeigt sich, dass es den Opfern von Mobbing an Selbstwertgefühl mangelt und sie Scham verspüren. Sie sehen ihre Situation als aussichtslos und sich selbst als Versager.[44]

Der ‚provozierende Opfertyp‘ ist seltener vertreten und „[zeichnet] sich durch eine Kombination von sowohl ängstlichen als auch aggressiven Reaktionsmustern [aus].“[45] Durch ihr aggressives und aufdringliches Verhalten, als ihre Art der Kontaktaufnahme zu sehen, provozieren diese Opfer ihre Mitschüler aktiv und ziehen oftmals den Unmut der gesamten Klasse auf sich. Sie machen sich so selbst zum Außenseiter. Im Unterricht ist deutlich erkennbar, dass sie an Konzentrationsschwierigkeiten und Hyperaktivität leiden, hinzu kommt kindisches Benehmen. All diese Verhaltensauffälligkeiten erzeugen in ihrer Umwelt Verärgerung. Obwohl sie sich häufig selbst in die Situation physischer Attacken durch Mitschüler bringen, fühlen sie sich schnell bedroht und reagieren binnen kürzester Zeit mit Weinen. Schließlich lässt sich über den ‚provozierenden Opfertyp‘ sagen, dass seine Verhaltensweise gegenüber seinen Mitschülern als zwiespältig charakterisiert werden kann. An den Reaktionen und dem Mobbing seiner Mitschüler trägt er durch seine provozierende Art Mitschuld. Es scheint, dass diese Typ Opfer um jeden Preis nach Anerkennung der Gruppe strebt und er negative Reaktionen einer Isolation vorzieht.[46]

Der Psychologe Bob van der Meer unterteilt die Opfer anhand vier unterschiedlicher Ursachen für die Viktimisierung sowie verschiedener Verhaltensweisen in Untergruppen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 2: Überblick möglicher Ursachen der Viktimisierung bei Mobbing im schulischen Kontext

Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Van der Meer (2000) zit. nach Georg (2006), S. 29.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 3: Überblick möglicher Verhaltensweisen von Mobbing-Opfern im schulischen Kontext

Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Van der Meer zit. nach Georg (2006), S. 31ff.

Letztlich kann anhand der eben genannten Ausführungen festgehalten werden, dass es zwei unterschiedliche Opfertypen gibt, die sich beide durch vielfältige Verhaltensweisen unterscheiden.

2.4.2 Die Täter

Die typische Täterschaft zeichnet sich dadurch aus, dass diese Rolle - wie bei den Opfern auch – häufiger von Jungen übernommen wird, wobei dies hauptsächlich bei körperlich aggressiven Taten der Fall ist. „Diese Schlussfolgerung stimmt mit den Erwartungen der Forschung über Geschlechterunterschiede hinsichtlich aggressiven Verhaltens […] überein.“[48] Was die Täterschaft von Mädchen angeht, werden diese eher durch verbale und indirekte Formen, beispielsweise durch Verbreitung von Gerüchten, Isolierung der Opfer oder verdeckte Schikanen, auffällig.[49]

Die Täter sind meist älter als ihre Opfer, diesen körperlich überlegen und agieren häufig aus einer Gruppe heraus. Dabei spielen die ‚Anführer‘ aus Sicht der Opfer eine gewichtigere Rolle, als die Gruppe selbst.[50]

In unterschiedlichen Studien konnten diverse Risikofaktoren ermittelt werden, die Einfluss auf aggressive Verhaltensweisen haben und somit die Gefahr des Mobbings im schulischen Kontext erhöhen. „Das Problem der Jugendaggression ist somit nicht anhand eines einzigen Faktors zu erklären, sondern nur in der Kumulation persönlicher, familiärer und sozialer Risiken.“[51]

Unter diese Risikofaktoren fällt beispielsweise ein Erziehungsklima, das oft negativ und konflikthaft ist, z. B. durch wenig Anteilnahme, Inkonsequenz, Gewalt, fehlende Wärme oder Scheidung der Eltern.

Auch das Milieu, in dem die Mobber aufwachsen, kann einen negativen Einfluss auf sie haben, wenn ihre Lebensbedingungen durch eine Vielzahl von Problemen geprägt sind, wie z. B. Arbeitslosigkeit, Alkoholismus und Kriminalität. So ist bei Mobbern häufig delinquentes Verhalten sowie eine positive Einstellung gegenüber Gewalt zu finden.[52]

Gegenüber ihren und anderen Opfern von Gewalt zeigen sie nur ein geringes Maß an Mitgefühl.[53] Den Tätern geht es um Macht und Herrschaft, sie ernennen sich zum Anführer einer Gruppe und setzen eigene Normen und Regeln.[54]

Hinzu kommt schulisches Problemverhalten wie beispielsweise Schulunlust sowie das Schwänzen des Unterrichts. Außerdem sind Mobber tendenziell schlechtere Schüler[55]. Der Grad ihrer Beliebtheit in der Klasse ist nicht eindeutig: sie sind „teils beliebt teils unbeliebt, oder werden ganz abgelehnt.“[56]

Sie besitzen entweder ein niedriges Selbstwertgefühl (z. B. durch Depressionen, Ängste, Schulversagen, problematische Sozialisation) oder einen übersteigerten Selbstwert.[57] Auch können „Persönlichkeitsmerkmale wie Hyperaktivität oder soziale Dominanz“[58] die Wahrscheinlichkeit von Mobbing im schulischen Kontext steigern.

Des Weiteren sind die Täter im Vergleich zu Gleichaltrigen Nicht-Tätern vermehrt in Cliquen integriert und fühlen sich eher zu Jugendklubs, Diskotheken sowie Spielhallen hingezogen. Ferner konsumieren sie in verstärktem Maße Zigaretten Alkohol und gewalthaltige Medieninhalte.[59]

Im Gegensatz zu ihren Opfern zeichnen sich Täter durch Dominanz, Aufmerksamkeitsschwierigkeiten, geringe Impulskontrolle sowie ein herabgesetztes Angstempfinden aus.[60]

2.4.3 Die Mittäter

Als Mitmobber werden diejenigen Schüler bezeichnet, die zwar nicht Anführer bzw. Initiator sind, diesen jedoch in aktiver Weise unterstützen (z. B. durch Festhalten des Opfers) und so versuchen, dessen Anerkennung zu gewinnen. Der Mobber wiederum versucht durch seine Taten, die Anerkennung der Mitmobber zu erlangen und so an Macht zu gewinnen. Die Mitmobber fungieren gleichzeitig als Zuschauer, ohne deren Anwesenheit der Mobber wahrscheinlich keinen Sinn darin sehen würde, sich mit dem Opfer zu befassen.

Weshalb sich die Mitmobber nicht gegen den Anführer stellen, kann zweierlei Gründe haben. Zum einen übernehmen sie seine Normen und Regeln unreflektiert, da sie so eine von ihnen gewünschte Gruppenzugehörigkeit erfahren und sich ohnehin eher an der Meinung anderer orientieren. Zum anderen haben sie womöglich Angst, selbst Opfer zu werden.[61]

Durch ihre Mittäterschaft und den großen Einfluss, den sie dabei ausüben, sind die Mitmobber ebenso zur Verantwortung zu ziehen wie die Anführer und müssen daher bei der Problemlösung mit einbezogen werden.

2.4.4 Die Zuschauer und die schweigende Mehrheit

Die Rolle der Zuschauer im Mobbingverlauf darf nicht unterschätzt werden. Durch ihre direkten und indirekten Reaktionen auf den Mobber nehmen sie großen Einfluss auf die konkrete Tatsituation und zukünftige Taten. Durch Lachen ermutigen sie den Täter beispielsweise zur Fortsetzung. Durch Verteidigung des Opfers und Missbilligung des Täters könnten sie das Mobbing beenden. Die Täter empfinden durch die gesteigerte Aufmerksamkeit der Zuschauer Zuspruch für ihre Taten.[62]

„Die Gleichgültigkeit der schweigenden Menge bietet dem Mobber die Basis für sein Tun und damit macht sie sich mitschuldig.“[63] Oftmals sind die Zuschauer weder auf der Seite der Mobber, noch auf der Seite der Opfer und werden nur zufällig zu Zeugen der Tat. Ein möglicher Grund für ihre Haltung kann die Befürchtung sein, selbst zum Opfer zu werden, weshalb sie sich lieber im Hintergrund halten möchten. Oder sie nehmen an, dass sich das Opfer selbst helfen kann. Ein anderer Grund kann sein, dass sie im Verhalten des Opfers eine Mitschuld erkennen und daher keinen Grund für seine Verteidigung sehen.[64]

Abschließend lässt sich sagen, dass die Zuschauer nahezu in gleicher Weise Macht besitzen wie die (Mit-)Täter und ebenfalls verantwortlich für das Bestehen von Mobbing sind.

2.5 Mögliche Gründe und begünstigende Ausgangssituationen für Mobbing im schulischen Kontext

Bei Eckardt lassen sich diesbezüglich elf Punkte finden, die teilweise ineinander übergreifen und als Prädiktoren für das Auftreten von Mobbing im schulischen Kontext gesehen werden können. Auch hier ist anzumerken, dass Kinder nicht zwangsläufig unter die im Folgenden genannten Kategorien fallen müssen, denn diese stellen verallgemeinerte Aussagen dar[65].

Als Einflussfaktoren für Mobbing lassen sich Schul- und Erziehungsklima sowie Charaktereigenschaften von Tätern erkennen, welche im Folgenden konkreter erläutert werden.

Einflussfaktor: Schulklima

Förderlich für die Entstehung von Mobbing ist ein bereits bestehender (1) Gruppenzwang. Wer sich nicht entsprechend der herrschenden Normen und Werte der Gruppe unterwirft (z. B. Tragen von Markenkleidung), läuft Gefahr ausgegrenzt zu werden.

Auch die Atmosphäre in der Schule spielt eine große Rolle. Wenn (2) gewalttätiges Verhalten zum Alltag gehört, sinkt die Sensibilität für die Gefahren und Auswirkungen, die es mit sich bringt.[66]

Die (3) Notwendigkeit der Grenzsetzung sollte ein gemeinsames Interesse von Eltern und Schule sein. Wenn Kindern und Jugendlichen bezüglich physischer und psychischer Gewalt nicht frühzeitig verdeutlicht wird, dass dieses Verhalten inakzeptabel ist, so besteht die Gefahr, dass sich diese Umgangsformen als Mittel der Konfliktlösung manifestieren.[67]

Einflussfaktor: Erziehungsklima

Ein weiterer Grund für das Auftreten von Mobbing kann die (4) geistige oder körperliche Verwahrlosung der Täter sein. Kinder und Jugendliche benötigen für eine positive Entwicklung Wärme, Geborgenheit und die Anteilnahme der Eltern. Bleiben diese Faktoren aus, kann es zur Verwahrlosung und Verrohung kommen, da die Kinder auf sich alleine gestellt sind. Dies alles hängt mit der „emotionalen Grundeinstellung der Eltern“[68] zusammen.[69]

Ebenso beeinflusst „das Ausmaß der dem Kind bei aggressivem Verhalten von der ersten Bezugsperson entgegengebrachten Toleranz und Liberali-tät“[70] die Entwicklung von Gewalt und Mobbing.

Ein weiterer Einflussfaktor ist der (5) Mangel an Vorbildern. Reagieren die Eltern des Täters im Konfliktfall mit Wut, Geschrei, körperlicher Gewalt oder sehen die Täter z. B., dass der Vater die Mutter gewaltvoll be-herrscht, kann sich das Kind (6) Gewalt als Konfliktlösungsstrategie aneignen. Wenn Kinder und Jugendliche durch ihre Eltern keine Achtung entgegengebracht wird, sie eventuell körperliche Gewalt erfahren und blinden Gehorsam zeigen müssen, kann daraus folgen, dass sie versuchen, die eigene Ohnmacht durch Macht gegenüber Dritten zu kompensieren.[71] „Dieser Befund stützt die Vorstellung, dass ‚Gewalt Gewalt erzeugt’.“[72]

Einflussfaktor: Persönlichkeit der Kinder und Jugendlichen

Dass Kinder und Jugendliche aggressiv werden bzw. sind, liegt nicht alleine am Verschulden der Eltern, sondern ist auch abhängig von dem (7) Temperament des jeweiligen Kindes, welches sich bereits im Säug-lingsalter individuell entwickelt.[73]

In Zusammenhang dazu steht die (8) Impulsivität, die von Kind zu Kind aufgrund der individuellen genetischen Veranlagung unterschiedlich ausgeprägt ist. Besonders Kinder, die von dem Aufmerksamkeitsdefizithyperaktivitätssyndrom (ADHS) betroffen sind, haben aufgrund neurologischer Prozesse im Gehirn Schwierigkeiten mit ihrer Impulskontrolle.[74]

Ein weiterer Prädiktor ist das (9) Erkennen der eigenen Gefühle und somit auch der Gefühle anderer. Wer als Kleinkind nicht gelernt hat, seine Emotionen wahrzunehmen und zu benennen, dem wird es später schwer fallen die Empfindungen Dritter festzustellen. Und wer sein Gegenüber diesbezüglich nicht einschätzen kann, der überschreitet schnell und unbemerkt Grenzen.[75] Damit geht einher, dass es vielen Tätern an (10) Empathie mangelt, denn „Empathie ist die Fähigkeit mit anderen mitzufühlen und einmal die Blickrichtung zu ändern.[76]

Einige der Täter wachsen mit einer (10) inneren Unsicherheit auf und leiden aus unterschiedlichen Gründen an Minderwertigkeitskomplexen, die sie versuchen durch Mobbing zu kompensieren. Es ist kein neues Phänomen, dass sich Menschen aufwerten, indem sie andere schlecht machen oder schlecht behandeln.[77]

Letztlich ist einer der möglichen Gründe die Tatsache, dass viele der Betroffenen keinerlei (11) Wissen über das Phänomen Mobbing haben. Dieser Prädiktor lässt sich von allen am schnellsten und einfachsten beheben, indem Mobbing (z. B. in Schulen) zum Thema gemacht und offen diskutiert wird. Schließlich verringert Aufklärung die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß von Mobbing deutlich.[78] Konkrete Vorschläge für Vorgehensweisen werden in Kapitel 5 genauer erläutert.

3. Cyber-Mobbing als eine spezifische Form von Mobbing im modernen Medienzeitalter

Um Cyber-Mobbing als eine spezifische Form von Mobbing verstehen zu können, ist es zunächst notwendig auf die Besonderheiten der modernen Kommunikation via Computer und Handy einzugehen. Dabei ist es wichtig zu verdeutlichen, welches Nutzungsverhalten Kinder und Jugendliche in Bezug auf Computer, Internet und Handy gegenwärtig erkennen lassen und welche Rolle diese für sie spielen.

3.1 Definition und Eigenschaften des Cyberspace und Internets

Erstmalig verwendet wurde der Ausdruck ‚Cyberspace’ als Kunstwort in einem Science-Fiction-Roman namens „Neuromancer“, den William Gibson 1984 veröffentlichte. „Er steht dort als Metapher für eine von Computern und Computernetzen generierte parallele Welt bzw. eine virtuelle Welt“.[79]

Der Begriff ‚Cyberspace‘ wird als Synonym für die digitale Welt benutzt und setzt sich zusammen aus den Worten ‚Cyber’ und ‚Space’. ‚Cyber‘ bedeutet „virtuell erzeugte Scheinwelten betreffend“ und hat seinen Ursprung in dem griechischen Begriff Kybernetik, der als „Steuermanns-kunst“ übersetzt werden kann.[80] Das Wort ‚Space’ stammt aus dem Englischen und meint übersetzt Platz, Raum bzw. Weltraum.[81] In der Alltagssprache wird die Vorsilbe ‚Cyber’ mit dem Wort ‚virtuell’ gleich-gesetzt; so auch bei dem Phänomen Cyber-Mobbing, wobei das Handy in diesen Begriff mit einbezogen wird.[82]

Die Eigenschaften des Cyberspace werden in einem Zitat des Sozialwissenschaftlers Udo Thiedeke deutlich: „Im Cyberspace treffen ausschließlich ‚kybernetische Soziofakten’ in einer virtualisierten Umwelt aufeinander. Sie produzieren und reproduzieren dabei eine andere Wirk-lichkeit, als diejenige der physikalisch gebundenen und sozial verorteten Personen, Artefakte und Fiktionen. Der Cyberspace erzeugt sich selbst, organisiert und beschreibt sich selbst, als eigene Realität ‚über’ oder ‚neben’ bislang erfahrbarer Realität.“[83]

Der Begriff ‚Internet’ ist eine sprachliche Neubildung und stammt von dem englischen Ausdruck „interconnected networks“ ab.[84] Das Internet ver-bindet Millionen von Computern auf der ganzen Welt, indem es Daten (Texte, Fotos, Videos, Musik) hin und her senden kann.[85]

Eine begriffliche Trennung von Cyberspace und Internet ist erforderlich, denn sie bedeutet nicht ein und dasselbe, auch wenn sie eng miteinander verwoben sind. Das Internet ist vielmehr als Infrastruktur des Cyberspace zu verstehen, denn „der Cyberspace entsteht vornehmlich durch das Inter-net und definiert somit die spezifische Orientierungs- und Handlungs-situation der Online Kommunikation.“[86]

Eine besondere Eigenschaft des Internets ist, dass es „ein Zwitterwesen aus Massenmedium und Individualmedium [darstellt], das die Vorzüge traditioneller und moderner Kommunikationsweisen vereint und potenziert.“[87] Durch die Bereitwilligkeit zur Kommunikation der Nutzer wird es lebendig gehalten. Ein Nebeneffekt ist, dass die Grenze zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit verschwimmt, wodurch Mobbing in der virtuellen Welt an Ausmaß gewinnt. Durch den Schutz der Anonymität veröffentlichen viele Menschen ihre privaten und oftmals intimen Gedanken, welche früher nur engen Freunden anvertraut wurden. Sie bieten so vermehrt Angriffsfläche für virtuelle Attacken. Das Verständnis von Privatsphäre verändert sich von Generation zu Generation. Das Internet stellt seinen Nutzern viele Möglichkeiten zur Identitätsbildung zur Verfügung, die von diesen auf narzisstische sowie exhibitionistische Weise genutzt werden können. Das Internet ist zum virtuellen Spiegelbild der ‚realen‘ Gesellschaft geworden. Demzufolge ist man mit Mobbing, Abnormitäten und Kriminalität dort ebenso konfrontiert wie im ‚realen‘ Leben. Allerdings ist der Wirkungskreis von Gerüchten und übler Nachrede durch die weltweite Vernetzung und die sekundenschnelle Übermittlung von Daten kaum mehr kontrollier- bzw. überschaubar. Internetnutzer hinterlassen ihre Datenspuren und das Internet vergisst nicht. Es ist vergleichbar mit einem Dorf, in dem Menschen durch allerlei Klatsch und Tratsch an den virtuellen Pranger gestellt werden, nur dass im Falle des Cyber-Mobbing meist die gesamte Welt zuschauen kann.[88]

Durch diese Besonderheiten nimmt Mobbing im Internet eine veränderte Dimension ein, welche im Folgenden genauer erklärt wird. Unabdingbare Grundlage für das Cyberspace und Internet stellt die computervermittelte Kommunikation dar. Durch sie wird Cyber-Mobbing erst möglich, weshalb diese moderne Form der Kommunikation im nächsten Abschnitt genauer beleuchtet wird.

3.2 Computervermittelte Kommunikation und ihre spezifischen Merkmale sowie Theorien

„Die ‚Währung‘ des Internets ist das schnell geschriebene Wort, ohne Augenkontakt, ohne Nuancen der Intonation, ohne blitzschnelles Erfassen und Korrigieren von Missverständnissen bei fehlender physischer Präsenz des Gegenübers.“[89]

Definition und Merkmale

„Unter computervermittelter Kommunikation werden alle kommunikativen, d. h. sozialen Austauschprozesse verstanden, die durch einen Computer als vermittelndes technisches Medium stattfinden […].“[90] Auf Seiten des Senders benötigt es dazu einen Computer, der als Eingabegerät fungiert und Nachrichten enkodiert. Auf Seiten des Empfängers braucht es ebenfalls einen Computer, der als Endgerät dient und die entsprechende Nachricht dekodiert. Grundbedingung ist, dass die jeweiligen Computer (z. B. über das Internet) miteinander vernetzt sind.[91]

Es existieren zwei Merkmale mit unterschiedlichen Kommunikations-potentialen, anhand derer sämtliche kommunikative Dienste des Internets (wie z. B. E-Mail, Homepages, Chats) differenziert werden können. Ein Merkmal ist, dass computergestützte Kommunikation entweder synchron (z. B. Chat) oder asynchron (z. B. E-Mail) übermittelt werden kann. Syn-chronität bedeutet ein zeitgleicher Austausch zwischen Sender und Empfänger und ähnelt der sogenannten Face-to-Face-Kommunikation, bei der beide Parteien persönlich und in Angesicht agieren. Das zweite Merkmal beinhaltet, dass jeder Sender zunächst über die Tragweite seiner Nachricht entscheiden kann, also in der Lage ist, den Empfängerkreis genau zu bestimmen. Die Medienwissenschaftlerin Sabina Misoch unterscheidet hier drei Varianten: ‚One-to-one‘, also der Austausch zwischen zwei Personen wie es z. B. bei einer E-Mail der Fall ist; ‚Many-to-many‘, folglich eine Interaktion von mehreren Individuen, die gleichzeitig mit mehreren anderen kommunizieren wie z. B. bei Newsgroups oder per Mailinglisten; und letztlich ‚One-to-many‘ als Variante der Massen-kommunikation, bei der ein Einzelner viele andere Personen erreichen kann, z. B. über eine eigene Homepage.[92] Durch diese Möglichkeiten lassen sich virtuelle Mobbing-Angriffe in Sekundenschnelle an eine unbegrenzte Zahl von Empfängern senden, wodurch Cyber-Mobbing eine neue Qualität entwickelt.

Nachdem die Rahmenbedingungen der computergestützten Kommuni-kation erläutert wurden, folgen nun Ausführungen zu einer Auswahl an Theorien, die sich mit den Folgen der computergestützten Kommunikation befassen.

Unterschiedliche Theoriemodelle sowie Spezifika der computerver-mittelten Kommunikation

(1) Das Kanalreduktions-Modell besagt, dass die Informationsüber-mittlung auf reiner Textualität beruht und sonst übliche Sinneseindrücke durch eine mangelnde Kopräsenz der Beteiligten zum größten Teil fehlen. Dieser Zustand wird als ‚Ent-Sinnlichung‘ bezeichnet, zu der auch noch ‚Ent-Räumlichung‘ und ‚Ent-Zeitlichung‘ hinzukommen, denn computer-vermittelte Kommunikation kann geographische Distanzen überbrücken und asynchron, also zeitversetzt vonstattengehen. Es wird befürchtet, dass das typisch Menschliche verloren geht und es zu einer ‚Ent-Wirklichung‘ kommt. Darauf wurde bereits mit sogenannten ‚Netiquetten‘[93] reagiert, die das menschliche Miteinander in der Netzwelt regeln sollen.[94]
(2) Das Filter-Modell hat seinen Ursprung im Kanalreduktions-Modell. Dieses Modell vertritt die These, dass es durch die Kanalreduktion zu einem Informationsverlust sozialer Hinweisreize kommt, wodurch das Gegenüber anders wahrgenommen wird, als es in einem persönlichen Kontakt der Fall wäre. Es kommt zu einer ‚Ent-Kontextualisierung‘, da ohne die Kopräsenz der Menschen ein gemeinsamer Gesprächskontext mitsamt physikalischer Wahrnehmung des Gegenübers (z. B. Mimik, Gestik, Körperhaltung) fehlt. Im Alltag beeinflussen soziale und sozio-demographische Gegebenheiten (wie z. B. Alter, Geschlecht, Aussehen, Kleidung) die Einschätzung des Gegenübers enorm, bei der computer-gestützten Kommunikation werden diese jedoch nicht übermittelt. Zusätzlich entsteht durch ‚Ent-Körperlichung‘ die Möglichkeit völliger Anonymität bzw. Pseudonymität. Dies und die Tatsache fehlender soziodemographischer Eindrücke „baut gemäß dem Filtermodell soziale Hemmungen, Hürden, Privilegien und Kontrollen ab“[95]. Diese Enthemmung, im Fachjargon „Disinhibition“ genannt, kann die Beteiligten positiv beeinflussen, weil sie Offenheit fördert. Sie kann aber auch antisoziales Verhalten wie z. B. Cyber-Mobbing begünstigen, da sich die Handelnden als Teil einer anonymen Masse fühlen und so eine verringerte Eigenverantwortung spüren.[96]
(3) Bei dem Digitalisierungs-Modell steht die Technik im Fokus, die Einfluss auf die Verständigungsmöglichkeiten nimmt. „Denn erst das digitale Datenformat erlaubt es, in umfassender Weise, Informationen kostengünstig und bequem in großer Geschwindigkeit über weite Strecken an vielfältige Teilnehmerkreise zu verbreiten, Dokumente automatisch zu archivieren, zu modifizieren und zu verknüpfen, Dienste parallel und kombiniert zu nutzen, Informationen multimedial darzustellen und gemeinsam zu bearbeiten.“[97]

Eine präzise Grenzziehung „zwischen Individual-, Gruppen-, Uni- und Massenkommunikation“[98] ist nicht mehr möglich, da der Empfängerkreis zu jeder Zeit ausgedehnt werden kann.[99]

Letztlich ist zu sagen, dass die Medien Computer und Handy zwar eine Errungenschaft der Neuzeit darstellen, das Bedürfnis der Menschen nach Kommunikation aber unverändert bleibt. Mit der Technisierung veränderte sich lediglich die Art und Weise, wie Menschen miteinander in Kontakt treten können. Bezieht man diese Erkenntnis nun auf Mobbing, so ist es nicht verwunderlich, dass traditionelles Mobbing im schulischen Kontext durch die Veränderungen der modernen Kommunikation auch im virtuellen Rahmen stattfindet, zumal sich zwischen Schul- und Cyber-Mobbing kaum keine klare Grenze ziehen lässt.

3.3 Der Weg zum Web 2.0 und seine Besonderheiten

Nachdem das Internet zu Beginn seiner Entwicklung ausschließlich von einer Minderheit genutzt wurde (z. B. Wissenschaftlern und Tüftlern), entwickelte sich in den 90er Jahren ein Zugang für die breite Öffentlich-keit. Heute gehört es für die meisten Menschen der ersten und zweiten Welt zum Alltag. „2004 schlug dann die Geburtsstunde des Begriffs Web 2.0, als O’Reilly Media, Battelle und MediaLive die erste Web-2.0-Konferenz einberiefen.“[100] Der Grundgedanke, Menschen interaktiv zu vernetzen und ihnen die Möglichkeit zu geben eigene Inhalte (wie z. B. Fotos) zu veröffentlichen, entwickelte sich binnen kürzester Zeit zu einem Massenphänomen, an welchem sich heute täglich Millionen von Menschen weltweit beteiligen.[101]

Jedoch ist das Web 2.0 keine revolutionäre Neuschöpfung des Internets. Vielmehr drückt der Terminus eine veränderte Nutzung des Internets technischer und sozialer Art aus, weshalb das Web 2.0 auch als ‚Social Web‘ bezeichnet wird.[102]

Im Vergleich zum Internet im Allgemeinen stehen beim Web 2.0 zwei Neuerungen im Vordergrund: Die erste Innovation beinhaltet die Möglichkeit, Webangebote (mit) zu gestalten. Der veränderte Gestaltungsgrad gestattet den Internetnutzern eigene Inhalte wie z. B. Texte, Fotos oder Videos online zu veröffentlichen sowie die Botschaften anderer Internetnutzer zu kommentieren oder zu bewerten. Dies geschieht mit wenig Aufwand, benötigt geringes technisches Wissen und verursacht gewöhnlich keine Kosten, von den Kosten für die Internetverbindung abgesehen. Diese Inhalte werden als ‚user generated content‘ bezeichnet und stellen die Grundlage des Mitmachnetzes dar. Die zweite Neuerung ist die veränderte Nutzung des Internets als öffentliche Plattform des Austauschs und der Kommunikation. Die Dimension von Kommunikation hat sich verändert, indem jeder Nutzer nicht nur individuell (z. B. über E-Mails) kommunizieren kann, sondern nun auch öffentliche (z. B. durch Homepages) Botschaften kundtun kann.[103] Insgesamt geht es um die „Nutzbarmachung der kollektiven Intelligenz“.[104]

Das Web 2.0 kann in sechs Erscheinungsformen untergliedert werden: (1) Weblogs, die hauptsächlich von Privatpersonen gepflegt werden, bieten dem Betreiber (auch Blogger genannt) die Möglichkeit in frei wählbaren Intervallen Einträge zu Themen aller Art zu verfassen. Diese Einträge können von den Lesern wiederum kommentiert werden. (2) Bei Wikipedia, der größten interaktiven Online-Enzyklopädie, werden Beitrage kollektiv erstellt und weiterentwickelt, wodurch jeder zum Autor werden kann. Zweck ist die Bündeldung des Wissens der Mehrheit. In (3) Foto- und Video-Communities (z. B. YouTube) können Internetnutzer eigene Bilder oder Videos hochladen und die Beiträge anderer Nutzer bewerten und kommentieren. Daneben sind bei Kindern und Jugendlichen (4) Soziale Netzwerke, auch Communities genannt, besonders beliebt (z. B. ‚SchülerVZ‘, ‚wer-kennt-wen‘ oder ‚Facebook‘). Sie sind Beziehungsnetzwerke, die dem Kennenlernen, der Kontaktpflege sowie der Kommunika-tion im Allgemeinen dienen sollen. Sie setzen ein eigenes Profil der Nutzer voraus, in dem sich diese darstellen können (z. B. durch Fotos, Videos oder Beschreibungen der Persönlichkeit). Unter (5) Soziale Lesezeichensammlungen, auch ‚Social Bookmarking’ genannt, versteht man für die Webgemeinde veröffentliche Markierungen, die mit Schlagworten indexiert werden. Diese Form der Nutzung des Web 2.0 spielt bei den Internetnutzern eine eher untergeordnete Rolle. Als letzte Angebotsform des Web 2.0 wird die Plattform (6) ‚ Twitter ‘ genannt, auf der Mitglieder Kurznachrichten in Echtzeit veröffentlichen können. Diese können z. B. in Form von SMS an andere Mitglieder gesendet werden, die die Botschaften des Schreibers abonniert haben.[105]

„Soziale Netzwerke, Blogs und virtuelles Gezwitscher machen deutlich, dass mit dem Internet eine neue Medienära angebrochen ist, die neue Klatschqualitäten aufweist. […] Durch seine Vernetzung und subjektivere Sichtweise ist dieser partizipative Journalismus schneller, direkter und persönlicher als die traditionelleren Medien […].“[106]

3.4 Verfügbarkeit sowie Nutzung von Computern und Handys durch Kinder und Jugendliche

Verfügbarkeit von Computern sowie Internet in deutschen Haushalten

Die alljährlich durchgeführte JIM Studie[107] ergab 2009, dass deutsche Haushalte, in denen Jugendliche leben, mit Mediengeräten wie Handy, Computer und Fernseher zu 100 %[108] ausgestattet sind; 2008 waren es noch 96 %[109]. Zugang zum Internet haben 98% der befragten 12- bis 19-Jährige - im Vergleich dazu waren es 1998 gerade einmal 18 %. Im Schnitt existieren in Haushalten mit Jugendlichen 3,9 Handys, 2,6 Computer bzw. Laptops sowie 1,6 Internetzugänge; dies übersteigt Haushalte, in denen keine Jugendlichen leben.[110]

Während in den 80er Jahren gerade einmal 22 % der Kinder und Jugendlichen einen eigenen Computer besaßen, waren es 2007 bereits 51,5 %[111]. Heute haben drei Viertel[112] aller Befragten einen eigenen Computer/Laptop zur Verfügung und knapp über die Hälfte[113] ist sogar in der Lage, das Internet vom eigenen Zimmer aus zu nutzen.[114]

Jungen verfügen im Vergleich zu Mädchen in höherem Maß über einen eigenen Computer, Mädchen sind dagegen besser mit Mobiltelefonen ausgestattet.[115]

Bei der Betrachtung der unterschiedlichen Bildungsstufen fällt auf, dass heutzutage alle Jugendliche Zugang zu Computer und Internet haben.[116] Vor einigen Jahren existierte noch ein deutliches Bildungsgefälle: Formal höher Gebildete waren in stärkerem Maße im Besitz von Computern und Internetzugängen.

Nutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen in Bezug auf Computer und Internet

„Kinder und Jugendliche nutzen Computer und Internet multifunktional und verbinden dabei verschiedene Tätigkeiten miteinander - von informa-tionsorientierten, spielbezogenen und rezeptiv-unterhaltenden, über kommunikativen und produktiv-gestaltenden Tätigkeiten, bis hin zum Konsum bzw. Online-Kauf von Klingeltönen, MP3-Files, virtuellen Spielfiguren und/ oder -sonderausstattungen.“[117]

Womit Kinder und Jugendliche ihre Freizeit am liebsten gestalten und wie viel Zeit sie mit dem Medium Computer verbringen, wird im Folgenden genauer erläutert.

Im Grundschulalter liegt das Augenmerk der Kinder noch nicht auf der Nutzung von E-Mails und Chats, was dadurch erklärt werden kann, dass Lesen und Schreiben in dieser Altersgruppe noch nicht ausgereift ist. Dies ändert sich mit zunehmendem Alter.[118] So fand die JIM Studie 2009 heraus, dass 90 % der Befragten regelmäßig online gehen, davon mehr als die Hälfte über zwei Stunden täglich.[119]

Am häufigsten werden Computer und Internet zu Hause genutzt, gelegentlich aber auch bei und zusammen mit Freunden. Die Nutzung des Internets in der Schule erfolgt eher selten. Zwei Drittel der Befragten haben einen Internetzugang im eigenen Zimmer, den sie regelmäßig gebrauchen. Je älter die Jugendlichen sind, desto häufiger haben sie einen eigenen Internetzugang.[120] Diese Tatsache hat großen Einfluss auf das Phänomen Cyber-Mobbing. Auf Seiten der Opfer stellt das eigene Kinderzimmer keinen Schutzraum mehr dar, da Attacken einen bis dorthin verfolgen können. Auf Seiten der Täter sind die Kontrollmöglichkeiten der Eltern eingeschränkt, weil sich die Handlungen des eigenen Kindes ihren Blicken entziehen, wenn sie nicht aktiv Interesse an seinen Tätigkeiten zeigen und seine Internetaktivitäten beispielsweise kontrollieren.

Bei einigen Studien zeigen sich Differenzen in Bezug auf das unterschiedliche Bildungsniveau. Gymnasiasten nutzen den Computer sowie das Internet am häufigsten, Hauptschüler am wenigsten. Formal höher Gebildete pflegen außerdem einen reflektierteren Umgang, z. B. mit Angeboten des ‚Social Web‘. Ihnen sind sowohl Chancen wie auch Gefahren bewusster als formal niedriger Gebildeten.[121] Gegenteiliges berichtet die Shell Jugendstudie 2010: „Während sich Jugendliche aus privilegierten Elternhäusern verstärkt mit Lesen und kreativen Tätigkeiten befassen und vielfältige soziale Kontakte pflegen, sind Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien vornehmlich mit Computer und Fernsehen beschäftigt.“[122] Demnach lassen sich bezüglich des Nutzungsverhaltens unterschiedlich gebildeter Kinder und Jugendlicher keine einheitlichen Aussagen treffen.

Bei der Nutzung konkreter Internetangebote zeigt sich, dass Kommunikation das Hauptinteresse darstellt, beispielsweise in Chats, über Instant-Messaging oder in ‚ Social Communities‘, die sich bei Jugendlichen besonderer Beliebtheit erfreuen. 72 % der Kinder und Jugendlichen verkehren regelmäßig in Online-Communities und 57 % sogar mehrmals am Tag. Am beliebtesten ist die Plattform ‚SchülerVZ‘, mit Abstand gefolgt von ‚StudiVZ‘ sowie ‚wer-kennt-wen‘. Die Videoplattform ‚YouTube‘ wird von Jugendlichen ebenfalls stark genutzt.[123] Genau diese Plattformen sind es auch, auf denen es häufig zu Cyber-Mobbing kommt.

Verfügbarkeit von Handys sowie Nutzungsverhalten durch Kinder und Jugendliche

Der Besitz von eigenen Mobiltelefonen übersteigt bei Kindern und Jugendlichen den der Computer. Er stieg von 8 % (1998) auf 92 % (2005) und beläuft sich heute auf ganze 95 %. Mädchen sind etwas häufiger im Besitz von Mobiltelefonen als Jungen. In Bezug auf die Verbreitung von Handys bei Haupt-, Real- und Gymnasialschülern liefern Studien unterschiedliche Ergebnisse. Einige fanden keine Unterschiede. Andere geben an, dass der Besitz von Handys bei Haupt- und Realschülern um zehn Prozentpunkte höher ist als bei Gymnasiasten.[124]

Der Gebrauch von Mobiltelefonen hat sich in den letzten Jahren rasant gesteigert und ist heute das Kommunikationsmedium Nummer eins für Kinder und Jugendliche: zwischen 72 % und 80 % der 12- bis 19-Jährigen nutzen das Handy täglich.[125] Einhergehend mit der technologischen Weiterentwicklung der Mobiltelefone hat sich auch deren Gebrauch verändert. Somit besitzen die meisten Handys heutzutage eine Kamera, Internetzugang sowie Bluetooth zur Datenübertragung.

„Anders als ein klassisches, stationäres Telefon erlauben neuere Mobil-telefone die Aufzeichnung, Speicherung und Versendung von Bildern, den Download von bewegten Bildern aus dem Internet, die Aufzeichnung und Herstellung von Fotos und Filmen sowie deren Verteilung […].“[126]

Die beliebteste Art und Weise das Handy zu nutzen, stellt das Ver-schicken von SMS dar; die Funktionen des Fotografierens und Filmens verwenden zwei Fünftel der Nutzer. Von sogenannten ‚Happy Slapping‘-Videos, bei denen jugendliche Prügeleien mit der Handykamera gefilmt und anschließend weiterverbreitet wurden, haben bereits 72,3 % der Jugendlichen gehört.[127]

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass immer mehr Kinder und Jugendliche immer früher in Kontakt mit Computern sowie Mobiltelefonen kommen und dass sie ihre Freizeit in gesteigertem Maße mit diesen Medien verbringen. Welche symbolische Bedeutung Computer, Internet und Handy für sie haben, wird im folgenden Kapitel näher erläutert.

[...]


[1] Isenberg (2009), S. 2.

[2] Cornelsen Verlag (2010), o. S.

[3] Cornelsen Verlag (2010), o. S.

[4] Vgl. Patalong (2007), o. S.

[5] Vgl. Baier et al. (2009), S. 57.

[6] Vgl. Olweus (1996), S. 15.

[7] Lösel & Bliesener (2003), S. 179.

[8] Vgl. Lösel & Bliesener (2003), S. 25.

[9] Vgl. Internet-ABC e. V. (2009), S. 2.

[10] Vgl. Esser & Wolmerath (2008), S. 20.

[11] Oxford University Press (2003), S. 398.

[12] Vgl. Kratz (2003), S. 10.

[13] Olweus (1996), S. 22.

[14] Gollnick (2005), S. 36.

[15] Vgl. Stephan (2010), S. 14.

[16] Vgl. Fawzi (2009), S. 9.

[17] Vgl. Jacobshagen (2004), S. 874 sowie Fawzi (2009), S. 8f.

[18] Vgl. Dambach (1998), S. 48 sowie Kasper (1998), S. 28f. zit. nach Fawzi (2009), S. 10.

[19] Vgl. Internet-ABC e. V. (2009), S. 2.

[20] Vgl. Leymann (2002), S. 23f. zit. nach Fawzi (2009), S. 9f.

[21] „SMS ist die englische Abkürzung für Short Message Service. Sie ist eine Kurznachricht, die per Handy oder Internet gesendet und empfangen wird.“ Wahrig- Burfeind (2009), S. 927.

[22] Riebel (2008), S. 509f.

[23] Lösel & Bliesener (2003), S. 26.

[24] Siehe Kapitel 2.2, S. 13ff.

[25] Lösel & Bliesener (2003), S. 26.

[26] Statistisches Bundesamt (2010), o. S.

[27] „In den Jahren 2007 und 2008 wurden insgesamt 44.610 im Durchschnitt 15- jährige Schüler aus 61 repräsentativ ausgewählten Landkreisen bzw. kreisfreien Städten befragt.“ Baier et al. (2009), S. 9.

[28] Vgl. Baier et al. (2009), S. 57.

[29] Repräsentative Stichprobe von 1.163 Schülern der 7. Und 8. Klasse an allgemeinbildenden Schulen in Erlangen und Nürnberg mittels Fragebogen.

[30] Vgl. Baier et al. (2009), S. 57 sowie Lösel & Bliesener (2003), S. 26f., 43f.

[31] Vgl. Baier et al. (2009), S. 57ff.

[32] Lösel & Bliesener (2003), S. 50.

[33] Vgl. Baier et al. (2009), S. 60f.

[34] Vgl. Baier et al. (2009), S. 58.

[35] Lösel & Bliesener (2003), S. 26.

[36] Lösel & Bliesener (2003), S. 26

[37] Vgl. Baier et al. (2009), S. 86f. sowie Lösel & Bliesener (2003), S. 44.

[38] Vgl. Baier et al. (2009), S. 87 sowie Lösel & Bliesener (2003), S. 50.

[39] Vgl. Baier et al. (2009), S. 88 sowie Lösel & Bliesener (2003), S. 54f.

[40] Vgl. Baier et al. (2009), S. 89f.

[41] Vgl. Olweus (1996), S. 42f.

[42] Vgl. Katzer & Fetchenhauer (2007), S. 132.

[43] Vgl. Lösel &Bliesener (2003), S. 50.

[44] Vgl. Katzer & Fetchenhauer (2007), S. 132; Olweus (1996), S. 42 sowie Fawzi (2009), S. 10f. und Eckardt (2006), S. 12.

[45] Olweus (1996), S. 43.

[46] Vgl. Georg (2006), Seite 30 ff.

[47] Die Befunde sind uneinheitlich. Olweus fand in seiner Studie keinen Zusammenhang zwischen der Andersartigkeit der Opfer und dem Mobbing. Dahingegen schreibt Stephan, dass in der Studie Hoover et al. (1992) durchaus ein Zusammenhang erkennbar war, ebenso bei Lagerspetz et al. (1982).

[48] Olweus (1996), S. 31.

[49] Vgl. Lösel & Bliesener (2003), S. 27.

[50] Vgl. Lösel & Bliesener (2003), S. 27.

[51] Katzer (2007), S. 114.

[52] Vgl. Fawzi (2009), S. 10.

[53] Vgl. Olweus (1996), S. 44.

[54] Vgl. Georg (2006), S. 21.

[55] Vgl. Lösel & Bliesener (2003), S. 27.

[56] Katzer & Fetchenhauer (2007), S. 129.

[57] Vgl. Katzer & Fetchenhauer (2007), S. 129.

[58] Katzer (2007), S. 114f.

[59] Vgl. Lösel & Bliesener (2003), S. 27f.

[60] Vgl. Lösel & Bliesener (2003), S. 27f.

[61] Vgl. Georg (2006), S. 42ff.

[62] Vgl. Fawzi (2009), S. 11.

[63] Georg (2006), S. 49.

[64] Vgl. Georg (2006), S. 48f.

[65] Vgl. Olweus (1996), S. 49.

[66] Vgl. Eckardt (2006), S. 19f.

[67] Vgl. Eckardt (2006), S.19 sowie Olweus (1996), S. 49.

[68] Olweus (1996), S. 48f.

[69] Vgl. Eckardt (2006), S. 55 sowie Olweus (1996), S. 48f.

[70] Olweus (1996), S. 49.

[71] Vgl. Eckardt (2006), S. 19, 50f.

[72] Olweus (1996), S. 49.

[73] Vgl. Eckardt (2006), S. 48 sowie Olweus (1996), S. 49.

[74] Vgl. Eckardt (2006), S. 53f.

[75] Vgl. Eckardt (2006), S. 19, 52f.

[76] Eckardt (2006), S. 52.

[77] Vgl. Eckardt (2006), S. 55f.

[78] Vgl. Eckardt (2006), S. 20.

[79] Vgl. Fawzi (2009), S. 17.

[80] Wahrig-Burfeind (2009), S. 195, 555.

[81] Oxford University Press (2003), S. 598.

[82] Vgl. Fawzi (2009), S. 17.

[83] Thiedeke (2004), S. 17f.

[84] Vgl. Misoch (2006), S. 37.

[85] Vgl. Aufenanger (2007), S. 3.

[86] Siegert & Pühringer (2004), S. 542.

[87] Schuldt (2009), S. 113.

[88] Vgl. Schuldt (2009), S. 113ff.

[89] Lindner & Fiedler (2003), S. 168.

[90] Misoch (2006), S. 37.

[91] Vgl. Misoch (2006), S. 37 sowie Fix (2001), S. 29.

[92] Vgl. Misoch (2006), S. 53ff. sowie Fix (2001), S. 38f.

[93] Netiquette setzt sich aus den Worten Netz und Etiquette zusammen und meint „Regeln Für die Umgangsformen im Internet, bes. bei dem Versenden von Nachrichten u. in den Internetforen, wonach Höflichkeit, Kürze u. Klarheit bei jeder Kommunikation beachtet werden sollten.“ Wahrig-Burfeind (2009), S. 669.

[94] Vgl. Döring (2003), S. 149f.; Misoch (2006), S. 57ff. sowie Fiedler (2003), S. 27ff. und Fix (2003), S. 41.

[95] Döring (2003), S. 156.

[96] Vgl. Döring (2003), S. 154ff. ; Misoch (2006), S. 56f., Fawzi (2009), S. 20f. sowie Fix (2001) S. 41f. und Fiedler (2003), S. 27ff.

[97] Döring (2003), S. 157.

[98] Döring (2003), S. 157.

[99] Vgl. Döring (2003), S. 157 sowie Misoch (2006), S. 61.

[100] Eimeren & Frees (2010), S. 334.

[101] Vgl. Eimeren & Frees (2010), S. 334.

[102] Vgl. Schmidt et al. (2009), S. 5 sowie Trump et al. (2008), S. 209f. und Spatscheck (2006), S. 63.

[103] Vgl. Trump et al. (2008), S. 209ff. sowie Busemann & Gscheidle (2010), S. 360.

[104] O’Reilley (2005) zit. nach Spatscheck (2006), S. 65.

[105] Vgl. Busemann & Gscheidel (2010), S. 361.sowie Spatscheck (2006), S. 63f.

[106] Schuldt (2009), S. 120.

[107] Vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (MPFS) durchgeführte Basisuntersuchung zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger. JIM steht dabei für Jugend, Information und (Multi-)Media.

[108] Die repräsentative Shell Jugendstudie 2010 spricht von lediglich 96 % der 2.604 befragten Jugendlichen im Alter von 12 bis 25 Jahren, die Zugang zum Internet haben. Vgl.: Albert et al. (2010), S. 2.

[109] Vgl. MPFS (2008), S. 46.

[110] Vgl. MPFS (2009), S. 6f., 31.

[111] Vgl. Treumann et al. (2007), S. 103.

[112] In der Studie von Grimm et al. (2008), S. 25 ist die Rede von 59 %.

[113] In der Studie von Grimm et al. (2008), S. 25 ist die Rede von 44%.

[114] Vgl. MPFS (2009), S. 7, 31.

[115] Vgl. MPFS (2009), S. 7f. sowie Treumann et al. (2007), S. 103 und Grimm & Rhein

(2007), S. 87.

[116] Vgl. Grimm & Rhein (2007), S. 87; Treumann et al. (2007), S. 103 sowie Fix (2001), S. 18 und MPFS (2009),S. 6ff.

[117] Gapski & Gräßer (2010), S. 10.

[118] Vgl. Feil (2009), S. 7.

[119] Vgl. MPFS (2009), S. 16, 32 sowie Grimm et al. (2008), S. 20f., 31.

[120] Vgl. MPFS (2009), S. 32f. sowie Treumann et al. (2007), S. 105 und Witte (2003), S.

248.

[121] Vgl. Grimm & Rhein (2007), S. 86, 91; Grimm et al. (2008), S. 22 sowie

Schmidt et al. (2009), S. 9 und Treumann et al. (2007), S. 104.

[122] Albert et al. (2010), S. 2.

[123] Vgl. MPFS (2009), S. 21, 45f. sowie Schmidt et al. (2009), S. 6 und Treumann et al.

(2007), S. 108, 114.

[124] Vgl. MPFS (2009), S. 53; Grimm & Rhein (2007), S. 12, 83f. sowie Grimm et al.

(2008), S. 22 und Treumann (2007), S. 118.

[125] Vgl. MPFS (2009), S. 16 sowie Grimm et al.(2008), S. 20.

[126] Grimm & Rhein (2007), S. 9.

[127] Vgl. MPFS (2009), S. 55 sowie Grimm & Rhein (2007), S. 40.

Details

Seiten
158
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783842820876
Dateigröße
1.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v228631
Institution / Hochschule
Hochschule Ludwigshafen am Rhein – Fachbereich VI, Soziale Arbeit
Note
1,7
Schlagworte
cyber bullying kinder jugendliche soziale arbeit mobbing

Autor

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Titel: Cyber-Mobbing unter Kindern und Jugendlichen