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Trendsport Aquacycling - eine empirische Untersuchung zur Kundenzufriedenheit

Masterarbeit 2010 64 Seiten

Gesundheit - Sport - Sportökonomie, Sportmanagement

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Teil
2.1 Trendsport
2.1.1 Definition
2.1.2 Genese von Trendsport
2.2 Kundenzufriedenheit
2.2.1 Definition
2.2.2 Bedeutung der Kundenzufriedenheit
2.3 Physikalische Eigenschaften des Wassers und die Auswirkungen auf den Körper
2.3.1 Der hydrostatische Druck
2.3.2 Der Wasserwiderstand
2.3.3 Der statische Auftrieb
2.3.4 Die Wassertemperatur
2.4 Trendsport Aquacycling?
2.4.1 Was ist Aquacycling? Ein Abriss der Entwicklung.
2.4.2 Beschreibung des Aquabikes am Beispiel des Aquariders
2.4.3 Aquacycling in der Praxis
2.4.4 Vor- und Nachteile des Aquacyclings
2.4.5 Aquacycling als medizinische Therapieform
2.4.6 Einordnung des Aquacyclings in den Trendsport

3. Empirischer Teil
3.1 Konzeption und Durchführung der empirischen Untersuchung
3.1.1 Hypothesenbildung
3.1.2 Beschreibung der Stichprobe
3.1.3 Datenerhebung
3.1.3.1 Der Fragebogen und die praktische Durchführung
3.1.3.2 Fragebogenrücklauf
3.2 Darstellung der Ergebnisse
3.3 Datenanalyse und vergleichende Interpretation

4. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

Frisbee Golf, Eisklettern, Parcours oder Kitesurfen sind nur einige Beispiele für die große Menge neuer Sportarten, die in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen haben. Diese sogenannten Trendsportarten werden immer beliebter und finden in der Gesellschaft großen Anklang. Oft resultieren diese neuen Trends aus bereits bestehenden Sportarten oder verschiedenen Mischformen. Aus Badminton wird Speedminton, Volleyball wird als Beachvolleyball am Strand gespielt und aus dem Snowboarden und Kitesurfen wird Snowkiten.

Eine weitere Zusammensetzung verschiedener Sportarten liegt auch beim Aquacycling vor. Dieser Sport verbindet schon wörtlich das Wasser (aqua) mit dem Radfahren (cycling). Es ist eine Art Indoorcycling auf stationären Fahrrädern in brusttiefem Wasser mit verschiedenen Elementen aus der Wassergymnastik.

Gewiss kann man nach dem Prinzip der Zusammensetzung bereits bestehender Sportarten viele neue entwickeln. Die Schwierigkeit dabei ist jedoch die Etablierung dieser Neukreationen unter den aktiven Sportlern. Eine zentrale Rolle in diesem Vorgang spielt dabei die Kundenzufriedenheit. Sind Kunden zufrieden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie einem Produkt oder einer Dienstleistung, in diesem Fall der Sportart Aquacycling, treu bleiben und diese auch anderen weiterempfehlen (vgl. Meister & Meister 1998, S. 13). Damit bekommt die neue Sportart die Möglichkeit sich zu entfalten und sich zu einem Trend zu entwickeln.

Diesem Problem der Etablierung muss sich auch das noch relativ neue und wenig bekannte Aquacycling stellen. In einer früheren Arbeit von Zimmermann (2008) ist die Kundenzufriedenheit im Aquacycling bereits untersucht worden. Das Ergebnis dieser Arbeit ist, dass die Kunden größtenteils sehr zufrieden sind und etwa 99% der befragten Teilnehmer[1] in der Zukunft wieder einen Aquacycling-Kurs besuchen werden.

In Anlehnung an diese Untersuchung soll in dieser Masterarbeit ebenfalls die Kundenzufriedenheit im Aquacycling gemessen werden. Die Umfrage zur Kundenzufriedenheit wird dabei reproduziert und im Anschluss daran sollen Vergleiche der Ergebnisse angestellt werden.

Konnte die Kundenzufriedenheit innerhalb der letzten zwei Jahre weiter ausgebaut werden? Werden immer noch so viele Teilnehmer weitere Aquacycling-Kurse besuchen? Wird sich das Aquacycling als Trendsportart etablieren?

Diese Fragen deuten die Problemstellung dieser Arbeit an, wobei es wünschenswert wäre, einen Stellenwert für das Aquacycling innerhalb des Trendsports auszuloten und eine Prognose für die zukünftige Entwicklung dieser Sportart abzugeben.

Das Ergebnis der Entwicklung der Kundenzufriedenheit zwischen dieser Untersuchung und der Vergleichsstudie soll ein Indiz für die weitere Verbreitung des Aquacyclings durch zufriedene Kunden darstellen.

Die unter Punkt 2.1 und 2.2 gefassten Definitionen der Begriffe Trendsport und Kundenzufriedenheit schaffen eine Verständnisgrundlage zur Entwicklung einer neuen Sportart zum Trend, wobei die Kundenzufriedenheit als ein wichtiger Faktor für diese Entwicklung gesehen wird.

Der Bereich Aquafitness bietet vor allem vor dem Hintergrund des sportlich gesunden Lebens viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Effektivität und Auswirkungen auf den Körper aus diesem Bereich sollen anhand der physikalischen Eigenschaften des Wassers in Abschnitt 2.3 erläutert werden. Das Aquacycling, eines der neusten und größten Trends im Bereich der Aquafitness, wird in Abschnitt 2.4 vorgestellt und hinsichtlich der Vor- und Nachteile untersucht. Die anschließende Einordnung in den Trendsport unter 2.4.6 soll dann ein erstes Ergebnis dieser Arbeit darstellen.

Das 3. Kapitel dieser Arbeit beschreibt die empirische Untersuchung zur Kundenzufriedenheit im Aquacycling. Unter 3.1 wird die Konzeption der Untersuchung erläutert und unter 3.2 werden die Ergebnisse der Untersuchung dargestellt. In Punkt 3.3 werden die erhobenen Daten analysiert und parallel mit den Ergebnissen von Zimmermann (2008) verglichen.

2. Theoretischer Teil

2.1 Trendsport

Dieses Kapitel soll zunächst einen Definitionsansatz des Begriffes Trendsport liefern, um im Folgenden diesen zu charakterisieren. Ferner soll die Entstehung von Trendsportarten anhand eines Phasenmodells beschrieben werden. Der Anspruch besteht in diesem Kapitel nicht darin, den Trendsportbegriff in all seinen Facetten zu beschreiben, sondern es soll eine Grundlage zum Verständnis dieser Terminologie geschaffen werden, um eine spätere Einordnung der Sportart Aquacycling in den Trendsport zu ermöglichen.

2.1.1 Definition

Um eine Vorstellung des Begriffes Trendsport bzw. Trendsportart zu erhalten, muss dieser sich klar von anderen Sportarten abgrenzen. Fortwährend entstehen neue Sportarten und im Volksmund werden diese Innovationen schnell als Trendsportarten bezeichnet. Aber ist auch alles was neu und innovativ ist Trend? Die sportwissenschaftliche Literatur tut sich mit der Beantwortung dieser Frage ebenfalls recht schwer und es wird im Allgemeinen meist unbekümmert mit dem Trendsportbegriff umgegangen.

Dennoch lassen sich einige wenige Definitionen finden, die im Folgenden dargestellt werden:

„Trendsportarten sind dadurch gekennzeichnet, daß sie nicht nur neue Bewegungsformen mit neuen Sportgeräten kreieren, sondern auch ein Sportverständnis propagieren, das teilweise quer zum traditionellen Sportbegriff steht. Statt Leistung wird Spaß proklamiert, an die Stelle der Vereine und Verbände tritt die informelle Gruppe, die Sprache ist Englisch und das Medienecho gewaltig.“ (Lamprecht & Stamm, 1998, S.370)

„Der Begriff Trendsport [wird] zur Kennzeichnung von neuartigen bzw. lifestylegerecht aufbereiteten Bewegungspraktiken verwendet, denen kurz- oder mittelfristig ein erhebliches Verbreitungspotential vorhergesagt werden kann.“ (Schwier, 1998, S. 7)

Ferner sei der Trendsport nach Schwier durch sechs Merkmale gekennzeichnet: Stilisierung, Eventisierung, Extremisierung, Hybridbildung, Beschleunigung und Virtuosität. (vgl. Schwier 2008a, S.352)

Beide Definitionen führen die Elemente der Anpassung des Lebensstils an die Ausübung der Trendsportart und dem Motiv des unmittelbaren Erlebens von Spaß an.

Trotz der Verschiedenartigkeit der zahlreichen Trendsportarten benennt Schwier (2008a) sechs idealtypische Merkmale. (1) Stilisierung - Der Sport bildet die Grundlage eines Lebensstils, deutlich wird dieses exemplarisch bei einem Surfer, dem man oft seinen Sport durch seinen Lebensstil ansehen kann. (2) Eventisierung – Events öffnen neue Zugänge und können eine neue Verbindung z.B. durch innovative Bewegungsformen schaffen. Stefan Raabs Inszenierung der Wok WM, in der Prominente auf einem Wok einen Eiskanal herunter rodeln, zeigt ein gutes Beispiel für solch eine Inszenierung. (3) Extremisierung – Hierbei geht es um einen fortschreitenden Prozess der Herausforderung oder Intensität innerhalb einer Sportart. Der Verzicht auf Hilfsmittel (Free-Climbing), die Steigerung des Risikos (Cliff Jump) oder die Steigerung der Belastung (Ultra Triathlon) zeigen einige Facetten dieser Bewegung ins Extrem. (4) Hybridbildung – Mischformen aus verschiedenen Sportarten haben längst den Markt erreicht. Gerade aus dem Fitness- und Aerobicbereich erreichen ständig neue Formen, wie z.B. Tae Bo oder sämtliche Formen von Pilates den Markt. Es geht demnach um die Addition von Elementen verschiedener bekannter Disziplinen, die sich „mit einer eigenen Körpersprache und Symbolik“ (S. 354) umgeben. (5) Beschleunigung – Bewegungsformen des Trendsports scheinen meist hyperaktiv. Eine Steigerung des Tempos in jeglicher Hinsicht steht im Fokus. Die Bewegungsausführungen setzen zeitintensive Lern- und Übungsprozesse voraus, in denen die Akteure sich auf Unbekanntes, das Überwinden von Widerständen und Wagnisse einlassen müssen. (6) Virtuosität – Intrinsische Motivation ist der Antrieb der Akteure. Neue Könnenserlebnisse und der Drang nach fortwährender Wiederholung eines solchen – z.B. der Ritt auf der perfekten Welle – charakterisieren dieses Merkmal.

Schwier führt zur Anwendung dieser Merkmale an, dass sie in wechselnden Kombinationen und in unterschiedlicher Breite und Intensität in die Praktiken der Sportarten hineinwirken. Offen bleibt dennoch die Quantitäts- und die Qualitätsausprägung der Merkmale, die erfüllt sein muss, um von Trendsport zu sprechen. Außerdem bringen die Definitionen keine zeitliche Einordnung hervor, in der vom Trendsport gesprochen wird.

Einen weiteren Versuch zur Beschreibung des Trendsports macht Anne Schildmacher (2001), indem sie vier Merkmale zur Abgrenzung von Trendsportarten von anderen sportlichen Entwicklungen anführt:

(1) Kollektivität – es müssen möglichst viele am Trend partizipieren, dies kann aktiv geschehen oder dahin gehend nur diesen Trend zu kommunizieren, (2) Öffentlichkeit – der Trend wird kritisch diskutiert und ist Teil der massenmedialen Kommunikation, (3) Fristigkeit – der Trend unterliegt einem zeitlichen Limit und wird nur innerhalb einer gewissen Zeitspanne als solcher bezeichnet, (4) Verdichtung von Themen – es wird eine Verknüpfung von Themen zu neuen Bezugswelten hergestellt, z.B. aus dem Rollschuhfahren und dem Schlittschuhlaufen wird der Trend Inlineskating, wobei die jeweiligen Bezugswelten exemplarisch das Gleiten, der gefrorene See oder die Straße sein können.

Schildmacher benennt durch die Punkte Kollektivität, Öffentlichkeit und Verdichtung wesentliche Aspekte des Trendsports. Die Fristigkeit könnte jedoch nur dann als Kriterium herangezogen werden, wenn bestimmte Zeiträume für einen Trendsport definiert wären.

Zusammenfassend lassen alle Begriffsbestimmungen die Schwierigkeit einer klaren Definition bzw. einer Einordnung einer neuen Sportart in die Gruppe der Trendsportarten erkennen. Als Synthese der angeführten Definitionen des Trendsports sind jedoch die innovativen Bewegungsformen und Sportgeräte, eine aufsteigende Verbreitung in Partizipation und im medialen Sinne und eine gewisse Kultur bzw. ein Lifestyle zu benennen.

2.1.2 Genese von Trendsport

Nachdem die Grundlage für das Verständnis vom Trendsportbegriff geschaffen wurde, soll im Folgenden eine Synthese aus den Phasenmodellen zur Entwicklung einer Trendsportart von Schwier und Lamprecht & Stamm nach Schwier (2008b) vorgestellt werden. Dieses Phasenmodell soll die Basis für eine spätere Einordnung des Aquacyclings in

den Trendsport darstellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Phasen der Entwicklung von Trendsportarten (Schwier 2008b)

(1) Phase der Erfindung (Invention)

Eine Idee, eine Vision bilden den Anfang der Entwicklung einer neuen Trendsportart. Die Akteure sind Einzelpersonen, die an der Umsetzung ihrer Ideen arbeiten, wobei weniger das Geschäftspotential als eher die Verwirklichung im Vordergrund steht. In dieser Phase ist die Entwicklung eng an die Region gebunden und erfährt nur sehr geringe Beachtung.

(2) Phase der Verbreitung im eigenen Milieu (Innovation)

Die Entwicklung des neuen Trends schreitet voran und breitet sich über die Geburtsstätte auf einen größeren Teilnehmerkreis aus. So genannte Bewegungsfreaks arbeiten an einer weiteren Verbesserung von Materialien und Techniken und erstellen erste Kleinserien, die auf regionalen Märkten vertrieben werden. Diese Entwicklung geschieht gegenüber der Invention oft sehr zeitverzögert und ist an dieser Stelle von der etablierten Sportwelt immer noch unbeachtet.

(3) Phase der Entdeckung durch etablierte Milieus und der kulturindustriellen Trendsetzung (Entfaltung und Wachstum)

An dieser Stelle gelingt der eigentliche Durchbruch als Trend. Die Aufmerksamkeit weitet sich auf weitere Kreise aus. Es bilden sich dabei Szenen aus, die sich durch bestimmte Stilisierungsmuster kennzeichnen und damit vom Mainstream abgrenzen. Dadurch kommt es auch zu Konflikten mit alteingesessenen Sporttreibenden und den Protagonisten neuer Bewegungsformen. Gerade die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur bietet dabei großes Konfliktpotential, z. B. wenn Snowboarder sich auf den Skipisten oder Mountainbiker auf den Wanderwegen bewegen. Die Aufmerksamkeit wächst in der Sportindustrie und den Massenmedien. Die noch sehr teuren Sportgeräte werden zu Prestigeobjekten der Sporttreibenden.

(4) Phase der Trenddiffusion (Reife und Diffusion)

Die Stilisierung der Szenen wird entschlüsselt und durch die Massenmedien verbreitet. Die Sportart erfährt an dieser Stelle ein großes Breitenwachstum. Vereine und Verbände erstellen Regelbücher und Lehrpläne, entwickeln ein Lizenzwesen und organisieren Meisterschaften. Der neue Trendsport wird umfassend in den Medien und in der Sportindustrie vermarktet. Die Produktion der einstigen Prestigeobjekte wird standardisiert und in Großserien den neuen Käufergruppen preisgünstig zugänglich gemacht.

(5) Phase der Etablierung (Sättigung)

Die einstige Idee einzelner Akteure hat sich nun auf allen Ebenen durchgesetzt und zählt jetzt zu einer etablierten Form der Körperhandhabung und des Sich-Bewegens. Diese Etablierung zeigt sich exemplarisch auch darin, dass Sportarten wie Beachvolleyball und Snowboarden Bestandteil der Olympischen Spiele geworden sind. Die Marktnischen in diesem Bereich sind mittlerweile besetzt. Die Trendsportart ist ausdifferenziert und institutionalisiert und lässt sich nun kaum mehr von anderen Sportarten unterscheiden. Sie wird zur Normalsportart.

Diese Zusammensetzung aus den Phasenmodellen von Lamprecht & Stamm und Schwier beschreiben ein idealtypisches Entwicklungsmuster von Trendsportarten, dem nicht alle Trendsportarten in dem Sinne folgen. Hervorzuheben sei an dieser Stelle, dass beide Autoren die Vollendung der dritten Phase (Schwier 2008b) bzw. den Anfang der vierten Phase (Lamprecht & Stamm 1998) als den Wendepunkt sehen, ab dem eine neue Bewegungsform zu einem Trendsport wird. Diese Erkenntnis soll später bei einer Einordnung des Aquacyclings in dieses Phasenmodell maßgeblich sein, ob dies auch ein Trendsport ist oder nicht.

2.2 Kundenzufriedenheit

Wie in 2.1.2 schon im Phasenmodell beschrieben, kann sich eine Idee von einer neuen Bewegungsform als Trendsport dann durchsetzen, wenn an dieser neuen Bewegung immer mehr Menschen partizipieren. Da in dieser Arbeit die Kundenzufriedenheit im Aquacycling gemessen wird, soll an dieser Stelle zum Einen die Begrifflichkeit der Kundenzufriedenheit näher gefasst werden, und zum Anderen wird die Bedeutung von Kundenzufriedenheit im Hinblick auf die Entwicklung einer Sportart beschrieben.

2.2.1 Definition

„Kundenzufriedenheit ist das Ergebnis eines psychischen Vorgangs, bei dem der Kunde zwischen dem wahrgenommenen Leistungsniveau eines Unternehmens (= Ist-Leistung) und einem wie auch immer gearteten Standard, in der Regel seinen Erwartungen (= Soll-Leistung), vergleicht. […] Zufriedenheit stellt sich ein, wenn die Erwartungen des Kunden an das Unternehmen erfüllt wurden.“ (Schneider 2000, S. 23)

Bezogen auf die Teilnahme an einem Aquacycling-Kurs bedeutet dies, dass der Kunde seine Erwartung an diesen Kurs mit der Durchführung des Unternehmens bzw. des Kursleiters im Anschluss vergleicht.

Unzufriedenheit kann sich dabei einstellen, wenn der Kunde entweder zu hohe Erwartungen an den Kurs hat, oder das Unternehmen mit seinen Leistungen, sprich dem Kurs, diesen Erwartungen nicht gerecht werden kann oder wenn eine Kombination aus beiden Faktoren auftritt. Zufriedenheit hingegen wird dann beim Kunden erreicht, wenn das Unternehmen es schafft durch den Kurs den Erwartungen des Teilnehmers gerecht zu werden oder sie gar zu übertreffen (vgl. Schneider 2000, S. 23).

Um eine hohe Kundenzufriedenheit zu erreichen, ist es daher von großer Bedeutung, dass sich ein Unternehmen auf seine Kunden einstellt und sich an ihnen orientiert. Leistungen, Produkte und Prozesse müssen sich am Kunden und seinen Bedürfnissen ausrichten. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Kundennähe (vgl. Schmalen 2002, S. 363, 537).

2.2.2 Bedeutung der Kundenzufriedenheit

Wird von der Kundenzufriedenheit gesprochen, stellen sich oft Assoziationen dazu ein, wie es zu dieser (Un-)Zufriedenheit kommt. Diese beinhalten beispielsweise die Produktqualität oder sämtliche Serviceleistungen die dazu beigetragen haben einen Kunden (un-)zufrieden zu stellen.

An dieser Stelle werden zunächst drei wesentliche Sichten zur Bedeutung der Kundenzufriedenheit beschrieben und diese dann anschließend auf das Aquacycling bezogen: (1) Kundenzufriedenheit löst Wiederverkäufe aus, (2) die Treue zufriedener Kunden und (3) Kundenzufriedenheit zur Bewertung eigener Marketing-Maßnahmen (vgl. Scharnbacher & Kiefer 1998, S. 15ff).

Die Punkte eins und zwei sind eng miteinander verstrickt und werden daher zusammen dargestellt: (1)+(2) Vor allem das Halten bestehender Kunden bzw. Kursteilnehmer im Aquacycling hat nach Scharnbacher & Kiefer (1998) oberste Prämisse. Kostengründe bestätigen dieses zusätzlich. Es sei fünf Mal teurer einen neuen Kunden zu akquirieren als auf bestehende zurückzugreifen. Ferner fallen laut einer von den Autoren angeführten Studie etwa 70% des Umsatzes auf Wiederholungskäufe, was die angeführte These bestätigt. Meister & Meister (1998, S. 8) sprechen von Kundentreue und Kundenzufriedenheit im Zusammenhang, und verstehen Treue als Schlüssel zum Erfolg. Die Zufriedenheit eines Kunden ist dennoch kein hinreichendes Kriterium der Treue. Der Kunde kann zwar sehr zufrieden mit einer Dienstleistung sein, könnte aber z. B. aufgrund besserer Konditionen im Preis/Leistungsverhältnis trotzdem zur Konkurrenz wechseln.

Aus diesem Grund ist es für ein Unternehmen wichtig die Bedürfnisse seiner Kunden zu kennen und sie durch die Erfüllung dieser zufrieden zustellen. Erfährt der Kunde demnach eine Zufriedenheit, belegen die Autoren einstimmig, dass die Kunden nicht zur Konkurrenz abwandern bzw. sich gar nicht nach dieser umschauen, und dass sie dem Produkt oder der Dienstleistung treu bleiben und wiederkommen (vgl. Meister & Meister 1998, S. 13; Scharnbacher & Kiefer 1998, S. 15ff).

(3) Ferner ist die Kundenzufriedenheit hinsichtlich des Marketings bedeutsam. Hat ein Unternehmen es geschafft seinen Kunden zufrieden zu stellen, so ist dieser oft darin bestrebt anderen von seinen Erfahrungen zu berichten. Diese Mund-zu-Mund Propaganda kann für das Unternehmen sehr wertvoll sein. Zum Einen konnte es durch seine Leistung überzeugen und erhält durch die Empfehlungen ein gutes Feedback und zum Anderen erhält es dadurch kostenlose Werbung für seine Produkte oder Dienstleistungen (vgl. Scharnbacher & Kiefer 1998, S. 16f; Simon & Homburg 1998, S. 20). Das positive Feedback bestärkt das Unternehmen in seinem Tun und Handeln, kann aber auch Anlass geben sich weiterhin zu verbessern. Die kostenlose Werbung bzw. die Weiterempfehlung ist natürlich der Wunsch jeder Firma oder jedes Selbständigen. Die persönliche Kommunikation gilt als die reichhaltigste Form der Kommunikation:

„Der persönliche Austausch bietet nicht nur die Möglichkeit eines persönlichen Feedbacks, er vermittelt auch vielfältige Kommunikationsdimensionen und hat den Vorteil der sozialen Präsenz des Kommunikationspartners.“ (Rolke & Dost 2010, S. 93)

Im Hinblick auf die Marketing-Maßnahmen ist es demnach wesentlich effektiver und günstiger, wenn sich das Produkt über Empfehlungen verkauft, als über andere Werbestrategien.

Dieses Medium der Empfehlungen birgt allerdings auch ein Risiko, denn ein unzufriedener Kunde wird ebenso seine Erfahrungen mitteilen. Scharnbacher & Kiefer (1998, S. 16) führen hierzu die amerikanische TARP-Studie (Technical Assistance Research Program) aus den siebziger Jahren an, die u.a. besagt, dass zufriedene Kunden ihre Erfahrungen etwa drei weiteren Personen mitteilen, Unzufriedene hingegen etwa neun bis zehn Personen von ihrer Unzufriedenheit berichten. Da unzufriedene Kunden demnach ihre Meinung deutlich öfter verbreiten, ist es von sehr großer Bedeutung, dass die Kunden zufrieden gestellt werden können, um so einem Imageschaden vorzubeugen.

Auf ein Unternehmen bezogen, welches Aquacycling-Kurse anbietet, bedeuten zufriedene Kunden, dass sie zum Einen dem Unternehmen, z. B. dem Schwimmbad treu bleiben und es regelmäßig besuchen und mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder einen Kurs buchen werden. Zum Anderen werden sich die positiven Erfahrungen der Kursteilnehmer vervielfachen und somit die Grundlage zur Ausweitung des Kursangebots schaffen, was wiederum dem Unternehmen einen höheren Umsatz beschert.

Dieser Abschnitt hat die Bedeutung der Kundenzufriedenheit dargestellt und aufgezeigt, dass zufriedene Kunden (Kursteilnehmer) ihre Erfahrungen und das Produkt bzw. die Dienstleistung weiterempfehlen. Aus diesem Vorgang könnte sich mit hoher Wahrscheinlichkeit eine steigende Anzahl von Kursteilnehmern bezogen auf das Aquacycling einstellen. Kapitel 2.1.2 hat gezeigt, dass an der Entwicklung einer Sportart zur Trendsportart die Partizipation neuer Teilnehmer maßgeblich ist. Führt man nun diese Ergebnisse zusammen, könnten zufriedene Kunden im Aquacycling bedeuten, dass diese Sportart sich langfristig auf einem guten Weg zur Etablierung als Trendsportart befindet. Die Kundenzufriedenheit soll daher ein Indiz zur Entwicklung dieser Sportart darstellen.

2.3 Physikalische Eigenschaften des Wassers und die Auswirkungen auf den Körper

Schon Sebastian Kneipp, einer der ersten und mittlerweile wohl bekanntesten Wassertherapeuten, hatte schon Mitte des 19. Jahrhunderts die positiven Wirkungen des Wassers erkannt und sie in verschiedenen Therapieformen eingesetzt. Viele andere Wissenschaftler folgten ihm:

„Durch die physikalischen Eigenschaften des Wassers erfährt der menschliche Körper eine besondere Beanspruchung, die mit keiner an Land vergleichbar ist.“ (Bleul-Gohlke 2007, S.12)

Vor allem die etwa 830-mal höhere Dichte von Wasser gegenüber der Luft bewirkt, dass der Mensch im Wasser einen hohen Wasserwiderstand, Wasserdruck und Auftrieb erfährt. Ferner beeinflusst die Wassertemperatur den Körper zusätzlich und ist damit ein weiterer Aspekt der besonderen Beanspruchung des Körpers im Wasser (vgl. Bleul-Gohlke 2007; Dargatz & Koch 2002).

2.3.1 Der hydrostatische Druck

Der hydrostatische Druck ist der Schweredruck in Wasser, also der Druck, den eine Flüssigkeit (hier: Wasser) durch ihre Masse verursacht. Die Größe des Wasserdrucks ist dabei abhängig von der Wassersäule, unter der der Druck gemessen werden soll. Je tiefer ein Körper in Wasser eintaucht, desto größer ist der Druck, der auf ihn wirkt. Deutlich wird dieses Phänomen vor allem beim Tauchen. Der steigende Druck ist hierbei in den Ohren spürbar. Er wirkt sich jedoch auf den gesamten Körper aus und ruft eine ganze Reihe physischer Veränderungen hervor. Schon knapp unter der Wasseroberfläche drückt dieser Druck beispielsweise unseren Brustkorb um etwa 1 bis 3,5 cm ein. Das liegt daran, dass die Luft im Brustkorb durch den erhöhten Druck komprimiert wird. Weitere, weniger deutlich spürbare Phänomene sind die Auswirkungen des Drucks auf die Durchblutung und die Atmung (vgl. Bleul-Gohlke 2007, S.13).

Blutgefäße, die direkt unter der Haut liegen, werden stark zusammengepresst, wodurch das Blut in den Brustraum gepresst wird. Das Herz hat an dieser Stelle ein erhöhtes Blutvolumen zu verarbeiten. Das Schlagvolumen des Herzens vergrößert sich, es arbeitet dadurch ökonomischer. Weiterhin ist die Massagewirkung des Wassers zu erwähnen, die den Sauerstoffaustausch im Gewebe und die Durchblutung positiv beeinflusst. Da sich die Blutgefäße stets an den Druck und die Temperatur im Wasser anpassen und sich dementsprechend weiten und zusammenziehen, bleiben diese elastisch.

Die Atmung wird ebenfalls positiv beeinflusst. Durch den Druck auf den Brustkorb wird das Ausatmen erleichtert und vertieft. Die Einatmung wird hingegen erschwert und kräftigt folglich die Atemmuskulatur (vgl. Bleul-Gohlke 2007; Dargatz & Koch 2002).

2.3.2 Der Wasserwiderstand

Aufgrund der höheren Dichte von Wasser gegenüber der Luft erfordern Bewegungen im Wasser mehr Kraft. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom Wasserwiderstand. Dargatz und Koch (2002) unterscheiden dabei drei Arten des Widerstands: Reibungswiderstand, Druck- oder Formwiderstand und Wellenwiderstand.

[...]


[1] Es wird stets auch von weiblichen Teilnehmerinnen gesprochen, der Einfachheit halber wird nur die männliche Form verwendet.

Details

Seiten
64
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783842815889
Dateigröße
1.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v228538
Institution / Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg) – Bewegungswissenschaft und Sport
Note
1,3
Schlagworte
aquacycling trendsport wassergymnastik wasser cycling

Autor

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Titel: Trendsport Aquacycling - eine empirische Untersuchung zur Kundenzufriedenheit