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FIFA Frauenfußball-WM 2011

Die Folgewirkungen der Großveranstaltung für den deutschen Frauenfußball

Bachelorarbeit 2010 88 Seiten

Gesundheit - Sport - Medien und Kommunikation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung der Arbeit

Management Summary

Schlüsselbegriffe

Eidesstattliche Erklärung

Anhangsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Einleitung und Relevanz

I. Theoretische Basis

1. Forschungsstand

2. Resultierende Forschungsfrage, Ziel und Aufbau der Arbeit

3. Daten zur Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland
3.1. Sportliche Ebene
3.2. Vermarktungssituation der Frauenfußball Bundesliga
3.3. Medienpräsenz
3.4. Zuschauerzahlen
3.5. Mitgliederzahlen des DFB’s im Frauenfußball
3.6. Sponsoring
3.7. Merchandising
3.8. Spieler-/ Vereinsetats

4. Theoretische Modelle
4.1. Folgewirkungen von Großveranstaltungen
4.1.1. Ökonomische Wirkungen
4.1.1.1. Kosten-Nutzen-Analyse von Sportgroßveranstaltungen
4.1.2. Ökologische Wirkungen
4.1.3. Soziale Wirkungen
4.2. Sportevent-Scorecard
4.3. Professionelle Steuerung im Ligasport

II. Hypothesen, Methode und Ergebnisse

5. Hypothesenbildung

6. Methode
6.1. Erhebungsdesign
6.1.2. Schriftliche Befragung
6.1.1. Der Pretest
6.2. Datenmaterial
6.2.1. Der Fragebogen
6.2.2. Die Untersuchungsgruppe und der Verlauf
6.2.3. Rücklauf des Fragebogens
6.2.4. Gütekriterien
6.2.5. Statistisches Verfahren

7. Folgewirkungen der WM 2011 für den deutschen Frauenfußball
7.1. Darstellung der Ergebnisse
7.1.1. Allgemeine Erwartungen an die WM 2011
7.1.2. Sportliche Aspekte
7.1.3. Psychologische Aspekte
7.1.4. Soziologische Aspekte
7.1.5. Soziale Aspekte
7.1.6. Ökonomische Aspekte
7.1.7. Infrastrukturelle Aspekte
7.1.8. Politische Aspekte
7.1.9. Kommunikative Aspekte
7.1.10. Prioritätenliste
7.2. Wichtige Zusammenhänge
7.3. Ergebnisinterpretation im Hinblick auf die Hypothesen
7.3.1. Anstieg der Gesamtumsätze der Vereine
7.3.2. Anstieg der Zuschauerzahlen
7.3.3. Anstieg des Gesamtgesellschaftlichen Stellenwertes

III. Resümee

8. Fazit
8.1. Zusammenfassung der Ergebnisse
8.2. Methodenkritik
8.3. Ausblick auf weiteren Forschungsbedarf

Anhang

Literatur- und Quellenverzeichnis

Zusammenfassung der Arbeit

Der Zuschlag zur Austragung der FIFA Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland bietet eine riesen Chance den Frauenfußball weiterzuentwickeln. Es war ein langer Weg bis der DFB und die Gesellschaft Frauen in dieser Sportart anerkannt haben. 1970 wurde der Frauenfußball erst durch den DFB offiziell erlaubt. Die Aussage von FIFA-Präsident Joseph S. Blatter „Die Zukunft des Fußballs ist weiblich“[1] zeigt jedoch, dass sich der Frauenfußball mittlerweile in der Gesellschaft durchsetzen konnte. Die WM 2011 wird als Chance angesehen, den Frauenfußball weiterzuentwickeln, den gesamtgesellschaftlichen Stellenwert und das Image in der Gesellschaft zu verbessern.

Die vorliegende Arbeit verfolgt demnach das Ziel, die Folgewirkungen der WM 2011 für den deutschen Frauenfußball zu erforschen. Die theoretische Basis bietet Hintergrundinformationen zur allgemeinen Entwicklung des Frauenfußballs und zu möglichen Folgewirkungen von Sportgroßveranstaltungen.

Die Auswertung der empirischen Untersuchung dieser Arbeit ergab, dass die Weltmeisterschaft 2011 das Potenzial hat, den Frauenfußball in Deutschland nachhaltig positiv zu entwickeln. Im Bezug auf die Organisation der WM hat es hauptsächlich positive Äußerungen gegeben. Es werden hohe Zuschauerzahlen erwartet und für die deutsche Mannschaft werden sportlich gesehen die Plätze Eins bis Drei vorausgesagt. In Folge der Sportgroßveranstaltung werden insbesondere wirtschaftliche und sportliche Steigerungen erwartet. Das Ausmaß der Entwicklung hängt von dem sportlichen Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft ab. Vorausgesetzt Deutschland wird Frauenfußball-Weltmeister im eigenen Land, so ist eine wirtschaftliche und sportliche nachhaltige Entwicklung möglich.

Management Summary

Hosting the FIFA Women’s Football World Cup 2011 in Germany offers a huge chance to enhance women’s football. It was a long way until the DFB and the society appreciated and accepted women in this sport. Since 1970 the women’s football is officially allowed by the DFB. However, the statement of FIFA-President Joseph S. Blatter “The football’s future is female”[2] shows that women’s football is accomplished in society by now. The World Cup 2011 is considered as a chance to enhance women’s football, the significance, and the image of women’s football across society.

According to the current status of women’s football, the thesis analyzes the impacts of the development of German Women’s Football after hosting the FIFA Women’s Football World Cup 2011 in Germany. The theoretical basis provides general information about the development of Women’s Football in the past and the possible consequences of hosting major sporting events.

The evaluation of the empirical study illustrates that the World Cup 2011 has the potential to enhance women’s football in Germany positively. With respect to the organization of the World Cup, the evaluation of the study mainly indicates positive statements. Furthermore, a high number of viewers are expected. In addition, the team’s forecast predicts that the team will finish in the top three places. As a consequence of the major sporting event an economic improvement and a sportive enhancement is expected. However, the dimension of the development depends on the success of the German National Team during the competition. Assumed that Germany will become World Champion on home soil, a long lasting economic and sportive development would be feasible.

Schlüsselbegriffe

1 FIFA Frauenfußball WM 2011
2 Sportveranstaltungen
3 Folgewirkungen
4 Entwicklung des Frauenfußballs
5 Ökonomische Folgen
6 Frauenfußball Bundesliga

Keywords

1 FIFA Womens World Cup 2011
2 sporting event
3 consequences
4 Development of womens soccer
5 economic impact
6 German Women`s Soccer League

Eidesstattliche Erklärung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Eidesstattliche
Erklärung

Ich, Sarah Schäfer

geboren am 07.07.1988

erkläre hiermit, die vorliegende Bachelorarbeit selbständig und ohne fremde Hilfe angefertigt zu haben. Dabei habe ich mich keiner anderen Hilfsmittel bedient als derjenigen, die im beigefügten Quellenverzeichnis genannt sind.

Alle Stellen, die wörtlich oder sinngemäß aus Veröffentlichungen entnommen wurden, sind von mir als solche kenntlich gemacht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anhangsverzeichnis

A: Fragebogen

B: Anschreiben Vereine

C: Erinnerungsschreiben Vereine

D: Codeplan

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Zuschauerzahlen von der Saison 2000/01 bis zur Saison 2009/2010 in der 1. Frauenfußball Bundesliga

Abb. 2: Klassifizierungen der Wirkungen von Sportgroßveranstaltungen nach Art der Wirkungen

Abb. 3: Verfahrensschritte der Kosten-Nutzen-Analyse für Sportgroßveranstaltungen

Abb. 4: Einschätzung der Vereine, ob die WM 2011 aus wirtschaftlicher Sicht ein Erfolg wird

Abb. 5: Einschätzung der Vereine, ob in Folge der WM die Nachwuchsförderung intensiver wird

Abb. 6: Einschätzung der Vereine, ob in Folge der WM die Wettbewerbssituation verstärkt wird

Abb. 7: Einschätzung der Vereine, ob in Folge der WM die Anzahl der Vollprofis in der Bundesliga steigen wird

Abb. 8: Einschätzung der Vereine, ob in Folge der WM die Gesamtumsätze der Bundesligavereine steigen werden

Abb. 9: Einschätzung der Vereine, ob in Folge der WM mehr Unternehmen bereit sind, die Teams in der Frauenfußball Bundesliga als Sponsoren zu unterstützen

Abb. 10: Einschätzung der Vereine, ob in Folge der WM der Staat mehr Geld in die Förderung des Frauenfußballs stecken wird

Abb. 11: Einschätzung der Vereine, ob es in Folge der WM mehr Artikel in den Printmedien über die Frauenfußball Bundesliga geben wird

Abb. 12: Prioritätenliste der Vereine mit den wichtigsten Aspekten, um den Frauenfußball nachhaltig positiv zu entwickeln (Angabe in Mittelwerten)

Abb. 13: Kreuztabelle: Wettbewerbssituation * Platz

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Frauenfußball Bundesliga Tabellen der Saison 2001/2002 und 2009/2010

Tab. 2: 2. Frauenfußball Bundesliga Tabellen der Staffel Nord und Süd (Saison 2009/2010)

Tab. 3: TV-Reichweiten der wichtigsten Frauenfußball Sportevents

Tab. 4: Zuschauerzahlen einzelner Länderspiele der deutschen Frauenfußball Nationalmannschaft

Tab. 5: Zuschauerzahlen der Frauenfußball Bundesligaclubs in der Saison 2009/10

Tab. 6: Anzahl der beim DFB gemeldeten weiblichen Mitglieder und Mannschaften von 2005-2010

Tab. 7: Haupt- und Trikotsponsoren der Vereine der 1. Frauenfußball Bundesliga

Tab. 8: Durchschnittliche Ausgaben von Stadionbesuchern mit Übernachtung (in €) während der WM 2006

Tab. 9: Sportevent-Scorecard Ökonomie

Tab. 10: Sportevent-Scorecard Ökologie

Tab. 11: Sportevent-Scorecard Soziologie

Tab. 12: Determinanten sportlichen Erfolgs

Einleitung und Relevanz

Am 30.10.2007 erhält Deutschland den Zuschlag zur Austragung der Frauenfußball-WM 2011. Ein Tag voller Hoffnung für den deutschen Frauenfußball.

„Ich glaube, dass die WM ein echtes Highlight wird. Wir wollen einen Schub, der lange, lange anhalten soll. Noch so eine Chance kriegen wir nicht.“

(OK-Präsidentin der Frauenfußball-WM 2011, Steffi Jones)[3]

Diese Sportgroßveranstaltung soll ein weiterer wichtiger Meilenstein für die Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland sein.

Die Geschichte des Frauenfußballs weist einen langen Weg zur Anerkennung auf. „Frauen und Fußball“ – das sind im 20. Jahrhundert Begriffe, die lange nicht so recht zusammenpassten. 1930 wurde in Deutschland der erste Damen-Fußball-Club gegründet. Jedoch war Frauenfußball in Deutschland vollkommen unerwünscht und wurde als unästhetisch angesehen. Dennoch fanden sich vor allem im Ruhrgebiet immer mehr Teams, die gegeneinander antraten. 1955 beendete der DFB jedoch die Entwicklung und untersagte seinen Vereinen, Damenfußballmannschaften zu gründen oder bei ihnen aufzunehmen. Trotz des Beschlusses des DFB‘s, wurden in manchen Verbänden Damenabteilungen geduldet. 1957 bekräftigte der DFB die Ablehnung des Damenfußballs mit einem Beiratsbeschluss. Erst 1970 wurden die Fußballerinnen von den Verbänden toleriert, sodass der DFB am 30. Oktober 1970 beschlossen hat, den Frauenfußball zu erlauben. Seit 2001 gelang dann der große Durchbruch. Deutschland wurde Europameister im eigenen Land und sicherte sich das mediale Interesse. Mit dem Sieg der vierten FIFA Frauenfußball WM 2003 und der Titelverteidigung bei der WM 2007 in China hat die Entwicklung vehement zugenommen.

Heutzutage ist der Frauenfußball fester Bestandteil in den deutschen Sportvereinen und findet immer mehr die Beachtung und Anerkennung in den Medien. Die Vereine der Frauen-Bundesliga sind aus den europäischen Wettbewerben nicht wegzudenken. Vereine wie der 1. FFC Frankfurt, Turbine Potsdam und der FCR Duisburg zählen zu den Favoriten der europäischen Vereinsebene.

Diese lang andauernde, positive Entwicklung zeigt sich vor allem in den Mitgliederstatistiken des DFB’s. 2010 wurde mit 1.050.301 Frauen und Mädchen, die Rekordzahl der weiblichen DFB Mitglieder um 27.477 übertroffen.[4]

Hannelore Ratzeburg, DFB-Vizepräsidentin für Frauen- und Mädchenfußball, äußerte zur positiven Entwicklung in ihrem Zuständigkeitsbereich:

„Das sind natürlich sehr erfreuliche Zuwachsraten, die beweisen, dass sich der Frauen- und Mädchenfußball in den vergangenen Jahren immer mehr zur Trendsportart entwickelt hat und unsere Maßnahmen im Hinblick auf die WM 2011 positiv umgesetzt worden sind.“[5]

Diese erfolgreiche Entwicklung des deutschen Frauenfußballs zu einer Trendsportart und die stetig steigenden Mitgliederzahlen lassen darauf schließen, dass noch lange kein Entwicklungshöhepunkt erreicht ist. Einige Bereiche, angefangen bei den Mitgliederzahlen, Zuschauerzahlen, Übertragungszeitpunkten, Merchandising bis hin zum Sponsoring, haben noch sehr viel Potential nach oben.

Der Zuschlag zur Austragung der FIFA Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland bietet eine riesen Möglichkeit diese Sektoren und den gesamten Frauenfußball weiter zu entwickeln.

Betrachtet man den Entwicklungsprozess des Frauenfußballs, wird schnell deutlich, dass die Diskussion über eine Professionalisierung in Deutschland gerechtfertigt ist.

I. Theoretische Basis

1. Forschungsstand

Das Thema dieser Arbeit liegt im Rahmen eines bislang wenig erforschten Gebietes. Eine Studie, die genau das Thema „Frauenfußball WM und die Folgewirkungen für den deutschen Frauenfußball“ abdeckt, konnte nicht gefunden werden. Einige andere wissenschaftliche Arbeiten und Studien, die Teilabschnitte des Themas behandeln, werden an dieser Stelle kurz dargestellt.

In dieser Arbeit lässt sich das Forschungsfeld in zwei Teile gliedern. Einerseits die wissenschaftlichen Beiträge und Studien zur Entwicklung des Frauenfußballs und andererseits die Folgewirkungen von Großveranstaltungen.

Generell lässt sich zum Forschungsstand der Entwicklung des Frauenfußballs feststellen, dass es sich meist um wissenschaftliche Arbeiten oder Studien handelt. Diese decken die allgemeine Entwicklung des Frauenfußballs ab oder berücksichtigen ein bestimmtes Themengebiet in der Entwicklung. Das Buch „Die Zukunft des Frauenfußballs ist weiblich“ von Dr. Ulrike Kraus und Dr. Gregor Gdawietz beinhaltet verschiedene wissenschaftliche Fachbeiträge, Praxisüberlegungen und Perspektivdarstellungen im Bereich Frauen- und Mädchenfußball. Die Arbeit „Wirtschaftliche Aspekte des Frauenfußballs in Deutschland“ von Prof. Dr. Marie-Luise Klein ist Teil dieses Sammelbandes. Sie greift die wirtschaftlichen Aspekte des Frauenfußballs in Deutschland auf und berichtet über die aktuelle Vermarktungssituation im Frauenfußball. Frau Prof. Dr. Klein betrachtet in diesem Zusammenhang einzelne Sektoren wie Zuschauerquoten, Sponsoring und Medienpräsenz. Abschließend richtet sie ihren Blick auf zukünftige Ansatzpunkte und Herausforderungen. Philip Wagner hat sich 2009 mit seiner Diplomarbeit an der Kölner Sporthochschule ebenfalls mit dem Thema „Entwicklungspotenziale im deutschen Frauenfußball“ beschäftigt. Seine Studie analysiert die Chancen und Risiken von Sponsoringaktivitäten in diesem Bereich. Er stellt die aktiven Sponsoren im Frauenfußball dar, geht auf die Grenzen und Risiken des Bereichs ein, zieht Vergleiche zum Sponsoring im Männerfußball und stellt seine Ergebnisse einer empirischen Untersuchung zur Einschätzung des Entwicklungspotenzials von Sponsoring im deutschen Frauenfußball dar. Er verifiziert seine aufgestellten Hypothesen, dass das Entwicklungspotenzial des Sponsorings im deutschen Frauenfußball von Vereinen der 1. Bundesliga besser eingeschätzt wird als von Vereinen der 2. Bundesliga.

Eine zutreffende Studie zur Medienpräsenz im Frauenfußball konnte nicht gefunden werden. Mara Thellmann zieht in Ihrer Diplomarbeit zwar den Vergleich von Frauen und Männern in der Sportberichterstattung am Beispiel der DFB Pokalendspiele 1999, jedoch wird hier nicht deutlich in welchen Medien und wie oft speziell über den Frauenfußball berichtet wird. Aktuelle Studien zu den Sektoren „Zuschauer- und Mitgliederzahlen“ konnten nicht erfasst werden, hierzu liegen aktuelle Zahlen beim DFB vor. Die verschiedenen ökonomischen Ansatzpunkte wie z.B. die Rechtsform von Bundesligavereinen, das Sponsoring im Sport, die Rolle von Verbänden in der Sportbranche, die Marktdynamik im Ligafußball werden in verschiedenen wissenschaftlichen Beiträgen in der Arbeit von Hübl und Swieter „Ligasport aus ökonomischer Sicht“ aufgegriffen und diskutiert.

Zum Forschungsfeld „Folgewirkungen von Sportgroßveranstaltungen“ liegt eine ganze Reihe von Studien vor, jedoch konnte keine Studie gefunden werden, welche die Folgewirkung für die bestimmte Sportart analysiert. Es gibt viele Arbeiten und Studien, welche die Folgewirkungen von Großveranstaltungen auf ökonomische, volkswirtschaftliche, ökologische und soziale Sichtweisen testen.

Eine interdisziplinäre Studie zu der Organisation und den Folgewirkungen der FIFA Fußball-WM 2006 von Stephan Bogusch gibt einen Überblick über Studien zu Folgewirkungen in den Sektoren Tourismus, Ökonomie, Akzeptanz der Bevölkerung, Verkehrsmanagement, ökologische und soziale Nachhaltigkeit im Breitensport. Jedoch geht keine Studie in der Sammlung der Fachbeiträge eindeutig auf Folgewirkungen für den Fußballsport ein. Ebenso thematisieren Gans, Horn und Zeeman in ihrem wissenschaftlichen Buch „Sportgroßveranstaltungen – ökonomische, ökologische und soziale Wirkungen“ nur die drei im Buchtitel genannten Wirkungsarten. Viele Studien untersuchen explizit den Sektor Tourismus während der Veranstaltung und in Folge dessen. Eine empirische Untersuchung von Holger Preuß zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 mit dem Thema „Ökonomie des Tourismus durch Sportgroßveranstaltungen“ thematisiert eine event-ökonomische Betrachtung der Fußballweltmeisterschaft als Megaevent unter besonderer Berücksichtigung tourismustheoretischer Aspekte. Rütter und Stettler haben viele verschiedene Großveranstaltungen auf Ihre Folgewirkungen untersucht. Ein Beispiel aus der Schweiz ist die Fallstudie „Internationale Laubhornrennen Wengen 2002“. Die wichtigsten Ergebnisse werden in dieser Studie mit Hilfe von Kennzahlen in einer sogenannten Sportevent-Scorecard übersichtlich dargestellt und lassen sich somit direkt mit anderen Veranstaltungen vergleichen.

2. Resultierende Forschungsfrage, Ziel und Aufbau der Arbeit

Die zentrale Forschungsfrage dieser Arbeit, die aus der oben aufgeführten Forschungslücke resultiert, lautet wie folgt:

In wie weit kann das Event „FIFA Frauenfußball-WM 2011“ den deutschen Frauenfußball vorantreiben?

Somit ist das Ziel dieser Bachelorarbeit, die Wirkungs- und Zukunftspotenziale der Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 aufzudecken und einen umfassenden Überblick über die Entwicklung der verschiedenen Sektoren im deutschen Frauenfußball zu geben. Mit Hilfe einer empirischen Untersuchung wird die oben dargestellte Forschungslücke der Wirkungsanalyse von Sportgroßveranstaltungen auf eine Sportart erarbeitet. Des Weiteren soll die Arbeit einen Beitrag zur Erweiterung des Themas „Entwicklungspotenziale des Frauenfußballs“ leisten, da trotz der steigenden Anerkennung und der sportlichen Erfolge dem Frauenfußball wenig wissenschaftliche Beachtung entgegengebracht wurde.

Der Aufbau der Arbeit lässt sich in zwei Abschnitte gliedern. Der erste Abschnitt liefert die Theoretische Basis der Arbeit. Das erste Kapitel dient der Darstellung des Forschungsstandes, der Zielsetzung und dem Aufbau der Diplomarbeit. Im zweiten Kapitel wird auf die Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland eingegangen. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung im Profibereich, also der Frauenfußball Bundesliga. Es erfolgt eine kurze Zusammenfassung der Geschichte des Frauenfußballs sowie die theoretische Analyse einzelner Sektoren und deren Entwicklung. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit den Folgewirkungen von Sportgroßveranstaltungen. Es werden einige theoretische Modelle zur Untersuchung von Folgewirkungen vorgestellt und auf die professionelle Steuerung im Ligasport eingegangen.

Im zweiten Teil werden die Hypothesen gebildet, die Untersuchungsmethode und die Ergebnisse der empirischen Untersuchung dargestellt und ausgewertet.

Den Abschluss der Arbeit bilden eine Zusammenfassung der Ergebnisse, eine kritische Hinterfragung und ein Ausblick auf den weiteren Forschungsbedarf.

3. Daten zur Entwicklung des Frauenfußballs in

Deutschland

3.1. Sportliche Ebene

In Deutschland hat die Entwicklung des Frauenfußballs erst relativ spät begonnen. 1930 wurde in Deutschland der 1. Damen-Fußball-Club Frankfurt gegründet. Trotz der darauffolgenden negativen Reaktionen gründeten sich mehrere Mannschaften in Deutschland. 1955 untersagte der DFB seinen Vereinen ausdrücklich, Damenfußballmannschaften zu gründen oder aufzunehmen. Einige Verbände widersetzten sich dem Verbot und förderten den Damenfußball trotzdem, sodass der DFB 1970 den Damenfußball offiziell zugelassen hat. Aus gesundheitlichen Gründen sollten die Frauen nur zweimal 30 Minuten spielen. Die Regeln haben sich jedoch seit 1993 denen des Männerfußballs angepasst und der DFB hat den Begriff des „Damenfußballs“ durch „Frauenfußball“ ausgetauscht. 1973 wurde die erste inoffizielle Meisterschaft um den „Goldpokal“ als Vorläufer der 1974 offiziell ausgetragenen Deutschen Frauenfußball Meisterschaft ausgespielt. Im Jahr 1981 wurde der DFB-Pokal im Frauenfußball eingeführt. Das Finale wird seit 1985 als Doppelveranstaltung vor dem Endspiel der Männer in Berlin ausgetragen. Erst 2010 gelang es den Frauen sich aus dem Schatten der Männer zu lösen und mit Köln einen eigenen Austragungsort zu gewinnen.[6]

1990/91 wurde die Frauenfußball Bundesliga mit 20 Clubs in einer zweigeteilten Liga eingeführt. Die Bundesliga profitierte von der Euphorie der gewonnenen Europameisterschaft 1989. Die bis zur Einführung der Bundesliga existierende Ligastruktur sorgte für Langeweile in fast allen Oberligen, da ein Team die jeweilige Liga dominierte und der Meister somit schon fast vor der Saison feststand. 1990 bis 1997 gab es trotz der favorisierten Frauenmannschaft TSV Siegen einige sportliche Highlights. In dieser Zeit entwickelte sich das sportliche Niveau der Frauen zu einem technisch besseren Spiel. Es stellte sich jedoch auch in dem zweigeteilten Ligasystem schnell heraus, dass die Leistungsdichte zu gering war. Der DFB reagierte 1997/98 mit der Einführung der eingleisigen Bundesliga.

Die finanziell besser gestellten und spielerisch starken Mannschaften kauften sich die guten Spielerinnen der schwächeren Mannschaften und somit wurde das Gleichgewicht in der Bundesliga geschmälert.[7] Bis 2009 war der 1. FFC Frankfurt der vorherrschende Club in der Liga und gewann sieben Mal die Meisterschaft und den

DFB-Pokal sowie dreimal den UEFA-Cup. 2009 erfolgte die Wende, man spricht von einer nie dagewesenen Spannung durch weitere erfolgreiche Mannschaften, wie Turbine Potsdam, Bayern München und dem FCR 2001 Duisburg.[8] Die folgenden beiden Tabellen vergleichen die Vorherrschaften der Frauenfußball Bundesilga und stellen die aktuellen Bundesligateams vor.

Saison 2001/2002 Saison 2009/2010

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Frauenfußball Bundesliga Tabellen der Saison 2001/2002 und 2009/2010

Quelle: in Anlehnung an Hennies/ Meuren (2009), S.378 und http://www.fussballdaten.de/frauen/bundesliga/2010/22/ (23.05.10, 10:00Uhr)

Die Tabelle der Saison 2001/2002 verdeutlicht die Leistungsspanne in der Frauenfußball Bundesliga zu dieser Zeit. Der 1. FFC Frankfurt gewann den Meistertitel mit 58 Punkten. Der 1. FFC Turbine Potsdam wurde mit nur 44 Punkten Vize-Meister, also trennten die beiden Teams 14 Punkte am Saisonende. Die Ränge 2. bis 12. weisen keine großen Spannen zwischen den Punkten auf. Die Vorherrschaft durch ein Team wird somit sehr deutlich.

In der Saison 2009/2010 hat der 1. FFC Frankfurt den Meistertitel verpasst. Den Kampf um den Titel gewann der 1. FFC Turbine Potsdam (59 Punkte) vor dem FCR Duisburg (54 Punkte) und dem Team aus Frankfurt (51 Punkte). Zwischen dem 3. Platz und dem 4. Platz, den das Team Bayern München (39 Punkte) belegte, liegen 12 Punkte. Es wird deutlich, dass nicht mehr ein Team die Vorherrschaft der Liga übernimmt, jedoch teilen sich drei Mannschaften den Kampf um den Titel. Das sportliche Niveau der folgenden Mannschaften kommt an die Spitzenteams noch nicht heran.

Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen Ligatabellen der beiden Staffeln der 2. Frauenfußball Bundesliga.

Staffel Nord Staffel Süd

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 2: 2. Frauenfußball Bundesliga Tabellen der Staffel Nord und Süd (Saison 2009/2010)

Quelle: In Anlehnung an http://www.dfb.de/index.php?id=500676 (23.05.10, 11:55Uhr) und http://www.dfb.de/index.php?id=500677 (23.05.10, 12:05Uhr)

In der zweiten Frauenfußball Bundesliga ist der Herforder SV Meister geworden, mit neun Punkten Vorsprung vor Turbine Potsdam II. Damit schaffte die Mannschaft aus Herford den direkten Wiederaufstieg ohne eine Niederlage in der gesamten Saison.

In der Staffel Süd gibt es keine deutlichen Favoriten. Bayer 04 Leverkusen gewann den Titel mit 54 Punkten vor dem Vfl Sindelfingen mit 52 Punkten. Den dritten Platz belegte der 1. FC Köln mit sieben Punkten Abstand (45 Punkte).

Generell gilt somit für die zweite Bundesliga, dass das Spielniveau der einzelnen Teams nicht sehr weit auseinander liegt. Der Herforder SV ist als Absteiger der 1. Frauenfußball Bundesliga die einzige Mannschaft, die sich deutlich absetzen kann.

3.2. Vermarktungssituation der Frauenfußball Bundesliga

Bei der Untersuchung von Vermarktungspotenzialen einer Sportart im Spitzenbereich muss man zwischen verschiedenen Vermarktungsobjekten oder Vermarktungs-bereichen unterscheiden und zwischen den verschiedenen Märkten, auf denen die Einnahmen erzielt werden.[9]

Man kann die Vermarktungsaktivitäten auf verschiedene Bereiche im Frauenfußball analysieren. Es können die Vermarktungspotenziale einzelner Mannschaften, Vereine oder Ligen, wie die Nationalmannschaft, die Bundesligavereine oder Amateurvereine oder die Bundesliga als Ganzes betrachtet werden. Ein weiterer Vermarktungsbereich wären einzelne nationale oder internationale Wettbewerbe, sowie bekannte Spielerinnen oder Trainerinnen.[10] Im Folgenden liegt der Schwerpunkt hauptsächlich auf den Bundesligavereinen. Zwischendurch werden auch Zahlen und Fakten der Nationalmannschaft genannt, um einen anschaulichen Vergleich ziehen zu können.

Im Fußball werden die Haupteinnahmen über verschiedene Absatzmärkte erzielt. Es sind vier Segmente zu unterscheiden: der Stadionbesuch, die Übertragungsrechte, Sponsoring und das Merchandising.[11]

Nach diesen genannten Einnahmekategorien und einigen zusätzlichen Segmenten werden im Folgenden die wichtigsten Daten zur Entwicklung des Frauenfußballs beschrieben. Diese Kategorien bilden die Grundlage einiger Fragestellungen für den empirischen Teil dieser Arbeit.

3.3. Medienpräsenz

Der Frauensport ist immer noch in den massenmedialen Berichterstattungen unterrepräsentiert. Wenn Frauen eine hohe Medienpräsenz im Sportbereich erlangen wollen, müssen sie es zu außergewöhnlich guten Leistungen bringen und selbst dann ist eine hohe Berichterstattung nicht gewährleistet. Vor allem in der Vergangenheit wurde weniger die Leistung anerkannt, sondern oftmals die Betonung der Äußerlichkeiten und der weiblichen Attribute.[12] Ein entscheidendes Beispiel ist der Torjubel der Fußballspielerin Brandy Chastain 1999 nach der Verwandlung des entscheidenden Elfmeters um die Weltmeisterschaft. Im Jubel hat sie ihr Trikot ausgezogen und ihren Oberkörper bis auf den Sport BH entblößt. Dieses Foto wurde zum meist gedruckten Frauenfußballfoto weltweit.[13]

Im Bereich Frauenfußball wird oftmals über zu wenig Medienpräsenz geklagt, trotz guter Leistungen der Sportlerinnen. Die TV-Berichterstattung des Frauenfußballs ist jedoch deutlich gestiegen. Die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ARD und ZDF übertragen die Heimspiele der Frauenfußball Nationalmannschaft und das DFB-Pokal Endspiel live. Spitzenspiele der Nationalmannschaft erreichen eine hohe Zuschauerquote, sodass es einige Bewerber für die Übertragung der EM 2005 in England gab.[14]

Die folgende Tabelle zeigt einige TV-Quoten von den wichtigsten Frauenfußball Events.

TV-Reichweiten der wichtigsten Frauenfußball Sportevents:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 3: TV-Reichweiten der wichtigsten Frauenfußball Sportevents

Quelle: in Anlehnung an Gdawietz/ Kraus (2007), S. 64

Die Tabelle macht deutlich, dass der Frauenfußball eine hohe Zahl an Fernsehzuschauern erreichen kann. Das WM-Endspiel 2003 war nach einer Exklusivumfrage von RNS Sport für Horizont Sport Business sogar das beliebteste TV-Einmal-Event der Deutschen.[15]

Der Vergleich von den TV-Reichweiten des Champions-League Finale oder dem DFB Pokalfinale mit den Spielen der Nationalmannschaft macht deutlich, dass die Medienpräsenz der Bundesligaclubs deutlich geringer ist. Die Spiele der 1. Frauenfußball Bundesliga werden nicht regelmäßig im TV übertragen oder in einem Format wie die Sportschau zusammengefasst. Lediglich einige Spiele der Top-Teams werden z.T. in öffentlich-rechtlichen Regionalsendern gezeigt. Einige Spiele kann man auf der Internet-TV-Plattform des DFB’s anschauen. Die 2. Frauenfußball Bundesliga hat eine sehr geringe TV-Präsenz. Hier werden nur vereinzelte Spiele von Lokalsendern übertragen. „Der DFB macht dabei deutliche Zugeständnisse hinsichtlich der Lizenzgebühren. Er verzichtet auf sie, unter der Voraussetzung, dass diese Sender zusätzlich einen Trailer senden, der für den Mädchen- und Frauenfußball wirbt.“[16]

Im Print-Bereich gibt es zurzeit eine einzige bekannte Frauenfußball Zeitschrift. Das „FF-Magazin“ berichtet über die aktuellen Themen der 1. und 2. Frauenfußball Bundesliga, sowie alle weiteren interessanten Turniere und Wettbewerbe. Zusätzlich werden vereinzelte Spieler vorgestellt und Experteninterviews veröffentlicht. Die Chefredakteurin dieser Zeitschrift ist die Trainerin des FCR 2001 Duisburg und frühere Nationalspielerin Martina Voss.

3.4. Zuschauerzahlen

Die sportlichen Erfolge des deutschen Frauenfußballs spiegeln sich in dem Zuschauerzuspruch wider. In diesem Sektor ist die Nationalmannschaft der Bundesliga ebenfalls überlegen. Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Zuschauerzahlen der Frauenfußball Nationalmannschaft:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 4: Zuschauerzahlen einzelner Länderspiele der deutschen Frauenfußball Nationalmannschaft

Quelle: in Anlehnung an Gdawietz/ Kraus (2007), S. 64

Die Frauenfußball Bundesliga konnte ihre Zuschauerzahlen ebenfalls steigern, jedoch liegen diese deutlich unter den Werten der Nationalmannschaft. In der folgenden Abbildung werden die gesamten Zuschauerzahlen der 1. Frauenfußball Bundeliga von der Saison 2000/01bis zu der aktuellen Saison 2009/10 verglichen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Zuschauerzahlen von der Saison 2000/01 bis zur Saison 2009/2010 in der 1. Frauenfußball Bundesliga

Quelle: in Anlehnung an http://www.weltfussball.de/zuschauer/frauen-bundesliga-2009-2010/1/ (25.05.2010, 16:20Uhr)

Die Betrachtung einzelner Spiele in der Frauenfußball Bundesliga macht jedoch deutlich, dass nur wenige hunderte Fans sich die Spiele live im Stadion anschauen. Hier ist ein deutlicher Zusammenhang zwischen Zuschauerzahlen und Tabellenplatz des jeweiligen Teams zu erkennen. In der Saison 2009/2010 lag der Zuschauerrekord beim Spiel 1. FFC Turbine Potsdam gegen SC 07 Bad Neuenahr bei 2.816 Zuschauern, hingegen waren es bei dem Spiel Tennis Borussia Berlin gegen VFL Wolfsburg nur 67 Zuschauer.[17] Die 2. Frauenfußball Bundesliga hat einen sehr geringen Zuschauerzuspruch. In der Saison 2010 waren es in der Staffel Süd 20.950 Zuschauer insgesamt. Beim meist besuchten Spiel kamen 850 Fans und die schlechteste Besucherzahl lag bei 40 Personen.[18]

Die folgende Tabelle zeigt die durchschnittlichen Zuschauerzahlen der Frauenfußball Bundesligaclubs in der Saison 2009/10:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 5: Zuschauerzahlen der Frauenfußball Bundesligaclubs in der Saison 2009/10

Quelle: in Anlehnung an http://www.weltfussball.de/zuschauer/frauen-bundesliga-2009-2010/1/

3.5. Mitgliederzahlen des DFB’s im Frauenfußball

Nach der offiziellen Anerkennung des Frauenfußballs 1970 stiegen die Zahlen der Mitglieder in Fußballvereinen dermaßen in die Höhe, dass sogar kleine Sportvereine so viele interessierte Mädchen und Frauen hatten, dass sie eigene Frauenmannschaften und Mädchenmannschaften gründen konnten.[19] Seit der Aufhebung des Verbots stieg innerhalb von elf Jahren die Anzahl von 1.100 Frauenmannschaften auf über 2.891 im Jahre 1982 an.[20] Die Zahlen der im DFB organisierten Mädchen und Frauen sind somit ebenfalls gestiegen. Mit 1.050.301 Frauen und Mädchen im Jahr 2010 wurde die Rekordzahl des Vorjahres 2009 noch einmal um 27.477 übertroffen. Vor fünf Jahren (2005) waren noch 870.633 weibliche Mitglieder registriert. Dies bedeutet eine Steigerung von 17,11 Prozent.[21]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 6: Anzahl der beim DFB gemeldeten weiblichen Mitglieder und Mannschaften von 2005-2010

Quelle: in Anlehnung an http://www.dfb.de/index.php?id=11015

Allerdings ist zu beachten, dass nicht alle registrierten weiblichen Mitglieder tatsächlich Fußballerinnen sind. Die Meldepraxis im Deutschen Sportbund sieht vor, dass in Einspartenvereinen dem Verband alle Mitglieder gemeldet werden, also auch aus sonstigen Übungsgruppen, wie z.B. gymnastiktreibende Frauen.[22]

Der Vergleich des Frauenfußballs mit anderen Frauenmannschaftssportarten zeigt eindeutig, dass Fußball die beliebteste Teamsportart der Mädchen und Frauen ist.[23]

3.6. Sponsoring

Angesichts geringer Einnahmen über Eintrittsgelder und festgelegter Summen für die Übertragungsrechte ist Sponsoring für den Frauenfußball ein entscheidendes Instrument, um den Spielbetrieb zu finanzieren. Über die Höhe der Einnahmen durch Sponsoringverträge im Frauenfußball liegen keine öffentlich zugänglichen Zahlen vor. Fast alle Vereine der 1. und 2. Frauenfußball Bundesliga betreiben heutzutage professionelles Sponsoring.

Die Vereine werden von Haupt- oder sogenannten Premiumsponsoren unterstützt und haben weitere Co-Sponsoren, die kleinere Geldbeträge zahlen oder Sachgüter wie Sportbekleidung oder Dienstleistungen wie Reha-Maßnahmen zur Verfügung stellen. Es sind im Frauenfußball ebenfalls alle gängigen Formen des Sponsorings wie im Männerfußball zu finden. Angefangen von der klassischen Bandenwerbung über Trikotwerbung bis hin zum Verkauf der Rechte am Stadionnamen. Zusätzlich werden Prädikate oder Lizenzen vergeben, die den Sponsoren exklusive Rechte zusichern, wie z.B. das Prädikat als offizieller Medienpartner.[24]

Problematisch ist jedoch das große Gefälle, in den zur Verfügung stehenden Finanzen der verschiedenen Clubs, sodass sich nicht jeder Verein professionelles Management leisten kann. Des Weiteren muss der Frauenfußball im Rampenlicht der Öffentlichkeit und in den Medien stehen, um ein höheres Interesse und den Werbewert für Sponsoren zu steigern. Dazu muss aber wiederum die Sportart von der Öffentlichkeit akzeptiert werden. Um Unternehmen für die Unterstützung im Frauenfußball zu begeistern, müssen außerdem höhere Zuschauerzahlen in den Stadien erreicht werden.[25]

Diese kritischen Aspekte bezogen auf das Sponsoring in der Bundesliga sind bei der Frauenfußball Nationalmannschaft nicht vorhanden. Mit einem Beitrag von jeweils vier Millionen Euro decken die Allianz Deutschland, das Handelsunternehmen Rewe, die Deutsche Post, die Commerzbank, die Deutsche Telekom und die Bahn fast die Hälfte des Budgets vom Organisationskomitee in Höhe von 51 Millionen Euro für die WM 2011 ab. Das überaus große Interesse als Sponsor der Frauenfußball Nationalmannschaft wird daran deutlich, dass diese finanzielle Planungssicherheit bereits 16 Monate vor WM-Beginn hergestellt werden konnte.[26]

Die folgende Tabelle zeigt alle Haupt- und Trikotsponsoren der 1. Frauen Bundesliga:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 7: Haupt- und Trikotsponsoren der Vereine der 1. Frauenfußball Bundesliga

Quelle: eigene Darstellung

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[1] http://de.fifa.com/womensworldcup/destination/footballgermany/leaguesclubs.html (10.07.10 13:30Uhr)

[2] http://de.fifa.com/womensworldcup/destination/footballgermany/leaguesclubs.html (10.07.10 13:30Uhr)

[3] http://www.sueddeutsche.de/sport/429/498718/text/ (18.05.10, 11:30Uhr)

[4] http://www.dfb.de/uploads/media/DFB-Mitglieder-Statistik-2010_01.pdf, S.6 von 7 (18.05.10, 13:15Uhr)

[5] http://www.dfb.de/index.php?id=11015 (18.05.10, 13:15Uhr)

[6] Vgl. Hennies/ Meuren (2009), S.14ff.

[7] Vgl. Fechtig, Beate (1995), S. 41

[8] Vgl. Hennies/ Meuren (2009), S.71ff.

[9] Vgl. Gdawietz/ Kraus (2007), S. 59

[10] Vgl. Gdawietz/ Kraus (2007), S. 59

[11] Vgl. Hübl/ Peters/ Swieter (2002), S. 35ff.

[12] Vgl. Anders, Georg (1999), S. 7

[13] Vgl. Hennies/ Meuren (2009), S.62

[14] Vgl. Gdawietz/ Kraus (2007), S. 63

[15] Vgl. Gdawietz/ Kraus (2007), S. 63

[16] Gdawietz/ Kraus (2007), S. 65

[17] http://www.soccermagazin.de/tm/feed.php?type=viewer&lgeid=1&season=13 (25.05.10, 17:25Uhr)

[18] http://www.soccermagazin.de/tm/feed.php?type=viewer&lgeid=18&season=13 (25.05.10, 17:55Uhr)

[19] Vgl. Eisenberg, Christiane (1997), S. 120

[20] Vgl. Fechtig, Beate (1995), S. 43

[21] http://www.dfb.de/index.php?id=11015 (25.05.10, 20:20Uhr)

[22] Vgl. Gdawietz/ Kraus (2007), S. 56

[23] Vgl. Gdawietz/ Kraus (2007), S. 57

[24] Wagner, Philip (2009), S.48

[25] Wagner, Philip (2009), S.49

[26] Tobien, Wolfgang (2010), S. 20ff.

Details

Seiten
88
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783842803961
Dateigröße
891 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v228023
Institution / Hochschule
Macromedia Fachhochschule der Medien Köln – Medien und Kommunikation, Studiengang Medienmanagement mit der Fachrichtung Sport- und Eventmanagement
Note
1
Schlagworte
frauenfußball fifa sportveranstaltungen folgewirkungen deutschland

Autor

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Titel: FIFA Frauenfußball-WM 2011