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Untersuchung von Schauspieltheorien anhand der Spiegelneuronentheorie

Diplomarbeit 2010 44 Seiten

Theaterwissenschaft, Tanz

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

Deckblatt

Inhalt

Einleitung

Hauptteil

1.) Was sind Spiegelneuronen?

2.) Spielweisen: Deklamation und Erleben

3.) Analyse der Schauspieltheorien anhand der Spiegelneuronentheorie

Schlussbemerkung

Anhang

Zitatverzeichnis

Literaturverzeichnis

Einleitung:

Ich habe dieses Thema gewählt, da Schauspiel ein sehr ungreifbares Thema ist. Deswegen halte ich jede Verbindung von Wissenschaft und Schauspiel für sinnvoll. Es gibt unglaublich viel Aberglauben und sonstige, nicht empirisch gestützte, Behauptungen in diesem Beruf, dass eine Klärung von diversen Sachverhalten, meiner Meinung nach, nur sinnvoll sein kann. Es geht mir nicht darum irgendetwas zu entzaubern, sondern auf Fakten zurückzuführen, an die man sich auf jeden Fall halten kann. Schauspiel fasziniert und wird es auch immer tun.

Im Folgenden werde ich als erstes erklären was Spiegelneuronen sind. Dabei beziehe ich mich auf Marco Iacoboni. Zum einen auf sein Buch “Mirror Neurons – The New Science of How We Connect with Others“. Zum anderen, in der Analyse von Schauspiel durch die Spiegelneuronentheorie, auf die mir per Facebook beantworteten Fragen. Die Schauspieltheorien, die ich ausgewählt habe, wählte ich deswegen, da sie einen Vergleich mit der Spiegelneuronentheorie möglich machten. Natürlich sind die Zitate, die ich aufgeführt habe so gewählt, dass sie diesem Vergleich dienlich sind. Außerdem habe ich sie nicht einzeln aufgeführt, da ihre Untersuchung durch die Spiegelneuronentheorie nur im Zusammenhang Sinn macht. Wer sich den Schauspieltheorien der Autoren bewusst ist, kann die Zusammenfassungen dieser überspringen und sich direkt der konkreten Untersuchung durch die Spiegelneuronentheorie widmen.

1.) Was sind Spiegelneuronen?

Spiegelneuronen geben uns die Möglichkeit – ohne bewusst darüber nach zu denken – andere Menschen zu “lesen“. Dies funktioniert so, dass wir in unserem Gehirn Schablonen besitzen, die aus unseren eigenen Bewegungen resultieren. Sieht man eine Bewegung eines anderen Menschen, so simulieren die Neuronen, die für unsere eigenen Bewegungen zuständig sind, die wahrgenommenen Bewegungen des Anderen – auf Basis dieser Schablonen. Man bewegt sich innerlich sozusagen mit.

Im Grunde basiert dieses System auf einer Analogie: Wenn man seinen Geist und die dazu gehörigen Handlungen betrachtet, so stellt man Verbindungen zwischen Körper und Geist fest. Wenn man traurig ist weint man, wenn man glücklich ist, lacht man. Setzt man diese Verbindung voraus und beobachtet Handlungen bzw. körperliche Aktivitäten des Körpers eines anderen Menschen, so kann man eine Analogie zwischen dem anderen und dem eigenen Körper feststellen. Stellt man diese nun fest, kann man auch die Verbindung des fremden Körpers mit dem dazugehörigen Geist ableiten. Sehe ich also jemanden weinen, so kann ich durch diese Analogie die Feststellung treffen, dass der Andere traurig ist. Jedoch geschieht dies nicht in einem logisch durchdachten, reflektierten Denkprozess, sondern völlig automatisch, sozusagen intuitiv. Die Spiegelneuronen imitieren automatisch die Bewegungen, die man wahrnimmt, mit Hilfe der eigenen Bewegungen, die von denselben Neuronen gesteuert werden. Es ist quasi nicht wirklich möglich sich dagegen zu wehren.

Nimmt man die Bewegungen einer anderen Person war, so “teilt“ man sie dadurch sogar mit ihr, da man sie innerlich parallel vollführt. Selbst bei Bewegungen, die man selbst noch nie ausgeführt hat, wie, z.B., einem doppelten Salto, ist es durch die Spiegelneuronen möglich diese mitzuempfinden, da Bewegungen, die gleiche Bewegungsmuster teilen, gleiche Muskeln benötigen. Sehen wir jemanden, der einen doppelten Salto macht, so spiegeln unsere Spiegelneuronen, die, z.B., für einen Purzelbaum zuständig sind, den doppelten Salto, da eine ähnliche Bewegung ausgeführt und gleiche Muskeln dafür aktiviert werden müssen. Es ist durch Spiegelneuronen sogar möglich, die Intentionen anderer zu lesen und sie verhalten sich in verschiedenem Kontext unterschiedlich.

Wie ist man darauf gekommen? Anfang der Neunziger untersuchte ein Team von Wissenschaftlern um Giacomo Rizzolati die Gehirne von Makakenäffchen (macaca nemestrina). Sie untersuchten einen bestimmten Teil der Gehirne. Und zwar F5. Dieser Bereich ist ein Teil des Neocortex, genauer gesagt der prämotorische Kortex, einem Areal, das für die Planung, das Auswählen und die Durchführung von spezifischen Handlungen zuständig ist. Zwar ist der Neocortex eines Makakenäffchens nur ein Viertel so groß, wie der eines Menschen, aber die Struktur ist sehr ähnlich. Die Handlung, die sie untersuchten, war das Greifen. Eine äußerst existenzielle Handlung, denkt man nur an die Nahrungsaufnahme. Bei diesen Untersuchungen fanden sie die zuständigen motorischen Zellen. Sie sind die ersten in der Abfolge von Zellen bzw. Neuronen, die die Bewegungen der Muskeln, die den Körper bewegen, kontrollieren. Wie genau, man auf die Spiegelneuronen kam, ist nicht exakt bekannt, aber irgendwie hat sich ungefähr folgendes ereignet: Nachdem der Versuch erneut aufgebaut worden war, beobachtete ein Makakenäffchen eine Greifbewegung eines Wissenschaftlers und das selbe Neuron, dass beim Affen für das Greifen zuständig war, feuerte - war also aktiv und sendete ein Signal. Diese Zellen feuerten also während des Greifens des Affen und auch während der Beobachtung des Affen, dass ein anderes Individuum nach etwas griff. Weitere Tests, die auch mit Menschen durchgeführt wurden, haben folgendes ergeben: Diese Spiegelneuronen, die für das Greifen zuständig sind, feuern, wenn jemand nach etwas greift, jemand einen Anderen etwas greifen sieht oder hört, jemand einfach nur das Wort “Greifen“ sagt oder hört und sogar schon, wenn jemand nur ein greifbares Objekt sieht. Immer simulieren die Spiegelneuronen den kompletten Bewegungsablauf des Körpers um zu greifen. Diese Simulation bzw. Imitation der Spiegelneuronen geht überdies so weit, dass die Imitation nicht nur im Gehirn stattfindet, sondern eine messbare Anspannung der betroffenen Muskeln auslöst. Zudem fand man in Untersuchungen heraus, dass einige dieser motorischen Zellen anscheinend zielorientiert funktionieren. Sie feuerten sowohl für beobachtete Bewegungen von Händen, wie auch von Mündern, was, z.B. bei der Nahrungsaufnahme absolut sinnvoll ist, da sowohl Mund, als auch Hand bei der Handlung der Nahrungsaufnahme beteiligt sind. Interessanterweise feuerte oft das gleiche Neuron sowohl für Bewegungen mit der linken, wie auch mit der rechten Hand, was weiterhin dafür spricht, dass sie auf zielgerichtete Handlungen reagieren und nicht nur die Anatomie spiegeln. Daneben scheint es unterschiedliche Neuronen für verschiedene Arten von Greifen zu geben. In einem weiteren Versuch mit Makakenäffchen feuerten einige Neuronen nur beim Griff nach kleinen Objekten, andere nur beim Griff nach großen Objekten. Wobei es jedoch keinen Unterschied machte, ob es ein Apfel oder eine Orange war. Nur der Größenunterschied machte den Qualitätsunterschied in den beiden Handlungen deutlich, wobei auch die Entfernung der beobachteten Aktion kaum eine Änderung der Entladung der Neuronen nach sich zog. Zudem feuerten diese Spiegelneuronen, die für das Greifen zuständig sind, nicht, wenn ein Affe sich am Kopf kratzte, obwohl die gleichen Fingermuskeln dazu benötigt werden. Dies führte zu der Annahme, dass Spiegelneuronen auch objektorientiert arbeiten. Es gibt anscheinend weitere Differenzierungen unter den Spiegelneuronen. Manche feuern nur bei identischen Aktionen, andere bei Aktionen, die auf das gleiche Ziel hinarbeiten. Diese zielgerichteten Handlungen, so wird angenommen, werden durch Ketten von Spiegelneuronen ausgeführt bzw. imitiert. In einem Experiment sah ein Affe zunächst eine Orange auf einem Tisch, dann wurde diese mit einer kleinen Abschirmung verdeckt und von einem Menschen gegriffen. Die Spiegelneuronen feuerten, obwohl der Affe nicht das eigentliche Zugreifen sah, zumindest zu 50 Prozent. Hinzuzufügen ist auch noch, dass die Spiegelneuronen der Affen nicht reagierten, wenn gar keine Orange vorhanden war, also eine pantomimische Handlung ausgeführt wurde. Es ist also anzunehmen, dass, durch vorheriges Wissen (in diesem Fall, dass sich auf dem Tisch eine Orange befand), eine differenziertere Aufschlüsselung der Handlungen anderer stattfindet. Menschliche Spiegelneuronen reagieren jedoch sehr wohl auf Pantomime. Man nimmt an, dies hinge mit einem evolutionären Schritt zusammen, den der Mensch gemacht hat, weswegen seine Spiegelneuronen auch bei abstrakteren Handlungen reagieren. Was aber auch damit zusammen hängt, dass Pantomime ein Teil der Kommunikationskultur des Menschen ist, Makakenäffchen so etwas aber nicht betreiben und es damit nicht zu ihrem motorischen Repertoire gehört. Sie haben, so ist die Annahme, die Schablonen dafür nicht entwickelt.

Auch bei der Entwicklung der Sprache scheinen Spiegelneuronen maßgeblich beteiligt zu sein. Es gibt zumindest viele Hinweise. Zum einen, reagieren Spiegelneuronen allein schon bei der akustischen Wahrnehmung einer Handlung. Hört man, wie eine Nuss geknackt wird, so läuft bei einem der motorische Plan zum Knacken einer Nuss ab. Zum anderen ist das Broca-Areal im menschlichen Gehirn anatomisch sehr ähnlich zu F5 im Makakenäffchengehirn. Das Broca-Areal ist ein wichtiges Zentrum für Sprache und dort befinden sich viele Spiegelneuronen. Man geht ferner davon aus, dass Spiegelneuronen bei der Entwicklung des Menschen, nicht nur evolutionär, sondern im Heranwachsen beteiligt sind. Hier versuchen Wissenschaftler eine Verbindung zwischen der heranwachsenden und der evolutionären Entwicklung herzustellen. Der Stand einer Entwicklung eines heranwachsenden Menschen wird in Korrelation mit einer evolutionären Entwicklungsstufe gesetzt, weswegen Kinder verstärkt untersucht werden. Jeder weiß, dass man durch Beobachtung lernen kann, da es einem möglich ist, Handlungen zu imitieren. Sprache ist im Grunde nichts anderes, als einzelne Muskelbewegungen, die zu einer ganzen Handlung zusammengestellt werden. Dem liegen die Spiegelneuronen zu Grunde. Auch Kinder lernen durch Imitation. In einem Versuch wurde bei einem 41 Minuten alten Baby, bewiesen, dass es wohl von Geburt an, die Fähigkeit besaß, zumindest rudimentäre Hand- und Gesichtsbewegungen zu imitieren. Kinder haben Spaß daran zu imitieren und Imitation scheint die kommunikative Vorstufe zur verbalen Sprache zu sein. (Kleinkinder sind im Übrigen nicht nur fähig zu imitieren, sondern auch das Ziel einer Bewegung identifizieren zu können. Bei einem Versuch sollten sie mit der linken Hand das linke Ohr, mit der rechten Hand das rechte Ohr und die gleiche Bewegung über kreuz imitieren. Ihnen wurde nicht gesagt, welche Hand sie jeweils benutzen sollten, sondern sie sollten einfach nur die Bewegung nachmachen. Da sie oft nicht über kreuz griffen, sondern den direktesten Weg wählten, sich an das jeweilig “richtige“ Ohr zu greifen, schienen sie die Handlungen zielorientiert imitiert zu haben.) Wobei die nonverbale Kommunikation – nicht nur als Vorstufe zur verbalen Kommunikation - ein weiteres Thema ist, dass mit den Spiegelneuronen eng verknüpft ist. Durch ein Angleichen des Körpers, also durch Imitation, scheint so etwas wie Intimität, Zusammengehörigkeit zu entstehen. Geht man von der Imitation als einer wichtigen Rolle im Rahmen der Entwicklung von sozialen Fähigkeiten aus - also das Verstehen, dass andere Menschen ihre eigenen Gedanken, Überzeugungen und Begierden haben - so sind die Spiegelneuronen am sozialen Leben maßgeblich beteiligt. Es gibt auch die Theorie, dass man als Mensch die Handlungen anderer beobachtet, daraufhin eine Hypothese aufstellt, was sie bedeuten und dann nach Beweisen für diese Hypothesen sucht, in gegebenen Fall, diese dann bestätigt sieht oder eine neue Hypothese aufstellt. Jedoch scheint dies gar nicht möglich zu sein. Man ist ständig mit anderen Menschen umgeben und ein permanentes bewusstes Reflektieren über diese würde einen erstens überfordern, zweitens wäre man zu langsam. Es wäre einem nicht möglich unmittelbar sozial zu agieren. Nun wurde sogar herausgefunden, dass Spiegelneuronen in verschiedenen Kontexten unterschiedlich reagieren. Ist in einer beobachteten Bewegung eine Intention zu erkennen, feuern sie stärker. Diese Intention ist durch die Umgebung und einer Verkettung von Handlungen, mit den jeweils dazugehörigen Spiegelneuronen, lesbar. Natürlich scheinen nicht alle Bewegungen – auf den ersten Blick - einem Ziel zu folgen, besonders bei Gesten gibt es einen großen Unterschied. Es gibt symbolische und taktierende Gesten. Symbolische Gesten sind in der Kommunikation dazu dienlich dem Gesprächspartner etwas pantomimisch zu vermitteln, sie sind inhaltlich gebunden. Man “malt“ sozusagen konkrete Objekte bzw. Sachverhalte mit dem Körper. Taktierende Gesten dienen einem selbst, um sich das Ausdrücken dessen, was man vermitteln will, zu erleichtern. Sie folgen dem Takt des eigenen Ausdrucks. Passenderweise reagieren Spiegelneuronen wesentlich mehr auf symbolische Gesten, da diese empfängerorientiert sind. Da Aktionen von Hand und Mund im Gehirn eng miteinander verknüpft sind, legt nahe, dass Gesten wie Wörter als Kommunikationsmittel existieren. Diese enge Verknüpfung macht auch in anderer Hinsicht Sinn. Bei Kindern ist zu beobachten, dass sie erst den Mund öffnen, um dann die Hand dort hinzuführen. Dies ist ein antizipierendes und zielorientiertes Verhalten, welches eine enge Verknüpfung voraussetzt. Gesten und Sprache sind also schon anatomisch eng miteinander verbunden. Wenn man nun sieht, dass Kinder früher Gesten als verbale Sprache beherrschen und diesen frühen Entwicklungsschritt mit einem früheren Evolutionsschritt gleichsetzt, kann man, darauf aufbauend, davon ausgehen, dass diese gestische Verständigung die Vorstufe von verbaler Sprache war. Da gestische Sprache nichts anderes als wahrnehmbare Bewegungen des Körpers ist, kann man davon ausgehen, dass die Spiegelneuronen bei der Ausführung wie auch beim Verstehen dieser stark beteiligt sind. Und sind die Spiegelneuronen in der Vorstufe zur verbalen Sprache beteiligt, so liegt nahe, dass Spiegelneuronen auch in der Entwicklung und Benutzung der verbalen Sprache entscheidend beteiligt sind. Selbst wenn man einfach nur Wörter liest, die eine Handlung beschreiben, simulieren die Spiegelneuronen den motorischen Plan, wie man diese Handlung ausführen würde. Erst so werden die Wörter wirklich verständlich. Auf der anderen Seite sind Spiegelneuronen wahrscheinlich auch daran beteiligt, körperliche Bewegungen in Sprache zu verwandeln, um diese, teils rein privaten Erfahrungen, mit anderen teilen zu können. Man könnte ohne Spiegelneuronen wahrscheinlich niemanden verstehen. Es würde zwar ein akustisches Signal ankommen, mehr aber nicht. Erst die Verwandlung von wahrgenommener Sprache, der Aufschlüsselung der jeweiligen Bewegungen der Muskeln, die am Sprechen beteiligt sind, und ihrer Imitation machen es einem möglich das Gesagte zu verstehen. Man versteht den Anderen sozusagen dadurch, dass man innerlich, selbst, das spricht was der Andere sagt. Die motorischen Teile unseres Gehirns, die zum Sprechen benötigt werden, sind auch bei dem Hören von Sprache aktiv. Der Mensch scheint generell darauf “trainiert“ zu sein, den Anderen zu imitieren und über diesen Weg eine möglichst leichte Kommunikation ausführen zu können. Es ist, z.B., wesentlich schwieriger für Menschen einen Monolog zu halten, als Konversation zu betreiben. Obwohl man eine Rede von Anfang bis Ende planen kann, ist ein unvorhersehbares Gespräch für einen Menschen meistens einfacher zu bewältigen. Dies scheint damit zusammen zu hängen, dass sich Gesprächspartner mittels Imitation angleichen. Selbst Satzstellungen werden verändert und auch der Wortschatz wird angeglichen. Natürlich dienen auch nonverbale Zeichen der Körperbewegungen und Blicke einem Gespräch, doch auch diese vermitteln sich über innere Imitation. Erst die innere Imitation macht es einem möglich, das zu fühlen was der Andere fühlt, was es einem erst möglich macht den Anderen zu verstehen. Doch der eigene Körper scheint dabei eine gewisse Art von Entspannung zu benötigen: In einem Experiment sollten Teilnehmer Gesichtsausdrücke deuten. An Gesichtsausdrücken ist der Mund stark beteiligt. Als die Teilnehmer einen Stift im Mund hatten, der ihre Möglichkeit Mundbewegungen zu machen und sie zu imitieren stark limitierte, waren sie wesentlich weniger in der Lage die Gesichtsausdrücke zu deuten, als bei normaler Bewegungsfreiheit. Ein Teil der neurologischen Kette für Empathie war unterbunden. Diese Kette setzt sich übrigens folgendermaßen zusammen: Das limbische System ist im Gehirn für Gefühle zuständig. Die Spiegelneuronen imitieren die Bewegungen anderer. Jedoch sind diese beiden Areale nicht direkt verbunden. Dazwischen sitzt die Insula. Über diese entsteht eine Verbindung zwischen den Spiegelneuronen und dem limbischen System, welche es einem möglich macht, mitzufühlen. Dieses System ist zumindest so weit nachgewiesen worden, dass bei der Betrachtung von grundlegenden Emotionen eine Art Ausbreitung von Signalen von den Spiegelneuronen über die Insula zum limbischen System messbar ist. Im oben genannten Experiment waren die Spiegelneuronen nicht in der Lage hundertprozentig zu reagieren, da sie “beschäftigt“ waren.

[...]

Details

Seiten
44
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783842803367
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v227997
Institution / Hochschule
Hochschule für Musik und Theater Hannover – Schauspiel
Note
1
Schlagworte
spiegelneuronen empathie schauspiel untersuchung vergleich

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Titel: Untersuchung von Schauspieltheorien anhand der Spiegelneuronentheorie