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Zusammenhänge der Lebenszufriedenheit mit der Kontrollüberzeugung

Eine Analyse des Sozio-oekonomischen Panels

Bachelorarbeit 2010 36 Seiten

Psychologie - Sozialpsychologie

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

Zusammenfassung

1. Theoretischer Hintergrund
1.1. Lebenszufriedenheit
1.2. Variabilität der Lebenszufriedenheit
1.3. Kontrollüberzeugung
1.4. Zusammenhang der Lebenszufriedenheit mit der Kontrollüberzeugung
1.5. Zusammenhang der Variabilität der Lebenszufriedenheit mit der Kontrollüberzeugung
1.6. Zusammenhang der Lebenszufriedenheit mit der Kontrollüberzeugung bei Ost- und Westdeutschen
1.7. Untersuchungsgegenstand

2. Methode
2.1. Stichprobe
2.1.1. Lebenszufriedenheit, Kontrollüberzeugung, Variabilität der Lebenszufriedenheit
2.1.2. Ost- und Westdeutsche
2.2. Material
2.2.1. Das SOEP
2.2.2. SOEP 1992 – 2005: Lebenszufriedenheit
2.2.3. SOEP 1999 und 2005: Kontrollüberzeugung
2.2.4. SOEP 2005: Ost- und Westdeutsche
2.3. Vorgehen des SOEP
2.4. Statistische Analyse

3. Ergebnis
3.1. Lebenszufriedenheit
3.1.1. Mittlere Lebenszufriedenheit
3.1.2. Vergleich der Geschlechter
3.1.3. Vergleich der Altersgruppen
3.2. Variabilität der Lebenszufriedenheit
3.2.1. Mittlere Variabilität der Lebenszufriedenheit
3.2.2. Vergleich der Geschlechter
3.2.3. Vergleich der Altersgruppen
3.3. Vergleich der Ost- und Westdeutschen
3.4. Kontrollüberzeugung
3.4.1. Kontrollüberzeugung 1999 und 2005
3.4.2. Reliabilität und Trennschärfe
3.4.3. Mittlere Kontrollüberzeugung
3.4.4. Vergleich der Geschlechter
3.4.5. Vergleich der Altersgruppen
3.5. Vergleich der Ost- und Westdeutschen
3.6. Zusammenhang der Lebenszufriedenheit mit der Kontrollüberzeugung
3.6.1. Vergleich der Geschlechter
3.6.2. Vergleich der Altersgruppen
3.7. Zusammenhang der Variabilität der Lebenszufriedenheit mit der Kontrollüberzeugung
3.7.1. Vergleich der Geschlechter
3.7.2. Vergleich der Altersgruppen
3.8. Zusammenhang der Lebenszufriedenheit mit der Kontrollüberzeugung für Ost- und Westdeutsche im Vergleich

4. Diskussion
4.1. Zusammenhang: Lebenszufriedenheit und Kontrollüberzeugung
4.1.1. Kein Unterschied zwischen den Geschlechtern
4.1.2. Unterschiede zwischen den Altersgruppen
4.2. Zusammenhang: Variabilität der Lebenszufriedenheit und Kontrollüberzeugung
4.2.1. Kein Unterschied zwischen den Geschlechtern
4.2.2. Kein Unterschied zwischen den Altersgruppen
4.3. Kein Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschen

5. Literaturverzeichnis

6. Anhang

7. Erklärung zur Selbstständigkeit

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Mittelwerte und Standardabweichungen der Lebenszufriedenheit nach Altersgruppen

Tabelle 2: Mittelwerte und Standardabweichungen der Variabilität

der Lebenszufriedenheit nach Altersgruppen

Tabelle 3: Komponentenladungen der Hauptkomponentenanalyse mit Varimax-Rotation

der Skala der Kontrollüberzeugung 1999

Tabelle 4: Komponentenladungen der Hauptkomponentenanalyse mit Varimax-Rotation der Skala der Kontrollüberzeugung 2005

Tabelle 5: Trennschärfen der Items der Kontrollüberzeugung 1999 und 2005

Tabelle 6: Mittelwerte und Standardabweichungen der Kontrollüberzeugung nach Altersgruppen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Streudiagramm: Zusammenhang der Lebenszufriedenheit mit der Kontrollüberzeugung

Zusammenfassung

Der Zusammenhang zwischen der Lebenszufriedenheit und der Kontrollüberzeugung wird explorativ anhand der Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP), einer jährlichen Längsschnittuntersuchung in Deutschland, untersucht. Die Hälfte des erhobenen Datensatzes steht zur Verfügung. Die Lebenszufriedenheit wird aus 14 Jahren gemittelt (1992 – 2005), die Kontrollüberzeugung aus 2 Jahren (1999, 2005). Es gehen 3 028 Personen in die Analyse ein. Die Ergebnisse zeigen einen signifikant positiven Zusammenhang, dass die Lebenszufriedenheit umso höher ist, je internaler die Kontrollüberzeugung ist. Eine lineare Regression klärt 17% der Varianz der Lebenszufriedenheit durch die Kontrollüberzeugung auf. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Die mittlere und ältere Altersgruppe zeigen einen stärkeren Zusammenhang als die jüngere Altersgruppe. Ab welchem Alter genau der Zusammenhang stärker wird, ist in weiterer Forschung zu untersuchen. Des Weiteren wird explorativ der Zusammenhang zwischen der Variabilität der Lebenszufriedenheit und der Kontrollüberzeugung untersucht. Die Ergebnisse zeigen einen signifikant negativen Zusammenhang, dass die Variabilität der Lebenszufriedenheit umso niedriger ist, je internaler die Kontrollüberzeugung ist. Die Geschlechter und Altersgruppen unterscheiden sich nicht. Ferner wird explorativ untersucht, ob im Jahr 2005 zwischen Ost- und Westdeutschen ein Unterschied in dem Zusammenhang zwischen der Lebenszufriedenheit und der Kontrollüberzeugung vorliegt. Es gehen 2 351 Personen in die Analyse ein, davon 741 Ostdeutsche. Die Ergebnisse zeigen keinen Unterschied.

1. Theoretischer Hintergrund

1.1. Lebenszufriedenheit

Unter der Lebenszufriedenheit wird die individuelle Bewertung des eigenen Lebens verstanden. Diese Bewertung schließt verschiedenste Lebensbereiche ein, wie z.B. die Gesundheit, Arbeit, Finanzen, Freizeit, Familie und Freunde (Fahrenberg, Myrtek, Schumacher & Brähler, 2000). Sie basiert auf einem Vergleich der eigenen Lebensumstände mit einem selbst gesetzten Standard (Diener, Emmons, Larsen & Griffin, 1985). Dieser selbst gesetzte Standard beinhaltet das, was eine Person für angemessen hält, ist individuell und nicht von außen auferlegt (Diener et al., 1985). Die Lebenszufriedenheit ist von positivem und negativem Affekt, Selbstwertgefühl sowie Optimismus abgrenzbar (Lucas, Diener & Suh, 1996). Unter dem allgemeinen Begriff des subjektiven Wohlbefindens lässt sich die Lebenszufriedenheit als kognitive Komponente zuordnen, neben der emotionalen Komponente, dem positiven und negativen Affekt (Diener et al., 1985). Eine Metaanalyse kann zeigen, dass das subjektive Wohlbefinden wenig von äußeren Umständen wie z.B. dem Geschlecht, Alter oder beruflichen Status abhängt, eher von der Persönlichkeit und Gesundheit (DeNeve & Cooper, 1998).

Eine Untersuchung von Deutschen anhand der Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) kann bestätigen, dass zwischen den Geschlechtern kein Unterschied in der Lebenszufriedenheit besteht (van Suntum, Prinz & Uhde, 2010). Eine andere Analyse des SOEP liefert den Hinweis auf einen Abfall der Lebenszufriedenheit ab ca. 60 Jahren, dieser Effekt scheint aber nicht bedeutend groß zu sein (Schilling, 2006).

1.2. Variabilität der Lebenszufriedenheit

Eid und Diener (1999) erheben die intraindividuelle Variabilität von Affekten über die Zeit durch die wiederholte Messung der Standardabweichung der Affekte. Die Autoren beschreiben den stabilen Anteil der Messung von Affekten als Trait-Variable im Sinne einer stabilen Charaktereigenschaft, im Gegensatz zu einer State-Variable – einem Zustand der variieren kann. Eine Längsschnittanalyse zum subjektiven Wohlbefinden kommt zu einem ähnlichen Schluss, dass sich das subjektive Wohlbefinden um einen individuellen Wert bewegt und auch nach negativen Lebensereignissen mit der Zeit zu diesem Wert wiederkehrt (Headey & Wearing, 1989). Die Autoren beschreiben diesen individuellen Wert als ein stabiles Persönlichkeitsmerkmal. Sie erläutern ein Gleichgewichts-Modell, in dem das subjektive Wohlbefinden über die Zeit immer wieder in ein Gleichgewicht gebracht wird. Die Ergebnisse von DeNeve und Cooper (1998) können dieses bestätigen, sie zeigen, dass die Persönlichkeit ein Prädiktor der Lebenszufriedenheit ist. Auch Schilling (2006) kommt in der Analyse der Daten des SOEP über einen Zeitraum von 16 Jahren zu dem Schluss, dass die Lebenszufriedenheit über das Alter hinweg stabil zu sein scheint. Allerdings zeigen andere Analysen des SOEP, dass die Lebenszufriedenheit durch negative Ereignisse wie Scheidung oder Verwitwung über mehrere Jahre gesenkt sein kann (Lucas, 2005; Lucas, Clark, Georgellis & Diener, 2003).

1.3. Kontrollüberzeugung

Es können interindividuelle Unterschiede in der Attribution von Konsequenzen in Situationen bestehen. Laut Rotter (1966) hängt das Verhalten einer Person von dem Grad ab, „to which the individual perceives that the reward follows from, or is contingent upon, his own behavior or attributes versus the degree to which he feels the reward is controlled by forces outside of himself . . . independently of his own actions“ (S. 1). Rotter (1966) führt in diesem Zusammenhang den Begriff der Kontrollüberzeugung ein. Den Hintergrund bildet die soziale Lerntheorie (Rotter, 1954). Eine generalisierte Erwartung entsteht laut Rotter (1966), wenn die Erwartung hinsichtlich einer bestimmten Konsequenz in einer Situation auf ähnliche Situationen übertragen wird. Unter der Kontrollüberzeugung wird die generalisierte Erwartung bezüglich des Ortes der Kontrolle für die Konsequenzen des eigenen Verhaltens verstanden.

Eine internale Kontrollüberzeugung beinhaltet die generalisierte Erwartung, dass die Konsequenzen vom eigenen Verhalten abhängen (Rotter, 1966). Der wahrgenommene Ort der Kontrolle liegt in dem Verhalten der Person, in ihren überdauernden Fähigkeiten, Eigenschaften oder ihrer Leistung.

Eine externale Kontrollüberzeugung hingegen beinhaltet die generalisierte Erwartung, dass die Konsequenzen von Anderen abhängen, mächtigeren Personen, oder vom Schicksal, Glück, Zufall oder auch unvorhersehbar sind (Rotter, 1966). Der wahrgenommene Ort der Kontrolle liegt außerhalb der Person. Laut Rotter (1966) ist es bei einer externalen Kontrollüberzeugung weniger wahrscheinlich als bei einer internalen Kontrollüberzeugung, dass nach einer bestimmten Konsequenz die Erwartung verstärkt wird, dass die Konsequenz wieder eintritt.

Rotter (1966) beschreibt die Kontrollüberzeugung als eindimensionales bipolares Konstrukt mit den Endpunkten der externalen und internalen Kontrollüberzeugung. Die eindimensionale Struktur der Kontrollüberzeugung wird in der Faktorenanalyse von Wolk und Hardy (1975) gestützt. Eine Analyse von 19 Studien zur Faktorenstruktur der Kontrollüberzeugung kann jedoch die Eindimensionalität des Konstrukts nicht bestätigen (Coombs & Schroeder, 1988).

In der Kontrollüberzeugung scheinen keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu bestehen. In Rotters (1966) Analysen zeigen Männer in nur einer von 10 Untersuchungen eine internalere Kontrollüberzeugung als Frauen. Von 22 Studien, die Unterschiede zwischen den Geschlechtern untersuchen, kommen 15 zu dem Ergebnis, dass kein Unterschied besteht (Archer & Waterman, 1988). In nur sechs dieser Studien zeigen Männer eine internalere Kontrollüberzeugung, in nur einer die Frauen. Analysen zur Untersuchung von Unterschieden zwischen verschiedenen Altersgruppen im Quer- sowie Längsschnitt liefern Hinweise darauf, dass ab einem Alter von ca. 60 Jahren die internale Kontrollüberzeugung abnimmt (Lachman, 1986).

1.4. Zusammenhang der Lebenszufriedenheit mit der Kontrollüberzeugung

Eine Metaanalyse zu Zusammenhängen zwischen subjektivem Wohlbefinden und Persönlichkeitsmerkmalen zeigt einen positiven Zusammenhang zwischen der Lebenszufriedenheit und internaler Kontrollüberzeugung (DeNeve & Cooper, 1998). Auch die Ergebnisse von Palmore und Luikart (1972) weisen darauf hin, dass die internale Kontrollüberzeugung eine bedeutsame Variable in Bezug auf die Lebenszufriedenheit ist. Sie zeigen, dass die internale Kontrollüberzeugung bei 45 – 69-Jährigen nach der Gesundheit und Aktivität den drittstärksten Zusammenhang zur Lebenszufriedenheit bildet. Des Weiteren zeigen sie, dass die internale Kontrollüberzeugung bei über 60-Jährigen nach der Gesundheit den zweitstärksten Zusammenhang zur Lebenszufriedenheit bildet. Dieses kann ein Hinweis darauf sein, dass der Zusammenhang zwischen der Lebenszufriedenheit und der Kontrollüberzeugung ab einem Alter von ca. 60 Jahren stärker wird.

1.5. Zusammenhang der Variabilität der Lebenszufriedenheit mit der Kontrollüberzeugung

Eine Untersuchung zur Variabilität des subjektiven Wohlbefindens von 60 amerikanischen Studenten weist auf eine höhere Variabilität bei externaler Kontrollüberzeugung als bei internaler Kontrollüberzeugung hin (Bostic & Ptacek, 2001). Ob sich zwischen den Geschlechtern und im Alter Unterschiede zeigen, scheint noch nicht empirisch untersucht worden zu sein.

1.6. Zusammenhang der Lebenszufriedenheit mit der Kontrollüberzeugung bei Ost- und Westdeutschen

Der Zusammenhang zwischen der Lebenszufriedenheit und der Kontrollüberzeugung scheint nach dem aktuellen Wissensstand für Ost- und Westdeutsche noch nicht vergleichend untersucht worden zu sein.

In der Lebenszufriedenheit scheint es Unterschiede zu geben, einige Studien weisen auf eine niedrigere Lebenszufriedenheit der Ostdeutschen hin (Gerlach & Stephan, 2001; Habich, Noll & Zapf, 1999; van Suntum et al., 2010). Eine Analyse des SOEP aus den Jahren von 1992 – 1999 kann die geringere Lebenszufriedenheit der Ostdeutschen zum Teil durch deren höhere Arbeitslosenquote und geringeres Einkommen erklären (Gerlach & Stephan, 2001). Als weitere mögliche Gründe nennen die Autoren, dass einerseits der Prozess der Veränderung in Ostdeutschland noch nicht abgeschlossen ist, andererseits der Vergleich mit den Westdeutschen die Lebenszufriedenheit senken könnte. Eine weitere Analyse des SOEP zeigt auch die niedrigere Lebenszufriedenheit der Ostdeutschen, hier werden als Gründe die wirtschaftliche Lage und die Arbeitslosenquote genannt (van Suntum et al., 2010). Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass der Unterschied in der Lebenszufriedenheit mit der Zeit abgenommen hat. Auch in einer Analyse des Wohlfahrtssurveys, einer repräsentativen Befragung zur Lebensqualität der Deutschen, wird berichtet, dass dieser Unterschied abgenommen hat; er soll sich in den Jahren von 1993 – 98 halbiert haben (Habich et al., 1999). Die Autoren sehen hierin die Fortsetzung von einer Tendenz, die sich seit Beginn der 90er Jahre abzeichnete.

[...]

Details

Seiten
36
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783836648974
Dateigröße
591 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v227886
Institution / Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster – Psychologie und Sportwissenschaft, Studiengang Psychologie
Note
1,1
Schlagworte
lebenszufriedenheit kontrollüberzeugung sozio-oekonomisches panel soep ost- westdeutsche

Autor

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Titel: Zusammenhänge der Lebenszufriedenheit mit der Kontrollüberzeugung