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Antisemitismus in Deutschland: Zum Wandel eines Ressentiments im öffentlichen Diskurs

Diplomarbeit 2008 132 Seiten

Geschichte - Sonstiges

Zusammenfassung

Inhaltsangabe:Einleitung:
Antisemitismus ist gegenwärtig ein globales Phänomen, das in manchen Ländern mehr, in anderen weniger verbreitet ist. Vor allem in der islamisch-arabischen Welt ist in den letzten Jahren ein Anstieg offener antisemitischer Äußerungen zu verzeichnen, teilweise bedingt durch den Nahostkonflikt und durch die Radikalisierung des Islams.
Allerdings hat der Antisemitismus in keinem Land solche Ausmaße und Konsequenzen gehabt wie im nationalsozialistischen Deutschland, wo er erstmalig in der Geschichte eine Art Staatsdoktrin darstellte. Die systematische Judenverfolgung über die eigenen Staatsgrenzen hinaus, gipfelte schließlich in der Shoa, die Millionen von Juden das Leben kostete und für die Geschichte Deutschlands, als auch für die Geschichte des Antisemitismus, einen radikalen Bruch darstellt. Trotz dieser historisch singulären Ereignisse ist Antisemitismus heute in Deutschland kein überholtes Phänomen oder eine Einstellung radikaler Minderheiten. Dies belegt die empirische Sozialforschung und die zahlreichen öffentlichen Debatten der jüngsten Zeit, die unter dem Paradigma der ‘Vergangenheitsbewältigung’ standen und immer noch stehen.
Im Rahmen dieser Studie soll untersucht werden, wie sich der Antisemitismus nach der Shoa im öffentlichen Diskurs in Deutschland entwickelt hat. Insbesondere sollen dabei die Debatten nach der Wiedervereinigung 1990, die einen entscheidenden politischen Einschnitt markiert, betrachtet werden.
Dabei soll die Rolle des Antisemitismus in der politischen Kultur analysiert werden. Daraus resultierend soll diskutiert werden, was den Antisemitismus gegenwärtig in Deutschland charakterisiert und wodurch er sich auszeichnet.
Das Ziel ist eine Konkretisierung des Begriffs Antisemitismus.
Im ersten Kapitel wird der Begriff Antisemitismus zunächst allgemein und abstrakt definiert, um eine erste Vorstellung vom Phänomen der Judenfeindschaft zu erlangen. Anschließend werden die gängigen Erklärungstheorien des Antisemitismus skizziert, da dies zum Verständnis und der Wirkungsweise des Ressentiments notwendig ist. In diesem Kontext soll zudem geklärt werden, inwieweit sich Antisemitismus und Rassismus unterscheiden.
Der heutige Antisemitismus ist nur vor dem Hintergrund seiner jahrhundertealten Tradition zu verstehen. Im dritten Kapitel wird deswegen die historische Entwicklung des Antisemitismus in Deutschland bis zur Shoa rekapituliert. Der Fokus wird hierbei auf die relevanten historischen […]

Details

Seiten
132
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783836641265
Dateigröße
610 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v227534
Institution / Hochschule
Technische Universität Darmstadt – Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften
Note
1,3
Schlagworte
antisemitismus holocaust israel antizionismus juden

Autor

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Titel: Antisemitismus in Deutschland: Zum Wandel eines Ressentiments im öffentlichen Diskurs