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Analyse belastender Einsatzsituationen im Berufsalltag der sächsischen Polizei hinsichtlich auftretender Posttraumatischer Belastungsreaktionen sowie Strategien der Stressbewältigung

Diplomarbeit 2004 159 Seiten

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft

Zusammenfassung

Inhaltsangabe:Einleitung:
Das Fußballspiel am 01. September zwischen dem DSC und dem 1. FC Dynamo Dresden endete 0:0. Die DSC Fans gingen nach Hause, nicht so die Anhänger von Dynamo. Etwa 20 Minuten nach Spielende wurden aus dem Nichts sechs berittene Polizisten von ca. 250 Dynamoanhängern angegriffen. Ebenso schnell standen den 120 zur Hilfe eilenden Polizisten 1500 gewaltbereite Dynamoanhänger gegenüber und begannen ihre Schlacht: warfen mit Steinen, Flaschen, Verkehrsschildern, schließlich wurden Fahrräder gegen die Beamten geschleudert. Trauriges Fazit: 43 verletzte Beamte, drei davon schwer. Einer, dem am Boden liegend mehrere Täter auf dem Kopf herumtraten, überlebte knapp - dank seines Schutzhelmes (‘Kripo live’, Sendung vom 22.09.02).
Tagtäglich vernehmen wir Meldungen dieser Art, die Zeitungen sind voll mit Berichten über Gewalttaten. Doch wie sieht der Alltag der Polizei wirklich aus? Lassen wir an dieser Stelle Polizeibeamte zu Wort kommen, die bereit waren, sich für folgende Untersuchung zu Verfügung zu stellen: +++ Es war ein Einsatz im Jahr 2000, man wollte mich mit einem Messer erstechen, mein Kollege schoss, um mir zu helfen +++ Zwei Tatverdächtige versuchten mich mit dem gestohlenen Fahrzeug mehrmals zu überfahren, nach dem vierten Versuch machte ich von meiner Schusswaffe Gebrauch +++ Ein Verkehrsunfall: ein Motorradfahrer wurde dabei auf die Straße geschleudert, sein Helm lag weit weg von ihm, ich holte ihn - sein Kopf steckte noch im Helm +++ Ich erlebte den Tod eines Kleinkindes, die Familie kniete um die kleine Leiche und betete, es war sehr schwierig für mich nicht emotional zu reagieren +++ Belastend war für mich die Suche nach Überlebenszeichen, nach der Explosion in der Feuerwerk-Fabrik in Eschede (Holland) +++ 24.12.86: Drei Suizide, davon zwei Gasvergiftungen und einmal der Strang, alle drei Personen waren im Alter von 20-25 Jahren +++ Der Castor-Einsatz war für mich sehr belastend, die Führung versagte total +++ Hochwasser 2002 - vor allem der Absturz der Frau in Freital setzte mir zu +++ Es war eine Auseinandersetzung in Leipzig-Connewitz, bei der ich die Schusswaffe zog +++ Ich war während einer Geiselnahme in der JVA als Verbindungsperson eingesetzt und eine ganze Stunde mit den Geiseln und dem Geiselnehmer völlig allein +++ Belastet hat mich der Selbstmordversuch meiner Kollegin. Ich wusste nicht, wie ich mit ihr kurz danach umgehen sollte +++ Es ist der Alltag der Polizei. Die deutlich steigende […]

Details

Seiten
159
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783836641258
Dateigröße
1.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v227533
Institution / Hochschule
Universität Leipzig – Biowissenschaften, Pharmazie, Psychologie, Institut für Psychologie II
Note
1,0
Schlagworte
posttraumatische belastungsstörung polizei trauma stress schusswaffe

Autor

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Titel: Analyse belastender Einsatzsituationen im Berufsalltag der sächsischen Polizei hinsichtlich auftretender Posttraumatischer Belastungsreaktionen sowie Strategien der Stressbewältigung