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Analyse von Nachhaltigkeitszertifikaten im internationalen Vergleich und ihrer Konsequenzen für die Bau- und Immobilienwirtschaft

Masterarbeit 2009 140 Seiten

Kunst - Architektur, Baugeschichte, Denkmalpflege

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Nachhaltigkeitszertifikaten
1.2 Aufgabenstellung
1.3 Vorgehensweise und Zielsetzung

2 World Green Building Council
2.1 Entwicklung vom Konzept „Green Building“
2.2 Geschichte von „Green Building“
2.3 World Green Building Council
2.3.1 Gründung und Geschichte von World GBC
2.3.2 Visionen und Missionen von World GBC
2.3.3 Die verschiedene Zertifizierungssysteme auf der Welt

3 Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
3.1 Das Deutsche Gütesiegel Nachhaltiges Bauen
3.2 Die Kriteriengruppe des Zertifizierungssystem
3.3 Ökologische Qualität
3.3.1 Treibhauspotenzial
3.3.2 Ozonschichtabbaupotenzial
3.3.3 Ozonbildungspotential
3.3.4 Versauerungspotenzial
3.3.5 Überdüngungspotential
3.3.6 Risiken für die Lokale Umwelt
3.3.7 Sonstige Wirkung auf die globale Umwelt
3.3.8 Mikroklima
3.3.9 Nicht erneuerbarer Primärenergiebedarf
3.3.10 Gesamtprimärenergiebedarf und Anteil erneuerbarer Primärenergie
3.3.11 Trinkwasserbedarf und Abwasseraufkommen
3.3.12 Flächeninanspruchnahme
3.4 Ökonomische Qualität
3.4.1 Gebäudebezogene Kosten im Lebenszyklus
3.4.2 Wertstabilität
3.5 Soziokulturelle Qualität
3.5.1 Thermischer Komfort im Winter
3.5.2 Thermischer Komfort im Sommer
3.5.3 Innenraumhygiene
3.5.4 Akustischer Komfort
3.5.5 Visueller Komfort
3.5.6 Einflussnahme des Nutzers
3.5.7 Dachgestaltung
3.5.8 Sicherheit und Störfallrisiken
3.5.9 Barrierefreiheit
3.5.10 Flächeneffizienz
3.5.11 Umnutzungsfähigkeit
3.5.12 Zugänglichkeit
3.5.13 Fahrradkomfort
3.5.14 Sicherung der gestalterischen und Städtebaulichen Qualität im Wettbewerb
3.5.15 Kunst am Bau
3.6 Technische Qualität
3.6.1 Brandschutz
3.6.2 Schallschutz
3.6.3 Energetische und feuchteschutztechnische Qualität der Gebäudehülle
3.6.4 Reinigungs- und Instandhaltungsfreundlichkeit des Baukörpers
3.6.5 Rückbaubarkeit, Recyclingfreundlichkeit, Demontagefreundlichkeit
3.7 Prozessqualität
3.7.1 Qualität der Projektvorbereitung
3.7.2 Integrale Planung
3.7.3 Optimierung und komplexität der Herangehensweise in der Planung
3.7.4 Nachweis der Nachhaltigkeitsaspekte in Ausschreibung und Vergabe
3.7.5 Schaffung von Anforderungen für eine optimale Nutzung und Bewirtschaftung
3.7.6 Baustelle/Bauprozess
3.7.7 Qualität der ausführenden Unternehmen/Präqualifikation
3.7.8 Qualitätssicherung der Bauausführung
3.7.9 Systematische Inbetriebnahme
3.8 Standort Qualität
3.8.1 Risiken am Mikrostandort
3.8.2 Verhältnisse am Mikrostandort
3.8.3 Image und Zustand von Standort und Quartier
3.8.4 Verkehrsanbindung
3.8.5 Nähe zu nutzungsspezifischen Einrichtungen
3.8.6 Anliegende Medien/Erschließung
3.9 Steckbriefe des Systems

4 Leadership in Energy and Environmental Design
4.1 Entwicklung von LEED
4.2 USGBC LEED Rating System
4.3 Die Themenfelder des Zertifizierungssystems
4.4 Nachhaltiger Standort
4.4.1 Die einzige Anforderung
4.4.2 Kriterium 1, Auswahl des Standortes
4.4.3 Kriterium 2, Entwicklung der Gemeinschafts-Dichte und Verbundenheit
4.4.4 Kriterium 3, Neuerschließung von brachliegenden Flächen
4.4.5 Kriterium 4.1 – Alternative Verkehrsmittel-Öffentliche
4.4.6 Kriterium 4.2 – Alternative Verkehrsmittel – Fahrrad und Umkleideräume
4.4.7 Kriterium 4.3 – Niedrige Emissions- und Kraftstoffsparende Fahrzeuge
4.4.8 Kriterium 4.4 – Alternativer Transport- Kapazität der Parkplätze
4.4.9 Kriterium 5.1 – Entwicklung des Standortes – Schutz oder Wiederherstellung eines Lebensraums
4.4.10 Kriterium 5.2 – Entwicklung des Standortes-Maximierung der Freiflächen
4.4.11 Kriterium 6.1 – Sturmwasser Design- quantitatives Controlling
4.4.12 Kriterium 6.2 – Sturmwasser Design- qualitatives Controlling
4.4.13 Kriterium 7.1 – Warme Insel Wirkung – Ohne Deckung
4.4.14 Kriterium 7.2 – Warme Insel Wirkung – Mit Deckung
4.4.15 Kriterium 8 – Verringerung des schädlichen Lichtes
4.5 Effizienz von Wasser
4.5.1 Kriterium 1.1 – Effizientes Wasser für die Landschaft – Reduzierung um 50%..
4.5.2 Kriterium 1.2 - Effizientes Wasser für die Landschaft – Kein Trinkwasser verwenden oder nicht bewässern
4.5.3 Kriterium 2 - Innovierte Abwasser-Technologie
4.5.4 Kriterium 3.1 – Reduzierung des verwendeten Wasser – Reduzierung um 20%..
4.5.5 Kriterium 3.2 – Reduzierung des verwendeten Wassers – Reduzierung um 30%..
4.6 Energie und Atmosphäre
4.6.1 Die erste Anforderung: Grundrechte-Inbetriebnahme vom Energie-System des Gebäudes
4.6.2 Die zweite Anforderung: Wenige Energieeffizienz
4.6.3 Die dritte Anforderung: Grundlegendes Kältemittel-Management
4.6.4 Kriterium 1 – Optimierung der Energieeffizienz
4.6.5 Kriterium 2: Erneuerbare Energieressourcen im Ort vom Projekt
4.6.6 Kriterium 3 – Verstärkte Inbetriebnahme
4.6.7 Kriterium 4 – Verstärktes Kältemittel-Management
4.6.8 Kriterium 5 – Messung und Prüfung
4.6.9 Kriterium 6 – Ökostrom
4.7 Materialien und Ressourcen
4.7.1 Die einzige Anforderung – Speicher und Sammlung von wieder-verwertbaren Stoffen
4.7.2 Kriterium 1.1 – Renovierung des Gebäudes – Pflege der 75% bestehenden Wände, Fußböden und des Daches
4.7.3 Kriterium 1.2 - Renovierung des Gebäudes – Pflege der 95% bestehenden Wände, Fußböden und des Daches
4.7.4 Kriterium 1.3 – Renovierung des Gebäudes – Pflege der 50%, der inneren nicht strukturellen, Elemente
4.7.5 Kriterium 2.1 – Abfallmanagement - Wiederverwertung von 50% der zerstörten Baumaterialien
4.7.6 Kriterium 2.2 - Abfallmanagement - Wiederverwertung von 75% der zerstörten Baumaterialien
4.7.7 Kriterium 3.1 – Wiederverwendung der Materialien von bis zu 5%
4.7.8 Kriterium 3.2 - Wiederverwendung der Materialien um 10%
4.7.9 Kriterium 4.1 – Wiederverwertbarer Inhalt 10% ( Post-Verbraucher+1/2 Prä-Verbraucher)
4.7.10 Kriterium 4.2 - Wiederverwerteter Inhalt von 20% ( Post-Verbraucher+1/2 Präverbraucher)
4.7.11 Kriterium 5.1 – Regionale Materialien – 10% Extraktion, Behandlung und Produktion der Materialien in der Umgebung
4.7.12 Kriterium 5.2 - Regionale Materialien – 20% Extraktion, Behandlung und Produktion der Materialien in der Umgebung
4.7.13 Kriterium 6 – schnell erneuerbare Materialien
4.7.14 Kriterium 7 – zertifiziertes Holz
4.8 Interne ökologische Qualität
4.8.1 Die erste Anforderung – geringe Leistung der internen Luftqualität:
4.8.2 Die zweite Anforderung – Controlling des Rauchens:
4.8.3 Kriterium 1 – Controlling des Luftstroms
4.8.4 Kriterium 2 – Erhöhung der Lüftung
4.8.5 Kriterium 3.1 – Management-Plan der internen Luftqualität; während der Bauphase
4.8.6 Kriterium 3.2 - Management-Plan der internen Luftqualität; vor der Abnahme
4.8.7 Kriterium 4.1 – Materialien mit weniger Emission- Klebstoffe und Dichtungs-Materialien
4.8.8 Kriterium 4.2 - Materialien mit weniger Emission- Farben und Lacke
4.8.9 Kriterium 4.3 – Materialien mit weniger Emission – Teppich
4.8.10 Kriterium 4.4 – Materialien mit weniger Emission – Composites Holz
4.8.11 Kriterium 5 – Controlling der chemischen Schadstoffe im Gebäude
4.8.12 Kriterium 6.1 – Kontrolle der Systeme – Beleuchtungssysteme
4.8.13 Kriterium 6.2 - Kontrolle der Systeme – Thermischer Komfort
4.8.14 Kriterium 7.1 – Thermischer Komfort – Design
4.8.15 Kriterium 7.2 - Thermischer Komfort – Verifikation
4.8.16 Kriterium 8.1 – Tageslicht und Ansicht – Tageslicht beleuchtet 75% der inneren Flächen
4.8.17 Kriterium 8.2 - Tageslicht und Ansicht – Tageslicht beleuchtet 90% der inneren Flächen
4.9 Innovation und der Prozess von Design
4.9.1 Kriterium 1-1.4 - Innovationen von Design
4.9.2 Kriterium 2 - LEED Accredited Professional
4.10 Ablauf der Zertifizierung beim LEED-NC

5 BREEAM
5.1 Entwicklung von BREEAM
5.2 Die Themenfelder des Zertifizierungssystems
5.3 Energie und CO2-Emission
5.3.1 Schätzung der CO2-Emission von Häusern
5.3.2 Energieeffizienz
5.3.3 Interne Beleuchtung
5.3.4 Flächen zur Trocknung von Kleidung
5.3.5 Energie, die als weiße waren gekennzeichnet
5.3.6 Externe Beleuchtung
5.3.7 Geringe oder keine Karbon-Emission
5.3.8 Abstellplatz für Fahrräder
5.3.9 Home Office
5.4 Wasser
5.4.1 Interner trinkbarer Wasserverbrauch
5.4.2 Externe Wasserverwendung
5.5 Materialien
5.5.1 Ökologische Auswirkungen der Materialien
5.5.2 Materialien für den Rohbau
5.5.3 Materialien für die Fertigstellung
5.6 Oberflächenwasser
5.6.1 Management des Abflusses von Oberflächenwasser
5.6.2 Verringerung das Risiko einer Überschwemmung
5.7 Abfälle
5.7.1 Speicherplatz für nicht-wiederverwendbare Abfälle und Recycling-Hausmüll
5.7.2 Abfallmanagement
5.8 Umweltverschmutzung
5.8.1 Globale Erwärmung (GWP)
5.8.2 NOx-Emissionen
5.9 Gesundheit und Wohlbefinden
5.9.1 Tageslicht
5.9.2 Schallschutz
5.9.3 Private Flächen
5.9.4 Nachhaltiges Haus
5.10 Management
5.10.1 Bedienungsanleitung des Gebäudes
5.10.2 Considerate Constructors Scheme
5.10.3 Strukturelle Auswirkung
5.10.4 Sicherheit
5.11 Ökologie
5.11.1 Ökologischer Wert des Standortes
5.11.2 Ökologische Erweiterung
5.11.3 Schutz der ökologischen Funktionen
5.11.4 Veränderung vom ökologischen Wert eines Standortes
5.11.5 Grundstücksfläche des Gebäudes

6 Vergleich und Bewertung der internationalen Nachhaltigkeitszertifikate DGNB, LEED und BREEAM
6.1 Vergleichende Analyse zwischen den internationalen Zertifizierungssystemen
6.1.1 Ziele der Zertifizierungssysteme
6.1.2 Vergleich zwischen die Kriteriengruppen aller Systeme
6.1.2.1 Vergleich der ökologischen Qualität
6.1.2.2 Vergleich der ökonomischen Qualität
6.1.2.3 Vergleich der soziokulturellen und funktionalen Qualität
6.1.2.4 Vergleich der technischen Qualität
6.1.2.5 Vergleich der Prozessqualität
6.1.2.6 Vergleich der Standortqualität
6.1.3 Unterschiedliche Schwerpunkte zwischen die Zertifizierungssysteme
6.2 Verbreitung der Zertifizierungssysteme auf dem nationalen und internationalen Immobilienmarkt
6.2.1 Verbreitung von LEED auf dem Immobilienmarkt
6.2.2 Verbreitung von BREEAM auf dem Immobilienmarkt
6.2.3 Verbreitung von DGNB auf dem Immobilienmarkt
6.3 Die Vorteile der Nachhaltigkeitszertifikate
6.3.1 Vorteile der Nachhaltigkeit
6.3.1.1 Für die Gesellschaft
6.3.1.2 Für die Investoren und Projektentwickler
6.3.1.3 Für die Bauunternehmen
6.3.1.4 Für Nutzer
6.3.2 Die Vorteile der DGNB- und LEED-Zertifizierungssystem
6.3.2.1 Vorteile des DGNB-Zertifizierungssystems
6.3.2.2 Vor- und Nachteile des LEED-Zertifizierungssystems
6.4 Kosten und Personalaufwand
6.4.1 Die Kosten des Nachhaltigen Bauens
6.4.1.1 Kosten des LEED-Zertifizierungssystems
6.4.1.2 Kosten des BREEAM-Zertifizierungssystems
6.4.1.3 Kosten des DGNB-Zertifizierungssystems
6.4.2 Einfluss der Nachhaltigkeit auf die Bau- und Immobilienwirtschaft
6.4.2.1 Nachhaltiger Immobilienmarkt in den USA
6.4.2.2 Nachhaltiger Immobilienmarkt in Deutschland

7 Fazit

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Internationale Zertifizierungssysteme

Abbildung 2: Geschichte der DGNB

Abbildung 3: Das deutsche Gütesiegel in Gold, Silber und Bronze

Abbildung 4: Der Weg zum Gütesiegel

Abbildung 5: Die Themenfelder der Nachhaltigkeit

Abbildung 6: Note nach dem Erfüllungsgrad

Abbildung 7: CO2 Emission in Deutschland Ziele für 2020

Abbildung 8: Steckbriefe der DGNB

Abbildung 9: Die Nutzungsbranche von LEED

Abbildung 10: Die LEED Gütesiegel

Abbildung 11: Klebstoffe und Dichtungsmateriale mit ihrer VOC

Abbildung 12: Aerosole Klebstoffe

Abbildung 13: Der Prozess der Zertifizierung die USGBC

Abbildung 14: Die Kriterien von BREEAM

Abbildung 15: BREEAM Rating

Abbildung 16: DGNB und ihre Themenfelder

Abbildung 17: LEED und ihre Themenfelder

Abbildung 18: BREEAM und ihre Themenfelder

Abbildung 19: Gesamtzahl der Neuregistrierungen für LEED-Projekte pro Quartal

Abbildung 20: Prozentuale Aufteilung der Zertifizierungsart aller bisher zertifizierten Gebäude in Deutschland

Abbildung 21: Interesse an zukünftig von DGNG zertifizierten Projekten

Abbildung 22: Die Auswirkungen von Gebäuden und ihren Nutzern auf die Umwelt

Abbildung 23: Kostenentwicklung im Lebenszyklus

Abbildung 24: Durchschnittliche Einsparung der Ressourcen

Abbildung 25: Mietentwicklung von US-Bürogebäude in Doller/m2/Monat

Abbildung 26: Leerstand von US-Bürogebäuden in Prozent

Abbildung 27: Welche Bedeutung hat der Nachhaltigkeit Heute?

Abbildung 28: Welche Bedeutung hat der Nachhaltigkeit in 5 Jahren?

Abbildung 29: Kaufpreis

Abbildung 30: Kaltmiete

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: SRI-Werte nach der Gestaltung des Daches

Tabelle 2: Der Spar-Anteil für die Energieeffizienz Kosten

Tabelle 3: Der Prozentsatz der Nutzung von erneuerbaren Energieressourcen

Tabelle 4: Maximaler Wasserverbrauch

Tabelle 5: Vergleich zwischen DGNB, LEED und BREEAM nach ökologischer Qualität

Tabelle 6: Vergleich zwischen DGNB, LEED und BREEAM nach ökonomischer Qualität

Tabelle 7: Vergleich zwischen DGNB, LEED und BREEAM nach soziokultureller und funktionaler Qualität

Tabelle 8: Vergleich zwischen DGNB, LEED und BREEAM nach technischer Qualität

Tabelle 9:Vergleich zwischen DGNB, LEED und BREEAM nach Prozessqualität

Tabelle 10: Vergleich zwischen DGNB, LEED und BREEAM nach Standortqualität

Tabelle 11: Gegenüberstellung der Zertifizierungssysteme

Tabelle 12: Zertifizierungsgebühren für neuen Bau

Tabelle 13: Zertifizierungsgebühren für bestehenden Bau

Tabelle 14: Zertifizierungsgebühren für privates Haus

Tabelle 15: Zertifizierungsgebühren für Mitglieder der DGNB

Tabelle 16: Zertifizierungsgebühren für Nicht-Mitglieder der DGNB

1 Einleitung

1.1 Nachhaltigkeitszertifikate

Nachhaltigkeit hat sich in den letzten Jahren zu einem weltweit bedeutsamen Leitbild entwickelt, dass einen verantwortungsvollen Umgang mit der Zukunft unter Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer und sozialer Aspekte fordert, um eine Entwicklungsmöglichkeit der nachfolgenden Generationen nicht zu gefährden.

Im Bereich der Bau- und Immobilienwirtschaft wird diese Thematik insbesondere durch den World Green Building Council (World GBC) angetrieben, der mit dem Ziel gegründet wurde, die Technologien und Entwurfspraktiken für nachhaltiges Bauen weltweit zu verbreiten. Die Mitgliedsländer der World GBC haben in den letzten Jahren verschiedene Bewertungssysteme (z.B. LEED, BREEAM, CASBEE, Green Star, etc.) für Gebäude entwickelt. Die verschiedenen Bewertungssysteme bauen z.T. aufeinander auf, führen einander fort oder wurden länderspezifisch angepasst. In Deutschland hat das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB) ein nationales Zertifizierungssystem entwickelt. Das „Deutsche Gütesiegel für nachhaltiges Bauen“ bewertet die Qualität eines Bauwerkes in umfassender Weise und berücksichtigt dabei den gesamten Lebenszyklus. Das Zertifikat, das den Marktteilnehmern nach einer derzeit laufenden Testphase voraussichtlich ab Anfang 2009 zur Verfügung stehen wird, beschränkt sich zwar zunächst auf Neubauten mit Büro- bzw. Verwaltungsnutzung, soll aber künftig nach für Bestandsbauen, Wohngebäude und schließlich für Bauwerke jeder Art angewendet werden können. Für die Bewertung der Bauwerke, die zur Einordnung in einer der drei Qualitätsstufen Bronze, Silber und Gold führt, wurde ein Kriterienkatalog entwickelt, der neben einer gleichberechtigten Berücksichtigung von ökonomischen, ökologischen, sozialen und technischen Aspekte auch die Qualität der Planungs- und Bauprozesse beurteilt.

1.2 Aufgabenstellung

Im Rahmen dieser Masterarbeit soll eine vergleichende Analyse der DGNB-, LEED- und BREEAM Zertifizierungssysteme durchgeführt werden. Der Kriterienkatalog jedes Zertifizierungssystems der oben genannten Systeme soll auch detailiert bewertet und beschrieben werden. Der Aufbau und die Bewertungsweise jedes Systems gehören auch zu den Aufgaben.

Damit die Bewertung der drei Zertifizierungssysteme zustande kommt, werden die Verbreitung jedes Systems national und international im Bau- und Immobilienmarkt, die Vor- und Nachteile sowie die Kosten- und der Personalaufwand umfangreich bearbeitet und bewertet.

1.3 Vorgehensweise und Zielsetzung

Diese Masterarbeit beschäftigt sich mit einer Analyse von der Nachhaltigkeit im Baubereich bzw. einer Analyse des DGNB-, LEED- und BREEAM-Zertifizierungssystems und ihrer Konsequenzen für Bau- und Immobilienwirtschaft. Sie gliedert sich in folgende Kapitel:

- Das erste Kapitel gibt eine kurze Einführung in die Thematik und vermittelt einen ersten Überblick.
- In Kapitel zwei wird auf die Grundlage vom Grünen Bauen und World Green Building Council eingegangen. Dies ist nötig, um die internationalen Nachhaltigkeitszertifikate besser verstehen zu können.
- Im Folgenden wird in Kapitel drei das deutsche Zertifizierungssystem (DGNB) und seine Kriteriengruppen detailiert dargestellt und diskutiert.
- In Kapitel vier wird erklärt, wie das amerikanische Zertifizierungssystem (LEED) aufgebaut wurde. Außerdem werden die Themenfelder von LEED ausführlich beschrieben.
- Kapitel fünf enthält das britische Zertifizierungssystem (BREEAM) und seine Themenfelder werden auch detailiert beschrieben.
- Eine vergleichende Analyse zwischen den drei oben genannten Zertifizierungssystemen wird in Kapitel sechs durchgeführt. Deren Verbreitung im Immobilienmarkt und Kosten werden auch in diesem Kapitel analysiert.
- Kapitel sieben umfasst die Zusammenfassung dieser Masterarbeit.

Als Ziel für diese Arbeit soll der Einfluss von der Nachhaltigkeit auf die Bau- und Immobilienwirtschaft bewertet werden. Außerdem sollen die Chancen und Risiken der Nachhaltigkeitszertifikate ermittelt werden.

2 World Green Building Council

2.1 Entwicklung vom Konzept „Green Building“

Das Konzept von Green Building wurde in den 80er Jahren wegen der CO2-Emission, des Klimawandels und der Knappheit von Ressourcen und anderen Gründen entwickelt. Der Bausektor vom Bauen trägt zur Erhöhung der CO2-Emissionen in der Welt um ca. 40%[1] von den gesamten CO2-Emissionen bei, die das Phänomen von globaler Erwärmung verursachen. Viele Experten im Bau- und Immobilienmarkt glauben, dass das Wachstum des neuen Bauens in den nächsten 3 Dekaden um ca. 30% steigen wird, allein die Hälfte davon ist in China (ca. 20 Billionen m2). Nachhaltiges Bauen ist deshalb erforderlich, um die Auswirkung dieses Wachstums auf die Umwelt nach den ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Aspekten zu kontrollieren.

Neben den CO2-Emissionen wirkt die Knappheit des Trinkwassers negativ auf Menschheit und Umwelt. Das Problem ist besonders in den letzten zehn Jahren im Zusammenhang mit der Erschwerung des Klimawandels aufgetreten. Die globale Erwärmung der Erde bedroht die Wasserressourcen in verschiedenen Orten auf der Welt. Klimaexperten glauben, dass die Spitze des Himalayas in den nächsten Jahren weniger Schnee haben wird und die Wasserressourcen knapp werden. Der Bausektor benötigt ca. 30% des Wassers in den Bauaktivitäten, weshalb die Entwicklung der neuen Technologien in diesem Bereich notwendig ist. Die optimale Lösung ist die Entwicklung und die Verbesserung der Aspekte der Nachhaltigkeit, um den Wasserverbrauch effizient zu machen.

Die mega-Entwicklung der Städte und Industrie auf der Welt hat die Nachfrage nach Energie erhöht. Der steigende Energieverbrauch wirkt sich negativ auf die Umwelt aus, besonders mit der Abwesenheit der Nachhaltigkeit in vielen Ländern wie z.B. Asien und Afrika. Westeuropa, USA, Kanada und Australien haben das Konzept Green Building entwickelt und benutzt. Die Verbreitung des Konzepts von Green Building auf der ganzen Welt ist deshalb erforderlich, um die CO2-Emissionen und den Klimawandel zu verringern und die Ökonomie in den nächsten 50 Jahren zu verbessern.

Green building wird (dt.Grünes Gebäude) als ein Gebäude bezeichnet, dessen Ressourceneffizienz in den Bereichen Energie, Wasser und Material erhöht ist, während gleichzeitig die schädlichen Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt reduziert sind, indem schon bei der Planung und Sanierung von entsprechenden Konstruktionen auf besonders ressourcenschonendes Bauen Wert gelegt wird. Von diesen Maßnahmen sind von der Anlage, der Planung und der Konstruktion über den Betrieb, die Wartung und die Demontage alle Bereiche des Lebenszyklus eines Gebäudes betroffen.

2.2 Geschichte von „Green Building“

Green Building wurde in den 80er Jahren vom amerikanischen Institut für Architektur (AIA) geboren. Das amerikanische Institut für Architektur hat im selben Jahr den sogenannten Ausschuss für Umwelt[2] gegründet, der die Konzepte des nachhaltigen Bauens in der Zusammenarbeit mit der kanadischen Architekturkammer entwickelt.

Jahre später, genau um 1993 wurde das US Green Building Council gegründet, um den Bausektor nach den ökologischen Aspekten zu orientieren. Gleichzeitig wurden die Konzepte und Aspekte von Green Building um die Welt exportiert und Großbritannien hat auch gleichzeitig ihre Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (UKGBC) gegründet.

Viele Länder wie Kanada, Australien, Frankreich, Japan usw. haben dann ihre eigenen Zertifizierungssysteme gegründet und weiter entwickelt. Mitte 2008 hat Deutschland entschieden ihr Zertifizierungssystem im Bau und Immobilienmarkt zu veröffentlichen. Das System ist die Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) und das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS).

Heute arbeiten die verschiedenen internationalen Green Building Council unter der Aufsicht von World Green Building Council.

2.3 World Green Building Council

2.3.1 Gründung und Geschichte von World GBC

Die Nachhaltigkeitsbewegung begann Ende der 90er im Bausektor weltweit enorm zu expandieren. Dazu tragen das stetig steigende Wissen um die globale Klimaveränderung und das wachsende Bewusstsein über den großen Beitrag von Gebäuden am Gesamtenergieverbrauch eines Landes bei. Dies erklärt die Vorreiterrolle in Ländern mit hohem Energieverbrauch.

Die Gründung des World Green Building Council (World GBC) wurde erstmalig 1998 in Nagoya, Japan angekündigt um die Arbeit der nationalen GBC zu koordinieren und voranzutreiben. Ein Jahr später und genau im November 1999 war in Kalifornien, USA der offizielle Beginn von World GBC mit 8 Gründungsmitgliedern, welche sind:[3]

- U.S. Green Building Council
- Green Building Council of Australia
- Spain Green Building Council
- United Kingdom Green Building Council
- Japan Green Building Council
- United Arab Emirates
- Russia
- Canada

Der World-GBC unterstützt weltweit die Entwicklung der Standards, Technologien, Produkte und Projekte. Er gilt ebenfalls als unpolitisches globales Forum für die Nachhaltigkeitsdiskussionen im Baubereich.

Als gemeinnützige Organisation, verfolgt der World-GBC das Ziel, als weltweit führende Einrichtung über die nationalen Mitglieder die Immobilienbranche in Richtung Nachhaltigkeit voranzubringen.

Der World GBC stellt als direkte Ziele seiner Gründung dar, technisches Wissen und Fortschritt der landesspezifischen Informationen über nachhaltiges Bauen weiter zu geben, und die Technologien und Entwurfspraktiken für nachhaltiges Bauen zu verbreitern.

Zudem ist eines der Hauptziele des World GBC, Mitglieder auf der ganzen Welt, eingeschlossen der Entwicklungsländer, zu werben.

Der World Green Building Council (World GBC) stellt außer Unterstützung und Förderung auch Richtlinien für die Gründung weiterer Green Building Council zur Verfügung. In den Richtlinien wird angeregt, dass die Mitgliedschaft die nationale geographische Umgebung und die Vielzahl der Akteure reflektieren sollte. Der USGBC beispielsweise hat momentan mehr als 7200 Mitglieder, mit steigender Tendenz. Die bestehenden nationalen GBC finanzieren sich durch individuell gestaffelte Mitgliedsbeiträge und werden von der Bauindustrie gut angenommen und unterstützt.

Der World GBC besteht momentan aus 14 Mitgliedsländern[4] mit eigenen Green Building Council (Argentinien, Australien, Brasilien, Indien, Deutschland, Frankreich, Japan, Kanada, Mexiko, Neuseeland, Taiwan, Südafrika, USA, Großbritannien und Vereinigte Arabische Emirate) und weiteren Ländern wie z.B. Chile, Ägypten, Griechenland, Kuwait, Polen, Norwegen usw., die aktiv an der Gründung ihres eigenen GBC arbeiten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Internationale Zertifizierungssysteme[5]

2.3.2 Visionen und Missionen von World GBC

Die Vision von World GBC lautet:

„The peak global not-for-profit Organization working to transform the property industry towards sustainability through its members national GBC’s“

Das bedeutet, dass sich World GBC seit der Gründung ständig bemüht, die Aspekte der Nachhaltigkeit „Green Building“ tiefer im Bau- und Industriebereich zu verbreiten. Die Länder, die mehr als 50% der Bauaktivitäten in der Welt haben, entwickelten ihr eigenes Zertifizierungssystem in Zusammenarbeit mit World GBC, außerdem haben diese Länder weitere Tendenz mehr als Green Building zu bauen oder zu investieren. Die Mitglieder des World GBC wollen auch das Konzept von Green Building, besonders nach der Erhöhung der CO2-Emissionen und dem Klimawandel, weltweit exportieren.

Die Missionen[6] von World GBC sind:

- Umsetzung der Bau- und Industrieaktivitäten auf dem Weg von Green Building
- Erhöhung der Kommunikation zwischen den internationalen Unternehmen und Firmen, um ihre Erfahrungen von der Nachhaltigkeit austauschen zu können
- Unterstützung der internationalen Green Building Council, um ihre Zertifizierungssysteme weiter zu entwickeln

2.3.3 Die verschiedene Zertifizierungssysteme auf der Welt

Seit Anfang des Jahres 2000 wurden verschiedene internationale erfolgreiche Zertifizierungssysteme für Gebäude entwickelt und unter der Aufsicht des World GBC verbreitet. Zu diesen gehören:

- DGNB Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V.
- LEED Leadership in Energy & Environmental Design (USA)
- BREEAM Building Research Establishment Environmental Assessment Method (England)
- CASBEE Comprehensive Assessment System for Building Environmental Efficiency (Japan)
- HQE Haute Qualité Environnementale (Frankreich)
- Green Star (Australien) und viele andere Zertifizierungssysteme.

Die internationalen Zertifizierungssysteme haben dieselben Grundlagen und Aspekte von Green Building wie ökologische, soziokulturelle oder technische Aspekte. Jedoch hat jedes System diese Aspekte und zusätzliche Aspekte landspezifisch angepasst. Folgende drei Zertifizierungssysteme werden deshalb ausgewählt, weil viele Projekte in Deutschland ein LEED-, BREEAM- oder DGNB-Zertifikat erhalten haben. DGNB ist außerdem das nationale deutsche System. In den folgenden Absätzen werden diese Zertifizierungssysteme kurz beschrieben.

- DGNB[7]

Das deutsche Zertifizierungssystem wurde von Deutscher Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) in Zusammenarbeit mit Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) entwickelt. Das System wird im Bau- und Immobilienmarkt seit Mitte 2008 veröffentlicht und hat nur eine Version für neue Bau- und Verwaltungsbüros. DGNB hat neben den ökologischen, soziokulturellen und technischen Aspekten die ökonomischen Aspekte addiert, damit die Stabilität der Immobilienwerte und Kostenbezogene Lebenszyklus eines Gebäudes kontrolliert werden. Das deutsche Gütesiegel befindet sich in „Gold“, „Silber“ und „Bronze“, je nach dem gesamten Erfüllungsgrad des Projektes.

- LEED [8]

LEED ist das Bewertungsverfahren, das vom US-GBC entwickelt wurde, um die Nachhaltigkeit beim Gebäudeentwurf abzuschätzen und die Ziele der Nachhaltigkeit einzubeziehen.

Die Ziele von LEED sind, mit einem herkömmlichen standardisierten Bewertungssystem die Nachhaltigkeit zu definieren, für integrierte, ganzheitliche Entwurfspraktiken zu werben, die ökologische Führungsrolle der Bauindustrie widerzuspiegeln, Wettbewerb im nachhaltigen Bauen anzuregen, das Bewusstsein der Konsumenten im Bezug auf den Nutzen nachhaltiger Gebäude zu erhöhen und um den Markt Richtung Nachhaltigkeit zu verändern. Das LEED-System kann auf drei verschiedene Arten genutzt werden, um die Nachhaltigkeit eines Gebäudeentwurfs zu verbessern:

1. LEED kann als Entwurfsleitfaden für das Planungsteam gelten, um ökologische Kriterien in den Gebäudeentwurf einzubeziehen.
2. LEED-Bewertungsberichte sind Mittel, den Kunden und anderen Interessierte zu zeigen, dass ökologische Kriterien im Entwurf einbezogen wurden.
3. Ein Gebäudeentwurf kann vom amerikanischen oder kanadischen Green Building Council zertifiziert werden.

Das Bewertungsschema erlaubt die Einteilung in „zertifiziert“, „Silber“, „Gold“ oder „Platin-Auszeichnung“.

- BREEAM[9]

BREEAM wurde von BRE (Building Research Establishment Ltd.) entworfen, kontrolliert und weiterentwickelt und hat viele Versionen für Büros, Industrie, Schulen, Gerichte, Gefängnisse, Mehrfamilienhäuser, Krankenhäuser, Häuser, bestehende Siedlungen und Wohnhäuser.

BREEAM vergibt ein ökologisches Gütesiegel, nach der Prüfung der Gebäudeperformance hinsichtlich einer Reihe von ökologischen Kategorien. Diese bewerten die Auswirkungen des Gebäudes auf seine Umwelt auf globaler, regionaler, lokaler und innenräumlicher Ebene.

Die erreichte Punktzahl wird in Form einer allgemeinen Wertung ausgedrückt und in Klassen von „Ausgezeichnet“ über „Sehr gut“ und „Gut“ bis „Durchschnittlich“ eingeteilt. Das Gebäude kann auf dieser Skala eingeordnet werden und ein Zertifikat kann vom Eigentümer zu Werbezwecken genutzt werden.

3 Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen

Die D eutsche G esellschaft für N achhaltiges B auen e.V. ( DGNB ) wurde in Juni 2007 gegründet. Seit Februar 2008 ist die Non-Profit Organisation ein Mitglied unter der Decke von World Green Building Council (World GBC). DGNB agiert nun als die zentrale Organisation in Deutschland für den Austausch von Wissen, Weiterbildung und für die Zertifizierung der Nachhaltigkeit der Bau- und Immobilienwirtschaft.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Geschichte der DGNB[10]

Die deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen entwickelte in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) ein deutsches Gütesiegel für die Nachhaltigkeit der Bau- und Immobilienwirtschaft.

Im Januar 2009 erteilte DGNB das erste Probezertifikat dieses Gütesiegels für neue Bauwerke im Bereich Büro- und Verwaltungsgebäude. Nach dem Ende der Probephase hat DGNB die Abgabe des Gütesiegels auf andere Bereiche wie z.B. Bestands- und Wohnbauten, Industriebereiche und andere Bauwerktypen erweitert. Consense 2009 in Stuttgart war ein Wendepunkt für die nationale und internationale Verbreitung der DGNB.

Nachhaltige Immobilien sollten demnach folgende Anforderungen erfüllen:

- Hohe Qualität
- Wirtschaftliche Effizienz
- Langfristigen Werterhalt

Sie sollten zudem umweltfreundlich, ressourcensparend, behaglich und gesund für die Nutzer sein.

3.1 Das Deutsche Gütesiegel Nachhaltiges Bauen

DGNB verlieht 3 Sorten der Zertifikaten: Gold, Silber und Bronze, je nach Erfüllungsgrad erhält der Bauherr ein Zertifikat für sein Bauwerk. Jedes Zertifikat entspricht einer bestimmten Note.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Das deutsche Gütesiegel in Gold, Silber und Bronze[11]

3.1. Um ein Gebäude von DGNB zertifizieren zu lassen, ist folgender Prozess notwendig:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Der Weg zum Gütesiegel[12]

1. Immobilien bei DGNB registrieren:

Wenn Bauherren ihr Objekt zertifizieren lassen wollen, beantragen sie bei DGNB einen akkreditierten Auditor. Danach erfolgt die Registrierung des Gebäudes über die Webseite von DGNB.

2. Zielwerte für die Gebäudeeigenschaften gemäß Gold, Silber oder Bronze definieren:

Anschließend erhält die DGNB vom Auditor ein objektspezifisches Pflichtenheft, in dem alle Ziele für das geplante Gebäude angegeben werden. Der Bauherr ist nun verbindlich dazu verpflichtet, alle angegebenen Ziele einzuhalten und zu verwirklichen.

3. Vorzertifikat für die Vermarktung nutzen:

Die eingereichten Unterlagen werden von der DGNB überprüft und mit den Anforderungen des Gütesiegels verglichen. Je nach Erfüllungsgrad erhält der Bauherr ein Vorzertifikat in Gold, Silber oder Bronze. Dieses Vorzertifikat kann nun bereits zur frühzeitigen Vermarktung des Gebäudes genutzt werden.

4. Planungs- und baubegleitende Dokumentation wird von DGNB geprüft:

Nach Erhalt des Vorzertifikates kann der Bauherr nun mit der Ausführungsplanung und dem Bau des Gebäudes beginnen. Diese Phase wird vom Auditor dokumentiert. Anhand des DGNB Dokumentationshandbuchs ist er dazu verpflichtet, alle Anforderungen des Pflichtenheftes zu überwachen.

Nach der Fertigstellung des Gebäudes findet eine Konformitätsprüfung statt. Basis dieser Prüfung ist die DGNB Dokumentationsrichtlinie. Ein Gutachter des DGNB prüft, ob alle Vorgaben des Vorzertifikats wie vereinbart umgesetzt wurden.

Wenn alle Kriterien erfüllt wurden, wird das Vorzertifikat dauerhaft bestätigt und der Bauherr erhält das Deutsche Gütesiegel Nachhaltiges Bauen.

5. Deutsches Gütesiegel Nachhaltiges Bauen für die Vermarktung nutzen:

Der Bauherr erhält vom DGNB ein Zertifikat und eine Plakette für sein Gebäude. Diese können nun weiterhin zur Vermarktung eingesetzt werden.

3.2 Die Kriteriengruppe des Zertifizierungssystem

Die neue Version des Zertifizierungssystems ist für den Neubau der Büro- und Verwaltungsgebäude geeignet. Das Zertifizierungssystem präsentiert sich als transparentes und nachvollziehbares System auf dem Markt.

Damit das Zertifizierungssystem eine tatsächliche Bewertung der Nachhaltigkeit bietet, wurde das System mit einer Gewichtungsmatrix gewichtet. Diese entspricht dem jeweiligen Bauwerkstyp. Zudem wurden die Themenfelder des Systems berücksichtigt.

Also Sechs Themenfelder werden im Zertifizierungssystem berücksichtigt: Ökologie-, Ökonomie-, und soziokulturelle Aspekte, zudem auch technische-, Prozess- und Standortqualität für die Immobilien.

Die Themenfelder mit ihrer Gewichtung sind:

1. Ökologische Qualität (22,5%)
2. Ökonomische Qualität (22,5%)
3. Soziokulturelle und funktionale Qualität (22,5%)
4. Technische Qualität (22,5%)
5. Prozessqualität (10%)
6. Standortqualität (separat bewertet)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Die Themenfelder der Nachhaltigkeit[13]

Entscheidend für die Gesamtbewertung der Gebäudequalität sind die ersten fünf Themenfelder. Um die ortsunabhängige Bewertung eines Gebäudes gewährleisten zu können, wird die Standortqualität separat bewertet.

Jedes Themenfeld umfasst mehrere Kriterien. Anfangs wurden 63 Kriterien berücksichtigt, um die Nachhaltigkeit neuer Büro- oder Verwaltungsgebäude zu bewerten. In der Version 2008 fließen jedoch nur noch 49 Kriterien in die Bewertung ein. Davon befassen sich 43 Kriterien mit der Gebäudequalität. Die restlichen 6 Kriterien beschreiben die Standortqualität.

Jedes Kriterium kann mit maximal 10 Punkten bewertet werden. Je höher die Qualität, desto mehr Punkte werden vergeben.

Die Wichtigkeit eines Kriteriums ist abhängig vom Bauwerkstyp. Jedes Kriterium besitzt daher einen Gewichtungsfaktor. Dieser kann je nach Bedeutung und Wichtigkeit des Kriteriums mit dem Faktor 0 bis 3 bewertet werden. Er beträgt z.B. 0 wenn ein Kriterium vollkommen unwichtig für den Bau eines spezifischen Bauwerks ist, wie z.B. das Kriterium Raumkomfort beim Bau einer Autobahnbrücke. Dieses Kriterium ist wiederum sehr wichtig bei dem Bau eines Bürogebäudes und erhält aus diesem Grund bei diesem Bauwerkstyp den Gewichtungsfaktor 3.

Mit einer speziellen Software lassen sich die Ergebnisse der Themenfelder und der jeweiligen Kriterien in einer Bewertungsgrafik sehr übersichtlich darstellen. Je mehr die Ergebnisse der Bewertung mit den Anforderungen des Gütesiegels übereinstimmen, desto höher ist der Erfüllungsgrad.

Abhängig vom Erfüllungsgrad erhält das Gebäude Gold, Silber oder Bronze.

Der Gesamterfüllungsgrad kann jedoch auch mit einer Note angegeben werden:

- 95 % entspricht der Note 1,0
- 80 % entspricht der Note 1,5
- 65 % entspricht der Note 2,0

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Note nach dem Erfüllungsgrad[14]

3.3 Ökologische Qualität

3.3.1 Treibhauspotenzial

Das Treibhauspotenzial ist der potenzielle Beitrag eines Stoffes zur Erwärmung der bodennahen Luftschichten. Der Beitrag des Stoffes wird als GWP Wert relativ zu dem Treibhauspotenzial des Stoffes Kohlendioxid ( CO2 ) angegeben. Der Zertifizierungswert von GWP ist 100, d.h. der Beitrag eines Stoffes zum Treibhauseffekt wird innerhalb eines Zeitraums von 100 Jahren verwendet.

Das Ziel der Zertifizierung ist die Reduktion des Treibhauspotenzials.

Die Bewertung des Treibhauspotenzials für die Herstellung, Nutzung oder Entsorgung eines Bauwerks erfolgt über den Betrachtungszeitraum von 50 Jahren (Kg CO2/m2NGF). Außerdem ist zur Bestimmung der ökologischen Auswirkungen des Gebäudes eine Ökobilanzierung der Materialen bzw. Bauteile nach DIN EN ISO 14040 und 14044 erforderlich. Die Eingangsgrößen können für die Nutzungsphase aus dem energetischen Nachweis nach EnEV 2007 gewonnen werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: CO2 Emission in Deutschland Ziele für 2020[15]

3.3.2 Ozonschichtabbaupotenzial

Die Ozonschicht absorbiert die UV-Strahlung, um diese dann richtungsunabhängig mit größerer Wellenlänge wieder abzugeben. Ohne die Ozonschicht würde die UV-Strahlung das Leben auf der Erde zerstören. Die Ozonschicht schirmt unsere Erde jedoch von einem großen Teil der UV-Strahlung ab und verhindert somit eine zu starke Erwärmung der Erdoberfläche.

Schadstoffausstoß, der zur Zerstörung der Ozonschicht beiträgt, muss daher unbedingt reduziert werden. Zur Bestimmung der ökologischen Auswirkungen des Gebäudes ist eine Ökobilanzierung der Materialen bzw. Bauteile nach DIN EN ISO 14040 und 14044 erforderlich.

Die Eingangsgrößen können für die Nutzungsphase aus dem energetischen Nachweis nach EnEV 2007 gewonnen werden.

3.3.3 Ozonbildungspotential

Schädliche Gase wie z.B. Stickoxide und Kohlenwasserstoffe tragen in Verbindung mit UV-Strahlung zur Bildung von bodennahem Ozon bei. Die human- und ökotoxische Verunreinigung der bodennahen Luftschicht wird als „Sommersmog“ bezeichnet.

Dieser hat negative Auswirkungen auf Atemorgane, Pflanzen und Tiere. Ein wichtiges Ziel ist somit die Senkung des Ozonbildungspotenzials. Zur Bestimmung der ökologischen Auswirkungen des Gebäudes ist eine Ökobilanzierung der Materialen bzw. Bauteile nach DIN EN ISO 14040 und 14044 erforderlich.

Die Eingangsgrößen können für die Nutzungsphase aus dem energetischen Nachweis nach EnEV 2007 gewonnen werden.

3.3.4 Versauerungspotenzial

Das Versauerungspotenzial ist die Erhöhung der Konzentration von H-Ionen in Luft, Wasser und Boden. Schwefel- und Stickstoffverbindung aus Emissionen reagieren in der Luft zu Schwefelsäure und schädigen als „Saurer Regen“ Bauwerke, Wälder und Lebewesen. Ein wichtiges Ziel der Zertifizierung ist daher die Reduktion vom Versauerungspotenzial.

Zur Bestimmung der ökologischen Auswirkungen des Gebäudes ist eine Ökobilanzierung der Materialen bzw. Bauteile nach DIN EN ISO 14040 und 14044 erforderlich. Die Eingangsgrößen können für die Nutzungsphase aus dem energetischen Nachweis nach EnEV 2007 gewonnen werden.

3.3.5 Überdüngungspotential

Der Übergang von Gewässer von einem nährstoffarmen Zustand zu einem nährstoffreichen Zustand wird als Überdüngung bezeichnet. Phosphor- und Stickstoffverbindungen, die aus der Herstellung von bestimmten Bauprodukten erzeugt werden, sind die Hauptverursacher für dieses Phänomen. Die Änderung der Nährstoffkonzentration führt z.B. in Gewässern zu einer Algenvermehrung, die u.a. das Sterben von Fischen verursacht. Aus diesem Grund ist die Reduktion von Überdüngung erforderlich.

Zur Bestimmung der ökologischen Auswirkungen des Gebäudes ist eine Ökobilanzierung der Materialen bzw. Bauteile nach DIN EN ISO 14040 und 14044 erforderlich. Die Eingangsgrößen können für die Nutzungsphase aus dem energetischen Nachweis nach EnEV 2007 gewonnen werden.

3.3.6 Risiken für die Lokale Umwelt

Einige Baumaterialien und Produkte wirken sich negativ auf die lokale Umwelt aus.

Zu diesen Baumaterialien gehören z.B. Halogene, Schwermetalle und organische Lösemittel. Die Verwendung dieser Materialien soll reduziert werden, damit die lokale Umwelt geschützt wird. Um dieses Ziel zu erreichen, werden 4 Handlungsstufen entwickelt, jede Stufe umfasst eine Liste der Materialien und Produkten, ihrer Nutzung im Bau verringern werden soll. Die Erfüllung einer Stufe ist erforderlich, damit die Bearbeitung der nächsten Stufe stattfindet. Je mehr Handlungsstufen erfüllt werden, desto geringer sind die Risiken für die Umwelt.

3.3.7 Sonstige Wirkung auf die globale Umwelt

Der Bau eines Gebäudes wirkt sich auch auf die globale Umwelt aus. Diese Auswirkung muss reduziert werden. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, muss darauf geachtet werden, dass bei dem Bau eines Gebäudes vor allem zertifiziertes Holz verwendet wird. Nur wenn durch ein Zertifikat die geregelte und nachhaltige Bewirtschaftung des Herkunftsforstes nachgewiesen werden kann, dürfen z.B. subtropische und boreale Hölzer verwendet werden.

Die Ausstellung der erforderlichen Zertifikate erfolgt durch die Organisationen „Forest Stewardship Council (FSC)“ und das Program für „Endorsement of Forest Certification Schemes ( PEFC )“ bzw. durch eine von ihnen akkreditierte Zertifizierungsgesellschaft.

Basis für die Überprüfung der Hölzer sind international anerkannte Zertifizierungskriterien. Lieferanten sind dadurch verpflichtet das Herkunftsland und die Holzart zusätzlich zu deklarieren.

3.3.8 Mikroklima

Die Verwendung von besonderen Materialen in den Fassaden oder Dächern von Gebäuden wirkt sich negativ auf das lokale Mikroklima aus. Hinzu kommt, dass gerade in Städten nur noch sehr geringe unversiegelte Flächen bzw. Begrünung vorhanden sind. So kommt es dort zu einer starken Aufwärmung tagsüber und einer uneingeschränkten Abkühlung nachts. Dieser sogenannte "Wärmeinseleffekt" bewirkt, dass Städte im Vergleich zum Umland viel wärmer sind. Diesem Effekt kann man entgegenwirken, indem man z.B. Materialien mit geringer solarer Absorption verwendet oder unversiegelte Flächen schafft.

3.3.9 Nicht erneuerbarer Primärenergiebedarf

Da in der Vergangenheit sehr verschwenderisch mit Steinkohle, Braunkohle, Erdöl, Erdgas und Uran umgegangen wurde, herrscht bereits eine Knappheit an diesen nicht erneuerbaren Primärenergiequellen. Daher müssen diese zukünftig verantwortungsbewusst und sparsam eingesetzt werden. Damit wir den Einsatz von nicht erneuerbaren energetischen Ressourcen verringern können, muss vorab der nicht erneuerbare Energiebedarf für die Nutzung des Gebäudes ermittelt werden.

Der Bedarf an nicht erneuerbarer Energie wird während des gesamten Lebenszyklus des Gebäudes (kWh/m2NGF*a) ermittelt.

3.3.10 Gesamtprimärenergiebedarf und Anteil erneuerbarer Primärenergie

Das Ziel dieses Kriteriums ist die Minimierung des Primärenergieverbrauches im Lebenszyklus einer Immobilie sowie die Maximierung des Verbrauches von erneuerbarer Energie. Primärenergie ist die Energie, die in natürlich vorkommenden Energiequellen zur Verfügung steht. Dazu gehören erneuerbare Energien wie z.B. Sonnenstrahlung, Wind, Wasser und Erdwärme und nicht erneuerbare Energien wie z.B. Erdöl, Erdgas und Uran. Der Anteil der erneuerbaren Primärenergie wird neben dem Gesamtprimärenergiebedarf innerhalb eines Betrachtungszeitraums von 50 Jahren ermittelt.

3.3.11 Trinkwasserbedarf und Abwasseraufkommen

Trinkwasserbedarf und Abwasseraufkommen müssen reduziert werden. Hochwertiges Trinkwasser ist nicht in jeder Region verfügbar, das normalerweise durch verschiedene Prozesse gewonnen wird. Der wichtigste Vorgang ist die Filterung. Hierbei wird das Wasser von Schadstoffen aus der Landwirtschaft und andere Stoffen gereinigt wird.

Die anfallenden Kosten für die Kläranlagen und das Kanalsystem sind hoch. Deshalb muss nach Alternativen gesucht werden die wenige Kosten verursachen. Eine effektive Alternative ist z.B. die Nutzung von Regenwasser.

3.3.12 Flächeninanspruchnahme

Mit der Zunahme der Einwohner werden stets neue Gebäude auf neue Flächen gebaut. Da dies die Umwelt zerstört, muss der Bau von neuen Verkehrs- und Wohnflächen reduziert werden. Der Bau der Verkehrs- und Wohnflächen kann erlaubt wird, wenn diese Flächen bereits für diesen Zweck zugeordnet werden.

3.4 Ökonomische Qualität

3.4.1 Gebäudebezogene Kosten im Lebenszyklus

Das tatsächliche Ziel dieses Kriteriums ist die Minimierung der Lebenszykluskosten eines Gebäudes. Normalerweise wird in den meisten Projekten mehr auf die Erstellungskosten als auf die Folgekosten gedacht. Das führt dann zur einer falschen Beurteilung der Folgekosten. Diese Umfassung alle Kosten von der Inbetriebnahme zu der Entsorgung des Gebäudes. Die Bewertung der Lebenszykluskosten (life cycle costs) erfolgt in €/m2 NGF innerhalb eines bestimmtes Betrachtungszeitraums. Dieser wird in 3 Phasen untergliedert:

- Entwicklungs- und Planungsphase
- Erstellungsphase
- Umbau- und Entsorgungsphase

Während der Entwicklungs- und Planungsphase des Projektes lassen sich die Kosten am effizientesten optimieren.

3.4.2 Wertstabilität

Die stetigen Wandlungen auf dem globalen Immobilienmarkt verlangen Effizienz und Flexibilität. Da nachhaltige Gebäude sehr anpassungsfähig sind, können sie optimal diesen Herausforderungen gerecht werden. Die hohe Umnutzungsfähigkeit von nachhaltigen Immobilien bedient zudem einen Wandel mit geringem Ressourcen-verbrauch.

Die Bewertung der Umnutzungsfähigkeit und Flächeneffizienz findet während der Nutzungsphase eines Gebäudes statt. Jedoch ist die richtige Planung der Flächeneffizienz entscheidend, damit die Immobilie mit geringem Aufwand und wenig Ressourcen eine bessere Umnutzungsfähigkeit erreicht.

3.5 Soziokulturelle Qualität

3.5.1 Thermischer Komfort im Winter

Dieses Kriterium untersucht Einflüsse, die das Raumklima verändern können.

Diese sind z.B. Lufttemperatur, Luftgeschwindigkeit und Strahlungstemperatur. Zudem sollte z.B. auf die Vermeidung von Zugluft geachtet werden. Die Erfüllung des thermischen Komforts bedingt eine hohe Zufriedenheit und Behaglichkeit der Personen im Raum. Damit der thermische Komfort erfüllt wird, müssen insgesamt folgende Kriterien berücksichtigt werden:[16]

1. Operative Temperatur (quantitativ)
2. Zugluft (quantitativ)
3. Strahlungstemperaturasymmetrie und Fußbodentemperatur (quantitativ)
4. Relative Luftfeuchte (quantitativ)

3.5.2 Thermischer Komfort im Sommer

Die Erfüllung des thermischen Komforts im Sommer erfolgt im Prinzip wie die Erfüllung des thermischen Komforts im Winter. Nach DIN 4108-2 werden bestimmte Anforderungen an bauliche Maßnahmen und raumlufttechnische Anlagen gestellt, damit eine Überhitzung verhindert werden kann.

3.5.3 Innenraumhygiene

Die Auswahl eines geruchs- und emissionsarmen Baustoffes in der Planungsphase hilft die Emissionskonzentrationen in der Raumluft zu verringern.

Dies kann anhand einer Messung des TVOC-Gehaltes[17] in der Raumluft überprüft werden. Diese sollte spätestens 4 Wochen nach Fertigstellung des Gebäudes, d.h. nach Ende aller handwerklichen und bautechnischen Arbeiten durchgeführt werden.

3.5.4 Akustischer Komfort

Die Gesundheit und Sprachverständlichkeit der Nutzer eines Raumes sollten gefördert werden. Ein hoher Stör- und Fremdgeräuschpegel beeinträchtigt jedoch die Gesundheit der Nutzer. Aus diesem Grund sollte er im Raum so niedrig wie möglich gehalten werden. Um dieses Ziel zu erreichen, sollte man darauf achten, dass die akustische Leistungsfähigkeit gut ist.

Der akustische Komfort im Raum wird zuerst nach der Nachhallzeit T in s bewertet.

Diese Werte werden daraufhin mit den Werten in DIN 18041 verglichen.

3.5.5 Visueller Komfort

Unter visuellem Komfort versteht man die optimale Verteilung der Beleuchtung im Gebäude ohne Störung wie Direkt- oder Reflexblendung. Das Beleuchtungssystem sollte daher Kriterien wie z.B. gute Lichtverteilung, angepasste Lichtfarbe oder richtige Lichtstärke berücksichtigen. Durch die richtige Planung und Nutzung des Tages- und Kunstlichts werden eine hohe Beleuchtungsqualität und ein niedriger Energiebedarf gewährleistet. Durch die hohe Ausnutzung des Tageslichts sinken zudem die Betriebskosten und es erhöht sich die Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Personen am Arbeitsplatz.

3.5.6 Einflussnahme des Nutzers

Die Einflussmöglichkeiten des Nutzers auf die technischen Anlagen im Raum wie z.B. Luftungs-, Beleuchtungs- oder Heizungssystem müssen erhöht werden. Entsprechende Maßnahmen, zur Erreichung dieses Zieles, sollten frühzeitig vorgenommen werden, um die Behaglichkeit und Zufriedenheit des Nutzers zu gewährleisten.

3.5.7 Dachgestaltung

Eine unpassende Dachgestaltung kann das allgemeine Aussehen des Umfeldes negativ beeinträchtigen. Die Flächen der Dächer können als Grünflächen benutzt werden, die z.B. für Solaraktive Flächen oder für andere technische Anlage benutzt werden. Außerdem dienen diese Flächen als soziokulturelle Nutzung wie z.B. Terrassen. Die Dachgestaltung sollte zudem das Mikroumfeld in den Städten, besonders aber in den historischen Städten berücksichtigen.

3.5.8 Sicherheit und Störfallrisiken

Die Gesundheit und die Zufriedenheit der Nutzer eines Gebäudes sollen nicht durch Unfälle, Katastrophen oder Gefahren beeinträchtigt werden. Es sollten daher Vorkehrungen getroffen werden, um solche Risiken so gut wie möglich zu kontrollieren, zu reduzieren bzw. zu vermeiden. Sollten solche Risiken dennoch eintreten, hat die Sicherheit der Menschen höchste Priorität.

3.5.9 Barrierefreiheit

Gebäude sollen ohne Barriere gebaut werden, damit die freie Bewegung der Nutzer ohne Beschränkungen gewährleistet wird. Die Barrierefreiheit steigert den Wert des Gebäudes und betrifft besonders Menschen mit motorischen oder sensorischen Einschränkungen.

Bei der Bewertung dieses Kriteriums wird überprüft, ob alle Menschen das Gebäude gleichberechtigt nutzen können, besonders in öffentlichen Gebäuden wie Büro- oder Verwaltungsgebäuden.

3.5.10 Flächeneffizienz

Die quantitative Nutzung von Flächen innerhalb eines Gebäudes, spiegelt die tatsächliche Flächeneffizienz wieder. Um die Flächeneffizienz optimal zu erhöhen, sollten einige Bedingungen eingehalten werden.

So sollte vor allem darauf geachtet werden, die Bau- und Betriebskosten zu senken bzw. schlecht nutzbare Flächen zu vermeiden.

[...]


[1] Vgl.[01], S.3

[2] Committee on the Environment (COTE)

[3] Vgl. [URL1]

[4] Vgl. [URL2]

[5] Vgl. [02]

[6] Vgl. [URL3]

[7] Mehr Informationen auf www.dgnb.de

[8] Mehr Informationen auf www.usgbc.org/LEED

[9] Mehr Informationen auf www.breeam.org

[10] Vgl.[03], S.10

[11] Vgl.[URL4]

[12] Vgl.[URL4]

[13] Vgl. [04], S.9

[14] Vgl. [URL5]

[15] Quelle: Umweltbundesamt/Deutsche Gesellschaft Nachhaltiges Bauen

[16] Vgl. [05], S.22

[17] TVOC bedeutet Total Flüchtige organische Verbindungen

Details

Seiten
140
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783836639941
Dateigröße
2.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v227453
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen – Bauwissenschaften, Baubetrieb und Wirtschaftswissenschaften
Note
1,3
Schlagworte
dgnb green building leed zertifizierung gütesiegel

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Titel: Analyse von Nachhaltigkeitszertifikaten im internationalen Vergleich und ihrer Konsequenzen für die Bau- und Immobilienwirtschaft