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Spin-Offs: Wie Wissenschaftler zu Unternehmern werden

Erfolgsfaktoren akademischer Hightech-Spin-Offs mit besonderer Berücksichtigung der Gründerpersönlichkeit und des Transferobjekts

Masterarbeit 2008 125 Seiten

BWL - Unternehmensgründung, Start-ups, Businesspläne

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Zielsetzung der Arbeit
1.2. Thematische Abgrenzung
1.3. Methodisches Vorgehen und Aufbau der Arbeit

2. Definitionen und theoretischer Bezugsrahmen
2.1. Unternehmensgründungen und Spin-Offs
2.2. Entrepreneurship und Unternehmertum
2.3. Innovation und Technologie
2.4. Mutterorganisationen

3. Spin-Offs in Deutschland
3.1. Stand und aktuelle Entwicklungen
3.2. Bedeutung für die Volkswirtschaft

4. Erfolgsfaktoren für akademische Hightech-Spin-Offs
4.1. Überblick Erfolgfaktorenforschung
4.2. Gründerpersönlichkeit
4.2.1. Qualifikation und Fachwissen
4.2.2. Motivation und Einstellungen
4.2.3. Gründerteams
4.2.4. Diskrepanzen Wissenschaftler – Unternehmer
4.3. Transferobjekt
4.3.1. Art und Marktreife des Transferobjekts
4.3.2. Arbeitsteilung mit der Mutterorganisation
4.3.3. Patente und Schutzrechte
4.3.4. Diskrepanzen Transferobjekt – vermarktungsfähiges Produkt

5. Erhöhung der Quantität und Qualität von Hightech-Spin-Offs
5.1. Förderung der Gründerpersönlichkeiten
5.1.1. Qualifizierung und Coaching
5.1.2. Motivation zum Unternehmertum
5.1.3. Teambildung und weitere organisationale Maßnahmen
5.2. Höhere Qualität des Transferobjekts
5.2.1. Technologiebewertung und Marktaspekte
5.2.2. Schutzrechtstrategien
5.2.3. Maßnahmen zur Erhöhung der Reife

6. Handlungsempfehlungen für Wissenschaftler

7. Zusammenfassung und Ausblick

Anhang
A1. Übersicht wichtiger empirischer Studien zu Spin-Offs und deren Erfolgsfaktoren
A2. Interviews: Befragte Personen und Fragebogen

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

Tabelleverzeichnis

Tabelle 1: Formen von Unternehmensgründungen

Tabelle 2: Vor- und Nachteile von Technologiedruck und Nachfragesog

Tabelle 3: Jährliche Ausgründungsquoten aus deutschen Forschungs- organisationen

Tabelle 4: Qualifikationen und Motive der Wissenschaftler im Vergleich mit den Anforderungen an Unternehmer

Tabelle 5: Herausforderungen, um aus dem Transferobjekt ein vermarktungsfähiges Produkt zu generieren

Tabelle 6: Vermarktungsmöglichkeiten und Entwicklungsaufwand für etablierte und disruptive Technologien

Tabelle 7: Matrix zur Funktionsbeschreibung von Technologien

Tabelle 8: Zehn Handlungsempfehlungen für gründungsinteressierte Wissenschaftler im Hightech-Bereich

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Klassifizierung und Merkmale von Spin-Offs

Abbildung 2: Systematik der Unternehmerfunktionen im Gründungskontext

Abbildung 3: Ausprägung der Unternehmerfunktionen in unter- schiedlichen Phasen des Gründungsprozesses

Abbildung 4: Prozess der Kommerzialisierung von wissenschaftlichen Forschungsergebnissen

Abbildung 5: Verwertung von Forschungs- und Arbeitsergebnissen durch Professoren an Universitäten und Fachhochschulen

Abbildung 6: Wichtige Erfolgsfaktoren für akademische Hightech- Spin-Offs

Abbildung 7: Marktreife (Entwicklungsstadium) des Transferobjekts

Abbildung 8: Phasenmodell zur Entwicklung technologie- und wissens- intensiver Gründungen

Abbildung 9: Entwicklungsphasen des Transferobjekts von der Grundlagenforschung bis zur Vermarktung

1. Einleitung

1.1. Zielsetzung der Arbeit

Technischer Fortschritt und Innovationen sind die Grundlage für das langfristige Wachstum einer Volkswirtschaft.[1] Aus diesem Grund rücken Spin-Offs als sehr innovative Unternehmen immer stärker in den Blickwinkel von Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Verwertung und Diffusion von Wissen und neuen Technologien. Als Spin-Offs werden Ausgründungen aus Hochschulen, Forschungsorganisationen und Unternehmen bezeichnet.

Die ersten Spin-Offs wurden im 19. Jahrhundert in Deutschland etabliert. So gründete Justus von Liebig zur Produktion von Düngemitteln die Bayerische Aktiengesellschaft für chemische und landwirtschaftlich-chemische Fabrikate (BAG), die heute noch unter dem Namen Süd-Chemie firmiert.[2]

Nach einer Studie des Büros für Technikfolgen-Abschätzung besitzt „Deutschland .. ein besonders großes, aber noch nicht hinreichend ausgeschöpftes Potenzial für akademische Spin-Offs.“[3] Obwohl in den letzten Jahren vermehrt Studie die Entwicklung und Bedeutung von Spin-Offs in Deutschland untersucht haben, herrscht weiterhin ein weitgehend uneinheitliches Bild.[4] Doch auch in den USA, in denen Spin-Off-Aktivitäten schon seit vielen Jahren im Fokus von Politik und Gesellschaft stehen, sind repräsentative wissenschaftliche Ergebnisse rar.[5] Dies führt dazu, dass Ideologie und Wunschdenken weiterhin eine große Rolle spielen: So gilt die Wissenschaft vielfach immer noch als Elfenbeinturm, in dem sich die Wissenschaftler der zweckfreien Forschung verschrieben haben, wohingegen die Wirtschaft nur auf die kurzfristigen Profitmöglichkeiten achtet.

Kommt es zu einem Spin-Off, so wird oft der Aufwand unterschätzt, um aus einem wissenschaftlichen Forschungsergebnis ein vermarktungsfähiges Produkt herzustellen. Zudem werden vielfältige neue Anforderungen an die Spin-Off-Gründer gestellt: Sie müssen sich vom Wissenschaftler zum Unternehmer wandeln.

Diese Arbeit will einen Beitrag dazu leisten, das Phänomen „akademische Spin-Offs“ transparenter zu machen. Anhand verschiedener Studien – vorwiegend aus Deutschland, aber auch aus den USA und weiteren Ländern – werden mögliche Erfolgsfaktoren für Spin-Off-Gründungen ermittelt. Diese reichen von der Gründerpersönlichkeit über die Finanzierung bis hin zu Umfeldfaktoren wie Netzwerken und Arbeitmarkt.

Im Rahmen der Arbeit werden die für Hightech-Spin-Offs bedeutenden Erfolgsfaktoren „Gründerpersönlichkeit“ und „Transferobjekt“ behandelt. Dargestellt werden die Anforderungen an die Wissenschaftler sowie die Herausforderung, um aus dem Transferobjekt ein vermarktungsfähiges Produkt zu generieren. Es werden Lücken in der Übergangsphase von der Wissenschaft zur Wirtschaft aufgezeigt und mögliche Maßnahmen zur Schließung dieser Lücken diskutiert.

1.2. Thematische Abgrenzung

Spin-Offs gehören zu den innovativen und technologieorientierten Unternehmensgründungen; diese wiederum bilden eine Untergruppe aller Unternehmensgründungen. Im Rahmen dieser Arbeit werden nur akademische Spin-Offs betrachtet. Hierbei handelt es sich um Ausgründungen aus Hochschulen und Forschungsorganisationen.

Weiterhin wird das Untersuchungsfeld eingegrenzt, indem bevorzugt Hightech-Spin-Offs aus den technologieintensiven Wirtschaftszweigen des verarbeitenden Gewerbes untersucht werden. Hierunter fallen beispielsweise die Medizintechnik, die Biotechnologie oder auch der Maschinenbau. Spin-Offs, die technologieintensive Dienstleistungen anbieten wie Forschung und Entwicklung oder Datenverarbeitung, werden nur am Rande behandelt, da sie kein eigenes Technologieprodukt (Produkt- bzw. Verfahrensinnovationen) vorweisen können.

Eine wichtige Rolle bei der Generierung von Spin-Offs spielen Hochschulen und Forschungsorganisationen als Mutterorganisationen. Nachfolgend werden die Aspekte der Zusammenarbeit mit den Spin-Offs in Hinblick auf das Technologietransferobjekt untersucht. Zudem werden Maßnahmen der Qualifizierung und Motivation von Wissenschaftlern diskutiert.

In der Literatur werden zahlreiche Erfolgsfaktoren für die Gründung von Spin-Offs genannt bzw. wurden in verschiedenen empirischen Studien ermittelt. Im Rahmen dieser Arbeit ist es nicht möglich, auf alle Erfolgsfaktoren in der erforderlichen Tiefe einzugehen. Deshalb erfolgt eine Konzentration auf zwei für Hightech-Spin-Offs besonders wichtige Erfolgsfaktoren: die Gründerpersönlichkeit und das Transferobjekt. Ausdrücklich nicht behandelt werden weitere für Hightech-Spin-Offs ebenfalls sehr bedeutsamen Erfolgsfaktoren wie die Finanzierung (u. a. durch Venture Capital), die Transferpolitik der wissenschaftlichen Einrichtungen , die Standortwahl (u. a. Technologie- und Gründerzentren) sowie Netzwerke und Cluster. Hier liegen umfangreiche Analysen vor, auf die verwiesen wird.

Schon hier soll auf das Problem der unterschiedlichen Abgrenzungen und Definitionen hingewiesen werden: Die vorliegenden Modelle und empirischen Studien definieren Spin-Offs nicht einheitlich: So wird teilweise jede Gründung durch Hochschulabsolventen als Spin-Off bezeichnet, auch wenn diese schon Jahre zurückliegt. Zudem treffen viele Studien keine Abgrenzung zwischen Hightech-Spin-Offs mit eigenem Produkt und Spin-Offs, die (technologieintensive) Dienstleistungen anbieten; diese Unterscheidung kann somit nicht immer stringent durchgehalten werden. Die hier genannten Zahlen und Aussagen sind folglich nur bedingt vergleichbar. Da sie jedoch in der Lage sind, Tendenzen zu verdeutlichen, wird auf ihre Angabe nicht verzichtet.

1.3. Methodisches Vorgehen und Aufbau der Arbeit

Basis der vorliegenden Arbeit ist eine umfassende Sekundäranalyse theoretischer Konzepte und empirischer Studien vorwiegend aus Deutschland und den USA. Wichtige Erkenntnisse aus anderen Ländern wurden ebenfalls berücksichtigt. Eine Übersicht über die betrachteten wichtigsten empirischen Studien zu Spin-Offs (50 Studien) findet sich in Anhang A1. Ergänzend wurden fünf problemzentrierte Interviews[6] mit Experten und einem Spin-Off-Gründer durchgeführt. Diese dienen dazu, offene Fragen zu klären, Ergebnisse aus anderen Studien zu hinterfragen sowie unterstützende, plastische Beispiele zu generieren. Der Fragebogen sowie die befragten Personen sind Anhang A2 zu entnehmen.

Die Arbeit ist folgendermaßen aufgebaut:

In Kapitel 2 werden die zentralen Begriffe wie Spin-Offs, Unternehmertum und Innovation definiert und der theoretische Bezugsrahmen hergestellt. Zudem werden die in Deutschland vorhandenen Mutterorganisationen charakterisiert.

Kapitel 3 befasst sich mit der Situation der Spin-Offs in Deutschland. Dargestellt werden die Gründungszahlen von Spin-Offs, die Tätigkeitsgebiete und Aktivitäten sowie die Bedeutung für die Volkswirtschaft.

In Kapitel 4 wird zunächst ein Überblick über die Erfolgsfaktorenforschung gegeben. Anschließend wird der in dieser Arbeit verwendete Bezugsrahmen für Erfolgsfaktoren vorgestellt. Zwei für Hightech-Spin-Offs besonders wichtige Erfolgsfaktoren, die Gründerpersönlichkeit und das Transferobjekt, werden näher ausgeführt und diskutiert.

In Kapitel 5 werden mögliche Ansätze zur Erhöhung der Quantität und Qualität von Spin-Offs vorgestellt und diskutiert. Die Ansätze beziehen sich wiederum auf die Gründerpersönlichkeit und das Transferobjekt.

In Kapitel 6 werden in Form einer kurzen Checkliste Empfehlungen für gründungsinteressierte Wissenschaftler im Hightech-Bereich ausgesprochen, die sich aus dieser Arbeit ergeben haben.

Kapitel 7 fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen sowie weitere mögliche Forschungsfragen.

2. Definitionen und theoretischer Bezugsrahmen

In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe definiert, der theoretische Bezugsrahmen hergestellt und die Mutterorganisationen charakterisiert.

2.1. Unternehmensgründungen und Spin-Offs

Akademische Spin-Offs befinden sich an der Schnittstelle von Gründungs- und Innovationsforschung. Zunächst werden deshalb die verschiedenen Arten von Unternehmensgründungen thematisiert. Nach einer Diskussion der in der Literatur vorhandenen Definitionen von Spin-Offs wird der hier verwendete Begriff der akademischen Spin-Offs abgeleitet.

Eine Unternehmensgründung hat zum Ziel, eine selbstständige unternehmerische Existenz als Erwerbsgrundlage für den Gründer zu schaffen.[7] Unternehmensgründungen lassen sich aus verschiedenen Perspektiven betrachten: Auf der Produktionsebene geht es um die Gründung von Unternehmen oder Zweigbetrieben. Auf der Ebene des Marktes werden Unternehmensgründungen als „wesentliche Form des Marktzutritts durch neue Anbieter“ gesehen.[8] Hierbei werden nur Neugründungen betrachtet; bestehende Unternehmen, die neu in einem Markt auftreten, werden nicht berücksichtigt. Auf der Ebene der Person wird zwischen originärer und derivativer sowie selbstständiger und unselbstständiger Gründung unterschieden (s. Tabelle 1). Bei originären Gründungen werden neue Unternehmensstrukturen errichtet, bei derivativen bestehende Strukturen übernommen. Der selbstständige Gründer trägt das unternehmerische Risiko, der unselbstständige Gründer steht in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis.[9]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Formen von Unternehmensgründungen (Szyperski/Nathusius[10] )

Unterschieden werden „klassische“ Unternehmensgründungen und Hightech-Gründungen. Klassische Unternehmensgründungen können in allen Branchen vorliegen und umfassen ein breites Spektrum vom Friseur bis zum Einzelhandel. Hightech-Gründungen finden in den technologieintensiven Wirtschaftszweigen statt.[11] Deren Besonderheiten beim Gründungsprozess liegen vor allem in der umfangreichen Produktentwicklungsphase. Hierfür sind hohe personelle und finanzielle Ressourcen notwendig, ohne dass bereits nennenswerte Umsätze erzielt werden können.

Eine besondere Form von Hightech-Gründungen sind Spin-Offs. Der ursprüngliche Spin-Off-Begriff stammt aus der staatlich geförderten amerikanischen Luftfahrt-, Raumfahrt- und Rüstungsindustrie der 60er Jahre. Aus den Großforschungsprojekten resultierten oft Nebenprodukte[12], die für das eigentliche Forschungsvorhaben irrelevant waren, jedoch anderweitige Anwendungspotenziale besaßen. Solche Spin-Off-Effekte sind „… Erscheinungsformen der Nutzung von Spitzentechnologien außerhalb des Anwendungskontextes, für den diese Technologien ursprünglich geschaffen wurden.“[13] Etwaige Marktchancen wurden über neu gegründete Unternehmen erschlossen.

Heute bezeichnet der Spin-Off-Begriff nicht mehr nur ein Nebenprodukt einer Technologie, sondern Ausgründungen aus Hochschulen, Forschungsorganisationen und Industrieunternehmen. Akademische Spin-Offs sind hierbei Ausgründungen aus Hochschulen und Forschungsorganisationen; sie nutzen die Geschäftschancen einer dort erfolgten technologischen Entwicklung. Corporate Spin-Offs werden aufgrund spezieller Branchenkenntnisse aus Unternehmen heraus gegründet.[14] Die Begriffsdefinitionen in der Literatur unterscheiden sich jedoch erheblich voneinander.

Einen Überblick über verschiedene Definitionen von Spin-Offs geben Pirnay et al. Sie haben zudem eine Typologie entwickelt, die Spin-Offs nach ihrer Herkunft (Wissenschaftler, Studenten) und nach der Art des Wissens (kodifiziertes, tazites Wissen) klassifiziert.[15] Eine weitere Systematik für akademische Spin-Offs haben Mustar et al. aufgrund der Analyse zahlreicher theoretischer und empirischer Veröffentlichungen erstellt: Sie klassifizieren Spin-Offs nach der Art der Ressourcen, nach dem Geschäftsmodell und nach der institutionellen Herkunft.[16]

Als drittes Beispiel für eine Klassifikation von Spin-Offs soll diejenige von Wright et al. vorgestellt werden:[17] Diese unterscheiden zwischen Venture Capital-backed Spin-Offs, Prospectors and Lifestyle Spin-Offs. Venture Capital-backed Spin-Offs zeichnen sich durch disruptive Technologien (s. Punkt 2.3), Finanzierung durch Venture Capital, eine formale Verbindung mit der Mutterorganisation und die Orientierung am Börsengang aus. Das Geschäftsmodell von Prospectors[18] basiert nicht auf einer disruptiven Technologie, sondern einer Technologie im frühen Produktentwicklungsstadium. Lifestyle Spin-Offs gründen sich meist auf eine Einzelinitiative von Wissenschaftlern und Unternehmern, um eine fast marktreife Anwendung oder das eigene Wissen zu vermarkten.

Im Rahmen dieser Arbeit werden akademische Spin-Offs betrachtet, die folgendermaßen definiert sind (s. Abbildung 1): Bei einem akademischen Spin-Off erfolgt stets gleichzeitig der Transfer von

- erstens Personen und
- zweitens innovativen Ideen, Technologien oder Produkten, die vom Gründer im Rahmen seiner Tätigkeit in der Mutterorganisation entwickelt wurden,

aus der Mutterorganisation in das Spin-Off.[19]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Klassifizierung und Merkmale von Spin-Offs (eigene Darstellung in Anlehnung an Knecht[20] )

Ein besonderer Fokus liegt auf akademischen Hightech-Spin-Offs[21] aus den technologieintensiven Wirtschaftszweigen des verarbeitenden Gewerbes. Allerdings ist die Abgrenzung zu Spin-Offs mit technologieintensiven Dienstleistungen nicht immer ganz einfach zu treffen, da Spin-Offs auch Produkte und Dienstleistungen gleichzeitig anbieten oder ihre Produktentwicklung durch Gewinne aus Beratungs- oder Forschungsleistungen unterstützen.[22]

Zudem sollen als Spin-Offs im Sinne dieser Arbeit nur solche Ausgründungen gelten, die während der Tätigkeit des Wissenschaftlers bei der Mutterorganisation oder kurze Zeit nach seinem Ausscheiden (bis zu einem Jahr danach) durch den Wissenschaftler gegründet werden, d.h. es werden direkte Ausgründungen betrachtet.[23]

In den Gründungsprozess von Spin-Offs können bis zu vier Einheiten involviert sein:[24]

- Der Erfinder der Technologie, d. h. der Wissenschaftler, entwickelt diese bis zur Marktreife.
- Die Mutterorganisation verfügt über die Patente und unterstützt im Regelfall den Erfinder der Technologie.
- Ein externer Unternehmer kann die Technologie vermarkten.
- Ein Investor kann die erforderlichen finanziellen Mittel zur Verfügung stellen.

Diese Arbeit konzentriert vorwiegend auf die Person des Wissenschaftlers sowie die Rolle der Mutterorganisation.

Bei der Entstehung und Entwicklung von Spin-Offs lassen sich nach Wright et al. fünf Phasen unterscheiden:[25]

- Research Phase: Perfektionierung der Forschungsergebnisse, Publikation, Schaffung von Patenten
- Opportunity-framing Phase: Technologieprüfung/-bewertung, Identifizierung von Geschäftschancen und Anwendungsmöglichkeiten
- Pre-organization Phase: strategische Planung, Entwicklung und Akquisition von Ressourcen
- Reorientation Phase: Rekonfiguration von Ressourcen, Neudefinition von Zielgruppen und Anpassung von Produkten aufgrund der Erfahrung
- Sustainable Returns Phase: nachhaltige Generierung von Gewinnen

Diese Arbeit legt ihren Schwerpunkt auf die ersten beiden Phasen, da es um die Frage geht, wie aus einem Forschungsergebnis ein vermarktungsfähiges Produkt entstehen kann und welche Anforderungen hierbei an die Wissenschaftler gestellt werden.

2.2. Entrepreneurship und Unternehmertum

In diesem Kapitel wird auf die vielfältigen Anforderungen an Unternehmer im Gründungsprozess eingegangen. Hierzu werden zunächst die Begriffe „Entrepreneur(ship)“ und „Unternehmer(tum)“ definiert. Sodann wird beispielhaft der Ansatz der Unternehmerfunktionen vorgestellt. Anschließend werden die Schritte des Gründungsprozesses beschrieben.

Die Gründungsforschung ist in Deutschland ein junges Feld. Im Jahr 1977 etablierte Szyperski eine erste Forschungsgruppe zu diesem Thema an der Universität Köln. Im Jahr 1999 beschäftigten sich 6 Lehrstühle in 4 Bundesländern mit der Gründungsforschung, im Jahr 2005 waren es 20 Lehrstühle in ganz Deutschland.[26]

Trotz dieses vergleichsweise kurzen Zeitraums der Gründungsforschung sind in der Literatur zahlreiche theoretische Ansätze und Modelle zu Unternehmensgründungen vorhanden. Einen Überblick hierzu geben Riegel[27], Wippler[28] und Auer[29]. So unterscheidet Riegel bei Existenzgründungen aus Hochschulen zwischen ökonomischen und soziologischen Forschungsschwerpunkten und arbeitet die gründungsspezifischen Aspekte der einzelnen Ansätze heraus. Beispielhaft genannt seien evolutionstheoretische Ansätze, Modelle zum Markteintritt und zur Selbstständigkeit sowie der Transaktionskostenansatz. Gemünden/Konrad stellen verschiedene Ansätze zur Erklärung des unternehmerischen Verhaltens von Hightech-Gründern vor. Sie kommen zu dem Schluss, dass dieses Verhalten mit ganzheitlicheren Ansätzen als bisher analysiert werden muss und stellen die Prozessmodelle in den Vordergrund.[30]

Für diese Arbeit sind der ressourcenbasierte Ansatz sowie die Humankapitaltheorie von Bedeutung. Nach dem ressourcenbasierten Ansatz ist eine Ressource dann Grundlage eines langfristigen Wettbewerbsvorteils, wenn sie wertvoll, selten, schwer imitierbar und nicht durch strategisch gleichwertige Ressourcen ersetzbar ist.[31] Diese Kriterien gelten bei Spin-Offs vielfach in hohem Maße für die Technologie sowie den Wissenschaftler als Gründerpersönlichkeit. Hier kommt dann auch die Humankapitaltheorie zur Geltung: So wirkt sich die Humankapitalausstattung eines Gründers positiv auf den Gründungserfolg auf. Das Humankapital umfasst allgemeines, branchenspezifisches und unternehmerisches Humankapital.[32]

Auch wenn es zahlreiche unterschiedliche Erklärungsansätze gibt – eine in sich geschlossene Theorie des Gründungsgeschehens und des Unternehmertums fehlen bis heute.[33] Dies beginnt schon bei den Begriffsdefinitionen. So werden die Begriffe „Entrepreneur(ship)“ und „Unternehmer(tum)“ in der Literatur nicht einheitlich verwendet. Teilweise erfolgt eine Gleichsetzung der Begriffe; teilweise wird mit dem Begriff des Entrepreneurs der Unternehmensgründer bezeichnet, während mit dem Begriff des Unternehmers jede Person benannt wird, die ein Unternehmen führt.[34]

Reckenfelderbäumer gibt dem Begriff des Unternehmers den Vorzug, da „unternehmerisches Verhalten auch außerhalb von Gründungsprozessen und grundsätzlich durch jede Person möglich ist“ und schließt den Begriff des Entrepreneurs mit ein.[35] Dieser Definition wird auch im Rahmen dieser Arbeit gefolgt, sie kann jedoch – gerade in Zitaten – nicht immer stringent angewendet werden.

Ein Unternehmer lässt sich über die von ihm wahrgenommenen Funktionen definieren. Nach Schneider muss ein Unternehmer folgende Unternehmerfunktionen erfüllen:[36]

- Übernahme von Einkommensunsicherheiten anderer Personen: Indem der Unternehmer sein Unternehmen führt, reduziert er u. a. die Einkommensunsicherheit seiner Mitarbeiter.
- Erzielen von Arbitrage- und Spekulationsgewinnen: Diese benötigt der Unternehmer, um sein Unternehmen nachhaltig zu etablieren.
- Durchsetzen von Änderungen: Mit Hilfe dieser Koordinationsfunktion nutzt der Unternehmer vorhandene Potenziale und passt sie an geänderte Rahmenbedingungen an.

Freiling hat die Lehre der Unternehmerfunktionen von Schneider an Unternehmensgründungen angepasst.[37] Wegen der hohen Bedeutung für den Gründungsprozess hat er die Innovationsfunktion hinzugefügt (s. Abbildung 2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Systematik der Unternehmerfunktionen im Gründungskontext (Freiling[38] )

Die Wichtigkeit der Innovationsfunktion betont auch Drucker: „Innovation is the specific instrument of entrepreneurship. It is the act that endows resources with a new capacity to create wealth. Innovation, indeed, creates a resource.”[39]

Eine Unternehmensgründung ist ein Prozess, der in verschiedenen Phasen abläuft. Die Funktion des Unternehmers und den Gründungsprozess charakterisiert Bygrave: „Ein Unternehmer ist jemand, der eine Möglichkeit sieht und eine Organisation schafft, um diese Möglichkeit zu verwirklichen. Der unternehmerische Prozeß umfaßt alle Funktionen, Aktivitäten und Handlungen, die mit dem Wahrnehmen der Möglichkeiten und dem Aufbau von Organisationen zu ihrer Verwirklichung zusammenhängen.“[40] Eine ähnliche Definition gibt Freiling: Beim Entrepreneurship handelt es sich um „…den Prozess von der Generierung bzw. Erkennung neuer geschäftlicher Gelegenheiten bis zu deren nachhaltiger Etablierung.“[41]

In der Literatur lassen sich für den unternehmerischen Prozess verschiedene Phasenmodelle finden.[42] Freiling unterteilt den Gründungsprozess in die Keim-Phase (Seedphase), die Start-up-Phase und die Etablierungsphase (s. Abbildung 3).[43] Die Keimphase umfasst die Entstehung der Geschäftsidee, die Ableitung eines Geschäftsmodells und die Erarbeitung eines Businessplans. In der Start-up-Phase werden die Aufgaben der formalen Gründung durchgeführt. Die Etablierungsphase beginnt mit dem Einstieg in Markttransaktionen und endet, wenn der Zustand nachhaltiger Wettbewerbsfähigkeit erreicht ist. Je nach Phase sind die Unternehmerfunktionen unterschiedlich ausgeprägt, und es sind vom Gründer verschiedene Aufgaben zu erfüllen.[44] Allerdings ist eine eindeutige Abgrenzung der Phasen vielfach nicht möglich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Ausprägung der Unternehmerfunktionen in unterschiedlichen Phasen des Gründungsprozesses (eigene Darstellung in Anlehnung an Freiling[45] )

Die Anforderungen an Hightech-Gründer als Unternehmer fasst Faltin zusammen: „Die Umsetzung technologischer Entwicklungen verlangt eine intuitive Einschätzung der Marktbewegungen, Risikobereitschaft, Empathie für die Wünsche von Konsumenten auch auf lange Sicht hin; es sind jene Fähigkeiten, die den Entrepreneur auszeichnen.“[46] Ein Unternehmer muss somit von seiner Idee absolut überzeugt sein und seine Konzepte genau durchdenken.[47]

2.3. Innovation und Technologie

In diesem Kaptitel werden Definitionen für den Begriff „Innovation“ diskutiert, die Begriffe „Technologie“, „Technik“ und „Technologietransfer“ definiert sowie Systematisierungsmöglichkeiten für Technologien vorgestellt.

Ausgangspunkt der Innovationsforschung ist Schumpeters Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung: Für ihn ist das Wesen der Innovation die „Durchsetzung neuer Kombinationen“, die jedoch diskontinuierlich auftritt.[48] Barnett definiert Innovation umfassender. Er sieht alles Neue als Innovation: „An innovation is … any thought, behavior or thing that is new because it is qualitatively different from existing forms.“[49]

Innovationen sind von Inventionen zu unterscheiden. Inventionen, d. h. Erfindungen, beweisen sich beim Patentamt, Innovationen im Markt. Der Markterfolg gehört somit unmittelbar zur Innovation dazu.

Hauschildt präzisiert die unterschiedlichen Dimensionen der Innovation: Bei der inhaltlichen Dimension geht es darum, was neu ist. Die Dimension der Zielgruppe beschreibt, für wen die Innovation neu ist. Die Prozessdimension legt fest, an welchen Punkten die Innovation beginnt und wo sie endet. In der normativen Dimension wird gefragt, ob neu gleich erfolgreich heißt. „Erst in der Zusammenfassung dieser vier Dimensionen lässt sich bestimmen, was innovativ ist oder sein soll.“[50]

Nach Reckenfelderbäumer stellen Innovationen „letztlich das Ergebnis der Ausnutzung von durch Wissensvorsprünge gegenüber Mitbewerbern, Kunden und Lieferanten erkannten Handlungsmöglichkeiten dar.“[51] Durch Innovationen kann ein Unternehmen Wettbewerbsvorteile erzielen, allerdings nur, wenn es hieraus eine Marktleistung generiert, welche die Nachfrage besser befriedigt als die Konkurrenz.

Mit Innovationen sind nicht nur reine Produktinnovationen gemeint. So definiert Zahn drei Dimensionen:[52]

- technische Innovationen: Produkte, Prozesse, technisches Wissen
- organisationale Innovationen: Strukturen, Kulturen, Systeme
- geschäftsbezogene Innovationen: Erneuerung der Branchenstruktur, der Marktstrukturen und Grenzen, der Spielregeln

Technische Innovationen beruhen auf neuen oder verbesserten Technologien. Der Begriff „Technologie“ wird im Sinne von Wissen über naturwissenschaftlich-technische Zusammenhänge verwendet, wenn dieses Wissen bei der Lösung praktischer Probleme wie der Produktentwicklung eingesetzt wird: „Technologie kann somit auch als Anwendungswissen oder Könnenwissen im Gegensatz zum reinen Erklärungswissen oder Kennenwissen (der Naturwissenschaften) verstanden werden.“[53] Technik hingegen manifestiert sich in der konkreten Anwendung von Technologie – in der Gestalt von Produkten oder Verfahren. Technologien können somit eine Menge potenzieller Techniken umfassen.[54]

Technologien lassen sich nach unterschiedlichen Kriterien klassifizieren:[55] Hinsichtlich der Anwendungsbreite sind Querschnittstechnologien und spezifische Technologien zu unterscheiden. Während Querschnittstechnologien wie die Mechatronik ein breites Anwendungsspektrum aufweisen und die Basis für andere Technologien bilden, konzentrieren sich spezifische Technologien auf enge, branchenbezogene Anwendungsgebiete.[56] Es ist jedoch zu bedenken, dass sich Technologiefelder nicht immer eindeutig abgrenzen lassen. So kann die Entwicklung eines Produkts im Bereich Biotechnologie die Genetik, die Medizintechnik und die Bioinformatik betreffen.[57]

Hinsichtlich der Stellung im Lebenszyklus einer Technologie wird zwischen Schrittmacher-, Schlüssel- und Basistechnologien unterschieden. Schrittmachertechnologien befinden sich in einem sehr frühen Entwicklungsstadium; sie weisen eine hohe Unsicherheit, aber auch große Potenziale auf. Mit Schlüsseltechnologien werden neue Anwendungspotenziale erschlossen, da sie sich in der Wachstumsphase befinden. Basistechnologien haben die Reifephase erreicht, ihre Anwendungspotenziale sind weitgehend erschlossen.[58]

Nach dem Neuigkeitsgrad lassen sich etablierte und disruptive Technologien unterscheiden. Etablierte Technologien setzen auf kontinuierliche Verbesserung: Sie liefern den Kunden bessere und/oder billigere Produkte mit ähnlichen Eigenschaften. Disruptive Technologien hingegen generieren Produkte mit ganz neuen Eigenschaften und tragen in vielen Fällen zur Schaffung neuer Märkte bei.[59] Disruptive Technologien resultieren vielfach aus der Grundlagenforschung.[60] Allerdings dauert es oft sehr lange, bis aus diesem grundlegenden Wissen marktfähige Produkte entstanden sind: Drucker spricht von einer Zeitspanne von 25 bis 35 Jahren.[61]

Für etablierte Unternehmen sind disruptive Technologien in vielen Fällen unattraktiv: Die Märkte sind zu klein, die Marktentwicklung lässt sich nicht abschätzen. Somit sind es vor allem Neugründungen, die disruptive Technologien weiterentwickeln und auf den Markt bringen: „Small, hungry organizations are good at agilely changing product and market strategies.“[62]

Grundsätzlich können Innovationen durch einen „Nachfragesog“ (Market Pull) oder einen „Technologiedruck“ (Technology Push) zustande kommen. Bei marktgetriebenen Innovationen wird gefragt, ob Marktchancen und eine Technik zur Realisierung der Marktchancen erkennbar sind. Bei technologiegetriebenen Innovationen liegt eine technische Entwicklung vor, für die anschließend ein Markt identifiziert werden muss.[63] Die jeweiligen Vor- und Nachteile fasst Tabelle 2 zusammen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Vor- und Nachteile von Technologiedruck und Nachfragesog (eigene Darstellung in Anlehnung an Brockhoff[64] )

Die Produkte der Hightech-Spin-Offs sind in den meisten Fällen technologiegetrieben. Der marktorientierte Innovationsprozess ist auf diese somit kaum anwendbar. Ein Modell für den Innovationsprozess von technologiegetriebenen Innovationen ist in Abbildung 4 beispielhaft dargestellt.

Technologiegetriebene Innovationen entstehen aufgrund von Forschung und Entwicklung. Unterschieden werden die Grundlagenforschung, die angewandte Forschung und die experimentelle Entwicklung. Während die angewandte Forschung und die experimentelle Entwicklung auf praktische Ziele ausgerichtet sind, geht es bei der Grundlagenforschung um die Generierung von Wissen, das nicht auf eine bestimmte Anwendung zielt.[65] Der Wert des Wissens lässt sich schwer bestimmen, da es weiterentwickelt werden muss, um eine direkte Anwendung zu generieren: „Grundlagenforschungsergebnisse haben nie den Charakter eines Endprodukts, an das der Markt ein Preisschild anheften kann.“[66]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Prozess der Kommerzialisierung von wissenschaftlichen Forschungsergebnissen (Lee/Gaertner[67] )

Um Erkenntnisse der Grundlagenforschung in die wirtschaftliche Nutzung zu überführen, stellen Spin-Offs eine Möglichkeit des Technologietransfers dar. Mit dem Begriff „Technologietransfer“ wird die „… Übertragung und Nutzung wissenschaftlichen und technologischen Know-hows von einem Individuum, einer Institution oder Region zu einem/einer anderen“ bezeichnet.[68] Dieser Transfer von Erkenntnissen und Know-how aus wissenschaftlicher Forschung in die Wirtschaft soll nicht nur die Gründung von Spin-Offs ermöglichen, sondern auch die Kompetenzen bestehender Unternehmen erhöhen, ihre technologische Leistungsfähigkeit steigern und ihre Chancen im internationalen Wirtschaftsgeschehen verbessern.[69] Hierbei muss der Technologietransfer selbst als unternehmerische Aufgabe angesehen werden: Nur so kann die technologische Wissensbasis Deutschlands erfolgreich in neuen wirtschaftlichen Anwendung ausgeschöpft werden.[70]

2.4. Mutterorganisationen

Dieses Kapitel befasst sich mit den in Deutschland vorhandenen Mutterorganisationen für akademische Spin-Offs: Hochschulen (Universitäten, Fachhochschulen) und Forschungsorganisationen.[71] Nachfolgend werden die einzelnen Einrichtungen kurz charakterisiert.

In Deutschland gibt es 383 Hochschulen, davon 103 Universitäten und 176 Fachhochschulen.[72] Die Universitäten gehören, bis auf wenige Ausnahmen, dem staatlichen Forschungssystem an und sind deshalb eher der Grundlagenforschung zuzurechnen. Die Fachhochschulen sind aufgrund der Praxisnähe von Lehre und Forschung anwendungsorientierter ausgerichtet. Obwohl noch eine Reihe von Barrieren für die Realisierung des Wissenstransfers und von Gründungsvorhaben besteht, z. B. restriktive Regelungen des Dienstrechts, bürokratische Regelungen bei der Nutzung von Forschungslabors, beschäftigen sich die Hochschulen doch mehr und mehr mit der Kommerzialisierung von Forschungsergebnissen.[73]

Hochschulen betreiben auf verschiedene Art und Weise Wissenstransfer in die Wirtschaft. Börensen unterscheidet folgende Ebenen:[74]

- klassische akademische Ausbildung
- transferbezogene Weiterbildung
- Informationstransfer
- Personaltransfer (temporärer Wechsel von Hochschulpersonal in die Wirtschaft und umgekehrt)
- akademische Spin-Offs

Um den Wissenstransfer und die Gründung von Spin-Offs zu fördern, haben viele Hochschulen eigene Bereiche und Institutionen etabliert. Beispielhaft soll die Kontaktstelle für Forschungs- und Technologietransfer (KFT) der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) dargestellt werden.[75] Diese initiiert und betreut Kontakte zwischen der LMU und der Wirtschaft: Sie fördert Forschungskooperationen zwischen Wissenschaft und Unternehmen, bietet wissenschaftliche Weiterbildungsangebote für Unternehmen und unterstützt Wissenschaftler bei der Patentanmeldung sowie Spin-Off-Gründung. Strathmann, Leiter der KFT, hat für das Forschungsmarketing der LMU den Begriff „Forschungsdialog mit Wissenschaftlern“ geprägt: „Das ist so etwas wie Technologie-Scouting, zielt allerdings mehr auf den Dialog als auf die einseitige Suche ab. Im Kern geht es um die Ermittlung des Forschungspotenzial sowie um Hilfe und Unterstützung; ein Aspekt davon ist die Spin-Off-Gründung“.[76]

Neben den Hochschulen gibt es in Deutschland vier große außeruniversitäre Forschungsorganisationen:

Die Max-Planck-Gesellschaft ist in der Grundlagenforschung tätig. Ihre Schwerpunkte liegen in den Natur-, Bio-, Geistes- und Sozialwissenschaften. In 76 Instituten und 3 weiteren Forschungseinrichtungen sind mehr als 13.000 Beschäftigte tätig; das Jahresbudget umfasst über 1,7 Milliarden Euro.[77] Die Max-Planck Innovation in Garching bei München wurde 1970 als eine der ersten Technologietransferstellen in Deutschland gegründet. Sie unterstützt Wissenschaftler der Max-Planck-Gesellschaft bei der Bewertung von Erfindungen und der Anmeldung von Patenten, vermarktet Patente an die Industrie und berät und fördert Spin-Off-Gründer.[78]

Die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren ist mit über 26.000 Mitarbeitern in 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,3 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Tätigkeitsfelder reichen von der Krebs- und Gesundheitsforschung über die Luft- und Raumfahrtforschung bis hin zur Plasmaphysik.[79] Die Transferstellen der Helmholtz-Zentren bieten Unterstützungsleistungen von der Qualifizierung bis zum Personaltransfer. Von Bedeutung ist die Ascenion GmbH in München, die Forschungsergebnisse aus dem Life-Science-Bereich von mehreren Life-Science-Instituten an die Pharma- und Biotechnologieindustrie lizenziert. Zudem fördert Ascenion die Ausgründung von Spin-Offs. Letzteres geschieht durch Unterstützung bei der Formulierung des Businessplans, bei der Verwertung von Schutzrechten und bei der Beschaffung von Venture Capital.[80]

Die Leibniz-Gemeinschaft ist ein Zusammenschluss von 82 Forschungseinrichtungen in den Lebens- und Umweltwissenschaften sowie den Ingenieur-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften. Sie hat über 13.000 Beschäftigte, der Gesamtetat beträgt über 1,1 Milliarden Euro.[81] Die Technologietransferstelle LeibnizX in Bonn unterstützt Wissenschaftler durch Coaching, Kontaktvermittlung und bei der Suche nach Finanzierungspartnern.[82]

Die Fraunhofer-Gesellschaft ist mit 80 Forschungseinrichtungen, davon 56 Fraunhofer-Institute, mit 13.000 Mitarbeitern in der angewandten Forschung tätig. Die Fachgebiete umfassen verschiedene Technologiefelder von Automotive über Hochleistungskeramik und Produktion bis hin zu Life Sciences. Das Forschungsvolumen beträgt 1,3 Milliarden Euro pro Jahr, davon werden zwei Drittel durch Aufträge aus der Industrie erwirtschaftet.[83] Für Spin-Offs ist die Fraunhofer-Venture-Gruppe in München zuständig. Sie begleitet Wissenschaftler beim Gründungsprozess, unterstützt bei der Kooperationsanbahnung mit Unternehmen und hilft bei der Suche nach Venture Capital.[84]

3. Spin-Offs in Deutschland

Dieses Kapitel befasst sich mit deutschen Spin-Offs. Dargestellt werden Anzahl und Struktur von Spin-Offs und die volkswirtschaftliche Bedeutung.

3.1. Stand und aktuelle Entwicklungen

Zur Anzahl der Spin-Off-Gründungen in Deutschland und zu ihren wichtigsten Strukturmerkmalen wie Branchenzugehörigkeit, institutionelle und fachliche Herkunft, Forschungsintensität und Standort liegen nur wenige deutschlandweite Studien vor. Viele Studien fokussieren auf regionale Standorte oder bestimmte Zeiträume und Institutionen.[85] Eine kurze Beschreibung relevanter Studien findet sich in Anhang A1.

Zunächst soll versucht werden, die Anzahl der Spin-Offs in Deutschland zu ermitteln. Nach einer ZEW-Studie beträgt der Anteil der Spin-Offs an den Hightech-Gründungen 15 %, an allen Unternehmensgründungen knapp 1%.[86]

Die jährlichen Ausgründungsquoten deutscher Forschungsorganisationen konnten Hemer et al. relativ präzise eruieren, da diese Einrichtungen Spin-Off-Gründungen registrieren (s. Tabelle 3). Die Fraunhofer Gesellschaft nimmt den Spitzenplatz ein. Dies lässt sich dadurch erklären, dass die Fraunhofer-Institute sehr anwendungsnah und oft in Kooperation mit der Industrie forschen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3: Jährliche Ausgründungsquoten aus deutschen Forschungsorganisationen (Hemer et al.[91] )

Für Spin-Offs aus Hochschulen ist laut Hemer et al. kaum eine Angabe von Zahlen möglich, da dort die Mehrheit an Ausgründungen zustande kommt, ohne dass die Hochschulen informiert sind oder Hilfestellung leisten. So kommen die Autoren zu dem Schluss, dass „… die Grundgesamtheit akademischer Spin-Offs weder in Deutschland noch in anderen größeren Industrieländern hinreichend bekannt ist.“[92]

Dennoch gibt es einige Studien, die Zahlen und Strukturen von Spin-Offs deutschlandweit ermitteln. Die erste Studie wurde 1998 mit dem ATHENE-Projekt unternommen. Befragt wurden Transferstellen und Institutsleiter von Hochschulen und Forschungsorganisationen. Für das Jahr 1997 wurden 1.250 Spin-Offs aus technologieintensiven Branchen gezählt, davon 150 aus Forschungsorganisationen, 650 aus Hochschulen und 450 aus Unternehmen.[93] Somit wurde von 800 akademischen Spin-Offs ausgegangen.

Laut einer ZEW-Studie aus dem Jahr 2007 werden jährlich 2.300 Spin-Offs gegründet.[94] Erfasst wurden Spin-Offs aus den Spitzen- und hochwertigen Technologien, aus den technologieorientierten Dienstleistungen sowie aus den wissensintensiven Dienstleistungen. Da es sich nach Gottschalk et al. nur bei etwas mehr als 10 % aller Spin-Offs um Hightech-Spin-Offs handelt, kann von rund 250 Hightech-Spin-Offs pro Jahr ausgegangen werden.[95] Die Befragung erfolgte im Rahmen des ZEW-Hightech-Gründerpanels.[96]

Andere Untersuchungen liefern noch geringere Zahlen. Kienbaum geht bei der Bestandsaufnahme des wissens- und technologieorientierten Gründungsgeschehens in Deutschland von rund 130 Hightech-Gründungen pro Jahr aus.[97] Egeln et al. ermittelten etwa 200 Hightech-Spin-Offs pro Jahr.[98]

Wippler hat durch die Auswertung verschiedener Studien ermittelt, dass der Anteil der Spin-Offs an Hightech-Gründungen in Deutschland zwischen 15 % und 28 % liegt, in den USA zwischen 1 % und 25 %.[99] Somit sind die Spin-Off-Raten entgegen der vorherrschenden Meinung in Deutschland höher als in den USA. Dass die USA oft zu Unrecht als Vorbild für ihre Spin-Off-Aktivitäten gelten, bestätigen auch Hemer et al.: So gibt es „… Hinweise, dass die Zahl der akademischen Spin-Offs in den USA, bezogen auf vergleichbare Nenner wie Forschungsvolumen oder Forschungspersonal, hinter europäischen Werten zurückbleiben und dass die überragende Qualität bzw. der größere ´Erfolg´ der Ausgründungen durchaus nicht belegt ist.“[100]

[...]


[1] Vgl. Blanchard, Olivier; Illing, Gerhard 2006, S. 301 ff. Die neoklassische Wachstumstheorie von Solow beschreibt und erklärt die traditionellen Determinanten des langfristigen Wirtschaftswachstums. Kernaussage des Solow-Modells ist, dass langfristiges Wachstum einer Volkswirtschaft nur durch technischen Fortschritt möglich ist.

[2] Vgl. Shane, Scott 2004, S. 41.

[3] Hemer, Joachim; Schleinkofer, Michael; Göthner, Maximilian 2007, S. 27.

[4] Vgl. Darstellung wichtiger empirischer Studien zu Spin-Offs im Anhang A1.

[5] Shane weist darauf hin, dass auch in den USA Spin-Offs nicht ausreichend wissenschaftlich untersucht sind: „However, scholarly investigation of this phenomen is virtually non-existent“; Shane, Scott 2004, S. 2.

[6] Vgl. Mayring, Philipp 2002, S. 67 ff. Bei einem problemzentrierten Interview handelt es sich um eine offene, halbstrukturierte Befragung. Der Befragte kann frei antworten, das Gespräch ist jedoch zentriert auf eine bestimmte Problemstellung, auf die der Interviewer aufgrund eines zuvor erstellen Fragenkatalogs immer wieder zurückkommt.

[7] Vgl. Szyperski, Norbert; Nathusius, Klaus 1999, S. 25.

[8] Fritsch, Michael; Grotz, Reinhold 2002, S. 7.

[9] Vgl. Fritsch, Michael; Grotz, Reinhold 2002, S. 6 ff.

[10] Szyperski, Norbert; Nathusius, Klaus 1977, S. 27.

[11] Vgl. Gottschalk, Sandra et al. 2007, S. 71 ff. Nach dem ZEW-Gründungspanel gelten als Hightech-Gründungen einerseits Gründungen aus den technologieintensiven Wirtschaftszweigen des verarbeitenden Gewerbes sowie andererseits technologieintensive Dienstleistungen (z.B. Ingenieurbüros, Datenverarbeitungsdienste). Die Gründungen des verarbeitenden Gewerbes werden unterteilt in Gründungen im Bereich hochwertige Technik (FuE-Intensität zwischen 3,5 und 8 %, z.B. Maschinenbau, Medizintechnik) und Spitzentechnik (FuE-Intensität größer 8 %, z.B. Luft- und Raumfahrzeugbau, Messtechnik).

[12] Vgl. LEO 2008: Die Übersetzung des englischen Begriffs „Spin-Off“ lautet „Nebenprodukt“.

[13] Enßlin, Klaus J. 1989, S. 7.

[14] Vgl. Steffensen, Morten et al. 1999, S. 93 ff.

[15] Vgl. Pirnay, Fabrice et al. 2003, S. 357 f. Einen weiteren Überblick über verschiedene Definitionen gibt Riegel, Sylke 2002, S. 328.

[16] Vgl. Mustar, Philippe et al. 2006, S. 289 ff. Die Matrix findet sich auf S. 301. Unter den untersuchten Studien befindet sich keine einzige deutsche Studie, jedoch einige Studien aus Europa, z. B. aus Finnland, Schweden, Frankreich und den Niederlanden.

[17] Vgl. Wright, Mike et al. 2007, S. 66 ff. Eine tabellarische Übersicht der Systematik findet sich auf S. 75 f. Hierbei werden die drei Spin-Off-Typen hinsichtlich ihrer Verbindung mit der Mutterorganisation, des Geschäftsmodells und der Ressourcen eingeordnet.

[18] Vgl. LEO 2008: Die Übersetzung des englischen Begriffs „Prospector“ lautet „Schürfer, Goldsucher“.

[19] Vgl. Szyperski, Norbert; Klandt, Heinz 1981, S. 16; vgl. auch Garvin, David A. 1983, S. 3; vgl. auch Mahar, James F.; Coddington, Dean C. 1965, S. 141; vgl. auch Knecht, Thomas C. 1998, S. 24.

[20] Vgl. Knecht, Thomas C. 1998, S. 24.

[21] Als Synonym für „Hightech-Spin-Offs“ werden in der Literatur auch die Begriffe „innovative Spin-Offs“, „technologieorientierte Spin-Offs“ und „forschungsbasierte Spin-Offs“ verwendet. Heidrich fasst Spin-Offs unter dem Begriff „Campus Companies“. Zu diesen zählen zudem eigenständige Labors, Forschungs- und Entwicklungszentren oder auch An-Institute, d.h. eigenständig Organisationen, die in Verbindung mit einer Hochschule/Forschungseinrichtung stehen und deren Leistungen vom Markt nachgefragt werden; vgl. Heidrich, Wolfgang 1997, S. 25 ff.

[22] Vgl. Pérez Pérez, Manuela; Sánchez Martínez, Angel 2003, S. 824 f.

[23] Vgl. Müller, Kathrin 2008, S. 10. Müller ermittelte, dass nur 33 % aller deutschen Spin-Offs innerhalb eines Jahres nach dem Ausscheiden des Wissenschaftlers aus der Mutterorganisation gegründet wurden. Für alle Gründungen mit einem größeren Zeitabstand lag das Mittel bei elf Jahren. Hier ist jedoch zu fragen, ob es sich bei diesen Ausgründungen noch um Spin-Offs aus der Wissenschaft handelt. Ein Gründer, der jahrelang in einem Industrieunternehmen gearbeitet hat, wird sich dort ein hohes Maß an zusätzlichem Wissen angeeignet haben, so dass seine Kompetenzen nicht mehr nur auf seine wissenschaftlichen Erfahrungen zurückgeführt werden können. Zudem wird er während dieser Zeit neue Technologien entwickelt bzw. bestehende Technologien weiterentwickelt haben, so dass diese nicht mehr alleine auf seinen Leistungen in der Mutterorganisation beruhen.

[24] Vgl. Roberts, Edward B.; Malone, Denis E. 1996, S. 20 ff. Je nach Zusammenwirken dieser Einheiten können verschiedene Prozessmodelle entstehen, S. 25 ff.

[25] Vgl. Wright, Mike et al. 2007, S. 115 ff.

[26] Vgl. Schmude, Jürgen et al. 2008, S. 291 ff.

[27] Vgl. Riegel, Sylke 2002, S. 330 ff.

[28] Vgl. Wippler, Armgard 1998, S. 21 ff.

[29] Vgl. Auer, Michael 2007, S. 34 ff.

[30] Vgl. Gemünden, Hans G.; Konrad, Elmar D. 2000, S. 247 ff.

[31] Vgl. Barney, J. 1991, S. 105 ff.

[32] Vgl. Brüderl, Josef et al. 2007, S. 45 ff.

[33] Vgl. Riegel, Sylke 2002, S. 333; vgl. auch Blum, Ulrich; Leibbrand, Frank 2001, S. 16.

[34] Vgl. Ripsas, Sven 1997, S. 65.

[35] Reckenfelderbäumer, Martin 2007, S. 6 f.

[36] Vgl. Schneider, Dieter 1997, S. 46 ff. Weitere in der Literatur genannte Unternehmerfunktionen wie etwa die Funktion des Kapitalgebers, des Vertragsschließenden oder auch des Industrielenkers hat Schoppe zusammengestellt; vgl. Schoppe, Siegfried G. 1995, S. 281 ff.

[37] Vgl. Freiling, Jörg 2006, S. 90 ff.

[38] Freiling, Jörg 2006, S. 91. Das Risiko-Management entspricht hierbei der Übernahme der Einkommensunsicherheit bei Schneider.

[39] Drucker, Peter F. 2004, S. 27.

[40] Bygrave, William D. 1998, S. 114.

[41] Freiling, Jörg 2006, S. 77.

[42] Vgl. Freiling, Jörg 2006, S. 157.

[43] Vgl. Freiling, Jörg 2006, S. 162 ff.

[44] Vgl. Freiling, Jörg 2006, S. 162 ff; vgl. auch Börensen, Rainer 2006, S. 101 ff.; vgl. auch Schumann, Katja 2005, S. 20.

[45] Vgl. Freiling, Jörg 2006, S. 162 ff.

[46] Faltin, Günter; Zimmer, Jürgen 1998, S. 258.

[47] Tönnessmann, Jens 2008, S. 78.

[48] Schumpeter, Joseph 1931, S. 100.

[49] Barnett, Homer G. 1953, S. 7.

[50] Hauschildt, Jürgen 1997, S. 7.

[51] Reckenfelderbäumer, Martin 2006, S. 22, 26.

[52] Vgl. Zahn, Erich 1995, S. 362 ff.

[53] Zahn, Erich 1995, S. 4.

[54] Vgl. Brockhoff, Klaus K. 1999, S. 27.

[55] Vgl. Gerpott, Torsten J. 2005, S. 26 f.

[56] Vgl. Gerpott, Torsten J. 2005, S. 27.

[57] Vgl. BMBF 2005, S. 21.

[58] Vgl. Fichtel, Roland 1997, S. 28 ff. Der Lebenszyklus einer Technologie umfasst die Phasen Entstehung, Wachstum, Reife und Alter.

[59] Vgl. Bower, Joseph L.; Christensen, Clayton M. 1995, S. 45 f.

[60] Vgl. Hindle, Kevin; Yencken, John 2004, S. 796.

[61] Vgl. Drucker, Peter F. 1985, S. 267 f.

[62] Bower, Joseph L.; Christensen, Clayton M. 1995, S. 50; vgl. auch Zahn, Erich 1995,
S. 13 f.

[63] Vgl. Brockhoff, Klaus K. 1999, S. 44.

[64] Vgl. Brockhoff, Klaus K. 1999, S. 44.

[65] Vgl. Brockhoff, Klaus K. 1999, S. 51 ff; vgl. auch Schumann, Katja 2005, S. 26.

[66] Jonas, Michael 2000, S. 37.

[67] Lee, Young; Gaertner, Richard 1994, S. 389.

[68] Schroeder, Klaus et al. 1991, S. 5. Heute wird vielfach auch der Begriff „Wissenstransfer“ verwendet, da es sich bei dem Transferobjekt nicht zwingend um Technologien handeln muss.

[69] Vgl. Hemer, Joachim et al. 2006, S. 64.

[70] Vgl. Auer, Michael 2007, S. 3 f.

[71] Die Mutterorganisationen werden in der Literatur auch Inkubatoren genannt. Im Rahmen dieser Arbeit wird der Begriff „Mutterorganisationen“ verwendet, da als „Inkubatoren“ häufig Technologie- und Gründerzentren bezeichnet werden, die in erster Linie Büroräume und -dienstleistungen zur Verfügung stellen; vgl. Riegel, Sylke 2002, S 329.

[72] Vgl. BMBF 2008. Die weiteren über 100 Hochschulen bestehen u. a. aus Kunsthochschulen und Verwaltungsfachhochschulen, sind aber als Mutterorganisationen für Spin-Offs nicht interessant.

[73] Vgl. Börensen, Rainer 2006, S. 241.

[74] Vgl. Börensen, Rainer 2006, S. 28. Einen Überblick über Möglichkeiten und Arten des Technologietransfers in Deutschland im Vergleich zu den USA geben Abramson, Norman H. et al. 1997.

[75] Vgl. LMU 2008.

[76] Vgl. Strathmann, Frank W. 2008.

[77] Vgl. Max-Planck-Gesellschaft 2008.

[78] Vgl. Max-Planck-Innovation 2008.

[79] Vgl. Helmholtz-Gemeinschaft 2008.

[80] Vgl. Ascenion GmbH 2008.

[81] Vgl. Leibniz Gemeinschaft 2008.

[82] Vgl. Leibniz X 2008.

[83] Vgl. Fraunhofer Gesellschaft 2008.

[84] Vgl. Fraunhofer-Venture-Gruppe 2008.

[85] Vgl. Knecht, Thomas C. 1997; vgl. auch Szyperski, Nobert; Klandt, Heinz 1981; vgl. auch Konegen-Grenier, Christiane; Winde, Mathias A. 2002; vgl. auch . Isfan, Katrin; Moog, Petra 2003.

[86] Vgl. Gottschalk, Sandra et al. 2007, S. 8.

[87] Inklusive nicht forschungsbasierte Dienstleister.

[88] Bezogen auf die angestellten Wissenschaftler in den Fraunhofer-Instituten, ohne Zentrale.

[89] Bezogen auf die angestellten Wissenschaftler in den Fraunhofer-Instituten, ohne Zentrale.

[90] 37 % der Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft sind durch geistes-, sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Fachgebiete geprägt, die traditionell wenig ausgründungsnah sind.

[91] Hemer et al. 2006, S. 90.

[92] Hemer et al. 2006. S. 194.

[93] Vgl. ADT 1998, S. 154 ff.

[94] Vgl. Gottschalk, Sandra et al. 2007, S. 25. Die jährliche Gründungsrate blieb von 1995 bis 2006 annähernd konstant.

[95] Vgl. Gottschalk, Sandra et al. 2007, S. 28.

[96] Vgl. Gottschalk, Sandra et al. 2007, S. 73 ff.

[97] Vgl. BMBF 2005, S. 20.

[98] Vgl. Egeln, Jürgen et al. 2003, S. 39.

[99] Vgl. Wippler, Armgard 1998, S. 118 f.

[100] Hemer, Joachim et al. 2006, S. 184.

Details

Seiten
125
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783836638395
Dateigröße
817 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v227324
Institution / Hochschule
Wissenschaftliche Hochschule Lahr – Betriebswirtschaftslehre, Marketing
Note
1,0
Schlagworte
spin-off hightech-gründung gründerpersönlichkeit transferobjekt technologietransfer

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Titel: Spin-Offs: Wie Wissenschaftler zu Unternehmern werden