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Die Entwicklungen im nachhaltigen Tourismus und die Beiträge zur Regionalentwicklung am Beispiel der Region Söderslätt (Schweden)

Diplomarbeit 2007 172 Seiten

Politik - Sonstige Themen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kurzfassung

Abstract

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Vorwort

1 Ausgangslage und Überblick

2 Ziele

3 Die Rolle der Nachhaltigkeit in Politik und Gesellschaft
3.1 Die Entstehung der Nachhaltigkeitstheorien
3.1.1 Konferenz von Rio 92
3.1.2 Johannesburg 2002
3.1.3 Agenda 21
3.1.4 Nachhaltige Tourismusentwicklung
3.2 Politik der Nachhaltigkeit
3.2.1 Internationale Ebene
3.2.2 Nationale Ebene
3.2.3 Regionale Ebene
3.3 Privatpersonen
3.4 Nachhaltiges Denken in der Industrie

4 Kommunale und regionale Planungsprozesse im nachhaltigen Tourismus
4.1 Politik auf Tourismusebene
4.1.1 Tourismuspolitik auf internationaler Ebene
4.1.2 Tourismuspolitik auf nationaler Ebene
4.1.3 Tourismuspolitik auf Länderebene
4.2 Nachhaltigkeitsaspekte in der Tourismusplanung
4.2.1 Destinationsplanung
4.2.2 Produktplanung
4.2.3 Aufgaben der Tourismusorganisation in der Region
4.3 Hilfestellungen für qualitative Planungsprozesse im nachhaltigen Tourismus
4.3.1 Überregionale Gremien und Organisation
4.3.2 Anwendung von Umwelt- und Produktkennzeichen
4.3.3 Professionelle Umweltmanagementsysteme
4.3.4 Externe Hilfestellungen von Beratungsunternehmen

5 Beiträge des nachhaltigen Tourismus zur Regionalentwicklung
5.1 Schnittpunkte des Tourismus und der Regionalentwicklung
5.1.1 Einflussarten des Tourismus auf die Region
5.1.2 Synergieeffekte für Tourismus und Region
5.1.3 Interessenskonflikte
5.2 Handlungsoptionen für nachhaltige Entwicklung in der Region
5.2.1 Ansätze zur Messung von touristischen Einflüssen
5.2.2 Strategien für Nachhaltigkeit
5.2.3 Projektbegleitung und Initiativenförderung
5.2.4 Ressourcenschonung durch touristische Verkehrsplanung

6 Fallbeispiel Region Söderslätt, Schweden
6.1 Kurzdarstellung der Thematik
6.1.1 Schweden und sein Tourismus
6.1.2 Söderslätt im Süden Schwedens
6.1.3 Tourismus in Söderslätt
6.2 Tourismusentwicklung und Projekte in Söderslätt
6.2.1 Entwicklung durch das Tourismusgremium Söderslätt
6.2.2 Touristische Projekte der Tourismusentwicklung
6.2.3 Die regionale Marke „Gåsamärkt“
6.3 „Best-Practice“-Beispiel: Ängavallen, Vellinge
6.3.1 Kurzdarstellung
6.3.2 Tourismusprodukte
6.3.3 Bewertung
6.4 Bewertung der Tourismusarbeit zur Regionalentwicklung in Söderslätt
6.4.1 Beiträge zur nachhaltigen Regionalentwicklung
6.4.2 Probleme und Konflikte der Tourismusentwicklung in Söderslätt
6.4.3 Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Tourismusentwicklung

7 Zusammenfassung und Ausblick
7.1 Zusammenfassung
7.2 Fazit
7.3 Ausblick

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Interviews

Anhang A: Auszüge der Interviews
Persönliches Interview: Hr. Mikael Backman, IIIEE Tourismus Department
Persönliches Interview: Hr. Nils-Arvid Andersson, Stadtgemeinde Vellinge
Persönliches Interview: Fr. Viktoria D., Trelleborg
Persönliches Interview: Hr. Rolf Axel Nordström, Ängavallen, Vellinge

Erklärung

Stichwortverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Kriterien für eine nachhaltige Entwicklung

Abbildung 2: Studie Bertelsmann Stiftung „gesellschaftliche Verantwortung“

Abbildung 3: Studie Bertelsmann Stiftung „Gründe für gesellschaftliches Engagement“

Abbildung 4: Multiplikator-Effekt

Abbildung 5: Reisestern am Beispiel einer Flugreise nach Neuseeland

Abbildung 6: Geographische Lage Söderslätt, Schweden

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Kenntnis von Produktkennzeichen

Tabelle 2: Strategieplanung für Destinationen

Tabelle 3: Arten der Tragfähigkeit

Tabelle 4: Nationale Indikatoren der UNWTO

Tabelle 5: Lokale Indikatoren der UNWTO

Tabelle 6: Bevölkerungsstatistik Söderslätt

Tabelle 7: Durchschnittliches Einkommen Söderslätt

Tabelle 8: Arbeitslosenquote Söderslätt

Tabelle 9: Umsatz im Tourismus in der Region Söderslätt

Tabelle 10: Tagesbesucher in der Region Söderslätt

Tabelle 11: Übernachtungen in der Region Söderslätt

Tabelle 12: Touristische Attraktionen der Region Söderslätt

Tabelle 13: Kurz- und langfristige Ziele der Produktmarke "Gåsamärkt"

Tabelle 14: Effekte der Produktkennzeichnung auf den Ebenen der Nachhaltigkeit

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kurzfassung

Gegenstand der hier vorgestellten Arbeit ist eine Ausarbeitung der Entwicklungsprozesse im nachhaltigen Tourismus. Die Arbeit gibt zunächst einen Überblick über die Entstehung der Nachhaltigkeitstheorien und deren Anwendung in der Gesellschaft. Darauf aufbauend werden dem Leser die Grundlagen und Managementtechniken für den Aufbau von nachhaltigen Tourismusformen vorgestellt. In nächstem Schritt werden die verschiedenen Einflussfaktoren des Tourismus auf die Regionalentwicklung diskutiert und bewertet. Beispiele für Strategien und weitere Handlungsoptionen werden in diesbezüglich gegeben, wie eine Destination nachhaltig gestaltet werden kann. Abschließend erfolgt eine Fallstudie am Beispiel der schwedischen Region Söderslätt, um die Techniken und Prozesse einer effizienten Tourismusentwicklung in der Praxis zu veranschaulichen.

Schlagwörter : Tourismus, Nachhaltigkeit, Regionalentwicklung, Destination

Abstract

This paper presents a composition of development processes of sustainable tourism. First of all, the thesis gives an overview about the emergence of the theories of sustainability and their practice in the society. In the next step, the basics and management techniques for the implementation of a sustainable tourism are shown. A discussion then follows about the different impacts of tourism business in the regional development. Accordingly examples of strategies are given about how to design a destination in a sustainable manner. To demonstrate the practices of techniques and processes of an efficient tourism development, a case study about the Swedish region Söderslätt is included.

Keywords: tourism, sustainability, regional development, destination

Vorwort

Diese Diplomarbeit möchte ich in erster Linie meiner Mutter, Inga Lotter, widmen. Sie hat mich stets in all den Semestern meines Studiums unterstützt und in meinen Plänen ermutigt. Dafür bedanke ich mich ganz herzlich bei ihr.

Ich möchte mich ebenfalls bei meiner Betreuerin Frau Prof. Dr. Irmela Neu bedanken, die mir, sowohl in der Themenfindung als auch in der Ausarbeitung der Diplomarbeit, stets mit ihrem Rat und ihrer Hilfe zur Seite stand.

Für die Organisation der Fallstudie in der Region Söderslätt gilt mein besonderer Dank Herrn Mikael Backman vom Institut IIIEE der Universität Lund. Er hat mich an die Tourismusregion Söderslätt herangeführt und mir die nötigen Kontakte vermittelt, um eine Untersuchung möglich zu machen. In diesem Zusammenhang danke ich auch all meinen Interviewpartnern und dem Personal der IIIEE.

Zum Abschluss möchte mich ich bei meiner Freundin Janina bedanken, die ich als Unterstützung und wichtigen Menschen in diesen Monaten der Arbeit nicht missen wollte.

Mit der Erstellung dieses Werk wurde ich vor eine neuartige Aufgabe gestellt, mit der ich im Verlauf meines Studiums noch nicht konfrontiert war. Trotz der Mühe und des hohen Zeitaufwands, blicke ich nun zufrieden auf diese Arbeit zurück und bin glücklich diese Erfahrung gemacht zu haben.

München im März 2007

1 Ausgangslage und Überblick

Der Geschäft des Reisens hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem der am schnellst expandierenden Wirtschaftszweige weltweit entwickelt. Mit über 800 Millionen Gästeankünften in 2005 und einer durchschnittlichen Wachstumsrate pro Jahr von 6,5% seit 1950, erzeugt die Industrie einen bedeutenden Beitrag zum Weltwirtschaftsaufkommen. Neben der ökonomischen Leistung und dem damit verbundenen Einkommen muss allen Interessensgruppen im Tourismus auch bewusst sein, dass dieser Anstieg nicht nur positive Auswirkungen auf die Destination[1] und die Menschen vor Ort hat, sondern auch andere relevante Aspekte zu berücksichtigen sind. Die Einbeziehung von kulturellen und natürlichen Ressourcen rückt diesbezüglich enger in die planerische Betrachtung, da sie die Grundlage für den langfristigen Erfolg der wirtschaftlichen Tätigkeit sind. Der Umgang mit diesen Bausteinen ist somit von entscheidender Bedeutung. Die Forderung nach einer nachhaltigen Entwicklung im Tourismus, wie auch in anderen Bereichen, wurde infolgedessen vermehrt gestellt.

Nach erstmaligen Studien und Programmen der Vereinigten Nationen und des Club of Rome in den 70er Jahren zur zukünftigen Entwicklung, wurde 1987 durch den „Brundtland-Bericht“ der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung erstmalig der Begriff der „nachhaltigen Entwicklung“ in einer allgemeinen Form definiert. Seither ist der Begriff zu einer beliebten Floskel im Sprachgebrauch von Politikern, Unternehmern und auch Privatpersonen geworden. Dennoch ist häufig unklar, wie dieses Thema aufgegriffen und in entsprechende Handlungen umgesetzt wird. In Anbetracht der Größe und seines rasanten Wachstum wurden auch die einzelnen Nationen auf den Tourismus und seine Problematiken aufmerksam. In ihrer politischen Arbeit sollte daher versucht werden, den Fremdenverkehr sowohl gewinnbringend als auch nachhaltig zu gestalten. Aufgrund der hohen Komplexität und der eingeschränkten Handlungsspielräume ist geringer Aktionismus zu erkennen, was zu einer Fokussierung der nationalen Ebene geführt hat. Es stellt sich demnach für die planenden Personen in der Region die Aufgabe, die Entwicklungsrichtung zum Großteil eigenständig zu spezifizieren und auszuüben. Das Ziel darf es dabei nicht nur sein, negative Auswirkungen auf die ökonomischen, ökologischen und soziokulturellen Dimensionen zu verhindern, sondern Möglichkeiten zu erarbeiten, damit der Tourismus auch einen positiven Beitrag zur Entwicklung der Region schaffen kann.

Das Konzept der Tourismusentwicklung in der Region ist nicht neuartig, und meist jede Destination verfügt bereits über ein derartiges Modell. Häufig werden jedoch die Wechselbeziehungen des Fremdenverkehrs mit den verschiedenen Interessensgruppen und anderen Bereichen, wie der Industrie und der Infrastruktur, nicht ausreichend erkannt. Darüber hinaus wird die Verwendung der vorhandenen natürlichen und kulturellen Ressourcen mit den erforderlichen Praktiken für deren Erhalt nicht ausreichend in Zusammenhang gebracht. Die Betrachtungsweise bezieht sich so gesehen bisher nur auf wenige Punkte der relevanten Überlegungen zur Regionalentwicklung, anstatt dieser eine ganzheitliche Planung beizumessen. Ein breiterer Blickwinkel ist deshalb notwendig, um die verschiedenen Einflussfaktoren des Tourismus bedarfsgerecht zu erkennen und anhand dieser regionsspezifische Strategien zu entwickeln und anzuwenden. Ebenfalls zu untersuchen gilt es, welche Möglichkeiten darüber hinaus bestehen, von externen Personen und Instanzen Unterstützung zu beziehen, um eine nachhaltige Tourismusentwicklung mit einer effizienten Förderung der Region zu kombinieren.

Der Hauptteil der vorliegenden Arbeit beginnt in Kapitel drei mit einer Untersuchung zur Rolle der Nachhaltigkeit in Politik und Gesellschaft. Es wird dabei die politische Arbeit der verschieden Ebenen untersucht und entstandene Studien zu diesem Thema ausgewertet. Im darauf folgenden Kapitel schließt sich ein Leitfaden für kommunale und regionale Planungsprozesse für einen nachhaltigen Tourismus an. Die relevanten Faktoren werden hierbei beschrieben und mögliche Hilfestellungen zur Unterstützung der Planung diskutiert. In Kapitel fünf werden die Beiträge des nachhaltigen Tourismus zur Regionalentwicklung erörtert und diesbezüglich Strategieempfehlungen und Handlungsoptionen gegeben. Zur praktischen Veranschaulichung wird im letzten Kapitel des Hauptteils eine Fallstudie anhand der schwedischen Region Söderslätt durchgeführt, um die angesprochenen Konzepte in der Praxis zu veranschaulichen.

Das Ergebnis dieser Arbeit ist eine Erörterung des Themas der Nachhaltigkeit in den relevanten Planungsbereichen sowie eine Zusammenstellung der notwendigen Entwicklungsprozesse in der Destination. Die ausgesprochenen Handlungsempfehlungen und Strategieansätze geben Destinationen einen Überblick, welche Schritte und Einflussfaktoren für eine nachhaltige Tourismusentwicklung einzubeziehen sind.

2 Ziele

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Veranschaulichung der Entwicklungsprozesse im nachhaltigen Tourismus und seiner Beiträge zur Regionalentwicklung.

Die Entstehung der Thematik „Nachhaltigkeit“ im internationalen Kontext mit seinen geschlossenen Übereinkünften, Leitlinien und Handlungsprogrammen sollen zunächst näher vorgestellt werden. Anschließend soll untersucht werden, inwieweit die entstandenen Konzepte zur Nachhaltigkeit in der Gesellschaft von der Bevölkerung und der Wirtschaft umgesetzt werden.

Mit dem Hauptfokus der Arbeit auf die Tourismusentwicklung soll daraufhin die politische Arbeit der Institutionen auf den verschiedenen Ebenen erläutert und der Stellenwert von nachhaltigen Konzepten diskutiert werden. Die einzelnen Zuständigkeitsbereiche werden gezeigt, und es sollen die Grundlagen für die Planungsprozesse in der Destination dargelegt werden. In diesem Zusammenhang sollen auch mögliche Hilfestellungen, die der Region zur Verfügung stehen, ausführlich erklärt und diskutiert werden.

Aufgrund der Vielschichtigkeit der touristischen Einflüsse sollen im weiteren Verlauf der Arbeit die relevanten Aspekte voneinander getrennt und die Einflussgrößen auf die Regionalentwicklung untersucht werden. Im Anschluss sollen regionsspezifische Strategieansätze und mögliche Handlungsoptionen für den Aufbau eines nachhaltigen Tourismus erörtert werden, inwieweit diese eine positive Entwicklung der Destination beeinflussen können.

Zum Abschluss soll dem Leser durch ein Fallbeispiel mögliche Strategieansätze und Maßnahmen an einer Tourismusregion gezeigt werden, um die aufgezeigten theoretischen Grundlagen in der Praxis zu erläutern.

3 Die Rolle der Nachhaltigkeit in Politik und Gesellschaft

Die Entstehung der Nachhaltigkeitstheorien

Konferenz von Rio 92

Im Juni 1992 trafen sich Vertreter aus 178 Ländern zur UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro, um über die Fragen von Umwelt und deren Entwicklung im 21. Jahrhundert zu diskutieren.[2] 2400 Vertreter von nichtstaatlichen Organisationen (NGOs) nahmen an der Konferenz teil sowie 17.000 Menschen am parallel stattfindenden NGO-Forum. Bereits 20 Jahre zuvor wurde die erste größere internationale Konferenz der Vereinten Nationen über die Umwelt des Menschen (United Nations Conference on the Human Environment) organisiert, welche 1972 in Stockholm stattfand. Ihre Teilnehmer verabschiedeten die „Erklärung der Konferenz der Vereinten Nationen über die Umwelt des Menschen“.[3]

In Rio wurde die Begrifflichkeit der „nachhaltigen Entwicklung“ anerkannt, der in seiner Intention besagt, dass wirtschaftliche Effizienz, soziale Gerechtigkeit und die Sicherung der Lebensgrundlagen gleichrangige Ziele darstellen, die sich gegenseitig stützen sollen.[4] Hervorgegangen aus diesem anerkannten Entwurf der Vereinten Nation ist das zentrale Konzept der „Agenda 21“. Zusätzlich wurden Beschlüsse, wie die Rio-Erklärung über Umwelt und Entwicklung, die „Klimarahmenkonvention“, die „Wüstenkonvention“ und die „Biodiversitäts-Konvention“ erzielt. Viele der Autoren haben jedoch wenig Vertrauen in die Qualität in die geschlossen Verträge und zweifeln die Wirksamkeit der Übereinkünfte an.[5]

Die Rio-Erklärung über Umwelt und Entwicklung bekräftigt in ihren 27 Grundsätzen die verabschiedete Erklärung der Umweltkonferenz von Stockholm. Sie hat das Ziel, eine neue Ebene für eine enge Zusammenarbeit der beteiligten Nationen und ein gerechte Partnerschaft zu schaffen. Hauptaugenmerk soll auf der Wahrung der Interessen aller Beteiligten und die Unversehrtheit des globalen Umwelt- und Entwicklungssystems liegen. Der erste Grundsatz lautet:

Die Menschen stehen im Mittelpunkt der Bemühungen um eine nachhaltige Entwicklung. Sie haben das Recht auf ein gesundes und produktives Leben im Einklang mit der Natur. [6]

Die Beschlüsse aus der Konferenz von Stockholm und einigen weiteren Generalversammlungen, die in den Jahren 1989 bis 1992 stattfanden, waren die Basis für die „Klimarahmenkonvention“. Die Konferenzen beschäftigten sich mit den Umweltthemen der Wüstenbildung, der Erhöhung des Meeresspiegels und der Ausbreitung der Ozonschicht. Die Klimarahmenkonvention wurde in der vorliegenden Version 1992 im New York City verabschiedet und im gleichen Jahr auf dem Umweltgipfel von 154 Staaten unterschrieben.[7]

Aufgrund der Änderung des Erdklimas, der Erhöhung der Konzentration der Treibhausgase und der Erwärmung der Erdoberfläche, wird der globale Charakter der vorherrschenden Umweltproblematik dargestellt. Sie erfordert deshalb eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Nationen und die Einbringung des persönlichen Know-hows von Experten und der Mitgliedsstaaten.[8] Bisher kann eine Vorhersage zu Klimaänderungen nicht seriös und detailliert getroffen werden. Mit Gewissheit kann aber gesagt werden, dass der größte Teil der Emissionen aus Industrieländern kommt. Die unterzeichnenden Staaten sollen daher eine strenge Kontrolle der eigenen Tätigkeiten und umweltdienliche Rechtsvorschriften erlassen.

Grundsätze dieser Konvention sind[9]:

- Führung der Industrieländer aufgrund ihrer gegeben Fähigkeiten
- Besondere Berücksichtigung von Entwicklungsländern
- Vorsorgemaßnahmen zu treffen sowie Politik und Maßnahmen kostengünstig zu gestalten
- Anpassung und Einbindung in Entwicklungsprogramme
- Offenes Wirtschaftssystem sowie keine Diskriminierung und Beschränkung internationalen Handelns

Ziel der Klimarahmenkonvention ist die Übereinstimmung aller Staaten mit den einschlägigen Bestimmungen. Sie sieht eine Stabilisierung der Treibhauskonzentration zur Verhinderung einer gefährlichen anthropogenen Störung des Klimasystems vor. Dies geschieht in einem Zeitraum, in dem sich die Ökosysteme auf natürliche Weise den Klimaänderungen anpassen können. Ebenso ist ein Rahmen einzuhalten, in welchem die Nahrungsmittelerzeugung nicht bedroht und die wirtschaftliche Entwicklung fortgeführt wird.

Die Anwendung der geschlossenen Grundsätze von Rio ist von elementarer Bedeutung für eine Strategie zur Tourismusentwicklung. Vier Jahre nach der Weltkonferenz wurde die „Konferenz für Nachhaltigen Tourismus“ in Lanzarote mit mehreren Hundert teilnehmenden Delegierten veranstaltet. Aus dem Zusammentreffen entstand ein Aktionsplan mit einer globalen Strategie zur nachhaltigen Entwicklung im Tourismus. Die 18 Prinzipien umfassende Ausarbeitung beinhaltet Vorschläge zur Maßnahmenergreifung, Strategieansätze und weist auf die Grundlagen hin.[10] Hierunter fallen Punkte wie der Schutz des Kulturerbes und der Natur, erneuerbare Energien, Verkehr oder auch Handlungsoptionen für Planung und Management.

Johannesburg 2002

Im August 2004 trafen sich die Vereinten Nationen in Johannesburg zum „World Summit on Sustainable Development“. 10 Jahre nach der Konferenz von Rio wurde Bilanz über die bisherigen Tätigkeiten der damalig vereinbarten Handlungsprogramme gezogen. Es wurde festgestellt, inwieweit der Prozess der Agenda 21 vorangeschritten ist. Ebenso wurden zahlreiche Projekte vorgestellt, die den Fortschritt der Handlungsprogramms in den letzten Jahren verdeutlichen. Das Ergebnis der Konferenz war eine Regierungserklärung („Political Declaration“) und die Formulierung eines 65-seitigen Aktionsplans. Im Gegensatz zur Konferenz von Brasilien wurden bei diesem Treffen Messgrößen mit quantifizierbaren Zielmarken festgesetzt.[11]

Als Hauptproblem der Konferenz wurde die finanzielle Umsetzung genannt, da einige Ziele aufgrund finanzieller Dimensionen nicht oder nur sehr schwer realisierbar waren. Deshalb wurde bereits ein Konzept mit dem Titel „Global Marshall Plan“ ins Leben gerufen. Es sieht die Finanzierung und konkrete Umsetzung der Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen vor. Das Konzept wurde im Jahr 2000 von 191 Staaten unterschrieben und hält die Zielerreichung bis zum Jahr 2015 fest. Der „Global Marshall Plan“ beinhaltet die Entwicklung einer weltweiten ökosozialen Marktwirtschaft mit langfristig sozialen, ökologischen und kulturellen Standards. Als Methode ist eine „Global Governance Structur“ vorgesehen, welche eine Kopplung von UN, WTO, IWF, Weltbank sowie weiteren Institutionen darstellt. Sie setzt eine jährlich Aufbringung von zusätzlichen 100 Milliarden US$ für die Kofinanzierung der Entwicklung mit der Bereitschaft der reicheren Industrieländer voraus.[12] Es wird auf globale Wertschöpfungsprozesse gesetzt, welche die Haushalte nicht belasten und keine Wettbewerbsverzerrungen hervorrufen. Die Mittelverwendung erfolgt durch eigenverantwortliche Entwicklungswege. In erster Linie werden die Grundbedürfnisse befriedigt und daraufhin leistungsfähige Potenziale vor Ort ausgeschöpft. Die wichtigsten Prinzipien der Mittelverwendung sind die Transparenz und Kontrolle der Mittelflüsse, um so beispielsweise die Korruption einzudämmen.[13] Der „Global Marshall Plan“ ist eine Plattform und ein Netzwerk von positiv ausgerichteten Kräften aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Von einigen Vertretern der NGOs wurde die verfasste Regierungserklärung von Johannesburg als Problem und Kritikpunkt empfunden. Die Regierungserklärung enthält eine Reihe von politischen Erklärungen und wieder neu aufgenommene Prinzipien der Konferenz von Rio. Zudem führte sie erneut die bestehenden Aufgaben und Hauptbestandteile für eine zukunftsbeständige Entwicklung auf, wie die Armutsbekämpfung. Daher wurde Kritik geübt, dass diese Regierungserklärung nur von schwacher Natur sei. Die Vertreter der NGOs verfassten im Zuge der Kritik eine eigene Erklärung und riefen die „Earth Charter Initiative“ ins Leben. Diese beinhaltet vereinte Prinzipien unter den Hauptaspekten von Respekt und Pflege der Lebensgemeinschaften, ökologischer Unversehrtheit, sozialer und wirtschaftlicher Gerechtigkeit und Demokratie, Gewaltverzicht und Friede.

Das entworfene Aktionsprogramm („Plan of Implementation“) der Konferenz von Johannesburg umfasst verschiedene Kapitel zu unterschiedlichen Themenbereichen, welche in verschiedenen Aspekten eine nachhaltige Entwicklung beschreiben.[14]

- Im Bereich des Handels, wurden starke politische Signale an die WTO (World Trade Organization) gesendet, die eine Verbesserung des Marktzugangs von Entwicklungsländern thematisieren.
- Bei der Armutsbekämpfung wurde eine Verringerung des Bevölkerungsansteils auf der Welt, die von weniger als $1 pro Tag leben, bis 2015 als Ziel vereinbart.
- Das „Kyoto-Protokoll“ zur Bekämpfung des Klimawandels auf der Erde erhielt neuen Schwung und Zuspruch durch die Konferenz. Der Vertrag wurde von weiteren Staaten unterschrieben, wie vom großen Industrieland Russland. Außerdem wurde angeregt, vermehrt Investitionen in erneuerbare Energien zu tätigen und somit den Anteil an gesamten Energieformen zu erhöhen.
- Zum Zeitpunkt der Konferenz von Johannesburg lebten noch ca. 1,1 Milliarde Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser. Diese Zahl sollte bis 2015 halbiert werden.
- Natürliche Ressourcen und Artenvielfalt sollten geschützt werden und die Rate der vom Aussterben bedrohten Arten soll eingedämmt werden.
- Weitere Themen des Aktionsprogramms waren Gesundheit, Landwirtschaft, Bekämpfung von Korruption, Effizienz von Konsum und Produktion.

Agenda 21

Auf der Konferenz von Rio 1992 wurde ebenfalls ein langfristiges Handlungsprogramm der Staatengemeinschaft mit dem Namen „Agenda 21“ verabschiedet. Das wohl bekannteste Aktionsprogramm der UNCED, das aus dem Erdgipfel hervorging, soll die beteiligten Staaten an die Schwelle des 21. Jahrhunderts führen.[15] Die Nationalstaaten verpflichten sich, eine Entwicklung voranzutreiben, bei welcher die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen mit sozialen und wirtschaftlichen Grundlagen verbunden wird. Themen des „sustainable development“ (deutsch: nachhaltige Entwicklung) sind die Vermeidung von ökologischen Risiken, Maßnahmen gegen die zunehmende Verwüstung, Entwaldung, Erosion und Umweltverschmutzung sowie der Kampf für soziale Gerechtigkeit, Gesundheitsschutz und Armutsbekämpfung.

Das UNCED-Sekretariat hat den Internationalen Rat für kommunale Umweltinitiativen (ICLEI) gebeten, die Bedeutung der Arbeit von Gemeinden und Städten für eine zukunftsbeständige Entwicklung zu beschreiben. Aus dieser Arbeit ging das Kapitel 28 der Agenda 21 mit Titel „Initiativen der Kommunen zur Unterstützung der Agenda 21“ hervor. Es verdeutlicht die enorme Bedeutung der Beteiligung von Städten und Kommunen an der Agenda.[16]

Da viele der in der Agenda 21 angesprochenen Probleme und Lösungen auf Aktivitäten auf der örtlichen Ebene zurückzuführen sind, ist die Beteiligung und Mitwirkung der Kommunen ein entscheidender Faktor bei der Verwirklichung der in der Agenda enthaltenen Ziele. [17]

Die „kommunale Agenda 21“ soll nicht zwangsläufig eine Weiterentwicklung des kommunalen Umweltschutzes sein, sondern vielmehr eine Betrachtung von ökologischer Nachhaltigkeit im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und wirtschaftlicher Entwicklung.[18] Zur Durchführung dieses Aktionsprogramms sollen möglichst viele örtliche Kräfte, wie Ämter, Vertreter der Wirtschaft und lokale Interessensgruppen, für eine gemeinsame Zielfindung und Maßnahmendurchführung mit einbezogen werden. Die Agenda 21 ist auf kommunaler Ebene ein übergeordneter Wegweiser und Hilfestellung für die Erstellung des eigenen Leitbilds. Dieses Leitbild soll sich in verschiedenartigen Maßnahmen widerspiegeln, die sich an einem gemeinsamen Ziel orientieren und in dem sich ökologische, soziale und ökonomische Interessen wieder finden.[19] Es kann darüber hinaus viele weitere Vorteile und Funktionen unter sich vereinen. Es soll ein Konsens zwischen allen Beteiligten erreicht werden, um Einzelstrategien zu verhindern. Die Zielfindung durch Konsens ist ebenso wichtig für eine langfristige Entwicklung wie die Maßnahmenumsetzung. Ebenso dient sie als Kontrolle für die Zielerfüllung von geplanten Maßnahmen und für die Motivation der Teilnehmer. Projekte von Beteiligten außerhalb des organisatorischen Bereichs lassen sich einfacher auf die Integrationsfähigkeit in den Maßnahmenkatalog überprüfen.

Wie schon im Kapitel 28 der Agenda 21 verdeutlicht, hat die gesammelte Arbeit der Kommunen hohe Effekte mit globalen Auswirkungen, bei der jeder Teilnehmer Beiträge für eine Verbesserung schafft. Das Aktionsprogramm ist deshalb eine Zusammenfassung aller Dialogprozesse für eine zukunftsbeständige Entwicklung. Es gibt einen Zeitplan vor und weist die knappen finanziellen Ressourcen zu. Es wird somit zum zentralen Steuerungsinstrument für eine zukünftige Kommunalentwicklung. Unter Dialogprozess wird die Kommunikation zwischen örtlichen Interessensgruppen, Kommunalverwaltung, Wirtschaftsvertretern und Bürgern verstanden. Er hat das Ziel, die Interessen der Bürger wahrzunehmen und sich Expertenwissen von externen Akteuren zunutze zu machen.[20] Sie sind daher unerlässlich für die Zukunftsbeständigkeit. Obwohl Methoden wie Bürgerentscheide und Bürgerforen sehr schwer und langwierig durchzuführen sind, beruhen die ergriffenen Maßnahmen auf der Zustimmung der Bevölkerung.

Wolters kritisiert, dass das Thema „Tourismus“ und seine nachhaltigen Entwicklung in der Agenda 21 nur angeschnitten werden. Die Förderung von nachhaltigen Tourismusformen wird nicht explizit angesprochen, sondern taucht nur vereinzelt und in verschiedenen Zusammenhängen auf. Er räumt aber auch ein, dass die notwendigen Bedingungen für eine Reform des Wirtschaftszweiges Tourismus enthalten sind. Hierzu zählen ökologische Verträglichkeit, Ressourcenschonung, soziale Gerechtigkeit, gerechte Nutzenverteilung, Chancengleichheit und globale Verantwortung.[21]

Nachhaltige Tourismusentwicklung

Das Thema der Entwicklung wird von Baumgartner als „ein Prozess von Zustandsveränderungen innerhalb von räumlichen Einheiten“[22] beschrieben. Diese Veränderung der natürlichen Ressourcen wird entweder durch menschliche Eingriffe oder durch Eigendynamik verursacht. In der Literatur sind zahlreiche Definitionen über den Begriff „sustainable development“ zu finden. Der englische Begriff „sustainable“ wird im deutschen Sprachraum mit Begriffen wie „zukunftsfähig“, „tragbar“ oder „umweltverträglich“ übersetzt.[23] Im Zusammenhang mit dem globalen Thema hat sich der Begriff „Nachhaltige Entwicklung“ etabliert.[24] Spätestens seit Veröffentlichung des Berichts der Kommission für Umwelt und Entwicklung, auch bekannt als „Brundtland-Bericht“, wurde er zum Leitbild für globale Entwicklung.[25] In der Diskussion um die Definition der nachhaltigen Entwicklung stellt nach Meinung von Losang der Bericht den kleinsten gemeinsamen Nenner dar und ist bis heute noch das Rückgrat der Debatte. Das Programm des Abschlussbericht mit seiner langfristigen und globalen Entwicklungsstrategie hat dem Konzept der nachhaltigen Entwicklung sowohl auf wissenschaftlicher als auch politischer Ebene zum Durchbruch verholfen.[26] Die Kommission für Umwelt und Entwicklung hat sich in ihrem Bericht auf folgende Definition für „sustainable development“ festgelegt:

Humanity has the ability to make development sustainable to ensure that it meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs.[27]

Nach Becker besteht das vom Menschen gemachte System aus drei verschieden Dimensionen, welche sich wechselseitig beeinflussen:[28]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Kriterien für eine nachhaltige Entwicklung[29]

Darauf aufbauend wurde in den Folgejahren auch der Begriff des „nachhaltigen Tourismus“ geprägt. Ähnlich wie beim Thema der nachhaltigen Entwicklung sind hier die drei Dimensionen zu finden. Zum einen soll der Tourismus umweltfreundlich gestaltet werden, was ein großes Interesse an einer intakten Natur und möglichst wenig Infrastruktureingriffe bedeutet. Zum anderen muss die örtliche Bevölkerung und die ihr verbundenen Kultur und Lebensweise geschützt. Zudem muss der Erhalt ihrer Eigenständigkeit gesichert sein. Als abschließenden Punkt wird bei der ökonomischen Komponente eine vernetzte Regionalentwicklung betrieben, die auch eine breite Förderung der Wirtschaftsstruktur beinhaltet.[30] Die geschilderten Hauptziele bilden die Basis für die Formulierung von Strategieansätzen zur Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus.

Beim Aufbau eines nachhaltigen Tourismus sind zwei verschiedenartige Handlungsoptionen zu unterscheiden.[31] Zum einen werden Korrekturmaßnahmen der Raumordnung und Regionalpolitik ergriffen, um Folgeerscheinungen der Tourismusentwicklung zu verhindern. Durch präventive Maßnahmen kann ein Vorgriff erfolgen, um einer schädlichen Entwicklung entgegenzuwirken. Beispiele sind Schutzgebietverordnungen, Verkehrsregulierungen oder Kapazitätsbeschränkungen. Andererseits können Tourismusangebote in ihren umwelt- und sozialverträglichen Komponenten nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit gestaltet werden.

Politik der Nachhaltigkeit

Internationale Ebene

Die Konferenz von Rio 1992 hat die Notwendigkeit einer grundlegenden Umgestaltung institutionalisierter Strukturen und Prozesse deutlich gemacht. Dies betrifft auch insbesondere die Verbesserung der Entscheidungsprozesse auf allen Ebenen und in allen Ministerien. Eine integrative Politik setzt die Integration von Entwicklungs- und Umweltzielen in die Entscheidungsfindung der politischen und planerischen Ebene voraus, um das Leitbild der Agenda wahrzunehmen. Etwa 60 Nationen, darunter sowohl Industrie- als auch Entwicklungs- und Schwellenländer haben dazu Umweltaktionspläne und Nachhaltigkeitsstrategien entwickelt. In einigen Ländern wie den Niederlanden oder Großbritannien werden außerdem regelmäßige Zielvereinbarungen auf ihre Einhaltung überprüft, um Maßnahmen und Ziele anzupassen.[32] Die formelle nationale Planerstellung für die umweltpolitischen Prozesse liegt im internationalen Vergleich zwischen sechs Monaten und drei Jahren, wobei aber die faktische Planungsperiode meist länger anzusetzen ist. Die Dauer dieses Planungsprozesses ist abhängig von der Größe des Landes und der jeweiligen Regierungsform, aber auch von der Lern- und Konsensfähigkeit. In vielen europäischen Industrieländern, wie den Niederlanden, der Schweiz, Dänemark, Schweden, wie auch in asiatischen und nordamerikanischen Ländern, werden mit den Nachhaltigkeitsstrategien auch zugleich wirtschafts- und technologiepolitische Ziele verfolgt.[33] In den Folgejahren der Konferenz von Rio hat sich ein internationaler Wettbewerb für exportfähige und integrierbare Umwelttechnologien entwickelt. Jedes Land ist bedacht, seine Wettbewerbsbedingungen zu verbessern, was die rasche Weiterentwicklung der Technologien begünstigt.[34]

Die internationale Zusammenarbeit der Länder gestaltet sich aufgrund der unterschiedlichen Auffassung von Umweltpolitik schwierig. Die Problematik hat mehrere Gründe. Sowohl die umweltbezogenen Probleme als auch die Standpunkte der Nachhaltigkeit sind in den einzelnen Ländern unterschiedlich. Problemstellungen können Schadstoffbelastungen, Arbeitslosigkeit oder die Stellung der Frau in der Gesellschaft sein. Darüber hinaus sind die Handlungskapazitäten und Interessenslagen unterschiedlich ausgeprägt. Je ungleicher der Stand der ökonomischen Entwicklung und die Existenz von Expertenwissen, desto unterschiedlicher sind auch die Interessensprofile.[35] Trotz vorhandener Diskrepanzen auf Ebene der EU wurden bereits einige kooperationsfreundliche Institutionen geschaffen. Dies spricht für die Beteiligungs- und Konsensfähigkeit der europäischen Länder. Die EU hat sich nicht in erster Linie dem Umweltschutz verschrieben, sondern verfolgt ein Eigeninteresse an der Ausweitung der umweltpolitischen Kompetenzen.[36] Zur Realisierung von umweltpolitischen Maßnahmen reichen Impulse von der EU nicht aus. Mindestens ein Mitgliedsstaat ist notwendig, der bereits über das politische Prestige sowie Expertise und Erfahrung in der Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik verfügt.[37] Deutschland war in den achtziger Jahren ein dynamischer Vorreiter in der Umweltpolitik wie bei der Vorbereitung der Klimaschutzsteuer und anderer Richtlinien. Seit der Wiedervereinigung der Bundesrepublik haben sich diese Prioritäten geändert. Umweltpolitische Offensive geht nun meist von Großbritannien oder den skandinavischen Ländern aus.

Die Mitgliedsstaaten der EU übernehmen bisweilen die Kompetenzen in umwelt- und nachhaltigkeitspolitischen Fragen, da die EU über keine Tourismus- und Raumordnungskompetenzen verfügt. Sie ist dagegen in anderen Bereichen tourismus- und raumpolitisch tätig.[38] Die EU hat im Bereich des Tourismus ihre Chance für Qualität erkannt. Nicht nur die Qualität des Angebots, sondern auch des Erleben der Natur- und Kulturlandschaft wird als oberste Priorität gesehen. In der Literatur wird aber die Vernachlässigung des Tourismus im politischen Kontext kritisiert. Nach Meinung von Baumgartner wird nur mangelhaft auf die Umweltauswirkungen des Tourismus und die soziokulturellen Faktoren eingegangen.[39] Dies aber sind die entscheidenden Fragestellungen für die Zukunft des Tourismus im Rahmen der Nachhaltigkeit, die sich die Organisation und seine Mitgliedsstaaten stellen sollten. Das Aufgreifen der Problematik und Initiierung von Gegenmaßnahmen ist der Agenda 21 zufolge stets die Aufgabe des Verursacherlandes.[40]

Nationale Ebene

Deutschland als einer der größten Industrienationen und Akteur in der internationalen Politik bezieht Stellung in der Entwicklung von nachhaltigen Strategien und Maßnahmen. Das Thema der „Nachhaltigkeit“ fließt regelmäßig in verschiedene Arbeitsbereiche der Bundesregierung ein. Das Bundeswirtschaftsministerium, das Bundesministerium für Umwelt, Natur und Reaktorsicherheit oder auch Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung stehen als wichtigste Bereiche im Mittelpunkt, um eine nachhaltige Entwicklung in der Bundesrepublik voranzutreiben. Für die Entstehung von spezifischen Strategien der Nachhaltigkeit wurden ebenfalls bereichsübergreifende Ausschüsse und Gremien gebildet, um mit hoher Expertise qualitative Ergebnisse für Deutschland zu erzielen.

Enquete-Kommission

Der Deutsche Bundestag hat 1969 in seiner sechsten Wahlperiode die Enquete-Kommissionen eingerichtet, in dem für gesellschaftliche Probleme Lösungen erarbeitet werden. Die Arbeitsgruppen setzen sich aus verschiedenen Vertretern der politischen Fraktionen zusammen, die gemeinsam mit Sachverständigen Berichte und Empfehlungen entwickeln und die Arbeit dem bestehenden Bundestag vorlegen.[41]

Die Enquete-Kommission mit dem Arbeitstitel „Schutz des Menschen und der Umwelt – Bewertungskriterien und Perspektiven für umweltverträgliche Stoffkreisläufe in der Industriegesellschaft“ wurde vom zwölften Deutschen Bundestag ins Leben gerufen. Seine Arbeit im Jahre 1994 hat es mit dem Bericht „Die Industriegesellschaft gestalten – Perspektiven für einen nachhaltigen Umgang mit Stoff- und Materialströmen“ abgeschlossen.[42] Auf Antrag des Deutschen Bundestags in der 13. Legislaturperiode, wurde die Arbeit der Kommission fortgesetzt. Die Ziele der Enquete-Kommission waren die Erarbeitung von Umweltzielen sowie ökonomischen und sozialen Rahmenbedingungen für eine zukunftsverträgliche Entwicklung mit dem Entwurf eines entsprechenden Maßnahmenkatalogs.[43] Zusätzlich wurde die Notwendigkeit von gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technischen Innovationen herausgestellt. Die Kommission hielt dazu mehrmalig Sitzungen ab, führte öffentliche Anhörungen mit externen Sachverständigen durch und veranlasste die Bearbeitung von Studien zu Themen der nachhaltigen Entwicklung im nationalen Bereich.

Die Arbeit der Kommission wurde in der darauf folgenden Legislaturperiode im Jahr 1998 nicht fortgesetzt. Sie ging stattdessen als Unterpunkt „nachhaltige Entwicklung“ in die Enquete-Kommission „Globalisierung der Weltwirtschaft – Herausforderungen und Antworten“ ein. Der Deutsche Bundestag war damit das erste Parlament der Welt, welches sich systematisch in einer Kommission mit den Fragen der Globalisierung auseinandersetzte.[44] Der Abschlussbericht erfolgte am Ende der Legislaturperiode im Mai 2002. Hier kamen die sechs eingerichteten Arbeitsgruppen sowie drei übergreifende Projektteams, mit Empfehlungen an die Bundesregierung gleichermaßen zu Wort.[45]

Im Punkt zur „Erarbeitung einer nationalen Nachhaltigkeitsstrategie in Deutschland“ wurde ebenfalls Kritik festgehalten. Nach Meinung von Nichtregierungsorganisationen wird der Eindruck erweckt, nachhaltige Entwicklung sei mehr Staatsaufgabe und der gesellschaftliche Dialog würde dagegen fehlen.[46]

Rat für nachhaltige Entwicklung

Im Konsultationsprozess für die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesrepublik Deutschland sind verschiedene Teilnehmer aus vielfältigen Bereichen des öffentlichen Lebens eingebunden und sind damit essentieller Bestandteil des Strategiepapiers. Nachhaltige Entwicklung ist in hohem Maße von gesellschaftlicher Beteiligung abhängig und nicht nur Aufgabe der Staatsregierung. Im April 2001 wurde in diesem Zusammenhang auch der Rat für nachhaltige Entwicklung gegründet.[47] Er setzt sich aus Mitgliedern verschiedenster öffentlicher Bereiche zusammen. Er hat die Aufgabe, die Bundesregierung in ihrer Nachhaltigkeitspolitik zu beraten sowie die Förderung des gesellschaftlichen Dialogs zur Nachhaltigkeit anzutreiben. Die Kommission entwickelte 8 Prioritätsfelder und sammelte zusätzlich 21 Schlüsselindikatoren. Sie dienen zur Zielformulierung und Überprüfung der Fortschritte. Für drei dieser Prioritätsfelder (Energie/Klima, Mobilität, Gesundheit/Ernährung) wurden in der 14. Legislaturperiode konkrete Ziele entwickelt und verfolgt. Im November 2004 wurde bereits der erste Bericht über Fortschritte bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie vorgelegt.[48] Im Bericht wurde empfohlen, die bereits geleistete Vorarbeit der Kommission „Schutz des Menschen und der Umwelt“ weiter zu verfolgen.[49] Außerdem wurde darauf hingewiesen, die Verpflichtungen aus der UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung von Johannesburg in die Nachhaltigkeitsstrategie mit einfließen zu lassen. Die Bedürfnisse der nachfolgenden Generationen sollen somit weiterhin erfüllt werden können.

Regionale Ebene

Die nachhaltige Entwicklung als ein wichtiges Konzept föderaler Staatssysteme, wie das der Bundesrepublik Deutschland, unterliegt dem Subsidiaritätsprinzip. Dieses Prinzip soll die verschiedenen Organe in Ihrer Gesetzgebung einschränken. Es kommt zur Anwendung, wenn nach Umfang von politischen Auswirkungen die Entscheidungsfindung an die räumliche und politisch-administrative Ebene zugeteilt wird. Der Betroffene bekommt bei kleinräumigen Problemstellungen ein höheres Mitspracherecht.[50]

Eine starke Rolle der Region in den letzten Jahren ist in Deutschland zu bemerken. Die Stadt- und Regionalplanung gerät immer öfter ins Blickfeld der Politik. Der Trend geht in Richtung Dezentralisierung von Wirtschaft und Politik durch eine Identifizierung der Potentiale und ein Bewusstsein für die Region mit Selbstverantwortung.[51] Durch die verstärkte persönliche Auseinandersetzung mit der Region werden auch sozioökonomische und ökologische Strategien stärker notwendig. Die verantwortlichen Parteien können auf kleinerem Raum schneller die Trennung zwischen Ursache und Wirkung ziehen. Die Problemerkenntnis und die effiziente Zielverfolgung mit gleichzeitiger Kontrolle der Maßnahmen sind deshalb leichter zu erreichen.

Unter Berücksichtigung des erwähnten Subsidiaritätsprinzips und der stärker werdenden Bedeutung der Regionalpolitik wurde in Kapitel 28.3 der Agenda 21 eine Ausbreitung der örtlichen Aktivitäten festgesetzt. Staatliche Regelungen und Maßnahmen werden von den Kommunalverwaltungen in ihre Arbeit integriert und verwirklicht. Auf die Regionalpolitik der lokalen Ebene kommt somit eine entscheidende Bedeutung zu. Das Kapitel der Agenda 21, das die Initiierung für lokale Nachhaltigkeitsprozesse gab, sieht vor, dass jede Kommunalverwaltung einen engen Dialog mit den Bürgern, lokalen Institutionen und der Industrie führt. Dies stellt sowohl eine bürgerschaftliche Partizipation und Voraussetzung für effiziente Regierungsarbeit dar als auch eine Offenlegung und Einbindung in die Entscheidungsprozesse als aktiver Bürger. Schwierig gestaltet sich die Verantwortlichkeit für politische Entscheidungen und ihrer Zurechenbarkeit. Die Frage stellt sich, welche Instanzen und Personen über welche Sachverhalte entscheiden dürfen oder miteinbezogen werden können.[52]

Die kommunale Handlungsebene stellt zwischen den Ebenen von Politik und Bürger eine Scharnierfunktion dar. In Bürgerinitiativen stehen die Chancen für die Umsetzung einer nachhaltigen gesellschaftlichen Entwicklung sehr gut, die auf eine Beteiligung durch Bevölkerung zurückgreift. Die Problematik stellt jedoch die Auslegung des Nachhaltigkeitsbegriffs dar. Bei einer zu weit gefassten Auslegung des Begriffs werden Initiativen nur oberflächlich behandelt und der Gebrauch ist plakativ. Bei einer zu rigiden und stark detaillierten Begriffsbestimmung geht dagegen möglicherweise die Motivation bei den Akteuren verloren. Eine Hilfe kann der Aufbau von politischen Netzwerken und die Interaktion mit anderen Kommunen und Regionen sein, bei der hoher Informationsaustausch möglich wird.[53]

Obwohl sich in der Politik und Wissenschaft vermehrt Dezentralisierung bemerkbar gemacht hat, ist der Trend in der Wirtschaft gegenläufig. Aus den ökonomischen Entwicklungen der letzten Jahre ist eine stärkere Bedeutung der Region nicht abzulesen kritisiert Becker.[54] Trotz der Förderung von vereinzelten regionalen Entwicklungskonzepten, setzt sich die Tendenz der Weltmarktintegration und Globalisierung fort. Heimische Wirtschaftsakteure wenden sich vom bisherigen Markt ab. Es erfolgt eine zunehmende Orientierung am Weltmarkt. Dies hat neben wirtschaftlichen Verlusten auch Einbrüche im sozialen System zur Folge, wie den Wegfall von Arbeitsplätzen in ländlichen Gebieten und die Abwanderung in wirtschaftlich boomenden Stadtregionen.

Privatpersonen

Die Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung betrifft die Politik, Unternehmen und die Verbraucher gleichermaßen. In den letzen Jahren ist ein deutlicher Trend zum gewissenhaften Einkauf bei den Konsumenten zu spüren. Neben steigenden Absatzzahlen für Bio- und Qualitätsprodukte, wird auch das Interesse an den Information über Produkte und Prozessabläufe immer größer. Leider besteht immer noch ein Nachholbedarf bei der Ausweisung der nötigen Produktionshinweise, aber auch bei der Bevölkerung ist das gewünschte Maß für gewissenhaftes Einkaufen noch nicht ausgeschöpft. Der Preis einer Ware ist eindeutig und vergleichbar, den „wahren“ Preis jedoch sieht man einem Produkt noch nicht „genügend“ an. Das Engagement eines Unternehmens sollte vom Kunden belohnt werden, wobei die Kennzeichnung mit Umwelt- oder fair-trade -Labeln eine wichtige Rolle beim Kauf spielt.[55]

Studie „Umweltbewusstsein in Deutschland“ des BMU

Regelmäßig veröffentlicht das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit unter der Leitung von Prof. Dr. Udo Kuckartz eine Studie zum „Umweltbewusstsein in Deutschland“. Die letzte Studie wurde für das Jahr 2004 veröffentlicht. Die statistische Erhebung beschäftigt sich neben der Meinungsanalyse zu vielfältigen Themen der Umwelt- und Atompolitik auch mit dem Vertrauen gegenüber ökologisch hochwertigen Produktionsverfahren in der Wirtschaft. Ebenfalls thematisiert wird die Nachhaltigkeit in der Bevölkerung, dem Energieverbrauch und eigenen Engagement für die Umwelt. Es sollen im Rahmen dieser Arbeit nur einige der erfassten Ergebnisse dargestellt werden.

Nachhaltige Entwicklung

Zum Thema der Nachhaltigkeit wurden die Testpersonen zur Bekanntheit der wesentlichen Grundprinzipien und der Zustimmung befragt. So fand das Prinzip der Generationengerechtigkeit[56] bei 88% der befragten Personen Zustimmung. Ebenfalls standen sie dem fairen Handel zwischen reichen Ländern und Entwicklungsländern (84%) sowie der Ressourcenschonung (82%) positiv und zustimmend gegenüber.[57] Obwohl die genannten Prinzipien eine hohe Resonanz in der Bevölkerung haben, ist der Begriff der „nachhaltigen Entwicklung“ eher unbekannt. Nur 22% der Befragten kennen den Begriff, wobei ein Drittel der Personen ihn nicht richtig assoziiert. Zum Vergleich lag die Zahl bei der Untersuchung im Jahr 2002 sogar noch bei 28%. Daher ist die Tendenz eher fallend. Zudem ist nur 16% der Probanden bekannt, ob es „Lokale Agenda 21“-Prozesse in ihrer Stadt gab. In der voran gegangenen Umfrage lag dieser Wert auf etwa dem gleich niedrigen Niveau.

Die richtige Assoziation des Begriffs der „nachhaltigen Entwicklung“ ist bei Personen, die sich für Umwelt einsetzen, deutlich höher. Rund 58% konnten ihn richtig definieren, wobei lediglich 13% des Personenkreises in Deutschland, die sich nicht in Natur- und Umweltverbänden engagieren, dies konnten.[58]

Engagement für die Umwelt

Nach dem Ergebnis der Befragung waren im Jahre 2004 8,6% der befragten Personen Mitglied in Umwelt- und Natur-Verbänden. Die Tendenz des Engagements war in den letzten Jahren damit leicht steigend. Jeder Zehnte übte eine ehrenamtliche Tätigkeit aus, wobei die Verteilung hinsichtlich Geschlecht oder Altersgruppe nahezu gleich ist. Zum Vergleich sind in den Niederlanden fast 20% der Erwachsenen in Umweltverbänden organisiert, in Griechenland liegt diese Zahl eher im Promillebereich und bildet damit das Schlusslicht in Europa.[59]

Unterschiede im Engagement der Deutschen sind dagegen in anderen Bereichen zu finden. So engagieren sich deutlich mehr in den alten Bundesländern für die Umwelt. Ebenso ist die Affinität zur Einsatzbereitschaft bei den Personen mit einem höheren Bildungsabschluss größer. Jeder sechste bis siebte Bundesbürger hat in den letzten Jahren zumindest schon einmal einen Geldbetrag an Umweltverbände gespendet. Dies stellt ein nicht zu unterschätzendes Bürgerengagement dar.[60]

Als Motive für das Engagement in Vereinen und Verbänden werden Gründe wie die „Liebe zur Natur“, „persönliche Betroffenheit“, „sinnvolle Freizeitgestaltung“ und die „Übernahme von Verantwortung“ genannt.

Konsumverhalten im Alltag

Wie oben erwähnt, beeinflussen Kunden durch ihr Kaufverhalten in entscheidendem Maße die Produktpolitik auf dem Markt. Sie können durch vermehrten Einkauf von ökologisch und sozial gerechten Waren eine nachhaltige Entwicklung vorantreiben. Der Anteil der mehr oder weniger konsequenten Verbraucher unter den Bundesbürgern liegt, nach einigen umfragegestützten Umfragen bei etwa 40% und ist damit im weltweiten Vergleich überdurchschnittlich hoch.[61]

Seit einigen Jahren gibt es immer mehr Umwelt- und Ökosiegel, die den Kunden bei ihrer Kaufentscheidung positiv beeinflussen sollen. Beispiele für die Marktentwicklung sind der Blaue Engel, der Produkte als umweltverträglich kennzeichnet, oder das Bio -Siegel für Produkte aus ökologischer Erzeugung und Produktion. Diese beiden Prüfzeichen wurden in der Untersuchung über die Bekanntheit der Siegel am besten bewertet, in dem sie den Probanden im Verlauf der Studie des BMU in bildlicher Form vorgelegt wurden.

Tabelle 1: Kenntnis von Produktkennzeichen[62]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Etwa 83% der Testpersonen kannten das Siegel des „Blauen Engels und 73% das Bio -Prüfsiegel. Dagegen war das Transfair -Siegel, welches Erzeuger aus Entwicklungsländern unterstützt und ausweist, nicht einmal jedem Dritten (32%) bekannt. Noch weiter abgeschlagen dahinter lagen die Europäische Blume (17%), das Umweltkennzeichen auf europäischer Ebene, und das FSC -Siegel, für Holzprodukte aus sozial-ökologischer Waldbewirtschaftung. Bei den ersten drei genannten Produktkennzeichen lässt sich etwa die Hälfte der Personen, denen sie bekannt waren, bei ihrer Kaufentscheidung vom Prüfsiegel beeinflussen.[63]

Idealvorstellungen und Hindernisse für umweltverträgliche Lebensstile

Umweltverträgliches Verhalten, das einer nachhaltigen Entwicklung entspricht, sollte bestimmte Punkte beinhalten. In einem ersten Schritt nennt Gillwald die Umgehung der herkömmlichen Verkehrsmittel und die Benutzung von alternativen Möglichkeiten. Dies beinhaltet auch den Verbrauch von mehr regional und lokal hergestellten Produkten, das ebenfalls zu einer Verringerung des Transportsaufkommens führt. Daneben gilt es sich im Konsumbereich mehr auf umweltverträgliche Erzeugnisse zu beschränken und einen sparsameren Verbrauch von wichtigen Rohstoffen, wie Wasser und Strom, einzuführen. Ein entscheidender Punkt ist die gemeinschaftliche Nutzung von Gebrauchsgegenständen, das eine Idealvorstellung von ökologischem Handeln und Ressourcenschonung abrundet. Hindernisse für diese Entwicklung in der Bevölkerung sieht Gillmann sowohl im mangelhaften Angebot an geeigneten ökologischen Alternativen auf dem Markt als auch in den hohen Kosten für diese Produkte und Dienstleistungen. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Bundesbürger bei einer vermehrten ökologischen Ausrichtung Einbußen in ihrem materiellen Wohlstand befürchten.[64]

Es liegt somit in den Händen der Wirtschaft ein nachhaltiges Angebot zu schaffen, das für die Konsumenten ebenfalls attraktiv ist und keine materiellen Verluste für ihren Lebensstandard bedeutet. Die Alternativen für den Verbrauch würden somit schrittweise zu einer Verhaltensänderung in der Bevölkerung führen.

Nachhaltiges Denken in der Industrie

Wie aus den vorangegangen Kapiteln ersichtlich, ist eine Verwirklichung des Leitbilds der Nachhaltigkeit nötig. In den letzten Jahren hat sich in der Wirtschaft vieles in dieser Richtung verändert. Die schnell wachsende Informations- und Kommunikationstechnologie und die wachsende Globalisierung machen die Unternehmen zunehmend transparenter. Die Marktteilnehmer sind darum bemüht, sich möglichst gut in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Diese Entwicklung hat nicht unbedingt Nachteile für das Unternehmen. Die Teilnehmer können durch Initiativen mit ökologischem und sozialem Hintergrund im Markt auf sich aufmerksam machen. Die Motivation besteht somit, nachhaltigere Strategien zu implementieren und neben der Erzeugung eines Unternehmenserfolgs auch soziale und ökologische Dimensionen in ihre Arbeit zu integrieren. Um im Sinne der Nachhaltigkeit zu agieren sollten diese Ziele miteinander verknüpft werden. Unternehmen werden nicht ausschließlich soziale Aspekte in ihre Arbeit einfließen lassen, wenn diese nicht auch einen ökonomischen Nutzen haben. Der soziale Nutzen muss in einem akzeptablen Verhältnis zum unternehmerischen Nutzen stehen, auch wenn er mit Aufwand verbunden ist.[65]

Die Gleichrangigkeit der Ziele der Nachhaltigkeit wurde auch von der Enquete-Kommission im Jahre 1998 betont. Die Marktwirtschaft ist nicht nur Selbstzweck, sondern muss auch die Bedürfnisse der Menschen in Betracht ziehen und befriedigen.[66] Nachhaltigkeit muss ebenfalls die ökonomischen und sozialen Dimensionen berücksichtigen und geht damit über den über den Umweltschutz hinaus.

Die Umsetzung des Leitbilds der Nachhaltigkeit nach dem Vorbild der Agenda 21 ist aus unterschiedlichen Perspektiven zu sehen. Eine Integrierung von Nachhaltigkeitsprozessen auf der wirtschaftlichen Ebene der Region ist meist nur bei kleinen Unternehmen möglich, die eine enge Beziehung zur Region pflegen. Bei größeren Unternehmen, die zunehmend im Zuge der Globalisierung den engen Kontakt mit der Region verlieren, gestaltet sich eine Einbettung in solche lokalen Agenda-Prozesse schwieriger.[67] Verschiedene Beispiele und Handlungsoptionen für eine engere Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Regionen wurden von future e.V. in Ihrem Projekt „Agenda 21 als Grundlage von Unternehmensleitbildern“ entwickelt und präsentiert. Das Projekt befasste sich mit der Entwicklung von Kriterien und Anleitungen zum Leitbild der nachhaltigen Entwicklung. Dieses Projekt wurde von future e.V. unter Mithilfe und Förderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) 1997 ins Leben gerufen.[68]

Studie „Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen“

Die Bertelsmann-Stiftung führte in Zusammenarbeit mit TNS Emnid in den Monaten Mai und Juni 2005 ein Befragung mit Top-Führungskräften der deutschen Wirtschaft durch.[69] Für die Studie mit Thema der gesellschaftlichen Verantwortung wurden über 4700 Unternehmen nach Zufallsauswahl kontaktiert. 500 Manager wurden befragt, hierunter CEOs, Geschäftsführer Vorstandsmitglieder und Bereichsvorstände.

Als Hauptergebnisse wurden folgende Schlussfolgerungen aus der Studie gezogen:

- In den deutschen Unternehmen steht nicht Profitmaximierung an oberster Stelle. Vielmehr sind heutzutage ökologische und soziale Belange bei den Unternehmern gefragt. Der Großteil (ca. 60%) der Institutionen sehen sich sogar als aktiv bis sehr aktiv in der Arbeit für die gesellschaftliche Verantwortung.
- Der größte Motivator für das gesellschaftliche Engagement und die soziale Verantwortung kommt von der Unternehmenskultur selbst. Es wird dagegen nur wenig von äußeren Faktoren beeinflusst.
- Trotz des hohen Bewusstseins für die gesellschaftliche Verantwortung besteht noch ein hohes Verbesserungspotenzial bei der praktischen Ausübung des Engagements. Bisweilen wird noch ein sehr geringer Anteil (etwa 1 Promille des Gesamtumsatzes) für ökologische oder soziale Initiativen eingesetzt.

Mit dem Begriff der „gesellschaftlichen Verantwortung“ assoziieren die befragten Unternehmen meist die Verantwortung gegenüber den Mitarbeiter und deren Arbeitsplatzsicherung. Dagegen liegen die Regionalentwicklung und der Umweltschutz immer noch im Mittelfeld der Befragung. Die Verbundenheit und die Verantwortung gegenüber Kunden und Lieferanten bildet sogar das Schlusslicht, was in der nachfolgenden Tabelle grafisch veranschaulicht wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Studie Bertelsmann Stiftung „gesellschaftliche Verantwortung“[70]

Wie im Kapitel 3.2.3 angeführt, zeigt auch die Studie eine geringe Verbundenheit von größeren Unternehmen mit dem Standort. Es wurde jedoch festgestellt, dass gerade bei diesen ein deutlich höheres Gespür für die strategische Integration der gesellschaftlichen Verantwortung in die Unternehmenskultur zu finden ist. Nach Meinung der Studie ist die zunehmenden Globalisierung und der internationalen Wettbewerbs die Ursache für diese Entwicklung.

Eine weitere Haupterkenntnis der Studie ist der Wunsch der Industrie nach einer Neuverteilung der Aufgaben von Politik und Wirtschaft. Das Engagement der Unternehmen nach gesellschaftlicher Verantwortung muss vermehrt gefördert werden. Zusätzlich wird von den befragten Personen gefordert, dass viele bisherige Aufgaben des Staates privatisiert werden.

Die Gründe für das Übernehmen von gesellschaftlicher Verantwortung sind vielfältig und variieren stark in Bezug auf die Unternehmensgröße. Sind es bei größeren Unternehmen eher Gründe, wie das Image oder die Unternehmenskultur, ist es vor allem bei kleineren Betrieben Risikoabsicherung ausschlaggebend. Für alle Unternehmen erscheint gleichermaßen die Motivation der Mitarbeiter ein guter Grund zu sein, Maßnahmen für eine nachhaltigere Unternehmenspolitik in Angriff zu nehmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Studie Bertelsmann Stiftung „Gründe für gesellschaftliches Engagement“[71]

Die dargestellte Grafik bestätigt erneut, dass externe Einflüsse nur von geringer Bedeutung sind. Anforderungen von NGOs oder des Kapitalmarktes haben nur eine geringe Relevanz. Dagegen werden Interessen interner Institutionen, wie der Eigentümer oder der Anteilseigner, häufiger berücksichtigt.

In Bezug auf Maßnahmen, die der Erreichung einer gesellschaftlichen Verantwortung dienen, wurden unabhängig von Branchen- und Unternehmensgröße drei zentrale Punkte genannt: die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter, das Kundenbeschwerdemanagement und die Chancengleichheit der Mitarbeiter. Diese Themenbereiche korrespondieren vorwiegend mit der eigenen Wertschöpfung. Dagegen ist die Integration des Themas „Gesellschaft“ in die Unternehmensphilosophie in der Bedeutung bei nur der Hälfte zu finden. Die tatsächliche Umsetzung sogar nur bei einem Drittel der Unternehmen. Hier besteht also ebenfalls noch großes Verbesserungspotenzial in der Wirtschaft.

4 Kommunale und regionale Planungsprozesse im nachhaltigen Tourismus

Jährlich verreisen mehr als 750 Millionen Menschen weltweit (Schätzung für das Jahr 2004). Touristen generierten damit im Jahr 2003 einen Gesamtumsatz von 525 Milliarden US-Dollar.[72] Der Tourismus macht damit etwa ein Drittel aller Dienstleistungen, die exportiert werden, aus und ist einer der größten Wirtschaftszweige der Welt.[73] Mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 6,5% seit 1950 ist der Fremdenverkehr auch einer der am schnellst wachsenden Branchen weltweit. Es liegt daher nahe, dass verschiedene Parteien daran mitverdienen möchten.

Mit dem Wachstum sind auch Trends zu verzeichnen, welchen in der Tourismusplanung begegnet werden muss. Die veränderte Nachfrage nach Aktivitäten, der Wunsch nach mehr Individualität oder auch neue Aspekte, die über das ursprüngliche Tourismusprodukt hinaus gehen haben Unternehmen, Destinationen und Tourismusplaner in den letzten Jahrzehnten vor neue Aufgaben gestellt.[74]

Politik auf Tourismusebene

Der globale Klimawandel, Waldrodung, Verlust der Kultur- und Artenvielfalt oder die endlose Industrialisierung sind nur einige der Punkte, welche Kritiker der wachsenden Tourismusbranche aufführen. Obwohl der Tourismus nach Meinung vieler Personen einen Problemfaktor darstellt, kann das Geschäft mit dem Reisen auch eine Lösung sein, dieser Entwicklung effektiv entgegenzuwirken. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts und zunehmender Globalisierung kam man zur Überzeugung, dass wirtschaftliche, soziale und ökologische Faktoren stark miteinander verknüpft sind.[75] Es ist die Aufgabe der Tourismuspolitik, die Aufrechterhaltung der natürlichen Räume oder des lokalen Sozialsystems mit der wachsenden Nachfrage nach touristischen Produkten zu vereinbaren. Die Dimensionen der Nachhaltigkeit müssen von den Vertretern der Politik von der regionalen bis zur internationalen Ebene in Balance gehalten werden.[76]

Tourismuspolitik auf internationaler Ebene

Der Begriff der „Planung“ ruft bei vielen Menschen den Gedanken einer physischen Repräsentation oder eines Designs hervor. Eine „Planung“ stellt aber vielmehr die Vorbereitung einer Reihe von Entscheidungen zur Erreichung eines gewünschten Resultats dar. Im Fall der Tourismusplanung umfasst sie mehr als nur die reine Entscheidungsfindung, was in Zukunft zur Verfügung gestellt werden muss. Planung ist ein Teil der Politik, da sie eine Reihe von abhängigen und systematisch verwandten Entscheidungen darstellt, genauso wie Aktivitäten, Verhandlungen, Evaluierung oder Kompromisse, die nur schwierig als Planungsprozess zu isolieren sind.[77]

Die Politik wird in erster Linie als Aktivität der Regierung und anderen untergeordneten öffentlichen Institutionen verstanden. Ihre Arbeit ist in entscheidendem Maße von der gesellschaftlichen Struktur der ökonomischen, ökologischen und sozialen Bereiche beeinflusst. Politik muss daher als Konsequenz der politischen Umwelt, der Ideologien und Werte, der Machtverteilung, der institutionellen Rahmenbedingungen und des Entscheidungsprozesses gesehen werden. Ebenfalls zu berücksichtigen ist, dass von Seiten der Industrie oder Organisationen im Tourismusbereich Druck ausgeübt wird, welche die politische Arbeit entscheidend beeinflussen.[78]

Aufgrund seiner großen Tragweite hat der Tourismus auch eine schwer überschaubare Rolle in der Arbeit der Staatsregierungen eingenommen. Es besteht eine wachsende Skepsis über Arbeitseffizienz, im Speziellen bei der zentralen Regierung.[79]

Außer bekannter Gesetzgebung im Bereich des Lufttransports und der Sicherheit, die sich auf den Tourismus bezieht, gibt es nur wenige internationale Gesetze. Zwar gibt es sehr viele Übereinkünfte zwischen verschiedenen Ländern, aber der Tourismus bekommt bei internationalen Kongressen trotz seines wirtschaftlichen Gewichts nur wenig Aufmerksamkeit. Im Gegensatz zur geringen Menge an internationalen Gesetzen gibt es jedoch einen Rahmen für Tourismuspolitik auf breiter Ebene, der durch tragende Organisationen betrieben wird. Die teilnehmenden Parteien geben Empfehlungen zur Implementierung ab. Sie sind nicht bindend, aber dennoch äußerst wichtig im Bereich der Umweltgesetzgebung. Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich Staaten um deren Einhaltung bzw. Anwendung sehr bemühen.[80]

Die World Heritage Convention (WHC) ist ein Beispiel für eine derartige Konvention. Sie wurde im Jahre 1975 ins Leben gerufen und von 20 Nationen ratifiziert. Die Konvention ist ein legales und innovatives Instrument zur Anwendung eines administrativen und finanziellen Rahmens zum Schutz von kulturellem und natürlichem Erbe der Menschheit. Neben ihrer Schutzfunktion für das Weltkulturerbe trägt sich auch die Verantwortung für deren Nominierung und Auswahl.[81]

Es existiert darüber hinaus eine hohe Bandbreite an internationalen Handelsorganisationen, die ein großes Interesse am Fremdenverkehr haben. Einige der führenden Institutionen, deren Hauptfokus auf dem Tourismus liegt, werden im Folgenden näher beschrieben.

UNWTO (World Tourism Organization)

Die World Tourism Organization (UNWTO) ist die führende politische Organisation im internationalen Tourismus, die sehr einflussreich in den Entwicklungsländern und den Vereinten Nationen (UN) ist.[82] Sie ist entstanden aus der 1925 in Den Haag gegründeten International Union of Official Tourist Publicity Organizations, welche nach dem 2. Weltkrieg in IUOTO (International Union for Official Tourism Organizations) umbenannt wurde. Trotz ihrer Mitgliedschaft ist sie älter als die UN selbst. Ihre Arbeit und ihre gesetzten Ziele beschreibt die UNWTO wie folgt:

With its headquarters in Madrid, Spain, the UNWTO plays a central and decisive role in promoting the development of responsible, sustainable and universally accessible tourism, with the aim of contributing to economic development, international understanding, peace, prosperity and universal respect for, and observance of, human rights and fundamental freedoms. In pursuing this aim, the Organization pays particular attention to the interests of developing countries in the field of tourism. [83]

Ihre Mitgliederzahl ist in den letzten Jahren enorm gewachsen und beläuft sich im Jahr 2006 auf 150 Mitgliedsstaaten verteilt über sieben Kontinente. Ebenfalls vereint sie mehr als 300 Partner im privaten Sektor, der Bildung und anderen Organisationen im Tourismus.[84] Interessanterweise sind Mitglieds-Staaten der OECD wie Australien, Kanada oder die USA keine Mitglieder, da sie vermutlich nicht so viel Einfluss auf die Politik der UNWTO hätten, wie sie vielleicht beanspruchen würden. Die Organisation, die sich zu ca. 90% aus Mitgliedsbeiträgen finanziert, hat entscheidenden Einfluss auf Themen der nachhaltigen Entwicklung, öffentlich-privaten Partnerschaften oder den Bereich der Gesundheit und Sicherheit. Neben der internationalen Entwicklung des Tourismus hat sie auch großes Mitspracherecht auf nationaler und regionaler Ebene und übt eine große Rolle auf Landnutzung und weitere touristische Ressourcennutzung aus. Dies zeigt, dass die UNWTO aufgrund der internationalen Ausrichtung großen Einfluss auf allen Entscheidungsebenen im Tourismus hat. Der Einfluss auf den Prozess der Tourismuspolitik und –planung ist vor allem im regionalen Betrieb zu spüren.[85]

Durch das Wachstum des internationalen Tourismus sind nach UNWTO auch andere Organisationen im privaten Sektor, wie das World Tourism and Travel Council, entstanden. Auch internationale Institutionen, wie die EU und die Organization of American States (OAS) haben den Tourismus in ihr Gesamtprogramm aufgenommen.[86]

Europäische Union

Auf dem Gebiet der Europäischen Union (EU) macht der Tourismus nur einen kleinen Teil am Gesamteinkommen aus. Im Gegensatz dazu entfallen jedoch 35% des globalen Tourismus auf den Mittelmeerraum.[87] Anfang der 80er Jahre wurden von der damaligen EG erste Äußerungen zur Tourismuspolitik gemacht und 1984 wird der Fremdenverkehr mit dem Regierungsbeschluss von Maastricht als Tätigkeit der Gemeinschaft genannt.[88] Ihre konstruktive Tourismuspolitik begann die EU 1990 mit der Initiierung des Europäischen Jahres des Tourismus. Mittlerweile ist sie mit einer Vielzahl von Entwicklungsprogrammen aktiv. Sie verfügt zwar über keine Tourismus- oder Raumordnungskompetenz, aber sie hat, ähnlich wie die UNWTO, großen Einfluss auf die Tourismusentwicklung.[89] Nach dem Subsidiaritätsprinzip fallen die einzelnen Kompetenzen den Mitgliedsstaaten zu, da stets von regionalen Eigenheiten ausgegangen werden muss, die nur dezentral organisiert werden können. Baumgartner weist daraufhin, dass Entscheidungen dort getroffen werden müssen, wo Menschen von der Umsetzung betroffen sind. Es müssen politische und legislative Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es Regionen ermöglichen, relevante Entscheidungen selbst zu treffen.[90] Der Tourismus wird als eine tragende Wirtschaftsaktivität und als soziales Zugpferd zur Bekämpfung von Armut und der Entwicklung von Infrastruktur in schwächeren Ländern und Regionen eingeschätzt. Direkte Maßnahmen für Tourismus machen allerdings einen relativ geringen Anteil an den Gesamtinvestitionen aus. Der Kohäsions-Fond als Beispiel einer indirekten Maßnahme dient zur Unterstützung der vier ärmsten Länder Europas[91] zum Ausgleich der wirtschaftlichen Balance innerhalb der EU. Daneben wurde auf Ebene der Regionalentwicklung die Europäische Strategie für Regionalentwicklung LEADER (Liason Entre Actions de Développement de l`Economie Rurale) ins Leben gerufen. Sie fördert Arbeitsgruppen, die sich mit Projekten, Strategien und Initiativen zur Entwicklung des ländlichen Raumes beschäftigen. Die EU sieht nicht die direkte Unterstützung einzelner Wirtschaftszweige als ihre Hauptaufgabe, sondern die Vernetzung und Zusammenarbeit der internationalen mit der nationalen und regionalen Ebene.[92]

Organization of American States (OAS)

Das Gegenstück zur EU auf dem amerikanischen Kontinent stellt die Organization of American States dar. Als ihre Hauptaufgaben sieht sie sowohl die Schaffung von Lösungsansätzen bei politischen und wirtschaftlichen Problemen als auch die Stärkung der nationalen Sicherheit und der Einhaltung des Friedens. Darüber hinaus ist die wirtschaftliche Entwicklung von Bedeutung Im Jahr 1996 wurde deshalb das Inter-Sectoral Unit for Tourism geschaffen, das sich direkt mit dem Tourismus und seiner Entwicklung beschäftigt. Die Organisation unterstützt in ihrer Arbeit die nachhaltige Tourismusentwicklung der Mitgliedsstaaten und begleitet überregionale Konferenzen und Workshops zum Thema Tourismus. Ebenso fördert sie auch den Austausch von Informationen in der Region bezüglich der ganzheitlichen Entwicklung des Tourismus. Wichtig ist hier wiederum vor allem der Einfluss auf die regionale und lokale Ebene sowie die Förderung von privat-öffentlichen Partnerschaften.[93]

Tourismuspolitik auf nationaler Ebene

Zu Punkt 4.1.1 zur Europäischen Union wurde aufgeführt, dass Tourismus als bedeutende Wirtschaftsaktivität in Europa gesehen wird. Diese Tatsache wird auch auf nationaler Ebene so verstanden und angewendet. Der Fremdenverkehr wird als Entwicklungswerkzeug eingesetzt, das Arbeitsplätze generiert und sichert sowie einen Rahmen für verwandte wirtschaftliche Zusammenarbeit in der Region schafft.

Dem Staat fällt eine Reihe von Aufgaben zur Tourismusentwicklung zu, die im entscheidenden Maße auch dem Zielgebiet und der Infrastruktur zugute kommen. Die Koordination und der Abgleich der touristischen und wirtschaftlichen Ressourcen soll Gebiete und Regionen vor einer Überbelastung schützen, um sie nicht vor eine Zerreißprobe zu stellen. Ebenfalls werden Organisationen und Verbände für eine gemeinschaftliche Zusammenarbeit koordiniert, um mit bestem Wissen und Möglichkeiten eine nachhaltige Tourismusentwicklung herbeizuführen. Darauf aufbauend wird die gewünschte Entwicklung der Infrastruktur geplant. Es werden die Tätigkeiten festgelegt, wie Landnutzung oder auch Marketing, die von privaten oder halb-öffentlichen Stellen auf den jeweiligen Ebenen übernommen werden. Eine wichtige politische Entwicklungshilfe ist die Gesetzgebung eines Staates, um entstehende Gefahren einzuschränken. Die Erlassung von Gesetzen zur Regulierung der Industrie, zur Einhaltung von Umweltschutzauflagen oder zur Einhaltung von Menschenrechten und sozialer Gerechtigkeit kann einen Wirtschaftszweig wie den Tourismus stark beeinflussen. Die Ausbeutung und Zerstörung von staatlich und natürlich gegebenen Ressourcen wird dadurch verhindert. Als problematisch stellt sich die Wirtschaftsförderung dar, die von der Regierung zur Stimulation des Marktes betrieben wird. Zur Neuschaffung von Wirtschaftsstandorten werden vom Staat und seinen Ländern, Finanzierungshilfen und Subventionen zur Verfügung gestellt. Einerseits werden dadurch neue Arbeitsplätze geschaffen, andererseits besteht auch die Gefahr der Bereicherung von Wirtschaftsteilnehmern, die zur infrastrukturellen Stärke wenig beitragen.[94]

Tourismuspolitik in der Bundesrepublik Deutschland

Bereits 1975 wurde vom damaligen Wirtschaftsministerium der Bundesrepublik Deutschland in Zusammenarbeit mit anderen Ressorts ein tourismusbezogenes Programm vorgelegt. Es hatte das Ziel der Sicherung einer kontinuierlichen und zeitgerechten Entwicklung des Fremdenverkehrs in der Bundesrepublik Deutschland. Schwerpunkte lagen hier vor allem in der Sicherung der Rahmenbedingungen, Steigerung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit und der Verbesserung der Koordinierung zwischen Bund und Ländern. Becker kritisiert an diesem Aktionsprogramm, dass im Hinblick auf Umweltschonung nur Unterziele, formuliert wurden. Schwerpunkte lagen nur in der Erarbeitung von Belastungswerten für touristisch genutzte Gebiete sowie bei Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftsplanung.[95]

[...]


[1] Der Begriff Destination beschreibt im Rahmen im weiteren Verlauf dieser Arbeit einen geografisch abgegrenzten Bereich, der für Besucher als Zielgebiet ihres Aufenthalts betrachtet wird.

[2] Vgl. BMZ, URL: http://www.bmz.de/de/themen/umwelt/hintergrund/umweltpolitik/rio_1992.html, Stand 07.09.06.

[3] Vgl. UN, URL: http://www.un.org/geninfo/bp/enviro.html, Stand 07.09.06.

[4] Vgl. BMZ, URL: http://www.bmz.de/de/themen/umwelt/hintergrund/umweltpolitik/rio_1992.html Stand 08.09.06.

[5] Vgl. Losang, Tourismus und Nachhaltigkeit (2000), S.27.

[6] UN; URL: http://www.un.org/Depts/german/conf/agenda21/rio.pdf, S.1, Stand 08.09.06.

[7] Vgl. Geoscience, URL: http://www.g-o.de/index.php?cmd=focus_detail2&f_id=35&rang=16, Stand 10.09.06.

[8] Vgl. Europa – Das Portal der Europäischen Union, URL: http://europa.eu/press_room/presspacks/climate/convger.pdf, S.1, Stand 10.09.06.

[9] Vgl. Europa – Das Portal der Europäischen Union, URL: http://europa.eu/press_room/presspacks/climate/convger.pdf, S.5, Stand 10.09.06.

[10] Vgl. Aronsson, The Development of Sustainable Tourism (2000), S.37f.

[11] Vgl. Europa – Das Portal der Europäischen Union, URL: http://europa.eu/press_room/presspacks/climate/convger.pdf, Stand 12.09.06.

[12] Vgl. Impulse für eine Welt in Balance, Global Marshall Plan Foundation (2005), ohne Autor, S.494f.

[13] Vgl. Impulse für eine Welt in Balance, Global Marshall Plan Foundation (2005), ohne Autor, S.495.

[14] Vgl. World Summit, URL: http://www.worldsummit2002.org/ , Stand 15.09.06.

[15] Vgl. Kuhn, Lokale Agenda 21 (1998), S.3.

[16] Vgl. Kuhn, Lokale Agenda 21 (1998), S.3.

[17] BMU, URL: http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/agenda21.pdf, S.252, Stand 15.09.06.

[18] Vgl. Kuhn, Lokale Agenda 21 (1998), S.4.

[19] Vgl. Kuhn, Lokale Agenda 21 (1998), S.5.

[20] Vgl. Kuhn, Lokale Agenda 21 (1998), S.8.

[21] Vgl. Rauschelbach, (Öko-) Tourismus: Instrument für eine nachhaltige Entwicklung? (1998), S.19, Autor: Wolters, Jürgen.

[22] Baumgartner, Nachhaltigkeit im Tourismus (1998), S.18.

[23] Vgl. http://dict.leo.org, Suchbegriff „sustainable“, Datum des Zugriffs: 18.09.06.

[24] Vgl. Baumgartner, Nachhaltigkeit im Tourismus (1998), S.17.

[25] Vgl. Baumgartner, Nachhaltigkeit im Tourismus (1998), S.17.

[26] Vgl. Losang, Tourismus und Nachhaltigkeit (2000), S.23f

[27] Lexikon der Nachhaltigkeit, URL: http://alt.nachhaltigkeit.info/, Originaltext des Brundtland-Berichts, S.24

[28] Vgl. Becker, Tourismus und nachhaltige Entwicklung (1996), S.5

[29] Quelle: Becker, Tourismus und nachhaltige Entwicklung (1996), S.5.

[30] Vgl. Baumgartner, Nachhaltigkeit im Tourismus (1998), S.11.

[31] Vgl. Baumgartner, Nachhaltigkeit im Tourismus (1998), S.12.

[32] Vgl. Deutscher Bundestag, Konzept Nachhaltigkeit (1997), S.29f.

[33] Vgl. Deutscher Bundestag, Konzept Nachhaltigkeit (1997), S.31.

[34] Vgl. Deutscher Bundestag, Konzept Nachhaltigkeit (1997), S.31.

[35] Vgl. Hey, Nachhaltigkeit trotz Globalisierung (1998), S.82f.

[36] Vgl. Hey, Nachhaltigkeit trotz Globalisierung (1998), S.84f.

[37] Vgl. Hey, Nachhaltigkeit trotz Globalisierung (1998), S.95.

[38] Vgl. Baumgartner, Nachhaltigkeit im Tourismus (1998), S.108.

[39] Vgl. Baumgartner, Nachhaltigkeit im Tourismus (1998), S.112f.

[40] Vgl. Rauschelbach, (Öko-) Tourismus: Instrument für eine nachhaltige Entwicklung? (1998), S.23, Autor: Wolters, Jürgen.

[41] Vgl. Deutscher Bundestag, URL: http://www.bundestag.de/parlament/gremien/kommissionen/index.html, Stand 03.10.06.

[42] Vgl. Deutscher Bundestag, Konzept Nachhaltigkeit (1997), S.15.

[43] Vgl. Deutscher Bundestag, Konzept Nachhaltigkeit (1997), S.15ff.

[44] Vgl. Deutscher Bundestag, URL: http://www.bundestag.de/gremien/welt/glob_end/n0.html, Stand 05.10.06.

[45] Vgl. Deutscher Bundestag, URL: http://www.bundestag.de/gremien/welt/glob_end/n0.html, Stand 05.10.06.

[46] Vgl. Schlussbericht der Kommission „Globalisierung der Weltwirtschaft –Herausforderungen und Antworten“, Kap. 8.3.3, URL: http://dip.bundestag.de/btd/14/092/1409200.pdf, Stand 06.10.06.

[47] Vgl. Rat für nachhaltige Entwicklung, URL: http://www.nachhaltigkeitsrat.de/, Stand 06.10.06.

[48] Vgl. Rat für nachhaltige Entwicklung, URL: http://www.nachhaltigkeitsrat.de/rat/auftrag/index.html , Stand 06.10.06.

[49] Vgl. Schlussbericht der Kommission „Globalisierung der Weltwirtschaft –Herausforderungen und Antworten“, Kap. 8.3.3, URL: http://dip.bundestag.de/btd/14/092/1409200.pdf, Stand 06.10.06.

[50] Vgl. Becker, Tourismus und nachhaltige Entwicklung (1996), S.146.

[51] Vgl. Becker, Tourismus und nachhaltige Entwicklung (1996), S.147.

[52] Vgl. Heinelt, Hubert, Nachhaltige Entwicklung durch „Agenda 21“-Prozess. Politikwissenschaftliche Fragen und Überlegungen zur Debatte, Aufsätze: Lokale „Agenda 21“ Prozesse (2000), S.51ff.

[53] Vgl. Kuhn, Lokale „Agenda 21“ Prozesse (2000), S.77f, Autor: Schmidt, Hilmar.

[54] Vgl. Becker, Tourismus und nachhaltige Entwicklung (1996), S.152.

[55] Vgl. BAUM e.V., Nachhaltiges Wirtschaften in Deutschland – 2006, S.14f, Autor: Prof. Dr. Edda Müller.

[56] Generationengerechtigkeit beschreibt die Möglichkeit der zukünftigen Generationen ihre Bedürfnisse gleichermaßen zu befriedigen, wie die heutige Generation.

[57] Vgl. BMU, Studie „Umweltbewusstsein in Deutschland 2004, S.24, URL: http://www.umweltbewusstsein.de/ub/deutsch/2004/download/download.html, Stand 10.10.06.

[58] Vgl. BMU, Studie „Umweltbewusstsein in Deutschland 2004, S.89, URL: http://www.umweltbewusstsein.de/ub/deutsch/2004/download/download.html, Stand 10.10.06.

[59] Vgl. Hey, Nachhaltigkeit trotz Globalisierung (1998), S.85.

[60] Vgl. BMU, Studie „Umweltbewusstsein in Deutschland 2004, S.71, URL: http://www.umweltbewusstsein.de/ub/deutsch/2004/download/download.html, Stand 12.10.06.

[61] Vgl. Altner, Jahrbuch Ökologie 1997 (1996), S.86f, Autor: Gillwald, Katrin.

[62] Quelle: BMU, Studie „Umweltbewusstsein in Deutschland 2004“ (2004), S.78.

[63] Vgl. BMU, Studie „Umweltbewusstsein in Deutschland 2004, S.77ff, URL: http://www.umweltbewusstsein.de/ub/deutsch/2004/download/download.html, Stand 13.10.06.

[64] Vgl. Altner, Jahrbuch Ökologie 1997 (1996), S.88f, Autor: Gillwald, Katrin.

[65] Vgl ECO-World, URL: http://www.eco-world.de/scripts/basics/econews/basics.prg?a_no=14279, Autor: Frank Dubielzig, Stand 13.10.2006.

[66] Vgl. Braun, Sabine, future e.V., Nachhaltigkeit. Jetzt! (2000), S.4f.

[67] Vgl. Braun, Sabine, future e.V., Nachhaltigkeit. Jetzt! (2000), S.12f.

[68] Vgl. Braun, Sabine, future e.V., Nachhaltigkeit. Jetzt! (2000). S.8f.

[69] Vgl. Bertesmann-Stiftung, Studie „Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen, URL: http://de.sitestat.com/bertelsmann/stiftung-de/s?Detailauswertung_UnternehmensBefragung__Die_gesellschaftliche_Verantwortung_von_Unternehmen&ns_type=pdf&ns_url=[http://www.bertelsmann-stiftung.de/bst/de/media/xcms_bst_dms_16837_16838_2.pdf, Stand 15.10.06.

[70] Quelle: Studie „Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen“, Bertelsmann Stiftung (2005), S.6.

[71] Quelle: Studie „Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen“, Bertelsmann Stiftung (2005), S.16.

[72] Vgl. UNWTO, URL: http://www.unwto.org/facts/eng/historical.htm, Stand 08.01.07.

[73] Vgl. UNWTO, URL: http://www.unwto.org/facts/eng/economy.htm, Stand 08.01.07.

[74] Vgl. Godfrey & Clarke,The Tourism Development Handbook (2000), S.1.

[75] Vgl. Hall, Tourism planning (2000), S.1ff.

[76] Vgl. WTO, National and Regional Tourism Planning (1994), S.22.

[77] Vgl. Hall, Tourism planning (2000), S.6f.

[78] Vgl. Hall, Tourism planning (2000), S.8.

[79] Vgl. Hall, Tourism planning (2000), S.9.

[80] Vgl. Hall, Tourism planning (2000), S.104ff.

[81] Vgl. Hall, Tourism planning (2000), S.114f.

[82] Vgl. Hall, Tourism planning (2000), S.105f.

[83] WTO. Url: http://www.world-tourism.org/aboutwto/eng/menu.html, Stand 22.10.06.

[84] Vgl. WTO, Url: http://www.world-tourism.org/states/eng.html, Stand 24.10.06.

[85] Vgl. Hall, Tourism planning (2000), S.109ff.

[86] Vgl. Hall, Tourism planning (2000), S.112.

[87] Vgl. Hall, Tourism planning (2000), S.112.

[88] Vgl. Becker, Tourismus und nachhaltige Entwicklung (1996), S.51.

[89] Vgl. Hall, Tourism planning (2000), S.125.

[90] Vgl. Baumgartner , Nachhaltigkeit im Tourismus (1998), S.42.

[91] zu den vier ärmsten Ländern der EU gehören Spanien, Portugal, Griechenland und Irland.

[92] Vgl. Hall, Tourism planning (2000), S.125ff.

[93] Vgl. Hall, Tourism planning (2000), S.129f.

[94] Vgl. Hall, Tourism planning (2000), S.135ff:

[95] Vgl. Becker, Tourismus und nachhaltige Entwicklung (1996), S.52f:

Details

Seiten
172
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783836636605
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v227242
Institution / Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften München – Tourismus, Tourismus-Management
Note
1,3
Schlagworte
agenda umweltmanagement nachhaltigkeit tourismusentwicklung natur

Autor

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Titel: Die Entwicklungen im nachhaltigen Tourismus und die Beiträge zur Regionalentwicklung am Beispiel der Region Söderslätt (Schweden)