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Kinderarmut in deutschen Sozialreportagen

Magisterarbeit 2009 128 Seiten

Soziologie - Medien, Kunst, Musik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Vorstellung der Arbeit
1.2 Die Unterschicht und das Fernsehen
1.3 Die Fernsehreportage und das Thema Kinderarmut in Deutschland

2 Theoretische Vorüberlegungen
2.1 Die Sozialreportage
2.1.1 Zum Einstieg
2.1.2 Die Geschichte der Reportage
2.1.3 Die Entwicklung der Fernsehreportage
2.2 Armutszeugnis: Kinderarmut im reichen Europa
2.2.1 Kurze Einführung in die aktuelle Lage in Europa am Beispiel der Bundesrepublik Deutschland
2.2.2 Kinderarmutsstudien aus Deutschland – Ursachen – Erscheinungsformen – Gegenmaßnahmen

3 Vorstellung der Analysepunkte
3.1 Die Analyse dokumentarischer Fernsehbeiträge
3.1.1 Inszenieren von „Wirklichkeit“ - Die Problematik der Authentizität
3.1.2 Die Emotionalisierung oder „Dramatizing the real“
3.1.3 Zwischen Personalisierung, Identifikation und Stereotypisierung
3.2 Exkurs: Die Rolle des Reporters

4 Analyse aktueller Sozialreportagen mit der Thematik: Kinderarmut in Deutschland
4.1 Zum Einstieg
4.1.1 ARD Exclusiv Die Reportage: Eine Familie und ihre Helfer vom Amt
4.1.2 VOX Spiegel TV Extra: Kaum Geld und trübe Aussichten- Kinderarmut in Deutschland
4.1.3 Pro7 We are family! – So lebt Deutschland: Heute fange ich mein neues Leben an!

5 Das Fernsehen und seine Zuschauer
5.1 Wer schaut?
5.2 Wirkungsabsichten
5.2.1 Information und Aufklärung
5.2.2 Unterhaltung und Voyeurismus
5.2.3 Emotionales Erleben und Identifikation

6 Schlussbetrachtungen
6.1 Wird die Sozialreportage ihrem Anspruch gerecht?
6.2 Entwicklungsausblick

7 Fazit

8 Literaturverzeichnis

9 Anhang
9.1 Lebenslauf
9.2 Selbstschreiberklärung

1 Einleitung

1.1 Vorstellung der Arbeit

``Was Not ist, wissen die hier nicht!`` Eine Mittvierzigerin stürmt mit hochrotem Kopf auf den überfüllten Flur des Sozialamtes. […] Elfriede B. wollte heute neue Schuhe für ihre Kinder und sich beantragen. ``Sechzig Mark dürfen die kosten. Vier Jahre sollen die halten. Zeigen Sie mir doch mal, wo man heute Schuhe für dieses Geld bekommt, die so lange halten.``[1]

Auch Andrea Thiel geht mit ihren Kindern […] zum Mittagessen in die ``Arche``.[2] [Bei] Familie Thiel [reicht] das Geld ganz oft nicht bis zum Monatsende. […] ``Wir sind schon jetzt am Überlegen, wie wir das mit Weihnachten hinkriegen.``, sagt Thiel.[3]

Zwischen den beiden Äußerungen liegen ganze 24 Jahre. Die Aussage aber bleibt die Gleiche. Den Kindern in Deutschland geht es schlecht und dass dies nicht erst seit kurzem so ist, beweisen uns Zeitungsartikel und Fernsehberichte aus mehreren Jahrzehnten. Die Große Not der Kleinen [4] hat ihren Weg endlich in die Öffentlichkeit gefunden. Das Interesse der Gesellschaft am Thema Kinderarmut und Verwahrlosung war nie zuvor so groß. Und was die Aufmerksamkeit erregt, will genau beobachtet sein. Armes reiches Land [5] heißt es nun. Kinderarmut ist kein Tabuthema mehr, im Gegenteil. In der Politik wird es heiß diskutiert, in den Medien finden immer mehr Betroffene ein offenes Ohr. Schnell gelangen Streitigkeiten mit den zuständigen Ämtern an die Öffentlichkeit. Vor allem im Fernsehen wird die Thematik in Dokumentationen und Reportagen vermehrt aufgegriffen. Die Sozialreportagen wollen über die Missstände in der Gesellschaft aufklären. Wie und ob sie dies schaffen, soll in dieser Arbeit untersucht werden. Anhand von praktischen Filmbeispielen werde ich folgenden Fragen nachgehen und mich dabei vor allem an der ausgewählten Thematik orientieren. Wie wird Armut in den Reportagen im Fernsehen dargestellt? Kommen die Berichte glaubwürdig herüber oder wirken sie inszeniert? Werden Stereotype bestätigt oder sogar verstärkt? Sind die gezeigten Emotionen echt und wie reagieren die Zuschauer auf das Format? Was ist eine Sozialreportage und wie wird sie gemacht? Wie sieht Kinderarmut in einem reichen Land wie Deutschland überhaupt aus?

Die Wahl dieses Schwerpunktes hängt stark mit seiner Aktualität zusammen. Zeitungsartikel, Fernsehbeiträge und persönliche Gespräche im Bekanntenkreis über finanzielle Engpässe begleiten einen Tag für Tag. Besonders auffallend waren hierbei die Berichte aus dem Fernsehen, die sich im Gedächtnis festsetzten. Gleichzeitig rückte eine Debatte in den Vordergrund, die sich mit dem Begriff Unterschichtenfernsehen [6] einen Namen machte. Zum einen ging es hier um die Unterschicht als Konsument bestimmter Fernsehsender und Fernsehbeiträge, zum anderen aber auch um das Auftreten derselben in den Medien. Im Mittelpunkt der Sozialreportage stehen vor allem Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben. Die „gute, alte Sozialreportage“[7], ist plötzlich wieder im deutschen Fernsehen präsent. Das letzte Mal wurde sie in den 70er Jahren wahrgenommen. Doch welchen Ursprung hat sie und welche Entwicklungen musste sie durchlaufen? Dies soll in den theoretischen Vorüberlegungen der Arbeit geklärt werden. Des Weiteren ist ein Überblick über die Situation der Kinder in Deutschland wichtig. Nur wenn man weiß, von welcher Armut gesprochen wird, ihre Ursachen und Erscheinungsformen kennt, kann man sich mit dem Thema in ausgewählten Reportagen objektiv auseinandersetzen und Falschinformationen aufdecken. Die Analyse wird nach einem bestimmten Muster erfolgen. Grundlage bilden die Fernsehanalysen von Eva Dreckmeier in ihrem Buch „Aspekte der Fernsehberichterstattung“[8], in dem sie sich u.a. mit der Sendereihe Die Reportage des ZDF beschäftigt. Sie setzt sich nicht nur mit einzelnen Reportagen auseinander, sondern wirft vorher einen Blick auf das Gesamtkonzept der Sendereihe. Ihre Schwerpunkte sind dann die visuelle und auditive Gestaltung der ausgewählten Reportagen, ihre inhaltliche Umsetzung, ihre Dramaturgie und ihr Authentizitätscharakter. Ergänzt wird die Analyse durch Anmerkungen von Benedikt Berg- Walz. Die Frage des Pilatus, die er, in seinem Werk anführt, hatte ich während meiner Arbeit öfter im Kopf, sie lautet:

„Eine Wahrheit? Oder die Wahrheit? Was für eine Wahrheit?“[9]

Selbst im Hinblick auf dokumentarische Filmbeiträge kann man nicht davon ausgehen, dass das was man sieht, der Wirklichkeit entspricht. Zu erkennen, wo von außen mithilfe von medialen Gestaltungsmitteln und geschickten inhaltlichen Veränderungen das ursprüngliche Bild, die ursprüngliche Geschichte abgeändert wurde, ist die Aufgabe einer guten Analyse.

Die Darstellung privaten Lebens im Fernsehen ist in den letzten Jahren zum regelrechten Quotenbringer avanciert. Unter dem Begriff Reality- TV konnte jeder freiwillig oder unfreiwillig in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten. Warum aber dieses Genre ins Spiel bringen, wenn man sich doch eigentlich mit Sozialreportagen auseinandersetzen will? Ein Grund dafür ist sicherlich, dass immer mehr „alte“ Programmformen sich an den Eigenschaften dieses noch recht jungen Sendeformats orientieren. Auch hier wird versucht die Wirklichkeit möglichst genau abzubilden. Es werden Situationen forciert, die für den Zuschauer attraktiv sind. Wird bei Reportagen auf eine sachliche Berichterstattung geachtet, die den Zuschauer über eine Situation aufklären soll und ihn informiert, rücken im Reality- TV Dramatik und Emotionalisierung in den Mittelpunkt. Hierzu gehören beispielsweise Gefühlsausbrüche normaler Personen oder etwa die Verhinderung eines spektakulären Verbrechens durch die Polizei. Diese Situationen sollen möglichst wenig inszeniert wirken. Allerdings sind Person, Situation und Drehort vorher ausgewählt, um somit den gewünschten Effekt herbeizuführen. Diesen Eingriff in die Wirklichkeit umgehen Reportagen, die Inszenierung ist vor allem im Dokumentarfilmbereich nicht gern gesehen. Magazinformate vereinen geschickt Merkmale einer Reportage und des Reality- TV’s. Sie finden häufig ihren Platz im Privatfernsehen, werden aber auch immer mehr für die öffentlich- rechtlichen Programme in Betracht gezogen. Für meine Analysearbeit wird es interessant sein, herauszufinden, ob in den ausgewählten Beispielen mit Elementen wie Emotionalisierung, Stereotypisierung und Inszenierung gearbeitet oder aber das wirkliche Abbild der Geschichte eingefangen wird. Die Kamera nur das filmt, was sie vorfindet, der Reporter die Wahrheit erzählt und nicht zusätzlich ins Geschehen eingegriffen wird. Deshalb werde ich unter Punkt 3 die verschiedenen Analysepunkte näher vorstellen und diese später unter Punkt 4 an den ausgewählten Reportagen überprüfen.

Welche weiteren Faktoren können bewusst oder unbewusst eine Reportage beeinflussen? Werden beispielsweise bestimmte Strategien eingesetzt, um den Rezipienten an ein Format zu binden? Gibt es hierbei Unterschiede zwischen den Reportagen der privaten und der staatlichen Sender? Unter Punkt 5 soll deshalb auch auf die Wechselbeziehungen zwischen Zuschauer und Fernsehen eingegangen werden. Wer schaut die aufgeführten Reportagen und aus welchen Anlass? Wie vereinen sich diese Beweggründe mit den Absichten der TV-Sender oder verfehlen diese ihre Ziele? Welches Format kommt bei den Zuschauern besser an? Wer bietet ihnen Identifikationspotenzial, wer regt zum Nachdenken an, wer forciert bloße Unterhaltung oder gar Voyeurismus?

Am Ende wird es interessant sein, zu beobachten, wie die Reportage sich unter diesen Gesichtspunkten weiterentwickeln wird und ob sie ihrem ursprünglichen Anspruch gerecht werden kann. Geht es der Sozialreportage im deutschen Fernsehen immer noch um die Aufklärung über soziale Missstände und wie weit kann sie überhaupt analytische und gesellschaftskritische Ansprüche erfüllen? Dies soll abschließend in Punkt 6 näher erörtert werden.

1.2 Die Unterschicht und das Fernsehen

Die Orientierung des Fernsehens an der Lebenswelt von Privatpersonen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Kaum ein Sender kommt noch ohne Formate aus, die Einblicke in das Leben von Menschen, wie du und ich verschaffen. Das Leben spielt sich auf den Straßen ab, in Schulen, in den Häusern und Wohnungen, auf Sport- und Spielplätzen, auf den Polizei- und Rettungswachen. Tag und Nacht, schreibt das Leben seine Geschichten. Ein großes Interesse scheint dabei an den Erzählungen aus der Unterschicht[10] zu bestehen. Das Fernsehen wird bevölkert von „Repräsentanten einer Parallelwelt, für die sich bisher vornehmlich Soziologen und Sozialarbeiter, Ämter und Besorgte interessiert hatten.“[11]

Der Zuschauer erhält Einblicke in fremde Welten, er sucht die nicht alltäglichen. So ist es nicht verwunderlich, dass wenn die Unterschicht auf dem Bildschirm auftaucht, sie durch Extremfälle verkörpert wird. Das sich so leicht Stereotype in den Köpfen der Menschen festsetzen, lässt sich nicht vermeiden. „[Wir beschließen] ins Ghetto zu fahren. Nur dort kommen wir an unverfälschtes Material, nirgendwo sonst stoßen Fernsehen, Fastfood und Fäuste so oft zusammen.“[12] Die Darsteller, die zum Thema Kinderarmut im Fernsehen auftreten, sind natürlich Vertreter der untersten sozialen Schicht Deutschlands, aber das muss nicht heißen, dass sie die gängigen Klischees erfüllen. Doch das neue Interesse an bedürftigen Minderjährigen passt nicht jedem. „In der öffentlichen Debatte gelten Kinder mittlerweise als würdige Arme und arbeitsfähige Sozialhilfeempfänger als Unwürdige, die ruhig schikaniert werden dürfen.“[13] Der Kölner Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge ist empört und fügt hinzu, „Die Existenz von Armut gilt als normal, Kinderarmut jedoch als Skandal.“[14] Neue Berichte über die sozialen Problemfälle unserer Gesellschaft, sollten in Zukunft versuchen die festgesetzten Vorurteile aufzubrechen und nicht zu vertiefen. Bloße Pauschalisierungen bringen kein Ergebnis. Auch Menschen ohne Stimme haben ein Recht darauf im Fernsehen so dargestellt zu werden, wie sie wirklich sind. Der Reporter darf nicht durch eine einseitige Berichterstattung oder die Kamera durch die Auswahl bestimmter Bilder den Zuschauer um ein möglichst objektives Urteil betrügen. Leider „schwappt [stattdessen; Anm. d. Verf.] immer mehr Volksfestniveau in die Kanäle.“[15] Eine Besserung ist nicht in Sicht. Subjektivität überrollt die Formate. Wie die Unterschicht dargestellt wird, soll in der Analyse aufgezeigt werden.

Aber warum erhalten die Vertreter der Unterschicht soviel Aufmerksamkeit? Warum reißt die Welle an Reportagen und Magazinformaten, in denen sie in irgendeinerweise eine Rolle spielen, nicht ab?

Lässt dieses gesteigerte Interesse darauf schließen, wer sich diese Sendungen ansieht? Sprach doch Harald Schmidt vom sogenannten „Unterschicht- Fernsehen“, und meinte damit die privaten TV- Sender von denen er kam.[16] Gerade die Privaten haben die sozial Schwachen für ihr Programm entdeckt. Vom Frauentausch, über Die Supernanny bis zu Die Ausreißer, am Ende landet man bei Peter Zwegat der hilft Raus aus den Schulden. Konsumiert die Unterschicht sich selbst? Oder lässt sich dies nicht am Gehalt einer Sendung festlegen? Fakt ist, dass es vielen Sendern mehr um eine hohe Einschaltquote geht, als um Programmqualität. Arbeitslose haben am Tag viel mehr Zeit die Inhalte des Fernsehens zu konsumieren. Aber heißt dies automatisch auch, dass die arbeitende Bevölkerung in ihrer Freizeit nur auf anspruchsvolles Programm zurückgreift? Die Beziehung zwischen dem Medium Fernsehen und seinen Zuschauern, soll hier in der Arbeit ebenfalls hinterfragt werden.

1.3 Die Fernsehreportage und das Thema Kinderarmut in Deutschland

Die Reaktion der deutschen TV Landschaft auf das Thema Kinderarmut war vielfältig, ist es doch eines der meist diskutierten Themen der gesellschaftspolitischen Debatten in Politik, Wirtschaft und den Medien.

Staatliche wie auch private Sender nahmen sich in den letzten Jahren vermehrt dieser Problematik an. Das war nicht immer so, noch vor ein paar Jahren beschwerte sich Peter Zimmermann in seinem Buch „Dokumentarfilm im Umbruch“ über die Themenwahl.

„Was man selten findet, sind gesellschaftlich kontroverse Themen. In der Gesellschaft türmen sich die ungeklärten Fragen von der Alterspyramide über Massenarbeitslosigkeit bis zur Kinderarmut – und in ihren dokumentarischen Programmen der Primetime kurven ARD und ZDF meist elegant herum.“[17]

Aber nun verging kaum ein Tag, an dem kein Beitrag und sei er noch so kurz, in Nachrichten- und Magazinsendungen auftauchte. „Aktionen gegen Armut“ wurden vorgestellt, „Urlaub für arme Kinder“ und „Armutsrisiko Kind“ lauteten die Titel der kurzen Beiträge.

Auch das Reality- TV entdeckte das brisante Thema für sich. In Talkshows wurde diskutiert, Selbstverbesserungs- und Hilfeshows versuchten zu zeigen, wie man auch ohne viel Geld gesund für seine Kinder kocht. In den Magazinformaten des Nachmittagsprogramms diverser privater Sender, wurden vermehrt Familien begleitet, die am Existenzminimum leben. Ihr Alltag interessierte die Zuschauer, dafür sprechen vor allem die hohen Einschaltquoten. Geschichten die das Leben schreibt, da wird hautnah mitverfolgt, wie die kleine Vanessa, ihre letzten Spielsachen auf dem Flohmarkt verkauft, damit die Familie endlich in den ersten Urlaub fahren kann. Oder aber Yvonne aus Berlin avanciert zur Oben- ohne- Verkäuferin, um ihrem Sohn ein besseres Leben zu ermöglichen, als es ihr im Moment von Hartz- IV möglich ist. Das Magazin Explosiv auf RTL widmet den „Hartz- IV- Kindern“[18] sogar einen Dreiteiler und berichtet über „Das Hartz- IV- Mädchen“[19].

Vorreiter waren die Dokumentarfilmer. Sie holten das Thema aus den deutschen Haushalten und brachten es auf den TV-Bildschirm. Hierzu zählt die Dokumentarfilmreihe „Denk ich an Deutschland“, in der Folge 5 „Angst spür ich wo kein Herz ist“, wird ebenfalls das Thema Kinderarmut aufgerollt. Die Firma Megahertz produzierte 1998 den Film im Auftrag des Bayerischen Rundfunk und des WDR. Die Autorin und Filmemacherin Sherry Hormann „fragt in ihrem Film, wie es um die Zukunft eines Landes steht, in der viele Kinder trotz Reichtum und Wirtschaftskraft keine Zukunft haben. Statt Statistiken lässt sie die Kinder selbst sprechen.“[20] Im Rahmen der „Dokumentarfilmzeit“ und der 3sat- Themenwoche „Väter, Mütter, Kinder – Familienleben heute“ wurde der 1997 produzierte Dokumentarfilm „Mama General“ von Peter Heller und Sylvie Banuls ausgestrahlt. „`Mama General`, ist die zentrale Figur des Films über eine Kölner Familie, die seit über 20 Jahren am Existenzminimum lebt.“[21] Es handelt sich hierbei um eine dokumentarische Langzeitbeobachtung, die 1998 mit dem Spezialpreis des Prix Europa ausgezeichnet worden war. Auch Arte widmete den „Arme[n] Kinder[n]“ einen ganzen Abend. Hier wurden gleich zwei Filme gesendet. Zum einen die Dokumentation „Kinderarmut im reichen Europa“ von Valentin Thurn, aus dem Jahre 2006 und „Die Kinder der Arche“ von Jan Schwiderek und Viviane Schmidt- Gaster, ebenfalls 2006. Alexandra Gerlach führte damals durch den Themenabend, der mit einer Diskussionsrunde seinen Abschluss fand.[22]

Auf Filme wie diese bauen die Reportagen der öffentlich-rechtlichen Sender auf. Die Dokumentation von Einzelschicksalen wird interessant. Der Zweiteiler „Die Hartz- IV- Schule“ aus dem Jahre 2007 von Eva Müller begleitet ausgewählte Schüler der Fröbelschule in Wattenscheid. „Klassenziel: Hartz- IV. Ein Film über Kinder, die zu Hause wenig haben und in der Schule darauf vorbereitet werden, die Probleme ihrer Eltern zu erben.“.[23] Die Reportage „Mama hat kein Geld – Kinder am Rande der Gesellschaft“[24] zeigt das traurige Leben des elfjährigen Claudio. In „Suppe und ein Stück Normalität“[25] erhält der Zuschauer Einblicke in die Kinder- Suppenküche in Gütersloh. „Schlange stehen für altes Brot – Armut in Deutschland“[26] stellt die Stralsunder Tafel vor. Klar wird, Armut gibt es überall in Deutschland. Die Bearbeitung der Themen im Privatfernsehen war da nur noch eine Frage der Zeit. Hier werden Geschichten erzählt, Genres vermischen sich, zum Thema Kinderarmut und Arbeitslosigkeit gesellt sich der Begriff der Verwahrlosung. Der Sender VOX zeigt mit der Stern TV Reportage „Aus denen wird doch nix! – Kinder am Rande der Gesellschaft“[27] die wahren Verlierer, eines gescheiterten Systems. Spiegel TV widmete sich noch in diesem Jahr dem Thema, dessen Aktualität nicht abzureißen scheint. Die Reportage „Arm oder reich? Kinder in Deutschland“[28] porträtiert das Leben von Kindern, die nicht unterschiedlicher hätten verlaufen können. Wenn man von Kinderarmut spricht, darf ein Exkurs zu den Straßenkindern nicht fehlen. Sowohl die privaten („ARD Exclusiv Die Reportage: Straßenkinder – Wenn das Zuhause kaputt geht“[29], 2008), als auch die öffentlich-rechtlichen („Focus TV: Straßenkinder und ihre Hunde“[30], 2008) Sender setzen sich mit diesem Thema auseinander. Der Verlust des Zuhauses ist nur eine weitere Stufe materieller und emotionaler Armut. Die drei Reportagen die für die Analyse ausgewählt wurden, beschäftigen sich alle direkt oder indirekt mit dem Thema Kinderarmut in Deutschland. Sie stammen alle aus dem Jahr 2007 und decken sowohl die öffentlich- rechtlichen, als auch die privaten Sender ab. Sie werden zu einem späteren Zeitpunkt noch genauer vorgestellt werden.

2 Theoretische Vorüberlegungen

2.1 Die Sozialreportage

2.1.1 Zum Einstieg

„Was die Menschen selber angeht, das lesen sie auch.“[31] So äußerte sich der Reporter Max Winter schon 1914 zu der Beziehung zwischen Rezipient und der literarischen Reportage. Die Wichtigkeit seiner Arbeit wurde aber erst in den 1980er Jahren wiederentdeckt und er selbst zu einem Pionier und Meister der Sozialreportage ernannt. „Seine Arbeiten hatten das Genre sowohl thematisch als auch methodisch und formal weiterentwickelt. […] Winter besaß weit über die Grenzen des Landes Reputation als Reporter.“[32] Grund genug, mit ihm die theoretischen Vorüberlegungen zur Gattung der Sozialreportage zu beginnen.

Denn um die Entwicklung der Reportage und dann später noch genauer, die der Fernsehreportage zu klären, ist es wichtig, zuerst die Geschichte der geschriebenen Reportage und die Rolle die dabei dem Dokumentarfilm zukommt, kurz anzureißen.

Aber eins lässt sich schon von vornherein sagen, „die Reportage ist […] ein dokumentarisches Genre, das in der Literatur seinen Ursprung hat und in der Zeitungspraxis, später dann im Rundfunk weiterentwickelt wurde.“[33] Ob sie ihre Vollendung im Fernsehen finden wird, wird das Ergebnis der Arbeit zeigen. Deshalb sollte auch die Entwicklung der Fernsehreportage kurz voran gestellt werden. Der Rolle des Reporters wird hier eine gesonderte Aufmerksamkeit zu teil.

Außerdem muss die Problematik der Kinderarmut in Deutschland näher vorgestellt werden. Wichtig ist es vor allem, ihre Ursachen, Auswirkungen und Erscheinungsformen zu nennen. Nur mit dem richtigen Hintergrundwissen kann man sich dann damit beschäftigen, ob die Reportagen das Thema ausreichend darstellen.

2.1.2 Die Geschichte der Reportage

Der Reisebericht ist wohl die Urform der Reportage oder aber die packenden Geschichten am Lagerfeuer, wenn man noch weiter zurückgehen möchte.

Der Reisende ist sozusagen der Augenzeuge seiner eigenen Geschichte und steht somit für deren Authentizität. Seit der Antike gibt es Berichte und Schilderungen von großen Schlachten oder Katastrophen. Seitdem die Menschheit auf Entdeckungsreise ging und die Welt um sich herum immer mehr erschloss, erlebten die Reiseberichte einen regelrechten Boom.

Die Reportage ist eine bestimmte Kommunikationsform und ein uraltes Genre des Erzählens. Der literarische Reise-, Augenzeugen- und Erlebnisbericht ist der Ursprung der Gattung. Diese Reportagenarten hatten zur Aufgabe, Distanzen zu überwinden (…), Barrieren zu überschreiten, um den Leser und Hörer Fernes, Fremdes und Unbekanntes durch die vor Ort Schilderung des Reporters nahe zu bringen. Die Reportage funktionierte […] als Brücke zu den Ereignissen.[34]

Im 17. Jahrhundert entstanden die ersten Zeitungen und Zeitschriften und der Beruf des Journalisten war geboren.

Kurz darauf entdeckte man, dass man mit Journalismus nicht nur berichten konnte, sondern vor allem auch tiefergehend informiert und das Volk wachrütteln konnte. Die Zeitung besaß großes politisches Potenzial. Mit der Industrialisierung entwickelte sich der Journalismus zur Massenpresse.[35]

Jeder der lesen konnte, hatte die Möglichkeit, sich über aktuelle Ereignisse in seiner unmittelbaren Umgebung oder aber auch weltweit zu informieren. Dennoch ließ die Authentizität und die Qualität der Artikel in der Anfangszeit zu wünschen übrig. Reporter galten als „Kehrrichtsammler der Tatsachenwelt“.[36]

Trotz der Tatsache, dass Alltägliches inzwischen literaturfähig geworden war, standen die einfachen Reporter in den Zeitungen ganz unten […]. Sie wurden nach Zahlen bezahlt und ihre Artikel sagten oft mehr über den Voyeurismus ihrer Leser aus, und den Zwang des Reporters, Geld zu verdienen, als über die Wirklichkeit.[37]

Böse Zungen behaupteten gar, dass es dem Reporter nicht nur genügen würde, genug Todeszahlen zu nennen, nein er müsste auch noch die Leute zucken sehen, bevor diese starben.[38]

Erst nach und nach, entwickelten sich die unterschiedlichen Gattungen der Reportage. So hatte die soziologische Reportage den Anspruch, ihre Leser auf Missstände aufmerksam zu machen. Besonders sozial engagierte Journalisten wurden in den USA unter dem Begriff muck rakers – also Schmutzaufwirbler bekannt. „Die muck rakers behandelten die inoffizielle Realität der Stadt, die Wirklichkeit unter der sichtbaren, vorgezeigten Oberfläche, sie suchten die hidden story. [Die Geschichte hinter der Geschichte; Anm. d. Verf.]“[39] Bekannte Schmutzaufwirbler des deutschsprachigen Raumes waren Victor Adler (1852- 1918) und Max Winter (1870- 1937).

Historiker erkennen in seinen [Max Winters; Anm. d. Verf.] Sozialreportagen Vorläufer und Quellen für moderne Alltagsgeschichtsforschung. […] Sein journalistisches Programm hieß Aufklärung und Aufdeckung. Er war bestrebt, Missstände durch stringente Beweisführung aufzuzeigen, Verantwortliche zu nennen und Verbesserungen zu erzwingen. Er wollte das öffentliche Gewissen aufrütteln und Veränderungen erreichen.[40]

Max Winter suchte die Nähe zu den Menschen, über die er schrieb. Er sprach und lebte mit ihnen, nur so konnte er die Distanz zwischen ihnen überwinden und ein anteilnehmender Leidensgefährte werden, wenn auch nur zeitlich begrenzt. „Rollenrecherchen machten es ihm möglich, nicht von außen, sondern von innen, von ganz unten, den außergewöhnlichen und den Leserinnen und Lesern fremden Alltag von Benachteiligung zu schildern.“[41] Winter berichtet detailreich, um im Leser ein richtiges Bild zu erzeugen, beste Beispiele dafür in Bezug auf das Thema Armut sind seine Rollenreportagen „Eine Stunde in der Wärmestube“ und „Eine Nacht im Asyl für Obdachlose“.[42]

In Deutschland kam es mit Beginn des Nationalsozialismus zu einem Abriss der Diskussionen um die Formen einer Reportage. Denn nun wurde fortan jede Art des Journalismus nur noch zu Propagandazwecken genutzt. Nach Ende des 2. Weltkrieges hieß es, „[d]ie Reportage mit ihren subjektiven und zufälligen Elementen [wäre] verdächtig und wurde (zunächst) abgelehnt.“[43] Zusammenfassend entwickelten sich aber dennoch fünf Formen. Hierzu gehörten die Reisereportage, die Event- Reportage, die journalistische Reportage, die literarische Reportage und die soziologische Reportage.[44] Da vor allem die journalistische und die soziologische Reportage für meine Arbeit von Bedeutung sind, konzentriere ich mich auf diese beiden Formen. Es sei aber gesagt, dass es keine klaren Abgrenzungen zwischen den einzelnen Reportagetypen geben kann.

Die journalistische Reportage untersucht neue und berichtenswerte Geschehnisse in einer Gesellschaft, oder aber greift Themen auf, die von der Mehrheit verdrängt werden. „Im schlechtesten Fall weist sie nach, dass Journalismus eine Ware und die Lust der Leser auf Voyeurismus groß ist. Im besten Fall informiert sie über Aktuelles, Relevantes, Interessantes, Virulentes und schafft Verständnis.“[45] Die soziologische Reportage „versucht Typisches mit Leben zu füllen. Im schlechtesten Fall versinkt sie in Statistiken und in langweiligen Allerweltsbeobachtungen. Im besten Fall führt sie die Öffentlichkeit in unbekannte oder verdrängte soziale Welten.“[46] Die Themen die sie aufgreift, müssen nicht immer aktuell oder besonders angesehen sein.

Ende der 50er Jahre, Anfang der 60er Jahre war die Filmtechnik endlich bereit für den Dreh moderner Fernsehreportagen. Der Beginn der Filmgeschichte wird allgemein mit dem 28.12.1895 datiert, als die Gebrüder Lumière in Paris zur ersten öffentlichen Filmvorführung luden. „Die Brüder Lumière machten die Kamera zum Beobachter. Der Zuschauer identifizierte sich mit ihr und konnte sich so als Augenzeuge fühlen.“[47] Die 8-12 Meter kurzen Filme wurden als Reportagen oder Dokumentarfilme bezeichnet oder als lebendige Fotografien. „Das Leben selbst, auf frischer Tat ertappt […].“[48], hieß es. Die Filme der Lumière Gebrüder hatten allerdings noch zu wenig Geschichte, als das sie die Zuschauer dauerhaft packen konnten. Das fehlende Teilstück erhielten sie von dem Illusionisten Méliès, für den „die Kamera eine Ergänzung und Bereicherung seines Theaterrepertoires“[49] war. Seine Verbindung der Magie des Theaters mit der fotografischen, ließ die Filmmagie entstehen. Die moderne Reportage kann sicher als eine Verschmelzung der beiden alten Antipoden gesehen werden. Sie erzählt eine Geschichte und die direkte Augenzeugenschaft vermittelt Authentizität und Realitätsnähe.[50]

2.1.3 Die Entwicklung der Fernsehreportage

Die Geschichte der Fernsehreportage beginnt in der BRD Mitte der 50er Jahre. Man entdeckte sich selbst und die große weite Welt. Viel gesehene Sendereihen waren u.a. Bilder aus der neuen Welt, Auf der Suche nach Frieden und Sicherheit und Zeichen der Zeit. Die erste große Reportage hieß Musuri – Es geht aufwärts am Kongo, aus dem Jahre 1954. Erst 1963 ruft Peter Zahn die ZDF Sendereihe Windrose ins Leben.[51] Der formale Trend zur Versachlichung des Fernsehangebots der 50er Jahre, war laut Dr. Benedikt Berg-Walz aber nicht gleichzeitig auch ein Gewinn an Information oder Objektivität, sondern eher eine Vortäuschung derselben.[52] Bis Mitte der 50er Jahre waren Kulturfilme Schwerpunkte der Reportage, erst später nahm die Bedeutung von Hintergrundberichten und Stellungnahmen im Fernsehen zu großen politischen und gesellschaftlichen Themen zu. Mit Beginn der 60er Jahre wird das NDR Magazin Panorama gegründet, das mit zeitkritischen Dokumentationen auf Sendung geht. In den 70er Jahren kommt die Fernsehreportage in Folge der Studentenbewegungen in Schwierigkeiten. „Die Suche nach möglichst viel Objektivität statt Sinnlichkeit hatte der Reportage mit ihrer erkennbaren Subjektivität in den Anstalten sehr zugesetzt.“[53] In den 80er Jahren wurden neue Sendereihen gegründet, darunter die ARD- Reihe: Gesucht wird… und die ZDF- Reihe: die reportage. Später musste man sich zunehmend in der Konkurrenzsituation mit den kommerziellen Sendern behaupten. Die ARD gründete nun die Reportagereihen ARD- exclusiv und Zündstoff.[54]

In den nun folgenden Reportageformen werden fast- oder mittelaktuelle Informationen mit Unterhaltungselementen verbunden. Sie sind nicht an tagesaktuelle Themen gebunden, sondern stellen allgemeine, menschliche, kulturelle, politische oder soziale Bezüge her, die nur von mittelfristiger Bedeutung sind. Dem Zuschauer präsentiert sich ein überschaubares Faktengeflecht, auf das er sich leicht einlassen kann. Die nicht zu vielen Protagonisten, meist 3 bis 4, bieten ihm außerdem eine Identifikationsfläche. Hierzu zählt die „große Reportage“ eines nicht aktuellen, aber relevanten sozialen oder politischen Themas.

Durch längere Beobachtung und Schilderung werden die Handelnden den Zuschauern bekannt und vertraut. Die Zuschauer haben Gelegenheit und Zeit zur Identifikation oder zumindest zum Kennenlernen. Dabei geht es um mehr als das Herausnehmen einzelner Personen als menschliches Exempel, wie dies im Feature der Fall wäre.[55]

Hierzu zählen aber auch das Portrait und die investigative bzw. aufdeckende Reportage, die einen Einblick in verborgene Bereiche gewähren.

Einen weiteren großen Bereich nehmen Reportagen mit exotischen Themen ein. „Die Darstellung des Fremden ist im Fernsehen ein beliebtes und verbreitetes Thema. Es gibt hinreichend Sendungen vom anderen Ende der Welt, in denen das Abenteuer, das faszinierend Fremde, das Exotische angesiedelt ist.“[56]

Der Fernsehreportage werden einige charakteristische Merkmale zugeschrieben, die schon für die literarische, wie auch journalistische Reportage von Bedeutung waren. Der Berichterstatter fasst subjektiv Erlebtes vom Ort des Geschehens in Worte, das zusätzlich durch passende Bilder verstärkt wird. Das aufgenommene Bildmaterial ist dabei immer authentisch, hierzu zählen menschliche Situationen, Geräusche, Handlungen und Äußerungen von Beteiligten. Die Kamera beobachtet alles, um den Zuschauer mit der Situation und den Handelnden vertraut zu machen. Später am Schneidetisch findet dann durch Auswahl und Anordnung des Filmmaterials die Gestaltung statt.[57]

Mit der Fernsehreportage können sowohl subjektive Ansichten, wie auch Fakten vermittelt werden. Erzählende und dramaturgische Techniken helfen dem Zuschauer, sich an den gezeigten Ereignissen zu beteiligen. ,,Diese Teilhabe gelingt (oder misslingt) in dem Maße, in welchem die Zuschauer die Identifikation mit dem thematisierten Personen oder Zusammenhängen ermöglicht wird.“[58] Hierbei muss darauf geachtet werden, dass es nicht zu einer Verallgemeinerung des Sachverhalts kommt. Durch das Hervorrufen von echtem oder vermeintlichem Mitleid mit dem positiven oder negativen Helden, spricht die Reportage neben den Informations- auch die Unterhaltungsbedürfnisse der Zuschauer an. Dies gerät zunehmend in Kritik, da die Unterhaltungskomponente droht die Überhand zu gewinnen.

Laut Kommunikationswissenschaftler Dr. Benedikt Berg- Walz scheitert man oft an der Formvielfalt und der Lebendigkeit der unterschiedlichen Reportagegestalten und Reinhard Appel spricht davon, dass die Fernsehreportage eher einer Zeitungstitelgeschichte gleicht.[59] Sie ist demnach aktuell, informativ und populär und spricht ein breites, weniger spezifiziertes Publikum an. Sie braucht den Augenzeugen und erzählt eine Geschichte. So wird dem Zuschauer das Miterleben ermöglicht. Sie fokussiert meist einen speziellen Aspekt und nutzt die ihr zur Verfügung stehende subjektive Freiheit in der Bearbeitung des Themas. Der ZDF- Verantwortliche Walter Mischo, zuständig für die Reportagen aus Wirtschaft-, Sozial- und Umweltpolitik meint, das die Reportage „vereinfacht gesagt […] unter dem Motto: Ich und das Problem [steht], während eine Dokumentation zum Beispiel in der Reihe Zündstoff der Frage nachgeht: Wo ist der Schurke?“[60] Der Reporter bezieht in seiner Reportage einen Standpunkt, sie wird somit zu einem Augenzeugenbericht. Dennoch vermittelt sie dem Zuschauer oft nur Eindrücke und keine Hintergründe.

Die Fernsehreportage weist meist eine Länge von 30-45 Minuten auf. Auf einer Skala in der Objektivität ganz oben steht und Subjektivität am Ende, steht sie im Mittelfeld, aber weit unter der Dokumentation. Der Reporter muss für den Zuschauer klar ersichtlich, die Grenzen seines Blickfeldes definieren und dennoch Nähe und Aktualität vermitteln. Der „Stil der Reportage zielt auf Vergegenwärtigung.“[61]

Zudem gibt es Unterschiede zwischen einem Dokumentaristen und einem Reporter. Der Reporter muss vor Ort gewesen sein, der Dokumentarist nicht. Der Reporter braucht unmittelbare, eigene Eindrücke, während der Dokumentarist sein Wissen aus vielfältigen, umfassenden Informationsquellen bezieht und nüchtern an die Sache herangeht, eine Draufsicht der Dinge beschreibt, schildert der Reporter mehr die Innenansicht und mischt die Mitteilung der eigenen Betroffenheit unter. Der Reporter soll als Person identifizierbar sein, da dem Zuschauer so Zustimmung oder Abneigung leichter fallen.[62] Trotz der Unterschiede, gehen Dokumentation und Reportage einen gemeinsamen Weg. Für Dokumentation und Reportage sind meistens „außergewöhnliche Ereignisse – ungewöhnliche Beobachtungen und Perspektiven – Menschen, die etwas Außergewöhnliches machen – Einblicke, die gesellschaftliche Probleme erhellen […] [und] Filme, die zeigen, wie Menschen leben.“[63] von tiefster Bedeutung. Um sich auf diese Themen wirklich einzulassen, braucht es Zeit, deshalb reichen für eine tiefergehende Bearbeitung keine kurzen Nachrichtensendungen aus. Ein eigenständiges Format wird benötigt. Hier kommen Dokumentarfilm und Reportage ins Spiel und versuchen den Anforderungen gerecht zu werden.

Neben den längeren Fernsehreportagen findet man in der TV- Landschaft aber auch Fernsehmagazine. „[…] ein Moderator mit persönlich gefärbten, verbindenden Texten [präsentiert] Einzelbeiträge verschiedener Autoren […], [stellt] Verbindungen [her] und [interpretiert] gegebenenfalls Beiträge.“[64] Fernsehmagazine erscheinen meist periodisch unter einem gleichbleibenden Titel und je nach ihrer inhaltlichen Zusammensetzung umfassen sie alle Stoffgebiete der Fernsehproduktion.

Fernsehmagazine lassen sich demnach bestimmen als Sendeplatz eines stark personalisierten Vorzeigejournalismus, der kurze, nicht ausführlich behandelte Beiträge zu verschiedenen Themen, die keiner längeren Sendezeit für wert befunden werden oder für die aktuell keine längere Sendezeit zu haben ist, aneinanderreiht.[65]

Schon allein deshalb werden wir in einem Fernsehmagazin keine wirklich umfassenden Informationen vorfinden. Die Beitragslänge beträgt im Schnitt etwa fünf Minuten und monothematische Magazinsendungen bilden eher die Ausnahme.

Die Clipästhetik wird nur durch den Moderator durchbrochen, der als Fixpunkt dient und den Zuschauer am Zapping [66] hindern soll. Die heutige Bedeutung der TV-Magazine mit einer längeren Sendezeit liegt darin, dem Zuschauer eine Plattform zu bieten, sich über aktuelle Themen kurz zu informieren bzw. sein Wissen zu erweitern. Kritiker bemängeln allerdings die Wirklichkeitsdarstellung der Fernsehmagazine. Besonders die kommerziellen Sender haben viele Sendereihen hervorgebracht, darunter Focus, Spiegel TV, Stern TV und EXTRA die bis heute erhalten geblieben sind. Die ersten politischen Fernsehmagazine waren hingegen auf den öffentlich rechtlichen Kanälen zu sehen. Erfolge feierten die Magazine Panorama, Weltspiegel und Monitor. Später zogen dann die Privaten immer mehr nach. Allen voran Alexander Kluge, der mit seiner deutsch- japanischen Produktionsfirma DCTP, Formate bei den Sendern SAT 1, VOX und RTL einbrachte. Hierzu gehören Stern TV, SZ-TV (Süddeutsche Zeitung), Zeit- TV und NZZ- TV (Neue Züricher Zeitung). Das Flaggschiff der Informationsvermittlung sei aber, laut EX- RTL Chef Helmut Thoma immer noch das Format Spiegel TV.[67]

„Dokumentationen haben sich in der Primetime großer TV – Anbieter etabliert und sind sowohl auf Produktions- wie auf Senderseite längst zu einem wichtigen Marktfaktor avanciert. Auch die Entwicklung von dokumentarischen bzw. doku- affinen Sparten- Angeboten (Phoenix, XXP, Terra Nova, History Channel, N24, n-tv) ist so dynamisch wie in kaum einem anderen Programmbereich.“[68]

Hierbei wird deutlich, dass „klassische Dokumentationen und Reportagen, zumal zu politischen und gesellschaftlichen Themen, […] eine Domäne der öffentlich- rechtlichen Sender [sind].“[69] Die Privaten setzen eher auf serielle Formate und teure Doku- Events im Bereich Infotainment und auf Lifestyle- Magazine. „Diese Grundstruktur hat sich seit 1998 bis heute relativ stabil gehalten.“[70] Nonfiktionale Programme nehmen aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Produktionskosten in der TV-Landschaft deutlich zu. Aber dieser Trend bezieht weniger Dokumentationen und Reportagen ein, sondern zielt auf neue innovative Unterhaltungsformate ab.

Die Konkurrenz ist groß und so versucht auch das öffentlich- rechtliche Fernsehen noch stärker als zuvor durch Sendungstypen wie Magazine, Talk- Shows, Fernsehserien und dokumentarische Reihen sowie durch die Formatierung möglichst vieler Sendungsformen dem Zuschauer Orientierungsmöglichkeiten im Programm zu verschaffen.[71]

Mit der Wiedererkennbarkeit einzelner Programmformen, Themen, Personen und Designs hofft man die Corporate Identity und damit auch die Bindung der Zuschauer an den jeweiligen Sender festigen zu können. Dem dient auch der Trend zu Infotainment und Docutainment, dem zunehmenden Zwang zu unterhaltsamen Gestaltung dokumentarischer Programme bis hin zu Doku- Soaps und Reality- TV.[72]

Der Ruf der Dokumentarfilmer scheint sich dadurch nur weiter zu verschlechtern. ,,Einst Fürsten der Kultur, Prinzen der Weisheit, Könige der Wahrheit und begehrte Geschichtenerzähler sind die Dokumentarfilmer nun zum Elendsproletariat der Medien mutiert.“[73] Nur wenige haben die Zeichen der Zeit erkannt, sich zusammengeschlossen und eine Nische gesucht. Sie aber müssen sich mit seriellen Formaten und „Brot und Butter“ Beiträgen über Wasser halten, um dann alle drei Jahre den Versuch zu wagen, ein ambitioniertes Projekt zu verwirklichen. „Das beherrschbare, planbare, verwechselbare, in das Sendeschemata passende Format ist der Hierarchie allemal lieber als das unpassende, nicht kontrollierbare Einzelstück.“[74]

Mit der Entwicklung des Fernsehens entstand ein vom Journalismus beeinflusstes Formenrepertoire. Magazin, Feature, Reportage, Dokumentation und Bericht versuchten dem Anspruch einer „möglichst sachlichen und tatsachengetreuen Vermittlung von Informationen“[75] gerecht zu werden.

Verfilmter Hörfunk war der oft erhobene Vorwurf gegen journalistische Sendeformen wie Feature, Dokumentation und Reportage, bei denen die Bilder oft nur dazu da waren, um den Kommentar auf den Bildschirm zu bringen. Illustration eines vorgefertigten Wirklichkeitsbildes statt Erkundung der Realität vor der Kamera, so lautete die Kritik vieler Dokumentarfilm- Autoren.[76]

Die Titel der Reportagen und Dokumentationen spekulieren immer mehr mit Angstlustthemen um die Gunst der Zuschauer. Je besser eine Dokumentation im Sendeplan platziert ist, desto formatierter fällt sie aus, um möglichst viele Zuschauer zu erreichen. „Die Tendenz zur Fiktionalisierung dokumentarischer Stoffe in Bild, Dramaturgie und auch, sehr wichtig, im Ton, hat in den letzten Jahren zu einigen dokumentarisch- fiktionalen Mischformen geführt.“[77] Erfolg hatten dabei vor allem dokumentarische Selbstversuche. Dabei wurde aber klar, dass sich nicht alle Stoffe für das serielle Erzählen eignen. Gut machen sich hierbei immer Alltagsgeschichten oder alle Arten von Schulen. Großen Erfolg hatten die Sendereihen Schwarzwaldhaus 1902 und Leben im Gutshaus. Viele neue Formen des Dokumentarismus wurden anscheinend selbst den Machern unheimlich und so kehrt man zunehmend zurück zu den Wurzeln.

2.2 Armutszeugnis: Kinderarmut im reichen Europa

2.2.1 Kurze Einführung in die aktuelle Lage in Europa am Beispiel der Bundesrepublik Deutschland

Das Thema Kinderarmut ist schon lange nicht mehr nur in dritte Welt Ländern aktuell. Immer mehr müssen auch die Bewohner der westlichen Welt feststellen, dass sie die Zukunftsträger ihres Landes zu sehr vernachlässigt haben. So sind beispielsweise die europäischen Länder in ihrer Wirtschaftsleistung und ihrem Lebensstandard so unterschiedlich, dass das Bild der Armut sehr vielschichtig ausfällt. Erst jetzt werden vermehrt Forderungen nach frühen Hilfen, Änderungen im Gesundheits- und Bildungswesen, nach Chancengleichheit und einer intensiveren Bekämpfung der Armutsfolgen laut.

Der Sozial- und Bildungsforscher Prof. Dr. Christoph Butterwegge spricht davon, dass auch in Deutschland die Lebenswirklichkeit vieler Menschen wieder mit harten Zeiten durchaus zutreffend charakterisiert werden kann.[78] Die Sozialhilfe, die viele Haushalte mit Kindern in Deutschland erhalten, soll das Existenzminimum der Bedürftigen absichern. Aber sie wird immer mehr zu einer Existenzgrundlage. Jedes Bundesland in Deutschland hat hierfür geregelte Höchstsätze, von denen sich ein Mensch das kaufen kann, was er zum Leben braucht. Miete und Heizgeld werden demnach zusätzlich vom Sozialamt übernommen.

Die Auswirkung der Gesetzesreform Hartz- IV auf die Entwicklung von Kinderarmut wurde 2005 erstmals untersucht.

Demnach ist seit der Einführung des Arbeitslosengelds II […] die Zahl der von relativer Kinderarmut betroffenen Minderjährigen unter 15 Jahren auf den negativen Rekordhöchststand von 1,7 Millionen angestiegen – über 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche davon lebten allein auf Sozialhilfeniveau.[79]

Weitere hätten durchaus Anspruch auf Hilfe, nehmen diese aber aus Gründen wie Scham oder Unwissen nicht an. In den neuen Bundesländern ist die Anzahl der von Armut betroffener Kinder und Jugendlicher fast doppelt so hoch wie in den alten Bundesländern. „Deutschland rangierte damit im oberen Mittelfeld der europäischen Länder, die den höchsten Anteil an Kinderarmut aufwiesen.“[80]

Wichtig zu wissen ist, dass neben den offiziellen Daten immer noch eine sehr hohe Dunkelziffer existiert. Gerade die Kinder, die in unmittelbarer Gefährdung leben, selbst arm zu werden, tragen ein großes Risiko, da sie vorerst keine Unterstützung vom Staat erhalten, sondern dieser erst aufmerksam wird, wenn es zu spät ist.

Die Gestaltung positiver Rahmenbedingungen für Familien wird Maßstab und Faktor einer nachhaltigen Zukunftsgestaltung werden müssen. Deutschland liegt nicht nur im Gesamtranking der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) im Mittelfeld der beteiligten Länder, sondern auch bei den einzelnen Dimensionen, wie materieller Wohlstand, Gesundheit, Bildung, Beziehungen, Verhalten und subjektivem Empfinden.[81] Laut einer aktuelleren UNICEF- Studie aus dem Jahre 2005 lebt nun schon jedes zehnte Kind in Armut. ,,Die Kinderarmut in Deutschland ist laut Studie stärker angestiegen, als in den meisten anderen Industrienationen: Allein in Westdeutschland wuchs der Anteil von 4,5 Prozent 1989 auf 9,8 Prozent 2001.“[82] Demnach sind die fortschrittlichsten Länder Dänemark und Finnland, deren Kinderarmutsanteil bei unter drei Prozent liegt.[83]

2.2.2 Kinderarmutsstudien aus Deutschland – Ursachen – Erscheinungsformen – Gegenmaßnahmen

Obwohl die Lebensbedingungen für die meisten Kinder in Deutschland durchaus gut bis sehr gut sind, geraten immer mehr von ihnen in einen Teufelskreis der Armut. Das Problem liegt vor allem in der ungerechten Verteilung der Risikofaktoren von Armut. Da sich vor allem die Familienpolitik in Deutschland kaum weiterentwickelt, kann der Kreis nur schwer durchbrochen werden. ,,Umfang und Ausrichtung der sozialstaatlichen Sicherungssysteme haben einen großen Einfluss auf das Ausmaß der Kinderarmut.“[84]

Das sozialstaatliche Netz, dessen Aufgabe die Absicherung der elementaren Lebensrisiken ist, weist große Risse auf. Die bestehenden und zumindest über viele Jahrzehnte hinweg auch bewährten Sicherungssysteme geben keine Antwort auf die Lebenswirklichkeit einer wachsenden Zahl von Menschen. Sozialstaatsanspruch und soziale Realität klaffen immer weiter auseinander, insbesondere dann, wenn es sich um Familien mit Kindern oder um Alleinerziehende handelt.[85]

Dies hat negative Auswirkungen auf die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen. ,,Eine spezifische Verteilung des Verarmungsrisikos ist die Folge.“[86]

Die Zukunft unserer Gesellschaft hängt von unseren Kindern ab. Indem wir uns für eine Chancengleichheit einsetzen und vor allem ihre Startchancen verbessern, helfen wir nicht nur ihnen, sondern auch uns selbst.

Familien und Kinder sind die Modernisierungsverlierer der Gesellschaft. Die Normalfamilie gibt es nicht mehr. Familienform, Haushaltsgröße, Geschwisteranzahl, Migrationshintergrund und Familiengröße sind entscheidende Faktoren. Hinzu kommen die jeweilige Erwerbssituation der Eltern, die Wohnsituation, die Schulbildung und die Freizeit- und Unterhaltungsangebote. Diese Faktoren beeinflussen die Gesundheit und das Wohlbefinden des Kindes. Schulangst oder Stress daheim können beispielsweise zu Schlaf- und/oder Konzentrationsschwierigkeiten führen.

Kinder leiden besonders unter Armut, unschuldigerweise und abhängig von ihren Eltern, die nicht in der Lage sind, sich um sie richtig zu kümmern, weil ihnen die eigenen Probleme zunehmend über den Kopf wachsen. Die Hilfe vom Staat ist oftmals nicht ausreichend.

Den empirischen Befunden des Zweiten Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung zufolge stellen Minderjährige gegenwärtig immer noch die größte Gruppe unter den Leistungsempfängern der staatlichen Hilfe zur sozialen Grundsicherung. In der verbreiteten Auffassung gilt der Sozialhilfeleistungsbezug als ein gesichertes Indiz für Kinderarmut.[87]

Die negativen Folgen, unter denen viele Kinder und Jugendliche leiden müssen können nicht weiter toleriert werden. Der Mythos Armut oder gar Kinderarmut in Deutschland gibt es nicht, musste schon lange korrigiert werden. In Fachkreisen schon länger diskussionsbedürftig, gelangte das brisante Thema nun nach und nach auch an die Öffentlichkeit und ist aus den aktuellen Nachrichten nicht mehr wegzudenken. Es wurde vielmehr zu einer der „wichtigsten moralischen und sozialpolitischen Herausforderungen unserer Zeit und demokratischen Gesellschaft erhoben.“[88]

Wie schnell man in eine Armutssituation geraten kann, zeigt sich immer wieder. Ursachen sind unter anderem die Trennung der Eltern, Arbeitslosigkeit, Überforderung durch Alleinerziehung, fehlende Kinderbetreuung, unzureichende Lastenausgleiche, die vor allem Großfamilien das Leben schwer machen oder aber ein Zuwanderungshintergrund. Das was Kinder benötigen, wie Nahrungsmittel, Kleidung, Schulmaterialien, Freizeitgeld, Hortgebühren, Nachhilfe- oder Musikunterricht oder Mitgliedsgebühren für Vereine, ist von vielen Erziehungsberechtigten kaum aufbringbar. Es gibt aber nicht nur die materielle Armut, sondern auch Bildungsbenachteiligung, geistige und kulturelle Armut, soziale Armut, fehlende Werte, seelische und moralische Armut, Vernachlässigung und Gewalt, falsche Versorgung und ausländerspezifische Benachteiligung. In Deutschland spricht man allerdings nur von einer „relativen“[89] Armut, genaue Zahlen lassen sich nicht bestimmen, da man sich nur am Durchschnittseinkommen orientieren kann.

Laut einer Studie der AWO (Arbeiter Wohlfahrt Bundesband e.V.) gibt es bei armen Kindern häufiger verfrühte oder verspätete Einschulungen und mit Dauer der Armut steigt ebenfalls das Risiko des Sitzenbleibens. Nur gut acht Prozent der nicht armen Kinder wiederholten in der Grundschule mindestens einmal die Klasse, aber knapp 30 Prozent der armen Kinder. Diejenigen, die bereits im Kitaalter Sprach- oder Arbeitsauffälligkeiten zeigten, gehörten weitaus häufiger zur Gruppe der Klassenwiederholer.[90] Vor allem aber die wirtschaftliche Lage der Eltern spielt hier eine Rolle. Gemessen an den Bildungsabschlüssen der Mütter, weisen die Mütter armer Kinder einen erheblich schlechteren Bildungshintergrund auf. Auch die Durchschnittsnoten armer Kinder sind wesentlich schlechter als die der nicht armen Kinder. Arme Kinder besuchen zwar häufiger die Hausaufgabenbetreuung, erhalten aber weniger Nachhilfe- oder schulischen Förderunterricht. Die größte Gruppe der Kinder mit Armutserfahrung erreicht am Ende der schulischen Ausbildung maximal den Realschulabschluss.[91] Die Armut scheint sich zu vererben, damit aber gerade die Kinder aus sozialschwachen Familien eine Chance bekommen, muss vor allem die Schule nicht nur Vermittlungsinstanz der formalen Bildung sein, sondern auch soziale Kompetenzen vermitteln, Erfahrungsfelder für soziale Integration und ein positives Lernklima bieten. Das Armutsrisiko ist bei Personen mit Migrationshintergrund auf etwa ein Viertel gestiegen. Zuwanderer aus der Türkei oder dem ehemaligen Jugoslawien sind am stärksten und längsten von Armut betroffen.[92] Was sich aber gezeigt hat ist, dass Menschen mit Migrationshintergrund, aber gleichzeitigen Kontakt zu Einheimischen, deutlich weniger unter Armut leiden. Kinder müssen vor allem früher gefördert werden. Hierzu zählen Bildungs- und Sprachförderung, Gesundheit (Bewegung und Vorsorge), Stressbewältigung, ein Alltagsrhythmus mit Ruhe- und Aktivitätsphasen, Lernzyklen, Vorschulen und die Entwicklung von Verständnis und Sensibilität für die eigene und die Lebenslage von anderen Kindern.[93] Weiterhin muss für ein positives Familienklima gesorgt werden. Keine Überschuldung der Eltern, keine beengten Wohnverhältnisse, keine regelmäßigen Streitigkeiten, dafür aber regelmäßige gemeinsame Unternehmungen, eine hohe Berufsorientierung der Mutter, die Pflege von privaten Kontakten und Netzwerken und eine gleichberechtigte, partnerschaftliche Zukunftsorientierung.[94]

[...]


[1] Kürbisch, Friedrich G. [Hrsg.] (1983): Entlassen ins Nichts: Reportagen über Arbeitslosigkeit 1918 bis heute; ein Lesebuch. Dietz. Berlin [u.a.]. S.195

[2] Def. Hier: Die Arche ist ein christliches Kinder- und Jugendwerk. In den Einrichtungen werden kostenlos Mittagessen, Hausaufgabenhilfe und Freizeitbeschäftigungen angeboten.

[3] Hollstein, Miriam (2007): Armut – Wie Kinder in Deutschland von Hartz IV leben. http://www.welt.de/politik/article1196405/Wie_Kinder_in_Deutschland_mit_Hartz_IV_leben.html [Datenabruf vom 16.11.2008, um 01:13 Uhr.]

[4] Niejahr, Elisabeth (2001): ``Kinderarmut – Die große Not der Kleinen``. http://www.zeit.de/2001/51/200151_kinderarmut.xml [Datenabruf vom 16.11.2008, um 01:31 Uhr.]

[5] Rödde, Ulf (2007): Dialog – Armes reiches Land – Deutsche Tafel. Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. 1/2007. apm AG Darmstadt.

[6] Def. hier: Unterschichtenfernsehen bezeichnet vor allem das Angebot der privaten Sender, die mehr auf Quote als auf Qualität abzielen. Angeblich wird dieses Fernsehen vor allem von der sozialschwachen Gesellschaftschicht konsumiert.

[7] Gäbler, Bernd (2006): Die Medienkolumne - Die Unterschicht und das Fernsehen. http://www.stern.de/unterhaltung/tv/:Die-Medienkolumne-Die-Unterschicht-Fernsehen/576861.html [Datenabruf vom 16.11.2008, um 01:54 Uhr.]

[8] Dreckmeier, Eva / Hoefer, Georg (1994): Aspekte der Fernsehberichterstattung: zu den Sendereihen ``Die Reportage``, ``Markt im Dritten``, ``Plusminus``, ``WISO``. Coppi- Verlag. Coppengrave.

[9] Berg- Walz, Benedikt (1995): Vom Dokumentarfilm zur Fernsehreportage. Verlag für Wissenschaft und Forschung. 1. Auflage. Berlin., S.62

[10] Def. hier: Der Begriff Unterschicht bezeichnet eine Bevölkerungsgruppe, die verglichen mit anderen sozialen Schichten, über die geringsten finanziellen, kulturellen und gesellschaftlichen Ressourcen verfügt und wenig Ansehen in der Gesellschaft besitzt.

[11] Gäbler, Bernd (2006): Die Medienkolumne - Die Unterschicht und das Fernsehen. http://www.stern.de/unterhaltung/tv/:Die-Medienkolumne-Die-Unterschicht-Fernsehen/576861.html [Datenabruf vom 16.11.2008, um 01:54 Uhr.]

[12] Wirag, Lino (2008): ``Kinder in Deutschland – zu arm und zu blöd?`` - Reportage. http://www.welt.de/satire/article1647898/Kinder_in_Deutschland_zu_arm_und_zu_bloed.html [Datenabruf vom 16.11.2008, um 01:42 Uhr.]

[13] Niejahr, Elisabeth (2001): ``Kinderarmut – Die große Not der Kleinen``. http://www.zeit.de/2001/51/200151_kinderarmut.xml [Datenabruf vom 16.11.2008, um 01:31 Uhr.]

[14] Niejahr, Elisabeth (2001), a.a.O.

[15] Wegener, Claudia (1994): Reality- TV: Fernsehen zwischen Emotion und Information?. Leske und Budrich. Opladen., S. 53

[16] Gäbler, Bernd (2006): Die Medienkolumne - Die Unterschicht und das Fernsehen. http://www.stern.de/unterhaltung/tv/:Die-Medienkolumne-Die-Unterschicht-Fernsehen/576861.html [Datenabruf vom 16.11.2008, um 01:54 Uhr.]

[17] Zimmermann, Peter [Hrsg.] (2006): Dokumentarfilm im Umbruch: Kino, Fernsehen, neue Medien. UVK. Konstanz., S.110

[18] RTL (2007): Explosiv 3 Teiler ``Die Hartz- IV- Kinder``. http://www.rtl.de/tv/tv_948732.php [Datenabruf vom 27.02.2009, um 01:08 Uhr.]

[19] RTL (2007): Explosiv ``Das Hartz- IV- Mädchen``. http://www.rtl.de/tv/tv_961364.php [Datenabruf vom 27.02.2009, um 01:10 Uhr.]

[20] Megaherz [Gmbh] (2001): ``Denk ich an Deutschland`` - Folge 5 ``Angst spür ich wo kein Herz ist“ von Sherry Hormann, 1998. http://www.megaherz.org/content/fs.asp?datei=main_produktionen_serien_denk_ich_start.asp&farbe=2 [Datenabruf vom 16.11.2008, um 01:47 Uhr.]

[21] vgl. Schächter, Markus [3sat] (2006): ``Mama General`` - Dokumentarfilm von Peter Heller und Sylvie Banuls, Deutschland 1997. http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/specials/96157/index.html [Datenabruf vom 16.11.2008, um 01:49 Uhr.]

[22] vgl. ARTE (2005): Themenabend: Arme Kinder - Kinderarmut in Europa. http://www.arte.tv/de/Willkommen/kinderarmut/1055326.html [Datenabruf vom 16.11.2008, um 01:25 Uhr.]

[23] WDR (2008): ``Die Hartz- IV Schule`` - Reportage 2008. http://www.wdr.de/tv/diestory/sendungsbeitraege/2008/0707/index.jsp [Datenabruf vom 24.02.2009, um 17:26 Uhr.]

[24] ARD (2007): ``Mama hat kein Geld – Kinder am Rande der Gesellschaft``, Reportage im Ersten von Liz Wieskerstrauch, 2007. http://daserste.ndr.de/reportageunddokumentation/rep108.html [Datenabruf vom 16.11.2008, um 01:08 Uhr.]

[25] Magoley, Nina (2006): ``Suppe und ein Stück Normalität – Besuch in der Kinder- Suppenküche in Gütersloh`` Reportage. http://www.wdr.de/themen/panorama/gesellschaft/familie/kinder/suppenkueche/index.jhtml [Datenabruf vom 16.11.2008, um 01:22 Uhr.]

[26] MDR [nah_dran] (2008): ``Schlange stehen für altes Brot – Armut in Deutschland``, Reportage im MDR Fernsehen von Hauke Wendler, 2008. http://www.mdr.de/nah_dran/5305593.html [Datenabruf vom 05.12.2008, um 12:28 Uhr.]

[27] Stern TV [Vox] (2008): ``Aus denen wird doch nix! – Kinder am Rande der Gesellschaft`` - Reportage 2007. http://www.stern.de/tv/reportage/:Reportage-VOX-Aus/607339.html [Datenabruf vom 16.11.2008, um 01:36 Uhr.]

[28] Stern TV [Vox] (2009): ``Arm oder reich? – Kinder in Deutschland.`` - Reportage 2009.

http://www.stern.de/tv/reportage/:Reportage-VOX-Arm-Kinder-Deutschland/646731.html

[Datenabruf vom 24.02.2009, um 17:27 Uhr.]

[29] ARD (2008): ARD Exclusiv ``Straßenkinder – Wenn das Zuhause kaputt geht.``, Reportage von Detlev Koßmann für den SWR. http://www.daserste.de/doku/beitrag_dyn~uid,y1k4ugi12avqzq2o~cm.asp [Datenabruf vom 19.02.2009, um 15:31 Uhr.]

[30] Focus TV (2008): ``Alles für den Hund! Straßenkids und ihre Vierbeiner.``.Reportage. SAT 1 http://www.focus.de/focustv/focustv-reportage/13-10-2008-um-23-10-uhr-in-sat-1-alles-fuer-den-hund-strassenkids-und-ihre-vierbeiner_aid_339237.html [Datenabruf vom 24.02.2009, um 17:35 Uhr.]

[31] Winter, Max (2007): Expeditionen ins dunkelste Wien: Meisterwerke der Sozialreportage. Picus Verlag. 2. Auflage. Wien. Haas, Hannes (Hrsg.), S.20

[32] Winter, Max (2007): a.a.O., S.11

[33] Dreckmeier, Eva / Hoefer, Georg (1994): Aspekte der Fernsehberichterstattung: zu den Sendereihen ``Die Reportage``, ``Markt im Dritten``, ``Plusminus``, ``WISO``. Coppi- Verlag. Coppengrave., S.11

[34] Dreckmeier, Eva / Hoefer, Georg (1994): Aspekte der Fernsehberichterstattung: zu den Sendereihen ``Die Reportage``, ``Markt im Dritten``, ``Plusminus``, ``WISO``. Coppi- Verlag. Coppengrave., S.11

[35] Witzke, Bodo / Rothaus, Ulli (2003): Die Fernsehreportage. UVK- Verlag- Ges.. Konstanz., S.36

[36] Witzke, Bodo / Rothaus, Ulli (2003): a.a.O., S.39

[37] Witzke, Bodo / Rothaus, Ulli (2003): a.a.O., S.39

[38] Witzke, Bodo / Rothaus, Ulli (2003): a.a.O.,.S.39

[39] Witzke, Bodo / Rothaus, Ulli (2003): a.a.O.,.S.41

[40] Winter, Max (2007): Expeditionen ins dunkelste Wien: Meisterwerke der Sozialreportage. Picus Verlag. 2. Auflage. Wien. Haas, Hannes (Hrsg.), S.12

[41] Winter, Max (2007): a.a.O., S.22

[42] Winter, Max (2007): a.a.O., S.29 ff.

[43] Witzke, Bodo / Rothaus, Ulli (2003): Die Fernsehreportage. UVK- Verlag- Ges.. Konstanz., S.41

[44] vgl. Witzke, Bodo / Rothaus, Ulli (2003): a.a.O., S.42

[45] Witzke, Bodo / Rothaus, Ulli (2003): a.a.O., S.42

[46] Witzke, Bodo / Rothaus, Ulli (2003): a.a.O., S.42

[47] Witzke, Bodo / Rothaus, Ulli (2003): a.a.O., S.44

[48] Witzke, Bodo / Rothaus, Ulli (2003): a.a.O., S.43 f.

[49] Witzke, Bodo / Rothaus, Ulli (2003): a.a.O., S.44

[50] vgl. Witzke, Bodo / Rothaus, Ulli (2003): a.a.O., S.45

[51] vgl. Berg- Walz, Benedikt (1995): Vom Dokumentarfilm zur Fernsehreportage. Verlag für Wissenschaft und Forschung. 1. Auflage. Berlin., S.105

[52] vgl. Berg- Walz, Benedikt (1995): a.a.O., S.105

[53] Berg- Walz, Benedikt (1995): a.a.O., S.107

[54] vgl. Berg- Walz, Benedikt (1995): a.a.O., S.107

[55] Berg- Walz, Benedikt (1995): a.a.O., S.108

[56] Berg- Walz, Benedikt (1995): a.a.O., S.109

[57] Dreckmeier, Eva / Hoefer, Georg (1994): Aspekte der Fernsehberichterstattung: zu den Sendereihen ``Die Reportage``, ``Markt im Dritten``, ``Plusminus``, ``WISO``. Coppi- Verlag. Coppengrave., S.12

[58] Berg- Walz, Benedikt (1995): Vom Dokumentarfilm zur Fernsehreportage. Verlag für Wissenschaft und Forschung. 1. Auflage. Berlin., S.110

[59] Berg- Walz, Benedikt (1995): Vom Dokumentarfilm zur Fernsehreportage. Verlag für Wissenschaft und Forschung. 1. Auflage. Berlin., S.92

[60] Berg- Walz, Benedikt (1995): a.a.O., S.93

[61] Berg- Walz, Benedikt (1995): a.a.O., S.96

[62] Witzke, Bodo / Rothaus, Ulli (2003): Die Fernsehreportage. UVK- Verlag- Ges.. Konstanz., S.82

[63] Schomers, Michael (2001): Die Fernsehreportage: von der Idee zur Ausstrahlung; Reportage, Dokumentation, Feature; ein Buch für Einsteiger im Film- und TV- Business. FAZ- Inst. Für Management-, Markt- und Medieninformation. Frankfurt am Main., S.23

[64] Berg- Walz, Benedikt (1995): a.a.O., S.110

[65] Berg- Walz, Benedikt (1995): a.a.O., S.111

[66] Def. hier: Als Zapping wird das permanente Umschalten von einem TV-Kanal zum nächsten beschrieben. Immer auf der Suche nach Informationen oder Unterhaltung, die einen interessieren.

[67] vgl. Berg- Walz, Benedikt (1995): Vom Dokumentarfilm zur Fernsehreportage. Verlag für Wissenschaft und Forschung. 1. Auflage. Berlin., S.117

[68] Zimmermann, Peter [Hrsg.] (2006): Dokumentarfilm im Umbruch: Kino, Fernsehen, neue Medien. UVK. Konstanz., S.35

[69] Zimmermann, Peter [Hrsg.] (2006): a.a.O., S.43

[70] Zimmermann, Peter [Hrsg.] (2006): a.a.O., S.43

[71] vgl. Zimmermann, Peter [Hrsg.] (2006): a.a.O., S.96

[72] Zimmermann, Peter [Hrsg.] (2006): a.a.O., S.96

[73] Zimmermann, Peter [Hrsg.] (2006): a.a.O., S.57

[74] Zimmermann, Peter [Hrsg.] (2006): a.a.O., S.77

[75] Zimmermann, Peter [Hrsg.] (2006): a.a.O., S.86

[76] Zimmermann, Peter [Hrsg.] (2006): a.a.O., S.88

[77] Zimmermann, Peter [Hrsg.] (2006): a.a.O., S.131

[78] vgl. Butterwegge, Christoph [Hrsg.] / L`Hoest, Raphael (2000): Kinderarmut in Deutschland: Ursachen, Erscheinungsformen und Gegenmaßnahmen. Campus- Verlag. 2. durchges. Auflage. Frankfurt [u.a.]., S.11

[79] Feustel, Elke (2007): ``Neue Kinderarmut`` in Deutschland: Ursachen, Folgen, Lösungsansätze. Forschungsinstitut für Philosophie. Hannover., S.18

[80] Feustel, Elke (2007): a.a.O., S.19

[81] vgl. Deutsches Kinderhilfswerk [Hrsg.] (2007): Kinderreport Deutschland 2007: Daten, Fakten, Hintergründe. Kopaed. München., S. 35 f.

[82] Frankfurter Tafel [e.V.] (2008): Thema: Armut. http://www.frankfurter-tafel.de/armut.php

[Datenabruf vom 16.11.2008, um 01:45 Uhr.]

[83] vgl. Deutsches Kinderhilfswerk [Hrsg.] (2007): a.a.O., S.35 f.

[84] vgl. Butterwegge, Christoph [Hrsg.] / L`Hoest, Raphael (2000): Kinderarmut in Deutschland: Ursachen, Erscheinungsformen und Gegenmaßnahmen. Campus- Verlag. 2. durchges. Auflage. Frankfurt [u.a.]., S.15

[85] vgl. Butterwegge, Christoph [Hrsg.] / L`Hoest, Raphael (2000): a.a.O., S. 17

[86] vgl. Butterwegge, Christoph [Hrsg.] / L`Hoest, Raphael (2000): a.a.O., S. 17

[87] Feustel, Elke (2007): ``Neue Kinderarmut`` in Deutschland: Ursachen, Folgen, Lösungsansätze. Forschungsinstitut für Philosophie. Hannover., S.4

[88] Feustel, Elke (2007): a.a.O., S.6

[89] vgl. Feustel, Elke (2007): a.a.O., S.20

[90] vgl. Deutsches Kinderhilfswerk [Hrsg.] (2007): Kinderreport Deutschland 2007: Daten, Fakten, Hintergründe. Kopaed. München., S. 77

[91] vgl. Deutsches Kinderhilfswerk [Hrsg.] (2007): a.a.O., S.77

[92] vgl. Deutsches Kinderhilfswerk [Hrsg.] (2007): a.a.O., S.150

[93] vgl. Deutsches Kinderhilfswerk [Hrsg.] (2007): a.a.O., S.198

[94] vgl. Deutsches Kinderhilfswerk [Hrsg.] (2007): Kinderreport Deutschland 2007: Daten, Fakten, Hintergründe. Kopaed. München., S.73- 198

Details

Seiten
128
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783836635547
Dateigröße
753 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v227182
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main – Neuere Philologien, Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Note
1,0
Schlagworte
sozialreportage kinderarmut fernsehreportage authentizität zuschauer

Autor

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Titel: Kinderarmut in deutschen Sozialreportagen