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Das Schwedische Institut, ein Organ der auswärtigen Kulturpolitik Schwedens, und das Schwedenbild im Ausland

Magisterarbeit 2008 113 Seiten

Kulturwissenschaften - Sonstiges

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Zielsetzung

Gliederung

Forschungsstand und Quellenlage

Zum Schwedischen Institut

Zu weiteren Themen

1 Auswärtige Kulturpolitik
1.1 Begriffliche Bestimmung
1.1.1 Der Kulturbegriff
1.1.2 Auswärtige Kulturpolitik
1.2 Die Auswärtige Kulturpolitik Schwedens

2 Die Entstehung des Schwedischen Institutes
2.1 Ziele
2.2 Schweden und das Ausland 1914 bis 1945
2.2.1 Der Erste Weltkrieg
2.2.2 Die Zwischenkriegszeit
2.2.3 Der Zweite Weltkrieg
2.2.4 Fazit
2.3 Von der Idee bis zur Gründung
2.4 Aufgabe
2.5 Schwedens auswärtige Kulturpolitik vor 1945
3 Das Schwedische Institut von 1945 bis heute
3.1 Organisation
3.1.1 Rechtsform, Zielsetzung und Finanzierung
3.1.2 Organisationsform
3.1.3 Standort
3.1.4 Personal
3.1.5 Finanzen
3.1.6 Geographische Schwerpunkte
3.2 Nachkriegshilfe
3.3 Allgemeine Auslandsinformation
3.3.1 Koordination und Zusammenarbeit
3.3.2 Publikationen
3.3.3 Filme
3.3.4 Ausstellungen
3.3.5 Dokumentationszentrum und Buchhandlung
3.3.6 Botschaftsservice
3.4 Kultur- und Erfahrungsaustausch
3.4.1 Gastdozentenaustausch
3.4.2 Studienbesuche
3.4.3 Stipendienaustausch
3.4.4 Kontaktvermittlung
3.4.5 Präsentation künstlerischer Tätigkeit
3.4.6 Kulturaustauschprogramme mit Osteuropa
3.4.7 Kurstätigkeit
3.4.8 Information über Studienmöglichkeiten in Schweden
3.5 Entwicklungszusammenarbeit und Sonderaufträge
3.5.1 Die Anfänge der Entwicklungszusammenarbeit
3.5.2 Stipendienprogramme
3.5.3 Expertenaustausch mit Entwicklungs- und Schwellenländern
3.5.4 Schwerpunktregion Mittel- und Osteuropa
3.5.5 Neue Programme
3.6 Schwedischunterricht im Ausland
3.6.1 Auslandslektorate
3.6.2 Gastdozenten- und Schriftstellerbesuche
3.6.3 Sommersprachkurse
3.6.4 Stipendien für Heimvolkshochschulen
3.7 Auslandsbüros
3.8 Skandinavische Zusammenarbeit
3.8.1 Auslandsinformation
3.8.2 Auslandslektorate
3.9 Fazit

4 Die Vermarktung Schwedens
4.1 Der Aufbau einer Ländermarke
4.1.1 Marketing
4.1.2 Der Markenbegriff
4.2 Die Bedeutung von Ländermarketing
4.3 Das Konzept der wettbewerbsfähigen Identität
4.4 Die Marke Schweden – das Schwedenbild
4.4.1 1936–1968
4.4.2 1968–1989
4.4.3 1990–1999
4.4.4 Nach 2000
4.4.5 Das aktuelle Schwedenbild
4.4.6 Exkurs: Das Schwedenbild der Deutschen
4.5 Die Rolle des Schwedischen Institutes
4.6 Das Schwedische Institut und das Schwedenbild
4.6.1 Analyse
4.6.2 Förderung
4.7 Fazit

5 Das Schwedische Institut im europäischen Vergleich
5.1 Deutschland
5.1.1 Auswärtige Kulturpolitik allgemein
5.1.2 Das Goethe-Institut
5.2 Großbritannien
5.2.1 Auswärtige Kulturpolitik allgemein
5.2.2 Der British Council
5.3 Frankreich
5.3.1 Auswärtige Kulturpolitik allgemein
5.3.2 Kulturinstitute
5.4 Dänemark
5.4.1 Auswärtige Kulturpolitik allgemein
5.4.2 Das Dänische Kulturinstitut
5.5 Österreich
5.5.1 Auswärtige Kulturpolitik allgemein
5.5.2 Kulturforen
5.6 Fazit

6 Resümee

Literaturverzeichnis

Wahrheitsgemäße Erklärung

Einleitung

Zielsetzung

Die vorliegende Arbeit zur Erlangung des Grades eines Magisters Artium soll sich mit dem Schwedischen Insti­tut, dem wichtigsten Organ der schwe­di­schen aus­wär­tigen Kul­tur­politik, beschäftigen. Dieses Thema liegt mir nicht zu­letzt per­sönlich na­he, da ich im Rahmen meines Studiums der Nordischen Phi­lo­lo­gie bereits etli­che Ma­le mittelbar oder unmittelbar mit dem Schwedischen Institut in Kon­takt ge­­kom­men bin, so bei­spiels­weise als es mir ein Stipendium des Institutes im Frühjahr 2007 er­mög­­lich­te, ein Semester an einer folkhögskola (Heim­volks­hoch­­schule) in Schwe­den zu verbringen.

Aus einfachen Überlegungen, wie etwa welche Aufgaben genau in der Ver­ant­wor­tung des Schwe­­dischen Institutes liegen, wel­che Zielsetzung es dabei verfolgt oder seit wann es existiert, sowie Gedanken zum – zunächst vorwiegend deut­schen – Schwe­­­­denbild entwickelte sich die Idee zu dieser Arbeit. Die ur­sprüng­liche Vorstellung, dass das Institut schlichtweg das schwedische Pendant des deut­schen Goethe-Institutes sei, zeigte sich bei der Vertiefung in die Thematik als so nicht haltbar. Auf diesen Vergleich soll jedoch nur kurz eingegangen werden, im Mittel­punkt soll die Arbeit des Schwedischen Institutes stehen.

Ein Beweggrund für die recht ausführliche Behandlung des historischen As­pek­tes ist, dass etwas tiefergehende Literatur über das Institut kaum vor­han­den ist, ge­schweige denn in einer anderen Sprache als Schwedisch. Zum anderen ist in­te­res­sant, wie sich in den letzten Jahren langjährige Gemeinplätze zur Rechtsform des Institutes und zu seiner Zielsetzung mehr oder weniger schlagartig als obsolet erwiesen.

Was soll die Arbeit nun alles leisten? Sie soll die Entstehung des Schwedischen Institutes im Jahre 1945 so­wie deren Umstände nachzeichnen. Dabei spielen die Außenbeziehungen Schwe­dens, in erster Linie zu den Westmächten und zu Deutsch­land, eine ent­schei­dende Rolle. Sie soll weiter die Entwicklung des Ins­ti­tu­tes und seine Tätigkeit bis zum heuti­gen Tage be­han­deln, um dann speziell auf dessen veränderte Rolle in den letzten zehn Jahren, nach seiner Umwandlung von einer davor relativ unab­häng­igen Stif­tung in eine staatliche Einrichtung, ein­zu­ge­hen. Da das Institut heute mit der Vermark­tung Schwe­dens durch die Förderung eines positiven Schwe­denbildes im Aus­land be­fasst ist, soll zum einen die dahin­ge­hen­de Arbeit des Institutes und zum anderen kurz gefasst auch die Entwick­lung dies­es Bildes dargestellt wer­den, um so sowohl diese neue Aufgabe als auch das ge­wünsch­te Bild erklärbar zu machen. Schließlich sollen kurz die Kultur­ins­ti­tu­te anderer Länder und deren aus­­wärtige Kulturpolitik allgemein vor­ge­stellt wer­den, da­mit letztlich die Rolle des Institutes besser verständlich wird.

Gliederung

Zunächst wird auf die Begrifflichkeit „auswärtige Kulturpolitik“ eingegangen und der für die Tätigkeit des Schwe­di­schen Ins­ti­tu­tes bzw. für aus­wärtige Kul­­tur­po­li­tik allgemein maßgebliche Kulturbegriff he­raus­gearbeitet.

Im zweiten Kapitel wendet sich die Arbeit der Entstehungsgeschichte des Institu­tes zu und beleuchtet den historischen Kontext, d. h. die entscheidenden schwe­­di­schen Außenbezie­hung­en vom Beginn des Ersten bis zum Ende des Zwei­ten Welt­­krie­ges.

Kapitel drei hat sodann in groben Zügen, aber mit dem Anspruch, die wich­tigs­ten Aspekte abzudecken, die Geschichte des Schwedischen Ins­titutes von seiner Grün­dung bis zum heutigen Tage zum Thema. Das Kapitel glie­dert sich – abge­se­hen von organisatorischen Entwicklungen – in der Haupt­sache nach den verschie­de­­nen Tätig­keits­be­reichen.

Danach soll die Vermarktung Schwedens und das Wirken des Schwedischen Institutes für ein angestrebtes Schwedenbild im Aus­land unter­sucht werden. Zu Beginn des Kapitels soll auf die allgemeine Bedeutung einer solchen Ver­mark­tung sowie in dessen weiteren Verlauf eben auf die Entwicklung des Schwe­den­bil­des und dessen Einflussfaktoren eingegangen werden.

Das nächste Kapitel soll dann den Vergleich zu ausgewählten europäisch­en Län­dern – zu Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Öster­reich – bzw. deren Kulturinstitute ziehen.

Abschließend sollen in einem kurzen Resümee die in dieser Arbeit ge­won­nen­en Erkenntnisse zusammengefasst werden.

Forschungsstand und Quellenlage

Zum Schwedischen Institut

Der Forschungsstand zum Thema Schwedisches Institut ist als recht dürftig zu be­zeich­­nen. Es existieren lediglich zwei Werke, die sich in der Hauptsache mit dem Institut befassen.

Das lange Jahre einzige war eine von Gunnar Helén geleitete, 1967 voll­en­de­te staatliche Untersuchung,[1] die aber nur sehr grob Ent­ste­hung und Geschichte des Institutes nachzeichnet und ansonsten das Zusam­men­spiel mit an­de­ren schwe­di­schen Informationsorganen zum Gegenstand hat.

Das zweite ist die zum 50-jährigen Jubiläum des Institutes erschienene Schrift Upp­lys­nings­vis. Sven­ska institutet 1945–1995 von Per-Axel Hildeman, einem ehemaligen Direktor des Institutes. Dieses ist zwar nicht sonderlich um­fangreich, behandelt aber dankenswerterweise doch ziemlich ausführlich die Entstehungsge­schich­te des Ins­ti­tutes und gibt einen breiten Einblick in dessen Entwicklung bis 1995. Das Werk erhebt jedoch nicht den Anspruch, die Geschichte des Institutes zu schrei­ben, wie es im Vorwort heißt, und geht in lockerem Ton vor allem auf interessante Begebenheiten und Umstände ein.

Darü­ber hinaus wird es hinsichtlich Literatur zum Institut sehr knapp. In der An­fangs­zeit des Institutes wurden von zwei weiteren ehemaligen Di­rektoren des Institutes – Tore Tall­roth[2] und Gunnar Heckscher[3] – zwei kurze Auf­sät­ze über dessen Tätigkeit verfasst, die mir vorlagen. Als Literaturgrundlage dien­ten daneben weitere vom schwedischen Staat in Auftrag gegebene Untersuchungen, die meist die Auf­ga­benverteilung zwischen den einzelnen Organen der aus­wär­tigen Kultur­po­li­tik Schwedens beleuchteten und dabei natürlicherweise auch auf die Geschichte, aber vor allem auf die jeweils aktuelle Tätigkeit des Institutes ein­gin­gen. Zu nen­nen wä­ren in erster Linie die Studien von Arvidsson / Ahlander 1978[4], von Löf­dahl / Jonsson 1988[5] und von Faxén 1993[6].

Dieser mäßige Forschungsstand machte eine eingehende Beschäftigung mit den zur Verfügung stehenden Quellen notwendig. Dies sind zum einen und vor­wie­­gend die Jah­res­be­richte des Schwedischen Institutes, wobei die älteren in ihrer Gesamtheit nur im schwedischen Reichsarchiv (Riksarkivet) in Stockholm zu­gäng­­lich sind. Eine weitere Quelle stellen die sogenannten Weisungsbriefe (re­gle­rings­­brev) dar, die das Institut einmal jährlich vom Außenministerium er­hält, und worin – zumindest was die Briefe in jüngerer Zeit anbelangt – Ziele, Tätigkeits­fel­der und Pflichten sowie das jeweilige Budget des Ins­titutes festgelegt sind. Für neuere Aspekte dien­ten etwa der Internetauftritt und di­ver­se Veröffent­li­chungen des Institutes sowie persönliche Auskünfte als weitere Quellen.

Zu weiteren Themen

Das Thema Schwedenbild im Ausland ist insgesamt als sehr gut erforscht zu be­zeich­nen. Die bislang größte Studie hierzu aus dem Jah­re 2005[7] diente als Haupt­quelle für diesbezügliche Ausführungen. Ein Schwachpunkt dieser Studie ist je­doch, dass Ausführungen zum Schwedenbild in der Vergangenheit haupt­säch­­lich auf Auswertungen von ausländischen Medien über deren Schwedenbe­richt­er­stat­tung, die zwar sicherlich zur Bildung oder Bestätigung eines Schwe­den­bil­des bei­trug, die aber wohl kaum das gesamte komplexe Bild widerspiegelt, fußen.

Bei Arbeiten zum deutschen Schwedenbild, das hier nur kurz angerissen und hauptsäch­lich historisch behandelt wird, kommt man um Veröffentlichungen von Bernd Hen­ningsen nicht herum. Diese beziehen sich jedoch häufig auf Skan­di­na­­vien als Ge­samt­heit.

Die auswärtige Kulturpolitik anderer Länder findet sich relativ gut doku­men­tiert, mit Überblickinformationen und Links, auf der Internetseite des Institutes für Aus­lands­be­­zie­hungen, www.ifa.de. Als hilfreich für dieses Thema erwies sich auch das Werk Nationalkultur oder europäische Werte? Britische, deutsche und fran­zösische Auswärtige Kulturpolitik zwischen 1989 und 2003 von Julia Sat­tler, in dem die Autorin eben die auswärtige Kulturpolitik Deutschlands, Frank­reichs und Großbritanniens in diesem Zeitraum gegenüberstellt.

1 Auswärtige Kulturpolitik

1.1 Begriffliche Bestimmung

1.1.1 Der Kulturbegriff

Es stellt sich zu Beginn die Frage, was Kultur eigentlich ist oder vielmehr was im Rahmen dieser Arbeit und im Hinblick auf auswärtige Kulturpolitik darunter zu verstehen ist. Busche stellt fest, dass „[d]er Begriff Kultur […] für seine Unklar­heit berüch­tigt“ ist.[8] Wo Unklarheit herrscht, gibt es selbstredend viele Ausle­gun­gen eines Begriffes. So un­ternehmen beispielsweise Kroeber / Kluckhohn eine Ana­lyse von 164 von 1870 bis 1950 verwendeten Kulturbegriffen und versu­chen sich schließ­­­­lich an einer allen Definitionen gerecht werdenden eigenen Be­griffs­bestim­mung:

Culture consists of patterns, explicit and implicit, of and for behavior acquired and transmitted by symbols, constituting the distinctive achievement of human groups, including their embodiments in artifacts; the essential core of culture consists of traditional (i. e., historically derived and selected) ideas and especially their attached values; culture systems may, on the one hand, be considered as products of action, on the other as conditioning elements of further action.[9]

Das Ergebnis dieses Versuches musste selbstverständlich ein sehr weit gefasstes Ver­ständ­nis von Kultur sein. Ein derart umfangreiches – und für die Belange die­ser Ar­beit maßgebliches – Verständnis findet sich auch in der 1982 for­mu­lierten und mehr­mals bestätigten eingängigen Be­griffs­bestimmung der UNESCO:

Kultur [sollte] als Gesamtheit der unverwechselbaren geistigen, materiellen, intellektuellen und emotionalen Eigenschaften angesehen werden [...], die eine Gesellschaft oder eine soziale Gruppe kennzeichnen, und [...] sie [umfasst] über Kunst und Literatur hinaus auch Lebensformen, Formen des Zusammenlebens, Wertesysteme, Traditionen und Überzeugungen [...].[10]

Nilsson spricht in Bezug auf ein solches Kulturverständnis von Kul­tur als „As­pekt“ – im Gegensatz zu Kultur als „Sektor“, als welcher der Begriff lediglich die küns­tlerischen Aus­drucks­formen und die Institutionen, Orga­ni­sa­tionen und Perso­nen, die sich da­durch ausdrücken, umfasse.[11]

In der Literatur zu auswärtiger Kulturpolitik oder zu Kulturinstituten wird der Kulturbegriff oftmals nur auf „Werke, Manifestationen, Hervorbringungen geis­tiger, musischer, künstlerischer Natur“,[12] beschränkt, was jedoch weder auswär­tiger Kulturpolitik insgesamt noch der Tätigkeit der mit ihr befassten Institutionen gerecht wird, wobei es freilich auch solche Organe auswärtiger Kultur­politik gibt, deren Arbeit sich auf Kultur in diesem Verständnis beschränkt. Wie sich bei einem Blick auf die Internetseite oder in einen Jahresbericht bei­spiels­weise eben des Schwedischen Institutes zeigt, umfasst dessen Kultur­ver­ständ­nis sowohl – oder vor allem – Kultur als Aspekt mit allen seinen Sphären als auch Kultur als Sek­tor.

Während Kulturpolitik innerhalb der Grenzen eines Landes oft – um bei obiger Unterscheidung zu bleiben – Kultur als Sektor meint,[13] ist auswärtige Kultur­poli­tik eben mit Kultur als Aspekt befasst. Es kommt also hier ein „erweiterter“ oder „um­fas­sen­der“ Kulturbegriff zum Tragen.[14]

1.1.2 Auswärtige Kulturpolitik

Der Begriff „auswärtige Kulturpolitik“ wurde vermutlich zum ersten Mal im Jahre 1912 vom Historiker Karl Lamprecht verwendet.[15] Was darunter zu ver­ste­­hen ist, dazu schreibt Arnold:

Mit dem Begriff auswärtige Kulturpolitik ist die Einbeziehung der internationalen Kulturbeziehungen in die Außenpolitik bzw. eine international ausgerichtete Kulturpolitik im Interesse der Außenbeziehungen eines Staates gemeint. In der außenpolitischen Praxis verwirklicht sich eine solche Politik in erster Linie in der Förderung internationaler Kulturbeziehungen durch den Staat.[16]

Auswärtige Kulturpolitik ist also ein Teil der Außenpolitik, wenn ihr auch inter­na­tio­nal und über die Zeit unterschiedliche Bedeutung beigemessen wurde und wird.

Denn „kulturelle Kontakte und Wechselwirkungen zwischen Völkern [haben zwar] schon immer bestanden“, eine „bewußte Einbeziehung von kulturellen Be­zie­hungen in die Außenpolitik der Staaten“ aber begann erst im 19. Jahr­hun­dert. Da­mals wurden diese in erster Linie „als Mittel zur Unterstützung nationaler In­te­res­se [sic!] im Zeichen des Kolonialismus und Imperialismus eingesetzt.“[17]

So verwundert es nicht, dass es bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges fast aus­schließlich „die größeren Staaten Europas [waren], die aus außenpolitischen Mo­tiven internationale Kulturbeziehungen förderten.“ Auswärtige Kulturpolitik lief damals vor allen Dingen auf „Kulturwerbung bzw. -propaganda“ hinaus, die der Überzeugung von der Überlegenheit der eigenen Kultur entsprang, und wurde als „Hilfsmittel für die Durchsetzung der jeweiligen Außenpolitik“ betrachtet.[18]

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg bestand seitens der großen Macht­blöcke die Not­wen­digkeit, um Verständnis für ihre Politik zu werben sowie ihre militärischen, wir­tschaftlichen oder kulturellen Interessengebiete zu stärken oder auszuweiten. Zugleich wuchs aber auch die Einsicht, dass Einvernehmen und Zusammenarbeit zwischen Ländern wichtig zur Erhaltung des Friedens sind. Länder spürten, dass sie nicht nur von den Regierungen, sondern auch von der öf­fent­lichen Meinung in anderen Ländern abhängig sind. Personenaustausch, Infor­ma­tions­schriften, Kul­tur­kontakte und Zusammenarbeit bei Wissenschaft und For­schung waren einige der Wege zur Festigung der Beziehungen zwischen den Völkern. Jetzt hielten es auch kleinere Län­der besondere Anstrengungen für ge­bo­ten, um am allgemeinen Er­fah­rungsaustausch teilzunehmen und um Auf­merk­sam­keit und Verständnis für ihre besonderen Probleme und Interessen zu gewin­nen.[19]

Willy Brandt, zu jener Zeit Außenminister, nannte 1967 die auswärtige Kul­tur­poli­tik die „dritte Säule“ der Außenpolitik, was ihre hohe Bedeutung unter­strei­chen sollte. Die anderen Säulen wären dabei wohl zum einen die klassische Diploma­tie und zum anderen die Außenhandelspolitik eines Landes.[20] Kathe kons­ta­tiert allerdings, dass sie im Falle Deutschlands zwar rein quantitativ – mit etwa einem Drittel des Budgets und nahezu einem Drittel der Stellen – mit den beiden anderen Teilen der Außenpolitik stets auf einer Stufe stand, dass sie indes in der au­ßen­po­litischen Realität eine deutlich untergeordnete Rolle spielte.[21] Dass dies in anderen Ländern durchaus anders ist, zeigen etwa die Beispiele Frankreich oder Eng­land, wo kulturelle Außenbeziehungen traditionell als „ein integrales und po­li­tisch wichtiges Element“ der Außenpolitik betrachtet werden.[22]

Arnold bezeichnet auswärtige Kulturpolitik als „Interessenpolitik“ und sieht es als deren legitimes Bestreben, „die eigene Kultur im Interesse des eigenen Staa­tes international wirksam werden zu lassen.“[23] Als übergeordnetes Ziel einer aus­­wär­ti­gen Kulturpolitik sieht er deren Beitrag zur Völkerverständigung und damit zum friedlichen Zusammenleben der Völker durch kulturelle Mittel. Sie solle den Boden für die Außenpolitik bereiten und festigen.[24] Daher müsse sich auswärtige Kulturpolitik „an den Prioritäten orientieren, wie sie sich aus den eigenen kulturellen Möglichkeiten und aus den Notwendigkeiten des eigenen Landes […] ergeben.“[25]

Welche Formen auswärtige Kulturpolitik annehmen kann, soll folgende Tabel­le nach Kathe veranschaulichen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Formen der auswärtigen Kulturpolitik [26]

Für das Beispiel Deutschland steht in der vom Auswärtigen Amt abgefassten Kon­zep­tion 2000 zu lesen, welche Bereiche auswärtige Kulturpolitik umfassen kann:

[…] die Zusammenarbeit in Bildung und Wissenschaft, der internationale Kulturdialog, der Kunst-, Kultur- und Personenaustausch, die Nutzung und Entwicklung der Medien in der internationalen Zusammenarbeit, die Erhaltung und Stärkung der deutschen Sprache als Schlüssel zur deutschen Kultur sowie das Auslandsschulwesen.[27]

Oftmals wird zwischen auswärtiger Kultur- und aus­wärtiger Bildungspolitik un­ter­schie­den, im Rahmen dieser Arbeit soll auswärtige Kulturpolitik aber beide Be­rei­che abdecken.

Trommer weist darauf hin, dass auswärtige Kul­tur­po­li­tik „eindeutig eine staat­liche Aufgabe ist“, sagt aber zugleich, dass daraus nicht die Folgerung abgeleitet werden könne, dass der Staat diese „in eigener Regie“ betreiben müsse.[28] Hier kommen die sogenannten Mittlerorganisationen ins Spiel.

Darunter sind beson­dere Organisationen zu verstehen, „welche als Mittler zwischen Inland und Aus­land die eigentliche Auslandskulturarbeit“ übernehmen[29] bzw. „staatliche Auf­ga­­ben im Bereich der auswärtigen Kulturpolitik wahrneh­men“[30]. Beispiele wären etwa der 1934 gegründete British Council im Falle Groß­bri­tan­niens[31] oder das Goethe-Institut als die größte und wichtigste Mittleror­gani­sa­tion in der auswärtigen Kulturpolitik Deutschlands[32].

Solche Mittlerorganisationen sind „Instrumente für eine aus politischen Grün­den für notwendig gehaltene auswärtige Kulturpolitik“ und, da ihre Tätigkeit im In­ter­esse des Staates liegt, ja sogar Aufgabe des Staates ist, in der Regel gänzlich oder fast gänzlich staatlich aus Steuer­gel­dern finanziert.[33]

Das Schwedische Institut war jedenfalls bis 1998 eine solche Mittler­organi­sa­tion. Nachdem es bereits ab 1970 zur Gänze staatlich finanziert worden war, wur­de es vor zehn Jahren in eine dem schwedischen Außenministerium unter­stell­te staat­­liche Behörde umgewandelt.[34] Damit stellt sich die Frage, ob man das Ins­ti­tut heute über­haupt noch als Mittlerorganisation bezeichnen kann, wo es doch mitt­ler­weile ein Teil des Außenministeriums und infolgedessen im engeren Sinne kein Mittler mehr ist. Wahrscheinlich wäre diese Bezeichnung für das Schwedische Institut heute nicht mehr korrekt. Diese De­fini­tions­prob­le­ma­tik soll jedoch für die vorliegende Ar­beit im Weiteren keine Rolle spielen.

1.2 Die Auswärtige Kulturpolitik Schwedens

Für die auswärtige Kulturpolitik Schwedens sind vor allen Dingen das Au­ßen­mi­nis­terium sowie das Kultusministerium und das Bildungsministerium zuständig. Mittel kommen aber mitunter auch von anderen Ministerien.[35] Für die Durch­füh­rung der staatlich unterstützten auswärtigen Kulturarbeit zeichnen neben dem Schwe­­­di­schen Institut staatliche Orga­ni­sationen wie der Schwedische Kulturrat (Statens kul­tur­råd), das Zentralamt für Denkmalpflege (Riksantikvarieämbetet), das Reichs­archiv und die Künstlerkommission (Konstnärsnämnden) verantwort­lich. Dane­ben gibt es staatliche geförderte kulturelle Institutionen, wie etwa das Schwe­di­sche Filminstitut (Svenska filminstitutet) oder das Schwedische Konzert­institut (Sven­ska Rikskonserter), die international kulturell tätig sind. Seit Mitte der 1980-er spielt darüber hinaus auch beim Schwedischen Amt für In­ter­na­tio­na­le Ent­wick­lungs­zusammenarbeit, Sida (Swedish International Development Coope­ra­tion Agency), Kultur eine verstärkte Rolle.[36]

1979 beschloss der schwedische Reichstag Richtlinien für die auswärtige Kul­tur­politik, genauer gesagt für den staatlich un­ter­stützten allgemeinen Infor­ma­ti­ons- und Kulturaustausch mit dem Ausland. Dabei wur­den auch drei Moti­ve hierfür genannt: das außenpolitische Interesse, dass schwe­di­­sche Stand­punkte im Aus­land Gehör finden, die entscheidende Bedeutung inter­na­tionaler Kontakte für die Entwicklung der schwedischen Gesell­schaft und die Be­deutung des In­for­ma­ti­ons- und Kulturaustausches für den schwedischen Au­ßen­handel und Tou­ris­mus.[37] Die diesem Beschluss vorausgegangene staatliche Un­ter­suchung aus dem Jahre 1978 sah die Abhängigkeit vom Ausland bei der Sicher­heit des Landes, die wirt­schaft­liche Abhängigkeit und die sprachliche Isola­tion Schwedens als Gründe da­­für, dass der Bedarf einer staatlichen Unterstüt­zung des Informations- und Kultur­aus­tausches mit dem Ausland in Schweden beson­ders hoch sei.[38]

Für die schwedische Kultur als Sektor wurde außerdem bereits 1974 in den Zielen für eine staatliche Kulturpolitik als ein Ziel die Förderung des Austausches von Erfah­rungen und Ideen im Kulturbereich über sprachliche und nationale Gren­zen hinweg festgelegt[39] und in den neuen Zielen von 1996 bestätigt[40].

Die heutige auswärtige Kulturpolitik Schwedens ist – legt man obige Tabelle zu­grunde – irgendwo zwischen Aus­­tausch und Zu­sam­menarbeit, Information, Selbst­­­darstellung und Kulturexport anzusiedeln. Diese Beurteilung fußt in erster Linie auf der Tä­tig­keit des Schwe­di­schen Institutes, die in den Kapiteln 3 und 4 behandelt werden soll.

2 Die Entstehung des Schwedischen Institutes

Zu Beginn sollen die Umstände und Hintergründe, die zur Entstehung des Schwe­dischen Institutes im Jahre 1945 führten, untersucht werden. Als Ausgangspunkt sollen dabei die Ziele des zu gründenden Institutes dienen.

2.1 Ziele

Am 4. Februar 1944 wurde im schwedischen Außen­­ministerium ein großer Emp­fang abgehalten, der die Einsetzung einer Arbeitsgruppe, dem Organisations­ko­mi­tee für die Aufklärungsarbeit im Ausland (Organisatonskommittén för upp­lys­nings­verk­samhet i utlandet), zum Zweck hatte. Hierbei sprach einer der geis­tigen Väter des Schwedischen Institutes, der damalige Staatssekretär im schwe­dischen Außen­ministerium, Erik Boheman, der Zeitung Dagens Nyheter zufolge fol­gen­de Worte über die Ziele des künftigen Insti­tu­tes, zu dem jenes Organisationskomitee Vor­schlä­ge erarbeiten sollte:

Ein Land in neutraler Position kann weder auf der einen noch auf der anderen Seite sonderlich beliebt sein. Deswegen gilt es, dafür zu sorgen, dass die Stimme unseres Geistes draußen in der Welt Gehör findet, dass wir eine schwedische Exportvereinigung auf geistigem und kulturellem Gebiet gründen, eine Organisation, die in gewissem Umfang auch für den Import auf diesem Gebiet bestimmt sein sollte.[41],[42]

In Schweden war man nun also offenbar besorgt um den Ruf des Landes im Aus­land. Was zu einer solchen Sorge hätte Anlass geben können, dies soll ein kurzer historischer Exkurs zu den schwedischen Beziehungen zum Ausland, beson­ders zu den Westmächten und Deutschland, vom Beginn des Ersten bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges beleuchten.

2.2 Schweden und das Ausland 1914 bis 1945

2.2.1 Der Erste Weltkrieg

Skandinavien wurde – trotz aller Anzeichen für einen militärischen Konflikt zwi­schen den euro­päischen Großmächten – vom Ausbruch des Ersten Weltkrieges über­rascht. Dänemark, Norwegen und Schweden waren sich einig darin, die schon zuvor praktizierte Politik der Neutralität auch in diesem Krieg fortzuführen.[43]

Die Sympathien unter den nordischen Ländern waren indes ungleich auf die Kriegsparteien verteilt. Während Norwegen zu England neigte, lagen die Sym­pa­thien Schwedens auf Seiten Deutschlands.[44] Weibull zufolge waren die schwe­dischen Sympathien für Deutschland „deutlich“,[45] was nicht sonderlich über­rascht, war doch der kulturelle Einfluss Deutschlands auf Schweden zu jener Zeit enorm.[46] Und auch wirtschaftlich waren die Beziehungen sehr eng.[47]

Folge der deutschlandfreundlichen Politik und des Handels mit Deutschland war etwa, dass Alliierte die Kontrolle über den schwedischen Überseehandel ver­schär­f­­ten und ihn schließlich ganz zum Erliegen brachten.[48] Nach dem Kriegs­eintritt der USA 1917 er­höhte sich der innere und äußere Druck auf Schweden we­­gen seiner Deutschland­politik immer mehr.[49]

Aufgrund der schwierigen Versorgungslage musste daraufhin im Frühjahr 1917 die schwedische Regierung zurücktreten. Eine neue Regierung verhandelte mit den Westmächten und es gelang ihr, das Land wieder für Importe aus dem Wes­ten zu öffnen.[50]

Wie freundlich das Verhältnis Schwedens zu Deutschland war, zeigen Ent­deckungen des amerikanischen Geheimdienstes, die die Regierung in Washington im September 1917 bekannt gab: „Deutsche Diplomaten durften in Buenos Aires die diplomatischen Kanäle der schwedischen Botschaft nutzen, um Erkenntnisse über den alliierten Schiffsverkehr zu übermitteln“.[51]

Diese bis zum Frühjahr 1918[52] ausgeübte deutschlandfreundliche Neutralität schmä­lerte sicherlich das Ansehen Schwedens bei den Alliierten bzw. der Entente.

2.2.2 Die Zwischenkriegszeit

Die sich bildenden faschistischen Bewegungen in Süd- und Mitteleuropa stießen in ganz Skandinavien auf Ablehnung.[53]

Ab 1920 beteiligte sich Schweden aktiv im Völkerbund,[54] dem es aber nur unter einem Neutralitätsvorbehalt beigetreten war.[55]

Da sowohl Russland als auch Deutschland zu den Verlierern des Ersten Welt­krieges zählten und stark geschwächt waren, wurde Schweden nach dem Ersten Weltkrieg zur vorherrschenden Ostseemacht. Aus diesem Grund wurde 1925 eine neue Verteidigungsordnung verabschiedet. Diese führte zu einer „Ver­ringerung der Übungszeit der Wehrpflichtigen und [zur] Auflösung vieler Re­gi­men­ter“.[56]

Nach der Demonstration der Machtlosigkeit des Völkerbundes im Abessinien­krieg und Hitlers Bruch des Versailler Vertrags durch Remilitarisierung des Rhein­­landes im März 1936 erklärte Schweden im Juli selbigen Jahres, dass es sich nicht länger an die Bestimmungen des Völkerbunds über gemeinschaftliche Sank­tio­nen gebunden fühle, womit es zu einer neutralen Außenpolitik zurück­kehr­te.[57]

Außerdem verstärkte Schweden nach jahrelangen Debatten über die Landes­verteidigung im Jahre 1936 aufgrund der neuen politischen Situation in Eu­ropa seine Militärmacht wieder.[58] Diese Aufrüstung war jedoch, verglichen mit der­je­ni­gen Deutsch­­lands und der der Sowjetunion, gering.[59]

Ideen einer gemeinsamen nordischen Verteidigungsgemeinschaft konnten sich ebenso wenig durchsetzen wie die norwegische Initiative zur sogenannten Oslo-Kovention, die einen wirtschaftlichen Zusammenschluss kleinerer Staaten Nord- und Mitteleuropas vorsah – Letzteres konnte Großbritannien durch eine sofortige „Drohgebärde“ erfolgreich abwenden.[60]

Hitlers an alle nordischen Staaten erfolgter Vorschlag eines Nichtangriffs­paktes wurde von Schweden abgelehnt. Dänemark stimmte zwar zu, dies nützte aber bekanntlich nichts.[61]

In Schweden kam es in der Zwischenkriegszeit zu einem enormen wirtschaft­lichen Wachstum.[62] Deutschland war dabei neben England der wichtigste Han­dels­partner. So kam 1938 knapp 25% des deutschen Eisenerzes aus Schweden.[63] Im Bereich Kultur und Wissenschaft hingegen nahm der Einfluss Deutschlands zugunsten Englands ab.[64] Die Schweden hegten im Allgemeinen eine starke Abneigung „gegen den deutschen Nationalsozialismus mit seiner unüberhörbaren Aggressivität“.[65] Aller­dings weist Gustafsson darauf hin, dass das schwedische Bürgertum durch­aus gewisse Sympathien für Nazideutschland gezeigt habe.[66]

2.2.3 Der Zweite Weltkrieg

Der Grund, weshalb man in Schweden aber konkret besorgt um seinen Ruf war, war Schwedens Ver­halten während des Zweiten Weltkrieges. Da das nicht aktiv am Krieg beteiligte Schweden ständig ein Hineingezogenwerden in Form bei­spiels­­weise einer deutschen Invasion befürchtete,[67] war die Zeit geprägt von einem La­vie­ren der schwedischen Regierung, das sich zwischen nachgiebiger und ab­leh­nen­der Hal­tung hauptsächlich gegenüber deutschen For­derungen be­weg­te.

So forderte Deutschland noch am Tage des Angriffes auf Polen von allen nordischen Ländern uneingeschränkte Neutralität, die diese auch umgehend er­klär­ten.[68]

Schweden gelang es durch Verhandlungen mit den beiden großen Kriegs­mächten Großbritannien und Deutschland, die schwedischen Im- und Exporte auf dem Niveau des Jahres 1938 festzuschreiben.[69] Dies war auch für Deutschland äußerst wichtig, da Eisenerzlieferungen aus Schweden entscheidend für die deut­sche Kriegsindustrie waren.[70]

Im sogenannten „Winterkrieg“ zwischen der Sowjetunion und Finnland vom Herbst 1939 bis März 1940 erklärte sich Schweden allerdings nicht als neutral, sondern lediglich als „nicht kriegsführend“ – völkerrechtlich ein wich­ti­ger Unter­schied.[71] Schweden stand Finnland zwar nicht direkt bei, unterstützte es aber um­fang­reich und vermittelte beim Friedensschluss.[72] Bitten der Engländer und Franzosen, die ihre Truppen durch das Eisenerzrevier Norrbottens nach Finnland marschieren lassen wollten, schlug Schweden ab. Diese Haltung wurde in der britischen und französischen Presse scharf verurteilt.[73] Schwe­den hatte dabei aber neben Sorgen um seine Neu­tralität und der Angst vor Deutschland – wohl nicht ganz zu Unrecht – die Befürchtung, dass die Westmächte sich der Erzgruben im Norden des Landes bemächtigen wollten.[74]

In erster Linie in der Zeit vom April 1940, als Deutschland in Dänemark und Norwegen einfiel, bis zum Frühjahr 1943, als deutsche und verbündete Truppen an der Wolga unterlagen, war Schweden zu zum Teil großen Zugeständnissen an Hitler gezwungen.[75] Diese reichten von wirtschaftlichen, über logistische und po­litische bis hin zu militärischen.[76] Für besonders heftige Debatten und Unmut unter der schwedischen Bevölkerung sorgten deutsche Transite von zum Teil auch Kriegs­material und Kampftruppen durch Schweden.[77]

Weil Schweden unter allen Umständen seine Souveränität wahren und ver­mei­den wollte Hitler zu provozieren, wurde nicht nur Norwegens Bitte um Truppen­hilfe und Kriegsmaterial abgelehnt, sondern sogar die schwedische Presse zen­siert.[78] Mit der deutschen Besetzung Dänemarks und Nor­we­gens geriet Schwe­den in eine noch größere wirtschaftliche Abhängigkeit von Deutsch­land.[79]

Als sich im Frühjahr 1943 schließlich die Anzeichen für eine deutsche Nie­der­la­ge mehrten, kam es zu stärkerem Widerstand gegen die deutschen Tran­sit­for­de­rung­en und im August selbigen Jahres zu einem Stopp.[80] Die Zuge­ständ­nisse wur­den allmählich abgebaut und auf dringende alliierte For­derungen hin wurde ab 1943 auch der Export nach Deutschland in zunehmendem Maße einge­schränkt.[81] In der Endphase des Krieges zeigte sich Schweden den Alliierten gegenüber im Großen und Ganzen in jedem Wunsch entge­gen­kommend und war gewisser­ma­ßen als ein Nicht-Kriegführender auf der Seite der West­mächte zu betrachten.[82]

Auf humanitärem Gebiet leistete das neutrale Schweden im Zweiten Weltkrieg wichtige Arbeit. So kam es mehrfach zu einem über Göteborg abgewickelten Austausch von Kriegsgefangenen, zur Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Baltikum und den anderen skandinavischen Ländern sowie zur Rettung von etwa 7.500 dänischen Juden im September 1943.[83] Außerdem konnten im Februar 1945 nach Verhandlungen Graf Folke Bernadottes, dem Vizepräsidenten des Schwe­­d­ischen Roten Kreuzes[84], mit Himmler etwa 19.000 Men­schen, darunter auch Fran­zo­sen und Juden, aus deutschen Konzentrations­lagern gerettet werden.[85]

Daneben bildete Schweden ab dem Frühjahr 1943 Flüchtlinge aus Dänemark und Norwegen polizeilich oder militärisch aus und unterstützte Dänemark mi­li­tä­risch.[86] Schweden vermittelte im September 1944 auch den neuerlichen Frieden Finn­lands mit der Sowjetunion.[87]

2.2.4 Fazit

Hatte Schweden im Ersten Weltkrieg noch deutliche Sympathien für Deutschland, so nahmen diese spätestens seit der Machtergreifung Hitlers deutlich ab und gin­gen auf die Westmächte über.

Seine streng neutrale Haltung hat Schweden im Zweiten Weltkrieg zunächst auf Druck und zugunsten Deutschlands verlassen, später dann zugunsten der Alli­ierten. Auf diese Weise gelang es Schweden, seine Souveränität zu wahren und ein Hineingezogenwerden in den Krieg zu vermeiden.[88] Staatssekretär Boheman hatte im Spät­herbst 1942 in London und Washington über ein Kriegs­­­handels­­abkommen, v. a. be­treffend Öllieferungen nach Schweden, mit den West­mäch­ten verhandelt, wel­che Verhandlungen einen Umschwung der schwe­dischen Kriegs­han­delspolitik als Ergebnis hatten.[89] Dabei muss ihn vor allem das tiefe Miss­trauen der Amerikaner, an deren Sieg er keinerlei Zwei­fel hatte, sehr bekümmert haben. Schon zuvor hatte Churchill ihn gewarnt, dass man in Wa­shing­ton kei­ner­lei Verständnis für die Situation Schwedens habe, das als völlig in Nazi­deutsch­lands Hand betrachtet werde.[90] Überhaupt, so Abrahamsen: „In the Al­lied coun­tries and in occupied Norway, anti-Swedish sentiment was strong as long as the transit permit exis­ted.“[91]

Bezüglich des Neutralitätsbruchs zugunsten Deutschlands „weist schließlich einiges darauf hin […], daß man dabei auch selber ganz gut verdiente“. Das Ent­ge­genkommen gegenüber den Alliierten im späteren Verlauf lasse, so Set­zen weiter, die Hoffnung auf „handfeste wirtschaftliche und politische Vorteile“ nach und auch noch während des Krieges vermuten,[92] worauf in gewisser Weise ja auch die in Kapitel 2.1 zitierte Rede Bohemans hindeutet.

In einem Artikel vom 30. Januar 1945 über die erste Ratssitzung des Schwe­di­schen Institutes am Tage zuvor schrieb die Dagens Nyheter, dass Schweden – zumin­dest im Westen – trotz aller Befürchtungen jetzt ein viel besseres Ansehen als nach dem Ersten Weltkrieg ge­nieße. Darin werden auch wiederum Worte Erik Bohemans zitiert, der das Schwe­dische Institut als einen bedeutenden Faktor im Wettbewerb um Ex­port­märk­te sah.[93]

Es bestand indes durchaus Bedarf, dem Ausland die schwedische Haltung wäh­rend des Krieges zu erklären und für einen besseren Ruf des Landes zu arbei­ten bzw. Schweden im Ausland bekannter zu machen.

2.3 Von der Idee bis zur Gründung

Die Idee für eine Institution, die für das Ansehen Schwedens in der Welt wirken sollte, kam innerhalb des sogenannten Amerikaausschusses (Amerikautredningen) des schwedischen Außenministeriums auf, der auf Initiative von Staatssekretär Boheman im Frühjahr 1943 eingesetzt worden war.[94]

Anlass für die Gründung des Amerikaaus­schusses, der un­ter­suchen sollte, wie Schwe­den gute Beziehungen zu beiden ameri­kanischen Konti­nenten, die vom Krieg verhältnismäßig wenig be­rührt waren, aufbauen konnte, um nach Ende des Krieges intensive Handels­bezie­hungen (wieder) auf­neh­men zu können, war die zum Teil stark antischwedische Haltung, die Boheman in Amerika entgegenge­schla­­gen war.

Recht bald kam man innerhalb des Ausschusses jedoch zu der Erkenntnis, dass es einer Institution mit Ver­ant­wor­tung für schwedische Aufklärungsarbeit in aller Welt, nicht nur auf den beiden ame­rikanischen Kontinenten bedürfe. Deshalb beschloss man ein Komitee ein­zusetzen, das die Einrichtung einer solchen Ins­ti­tu­tion vorbereiten sollte.

Das einzurichtende Organ sollte nach Möglichkeit gegenüber staatlichen Mi­nis­terien selbst­stän­dig arbeiten können und sowohl die all­ge­meinen als auch die wirtschaftlichen und kulturellen Kontakte mit dem Aus­land stärken. Daneben sollte es ein allseitiges und aktuelles Bild von Schweden und den schwedischen Verhältnissen vermit­teln.[95]

Zur Einsetzung des Organisationskomitees für die Aufklä­rungs­arbeit im Aus­land lud Boheman etwa 200 bekannte Schweden – Repräsen­tan­ten von Kultur­ins­ti­tu­tionen, Universitäten, Volksbewegungen, aus Kirche und Wirt­­schaft – samt Au­­ßen­­minister Günther und Kultusminister Bagge ein. Aus die­sen wurde ein kleiner Kreis gewichtiger Persönlichkeiten für das Komitee ausge­wählt.

Nach wöchentlichen Treffen des Komitees hatte man bereits Ende März 1943 einen Vorschlag ausgearbeitet, der dem schwedischen Reichstag am 12. Mai 1944 vorgelegt und später angenommen wurde. Demnach sollte ein Rat bestehend aus 100 Personen der Organisation, die den Namen „Schwedisches Institut“ erhalten sollte, vor­stehen, wobei die Zu­sam­men­setzung des Rates die Finanzierung aus 50% staat­lichen und 50% privaten Mitteln widerspiegeln sollte. Unternehmen und Organi­satio­nen sollten zahlende Mitglieder des Institutes werden. Die Mitglieder sollten die eine Hälf­te der Rats­mit­glieder auswählen, die Regierung die andere. Der Vorstand sollte sich aus elf Mitgliedern, sieben ernannt vom Aufsichtsrat, drei vom König sowie dem Direktor, zusammen­setzen. Der Rat sollte jährlich den Jahresbericht des Vorstandes prüfen und ihm Eigenverantwort­lichkeit bewilligen.

Im Vordergrund der Tätigkeit sollte die Vermittlung von Informationen durch bekannte Medien, Drucksachen, Filme, Ausstellungen, Vorträge, das Einladen von Multiplikatoren anderer Länder und auch Rundfunk stehen. Außerdem sollte das Institut auch in Schweden über andere Länder infor­mie­ren.

Daneben sollte das Institut die schwedische Forschung durch Stipendien und Übersetzungen unterstützen.

In mancherlei Hinsicht, v. a. im Bereich des Kultur- und Erfahrungsaustau­sches, war der einige Jahre zuvor gegründete British Council Vorbild für das neu zu gründende Institut.[96] Der British Council war allerdings ganz staatlich fi­nan­ziert und rein kulturell tätig.[97]

Das Komitee arbeitete bis zum Januar 1945, als das Schwedische Institut am 29. selbigen Monats schließ­lich – als ideelle Vereinigung Schwedisches Ins­ti­tut für kulturellen Aus­tausch mit dem Ausland (Svenska institutet för kulturellt utbyte med ut­lan­det) – aus der Taufe gehoben wurde. Anfang Februar nahm das In­stitut schließlich seine Arbeit auf.

2.4 Aufgabe

Über die Aufgabe des Schwedischen Institutes ist in den ersten Statuten, die vom damaligen schwedischen König Gustav V. bereits am 12. Januar 1945 offiziell abgesegnet wur­den[98], dann fol­gen­des zu le­­sen:

§1 Aufgabe des Institutes: Aufgabe des Schwedischen Institutes ist es, zum Wohle für Schwedens kulturelle, soziale und wirtschaftliche Beziehungen mit dem Ausland, die bereits vorhandene Aufklärungsarbeit über Schweden im Ausland zu koordinieren und zu unterstützen sowie, insofern dies als notwendig und geeignet angesehen werden mag, neue Tätigkeitszweige im Dienste des Kulturaustausches aufzunehmen.[99]

Das Schwedische Institut sollte also zu einer koordinierenden Stelle innerhalb der auswärtigen Kulturarbeit Schwedens werden. Und auch wirtschaftliche Bezie­hun­g­en spiel­ten explizit eine Rolle, was durchaus ver­ständ­lich ist, waren doch alle nor­dischen Länder von jeher auf inter­natio­na­len Han­del an­­ge­wiesen.

2.5 Schwedens auswärtige Kulturpolitik vor 1945

Das Schwedische Institut war aber natürlich nicht das erste Organ der schwe­di­schen auswärtigen Kulturpolitik. Es konnte auf die Arbeit anderer aufbauen bzw. mit ihnen zusammenarbeiten. Die wichtigsten sollen hier genannt werden.

1887 wurde die All­ge­meine Exportvereinigung Schwe­dens (Sveriges Allmänna Export­för­ening) gegründet, die selbstverständlich eine kommerziell aus­ge­rich­tete Infor­ma­tions­tätigkeit betrieb.[100]

Die Riksföreningen för svenskhetens bevarande i utlandet (Reichs­verei­ni­gung für die Bewahrung des Schwe­den­tums im Ausland) hatte ab 1908 als ihre Aufgabe eben zum einen die Bewahrung und zum anderen die Förderung der schwe­dischen Sprache und Kultur im Ausland.[101]

Das schwedische Außenministerium hatte ab 1909 ein eigenes Pressebüro, das zentrale Informationsangelegenheiten betreute.[102]

Als Resultat der Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg und aufgrund der immer be­deu­tenderen Rolle der USA entstanden 1919 die Schweden-Amerika-Stif­­tung (Sve­ri­ge-Amerika Stiftelsen) und 1921 das Schwedisch-amerikanische Nach­­rich­ten­bü­ro (Svensk-amerikanska ny­hets­byrån). Die Stiftung vergibt auch heute noch[103] Stipen­di­en an Schweden, die in Nordamerika studieren oder for­schen, und das Nach­rich­ten­büro mit Sitz in New York und Stockholm vermit­telte Nachrichten­ma­terial an amerikanische Medien.[104]

Im Jahre 1927 wurde das Schwedisch-internationale Pressebüro (Svensk-in­ter­nationella Pressbyrån) mit besonderer Ausrichtung auf Südamerika ins Leben ge­ru­fen.[105]

Innerhalb des Außenministeriums entstanden 1935 der Aufklärungsausschuss (Upplysningsnämnden) und der Kulturrat (Kulturrådet). Diese beiden Organe hatten vor allem Beratungsaufgaben zu erfüllen.[106]

Manche dieser Organe bestehen – meist umbenannt – heute noch fort. Einige werden in dieser Arbeit auch noch ein oder mehrere Male zur Sprache kommen, eine tiefer­ge­hen­de Auseinandersetzung mit den einzelnen Ins­ti­tu­tio­nen würde al­ler­dings den Rah­men dieser Arbeit sprengen.

3 Das Schwedische Institut von 1945 bis heute

Wenn man die Tätigkeitsfelder, die im ersten Jah­res­be­richt des Insti­tu­tes ge­nannt wer­den, mit den heutigen vergleicht, kommt man zum Schluss, dass die Ar­beit des Institutes seit seiner Gründung im We­sent­li­chen un­verändert ge­blie­ben ist. Die damaligen Tätigkeitsfelder, die auch heute noch Bestand haben, waren Publi­ka­tionen, Filme, Ausstellungen, Bilderservice, Betreuung des Gast­dozen­ten­aus­tau­sches, von Sti­pen­­dienprogrammen und von Studienbesuchen, die schwe­di­schen Aus­lands­lek­to­rate und ein allgemeiner Auskunftsdienst.[107] Diese äußerst hete­ro­­ge­nen Tätig­keitsfelder lassen sich – mehr oder weni­ger eindeutig – den Be­rei­chen all­ge­meine Auslandsinformation, Kulturaus­tausch, Erfahrungs­austausch und Schwe­­disch­unterricht im Ausland zuordnen. Da­ne­ben betrieb das Institut mehrere Aus­lands­büros, von denen heute nur noch das in Paris be­steht.

Das Schwedische Institut konstatierte in seinem ersten Jahresbericht ein reges Interesse sowohl an Schweden als auch am Ausland und fungierte von Beginn an als eine Art Aufklärungs-, Beratungs- und Vermittlungszentrale.[108]

Bei seiner Arbeit war – und ist – das Institut auf die enge Zusammenarbeit mit Behörden, Institutionen und Organisationen angewiesen. Dies spie­gelte sich zu Beginn vor allem in der Zusammensetzung der verschiedenen Ausschüsse des In­sti­tutes, die im Grunde dessen Tätigkeitsfeldern entsprachen und die sich aus Fach­­leuten aus den jeweiligen Bereichen zusammensetzten, wider, später in den so­ge­nann­ten Referenzgruppen, auf die noch eingegangen werden soll.

3.1 Organisation

3.1.1 Rechtsform, Zielsetzung und Finanzierung

Das Schwedische Institut wurde, wie erwähnt, als ideelle Vereinigung gegründet und war zu Beginn ein halboffizielles, selbstständiges und unpolitisches Organ, das teils durch staatliche Mittel, teils durch jährliche Beihilfen und Mitglieds­bei­trä­ge von privaten Organisationen und Unternehmen finanziert wurde.[109] Diese Rechtsform wurde als glaubwürdiger, da keinem allzu großen politischen Einfluss un­ter­­worfen, und weniger bürokratisch als ein staat­liches Organ ange­sehen.[110]

Während ursprünglich eine paritätische Finanzierung des Institutes durch den Staat und durch zahlende Mitglieder beabsichtigt war, stellte sich dies bald als utopisch heraus. Die staatlichen Mittel stiegen weit schneller als die privaten, so dass z. B. im Geschäftsjahr 1947/48 die privaten Mittel nur noch etwa 1/4 des Ge­samt­haus­haltes ausmachten.[111] Aus diesem Grund wurde bereits im Geschäftsjahr 1946/47 beschlossen, dass nicht mehr die Hälfte der Mittel von privater Seite kom­men müsse.[112]

Da die Schere immer weiter auseinander ging und bei­spiels­weise 1966/67 gut 87% des Budgets vom Staat kamen,[113] der Staat also die wirtschaftliche, nicht aber die organisatorische Hauptverantwortung innehatte, und da zentrale Be­schlüs­se vom Rat des Institutes, der nur einmal jährlich zusammentrat, getroffen werden mussten, was für die Leitung des Institutes eine Erschwernis der Arbeit darstellen konnte,[114] war eine neue Rechts- und Finan­zie­rungs­form vonnöten.

Am 1. Juli 1970 dann wurde auf Vorschlag des schwedischen Außenministeri­ums[115] aus dem Schwedischen Institut für kulturellen Aus­tausch mit dem Ausland die staatliche Stiftung Schwedisches Institut (Stiftelsen Svenska institutet). Die Form einer Stiftung sollte die selbstständige Stellung gegenüber dem Staat bewah­ren, wodurch garantiert werden sollte, dass das Institut ein unpar­tei­isch­es, sach­li­ches, nuanciertes und soweit möglich gerechtes Bild der schwedischen Ge­sell­­schafts­verhältnisse vermittelt.[116] Die Finanzierung ging durch die Umwand­lung vollständig auf den Staat über, vor allem auf das Außenministerium, am Auftrag des Institutes änderte sich aber nichts: „Die Stiftung hat zum Zweck, den Kultur- und Erfahrungsaustausch mit dem Ausland zu fördern sowie Wissen über schwe­di­sches Gesellschaftsleben zu verbreiten.“[117] Zu den Veränderungen gehörte die Auf­lö­sung des 100 Mitglieder umfassenden Rates, der vorher das höchste Organ des Institutes war, eine Verminderung des Vorstandes von 14 auf – in­klu­si­ve dem Direktor – 11 Mitglieder, die jetzt allesamt vom König – bzw. der Re­gie­rung – ernannt wurden, und die Ein­richtung von sogenannten Refe­renz­grup­pen,[118] um den Kon­takt zur Gesellschaft zu wahren.[119] Laut verän­der­ter Statuten sollte der Vor­­stand, 1993 z. B. bestehend aus Vertretern das Außen- und Bil­dungs­mi­nis­te­ri­ums, der Regierung, des Kulturlebens (3 Personen), der fachli­chen Orga­nis­ationen und der Wirtschaft (3), über Umfang und Richtung der Tätig­keit der Stiftung ent­schei­den, war aber in seinen Entschei­dungs­möglich­keiten durch die Budgetierung sowie die jährlichen Weisungsbriefe vom Außen­mi­nisterium be­schränkt. Dennoch konnte der Vor­stand die Schwerpunkte und Ziele für die Arbeit des Institutes set­zen, was als wichtig für dessen Stellung als selbstständiges Organ und für dessen Glaub­wür­dig­keit angesehen wurde.[120]

Am 1. Januar 1998 wurde das Schwedische Institut schließlich zu einer staat­lichen Behörde unter dem Außenministerium und der Direktor zum Generaldirek­tor.[121] Auf Anfrage nannte Erland Ringborg, der 1998 als Generaldirektor die Füh­­rung des Institutes übernahm und diese bis 2005 innehatte, ein neues Stif­tungs­ge­setz als Anlass. Demnach sollten gänzlich staatlich finanzierte Organi­sa­tio­nen nicht in Form einer Stiftung betrie­ben, sondern in eine Behörde umgewan­delt werden.

An seiner Haupt­aufgabe, der „Verbreitung von Wissen über Schweden im Aus­land und der Ver­ant­wortung für den Austausch mit anderen Ländern in den Be­rei­chen Kultur, Ausbildung, Forschung und Gesellschaftsleben“ hat sich ge­gen­über der Stif­tungs­form nichts wesentlich geändert, allerdings soll das Schwe­di­sche Institut bei seiner Tätigkeit nun ausdrücklich „schwedische Interessen för­dern und zu Wachstum, Beschäftigung und kultureller Entwicklung in Schwe­den bei­­tra­gen.“[122] Damit ist man in gewisser Weise wieder zur ursprünglichen Aufgabe des Schwedi­schen Institutes, nämlich „zum Wohle für Schwedens kul­tu­rel­le, so­zi­ale und wirt­schaft­liche Beziehungen mit dem Ausland“ zu wirken, zurückgekehrt. Als weiteres Ziel hat das Institut im Bereich Entwicklungszusammenarbeit heute, Offenheit sowie die demokratische, wirtschaftliche und soziale Entwicklung in Part­nerländern zu för­dern.[123]

3.1.2 Organisationsform

Nicht nur die Rechtsform hat sich im Laufe der Zeit verändert, sondern mit ihr und viel häufiger auch die Organisationsform des Institutes. Die Form der Organi­sa­tion richtete sich dabei im Wesentlichen an den verschiedenartigen Tätig­keits­feldern aus, die über die Jahre zu unterschiedlichen größeren Or­ga­ni­sati­ons­­ein­hei­ten zusammengefasst wurden.

Zunächst waren die Tätigkeitsfelder ohne organisatorische Zwischenstufe di­rekt dem Vorstand und dem Direktor untergeordnet, wobei mit den Tätig­keits­fel­dern, z. B. Publikationen, Ausstellungen und Auslandslektorate, in der Regel Aus­schüs­­se, bestehend aus diversen Experten unter den Mitgliedern des Institutes, ver­­knüpft waren.

Im Geschäftsjahr 1961/62 wurden die Tätigkeitsfelder zu insgesamt zwei Ab­tei­lungen zusam­men­­gefasst, einer allgemeinen Abteilung und einer Produk­tions­ab­teilung. Daneben existierte eine Finanzabteilung.[124]

Nach der Umwandlung in eine Stiftung wurden die einzelnen Aufgaben auf vier verschiedene Hauptprogramme, die sich an den vier verschiedenen Funk­tio­nen orientierten, verteilt: Information über Schweden, Studien und Forschung, Präsentation künstlerischer Tätigkeit sowie Ausbildung in schwedischer Sprache und Li­te­ratur. Als beratende Organe wurden jetzt, in einer Art Stabfunktion, neu die Referenzgruppen eingerichtet.[125]

Ab dem Jahresbeginn 1973 wurden die vier Hauptprogramme dann tatsächlich auch zur Grundlage für die Organisation. Für jedes Hauptprogramm gab es dabei einen verantwortlichen Planer oder Programmdirektor.[126]

In den folgenden Jahren wandelte sich die Anzahl und die Zusammensetzung der Hauptprogramme bzw. später Programmbereiche mehrfach und die Stellen der Planer und Programmdirektoren fielen wieder weg. Länger von Be­stand war die Aufteilung des Geschäftsjahres 1978/79 in sieben Pro­gramm­be­rei­che: 1. Infor­ma­ti­ons­arbeit, 2. All­­­­ge­meiner Kulturaustausch, 3. Sti­pen­dien, 4. Übriger Per­so­nen­aus­tausch in Stu­dien und Forschung, 5. Unter­stützung des Schwedischunterrichts im Ausland, 6. Das Schwedische Kulturhaus in Paris sowie 7. Personal und Ad­minis­tra­tion/Zen­tra­le in Stockholm.[127]

In den 1990-ern wurden aus den Programmbereichen dann Einheiten mit Stabfunktionen, wie z. B. Finanzen oder IT, und nach der Umwandlung zu einer Behörde wurde aus dem Direktor ein Generaldirektor und die Stabfunktionen wurden zum Zweck einer besseren übergreifenden Pla­nung und Führung durch die Einrichtung eines besonderen Sekretariates (verks­­led­nings­sekretariat) ge­stärkt.[128]

Seit 2007 gibt es eine neue Organisationsform.[129] Nach Auskunft des Institutes existieren nun sechs Abtei­lung­en: Verwaltung und Service, Analyse und Koor­di­na­tion, Kommunikation und PR, Projekte und Präsentationen, das Kulturhaus in Paris sowie Verbindungsfördernde Tätigkeit. Die Abteilungsleiter bilden gemein­sam die Führungsgruppe, über der schließlich der Generaldirektor steht.

Seit diesem Jahr nun hat das Institut außerdem keinen Vorstand (styrelse) mehr, sondern einen Aufsichtsrat (insynsråd).[130]

3.1.3 Standort

In seinem mittlerweile über sechzigjährigen Bestehen ist das Schwedische Institut innerhalb von Stockholm mehrmals umgezogen. Besonders in den ersten Jahr­zehn­­ten wechselte man aufgrund stän­di­gen Platz­mangels gleich mehrere Male die Räumlichkeiten, so dass sich das Insti­tut zuletzt sogar auf mehrere Adressen auf­ge­teilt fand.[131]

Im Ge­schäftsjahr 1959/60 kam dann der Vorschlag, ein neues Gebäude zu errichten, in dem, zur verbesserten Zusammenarbeit, gleich mehrere Auf­klä­rungs­organe, neben dem Institut vor allem der Schwedische Tou­ris­mus­ver­band, Platz fin­den sollten.[132] Im darauf folgenden Geschäftsjahr kam dann auch der posi­ti­ve Be­schluss zum Bau eines gemeinsamen Schwedenhauses (Sverige­hus­et) in zen­tra­ler Lage am Kungs­trädgår­den.[133] Es sollte aber noch bis zum 2. Ja­nu­ar 1969 dau­ern, bis das Schwedische Institut zusammen mit anderen Auf­klä­rungs­­organen tatsäch­lich einzie­hen konnte. Damit waren auch zum ersten Mal seit fast zwei Jahr­zehn­ten die verschie­de­nen Einheiten des Institutes unter einem Dach.[134]

Nach über 30 Jahren im Schwedenhaus zog das Institut im Jahr 2002 dann er­neut um – in ein Gebäude aus dem 17. Jahrhundert direkt hinter dem Schloss in Stock­holms Altstadt Gamla Stan.[135]

3.1.4 Personal

Bei Aufnahme der Tätigkeit hatte das Institut – einschließlich des Direktors – ins­ge­samt sechs Angestellte.[136] Im Berichtsjahr 1949/50 dann waren es insgesamt be­reits 31 (inklusive drei Archivmitarbeitern und 5 Angestellte im Ausland).[137] Die Angestelltenzahl stieg danach stetig an, erreichte 1960 etwas mehr als 60, zwan­­zig Jahre später bereits über 90.[138] 1988/89 verzeichnete der Jahresbericht in Stockholm 91,5 und am schwedischen Kulturhaus in Paris, das dem Institut unter­stellt ist, neun Stellen, 1997 dann die Gesamtzahl von 108 Ange­stell­ten.[139] Nach­dem die Angestelltenzahl in Stockholm mit insgesamt 102 1998 offenbar ihren Höhepunkt erreichte, wurde diese bis 2002 auf nur noch 85 reduziert. Der Jahres­be­richt 2002 spricht von einer notwendigen Anpassung der Haupt­ge­schäfts­stelle an die finanziellen Gegebenheiten.[140]

Von den 2004 81 in Stockholm und elf in Paris angestellten Per­so­nen waren insgesamt 74 Frauen und 18 Männer,[141] was einem Frauenanteil von über 80% ent­spricht. Momentan sind in Stockholm 84[142] und in Paris 10 Personen[143] ange­stellt.

Für 2001 berichtet das Institut, dass 25% seiner Angestellten einen Migrations­hintergrund oder ein ausländisches Elternteil aufwiesen.[144] Für 2005 wird ledig­lich der Migrationshintergrund ausgewiesen, der damals etwa 15% betrug.[145]

3.1.5 Finanzen

Im Laufe seiner Geschichte hatte das Schwedische Institut immer wieder mit fi­nan­ziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Zu Beginn bestand das Pro­b­lem, dass vor allem die Mittel von privater Seite, also aus der Wirtschaft, nicht im ursprünglich erwar­te­ten Umfang zuflossen, der Arbeitsaufwand aber stetig zu­nahm. Angesichts des­sen hatte man sich wohl zum Teil etwas übernom­men, da beispielsweise aus dem Geschäftsjahr 1948/49 aufgrund der klam­­men finanziellen Lage die Schlie­ßung von Lektoraten bzw. der Entzug der Unterstützung für diese berichtet wird.[146] Die hohe Inflation der Nachkriegsjahre[147] und kräftig steigende Kosten taten dabei ihr Übriges.[148]

[...]


[1] Helén, Gunnar / Alemyr, Stig u. a.: Svenska Institutet som organ för utlandsinformation och internationellt utbyte (Statens offentliga utredningar 1967:56). Stockholm 1967.

[2] Tallroth, Tore: Svenska Institutet och svensk upplysningsverksamhet i utlandet. In: Nauckhoff, Sigurd u. a.: Harald Nordenson. En samling uppsatser tillägnade Harald Nordenson på 60-årsdagen den 10.8.1946. Stockholm 1946, S. 368–378.

[3] Heckscher, Gunnar: Svenska Institutet. In: Industria 46(1950) H. 13, S. 33–36.

[4] Arvidsson, Ingrid / Ahlander, Dag Sebastian: Kultur och information över gränserna (Statens offentliga utredningar 1978:56). Stockholm 1978.

[5] Löfdahl, Göran / Jonsson, Anita u. a.: Sverigeinformation och kultursamarbete (Statens offentliga utredningar 1988:9). Stockholm 1988.

[6] Faxén, Magnus: Svenska Bilder. Översyn av Sverigeinformationen (Ds 1993:72). Stockholm 1993.

[7] Lundberg, Lars-Olof: Bilder av Sverige i utlandet. En studie av förändringar, nuläge och mätmetoder. Stockholm 2005.

[8] Vgl. Busche, Hubertus: Was ist Kultur? Erster Teil: Die vier historischen Grundbedeutungen. In: Dialektik. Zeitschrift für Kulturphilosophie. H. 1, 2000, S. 69.

[9] Kroeber, Alfred L. / Kluckhohn, Clyde: Culture. A Critical Review of Concepts and Definitions. 2. Auflage. New York 1967, S. 357.

[10] Deutsche UNESCO-Kommission (DUK): Allgemeine Erklärung zur kulturellen Vielfalt. Auf: Internetseite der DUK. URL: http://www.unesco.de/‌443.‌html‌?&L=0 [08.07.2002 / 25.08.2008].

[11] Vgl. Nilsson, Sven: Kulturens vägar. Kultur och kulturpolitik i Sverige. Malmö 1999, S. 10.

[12] Arnold, Hans: Auswärtige Kulturpolitik. Ein Überblick aus deutscher Sicht. München / Wien 1980, S. 9.

[13] Vgl. z. B. Schwedischer Kulturrat: Cultural Policy. A Review of State Cultural Policies and Practices. Stockholm 1990, S. 12 zur staatlichen Kulturpolitik Schwedens.

[14] Vgl. Trommer, Siegfried J.: Die Mittlerorganisationen der auswärtigen Kulturpolitik. Tübingen 1984, S. 3–6.

Trommer stellt diesem erweiterten den engeren Kulturbegriff gegenüber, der Kultur als etwas „Feierlich-Exklusives“, etwas Elitäres versteht, was offenbar dem Kulturverständnis in der deutschen auswärtigen Kulturpolitik bis 1970 entsprach. Vgl. ebd., S. 2–5.

[15] Vgl. Arnold 1980, S. 12.

Häufig findet sich in der Literatur auch die Schreibweise „Auswärtige Kulturpolitik“.

[16] Ebd., S. 9.

[17] Merkel, Stephanie: Interkulturelle Zusammenarbeit. Das Goethe-Institut als Mittlerorga­nisa­tion in der auswärtigen Kulturpolitik der Bundesrepublik Deutschland. In: Lernen in Deutsch­land 12(1992) H. 2, S. 107.

[18] Arnold 1980, S. 11.

[19] Vgl. Arvidsson / Ahlander 1978, S. 35.

[20] Vgl. Merkel 1992, S. 106–109.

[21] Vgl. Kathe, Steffen R.: Kulturpolitik um jeden Preis. Die Geschichte des Goethe-Instituts von 1951 bis 1990. München 2005, S. 449.

[22] Vgl. Arnold 1980, S. 16f.

[23] Ebd., S. 18.

[24] Vgl. ebd., S. 30.

[25] Ebd., S. 33.

[26] Vgl. Kathe 2005, S. 38.

[27] Auswärtiges Amt: Auswärtige Kulturpolitik – Konzeption 2000. Berlin 1999, S. 2.

[28] Trommer 1984, S. 5f.

[29] Arnold 1980, S. 21.

[30] Trommer 1984, S. 52a.

[31] Vgl. Arnold 1980, S. 21.

[32] Vgl. Kathe 2005, S. 13.

[33] Vgl. Arnold 1980, S. 21.

[34] Siehe Kap. 3.1.1.

[35] Siehe z. B. Kap. 3.1.5.

[36] Vgl. Kleberg, Carl-Johan: Between Competition and Co-operation – Governmental Programmes versus Private Initiatives: The example of Sweden (ifa-Tagung Europäische Kulturpolitik). Berlin 2003. Auf: Internetseite des Institutes für Auslandsbeziehungen. URL: http://cms.ifa.de/fileadmin/content/informationsforum/dossiers/downloads/eu_kleberg.pdf [08.09.2008], S. 3.

[37] Vgl. Löfdahl / Jonsson 1988, S. 36.

[38] Vgl. Arvidsson / Ahlander 1978, S. 9/38.

[39] Vgl. Schwedischer Kulturrat 1990, S. 12.

[40] Vgl. Nilsson 1999, S. 423.

[41] Zit. bei Hildeman, Per-Axel: Upplysningsvis. Svenska institutet 1945–1995. Stockholm 1995, S. 9.

[42] Zitate aus dem Schwedischen sind, soweit nicht anders vermerkt, vom Verfasser übersetzt.

[43] Vgl. Schröter, Harm G.: Geschichte Skandinaviens. München 2007, S. 66.

[44] Vgl. ebd.

[45] Vgl. Weibull, Jörgen: Schwedische Geschichte. Stockholm 1994, S. 116.

[46] Vgl. Kummel, Bengt: Svenskar i all världen förenen eder! Vilhelm Lundström och den allsvenska rörelsen. Åbo 1994, S. 255.

[47] Vgl. Imhof, Arthur Erwin: Grundzüge der nordischen Geschichte. Darmstadt 1970, S. 178; Findeisen, Jörg-Peter: Schweden. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Regensburg 1997, S. 224.

[48] Vgl. Weibull 1994, S. 116; Schröter 2007, S. 68.

[49] Vgl. Findeisen 1997, S. 225.

[50] Vgl. Weibull 1994, S. 117.

[51] Findeisen 1997, S. 225.

[52] Vgl. ebd.

[53] Vgl. Bracher, Ulrich: Geschichte Skandinaviens. Stuttgart 1968, S. 108.

[54] Vgl. ebd., S. 116.

[55] Vgl. Weibull 1994, S. 124.

[56] Ebd. 1994, S. 122/124.

[57] Vgl. Weibull 1994, S. 126.

[58] Vgl. Bracher 1968, S. 116.

[59] Vgl. Schröter 2007, S. 72.

[60] Vgl. ebd., S. 82.

[61] Vgl. Bracher 1968, S. 117; Schröter 2007, S. 82–83.

[62] Vgl. Schröter 2007, S. 75–80.

[63] Vgl. Wilhelmus, Wolfgang: Schweden und das faschistische Deutschland im Zweiten Weltkrieg. In: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 21(1973) H. 7, S. 791f.

[64] Vgl. Schröter 2007, S. 77f.

[65] Findeisen 1997, S. 235.

[66] Vgl. Gustafsson, Harald: Nordens historia. En europeisk region under 1200 år. Lund 2007, S. 259.

[67] Vgl. Gruchmann, Lothar: Schweden im Zweiten Weltkrieg. Ergebnisse eines Stockholmer Forschungsprojekts. In: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte 25(1977) H. 4, S. 592/600.

[68] Vgl. Wilhelmus 1973, S. 795.

[69] Vgl. Findeisen 1997, S. 235.

[70] Vgl. Schröter 2007, S. 84.

[71] Vgl. Gustafsson 2007, S. 261.

[72] Vgl. Weibull 1994, S. 127f.

[73] Vgl. Findeisen 1997, S. 236.

[74] Vgl. Abrahamsen, Samuel: Sweden’s Foreign Policy. Washington 1957, S. 32f.

[75] Vgl. Wilhelmus 1973, S. 793f.

[76] Vgl. ebd., S. 802–804.

[77] Vgl. ebd., S. 802; Weibull 1994, S. 128.

[78] Vgl. Findeisen 1997, S. 236f.

[79] Vgl. Abrahamsen 1957, S. 40.

[80] Vgl. Findeisen 1997, S. 238.

[81] Vgl. Abrahamsen 1957, S. 53.

[82] Vgl. Möller, Tommy: Svensk politisk historia 1809–1975. 2. Aufl. Lund 2005, S. 143.

[83] Vgl. Weibull 1994, S. 130.

[84] Vgl. Wilhelmus 1973, S. 809.

[85] Vgl. Weibull 1973, S. 130; Findeisen 1997, S. 239.

[86] Vgl. Gruchmann 1977, S. 612; Schröter 2007, S. 88.

[87] Vgl. Findeisen 1997, S. 238.

[88] Vgl. Gruchmann 1977, S. 600.

[89] Vgl. Hägglöf, Gunnar: Svensk krigshandelspolitik under andra världskriget. Stockholm 1958, S. 223–227.

[90] Vgl. Boheman, Erik: På vakt. Kabinettssekreterare under andra världskriget. Stockholm 1964, S. 197/225.

[91] Abrahamsen 1957, S. 41.

[92] Setzen, Florian Henning: Neutralität im Zweiten Weltkrieg. Irland, Schweden und die Schweiz im Vergleich (Studien zur Zeitgeschichte, Bd. 14). Hamburg 1997, S. 92.

[93] Zit. bei Hildeman, Per-Axel: Upplysningsvis. Svenska institutet 1945–1995. Stockholm 1995, S. 6.

[94] Der Inhalt dieses Kapitels ist, soweit nicht anders vermerkt, entnommen aus: Hildeman 1995, S. 7–14.

[95] Vgl. Arvidsson / Ahlander 1978, S. 109.

[96] Vgl. Arvidsson / Ahlander 1978, S. 114.

[97] Vgl. Schwedisches Institut (SI): Verksamhetsberättelse 1947–48. Stockholm 1948, S. 4.

[98] Vgl. Hildeman 1995, S. 12.

[99] Ebd., S. 14.

[100] Vgl. Hildeman 1995, S. 13.

[101] Vgl. Kummel 1994, S. 71f.; Hildeman 1995, S. 13.

[102] Vgl. Hildeman 1995, S. 13.

[103] Vgl. Schweden-Amerika-Stiftung. Internetseite. URL: http://www.sweamfo.se/ [02.09.2008].

[104] Vgl. Tallroth 1946, S. 370; Hildeman 1995, S. 13.

[105] Vgl. Tallroth 1946, S. 370; Hildeman 1995, S. 13.

[106] Vgl. Hildeman 1995, S. 13.

[107] Vgl. SI: Verksamhetsberättelse 1944–45. Stockholm 1945, S. 11–21.

[108] Vgl. SI 1945, S. 23f.

[109] Vgl. Brusewitz, S. / Backlund, Sven u. a.: Yttrande med förslag rörande upplysningsverksamheten i utlandet. In: SI: Verksamhetsberättelse 1955–56. Stockholm 1956, S. 14.

[110] Vgl. Heckscher 1950, S. 36; Helén / Alemyr 1967, S. 19.

[111] Vgl. SI 1948, S. 65.

[112] Vgl. SI: Verksamhetsberättelse 1946–47. Stockholm 1947, S. 1.

[113] Vgl. Hildeman 1995, S. 66/68.

[114] Vgl. SI: Verksamhetsberättelse 1969/70. Stockholm 1970, S. 52.

[115] Vgl. Löfdahl / Jonsson 1988, S. 40.

[116] Vgl. Faxén 1993, S. 19/25f.

[117] SI 1970, S. 3.

[118] Referenzgruppen waren beratende Organe in verschiedenen Bereichen, die sich aus Experten zu bestimmten Themen, z. B. Musik, Form, Architektur, Arbeitsmarkt, Literatur oder soziale Fragen, sowie Mitarbeitern des Institutes zusammensetzten. Vgl. SI: Verksamhetsberättelse 1970/71. Stockholm 1971, S. 1; SI: Verksamhetsberättelse 1971/72. Stockholm 1972, S. 7.

[119] Vgl. SI 1970, S. 3f.; Faxén 1993, S. 29.

[120] Vgl. Faxén 1993, S. 28f.

[121] Vgl. SI: Årsredovisning 1997. Stockholm 1998a, S. 1; Dahlberg, Ingrid / Enflo, Hans u. a.: Internationella kulturutredningen (Statens offentliga utredningar 2003:121). Stockholm 2003, S. 89.

[122] Dahlberg / Enflo 2003, S. 89.

[123] Vgl. Schwedisches Aussenministerium: Regleringsbrev för budgetåret 2008 avseende Svenska institutet. 13.12.2007, S. 5f.

[124] Vgl. SI: Verksamhetsberättelse 1961–62. Stockholm 1962, S. 74.

[125] Vgl. SI 1971, S. 1–4.

[126] Vgl. SI: Verksamhetsberättelse 1972/73. Stockholm 1973, S. 11.

[127] Vgl. SI: Verksamhetsberättelse 1984/85. Stockholm 1985, S. 6.

[128] Vgl. SI: Årsredovisning 1998. Stockholm 1999, S. 1.

[129] Vgl. SI: Årsredovisning 2007. Stockholm 2008a, S. 5.

[130] Vgl. SI: Svenska institutets insynsråd utsett. Auf: Internetseite des SI. URL: http://www.si.se/‌templates/NewsPage____4228.aspx [15.05.2008 / 02.09.2008].

[131] Vgl. Hildeman 1995, S. 68f.

[132] Vgl. SI: Verksamhetsberättelse 1959–60. Stockholm 1960, S. 5–8.

[133] Vgl. SI: Verksamhetsberättelse 1960–61. Stockholm 1961, S. 6.

[134] Vgl. SI: Verksamhetsberättelse 1968/69. Stockholm 1969, S. 3.

[135] Vgl. SI: Årsredovisning 2002. Stockholm 2003a, S. 1.

[136] Vgl. Hildeman 1995, S. 14.

[137] Vgl. SI: Verksamhetsberättelse 1949–50. Stockholm 1950, S. 32.

[138] Vgl. Hildeman 1995, S. 80.

[139] Vgl. SI 1989, S. 2; SI 1998a, S. 18.

[140] Vgl. SI 2003a, S. 4/109.

[141] Vgl. SI: Årsredovisning 2004. Stockholm 2005, S. 112.

[142] Vgl. SI: SI:s personal. Auf: Internetseite des SI. URL: http://www.si.se/templates/ContactList‌Page____2735.aspx [15.09.2008].

[143] Vgl. SI: Personal på CCS. Auf: Internetseite des SI. URL: http://www.si.se/templates/CCS_‌Common‌Page.aspx?id=1425 [15.09.2008].

[144] Vgl. SI: Verksamhet 2001. Stockholm 2002, S. 38.

[145] Vgl. SI: Årsredovisning 2005. Stockholm 2006, S. 72.

[146] Vgl. SI: Verksamhetsberättelse 1948–49, Stockholm 1949, S. 4–6/23.

[147] Vgl. Möller 2005, S. 146.

[148] SI: Verksamhetsberättelse 1951–52. Stockholm 1952, S. 6f.; SI: Verksamhetsberättelse 1953–54. Stockholm 1954, S. 5.

Details

Seiten
113
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783836626965
Dateigröße
838 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v226620
Institution / Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg – Philosophische Fakultät I, Nordische Philologie
Note
1,3
Schlagworte
schwedenbild schwedisches insitut kulturpolitik schweden nation branding

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Titel: Das Schwedische Institut, ein Organ der auswärtigen Kulturpolitik Schwedens, und das Schwedenbild im Ausland