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Ertragsmodelle von Informationswebseiten für Apple-Produkte - eine systematische Analyse

Diplomarbeit 2008 80 Seiten

Medien / Kommunikation - Medienökonomie, -management

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit und Vorgehensweise

2 Geschäftsmodelle und Ertragsmodelle – Theoretische Grundlagen
2.1 Definition und Bestandteile von Geschäfts- und Ertragsmodellen
2.2 Funktion von Geschäftsmodellen im Electronic Business
2.2.1 Das Geschäftsmodell Content
2.2.2 Das Geschäftsmodell Commerce
2.2.3 Das Geschäftsmodell Context
2.2.4 Das Geschäftsmodell Connection
2.2.5 Zusammenfassung
2.3 Systematik von Ertragsmodellen
2.3.1 Einzeltransaktion
2.3.2 Abonnement
2.3.3 Bannerwerbung
2.3.4 Sponsoring
2.3.5 Kommission
2.3.6 Data-Mining
2.3.7 Synthese in kombinierten Ertragsmodellen
2.4 Vorgehensweise bei der Analyse von Geschäfts- und Ertragsmodellen

3 Marktübersicht Apple-bezogener Informationswebseiten
3.1 Unternehmensprofil von Apple und Charakteristika von Apple-Produkten
3.2 Beschreibung ausgewählter Informationswebseiten für Apple-Produkte
3.2.1 Nachrichtenseiten
3.2.2 Foren-Seiten mit Nutzer-generierten Inhalten
3.2.3 Spezialisierte Webseiten mit produktbezogenen Inhalten
3.2.4 Webseiten mit Support-Dienstleistungen
3.2.5 Webseiten mit Linksammlungen
3.2.6 Zusammenfassung und Marktübersicht

4 Analyse der Ertragsmodelle von Apple-bezogenen Webseiten mit Handlungsempfehlungen
4.1 Ableitung eines Schemas für die Analyse
4.2 Beschreibung der Ertragsmodelle ausgewählter Webseiten
4.2.1 Ertragsmodelle von Nachrichtenseiten
4.2.2 Ertragsmodelle von Foren-Seiten mit Nutzer-generierten Inhalten
4.2.3 Ertragsmodelle von spezialisierten Webseiten mit produktbezogenen Inhalten
4.2.4 Ertragsmodelle von Webseiten mit Support-Dienstleistungen
4.2.5 Ertragsmodelle von Webseiten mit Linksammlungen
4.3 Ableitung von Erkenntnissen für die Modellierung von Ertragsmodellen
4.3.1 Erkenntnisse innerhalb der Kategorien
4.3.2 Kategorieübergreifende Erkenntnisse
4.4 Handlungsempfehlungen

5 Zusammenfassung und Fazit

Literaturverzeichnis

Ehrenwörtliche Erklärung

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Partialmodelle eines integrierten Geschäftsmodells (Quelle: Wirtz, B. W. (2001), S. 211)

Abbildung 2: Das 4C-Net-Business-Modell für die vier Basisgeschäftsmodelltypen im Electronic Business (Quelle: Wirtz, B. W. (2001), S. 218)

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Charakteristika der Geschäftsmodelltypen (Quelle: eigene Darstellung)

Tabelle 1: Kategorienaufteilung für Apple-bezogene Informationswebseiten (Quelle: eigene Darstellung)

Tabelle 2: Ertragsmodelle der analysierten Webseiten im Bezug auf ihre inhaltliche Ausrichtung (Quelle: eigene Darstellung)

Tabelle 3: Ertragsmodelle der analysierten Webseiten im Bezug auf ihren Traffic Rank (Quelle: eigene Darstellung)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Ausgangssituation und Problemstellung

Von den Anfängen bis heute hat das Internet ein stetiges Wachstum erlebt und mit ihm hat die Fülle von Informationen ständig zugenommen. Weltweit werden inzwischen über 175 Millionen Internetauftritte[1]gezählt, während es noch vor drei Jahren lediglich 67 Millionen Webseiten waren.[2]

Der Pionier Yahoo und viele andere Online-Unternehmer haben zwar gezeigt, dass sich mit dem Betreiben einer Internetseite Geld verdienen lässt, jedoch schreibt das Internet nicht nur Erfolgsgeschichten. In dieser dynamischen Umgebung ist es angesichts der Konkurrenz zunehmend schwieriger, mit einem bestimmten Angebot eine Nische zu füllen und Geld zu verdienen. Unerlässlich für den Erfolg einer Webseite ist ein funktionierendes Ertragsmodell.

Apple ist eines der erfolgreichsten Unternehmen der Welt. 2007 konnte es mit durchschnittlich 21.600 Beschäftigten Umsatzerlöse von 24,01 Mrd. Dollar verzeichnen und einen Nettogewinn von 3,5 Mrd. Dollar erzielen.[3]Die Marktkapitalisierung beträgt gegenwärtig 145,26 Mrd. Dollar.[4]Zum Vergleich: Sony machte 2007 mit 163.000 durchschnittlich Beschäftigten einen Umsatz von 70,3 Mrd. Dollar und erzielte einen Nettogewinn von 1,07 Mrd. Dollar.[5]Die Marktkapitalisierung beträgt gegenwärtig 5,92 Mrd. Dollar.[6]Das Besondere an Apple ist, dass dieser Erfolg mit einer im Vergleich zu Sony extrem kleinen Produktpalette erreicht wurde.

Im Laufe der Jahre hat es Apple verstanden, eine treue Nutzergemeinde aufzubauen. Diese hat zahlreiche Foren geschaffen, auf denen Informationen über Apple-Produkte ausgetauscht werden. Inzwischen gibt es mehr als 1000 solcher Webseiten. Das Interessante daran ist, dass sich allein mit Informationen über Apple-Produkte statt mit direktem Verkauf solcher Produkte Erträge erzielen lassen.

Allerdings gibt es bisher keine systematische Analyse, wie und auf welchen Wegen diese Internetseiten verdienen. Hier setzt diese Arbeit an.

1.2 Ziel der Arbeit und Vorgehensweise

Das Ziel der Arbeit ist es, durch systematische Analyse zu erarbeiten, welche Ertragsmodelle es für Informationswebseiten von Apple-Produkten gibt, wie sie funktionieren und welche Gemeinsamkeiten sie aufweisen. Diese Systematik soll helfen, künftige Ertragsmodelle für Apple-bezogene Informationswebseiten zu formulieren.

Zuerst werden Literaturquellen mittels Internet- und Katalogrecherche ermittelt und ausgewertet. Dann erfolgt das Zusammentragen von Informationen über ausgewählte Informationswebseiten für Apple-Produkte. Zentrale Kriterien dafür sind Reichweite und Substanz der Inhalte. Anschließend werden deren Ertragsmodelle systematisch in ihre Bestandteile zerlegt und ausgewertet. Daraus ergeben sich Erkenntnisse über Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Muster.

Die vorliegende Arbeit beginnt in Kapitel 2 mit den theoretischen Grundlagen. Hier werden zunächst die Elemente bzw. Bestandteile von Geschäfts- und Ertragsmodellen vorgestellt. Anschließend wird die Funktionsweise von Geschäfts- und Ertragsmodellen beschrieben. Den Abschluss dieses Kapitels bildet dann ein Vorgehensmodell für die Analyse von Geschäfts- und Ertragsmodellen.

In Kapitel 3 wird einleitend ein Profil der Firma Apple skizziert und die Besonderheiten von Apple-Produkten erklärt. Dann werden ausgewählte Informationswebseiten für Apple-Produkte anhand eines Schemas beschrieben.

Das Schema für die Analyse der Ertragsmodelle der ausgewählten Webseiten wird am Anfang von Kapitel 4 abgeleitet. Im Anschluss daran folgt die detaillierte Darstellung der Analyse. Aus den Ergebnissen der Analyse werden Erkenntnisse für die Modellierung von Ertragsmodellen für Apple-bezogene Webseiten formuliert.

Den Abschluss dieser Arbeit stellt Kapitel 5 mit der Zusammenfassung und dem Fazit dar.

2 Geschäftsmodelle und Ertragsmodelle – Theoretische Grundlagen

2.1 Definition und Bestandteile von Geschäfts- und Ertragsmodellen

Seit Beginn der Dotcom-Ära in den späten neunziger Jahren, die ihr jähes Ende mit der Schließung des Neuen Markts am 05. Juni 2003 fand, sind Unternehmen, deren Geschäftsidee darauf abzielt, ihre Geschäftstätigkeit auf das Internet zu beschränken, und der Begriff des Geschäftsmodells (engl.: business model) eng miteinander verbunden. Die Unternehmen der sog. New Economy haben sich damals darauf verlassen, dass sich ihre unternehmerischen Aktivitäten im Internet zum Selbstläufer entwickeln würden. Nicht selten wurde dabei auf traditionelle, bereits etablierte Geschäftsmodelle aus der Old Economy zurückgegriffen. Jedoch weist das Internet veränderte Markt- und Wettbewerbsbedingungen auf und macht somit neuartige Geschäftsmodelle möglich, die in der Form vorher ökonomisch oder technisch nicht umsetzbar waren. Eine abgrenzende Definition für den Begriff Geschäftsmodell auf den Bereich des Electronic Business hat es zu diesem Zeitpunkt auch nicht gegeben. Darin liegt auch das Scheitern vieler Internet-Unternehmen aus dieser Zeit begründet.[7]Erst mit der Konsolidierung der New Economy wurde der Begriff des Geschäftsmodells immer stärker fokussiert.[8]Es erfolgte bis zu diesem Zeitpunkt lediglich eine zumeist grobe Einschätzung in tragfähige und nicht tragfähige Geschäftsmodelle, wobei häufig der Begriff Geschäftsmodell als Synonym zum Begriff Ertragsmodell verwendet worden ist. Wer also beantworten konnte, wie und woher das Geld erwirtschaftet werden sollte, hatte sein Geschäftsmodell damit bereits hinreichend definiert. Diese synonyme Verwendung der Begriffe Geschäftsmodell und Ertragsmodell scheint auf den ersten Blick nahe liegend. Allerdings haben sich mit zunehmender Nutzung des Mediums Internet auch eine Vielfalt neuer Möglichkeiten der Ertragsgenerierung ergeben. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ausgehend von einem auf das Electronic Business neu definierten Geschäftsmodell nunmehr auch eine differenzierte Betrachtung des Ertragsmodells notwendig geworden ist. Wurden im traditionellen Handel fast ausschließlich über den Endverbraucherpreis Erträge generiert, sind mit dem Medium Internet neue Möglichkeiten der Ertragsgenerierung entstanden.[9]

In der Literatur wird der Begriff Geschäftsmodell bis heute sehr heterogen verwendet.[10]Für den Verlauf dieser Arbeit ist es deshalb unumgänglich, die in der Literatur dominierenden und zum Teil in Konkurrenz zueinander stehenden Begriffsdefinitionen zunächst zu vergleichen und jenen Ansatz umfassend zu beleuchten, auf dessen Fundament die in dieser Arbeit vorgenommene Analyse gestützt werden soll.

Als einer der ersten Autoren definierte Timmers ein Geschäftsmodell wie folgt:[11]

„Definition of ‘Business Model’:

- an architecture for product, service and information flows, including a description of the various business actors and their roles; and
- a description of the potential benefits for the various business actors; and
- a description of the sources of revenue.“
Nach Timmers beinhaltet also das Geschäftsmodell eine Beschreibung der Produkt-, Dienstleistungs- und Informationsflüsse für die Teilnehmer und ihrer Rollen. Außerdem enthält es eine Beschreibung des Nutzenpotentials für die Teilnehmer. Als dritte und letzte Komponente gehört nach Timmers zu einem Geschäftsmodell noch die Beschreibung der Ertragsquellen.

Der Ansatz von Timmers baut im Wesentlichen auf den Wertkettenansatz von Porter auf.[12]Demnach werden neue Geschäftsmodelle geschaffen, indem die Wertkette der unternehmerischen Aktivitäten wie Produkte und Dienstleistungen planen, produzieren und vertreiben, umgestaltet wird.

Eine weitere Definition stammt von Stähler. Stähler nimmt eine ähnliche Dreiteilung der Komponenten vor wie bereits Timmers und definiert wie folgt:[13]

„Ich definiere ein Geschäftsmodell als ein Geschäftskonzept, das in der Praxis schon angewandt wird.

1. Ein Geschäftskonzept enthält eine Beschreibung, welchen Nutzen Kunden oder andere Partner des Unternehmens aus der Verbindung mit diesem Unternehmen ziehen können. Dieser Teil eines Geschäftsmodells wird Value Proposition genannt. Es beantwortet die Frage: Welchen Nutzen stiftet das Unternehmen?
2. Ein Geschäftskonzept ist gleichzeitig eine Architektur der Wertschöpfung, d.h., wie der Nutzen für die Kunden generiert wird. Diese Architektur beinhaltet eine Beschreibung der verschiedenen Stufen der Wertschöpfung und der verschiedenen wirtschaftlichen Agenten und ihrer Rollen in der Wertschöpfung. Es beantwortet die Frage: Wie wird die Leistung in welcher Konfiguration erstellt?
3. Neben dem Was und dem Wie beschreibt das Geschäftskonzept auch, welche Einnahmen das Unternehmen aus welchen Quellen generiert. Die zukünftigen Einnahmen entscheiden über den Wert des Geschäftsmodells und damit über seine Nachhaltigkeit. Es beantwortet die Frage: Wodurch wird Geld verdient? Dieser Teil des Geschäftsmodells heißt Ertragsmodell.“

Eine dritte und in wissenschaftlichen Arbeiten häufig zitierte Definition stammt von Wirtz. Der Ansatz von Wirtz baut auf Timmers auf: „Mit dem Begriff Geschäftsmodell (Business Model) wird die Abbildung des betrieblichen Produktions- und Leistungssystems einer Unternehmung bezeichnet. Durch ein Geschäftsmodell wird in stark vereinfachter und aggregierter Form abgebildet, welche Ressourcen in die Unternehmung fließen und wie diese durch den innerbetrieblichen Leistungserstellungsprozess in vermarktungsfähige Informationen, Produkte und/oder Dienstleistungen transformiert werden. Ein Geschäftsmodell enthält damit Aussagen darüber, durch welche Kombination von Produktionsfaktoren die Geschäftsstrategie eines Unternehmens umgesetzt werden soll und welche Funktionen den involvierten Akteuren dabei zukommen.“[14]Mit seiner Geschäftsmodelldefinition versteht Wirtz das betriebliche Produktions- und Leistungssystem als einen Zusammenschluss von mehreren Partialmodellen. Das Kapitalmodell, das Beschaffungsmodell, das Leistungserstellungsmodell, das Marktmodell, das Leistungsangebotsmodell sowie das Distributionsmodell bilden demnach die Partialmodelle eines solchen integrierten Geschäftsmodells. Das Marktmodell gliedert sich zudem in ein Nachfragermodell und ein Wettbewerbsmodell. Unter dem Kapitalmodell fallen das Finanzierungsmodell und das Erlösmodell.[15]Das Geschäftsmodell eines Unternehmens drückt also zusammenfassend aus, welche Ressourcen eingesetzt werden, mit dem Ziel sich von Konkurrenzunternehmen abzugrenzen und einen Mehrwert für den Kunden zu schaffen.[16]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Partialmodelle eines integrierten Geschäftsmodells (Quelle: Wirtz, B. W. (2001), S. 211)

Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Definitionen von Stähler und Wirtz und der Definition von Timmers ist der Bezugsrahmen. Während Timmers die Informationsflüsse aller am Geschäftsmodell beteiligten Akteure meint, grenzt Wirtz seine Definition vom Geschäftsmodell eindeutig auf ein einzelnes Unternehmen ein und meint auch lediglich die Leistungs- und Informationsflüsse, an denen dieses beteiligt ist.[17]Auch bei der Definition von Stähler wird eine Wettbewerbs- und Marktbetrachtung nicht vorgenommen.[18]

Mit den Ertragsquellen (Timmers), dem Ertragsmodell (Stähler) und dem Erlösmodell als Teilbereich des Kapitalmodells (Wirtz) haben alle drei Definitionen eine gemeinsame Komponente, die beschreibt, wie sich ein Unternehmensangebot im Electronic Business refinanzieren soll. Das Erlösmodell bildet somit einen zentralen Bestandteil des Geschäftsmodells.

2.2 Funktion von Geschäftsmodellen im Electronic Business

Dem Ansatz von Wirtz folgend lassen sich die von den einzelnen Unternehmen im Electronic Business verfolgten Geschäftsmodelle in die vier Basisgeschäftsmodelltypen Content, Commerce, Context und Connection einordnen. Diese Geschäftsmodelltypologie wird als 4C-Net-Business-Model bezeichnet.[19]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Das 4C-Net-Business-Modell für die vier Basisgeschäftsmodelltypen im Electronic Business (Quelle: Wirtz, B. W. (2001), S. 218)

Im Electronic Business unterscheidet man zwischen Business-to-Consumer (B2C), also ein Aufeinandertreffen von Unternehmen und Konsumenten, und Business-to-Business (B2B), womit Interaktionen zwischen Unternehmen bezeichnet werden.[20]Bei dem 4C-Net-Business-Modell werden vorwiegend Interaktionen aus dem B2B-Bereich betrachtet. Das Kriterium für die Aufteilung der einzelnen Modelltypen ist das Leistungsangebot. Durch die Wahl dieses Abgrenzungskriteriums ist es möglich, die Geschäftsmodelle einzelner Unternehmen anhand ihrer angebotenen Produkte und Dienstleistungen voneinander abzugrenzen und somit die Homogenität innerhalb der einzelnen Basisgeschäftsmodelltypen zu gewährleisten. Allerdings ist eine eindeutige Abgrenzung nicht immer möglich, da sich viele Internetunternehmen im Laufe der Zeit weiterentwickeln und ihre angebotenen Leistungen erweitern, was zu Überschneidungen zwischen den Geschäftsmodelltypen führt. Ein populäres Beispiel für eine solche Entwicklung ist das Unternehmen Yahoo! (www.yahoo.com). Anfangs als reine Suchmaschine im Internet gestartet und damit eindeutig dem Geschäftsmodelltyp Context zugehörig, wurde das Leistungsspektrum ständig ausgebaut. Heute bietet Yahoo! dem Nutzer auch die Möglichkeit einer personalisierten Startseite und betreibt einen E-Mail-Dienst mit zugehöriger Chat-Plattform, die zum Austausch der Nutzer untereinander dient. Yahoo! hat durch diese Entwicklung neue Märkte erschlossen und sein Geschäftsmodell um die Bereiche Content und Connection nach und nach erweitert.

Alle derzeit dominierenden Geschäftsmodelle in der Internet-Ökonomie können in das 4C-Net-Business-Modell eingeordnet werden.[21]Um eine ausreichende Differenzierung zwischen den vier Basisgeschäftsmodelltypen zu erreichen sollten die Geschäftsmodelle innerhalb eines der vier C’s relativ homogen und zwischen den C’s möglichst heterogen sein. Im Folgenden soll ein Einblick in die Funktionsweise der Modelltypen Content, Commerce, Context und Connection gegeben werden, bevor dann anschließend daraus die Ertragsmodelle separiert und deren Systematik und Ausprägungen in Kapitel 2.3 ausgearbeitet werden.

2.2.1 Das Geschäftsmodell Content

Das Geschäftsmodell Content besteht aus den wertgenerierenden Schritten der Sammlung, Selektion, Systematisierung, Kompilierung (Packaging) und Bereitstellung von Inhalten.[22]Das Ziel ist es, eine kommerziell vermarktbare Dienstleistung in Form von online zugänglichen Inhalten anzubieten. Dabei werden die Inhalte einfach, bequem, visuell ansprechend und somit für den Nutzer möglichst attraktiv aufbereitet. Man spricht hier von so genannten Special-Interest-Inhalten, wenn diese auf eine bestimmte Zielgruppe gerichtet sind, während die für die breite Masse angebotenen Inhalte als Public-Interest-Inhalte bezeichnet werden. Die angebotenen Inhalte können informierend, bildend oder unterhaltend sein. Deshalb werden in dem Geschäftsmodelltyp Content die drei Varianten E-Information, E-Entertainment und E-Education unterschieden.

E-Information-Anbieter richten ihren Fokus meist auf spezielle, informierende Themenbereiche wie zum Beispiel politische, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Inhalte (E-Politics, E-Society und E-Economics). Inhalte mit politischer Ausrichtung finden sich zum Beispiel bei den Internetauftritten der Zeitung Die Welt (www.welt.de ) oder der Zeitschrift Spiegel (www.spiegel.de). Gesellschaftliche Informationen bietet die Webseite www.kunst-und-kultur.de. Hier kann der Nutzer unter anderem in einer Museumsdatenbank Informationen über Öffnungszeiten und aktuelle Ausstellungen einholen. Im Bereich der E-Economics bietet z.B. der Internetauftritt der Zeitschrift Börse Online (www.boerse-online.de) speziell auf Geldanleger zugeschnittene Inhalte. Für die Kunden dieser Dienste wird durch die Spezialisierung auf einen bestimmten Themenbereich ein höherer Nutzen erzielt, da die Inhalte mit einer höheren Informationstiefe angeboten werden können.

Die Ertragsformen bei den E-Information-Anbietern unterscheiden sich mit dem Grad der Spezialisierung zunehmend. Bei den Public-Interest-Inhalten dominieren indirekte Ertragsformen, die durch Onlinewerbung auf der jeweiligen Webseite erzielt werden. Informationen im Internet sind zeitlos und auch ortlos, d.h. sie sind immer und überall verfügbar, eine Eigenschaft, die mit dem Begriff Ubiquität bezeichnet wird.[23]Diese charakteristische Eigenschaft für das Medium Internet hat dazu geführt, dass Inhalte von den Nutzern oft immer noch vorrangig als öffentliches Gut betrachtet werden. Die Zahlungsbereitschaft für den Konsum von Public-Interest-Inhalten ist entsprechend gering. Je spezieller die angebotenen Inhalte werden, umso mehr schwindet die Eigenschaft der Ubiquität. Daraus resultiert eine höhere Zahlungsbereitschaft der Kunden für solche spezifischen Inhalte. Für Special-Interest-Anbieter kommen somit auch direkte Ertragsformen in Frage. Die Ertragsgenerierung kann dabei transaktionsabhängig oder transaktionsunabhängig erfolgen. Beispielsweise bietet die Online-Bibliothek www.xipolis.net Zugriff auf Nachschlagewerke. Der Nutzer kann über eine Suchmaschine Fachinformationen zu einem Begriff anfordern. Die Bezahlung erfolgt dann entweder transaktionsabhängig, d.h. durch Bezahlen einer einmaligen Gebühr für den jeweils angeforderten Begriff (Pay per View), oder transaktionsunabhängig, indem zuvor eine Pauschale entrichtet wird, mit der man unbeschränkten Zugriff auf das gesamte Angebot für einen bestimmten Zeitraum erhält (Subscription, Abonemment).

In den klassischen Massenmedien Rundfunk, Fernsehen und Print können aus ökonomischen Gründen keine Inhalte für kleine und kleinste Interessengruppen angeboten werden. Das Geschäftsmodell Content profitiert in diesem Punkt von den Eigenschaften des Internet. Informationsprodukte sind im Gegensatz zu physischen Produkten nicht von einer Wertminderung betroffen. Die höchsten Kosten verursacht die Erstellung des Inhaltes (First Copy). Die anschließenden Vervielfältigungs- und Distributionskosten sind vernachlässigbar gering.[24]Erst dadurch ist die Möglichkeit entstanden, Nischenmärkte zu bedienen und sogar auf einzelne Nutzer zugeschnittene Inhalte ökonomisch sinnvoll anzubieten.

E-Entertainment-Anbieter unterscheiden sich im Vergleich zu den E-Information-Anbietern durch die angebotenen Inhalte. Der Fokus liegt hier auf unterhaltende Inhalte aus den Bereichen Spiele, Musik und Film (E-Games, E-Music und E-Movies). Im E-Games-Bereich sind z.B. die Internetauftritte www.freegames.de oder www.flashgames.de tätig. Hier werden Spiele zum Download angeboten, Rankings geführt und Spieletipps oder Spielebeschreibungen bereitgestellt. Für den E-Music-Bereich können hier beispielhaft die Webseiten www.mp3.com und www.songza.com genannt werden. Das Angebot dieser Seiten besteht aus direkt abspielbaren Musiktiteln. www.mp3.com bietet zudem noch Chartlisten und Testberichte zu mobilen Abspielgeräten. Bei www.cinema.de oder www.imdb.com werden dem Nutzer Videoausschnitte aus aktuellen Kinofilmen präsentiert und umfassende Datenbanken mit Hintergrundinformationen zu Schauspielern und Filmen gepflegt. Diese Seiten sind Repräsentanten aus dem E-Movies-Bereich.

Auffällig ist, dass in den letzten Jahren die Bereiche E-Information und E-Entertainment immer mehr zusammengeschmolzen sind. Daraus hat sich eine Mischform mit dem Namen E-Infotainment gebildet. Unterhaltende Sportinformationen, wie sie etwa auf www.nba.com oder www.kicker.de zu finden sind, repräsentieren diese Variante im Geschäftsmodell Content. Auf www.nba.com finden sich Statistiken, Informationen und Nachrichten rund um die amerikanische Profiliga des Basketballsports. Darüber hinaus lassen sich dort Ausschnitte von Spielen als Videosequenzen anschauen, womit auch die unterhaltende Komponente abgedeckt wird. Meist werden zusätzliche Dienste angeboten, die eine Wechselbarriere darstellen und helfen sollen den eigenen Nutzerstamm zu halten und zu erweitern. Bei www.kicker.de ist es z.B. möglich sich als Kunde zu registrieren, um dann einen persönlichen Newsletter zu abonnieren oder an Gewinnspielen teilzunehmen. Zusammen mit dem außerdem noch zur Verfügung gestellten Diskussionsforum bieten diese zusätzlichen Dienste den Betreibern von www.kicker.de die Möglichkeit, eine höhere Kundenbindung zu erreichen und die Besucherfrequenz ihrer Webseite zu erhöhen.

Die Variante E-Education wird als dritte und letzte Variante im Geschäftsmodell Content unterschieden. Zur Abgrenzung sind zwei wesentliche Merkmale zu nennen, die den Unterschied von E-Education gegenüber den Varianten E-Information und E-Entertainment verdeutlichen sollen. Zunächst wird unter Bildung mehr als nur die Darstellung von Informationen verstanden.[25]Der Lernende soll die vermittelten Inhalte schließlich verinnerlichen und sein Wissen verfestigen.[26]Ein zweites Unterscheidungsmerkmal ist der Erwerb eines Abschlusszertifikates oder Titels.[27]Beispiel für einen Internetauftritt aus dem Bereich E-Education ist die Webseite www.parlo.com. Hier kann der Nutzer Fremdsprachen erlernen und mit anderen Nutzern über einen internationalen Chat das Gelernte in der Praxis erproben. E-Education-Anbieter können neben indirekten Erträgen auch direkte Erträge erzielen, die sich meistens als Kursgebühren oder zusätzliche Gebühren für die Korrektur von Tests wiederfinden.

2.2.2 Das Geschäftsmodell Commerce

Das Geschäftsmodell Commerce umfasst die Anbahnung, Aushandlung oder auch Abwicklung von Geschäftstransaktionen. Ziel dabei ist es, durch die Fähigkeiten des Internets die traditionellen Phasen der Geschäftstransaktion zu unterstützen und zu ergänzen.[28]Die Schwerpunkte im Geschäftsmodell Commerce liegen in den Transaktionsphasen Anbahnung und Aushandlung. Es kann aufgeteilt werden in die Varianten E-Attraction, E-Bargaining/E-Negotiation und E-Transaction, die im Folgenden erläutert werden.

Unter E-Attraction werden alle Maßnahmen verstanden, mit denen die Anbahnung von Geschäftstransaktionen unterstützt wird. Eine davon ist die Bannerschaltung. Diese erfolgt meistens mit Hilfe von Unternehmen, die sich auf die Vermarktung und Vermittlung von Werbeflächen im Internet spezialisiert haben. www.banner.ch ist ein solches Unternehmen, das Beratungen und technische Unterstützung im Bereich der Bannerwerbung anbietet. Darüber hinaus übernimmt www.banner.ch auch die Erfolgskontrolle durch Messung der Anzahl von Ad Impressions. Ad Impressions werden die Anzahl der Clicks durch die Nutzer auf die Webebanner genannt, die vom Betreiber der Internetseite registriert werden. Eine günstigere Möglichkeit der Werbeschaltung ist der Bannertausch. Dabei schließen sich viele Betreiber von Webseiten zusammen, mit dem Ziel, ihre Werbebanner untereinander zu tauschen und so eine größere Reichweite zu bewirken. Darauf spezialisiert hat sich in diesem Bereich der Online-Dienst www.banner-tausch.net, der damit eine preiswerte Möglichkeit bietet, das Potential von Werbebannern noch weiter auszuschöpfen.

Eine weitere populäre Möglichkeit, die Anbahnung von Geschäftstransaktionen zu unterstützen, wurde mit dem Betreiben von virtuellen Warenhäusern (Shopping-Malls) geschaffen. Hier wird eine Plattform im Internet geschaffen, die es dem Kunden vereinfacht, die gewünschten Produkte schnell zu finden und anzuschauen. Der Kunde trifft auf solch einer Plattform also als Nachfrager auf den Anbieter, der zuvor seine Produkte dort eingestellt hat, wodurch eine Anbahnung von Geschäften erfolgen kann. Ein virtuelles Warenhaus lässt sich allerdings nicht mit Warenhäusern aus der Offline-Welt vergleichen, da die konkurrierenden Anbieter im Internet nur ein paar Klicks entfernt liegen und somit dem Kunden eine größere Transparenz geboten wird.

Einer der bekanntesten Shopping-Mall-Betreiber ist das Unternehmen Amazon (www.amazon.de). Erträge generieren Unternehmen wie Amazon durch Provisionen, die von den Anbietern der Waren an das Unternehmen gezahlt werden. Außerdem wird häufig eine Gebühr verlangt für die Schaltung von Werbebannern und Links, die zu den Homepages der Anbieter weiterleiten. Darüber hinaus erstellen Shopping-Mall-Betreiber Nutzer- und Kundenprofile auf der Grundlage der mit ihnen getätigten Transaktionen (Data-Mining) und können durch den Verkauf solcher Datensammlungen weitere Erträge erzielen.

Eine weitere Variante des Geschäftsmodells Commerce ist die Variante E-Bargaining bzw. E-Negotiation. Eine Verhandlung über den Preis oder die Einkaufskonditionen kann in drei unterschiedliche Pricing Services unterteilt werden: Demand-Aggregation (Nachfrage-Aggregation), Auction (Auktionen) und Price Seeking (Suche nach dem preiswertesten Produkt).[29]

Demand-Aggregation-Anbieter agieren als Vermittler zwischen dem Vertreiber eines Produktes und dem Käufer. Sie präsentieren auf ihrer Webseite Produkte und versuchen möglichst viele Nachfrager zu finden. Anreiz für den Kunden bietet dabei meist ein mehrstufiger Mengenrabatt, dessen Höhe abhängig von der Anzahl der Nachfrager gewährt wird. Mit dem Bündeln der Nachfrage auf eine fremde Webseite entsteht eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Der Kunde erhält einen Mengenrabatt, den er allein nicht hätte erzielen können, der Vertreiber des Produkts profitiert von der zunehmenden Nachfrage und der Vermittler generiert Erträge, indem ein Teil des erzielten Mengenrabatts als Gebühr einbehalten wird. Bei www.dealjaeger.de lässt sich das hier vorgestellte Modell in der Praxis nachvollziehen.

Die Auction (Auktion) gehört ebenfalls zu den Pricing Services im Internet. Der größte Auktionsanbieter ist www.ebay.de. Bei dieser Variante überwiegen die Vorteile für die Anbieterseite, da mehrere Nachfrager schrittweise den Preis eines Produkts überbieten. Der Auktionsanbieter erzielt dabei Erträge durch Verlangen einer Grundgebühr von Anbietern für das Freigeben seines Produkts zur Auktion. Im Anschluss daran wird noch einmal eine umsatzabhängige Provision vom erzielten Verkaufspreis erhoben.

Als letzte Variante der Pricing Services soll hier noch auf das Price Seeking eingegangen werden. Price-Seeking-Anbieter suchen und katalogisieren Produktpreise, die dann auf einer Webseite für den Kunden präsentiert werden. Dabei können die Kunden auf Webseiten wie www.pricerunner.de oder www.guenstiger.de sehr schnell den günstigsten Anbieter herausfiltern oder auch nach anderen Kriterien in den meist sehr umfangreichen Katalogen suchen. Erträge werden hierbei meist auf Provisionsbasis erzielt, die in entsprechenden Partnerprogrammen vorher ausgehandelt werden.

Nach dem E-Attraction und dem E-Bargaining bzw. E-Negotiation bildet die E-Transaction die letzte Variante in dem Geschäftsmodell Commerce. Darunter wird die Abwicklung einer Geschäftstransaktion verstanden, die ihrerseits unterteilt werden kann in die Zahlungsabwicklung (Payment) und Auslieferung (Delivery). Ein etablierter Dienst für die Zahlungsabwicklung ist www.paypal.com. Hier kann der Nutzer ein virtuelles Konto eröffnen und mit seinem Girokonto oder seiner Kreditkarte verbinden, um anschließend damit im Internet über ein verschlüsseltes System bezahlen zu können. Verkäufer bieten auf ihren Webseiten meist eine Zahlungsabwicklung über mehrere solche Payment-Dienste an. Erträge bei dieser Variante werden über Provisionen erzielt, die meistens vom Verkäufer getragen werden.

Für Produkte wie Software oder Musik erfolgt die Auslieferung (Delivery) auf elektronischem Wege. Bei physischen Produkten wird die Auslieferung meist auf externe Transportunternehmen übertragen.

2.2.3 Das Geschäftsmodell Context

In den vergangenen Jahren hat das Geschäftsmodell Context mit zunehmendem Wachstum der Internetökonomie dramatisch an Bedeutung gewonnen. Context-Anbieter liefern keine eigenen Inhalte, sondern bieten vielmehr Navigationshilfen für die Internet-Nutzer. Dabei werden die im Internet verfügbaren, elektronischen Informationen klassifiziert und systematisiert.[30]Ziel ist es, die im Internet verfügbaren Informationen zu durchsuchen und zu filtern, um dem Nutzer Zugriff auf dann logisch aufgebaute und inhaltlich strukturierte Inhalte zu erlauben. Dadurch werden eine Verbesserung der Markttransparenz (Komplexitätsreduktion) und eine Verbesserung der Orientierung (Navigation) erreicht. Mit dem stetigen Wachstum der Internetökonomie ist auch die Informationsquantität gestiegen, was sich zu Lasten der Markttransparenz ausgewirkt hat. Das Geschäftsmodell Context unterscheidet Suchmaschinen und Web-Kataloge, mit deren Hilfe diese Informationsflut bewältigt werden soll.

Suchmaschinen durchforsten meist vollautomatisch Millionen von Webseiten. Dabei handelt es sich um Computersysteme, die alle Adressen und Seiteninhalte in eine Datenbank einsortieren und indizieren. Der Nutzer gibt einen Begriff in das Suchfeld der Webseite ein und der Context-Anbieter sucht diesen dann anschließend in dieser Index-Datenbank. Beispiele für solche Anbieter sind www.google.de und www.fireball.de. Darüber hinaus gibt es noch so genannte Metasuchmaschinen wie z.B. www.metacrawler.de, die mehrere Suchmaschinen miteinander verknüpfen. Dadurch wird dem Nutzer eine größere Abdeckung geboten. Allerdings können keine Suchmaschine und auch kein Web-Katalog allein das gesamte Internet abdecken. Ein Web-Katalog ist eine Sammlung von Webseiten, die anders als bei den Suchmaschinen, von Menschenhand gepflegt, geprüft und kategorisiert werden. Wegen des hohen zeitlichen und personellen Aufwands beschränken sich Web-Kataloge meist auf kleinere Themengebiete. www.onlineshopverzeichnis.de oder www.webauskunft.info sind Beispiele für solche Web-Kataloge. Bei den Suchmaschinen dominieren die indirekten Erträge, die aufgrund der hohen Zugriffsraten für die Bannerwerbung und das Sponsorship attraktiv sind. Die großen Suchmaschinen verdienen hauptsächlich durch den Verkauf von so genannten Keywords. Dabei bucht der Inserent bestimmte Schlagwörter bei der Suchmaschine. Wird dann nach diesen Wörtern gesucht, erscheint neben den Suchergebnissen die Anzeige des Inserenten, der die entsprechenden Schlagwörter zuvor gebucht hatte. Diese Ertragsform wird auch Paid Search genannt.

Bei den Web-Katalogen handelt es sich um Adressenverzeichnisse, die nicht maschinell, sondern von Web-Redakteuren erstellt werden. Dabei wird die Qualität einer Webseite bewertet und anschließend in einen gegliederten Stichwortkatalog aufgenommen. Unter www.web.de findet sich ein solcher Web-Katalog. Die meisten Web-Kataloge verfügen über eine angeschlossene Suchmaschine. Die Ertragsgenerierung bei den Web-Katalogen erfolgt hauptsächlich durch direkte Erträge. Neben Bannerwerbung und Sponsorship dominieren hier Provisionserträge, die aus Partnerschaftsprogrammen realisiert werden.

2.2.4 Das Geschäftsmodell Connection

Das Geschäftsmodell Connection verfolgt die Herstellung der Möglichkeiten eines Informationsaustausches zwischen den Nutzern und den Unternehmen. Ziel ist es, Verbindungen in einer von dem Nutzer bevorzugten Weise zu schaffen. Das Geschäftsmodell Connection lässt sich in einer weiteren Ebene unterteilen in Customer-Opinion-Portale und Customer Chat/Interest.[31]

Beispiele für Customer-Opinion-Portale sind www.dooyoo.de und www.ciao.com. Diese Anbieter lassen Produkte und Dienstleistungen von ihren Nutzern bewerten und veröffentlichen diese Bewertungen auf ihrem Portal. Bei manchen Diensten erhält der Verfasser einer Bewertung bei Veröffentlichung seines Beitrags eine Vergütung. Solch ein Beitrag bietet wiederum anderen Nutzern, die sich für das entsprechende Produkt interessieren, eine Entscheidungshilfe vor dem Kauf. Erträge generieren solche Customer-Opinion-Portale hauptsächlich indirekt durch Werbeeinnahmen und durch Partnerprogramme. Dazu werden die Produktinformationen zu den Webseiten großer Händler wie www.amazon.de verlinkt. Der Händler zahlt dann entweder pro Weiterleitung einen Betrag oder beteiligt die Customer-Opinion-Portale durch Zahlung einer Provision, wenn nach erfolgreicher Weiterleitung ein Geschäft abgeschlossen wird.

Customer Chat/Interest-Anbieter wie www.spin.de stellen virtuelle Gemeinschaften dar und bieten den Nutzern die Möglichkeit miteinander zu kommunizieren. Üblicherweise werden virtuelle Chat-Räume angeboten, in denen sich die Nutzer in Echtzeit austauschen können. Begleitet werden diese Angebote von Nutzerprofilen, in denen sich wiederkehrende Besucher persönlich vorstellen und auf sich aufmerksam machen. Die Ertragsgenerierung erfolgt auch in diesem Bereich hauptsächlich über Werbeeinnahmen.

2.2.5 Zusammenfassung

Die vorangegangenen Ausführungen haben beispielhaft gezeigt, welche Ertragsformen in den verschiedenen Geschäftsmodellvarianten vorkommen können und wie sie in der Praxis angewandt werden. Die Wahl der Ertragsformen ist dabei weder in ihrer Anzahl begrenzt noch lassen sich diese eindeutig auf eine Geschäftsmodellvariante fixieren. Vielmehr ist es so, dass die Kombination der Ertragsformen letztendlich das Ertragsmodell eines Geschäftsmodells widerspiegelt.

Zusammenfassend sind die Geschäftsmodelltypen Content, Commerce, Context und Connection in Tabelle 1 noch einmal übersichtlich dargestellt und deren dominierende Ertragsformen jeweils angegeben.

Im folgenden Abschnitt soll es nun darum gehen, eben diese Ertragsformen vom Geschäftsmodell zu separieren und eigenständig zu betrachten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Charakteristika der Geschäftsmodelltypen (Quelle: eigene Darstellung)

2.3 Systematik von Ertragsmodellen

Das Ertragsmodell ist die entscheidende Komponente eines Geschäftsmodells. Um den Betrieb einer Webseite refinanzieren zu können ist es zunächst notwendig, die Ertragsquellen zu benennen, um daraus das Ertragsmodell ableiten zu können. Mit dem Ertragsmodell wird konkret festgehalten, aus welchen Ertragsformen ein Unternehmen Erlöse generiert und in welchem Umfang die Teilnehmer daran beteiligt sind.[32]Dabei wird das Ertragsmodell als Wettbewerbsfaktor verstanden. Die Wahl des Ertragsmodells entscheidet über die strategische Ausrichtung des Unternehmens und kann in der anschließenden operativen Umsetzung durch die Gestaltung des Preismodells zu dem entscheidenden Vorteil gegenüber der Konkurrenz verhelfen. Umgekehrt besteht auch die Gefahr des Scheiterns, wenn sich das verfolgte Ertragsmodell nicht gewinnbringend vermarkten lässt. Die Wahl des Ertragsmodells stellt jedoch gerade für die Geschäftstätigkeit im Internet eine besondere Herausforderung dar.

In den klassischen Massenmedien Rundfunk, Fernsehen und Print lag der Schwerpunkt bisher fast ausschließlich auf die Preispolitik, da der Markt für diese Medien bereits ein beschränktes, festes Angebot an Ertragsformen vorgab. Es bestanden kaum Handlungsspielräume und somit auch kein Bedarf, die Ertragsformen zu strukturieren.[33]Der Entscheidungsprozess über die Anwendung des Ertragsmodells, der den preispolitischen Entscheidungen logisch vorausgeht, fand sowohl in der Wissenschaft als auch in der Praxis kaum Beachtung. Aus diesem Grund erfährt lediglich die Preispolitik in der klassischen Marketingliteratur bislang eine ausführliche Behandlung.

Neue Möglichkeiten haben sich erst mit dem Internet eröffnet. Eine Vielzahl von Unternehmen generieren im Internet nicht nur aus dem klassischen Produktverkauf Erlöse.[34]Die Anzahl der denkbaren Ertragsmodelle scheint hier nur durch die Kreativität der Anbieter begrenzt. Dies zwingt die Unternehmen zum Umdenken: die Wahl des Ertragsmodells hat sich von einer Konstante zu einer Variablen gewandelt.[35]

Vor diesem Hintergrund sollen nun die bereits im vorangegangenen Kapitel erwähnten Ertragsquellen aufgegriffen und detaillierter dargestellt werden, bevor dann anschließend auf die Herausforderung der Kombination dieser Ertragsquellen näher eingegangen wird.

Die Ertragsformen lassen sich zunächst in direkte und indirekte Erträge unterteilen. Die direkten Erträge stellen Transaktionsgebühren dar. Sie lassen sich in einer weiteren Ebene weiter aufteilen in transaktionsabhängige Gebühren (Einzeltransaktion) und transaktionsunabhängige Gebühren (Abonnement) und werden vom Nutzer der Leistung direkt bezogen, ohne die Zwischenschaltung eines Dritten. Auf der anderen Seite gehören zu den indirekten Erträgen die Bannerwerbung, das Data-Mining, das Sponsoring und der Provisionsertrag, der auch Kommission genannt wird. Indirekte Erträge werden nicht vom Nutzer direkt, sondern von dritten Unternehmen bezogen.[36]

2.3.1 Einzeltransaktion

Bei der Einzeltransaktionsabrechnung bezahlt der Nutzer nur die Leistung, die er tatsächlich in Anspruch nimmt. Dabei kann die Leistung entweder nach Menge oder nach Zeit abgerechnet werden. Ein Beispiel für eine Abrechnung nach Menge stellt der Download von Dokumenten dar. Testberichte, wie sie etwa von der Stiftung Warentest angeboten werden (www.test.de), sind ein Beispiel für eine solche Mengenabrechnung. Der Nutzer entscheidet sich für einen oder mehrere Testberichte, die er erwerben möchte und zahlt dann den entsprechenden Preis. Die Zeitabrechnung findet sich häufig bei Videoportalen. Hier zahlt der Nutzer auch eine einmalige Gebühr und erwirbt damit das Recht, einen Film oder Videobeitrag in einem vorgegebenen Zeitfenster unbegrenzt anschauen zu dürfen. Ein wesentlicher Unterschied ist, dass bei der Mengenabrechnung die Ware in den Besitz des Nutzers wandert, während das Nutzungsrecht mit Ablauf des Zeitfensters verfällt und für eine erneute Nutzung auch erneut gezahlt werden muss.

2.3.2 Abonnement

Deutlich mehr Planungssicherheit für das Unternehmen bietet bei den direkten Ertragsformen das Abonnement. Hier zahlt der Nutzer im Voraus einen fixen Pauschalbetrag für die Inanspruchnahme der Leistung. Dabei kann die Abrechnung monatlich, quartalsweise, halbjährlich oder jährlich erfolgen. Das Unternehmen offeriert den Zugriff auf das gesamte Leistungsangebot für den bezahlten Zeitraum und hat im Gegenzug einen umsatzunabhängigen und rechtzeitig überschaubaren Ertragsstrom. Allerdings stellt diese Einnahmequelle in der Praxis für den Nutzer häufig eine Eintrittsbarriere dar. Aus diesem Grund ist es gängig, das Leistungsangebot aufzuteilen in frei zugängliche Inhalte und so genannte Premium-Inhalte. Diese Vorgehensweise verschafft dem Nutzer zunächst einen kostenlosen Zugang zur Leistung, die dann durch Buchung der entsprechenden Premium-Komponente eine Aufwertung erfährt. Die Business-Netzwerk-Plattform Xing (www.xing.de) verfolgt diesen Ansatz mit großem Erfolg.[37]

2.3.3 Bannerwerbung

Der klassische Ansatz der Ertragsgenerierung durch Werbung zeigt eine Parallele des Mediums Internet zu den klassischen Medien. Dabei sind die Möglichkeiten der Werbung nicht nur auf den Verkauf von Werbeflächen auf der eigenen Webseite begrenzt. Auch die zur Werbung zugehörigen Bereiche Sponsoring und Kommission bieten ein erhebliches Ertragspotential.

Werbeeinblendungen durch Werbebanner auf der Webseite eines Unternehmens kommen in den verschiedensten Formen vor. Die mittlerweile auf bestimmte Formate standardisierten, anklickbaren Werbebanner versuchen nicht nur durch statische Inhalte, sondern auch durch grafische Animationen, Sound- und Videosequenzen die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich zu ziehen. Letztere sind mit der zunehmenden Verbreitung von schnellen Breitbandanschlüssen erst sinnvoll einsetzbar geworden, da aufwändige Banner die Ladezeit einer Webseite erheblich verlängern und den Besucher vergraulen können.

Es wird davon ausgegangen, dass die konkret erreichbaren Ertragshöhen durch Bannerwerbung durch zwei Faktoren beeinflusst werden. Zum einen durch die Auswahl der Zielgruppe, deren Lukrativität mit zunehmender Spezialisierung für den Werbenden steigt. Zum anderen durch die Loyalität der Nutzer die sich an der Häufigkeit und Dauer ihres Besuches messen lässt. Dies ist zugleich der wichtigste Faktor bei der Bannerwerbung, der so genannte Traffic. Damit wird der Besucherstrom im Internet bezeichnet, den eine Webseite verzeichnet. Die wichtigsten Indikatoren für den Besucherstrom sind die Anzahl der Page Impressions und die Anzahl der Unique Visitors. Die Anzahl der Page Impressions drückt die Anzahl der Seitenaufrufe aus. Wird eine Webseite fünfmal hintereinander neu aufgerufen, dann werden 5 Page Impressions gezählt. Die Anzahl der Unique Visitors drückt die Anzahl der eindeutigen Besucher aus. Besteht eine Webseite aus zehn Unterseiten und klickt ein Nutzer sich durch alle diese Unterseiten, wird lediglich ein Unique Visitor registriert. Die Messbarkeit des Werbeerfolgs ist zudem ein wesentlicher Qualitätsfortschritt, den das Internet mit sich bringt. Durch die Interaktivität ist es möglich ein effizientes Controlling durchzuführen.

In der Online-Werbung haben sich verschiedene, leistungsabhängige Abrechnungsmodelle etabliert. Die dabei verwendeten Fachbegriffe sind aus der englischen Sprache übernommen und haben inzwischen auch einen festen Platz im deutschen E-Business-Vokabular. Die Abrechnungsmodelle, die bei Online-Werbekampagnen unterschieden werden, heißen Cost-per-Impression (CPM), Cost-per-Action (CPA), Cost-per-Click (CPC), Cost-per-Lead (CPL) und Cost-per-Order (CPO) und sollen hier kurz vorgestellt werden:[38]

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[1]Vgl. Netcraft (2008a), http://news.netcraft.com/archives/2008/07/07/july_2008_web_server_survey .html, Stand: 08.08.2008.

[2]Vgl. Netcraft (2008b), http://news.netcraft.com/archives/2005/07/01/july_2005_web_server_survey .html, Stand: 08.08.2008.

[3]Vgl. Apple (2008a), http://media.corporate-ir.net/media_files/irol/10/107357/reports/AAPL_10K_FY07 .pdf, Stand: 08.08.2008.

[4]Vgl. Nasdaq (2008a), http://quotes.nasdaq.com/asp/summaryquote.asp?symbol=AAPL%60&selected =AAPL%60, Stand: 08.08.2008.

[5]Vgl. Sony (2008), http://www.sony.net/SonyInfo/IR/financial/ar/2007/qfhh7c00000d7pmpatt/Sony AR07-E.pdf, Stand: 08.08.2008.

[6]Vgl. Nasdaq (2008b), http://quotes.nasdaq.com/asp/summaryquote.asp?symbol=SNE%60&selected= SNE%60, Stand: 08.08.2008.

[7]Vgl. Alt, R., Zimmermann, H.-D. (2001), S. 3.

[8]Vgl. zu Knyphausen-Aufseß, D., Meinhardt, Y. (2002), S. 64.

[9]Vgl. Birkhofer, B. (2002), S. 431.

[10]Vgl. Tschanz, N.-N. (2002), S. 68.

[11]Timmers, P. (2000), S. 32.

[12]Vgl. Porter, M. (1996), S. 59ff.

[13]Stähler, P. (2002), S. 41f.

[14]Wirtz, B. W. (2001), S. 211.

[15]Vgl. Wirtz, B. W. (2001), S. 212.

[16]Vgl. Afuah, A., Tucci, C. L. (2003), S. 4.

[17]Vgl. Klein, S., Rentmeister, J. (2001), S. 355.

[18]Vgl. Deelmann, T., Loos, P., Scheer, C. (2003), http://wi.bwl.uni-mainz.de/publikationen/isym012.pdf, S. 19, Stand: 08.08.2008.

[19]Vgl. Wirtz, B. W. (2001), S. 218.

[20]Vgl. Döbler, T., Schenk, M., Schmidt, I. D. (2000), S. 31.

[21]Vgl. Becker, D. R., Wirtz, B. W. (2002), S. 86.

[22]Vgl. Kleineicken, A., Wirtz, B. W. (2000), S. 630.

[23]Vgl. Stähler, P. (2002), S. 112.

[24]Vgl. Kleineicken, A., Wirtz, B. W. (2000), S. 631.

[25]Vgl. Wirtz, B. W. (2001), S. 225.

[26]Vgl. ebd.

[27]Vgl. ebd.

[28]Vgl. Kleineicken, A., Wirtz, B. W. (2000), S. 631.

[29]Vgl. Wirtz, B. W. (2001), S. 233.

[30]Vgl. Kleineicken, A., Wirtz, B. W. (2000), S. 632.

[31]Vgl. Becker, D. R., Wirtz, B. W. (2002), S. 90.

[32]Vgl. Bach, N. (2002), S. 534.

[33]Vgl. Artopé, A. et al. (1999), S. 24.

[34]Vgl. Lambrecht, A., Skiera, B. (2007), S. 873.

[35]Vgl. Artopé, A. et al. (1999), S. 25.

[36]Vgl. Wirtz, B. W. (2001), S. 214 f.

[37]Vgl. heise online (2008a), http://www.heise.de/newsticker/Xing-Umsatz-fast-verdoppelt/meldung/ 113205/from/rss09, Stand: 08.08.2008.

[38]Vgl. SEO konkret (2008), http://www.seo-konkret.de/suchmaschinen-glossar/cpm-tkp-cpa-cpx-cpc-cpl-cpo, Stand: 08.08.2008.

Details

Seiten
80
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783836620994
Dateigröße
668 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v226274
Institution / Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule – Finanzwirtschaft / Entrepreneurship, Wirtschaft
Note
2,7
Schlagworte
apple ertragsmodelle analyse handlungsempfehlungen electronic business

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Titel: Ertragsmodelle von Informationswebseiten für Apple-Produkte - eine systematische Analyse