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Die Zukunft der globalen Energieversorgung

Der Wandel des Erdölzeitalters und die Chancen der erneuerbaren Energien

Diplomarbeit 2008 120 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Hinweis

Vorwort

1. Einleitung
1.1.Wissenschaftliche Fragestellung und Zielsetzung
1.2.Aufbau der Arbeit
1.3.Zur Definition des Erdöls

2. Von der Abhängigkeit zur Krise: Die Erdöl-Ära
2.1.Die westliche Industrie nach dem Zweiten Weltkrieg
2.2.Entwicklung des Ölmarktes und wechselnde Machtverhältnisse
2.3.Rohöl als politische Waffe des Nahen Ostens
2.3.1. Energieabhängigkeit von der islamischen Welt
2.3.2. Die erste Ölkrise: Die OPEC und ihr Embargo
2.3.3. Von der Iranischen Revolution zur zweiten Ölkrise
2.4.Die Veränderungen durch die Krisen und die Entwicklung des Ölpreises
2.5.Auf dem Weg zur Unabhängigkeit: Die Folgen des Ölpreisschocks
2.6.Der Anstieg des globalen Erdölverbrauchs
2.6.1. USA
2.6.2. Europa
2.6.3. China
2.7.Gegenwärtige Situation: Auf dem Weg zur nächsten Ölkrise?

3. Die Erdölreserven der Welt und das Fördermaximum: Eine aktuelle Bestandsanalyse
3.1.Die globalen Erdölreserven und deren Verteilung
3.2.Die wichtigsten Regionen der Ölförderung
3.2.1. Naher Osten
3.2.2. Russische Föderation
3.2.3. USA
3.3.Peak Oil oder das Ende der billigen Rohölquellen
3.3.1. Hubberts Glockenkurve
3.3.2. Die Schätzungen der Optimisten
3.3.3. Die Verfechter des frühen Fördermaximums
3.4.Zukünftige Entwicklung der weltweiten Förderung

4. Substitution durch weitere fossile Energieträger
4.1.Ölschiefer, Ölsand und Schweröl
4.2.Tiefsee- und Polaröl
4.3.Kohle
4.4.Erdgas
4.5.Fazit und Probleme der fossilen Energieträger

5. Chancen der erneuerbaren Energien
5.1.Geografisch bedingte Energiequellen
5.1.1. Die Energie der Sonne: Die Solarzelle
5.1.2. Die Nutzung der Windkraft
5.1.3. Die Energie des Wassers
5.2.Wasserstoff als unerschöpfliche Ressource: Die Brennstoffzelle
5.3.Fazit und Probleme der erneuerbaren Energien

6. Das Modell der Energiezyklen und mögliche Szenarien: Ein Ausblick
6.1.Modell der Energiezyklen
6.1.1. Die ursprüngliche Bedeutung der Kondratieffzyklen
6.1.2. Übertragung des Modells auf die weltweite Energienutzung: Die Energiezyklen
6.2.Mögliche Szenarien in der Zukunft
6.2.1. Anstieg der fossilen Brennstoffnutzung: Die Klimakatastrophe
6.2.2. Der Machtkampf ums Öl aufgrund von Knappheit
6.2.3. Das Ende des Ölreserven: Zusammenbruch der Wirtschaft wegen Abhängigkeit
6.3.Bilanz einer Ära: Das Ende des Ölzeitalters
6.4. Bausteine einer zukunftsfähigen Energieversorgung

Literaturverzeichnis

Eidesstattliche Erklärung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Weltweiter Erdölverbrauch 1950-2005

Abbildung 2: Entwicklung der Rohölpreise 1940-2006

Abbildung 3: Prognose der weltweite Rohölnachfrage bis 2030

Abbildung 4: Nachfrage von Erdöl in China

Abbildung 5: Nachgewiesene Erdölreserven Ende 2006

Abbildung 6: Die strategische Ellipse der Erdölreserven

Abbildung 7: Entdeckungen und Produktionsrate des US-Öls nach Hubbert

Abbildung 8: Unkonventionelle Ölformen und deren Förderpreise

Abbildung 9: Die weltweiten Gasreserven und die europäische Erdgasversorgung

Abbildung 10: Zusammensetzung des weltweiten Primärenergiebedarfs 2005 und Energiepreisentwicklung bis 2007

Abbildung 11: Weltweit installierte Leistung an PV-Anlagen zur Stromerzeugung

Abbildung 12: Entwicklung der weltweiten Stromerzeugung aus Windenergieleistung

Abbildung 13: Entwicklung der weltweiten Stromerzeugung aus Wasserkraft

Abbildung 14: Struktur des Welt-Primärenergieverbrauchs im Jahr 2003.

Abbildung 15: Lange Wellen, Basisinnovationen und ihre wichtigsten Bedarfsfelder

Abbildung 16: Die Energiezyklen und deren wichtigste Basisinnovationen

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Welt-Mineralölverbrauch von 1950 bis 1987

Tabelle 2: Verschiedene Einschätzungen der Erdölreserven 2006

Tabelle 3: Vorraussagen zum Ölfördermaximum

Tabelle 4: Die Länder mit den größten Kohlereserven 2006

Hinweis

Diese Arbeit beschäftigt sich mit einer globalen Energieanalyse, wobei der Schwerpunkt auf fossilen Brennstoffen, vor allem aber auf dem Energieträger Erdöl liegt. Da nicht auf jede einzelne Energiequelle und -form eingegangen werden kann, wird auch nicht der Anspruch auf eine allumfassende Betrachtung erhoben. So wird beispielsweise die Atomenergie komplett vernachlässigt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den erneuerbaren Energien, wobei auch hier nicht alle Formen behandelt werden können. Der Großteil dieser Arbeit soll die Grundzüge des Wandels der Erölära darstellen, Problemstellungen analysieren sowie mögliche Prognosen erläutern. Aufgrund des begrenzten Umfangs werden deshalb auch nur die wichtigsten Ölförderländer sowie die größten Energieverbraucher betrachtet.

An dieser Stelle muss auch auf die Problematik bei der Auswertung von Zahlen und Statistiken hingewiesen werden. Viele Staaten und Konzerne behandeln ihre Produktionszahlen sehr vertraulich und geben über die Größe ihrer Ölfelder und deren Reserven unzureichende Auskünfte. Das Datenmaterial beruht zumeist auf Schätzungen von Ölkonzernen, die ihre Prognosen teilweise etwas großzügiger angeben, um so ihren Unternehmenswert zu steigern.[1] Aber auch Regierungen der Ölförderländer, die OPEC oder Institutionen wie die Energieinformationsbehörde EIA waren in der Vergangenheit fast immer zu optimistisch mit ihren Einschätzungen. Somit gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Daten. Hierunter leidet natürlich die Qualität der Vergleichbarkeit. Die Zahlen müssen daher mit Vorsicht behandelt und unter Vorbehalt betrachtet werden.[2]

Vorwort

Die Hauptmotivation zur Erstellung dieser Arbeit bildet die aktuelle Debatte über die Entwicklung der globalen Energieversorgung sowie die politische und wirtschaftliche Brisanz, die mit diesem Themenkomplex verbunden ist. Dabei stellt sich die entscheidende Frage, wie sich das Kohlenwasserstoffzeitalter weiterentwickeln wird und welche Veränderungen zukünftig eintreten werden. Ein entscheidender Wendepunkt in der Ära der fossilen Brennstoffe steht aller Wahrscheinlichkeit bevor. Obwohl noch keine Einigkeit darüber herrscht, wann genau der globale Ölverbrauch die jährliche Fördermenge überschreiten wird, ist dennoch allen Experten klar, dass dieser Zeitpunkt kommen wird und damit eine Ölkrise auslösen könnte, die sowohl politische als auch wirtschaftliche Folgen haben wird. Gleichzeitig werden aber auch neue Energieformen entwickelt, die ein neues Kapitel der Energieversorgung anbrechen lassen. Mit Hilfe der regenerativen Energien kann eine völlig neue Energieinfrastruktur entstehen, die aufgrund ihrer dezentralen Energiesysteme den gesamten Energiesektor revolutionieren könnte. Dadurch würde nicht nur die Abhängigkeit der westlichen Industrienationen von Ölimporten beendet werden, sondern auch Kriege ums Öl der Vergangenheit angehören.

Anhand dieser kurzen Zusammenfassung wird deutlich, dass dieses Thema sehr viele Bereiche beeinflusst. Die gesamte westliche Wirtschaft, besonders das Transport- und Verkehrssystem, ist auf der Verwendung von Öl aufgebaut und auf einen stabilen Ölpreis angewiesen. Die Menschheit bewegt sich also auf einem dünnen Drahtseil, das zwar noch einige Jahre halten wird, aber eben nicht mehr endlos lange. Sollte irgendwann nicht mehr genug Öl vorhanden sein und die erneuerbaren Energien den Ausfall bis dahin nicht kompensieren können, wäre kaum auszudenken, wie heftig das Ausmaß einer weltweiten Krise die Zivilisation treffen würde. Deshalb ist es um so wichtiger, sich bereits heute mit diesem Thema auseinanderzusetzen und mögliche Folgen abzuschätzen. Bereits jetzt besteht ein enormer Handlungsbedarf, um künftigen Generationen eine sichere Energieversorgung und damit einen hohen Lebensstandard ermöglichen zu können. Es gilt bereits heute die notwendige Weichenstellung in die Wege zu leiten.

1. Einleitung

Erdöl und Erdgas sind weltweit die wichtigsten primären Energieträger. Der Fortschritt der Moderne beruht auf der in Erdöl und Erdgas gespeicherten Antriebskraft des Kohlenwasserstoffs. Vor allem die ökonomische, politische und gesellschaftliche Weiterentwicklung des letzten Jahrhunderts ist mittelbar oder unmittelbar mit der geballten, durch Verbrennung freigesetzten Energie fossiler Kraftstoffe verbunden. Der Energieverbrauch pro Kopf ist in den letzen zweihundert Jahren exorbitant angestiegen, wodurch ein relativ hoher Lebensstandard erreicht werden konnte.[3] Nicht zuletzt die heutige Weltwirtschaft hängt von der steten Versorgung mit fossiler Energie ab. Besonders der Sektor des Verkehrswesens ist auf eine zuverlässige Belieferung mit Benzin und weiteren Brennstoffen angewiesen. Es wäre kaum auszudenken, was passieren würde, wenn durch eine massive Verknappung der fossilen Energieträger das Transportwesen und damit die Weltwirtschaft lahmgelegt wird.

Doch genau mit diesem Thema beschäftigt sich diese Arbeit. Die naive Vorstellung der 70er Jahre, es werde schon genug Rohöl auf der Erde geben, weicht langsam der Ernüchterung. Die Endlichkeit der fossilen Ressourcen wurde schon vor langer Zeit prophezeit. Doch erst seit einigen Jahren dringt diese Darstellung der Tatsachen verstärkt in das Bewusstsein der Weltbevölkerung. Eine genaue Schätzung, wie lange die fossilen Reserven noch reichen werden, ist schwer zu verifizieren. Entscheidender als die Frage nach den Reserven ist jedoch die Feststellung des Zeitpunkts für das weltweite Fördermaximum, dem sogenannten Peak Oil. Hierbei handelt es sich um den Augenblick, in dem weltweit keine Erhöhung der Förderquote mehr möglich ist und damit einhergehend die Ölproduktion rückläufig wird. Da der Energiehunger in den nächsten Jahren vermutlich weiter ansteigen wird, zusätzlich angeheizt durch das enorme Wirtschaftswachstum in Indien und China, wird die Produktionserhöhung möglicherweise bald an ihre Grenzen stoßen. Eine Folge daraus wäre beispielsweise die Beeinträchtigung des westlichen Lebensstils.

Eines der größten Probleme stellt momentan die Abhängigkeit der Industrienationen vom Erdöl dar. Vor allem die Abhängigkeit der westlichen Länder vom Ölexport des Nahen Ostens wird von vielen Experten mit Sorge betrachtet. Die Kombination von schwindenden Ölreserven und der wachsenden Militanz unter jungen Muslimen bedroht unter Umständen die wirtschaftliche und politische Stabilität aller Nationen. Mit Bezug auf den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern könnten islamische Fundamentalisten versuchen, Druck auf ihre Regierungen auszuüben, damit diese das Erdöl als Waffe gegen die USA und andere westliche Länder einsetzen, um auf diese Weise die Unterstützung für Israel zu unterbinden. Zu ähnlichen Handlungen kam es bereits 1973, weil die USA während des Jom-Kippur-Krieges Israel unterstützten. Als Folge dessen entstand die erste Ölkrise.

Vor allem aber der enorme Anstieg der Energiekosten macht der Bevölkerung und der Wirtschaft zu schaffen. Da die Energiekosten bei der Herstellung von vielen Produkten des täglichen Lebens eine entscheidende Rolle spielen, verteuern sich Waren in nahezu allen Bereichen. Dieser Preisanstieg könnte auch dazu führen, dass Ölkonzerne auf noch umweltschädlichere Energieträger zurückgreifen, um die rückläufige Erdöl- und Erdgasförderung mit Kohle, Schweröl und Ölsanden auszugleichen. Das wiederum würde aber den CO2-Ausstoß weiter erhöhen und den drohenden Klimawandel vorantreiben.

Vor den geschilderten Hintergründen wird nun seit mehreren Jahrzehnten versucht, Alternativen für die fossilen Brennstoffe zu finden. Eine neue Form der Energieversorgung stellen die erneuerbaren Energien dar. Die Entwicklung dieser neuen Energieformen steht aber noch am Anfang und muss effizienter gestaltet werden, um den zukünftigen Bedarf decken zu können. Auch die Umstellung wird sich noch über einen langen Zeitraum erstrecken. Allerdings ist schon heute erkennbar, dass ein Wendepunkt unmittelbar bevorsteht. Ein neues Energiezeitalter steht wahrscheinlich bevor, in dem fossile Brennstoffe eine geringe Rolle spielen werden und neue Energieformen als primäre Quellen genutzt werden können. Doch noch stehen die fossilen Energieträger im Vordergrund. Da der Bedarf und damit die Nachfrage auch in naher Zukunft weiter steigen werden, sind weitere Preiserhöhungen kaum mehr auszuschließen. Vor allem die Abhängigkeit der Weltwirtschaft und die Sorgen vor einer drohenden Rezession veranlassen viele Regierungen, eine neue Energiepolitik zu betreiben, in der die Sicherung der Energiereserven zur zentralen Aufgabe gehört. Auf der anderen Seite können sich die Besitzer der fossilen Energiequellen über steigende Einnahmen aus den immer teuerer werdenden Rohstoffen erfreuen. Der Zugang und der Besitz dieser Energiequellen werden also auch in Zukunft über die weltweiten Machtverhältnisse entscheiden. Denn wer am Ölhahn drehen und entscheiden kann, wie viel gefördert wird und an wen das Öl geliefert wird, der kann über den Aufstieg oder Untergang einer Wirtschaft mitentscheiden.

1.1. Wissenschaftliche Fragestellung und Zielsetzung

Zu den großen Herausforderungen der Zukunft zählt also eine weiterhin einwandfrei funktionierende Energieversorgung der Weltwirtschaft und eine Stabilisierung der Energiepreise auf den Weltmärkten. Durch dauerhafte Engpässe bei der Energiebelieferung oder zu stark steigenden Preisen könnte das gesamte Wirtschaftsgefüge aus dem Gleichgewicht geraten und in eine weltweite Rezession stürzen. Um dieses Ausmaß zu verhindern, ist es also um so wichtiger, die Energiereserven effektiver zu nutzen, um damit die Energieversorgung langfristig aufrecht zu erhalten. Dennoch ist es fraglich, ob die heutigen Erdöl- und Erdgasreserven diese Versorgung langfristig aufrecht erhalten können. Zudem ist auch ungewiss, welche Energieformen in Zukunft an deren Stelle treten sollen. Der Schwerpunkt dieser Arbeit richtet sich also auf die Entwicklung der globalen Energieversorgung. Dabei sollen unterschiedliche Fragen, die während und nach dem Erdölzeitalter entstehen, erörtert und beantwortet werden. Im Mittelpunkt der Analyse steht die folgende Forschungsfrage: Wo wird die Energie herkommen, wenn die endliche Ressource Erdöl nicht mehr den Bedarf der heutigen Zeit decken kann?

Daran anknüpfend soll geklärt werden, ob die Erdölära wirklich vor dem Ende steht und ob die fossilen Brennstoffe noch rechtzeitig durch alternative Energieformen ersetzt werden können, um die Bedürfnisse der wachsenden Weltbevölkerung auch im 21. Jahrhundert befriedigen zu können. Ein Schlüsselfaktor ist hierbei auch die Zeit, die benötigt wird, um einen grundlegenden Strukturwandel in der Energieversorgung sicherzustellen. Das Hauptaugenmerk der Arbeit liegt daher auf der Analyse des Erdölzeitalters und dem Entwicklungspotenzial der erneuerbaren Energien als mögliche Nachfolger des „schwarzen Goldes“. Ein weiterer Gesichtspunkt den es zu thematisieren gilt, ist die Abhängigkeit der westlichen Länder vom Erdöl. In diesem Zusammenhang muss geklärt werden, wie diese Abhängigkeit entstanden ist und ob noch Auswege vorhanden sind. Daran anknüpfend stellt sich auch die Frage, wer welchen Zugang zu den Ölquellen besitzt und welche Interessen bei der Verteilung des Rohstoffes verfolgt werden. Ebenfalls sind die Machtkonstellationen von großer Bedeutung, denn diese können die unterschiedlichen Entwicklungen verhindern oder ggf. fördern. Zudem wird auch der Aspekt des Umweltschutzes eine Rolle spielen, da der Klimawandel aufgrund der Energieverbrennung immer bedrohlichere Züge annimmt.

Anhand der vielen Fragen, die neben der Forschungsfrage aufgeworfen werden, ist erkennbar, dass es sich um eine umfangreiche Thematik handelt. Eine abschließende und allumfassende Antwort auf die Frage, welches die Energieform der Zukunft sein wird, soll hierbei aber nicht das Ziel dieser Arbeit sein. Vielmehr gilt es herauszufinden, wie sich die globale Energieausrichtung entwickeln könnte und welche Möglichkeiten in naher Zukunft zur Verfügung stehen, um den weltweiten Energiehunger zu stillen. Mit Hilfe einer Auswertung von verschiedenen Prognosen soll am Ende dieser Arbeit ein Lösungsansatz entwickelt werden, dessen Kernpunkte für eine sichere, saubere und zukunftsfähige Energieversorgung für die kommenden Generationen stehen.

1.2. Aufbau der Arbeit

Bevor die aufgeworfene Forschungsfrage beantwortet werden kann, muss im zweiten Kapitel erst einmal der Verlauf der Erdölära in groben Zügen dargestellt werden. Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich mit dem Abhängigkeits-Prozess des Erdöls und dem Weg von der Entstehung der Abhängigkeit bis hin zur globalen Energiekrise. Um zu verdeutlichen, wie schnell die Weltwirtschaft vom Erdöl abhängig geworden ist, wird hier die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg als Ausgangssituation genommen. Im historischen Verlauf werden die wichtigsten Ereignisse der Erdölgeschichte aufgezeichnet und vor allem die Erdölkrisen genauer analysiert. Da sich das Verhalten bezüglich der Energienutzung nach den Ölkrisen verändert hat, werden auch die weiteren Begebenheiten der achtziger Jahre bis in die Gegenwart skizziert. Um die veränderte Situation der aktuellen Lage im Gegensatz zu den beiden ersten Ölkrisen zu verdeutlichen, wird in einem aktuellen Teil der Wandel der Problematik erklärt.

Um einen ersten Eindruck der aktuellen Lage zu gewinnen, werden im dritten Abschnitt die weltweiten Erdölreserven thematisiert. Dabei werden in einem ersten Schritt die globalen Reserven und deren Verteilung skizziert, während anschließend noch speziell auf die wichtigsten Fundorte eingegangen wird. Im weiteren Verlauf wird vor allem auf das weltweite Fördermaximum, den Peak Oil, eingegangen. Da sich die Experten bis heute darüber streiten, wann genau der globale Ölverbrauch die jährliche Fördermenge überschreiten wird, sind in diesem Kapitel verschiedene Prognosen vorzufinden, die anschließend in einer Abschätzung der zukünftigen Förderentwicklung münden. Da sich aber die meisten Wissenschaftler darüber einig sind, dass dieses Fördermaximum in nicht allzu weiter Ferne liegt, sollen im fünften und sechsten Kapitel die möglichen Alternativen für die zukünftige Energieversorgung vorgestellt werden. Diese Energieträger werden in fossile und erneuerbare Energien unterteilt. Entscheidend sind hierbei nicht nur die Chancen, die durch die Anwendung der alternativen Energieträger entstehen, sondern auch die Probleme und Folgen, die vor oder während der Nutzung auftauchen. Deshalb wird nach jedem Kapitel nochmals ein eigenes Fazit gezogen.

Im letzten Teil dieser Arbeit soll die gesamte Entwicklung der Energienutzung anhand von Energiezyklen dargestellt werden. Hierbei wird noch einmal verdeutlicht, wie schnell sich die Energieträger mit Bezug auf die technischen Entwicklungen verändert haben. Bevor ein Ausblick über zukünftige Erneuerungen gegeben werden kann, soll eine Auswertung im Stile einer Bilanz die Erdölära widerspiegeln. Um die Brisanz des fossilen Brennstoffs nochmals zu verdeutlichen, wird mit Hilfe von verschiedenen Szenarien dargestellt, welches Ausmaß die Abhängigkeit der Welt vom Erdöl angenommen hat und mit welchen Folgen zu rechnen sein wird. Unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren werden dabei Vorhersagen getroffen, die jedoch alle im gleichen Schicksal enden: dem Ende des Ölzeitalters. Abschließend werden die verschiedenen Bausteine einer zukunftsfähigen Energieversorgung dargelegt und mit Hilfe von Lösungsansätzen mögliche Wege aufgezeigt, durch die ein langfristiger Nachschub sichergestellt werden kann. Hierbei spielen nicht nur wirtschaftliche Aspekte eine Rolle, sondern auch die sozialen Probleme, wie beispielsweise das Ungleichgewicht der globalen Energieverteilung. Auch die Beantwortung der Forschungsfrage wird sich dann im siebten und letzten Kapitel wiederfinden.

1.3. Zur Definition des Erdöls

Die Familie der Kohlenwasserstoffe ist sehr umfangreich. Jedes Mitglied hat verschiedene Eigenschaften, durch die unterschiedliche Förderkosten und Besonderheiten bei der Verarbeitung entstehen. Fast 95 Prozent des bisher weltweit geförderten Öls kann dem konventionellen Öl zugeordnet werden.[4] Allgemein wird zwischen konventionellem und nicht- oder unkonventionellen Erdöl unterschieden. Das konventionelle Öl, auch billiges Öl genannt, kann im Gegensatz zum unkonventionellen Öl schnell gefördert werden und muss nicht kostenintensiv an die Erdoberfläche befördert werden. Konventionelles Öl ist in der Regel flüssig und befindet sich zumeist in unterirdischen Lagerstätten. Häufig ist in einem Ölfeld auch Gas mit eingeschlossen, welches über dem Öl lagert und Druck nach unten ausübt. Unter dem Öl befindet sich zumeist Wasser, welches im Gegensatz zum Gas den Druck nach oben ausübt. Mit Hilfe von Druck und Wasser wird dieses gewöhnliche Öl durch künstliche Bohrlöcher an die Oberfläche gefördert.[5]

Jedoch gibt es für konventionelles Öl keine allgemeingültige Standarddefinition. Deshalb kann unter konventionellem Öl zum einen alles Öl verstanden werden, das kommerziell gefördert werden kann, zum anderen kann es sich auch um Öl handeln, das bis zu einem bestimmten Preis produziert werden kann. Nach Einschätzung von Ökonomen kann es aber auch Öl sein, das als reine Menge in einer Datenbank auftaucht. Damit aber im Verlauf dieser Arbeit keine Unstimmigkeiten auftreten, ist es zunächst einfacher, nach dem Prinzip der Ausschlusskriterien vorzugehen, also diejenigen Sorten auszuschließen, die nicht gemeint sind. Öl liegt nämlich auch in unkonventioneller Form vor. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um schwere Öle, Teersand, Ölschiefer oder Ölvorkommen in der Tiefsee und in Polarregionen. Dieses Öl weist eine hohe Viskosität auf, ist daher sehr zähflüssig und muss sehr aufwändig bearbeitet werden, damit es genutzt werden kann. Auch synthetisches Öl, das aus Kohle oder Erdgas gewonnen wird, zählt zu den unkonventionellen Ölen.[6]

Der Begriff Erd- oder Rohöl, der in dieser Arbeit verwendet wird, bezieht sich somit ausschließlich auf konventionelles oder billiges Öl, welches in der Vergangenheit und Gegenwart hauptsächlich verwendet wird. Sollten einmal andere Formen von Ölvorkommen gemeint sein, wird an diesen Stellen auch explizit darauf hingewiesen.

2. Von der Abhängigkeit zur Krise: Die Erdöl-Ära

Obwohl die Entwicklung des Erdöls Millionen von Jahre dauerte, ist die eigentliche Erfolgsgeschichte dieses organischen Materials gerade einmal 150 Jahre alt. Im Jahre 1858 begann der Siegeszug des Erdöls mit den ersten Bohrungen im US-Bundesstaat Pennsylvania und löste in den folgenden Jahrzehnten einen regelrechten Ölboom aus.[7] Doch vor allem die Erforschung und Weiterentwicklung des Brennstoffes während der beiden Weltkriege brachte eine neue Art der Mobilität hervor. In einer kurzen Zeitepoche entwickelte sich der Rohstoff zu einem Motor für die Wirtschaft und trug erheblich zur Erhöhung des Lebensstandards der Weltbevölkerung bei. Durch den technischen Fortschritt konnte sich auch das Transport- und Verkehrsnetz, das größtenteils mit Erdöl versorgt wurde, immer weiter ausbreiten. Seit Beginn der kommerziellen Förderung wurden bisher mehr als 800 Milliarden Barrel Öl verbrannt.[8] Alleine an dieser Zahl lässt sich schon abschätzen, wie abhängig die Welt vom Öl geworden ist.[9]

Um den Weg der westlichen Industrienationen in die Abhängigkeit vom Öl und in die anschließenden Krisen darzustellen, wird als Ausgangspunkt die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg gewählt. Im Verlauf soll vor allem deutlich werden, warum die Weltwirtschaft so abhängig wurde und wie sich der Ölmarkt in dieser Phase entwickelte. Besonderes Interesse wird dann den beiden Ölkrisen gewidmet, die der Menschheit zum ersten Mal die Unterwerfung der mobilen Welt bezüglich des Öls vor Augen führte. Hierbei wird vor allem die Entstehungsgeschichte der Ölwaffe eine entscheidende Rolle spielen. Daran anschließend wird dann die Veränderung der Energiepolitik der westlichen Länder behandelt, die vor allem durch die Suche nach Unabhängigkeit gekennzeichnet ist. Vor allem durch die Exploration neuer Energiequellen versuchte der Westen sich von der Preispolitik des Nahen Ostens loszulösen. Obwohl die Folgejahre durch einen sinkenden Ölpreis gekennzeichnet waren, veränderte sich die Situation jedoch nachhaltig. Die Nachfrage ist deutlich gewachsen und das Angebot wird stetig knapper. Deshalb beschäftigt sich ein weiterer Abschnitt mit dem aktuellen globalen Energieverbrauch. Hierbei werden vor allem die größten Energiekonsumenten analysiert. Den Abschluss dieses Kapitels bildet dann eine Darstellung der gegenwärtigen Situation, in der besonders die Unterschiede der ehemaligen Ölkrisen und einer zukünftigen Ölkrise beschrieben werden. Ein kurzer Ausblick auf eine mögliche Krise und deren Auswirkungen soll noch einmal das momentane Gefahrenpotenzial widerspiegeln.

2.1. Die westliche Industrie nach dem Zweiten Weltkrieg

Der Zweite Weltkrieg wurde geprägt von einer neuen Form der Mobilität. Die Produktion von Motorfahrzeugen und der damit verbundene Einsatz des Verbrennungsmotors erhöhte die Abhängigkeit der Kriegsmaschinerie vom Öl. Mit Hilfe des neuen Antriebsstoffs ließen sich große Distanzen überwinden und weit entfernte Ziele angreifen. Somit gewann der Rohstoff zusehends an strategischer Bedeutung. Besonders für Adolf Hitler spielte das Öl eine besondere Rolle und wurde zu einem der Beweggründe seines Russlandfeldzuges. In seinen Augen war es der Rohstoff des industriellen Zeitalters und der wirtschaftlichen Macht schlechthin.[10] Daher wird auch der akute Treibstoffmangel gegen Ende des Krieges als einer der Gründe für den Untergang des Dritten Reiches aufgeführt. Vor allem aber die Tatsache, dass die Alliierten während dieser Zeit 86 Prozent der Erdölvorkommen auf der Welt kontrollierten, lässt darauf schließen, warum Deutschland den Krieg verloren hat. Der Zugriff auf den Rohstoff sicherte den USA und deren Verbündeten den Sieg.[11]

Nach dem Zweiten Weltkrieg lag die europäische und sowjetische Industrie am Boden. Nur die Wirtschaft der USA ging gestärkt aus dem Krieg hervor. Mit Hilfe von amerikanischen Krediten gelang es Europa aber sehr schnell, sich von den Folgen des Krieges zu erholen. Motiviert durch die Erschließung eines neuen Absatzmarktes machten sich die Amerikaner daran, den europäischen Wirtschaftaufschwung zu fördern. Vor allem die Ansprüche der westlichen Bevölkerung an Komfort und Lebensstil wuchsen stetig an. Die wirtschaftliche Entwicklung wurde in diesen ersten Jahrzehnten nach Kriegsende von den heimischen Energieträgern gestützt. Dabei handelte es sich hauptsächlich um Kohle, die zur Stahlherstellung und Stromerzeugung genutzt wurde. Die Produktionssteigerung wurde in den fünfziger und sechziger Jahren zu einem Garant für Wirtschaftswachstum und Wohlstand. Die Wirtschaft wuchs in diesem Zeitraum durchschnittlich um fast 5 Prozent, ebenso der Energieverbrauch. Nach und nach entwickelte sich ein neues Bewusstsein, dass mit höherem Energieverbrauch auch ein höherer Wohlstand erreicht werden konnte. Insbesondere der Stromverbrauch wuchs in einem bisher unbekannten Ausmaß. Der Politik, Wirtschaft und Wissenschaft wurde klar, dass dieser Weg weiter beschritten werden musste, da mehr Energie das Rezept für eine noch bessere Zukunft sein würde.[12]

Dennoch spielte Erdöl in der Phase des Wirtschaftswachstums keine entscheidende Rolle in der Industrie. Die Nutzung des Erdöls verlagerte sich allmählich in die Wohnungen und Häuser, wo es als Heizkraft verbraucht wurde. Vor allem aber lag die Domäne des Öls in der zunehmenden Mobilität der Bürger aus den Industrienationen. Automobile wurden zum Symbol des industriellen Kapitalismus, da die Autoproduktion einen erheblichen Anteil am Wirtschaftswachstum hatte. Ohne Öl wäre diese Entwicklung undenkbar gewesen. Jedoch wurde damit auch der Grundstein für die Abhängigkeit der neuen und mobilen Wirtschaft und Gesellschaft vom Erdöl gelegt.[13] In den Nachkriegsjahren zog die Ölproduktion explosionsartig an und stieg 20 Jahre lang durchschnittlich um 7 Prozent. Diese enorme Förderrate wurde durch die Erschließung riesiger Ölfelder im Nahen Osten ermöglicht. Seit 1945 hatte sich die Ölproduktion in 25 Jahren mehr als verzehnfacht und die Tendenz stand weiterhin auf Wachstum.[14]

2.2. Entwicklung des Ölmarktes und wechselnde Machtverhältnisse

Da Öl besonders viele positive Eigenschaften aufweist – es ist leicht zu transportieren, einfach zu lagern und schnell brennbar – entwickelte sich dieser Rohstoff immer schneller zu einem beliebten Energieträger. Im Zuge der zunehmend systematisch betriebenen Ölsuche entstand ein gigantischer Industriezweig, dessen Aufgabe das Finden, Fördern und Verteilen von Öl wurde. Das stetige Wachstum dieser Industrie führte über Jahrzehnte dazu, dass entsprechende Unternehmungen heranwuchsen und zu mächtigen multinationalen Konzernen aufstiegen. Da sich keine dieser Gesellschaften als Monopolist behaupten konnte, schlossen sich die sieben weltweit größten Ölkonzerne bereits 1928 zu einem kartellartigen Gebilde zusammen, um durch gemeinsame Absprachen den Ölmarkt besser lenken und mehr Druck auf die Förderländer ausüben zu können.[15] Die ständige Suche nach neuen Ölfeldern und Absatzgebieten führten dazu, dass diese Unternehmen versuchten, auch außerhalb ihres Gründerlandes aktiv zu werden. Auf Grundlage von Investitionen und technischem Know-how konnten die „Multis“ das Erdöl in den Entwicklungsländern in ihren Besitz bringen. Durch Konzessionsverträge erhielten die Gesellschaften die Legitimation, das Erdöl zu fördern und gewinnbringend zu verkaufen. Die Rohstoffländer selbst erhielten dafür nur eine geringe Entschädigung. Die Unternehmen diktierten die Preise und Fördermengen des Rohöls.[16] Sie waren die ersten Konzerne, die weltweit operierten und ein weltumspannendes Netz aufbauten. Neben dem „Upstream-Bereich“, also der Suche, Erschließung und Förderung des Öls, beherrschten sie ebenfalls den „Downstream-Markt“ (Raffinerie und Vermarktung) und hatten somit ein Geschäftsfeld erschaffen, in dem eine vertikale Integration optimal funktionierte. Die weltweite Erdölversorgung wurde auf diese Weise von den großen Gesellschaften kontrolliert.[17]

Obwohl die Ölnachfrage in den fünfziger Jahren wuchs, konnte der Verfall der Erdölpreise nicht verhindert werden. Die Produktionskapazitäten stiegen und die Exportländer erhöhten ihr Verkaufvolumen. Somit war mehr Erdöl auf der Suche nach Märkten, als es Märkte für das Erdöl gab.[18] Zu dieser Zeit wurde das Öl mit zwei Preisen gehandelt: Zum einen richtete sich das Öl nach dem „posted price“ oder auch offiziellen Preis, der immer konstant blieb, zum anderen gab es einen variabeln Marktpreis, zu dem das Rohöl tatsächlich verkauft wurde. Durch das Überangebot an Rohstoffen entstand eine Rabattpolitik, die zu einer gefährlichen Diskrepanz zwischen dem „posted price“ und dem Marktpreis führte. Während der „posted price“ den Förderstaaten gleichbleibende Einnahmen garantierte, kämpften die Multis mit dem Preisverfall und den Gewinneinbrüchen am realen Markt. Um die Verluste abzudämpfen reduzierten sie deshalb den offiziellen Preis und setzten damit die Staatseinkommen der Förderländer einseitig herab. Dieses Ereignis gab den Förderländern den Anlass, sich zu einer gemeinsamen Organisation zusammenzuschließen, die eine Gegenmacht zu den internationalen Erdölkonzernen bilden sollte.[19]

Aufgrund des dramatischen Preisverfalls, hervorgerufen durch die Überproduktion an Öl, gründeten die wichtigsten Ölförderländer Saudi-Arabien, Iran, Irak, Venezuela und Kuwait 1960 die OPEC.[20] Die anfänglichen primären Ziele der OPEC waren die Wiederherstellung der vor der Senkung gültigen Erdölpreise und die vorherige Konsultierung bei Preisänderungen seitens der Multis. Die Ziele der OPEC wurden mit den Jahren weiter ausgebaut und gingen von der Steigerung der Öleinnahmen und der Regulierung der Produktion über die weitgehende Nationalisierung der Erdölgesellschaften bis hin zu den heute gültigen Prinzipien, wie die Koordinierung und Vereinheitlichung der Erdölpolitik der Mitgliedstaaten oder die Sicherstellung der Preisstabilität am internationalen Ölmarkt bei gleichzeitiger Verhinderung schädlicher und unnötiger Fluktuationen. Die OPEC-Länder drängten auf eine völlige Kontrolle über ihre eigenen Ölvorkommen.[21] Das Problem bestand jedoch darin, dass die Regierungen der Förderländer von den Ölgesellschaften abhängig waren, weil diese noch immer die Konzessionsrechte für die Ölproduktion in den entsprechenden Ländern besaßen. Diese wurden bereits vor oder kurz nach dem Zweiten Weltkrieg vergeben, also zu der Zeit, als die Länder noch fast alle unter kolonialer Herrschaft standen.[22] In den sechziger Jahren bemühten sich die OPEC-Staaten deshalb um eine regelrechte Marktkontrolle. Um zumindest die Einnahmen zu erhöhen, versuchten sie, die tatsächlichen Bedarfsentwicklungen beim Erdöl abzuschätzen und ihre Ölförderung so abzustimmen, dass eine künstliche Verknappung eintrat. Mit Hilfe von Produktionskürzungen konnten sie somit ihre Preisvorstellungen erzielen.[23] Die Förderländer verlangten ebenfalls nach einer größeren Beteiligung an den Einnahmen, die die internationalen Konzerne durch die Förderung und den Verkauf des Rohstoffes erzielten. Durch die gemeinsame Preispolitik und Regulierung der Fördermengen hatten die Konzerne zudem nicht mehr die Chance, die Exportländer gegeneinander auszuspielen und mussten somit die Erhöhungen der Ölpreise akzeptieren. Auf diese Weise hat die OPEC ihren Mitgliedern zweifelsohne zu einem Macht- und Souveränitätsgewinn verholfen und sich als Gegenmacht zu den großen Ölkonzernen etabliert.

Während der Konferenz von Teheran 1971 wurde eine deutliche Steigerung des „posted price“ erreicht, womit das Ende der „50:50-Vereinbarung“ eingeläutet wurde. Anhand dieser Entwicklung ist deutlich zu erkennen, dass die koloniale Stellung der Konzerne nun endgültig zu Ende war. Zu diesem Zeitpunkt begann nun auch die Nationalisierungsphase des Nahen Ostens. Viele Länder begannen mit der Verstaatlichung der Ölindustrie, die eigentlich schon 1951 im Iran angefangen hatte. Wirtschaftlich betrachtet erhofften sich die Förderländer eine Schwächung der Ölkonzerne und eine Profitsteigerung. Auf der politischen Ebene handelte es sich um einen Meilenstein auf dem Weg zu einem gesteigerten Selbstbewusstsein. Der Souveränitätswechsel war nun endgültig vollzogen und die Verhältnisse auf dem Weltölmarkt hatten sich gedreht. Die westlichen Nationen sahen sich mit einer hochexplosiven Situation konfrontiert, da sie auf den Verlust ihres Einflusses nicht vorbereitet zu sein schienen.[24]

Doch auch der Ölhandel erlitt aufgrund der OPEC-Eingriffe eine bleibende Veränderung. Der Käufermarkt hatte sich in einen Verkäufermarkt umgewandelt, auf dem jeder der großen Anbieter in der Lage gewesen wäre, durch die Unterbrechung seiner Öllieferungen eine Versorgungskrise herbeizuführen. Aufgrund des starken Wirtschaftwachstums und der damit verbundenen Verbrauchserhöhung holte die Nachfrage das Angebot wieder ein. Wie in Abbildung 1 zu erkennen ist, hatte sich der weltweite Verbrauch Anfang der siebziger Jahre von fast 19 Millionen Barrel pro Tag im Jahr 1960 auf 44 Millionen Barrel mehr als verdoppelt.[25]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Weltweiter Erdölverbrauch 1950-2005[26]

Vor allem die wirtschaftlich starken USA trugen durch Erreichen ihres Fördermaximums zu einer Verknappung der Ölvorräte auf dem Weltmarkt bei, da sie seit 1970 auf Importe angewiesen waren. Das Schwinden der Überschusskapazität in den Vereinigten Staaten hatte weitreichende Folgen. Die westliche Welt konnte sich nicht mehr auf die Sicherheitsreserven der USA verlassen. Da der einst weltgrößte Ölproduzent seine Kapazitätsgrenze erreicht hatten, entstand plötzlich eine neue Gefahr: Die Abhängigkeit der westlichen Länder vom Öl des Nahen Ostens.[27]

2.3. Rohöl als politische Waffe des Nahen Ostens

Der Zeitpunkt, an dem die weltweite Ölförderung an ihre Grenzen stoßen wird ist noch immer unklar. Unumstritten ist jedoch, dass die dann noch nutzbaren Reserven in den muslimisch geprägten Ländern des Nahen Ostens liegen werden. Daher werden sich aller Voraussicht nach auch die Machtverhältnisse verändern. Die Kombination aus der zunehmenden Militanz junger Muslime und den sinkenden Ölreserven bedroht dann möglicherweise die Stabilität aller Nationen. Im schlimmsten Falle entsteht die Gefahr, dass Fundamentalisten ihre Regierungen mit der Forderung unter Druck setzen, Erdöl als politische Waffe gegen westliche Länder oder andere Feinde einzusetzen.[28] Dadurch wird deutlich, dass Öl und Islam eng miteinander verbunden sind. Der Rohstoff wird von jungen Muslimen als spirituelle und geopolitische Waffe angesehen, die im Dienste des Islam eingesetzt und der Glaubensrichtung zu seiner zweiten großen Ausbreitungswelle verhelfen kann. So wird der Rohstoff zum politischen Spielball und erhöht zugleich die internationalen Spannungen. Bereits 1967 wurde das Erdöl erstmals als politische Waffe gegen die pro-israelischen Länder des Westens eingesetzt. Wegen des Einmarsches der Israelis in Ägypten drosselten die arabischen Staaten in einer gemeinsamen Aktion die Ölförderung. Im Zuge des dritten arabisch-israelischen Krieges erhofften sich die Exportländer durch einen Lieferstop eine schnelle Aufgabe Israels. Doch schnell wuchs die Erkenntnis, dass die Ölwaffe ein zweischneidiges Schwert war, da das Öl des Nahen Ostens nicht die einzige Versorgungsquelle darstellte. Die Industrieländer waren 1967 keineswegs so stark vom fernöstlichen Öl abhängig wie 1973. Der Hauptgrund für das Einsatzende der Ölwaffe war vor allem der enormen Einkommensverlust der arabischen Staaten. Eine weitere Rolle spielte auch die Uneinigkeit der arabischen Länder bezüglich ihrer politischen Ziele und die fast alleinige Kontrolle der Erdölindustrie durch die internationalen Konzerne.[29] Trotz des Scheiterns kann das Embargo durchaus als Vorbild für die Ölkrise 1973/74 angesehen werden.

2.3.1. Energieabhängigkeit von der islamischen Welt

Trotz aller Anzeichen für eine zukünftige Krise missachtete der Westen diese Vorwarnung und begab sich in eine immer größer werdende Abhängigkeit vom arabischen Öl. Anfang der siebziger Jahre kamen erste Zweifel am grenzenlosen Wachstum der Industriestaaten auf. Erste Fragen nach Ressourcenknappheit wurden laut und die möglichen Grenzen des Wachstums wurden vielerorts als Bedrohung wahrgenommen. Die aufkommende Einsicht, dass Rohstoffe endlich seien, spiegelte sich allerdings nicht im Verhalten der Erdölpolitik der Industrieländer wider.[30] Wirtschaftliches Wachstum und steigender Wohlstand, der sich vor allem im steigenden Energieverbrauch aufgrund zunehmender Mobilität zeigte, mussten mit billigem Erdöl weiter ausgebaut werden. Doch der sorglose und verschwenderische Umgang mit den Energieträgern verringerte die Chancen auf eine sichere Energieversorgung der westlichen Länder immer weiter. Auf mögliche Energieengpässe als Folge eines Ölboykotts der Förderländer waren die Importländer nicht vorbereitet. Die arabischen Ländern hingegen waren sich der Bedeutung des eigenen Rohstoffs sehr wohl bewusst. Sie hatten schnell erkannt, dass Rohöl neben dem finanziellen Aspekt auch ein enormes politisches Machtpotenzial besaß.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Welt-Mineralölverbrauch von 1950 bis 1987[31]

Zu Beginn der siebziger Jahre setzte ein erneuter Wirtschaftsboom in allen größeren Industrienationen ein, der zu einer erhöhten Nachfrage nach Erdöl führte und das Angebot verknappte. Wie in Tabelle 1 zu sehen ist, stieg der weltweite Mineralölverbrauch in den Nachkriegsjahren an und wuchs bis 1970 um mehr als das Viereinhalbfache. Vor allem in Westeuropa explodierte der Verbrauch förmlich und legte um mehr als das Zehnfache zu. Der geringe Bestand auf dem heimischen Markt konnte nur durch zusätzliche Förderungen des Nahen Ostens kompensiert werden. Da die Eigenförderung in Westeuropa lediglich 3 Prozent betrug, mussten die 9 EG-Länder 97 Prozent ihres Rohölbedarfs importieren.[32] Die Ursachen für diese Abhängigkeit sind aber nicht nur auf den niedrigen Ölpreis zurückzuführen, sondern auch auf die geringen Vorbeugungsmaßnahmen der verantwortlichen Regierungen im Energiesektor. Da keine kurzfristige Dringlichkeit gesehen wurde, gaben die Minister beispielsweise die Programme zur hochwertigen Kohleverflüssigung auf. Die Übermengen billigen Rohöls erstickten jeden Anreiz zur Erforschung und Entwicklung alternativer Kraftstoffe im Keim. Studien und Forschungsarbeiten, die eine Abhängigkeit möglicherweise hätten verhindern können, wurden viel zu spät erstellt, weil die drohende Erhöhung der Erdölpreise bis 1973 nicht ernst genommen wurde.[33] Eine Umstellung der Energieversorgung auf nichtfossile Energieträger wurde zu dieser Zeit in keiner Weise in Erwägung gezogen. Die meisten europäischen Staatsmänner wiesen die Schuld von sich, in punkto Energieversorgung versagt zu haben. Die Schuld wurde auf die niedrigen Ölpreise der sechziger Jahre geschoben, die auch als „Jahre der tatenlosen Selbstgefälligkeit“ bezeichnet wurden. Die entscheidenden Hauptursachen, die zur ersten Erdölkrise führen sollten, wurden dabei anscheinend übersehen:

1. die Abhängigkeit des Westens vom Erdöl des Nahen Osten
2. der Souveränitätswechsel im Erdölsektor zugunsten der Förderländer
3. die gefährliche Situation im Nahostkonflikt aufgrund der Spannungen zwischen Israel und den arabischen Ländern.

Obwohl die tatsächliche Abhängigkeit vorhanden war, wurden die Anzeichen einer drohenden Krise nicht ernst genommen. Zudem hatte niemand mit einem schnellen Eintreten einer Krisensituation gerechnet. Eine abgestimmte Strategie des Westens zu Bewältigung einer solchen Lage war schlichtweg nicht vorhanden. Kaum jemand ahnte, dass bereits 1973 die Vorbereitungen für den Einsatz der Ölwaffe in vollem Gange waren.[34]

2.3.2. Die erste Ölkrise: Die OPEC und ihr Embargo

Um die Ursachen der ersten Ölkrise besser erklären zu können, sind vorab noch einige historische Ereignisse zu benennen. Die Spannungen im Nahen Osten entstanden vor allem durch die Gründung Israels vor rund 60 Jahren. Der Staat wurde auf einem Gebiet errichtet, das auch die Palästinenser bis heute noch für sich in Anspruch nehmen. Die Entscheidung wurde gegen die in Palästina lebenden Araber gefällt und erzürnte dadurch das Gemüt der umliegenden arabischen Staaten. Mehr als 3,5 Millionen Araber wurden aus dem Land vertrieben.[35] Dank der amerikanischen Finanzierung begann die Wirtschaft in Israel schon bald zu florieren, wodurch noch mehr Neid und Verbitterung entstand. Die Nachbarländer Jordanien, Libanon und Syrien stellten sich auf die Seite der Palästinenser und übten somit Druck auf die israelische Regierung aus. Die Reaktion Israels darauf waren militärische Einsätze als Mittel zur Abschreckung mit dem zusätzlichen Nebeneffekt, weitere Landgebiete der Palästinenser zu besetzen.

Im Oktober 1973 brach der vierte arabisch-israelische Krieg während des Jom-Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, aus und leitete die erste Ölkrise ein. Ägypten und Syrien versuchten das Land zurückzuerobern, welches Israel 1967 besetzt hatte. Bereits zehn Tage nach Kriegsausbruch trafen sich die arabischen Ölminister am 17.Oktober in Kuwait und beschlossen, das Öl als Waffe einzusetzen. Die Produktion wurde um fünf Prozent gedrosselt und alle Lieferungen an die USA und die Niederlande eingestellt, da beide Länder als Komplizen Israels angesehen wurden. Vor allem der wichtige Hafen in Rotterdam, von dem aus das Öl in ganz Europa verteilt wurde, wurde mit einem Totalembargo belegt. Im gleichen Zuge beschloss die OPEC eine Anhebung der Ölpreise um 70 Prozent auf mehr als 5 Dollar je Fass. Im gesamten 20. Jahrhundert hatte der Preis für ein Barrel Öl größtenteils unter 3 Dollar gelegen. Zu diesem Zeitpunkt lieferten die fünf großen Exportländer des Nahen Ostens 38 Prozent des Weltfördervolumens.[36]

Neben der Preiserhöhung war die Tatsache, dass die OPEC-Mitglieder einseitig und ohne Zustimmung der Ölkonzerne agierten, von großer Bedeutung. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie das Joch der Unterdrückung abgeschüttelt und den Kampf um die Unabhängigkeit nach einem halben Jahrhundert gewonnen. Während die Abnehmer anfangs noch die Preise diktierten und später die Preise mit den Förderländern aushandelten, übernahm nun die OPEC das Zepter und wagte es, auf eigene Faust zu handeln. Aufgrund dessen erhöhten die USA ihre Militärhilfen an Israel und brachten das Fass zum überlaufen. Libyen verhängte ein Embargo und stoppte alle Lieferungen an die USA. Andere Exportländer schlossen sich bald an und die Produktion des Nahen Ostens wurde um weitere 9 Prozent zurückgefahren.[37] Im Dezember wurden bei einem Marktvolumen von 50 Millionen Barrel bereits 4,4 Millionen Barrel pro Tag weniger gefördert und die erste Ölknappheit auf dem Weltmarkt machte sich bemerkbar.[38] Durch die Reduzierung der Ölförderung sollte vor allem der Druck auf die westlichen Mächte erhöht werden, Israel dazu zu bewegen, die besetzten Gebiete zu verlassen. Die von den Arabern ausgelöste „Politisierung des Öls“ stürzte die Weltwirtschaft in eine Rezession. Die internationalen Konzerne verloren die Kontrolle über ihre Reserven. Der plötzliche Anstieg der Energiekosten stoppte das globale Wirtschaftswachstum und erhöhte die Arbeitslosigkeit. Jetzt entstand die Erkenntnis, dass das moderne Leben in viel größeren Dimensionen von der begrenzten Ressource Öl abhing als bisher angenommen.[39]

Den Wendpunkt der Krise markiert die Konferenz der OPEC Ende Dezember 1973. Die arabischen Ölminister beschlossen, die Förderung auf 85 Prozent des Septemberniveaus zu steigern, was de facto den Einsatz der Ölwaffe gegen Westeuropa beendete. Der Anlass für den Abbruch des Embargos war vor allem der Zweifel an der Wirksamkeit der Ölwaffe. Die Einheitsfront der arabischen Länder begann zu bröckeln, da vor allem die Saudis – einst weltgrößter Erdölexporteur – befürchteten, eine Weltwirtschaftskrise heraufzubeschwören, die die Volkswirtschaften der Westmächte und damit auch ihre eigene schwächen würde. Saudi-Arabien war deshalb auch an einem kontinuierlichen und stabilen Kooperationsverhältnis mit den USA interessiert, weil die Spekulationsgewinne und Zinsen der Saudis von der Wirtschaftspolitik der Amerikaner abhingen.[40]

Politisch gesehen hat die Ölwaffe nichts bewirkt und die Zielvorgaben nicht erfüllt. Der Rückzug Israels aus den besetzten Gebieten und die Wiederherstellung der Rechte des palästinensischen Volkes konnten nicht realisiert werden. Auch die wirtschaftliche Situation der Westmächte veränderte sich nur geringfügig. Vielmehr kann vermutet werden, dass die Förderkürzungen nicht so sehr dem politischen Zweck dienen sollte, sondern eher der langfristigen Erhöhung der Ölpreise. Die Erhöhung des Preises im Dezember 1973 auf 11,65 Dollar pro Barrel, also einer Vervierfachung des Preises im Verlaufe des Krieges, bewirkte, dass die Industriestaaten zusätzliche Milliarden zur Deckung des Energiebedarfs aufwenden mussten und Erdöl zum teuersten Energieträger der Welt wurde. Die regelmäßigen Preiserhöhungen waren die Folge des Souveränitätswechsels in der Ölwirtschaft seit den sechziger Jahren. Für die Förderländer des persischen Golfs war der Krieg also nichts anderes, als der günstigste Zeitpunkt, um ihre politischen und wirtschaftlichen Interessen mittels Preiserhöhung und Lieferkürzung durchzusetzen. Der Krieg wurde zur Demonstration der fundamentalen Antiphatie und schwächte dadurch auch den Einfluss der USA im Mittleren Osten.[41] Es sprechen also mehrere Gründe dafür, dass die erste Ölkrise statt einer wirklichen Ölverknappung eine künstlich erzeugte Krise war. Die Länder des Nahen Ostens wollten nicht länger Spielball des Imperialismus bleiben und nicht mehr zulassen, dass ein paar multinationale Konzerne über die Ressourcen ihrer Länder bestimmen konnten. Es handelt sich also um eine politisch motivierte Handlung, da die Verfügungsgewalt der Industriestaaten über die Ölvorkommen beschränkt wurden. Durch das Bestreben der erdölproduzierenden Staaten nach Unabhängigkeit gegenüber den westlichen Ländern, bauten diese mit Hilfe der OPEC eine Gegenmacht zu den Ölkonzernen auf.

2.3.3. Von der Iranischen Revolution zur zweiten Ölkrise

Die Ölversorgung der Industriestaaten wurde bis zur ersten Ölkrise mehr durch Marktkräfte geregelt und damit weniger von politisch-ökonomischen Faktoren bestimmt. Seit 1973 hatte sich dieser Zustand aber schlagartig verändert. Obwohl die Welt nicht in eine Wirtschaftskrise gestürzt war, entstand nun aber ein Gefühl der Ungewissheit und Angst, das die Bevölkerung der erdölimportierenden Staaten erfasste. In den siebziger Jahren erholte sich die Wirtschaft jedoch sehr schnell wieder von den Folgen der Preiserhöhungen und akzeptierte ein langfristiges Niveau von 12,70 Dollar pro Fass.[42]

Durch einen politisch motivierten Streik im Iran kam es im November 1978 zu Förderausfällen. Obwohl Saudi-Arabien daraufhin seine Fördermenge erhöhte, führte dieser Vorfall zu einer Beunruhigung des internationalen Weltmarktes. Die Förderländer lösten sich aus den langfristigen Verträgen mit den Konzernen und boten ihr Öl zunehmend auf dem freien Markt, dem so genannten Spotmarkt, auf denen kurzfristige Ölgeschäfte abgewickelt wurden, an, weil sich dort aufgrund der geschilderten Situation und den Gesetzen von Angebot und Nachfrage höhere Preise entwickelten. Der Streik im Iran schlug daraufhin in eine politische Revolution um und hatte zur Folge, dass die Fördermengen weiter sanken, während die Preise stiegen. Mit dem Sturz des Schahs brach die Iranische Revolution aus und brachte eine Welle der Re-Islamisierung des Nahen Ostens hervor, die im Verlauf auch auf andere Länder übergreifen sollte. Mit der Machtübernahme des Großajatollahs Khomeini als Führer eines islamischen Regimes im Iran begann eine Zeit weiterer Preiserhöhungen. Die zweite und bis dato schlimmste Ölkrise erreichte zum Ende des Jahres 1979 auf dem Weltmarkt einen unvorstellbaren Ölpreis von 90 Dollar pro Barrel in heutigem Geldwert. Der Import von Rohöl und Mineralölerzeugnissen verteuerte sich in den Jahren 1979 und 1980 um jährlich etwa 45 Prozent. Die Krise verschärfte sich, als der irakische Präsident Hussein 1980 in den Iran einmarschierte und dem Land damit den Krieg erklärte.[43] Die Ölproduktion der beiden Länder brach ein und hielt die Marktpreise weiterhin hoch. Obwohl der Krieg noch acht weitere Jahre andauern sollte, endete die Ölkrise bereits in Jahr 1981. Als Grund hierfür ist vor allem die Produktionserhöhung Saudi-Arabiens zu nennen, wodurch der Rückgang der iranischen und irakischen Öllieferungen ausglichen wurde. Außerdem wurde mittlerweile Erdöl in stabileren Region der Erde gefördert, um die Abhängigkeit des Öls aus dem Nahen Osten reduzieren zu können. Die neu entdeckten Ölfelder mit großen Kapazitäten befanden sich vor allem in Alaska und der Nordsee. Eine weitere Handlung, die zur Senkung des Ölpreis führte, war, dass die Industriestaaten ihre Lagervorräte freigaben und somit die fehlenden Mengen kompensieren konnten.[44]

Wie auch schon die vorangegangene Krise, so betraf auch die Zweite nur einen kleinen Teil des Öls auf dem Weltmarkt. Eine Ölknappheit hat es aber nie wirklich gegeben. Aus heutiger Sicht ist es daher nicht verständlich, dass aufgrund der Iranischen Revolution die Preise dermaßen anzogen und ein wirtschaftliches Chaos auslösten. Im Jahr 1979 fiel die Nettoproduktion gerade einmal um zwei Millionen Barrel pro Tag, also um vier Prozent. Die Reaktion ist nur damit zu erklären, dass eine Panik ausbrach, weil niemand wusste, ob der Staatsstreich im Iran auch auf andere Ölstaaten im Nahen Osten übergreifen würde. Die zweite Ölkrise war trotz allem ein herber Rückschlag für die Weltkonjunktur.[45] Obwohl der Produktionsrückgang nur minimal ausgefallen war, beschlossen die Industrieländer eine Erneuerung der Energieversorgungsstrategie, indem sie sich langfristig aus der Abhängigkeit des Nahost-Öls lösen wollten. Der Ölpreisschock hatte ein neues Bewusstsein geschaffen und eine Suche nach alternativen Energielösungen hervorgerufen.[46]

2.4. Die Veränderungen durch die Krisen und die Entwicklung des Ölpreises

Bis zur ersten Krise stellte Energie in den meisten Industriezweigen keinen wesentlichen Kostenfaktor dar. Durch das rasante Wirtschaftswachstum der westlichen Welt und den damit einhergehenden Ölverbrauchssteigerungen kam es jedoch zu immer weiteren Ölpreiserhöhungen. Wegen der chronischen Überversorgung waren die Marktpreise aber noch unter den offiziellen Preisen geblieben. Als die weltweite Nachfrage an die Grenze der verfügbaren Liefermenge stieß und die erste Krise begann, stiegen die Marktpreise über die offiziellen Preise. Dies war eine entscheidende Veränderung, die das Ende von zwanzig Jahren Überfluss bedeutete. Bis zu diesem Zeitpunkt konnten die Sieben Schwestern den produzierenden Ländern Ölliefermengen und Preise diktieren. Diese hatten also nur die Möglichkeit, durch die Erhöhung ihrer Ölexporte die eigenen Einnahmen zu erhöhen. Das Problem der Förderländer bestand vor allem in einer strukturellen Überproduktion und den Dumpingpreisen, zu denen das Öl gehandelt wurde. Vor allem durch die verschiedenen Interessen der einzelnen Staaten konnte keine einheitliche Linie gebildet werden. Erst die Gründung der OPEC konnte die Macht der Länder vereinen und deren Unterlegenheit ausheben. Durch die Kartellbildung wurde das Angebot begrenzt und die Preise gestützt. Zum ersten Mal traten sich in der Erdölgeschichte die Verbraucher- und Anbieterstaaten mit praktisch gleicher Marktmacht gegenüber.[47]

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs war der Ölpreis immer extrem niedrig geblieben. Erst mit dem Beginn des vierten arabisch-israelischen Krieges hatte sich der Preis von 2,90 Dollar im Juni 1973 über 5,12 Dollar im Oktober 1973 auf 11,65 Dollar im Dezember 1973 nahezu vervierfacht. Während sich in den Folgejahren der Ölpreis relativ stabil verhielt, explodierte er in den Jahren 1978-79 förmlich. Die Veränderung der politischen Lage verursachte zum Ende des Jahres 1978 die Instabilität des Ölpreises. Durch die islamische Revolution fiel die gesamte iranische Produktion zwischen Dezember 1978 und März 1979 aus. Zu dieser Zeit hatte der Iran einen Anteil an der Weltproduktion in Höhe von acht Prozent. Daraus resultierten starke Preisschwankungen, die zu einem Preisanstieg führten. Während im Juni 1978 das Fass Öl noch 13 Dollar kostete waren es im Juni 1979 bereits 20 Dollar.[48]

Wie in Abbildung 2 dargestellt, fand der Preisanstieg bei knapp 38 Dollar sein Maximum, was nach heutigem Geldwert 90 Dollar betragen hätte. Jedoch spiegelte die Preisbildung auf den Ölmärkten keine langfristigen Knappheiten wider, sondern ausschließlich das Ergebnis von kurzfristigen Marktungleichgewichten zwischen Angebot und Nachfrage und erfolgte beispielsweise aufgrund von Analysen der amerikanischen Lagerbestandshöhe oder der Auslastung der amerikanischen Raffinerien.[49] Die Ursache der Preissteigerungen könnte aber noch eine weitere Ursache gehabt haben. Die extrem schnelle Aufwärtsbewegung des Preises kann aus heutiger Perspektive auch auf die amerikanische Marktmanipulation zurückgeführt werden. Besonders das amerikanische Ölministerium forderte eine Erhöhung des Rohölpreises, um Bohrungen nach neuen Ölvorkommen profitabel zu machen. Die hohen Preise ermöglichten eine wirtschaftliche Förderung des Öls im „Offshore-Bereich“ und anderen schwer zugänglichen Gebieten wie der Nordsee oder Alaska.[50]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Entwicklung der Rohölpreise 1940-2006[51]

Vor allem die Exportländer können als die großen Gewinner der Krisen angesehen werden. Nach den Ölkrisen hatten die OPEC-Länder de facto nicht nur die Entscheidungshoheit über die Förderquoten, sondern konnten mit deren Hilfe auch die Entwicklung des Ölpreises lenken. Durch das Embargo hatte sich gezeigt, welches enorme Machtpotenzial die OPEC-Förderländer mittlerweile erreicht hatten. In den meisten Mitgliedsstaaten zeigte sich diese Macht durch die Verstaatlichung der Förderung in Form einer immer größer werdenden Beteiligung. Die Betriebsanlagen der Ölgesellschaften wurden enteignet – dies verliehen den OPEC-Staaten eine völlige Souveränität. De Facto gelangte das Erdöl ihrer Länder unter ihre vollständige Kontrolle. Aber auch die Importländer hatten durch die Instrumentalisierung des Öls ihre Schlüsse gezogen und wandten sich deshalb vom OPEC-Öl ab, um sich vor Boykotts und Ölkrisen, also der politischen Ölwaffe, zu schützen. Die Zielsetzung der Energiepolitik des Westens hatte sich im Verlauf der Jahre geändert. Während in den fünfziger und sechziger Jahren eine möglichst preiswerte Energieversorgung im Vordergrund stand, bildete in den Siebzigern die Energiesicherheit den neuen Schwerpunkt. Die Ölkrisen führten erstmals auch zu Anstrengungen, den Energieproblemen durch internationale Zusammenarbeit zu begegnen. Neben einer kurzfristigen Krisenbewältigung drängte sich also die Frage auf, wie die Verbraucherländer langfristig der wachsenden Importabhängigkeit des Erdöls entgegentreten konnten.[52]

2.5. Auf dem Weg zur Unabhängigkeit: Die Folgen des Ölpreisschocks

Die Ereignisse der beiden Ölkrisen offenbarten den westlichen Ländern ihre Verletzbarkeit sowie ihre Abhängigkeit von wenigen großen Förderländern des Nahen Ostens. Die hinzukommenden Enteignungen brachten die Konzerne schließlich dazu, neue Förderquellen zu erschließen. Um sich der Abhängigkeit von den OPEC-Ländern zu entziehen, suchten die internationalen Ölkonzerne neue Ölquellen außerhalb des persischen Golfs. Durch die Entdeckung großer Ölvorkommen in Alaska gelang es beispielsweise den Vereinigten Staaten, die Abhängigkeit von Ölimporten zu verringern und die Anspannungen der globalen Ölversorgung zu lockern. Der durch die Ölpreiskrise ausgelöste und von der OPEC erzwungene Ölpreisanstieg hatte somit die wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür geschaffen, Öl in Alaska oder der Nordsee zu fördern, obwohl es wesentlich teuerer war, als z.B. im Nahen Osten. Hieran wird sichtbar, dass ein hoher Preis auch im Interesse der Konzerne lag.[53]

Die Nachfrage nach dem Öl aus den OPEC-Staaten sank und damit auch ihre Förderquote. Durch den generellen Rückgang des globalen Ölverbrauchs und die Anhäufung von Ölvorräten in den Industriestaaten büßte die OPEC in den achtziger Jahren an Macht ein. Es kam zu einem Nachfragerückgang bzw. Angebotsüberschuss. Die Einnahmen der OPEC-Staaten waren in Gefahr und die Hochpreispolitik war nicht mehr zukunftsfähig. Die Exportländer des Nahen Ostens verloren Markanteile an andere Produzenten. Die Fördermenge der OPEC-Mitglieder schrumpfte von 31 Millionen Barrel am Tag im Jahr 1979 auf 18 Millionen Barrel im Jahr 1984. Dadurch ging der Anteil an der Weltförderung auf 40 Prozent zurück. Es folgte die Abkehr von der Preispolitik hin zu einer Produktionspolitik in Form von Quoten. Nach langen Verhandlungen beschlossen die Ölminister der OPEC im Jahr 1982, jedem Mitgliedsland eine Quote zuzuteilen, die sich an der Größe der jeweiligen nationalen Reserven orientiert. Doch auch dieses Mittel konnte den Preisverfall nicht weiter aufhalten. Mit Hilfe „frisierter Förderquoten“ erhöhten die OPEC-Länder jedoch weiterhin ihre Fördermengen, um den Einnahmeausfall zu kompensieren. Die Nichteinhaltung der Quoten führte zu einer regelrechten Ölschwemme auf den Märkten. Bereits Ende 1982 wurde das Öl an den Spotmärkten unter dem offiziellen Preis verkauft.[54]

Als weitere Folge der Ölpreisschocks wurde 1974 die IEA gegründet, um vor allem die Energiepolitik der westlichen Länder zu koordinieren. Außerdem sollte die Institution künftige Krisen besser vorhersehen bzw. verhindern und somit einer nochmaligen Rezession vorbeugen. Die ersten großen Förderprogramme zur Erforschung von erneuerbaren Energien wurden ins Leben gerufen. Neben der Aufforderung zur Senkung des Energieverbrauchs wurde von der IEA auch die Substitution durch andere Energieträger befürwortet. Die westlichen Industrieländer, insbesondere die USA und Europa, haben sowohl nach der ersten als auch nach der zweiten Ölkrise ihre Anteile am weltweiten Ölkonsum durch Einsparung und Substitution verringern können.[55] Die wichtigsten Folgen der Ölkrisen für die westlichen Importländer können also wie folgt zusammengefasst werden:

- Die weltweite Anstrengung den Energieverbrauch und besonders den Erdölverbrauch zu reduzieren
- Eine verstärkte Suche nach Erdölvorkommen in krisensicheren Gebieten wie Alaska oder der Nordsee
- Die Substitution des Erdöls und die verstärkte Erforschung regenerativer Energien
- Die Kontrolle der Energieversorgung in den westlichen Staaten durch die IEA
- Der Beginn einer Zusammenarbeit der EG-Staaten in der Energiepolitik.[56]

Obwohl während und nach den Ölkrisen das Erdöl ersetzt oder eingespart werden konnte, erhöhte sich der Weltrohölverbrauch immer weiter. Die wesentliche Veränderung lag aber vor allem darin begründet, dass der Energieverbrauch zwar weiter zunahm, jedoch mit wesentlich geringeren Zuwachsraten, wie in Abbildung 1 auf Seite 13 zu sehen ist. Doch vor allem das ungebrochene Wirtschaftswachstum und die beständig wachsende Weltbevölkerung verlangte nach immer mehr Energie, um ihre Bedürfnisse befriedigen zu können.

2.6. Der Anstieg des globalen Erdölverbrauchs

Der Erfolg einer Kultur lässt sich durch den Verbrauch an Energie bestimmen. „Der Maßstab für den Zivilisierungsgrad (...) eines Volkes ist die Fähigkeit, Energie für den Fortschritt oder die Bedürfnisse des Menschen zu nutzen“.[57] Auch wenn es sich hierbei um eine vereinfachte Darstellung handelt, so lässt sich doch bestätigen, dass die benötigte Energiemenge im Laufe der Menschheitsgeschichte weiter zunahm, um immer komplexeren Herausforderungen gerecht zu werden. Seit der industriellen Revolution stieg der Energieverbrauch in vielen Ländern, um den vorhandenen Lebensstandard aufrechterhalten oder auch verbessern zu können. Vor allem durch das weltweite Bevölkerungswachstum ist der Energieverbrauch bei Transport, Heizung und Elektrizität stark angestiegen. Während im Jahr 1950 noch 2,5 Milliarden Menschen auf der Erde lebten, sind es mittlerweile 6,5 Milliarden. Nach Schätzungen der UN wird es im Jahr 2050 ca. 9 Milliarden Personen auf der Erde geben, die Energie und Nahrungsmittel benötigen.[58]

Der Energiebedarf der Welt wird heute zu 85 Prozent von fossilen Energieträgern gedeckt, von denen ca. 40 Prozent auf das Rohöl entfallen. Wie in Abbildung 3 auf der nächsten Seite zu erkennen ist, hat sich die Nachfrage nach Öl seit den achtziger Jahren stetig erhöht. Während 1980 noch knapp 60 Millionen Barrel Öl am Tag benötigt wurden, sind es heute bereits 84 Millionen Barrel am Tag. Laut den Prognosen werden es im Jahr 2015 ca. 97 Millionen Barrel und 2030 mehr als 118 Millionen Barrel pro Tag sein.[59] Dies entspricht einer Verdoppelung des Ölverbrauchs seit 1980. In 20 Jahren müsste die Förderung um fast 50 Prozent gesteigert werden, um die benötigten 40 Millionen Barrel, die dann täglich mehr verbraucht werden, zu erhalten.[60]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Prognose der weltweite Rohölnachfrage bis 2030[61]

Gerade im Verkehrsbereich werden riesige Ölmengen verzehrt. So werden fast 90 Prozent der weltweiten Transportmittel durch Erdöl angetrieben; vor allem der Straßen- und Flugverkehr ist auf den Brennstoff angewiesen. Hinzu kommt, dass 95 Prozent der Nahrungsmittel mit Hilfe des Erdöls produziert werden.[62] Entscheidend ist aber, dass nur ein kleiner Teil der Weltbevölkerung den größten Anteil am Energieverbrauch vereinnahmt. Vor allem die OECD-Länder wie die USA und Europa sind die größten Verbraucher. Zukünftig wird auch die Nachfrage in China und Indien weiter ansteigen, obwohl die Ölförderung schon jetzt an ihre Grenzen stößt.[63] Im Folgenden werden die weltweit größten Energieverbraucher kurz dargestellt und das jeweilige Verbrauchsmuster analysiert.

2.6.1. USA

Bis Mitte der fünfziger Jahre waren die USA der weltgrößte Erdöllieferant. Während zu dieser Zeit noch die Hälfte der Weltproduktion aus den Vereinigten Staaten stammte, drehte sich das Blatt kurz vor der ersten Ölkrise. Weil das Land bereits 1970 das Fördermaximum beim Erdöl erreicht hatte, musste die nationale Produktion stetig verringert werden. Seither sind die USA auf den Import von Rohöl angewiesen. Obwohl die Amerikaner nur fünf Prozent der Weltbevölkerung darstellen, konsumieren sie 26 Prozent des weltweiten Rohöls und damit ein Viertel der Weltproduktion. Zudem erzeugen sie nur 11 Prozent des Rohstoff aus den eigenen Quellen.[64] Da nur zwei Prozent der Weltreserven in den USA liegen, wird die Abhängigkeit in den nächsten Jahren immer weiter zunehmen. Von den mehr als 20 Millionen Barrel, die von den Amerikanern täglich verbrannt werden, importieren sie fünf Millionen aus dem Nahen Osten.[65] Damit sind die USA das Land mit dem höchsten Ölverbrauch und einem weltweiten Anteil von fast 25 Prozent, soviel wie Europa und Eurasien zusammen.

[...]


[1] Vgl. Motzkuhn S.432.

[2] Vgl. Campbell (2007): S.85.

[3] Der Energieverbrauch pro Kopf gilt als wichtiges Indiz für den relativen Entwicklungsstand einer Gesellschaft.

[4] Vgl. Online im Internet: Arte – Geschichte und Gesellschaft: Erdöl um jeden Preis.

[5] Vgl. Leggett (2006): S.43.

[6] Vgl. Online im Internet: Oilfacts: Nicht-konventionelles Öl.

[7] Vgl. Yergin (1991): S.30f.

[8] 1 Barell = 159 Liter.

[9] Vgl. Online im Internet: Südwind Magazin: Auslaufmodell Erdöl.

[10] Vgl. Yergin (1991): S.433.

[11] Vgl. Rifkin (2002): S.86.

[12] Vgl. Campbell (2007): S.229.

[13] Vgl. Rifkin (2002): S.82 ff.

[14] Vgl. Campbell (2007): S.172.

[15] Mitglieder der „Sieben Schwestern“: Exxon, Mobil, Chevron, Gulf, Texaco, BP & Shell.

[16] Vgl. Hartshorn (1962): S.103 f.

[17] Vgl. Sampson (1976): S.19 f.

[18] Vgl Yergin (1991): S.636.

[19] Vgl. Launer (1991): S.73.

[20] Mitglieder der OPEC (Stand 2008): Venezuela, Saudi-Arabien, Iran, Irak, Kuwait, Algerien, Indonesien, Katar, Libyen, Nigeria, Vereinigten Arabischen Emirate, Ecuador, Angola.

[21] Vgl. Dumrath (1980): S.16.

[22] Vgl. Hohensee (1996): S.17.

[23] Vgl. Maull (1982): S.8.

[24] Vgl. Hohensee (1996): S.42 f.

[25] Vgl. Yergin (1991): S.688.

[26] Quelle: Online im Internet : Worldwatch: Global Fossil Fuel Consumption Surges.

[27] Vgl. Online im Internet: Aspo Deutschland: Einführung - Energieträger Erdöl.

[28] Vgl. Rifkin (2002): S.15.

[29] Vgl. Daoudi (1984): S.70.

[30] Vgl. Meadows (1972): S.42 ff.

[31] Quelle: Hohensee (1996): S.53.

[32] Vgl. Stegemann (1974): S.12f.

[33] Vgl. Gabor (1978): S.13 u. 22.

[34] Vgl. Hohensee (1996): S.55.

[35] Vgl. Online im Internet: Weltpolitik: Der Nahostkonflikt: Ursachen und Problematiken vom Ende des 19. Jahrhunderts bis heute.

[36] Vgl. Hartshorn (1962): S.126 ff.

[37] Vgl. Motzkuhn (2005): S.142.

[38] Vgl. Rifkin (2002): S.119 f.

[39] Vgl. Simmons (2007): S. 92.

[40] Vgl. Leggett (2006): S.137.

[41] Vgl. Vogler (1981): S.142 f.

[42] Vgl. Haftendorn (1986): S.78 f.

[43] Vgl. Online im Internet: Enzyklopädie des Islam: Der Irak-Iran-Krieg.

[44] Vgl. Leggett (2006): S.32.

[45] Vgl. Motzkuhn (2005): S.414 f.

[46] Vgl. Online im Internet: Wildcat: Öl, Waffen und Geld.

[47] Vgl. Campbell (2007): S.168.

[48] Vgl. Online im Internet: USA-Boykott: Die OPEC.

[49] Vgl. Campbell (2007): S.169.

[50] Vgl. Barudio (2001): S.385.

[51] Quelle: Online im Internet: Deutsche BP: BP Statistical Review of World Energy 2007.

[52] Vgl. Seifert (2005): S.58 f.

[53] Vgl. Engdahl (2000): S.250 ff.

[54] Vgl. Simmons (2007): S.97 ff.

[55] Vgl. Harms (1990): S.602.

[56] Vgl. Hohensee (1996): S.193.

[57] George Grant MacCurdy in: Rifkin (2002): S.49.

[58] Vgl. Online im Internet: Bundeszentrale für politische Bildung: Bevölkerungswachstum.

[59] Vgl. Online im Internet: Energy Information Administration: International Energy Outlook 2007.

[60] Vgl. Meadows (2007): S.86 f.

[61] Quelle: Online im Internet: International Energy Agency: World Energy Outlook 2007.

[62] Vgl. Leggett (2006): S.27.

[63] Vgl. Geitmann (2005): S.16 f.

[64] Vgl. Rifkin (2002): S.42.

[65] Vgl. Online im Internet: Energy Information Administration: U.S. Petroleum Supply, Consumption, and Inventories.

Details

Seiten
120
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783836620468
Dateigröße
894 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v226235
Institution / Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg – Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Note
1,7
Schlagworte
erdöl energie erneuerbare globalisierung erdölzeitalter

Autor

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Titel: Die Zukunft der globalen Energieversorgung