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Vorgehensweise und Probleme bei Gründung und Aufbau einer Firma in Japan

Unter besonderer Berücksichtigung der Personalpolitik

Diplomarbeit 2008 101 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Markteintritts- und Exportstrategien – Grundgedanken

3. Kulturelle, soziale und ökonomische Besonderheiten in Japan
3.1 Keiretsu
3.2 Sprachbarrieren
3.3 Deregulierung
3.4 Wohlfahrtssystem
a) Altersversorgung
b) Arbeitsversicherung
c) Kranken-, Pflege-, Unfallversicherung
3.5 Kultur
a) Rolle der Familie
b) Einstellung zur Arbeit/zum Arbeitgeber (allgemein)
c) Ethische Grundsätze und Religion
d) Bildung und Erziehung
e) Die Rolle der Frau in der Gesellschaft
3.6 Geschäftsbeziehungen
3.7 Beziehungen zu Politik und Verwaltung
3.8 Der hohe Anspruch von Markt und Verbraucher in Japan

4. Probleme ausländischer Firmen
4.1 Informationsgewinnung
4.2 Staatliche Rahmenbedingungen und Fördermaßnahmen zur Gründung
a) MITI
b) Prinzipien der Sozialpolitik
c) Das politische System
4.3 Arbeitsmarktlage

5. Personalpolitik in Japan
5.1 Staatliche Rahmenbedingungen der Personalpolitik
5.2 Traditionelle Strukturen
5.2.1 Die Identifikation des Arbeitnehmers mit seinem Betrieb
5.2.2 Die Grundprinzipien des japanischen Managements
a) Das Prinzip der lebenslangen Beschäftigung
b) Das Senioritätsprinzip
c) Die duale Struktur des Beschäftigungssystems
d) Betriebsgewerkschaften
5.3 Arbeitszeit und Jahresurlaub
5.4 Die Rolle der Frau im japanischen Beschäftigungssystem
5.5 Arbeitsplatzgestaltung
5.6 Wandel der traditionellen Strukturen
5.6.1 Veränderung der Arbeitsmoral
5.6.2 Veränderte Einstellung zu Grundprinzipien
5.6.3 Die aktuelle Diskussion zur Arbeitszeit
5.6.4 Neue Chancen für Arbeitnehmerinnen
5.7 Recruitment
5.8 Firmenimage
5.9 Problematik der Personalauswahl
5.10 Personalentwicklung in japanischen Unternehmen
5.11 Anreizsysteme japanischer Unternehmen
5.12 Personalanpassung in Krisensituationen

6. Gründung des Unternehmens vor dem Hintergrund der Besonderheiten Japans – ein Fallbeispiel

7. Zusammenfassung und Ausblick

8. Literaturverzeichnis III

9. Anhang

10. Ehrenwörtliche Erklärung

1. Einleitung

Der Unternehmer, der sich vorbereitet, um in den japanischen Markt einzutreten, sieht sich vielen Problemen gegenüber; und in der gegenwärtigen Diskussion um den Eintritt in einen der hinsichtlich seiner Chancen und Möglichkeiten vermutlich interessantesten Märkte der Welt spielen eben jene Probleme eine zentrale Rolle.

Dabei wird nach meinen Erfahrungen nicht immer so objektiv analysiert, wie es eigentlich bei der Betrachtung eines neutralen Japan-Bildes nötig wäre. Es gibt viele, sich stetig verringernde, administrative Hindernisse, die dem Schutz der japanischen Industrie und der Stärkung der Exportmacht Japans dienen. Aber es gibt auch Behinderungen traditionellen oder mentalen Ursprungs, deren Bewältigung nur durch eine vermehrte Anstrengung und ein starkes Engagement möglich ist. Solche Hürden gilt es zu nehmen, wenn die Gründung eines Unternehmens in Japan zum Erfolg führen soll.

Zu den unbewusst als nicht-tarifäre Handelshemmnisse aufgebauten und sehr störenden Hindernissen gehören auch diejenigen, die auf gesellschaftliche Veränderungen zurückzuführen sind, wie z.B. der steigende Trend zur Kleinfamilie, die jüngere Entwicklung zur Single – Gesellschaft, die Überalterung der Gesellschaft, oder auch die Neudefinition der Geschlechterfunktionen.

Noch mehr als früher ist heute die Phantasie ausländischer Unternehmer gefragt, wenn sie mit einheimischen Unternehmen um die ohnehin geringe Anzahl japanischer Hochschulabgänger konkurrieren wollen. Vor allem für die Aufnahme des Konkurrenzkampfes ist es wichtig, all jene Informationen zusammenzutragen, die man benötigt, um schließlich über die Entwicklung eigener Strategien entscheiden zu können.

Japan als Industrienation ist nicht nur einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands, sondern zunehmend auch einer seiner unmittelbarsten Konkurrenten. Dennoch, oder auch gerade aus diesem Grunde ist Japan trotz aller Probleme ein attraktiver Markt mit großem Potential, denn er bietet bei erfolgreicher Planung sehr gute Absatzmöglichkeiten.

Allerdings muss man sich bewusst sein, dass sowohl eine langfristige Planung, als auch eine genaue Kenntnis der speziellen Marktstrukturen notwendig sind. Dabei begegne ich dem Grundsatz, dass Konkurrenz an sich nichts Schlechtes ist, sondern im Gegenteil aus rein wirtschaftsgeschichtlicher Sichtweise heraus den bisherigen Motor des Wohlstandes westlicher Industriestaaten darstellt.

Wenn jedoch Konkurrenz und zunehmend freier Zugang zum japanischen Markt auch weiterhin zum Ergebnis eines gewissen Wohlstandes führen sollen, so ist es jedenfalls nötig, ein Minimum an Transparenz herzustellen und alle Marktteilnehmer mit denjenigen Informationen zu versorgen, die sie zur Entscheidungsfindung benötigen.[1]

Innerhalb meiner Arbeit werde ich aufzeigen, mit welchen Besonderheiten in den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen und vor allem in Bezug auf das Personalmanagement ein Unternehmer rechnen muss, der sich mit Expansionsgedanken auf dem japanischen Markt trägt. So ist es das Ziel meiner Arbeit, möglichst vielen expandierenden Unternehmen wenigstens zum Teil die nötige Einsicht in den japanischen Markt zu verschaffen. Zu diesem Zweck habe ich meine Arbeit in zwei größere Bereiche aufgeteilt, nämlich zum einen den Bereich, in dem ich generell den japanischen Arbeitsmarkt und dessen Umfeld beschreibe, und weiterhin einen Bereich, in welchem ich speziell auf das japanische Management eingehen werde.

Den entscheidenden Anstoß dazu, gerade in diesem Themenbereich zu forschen und eine Arbeit zu verfassen, habe ich zum einen durch mein einjähriges Praktikum beim deutschen TÜV in Yokohama (Japan) erhalten. Hier war ich unter anderem für die Dauer von 4 Monaten in der Abteilung FEMAC (= F ar E astern M arket Ac cess) tätig. Diese war auch für die Beantwortung der Fragen von auf den japanischen Markt expandierender Kunden zuständig. Daher hatte ich unter anderem Kontakte zur DIHK in Japan, in der mehrfach Gespräche im Bereich meiner Arbeit aufkamen, die den Grundgedanken der Thematik in mir erzeugt haben.

Ein zweiter Grund ist für mich die Neigung zum Themenbereich der Internationalen Personalorganisation, denn mit dem Studium an dieser Arbeit kann ich mich schon jetzt mit meinem angestrebten zukünftigen Arbeitsbereich eingehend befassen.

2. Markteintritts- und Exportstrategien – Grundgedanken

Vor ca. 14 Jahren befand sich Japans Wirtschaft in einer tiefen Rezession. Nach dem Platzen der „bubble economy“[2] hatte man dort mit vielerlei Problemen zu kämpfen. Durch Fehlspekulationen in der Immobilienbranche gab es in Japan eine Reihe „fauler Kredite“[3], die zu großen Verlusten im Bankensektor führten. Ein Beispiel hierfür waren die Zusammenbrüche von Sanyo Securities (7.größter Makler), der Hokkaido Takushoku Bank (10.größte Geschäftsbank) und zuletzt von Yamaichi Securities (4.größtes Wertpapierhaus) in Japan. Man kann diese Unternehmen auch als Opfer der Deregulierung auf dem japanischen Markt betrachten. Früher wurden solche Unternehmen von Seiten der Regierung subventioniert, jedoch ist dies im Rahmen der Umstrukturierungsmaßnahmen, durch welche die Regierung die Wirtschaft wieder in Schwung bringen will, nun nicht mehr der Fall.

Vergleicht man das reale Wachstum des BIP[4] der letzten Jahre, so ist zu sehen, dass die Maßnahmen in der Vergangenheit nur bedingt als Erfolg gewertet werden können. So liegt das reale Wirtschaftswachstum seit 1992 bis 2000 bei unter 1%. Daher entwickelte die Regierung verschiedene Programme zur Konjunkturbelebung und Veränderung der Marktstruktur. Diese Maßnahmen wurden unter dem Begriff der „Deregulierungen“[5] zusammengefasst. Sie sollen die Marktaktivitäten steigern und den Markteintritt vereinfachen und bieten gleichzeitig Chancen für ausländische Unternehmen, sich auf dem japanischen Markt zu engagieren. Trotz seiner Besonderheiten ist Japan immer noch ein sehr attraktiver Markt mit großem Potenzial.

Ein weiterer Anreiz für die Teilnahme am japanischen Markt ist die Tatsache, dass einheimische Unternehmen auf den wachsenden japanischen Märkten sehr stark sind. Befindet sich also ein ausländisches Unternehmen schon in Japan in der Lage, gewinnbringend Konkurrenz zu betreiben, so ist dies aller Voraussicht nach auch auf allen anderen Weltmärkten möglich.

Generell muss man dabei beachten, dass der international in den letzten Jahrzehnten um ein vielfaches angestiegene Wettbewerb, der zugleich mit einem hohen Innovations- und Technologiedruck einhergeht, die Unternehmen dazu zwingt, in immer kürzeren Zeiträumen qualitativ hochwertige Produkte zu erzeugen, um mit der Konkurrenz mitzuhalten und auf den mittlerweile recht gesättigten Märkten zu bestehen. Zurückgehend auf die große Geschwindigkeit technologischen Fortschritts gibt es steigende Produktivität bei fallenden Kosten. Somit ist die Notwendigkeit gegeben, bei steigenden und stärker differenzierten Kundenwünschen, Zeit und Kosten verstärkt einzusparen. Dies ist besonders wichtig, wenn man über die richtige Strategie für den Eintritt in einen neuen Markt nachdenkt.

Da sich diese Arbeit mit dem japanischen Markt befasst, wird hier auf den deutschen Markt nicht näher eingegangen. Nur die zum Verstehen unabdingbar notwendigen Kenntnisse werden im Folgenden kurz erwähnt: Im Idealfalle unterliegen Unternehmen (so beim ersten Einblick in fremde Firmen) einem evolutionären Entwicklungsprozess. Dieser beginnt mit der Bearbeitung des Marktes im eigenen Land und endet, bedingt durch die Möglichkeiten des Unternehmens, mit der Teilnahme am internationalen Geschäft.[6]

Eine internationale Betätigung kann unterschiedliche Formen haben. Grundlegend für die Entscheidung für eine bestimmte Betätigungsform sind sowohl die gegebenen Voraussetzungen, als auch die Zielvorstellungen des Unternehmens. Der Verbindungsaufbau zu einem ausländischen Markt beim Markteintritt verläuft in mehreren Stufen:

- Die erste Stufe ist der indirekte Export der Produkte über einen selbstständigen Exporteur, der die Güter ausführt und im Ausland eigenständig und auf eigenes Risiko verkauft.
- In der zweiten Stufe wird ohne Einschaltung eines Absatzmittlers direkt an ausländische Kunden verkauft.
- Auf der letzten Stufe schließlich steht eine ausländische Niederlassung oder sogar eine Tochtergesellschaft. Diese Reihenfolge kann man als einen Entwicklungsprozess sehen.[7]

Dabei gibt es viele unterschiedliche Bestimmungsfaktoren der Markteintrittsstrategie bzw. der entsprechenden Barrieren um einen Markteintritt zu erschweren oder ggf. sogar zu verhindern.

1.) Intern begrenzende Faktoren, die die Auswahl zwischen verschiedenen Eintrittsstrategien verkleinern, sind vor allem a) in der Unternehmenskultur und b) in den Ressourcen des Unternehmens verankert.
2.) Extern begrenzende Faktoren finden sich vor allem im politisch-rechtlichen Umfeld des Unternehmens, z.B. a) Vorschriften über Beteiligungen, sogenannten „Local-Content-Vorschriften“[8] und b) Vorschriften zur Begrenzung des Gewinntransfers oder c) des Wechselkursverhältnisses.

Wichtig für Unternehmen die nach Japan expandieren wollen ist auch die Frage, ob das zu verkaufende Produkt adaptiert werden kann, oder ob es zu einer Teiladaption und einer länderspezifischen Anpassung kommen muss. Auch sollte vorab geklärt sein, welche Ressourcen an Arbeit, Kapital und ggf. Boden zur Verfügung stehen.

Außerdem sollten Mitarbeiter, deren späterer Einsatz auf Management-Ebene geplant ist, grundsätzlich über Wissen zur Geschichte, Gesellschaft, Kultur und Sprache des Landes verfügen. Auch ein Besuch des zukünftigen Gastlandes und dort ansässiger Unternehmen kann Teil eines spezifischen Kennenlern-Programmes sein. Zu solchen grundlegenden Bedingungen kommen noch die Besonderheiten des japanischen Marktes.

Den erfolgverheißenden Unternehmer, der Absatzchancen in Japan wahrnehmen will, zeichnet vor allem aus, dass er voller Energien steckt, mutig und reaktionsschnell handelt und vor allem, dass er seine Kräfte taktisch klug plant und gezielt einsetzt.[9] Natürlich gibt es auch deutsche Unternehmer, die mit einem recht ungeeigneten Produkt oder ohne Kenntnis von Land, Kultur und Sprache oder mit einer völlig falschen Vorgehensweise versuchen, in einem übereilten Schritt auf den japanischen Markt vorzudringen. Doch sind solche Versuche in aller Regel nicht von Erfolg gekrönt.

Besondere Erfolge erzielten in der Vergangenheit diejenigen Unternehmen, die ihrem Engagement auf dem japanischen Markt eine umsichtige und längerfristige Planung vorausgehen ließen. Zwar ist es immer aufwendig, wenn ein Unternehmer eine systematische Markteintrittsstrategie für Japan erarbeitet oder zu diesem Zwecke einen Japanexperten beschäftigt, jedoch lässt eine solche Vorgehensweise nach meiner Meinung ungleich höhere Chancen entstehen.

Nicht verzichten sollte man dabei vor allem auf eine grundlegende Analyse der Marktchancen des Produktes, auf eine konsequente Erarbeitung der richtigen Markteintrittsstrategie und auf die Erstellung eines grob umrissenen Profils des idealen Partnerunternehmens für eine einzugehende Kooperation, ganz gleich welcher Art diese letztlich werden soll.[10] Nur mit Hilfe einer derartigen soliden Planung und mit der sorgfältigen Auswahl des Partners mit dem richtigen Profil, der nicht nur groß und bekannt sein, sondern jedenfalls langfristiges Interesse, entsprechendes Engagement und eine gute Portion Know-how mitbringen sollte, gelang so auch der Bär GmbH der positive Verlauf des Markteinstiegs.11

Diese und andere Unternehmensgeschichten zeigen, dass es für deutsche Unternehmen in Reichweite liegt, den japanischen Markt zu erobern. Unter der Bedingung, dass das Produkt stimmig ist und die richtige Strategie ausgewählt wird, ist es möglich, Hindernisse zu überwinden, und Absatzgewinne, sowie Wissenstransfer zu gewinnen.[11]

3. Kulturelle, soziale und ökonomische Besonderheiten in Japan

Anders als in vielen anderen Ländern Asiens gibt es in Japan recht komplizierte Mechanismen in der Kultur, im sozialen Bereich und vor allem in der Ökonomie. Während sich in China oder Südostasien die Märkte noch in der Entstehung befinden, vollzog sich in Japan seit dem 2. Weltkrieg ein kontinuierlicher Aufbau der Wirtschaft. So gelang Japan der Schritt zu einer der führenden Weltwirtschaftsmächte.

Infolgedessen herrschen dort Strukturen vor, die um einiges komplizierter sind als die vergleichbaren in Deutschland. Man kann sich sicher sein, dass in Japan alles seine Zeit braucht und somit Geduld wohl eine der vordringlichsten Charaktereigenschaften erfolgreicher Manager in Japan ist. Außerdem gehört die Vorbereitung der europäischen Partner auf die sehr speziellen Bedingungen des Landes zu den Aufgaben des Unternehmers, der dort Erfolge verzeichnen will. Auf einige dieser speziellen Bedingungen wird im folgenden Kapitel eingegangen.

3.1 Keiretsu

Die japanische Wirtschaft wird gezeichnet durch netzwerkartige Verflechtungen, die eine historische Tradition besitzen und heute in Form von Keiretsu - Unternehmensgruppen anzutreffen sind. Diese industriellen Konglomerate sind nach horizontalen und vertikalen Keiretsu zu unterscheiden und in nahezu allen Wirtschaftssektoren Japans zu finden.[12] Eine Arbeitsteilung im Sinne der Keiretsu ist auch in Deutschland nicht unüblich, jedoch nennt man sie anders. Keiretsu in Japan werden ebenso sehr hart umstritten, wie auch bewundert. Je nach eigenem Standpunkt verbindet man mit den Keiretsu entweder Begriffe aus den Bereichen Marktbeherrschung und nicht-tarifäre Marktzugangshemmnisse oder Sicherheit und Stabilität.

Will man die japanischen Verbundgruppen definieren, so stellt sich schon anfangs die Frage nach der korrekten Bezeichnung für diese Unternehmensgruppen, die den Inhalt solch einer Gruppe seiner individuellen Bedeutung entsprechend am besten wiedergibt. In der Fachliteratur finden sich die unterschiedlichsten Bezeichnungen für die Unternehmensgruppen: Mischkonzerne, Unternehmensverbände, Konsortien, Horizontal- und Vertikalgruppen, Produktions- und Distributionsverbände. Auch im Japanischen finden sich diverse, wenn auch vage Begriffe, wie Kigyō Keiretsu, Kigyō Shūdan, Shihon Keiretsu, etc. Zwar bildet sich mit solchen Bezeichnungen genug Spielraum für unterschiedliche Interpretationen heraus, den man zum Vergleich von Aufbau, Zusammenhalt und Erscheinungsbild einzelner Gruppen auch benötigt, jedoch sollte man sich auf einen Terminus einigen können. So kann man eindeutig zunächst den Bereich einzugrenzen, mit dem man sich überhaupt eingehender befassen will. Nach meiner Meinung eignet sich dazu noch am ehesten der Begriff „Wirtschaftliche Verbundgruppe“, der seinen Ursprung in der deutschen Betriebswirtschaftslehre hat.

Als horizontale Unternehmensgruppen gelten die sechs großen Unternehmensgruppen, auch als „Big Six“[13] bekannt, die jeweils branchenübergreifend handeln und um eine Bank gruppiert sind. Sie sind die als am stärksten und repräsentativsten beschriebenen Verbundgruppen, sodass jegliche Probleme innerhalb dieser Verbände in der Vergangenheit immer internationale Konflikte nach sich zogen.[14] Außerdem stehen im Kern der Gruppe mindestens ein Generalhandelshaus (= sōgō shōsha) und ein bzw. mehrere große Unternehmen. Insgesamt zählen 163 Unternehmen zu diesen sechs großen Gruppen, die eine große wirtschaftliche Macht verkörpern, weil 16,23 % des japanischen Umsatzes und 13,63 % aller Gewinne durch sie erwirtschaftet werden und sie 13,24 % des Gesamtkapitals auf sich vereinigen.[15]

Horizontale Keiretsu sind durch finanzielle Verflechtungen, durch wechselseitigen Aktienbesitz und die Entsendung von Direktoren[16] in das „Board of Directors“ anderer Unternehmen verbunden. Die finanziellen Aktienbeteiligungen (kabushiki mochiai) wurden entwickelt, um feindliche Übernahmen zu verhindern, während die Entsendung der Direktoren der Informationsgewinnung und –verbreitung dienen. Typisch für die horizontalen Keiretsu sind außerdem die Presidents’ Councils (shachōkai), das sind regelmäßige Treffen der Firmenpräsidenten der angebundenen Unternehmen der Gruppe. Die Funktionen dieser Treffen geben auch heute noch Anlass zu Mutmaßungen.[17] Eine ihrer Funktion dürfte die Weitergabe verschiedener Informationen hinsichtlich der Unternehmen sein.

Vertikale Keiretsu unterscheidet man weiter in Produktions- oder Distributions keiretsu. Produktions keiretsu sind überwiegend im produzierenden Gewerbe vertreten. Sie zeichnen sich durch eine vertikale Gliederung mit einem Endhersteller an der Spitze und pyramidenförmig angebundenen Zulieferern (shitauke) in mehreren Ebenen aus. Dabei befinden sich die Zulieferunternehmen in relativ starker Abhängigkeit zur Muttergesellschaft, die über eine Aktienbeteiligung sowie Technologie- und Personaltransfers mit ihnen verbunden ist. Die Beziehungen sind auf lange Zeit angelegt und sorgen so für verringerte Transaktionskosten.

Als Distributions keiretsu bezeichnet man das Zusammenwirken von Industrie, Großhandel und Einzelhandel. Beispiele sind die Vertriebssysteme für Autos, für elektronische Geräte und für Kosmetika.[18] Die Distribution wird von den Produzenten ab Werk über eine mehrstufige Handelskette gesondert organisiert. Konkurrierende Hersteller haben zu diesem System in aller Regel keinen Zugang.[19] Allerdings weisen nach den Gesetzesänderungen von 1991 und 1995 zum Zwecke der Deregulierungen im Handel gerade die Distributions keiretsu eine starke Tendenz zur Auflösung auf.

Bereits seit Jahren wird vielfach eine Auflösung der Keiretsu diskutiert. Doch steht deren Ende nicht unmittelbar bevor. Zudem verläuft der Prozess der Veränderungen in den einzelnen Gruppen recht unterschiedlich. Als sicher ist anzunehmen, dass Veränderungen in der Industriestruktur kommen werden. Fusionen im Bankensektor im vergangenen Jahrzehnt gaben den entscheidenden Antrieb. Trotz der intensiven Bewegungen der 1990er Jahre ist der Wandel in dieser Branche noch nicht abgeschlossen. Und des Öfteren wird spekuliert, welche Bank oder Versicherung als nächste fusionieren wird. Die Fusionen der Banken wirken sich auf andere Gruppenmitglieder aus. Die Entscheidung der Firmen, sich aus Gruppen zu lösen oder an andere anzuschließen, wird künftig wohl nach erwarteter Vorteils- oder Gewinnsituation entschieden.[20]

Eine Tatsache allerdings spricht gegen diese Sichtweise: Da das 21. Jahrhundert bereits als Informationszeitalter gesehen werden kann, werden Informationen, verbunden mit deren Transfer, immer wichtiger. Die Vernetzung ist dazu die Basis. Sie wirkt als Nährboden und ist gleichzeitig Instrument des Transfers.[21]

Nach gründlicher Überarbeitung allen vorliegenden Materials liegt die Überzeugung nahe, dass eine treibende Kraft bereits begonnen hat, die Keiretsu zu schwächen und die traditionellen Verflechtungen aufzuweichen. Nicht heute und auch nicht morgen, aber auf einen längeren Zeitraum betrachtet, werden sich vermutlich die Firmenstrukturen auflösen, bzw. durch Fusionen, Firmenneugründungen oder auch Umorganisation in neue Unternehmensformen wandeln.

3.2 Sprachbarrieren

Wer sich schon einmal mit dem Erlernen einer fremden Sprache beschäftigt hat, der wird zustimmen, dass das Verständnis sprachlicher Strukturen schwierig ist. Hinter einer Sprache steht auch immer die Kultur des Landes, aus der heraus sie sich entwickelt hat.

Im Falle des Japanischen kommt erschwerend hinzu, dass es in einem Mix aus drei Schriftarten geschrieben wird: Den „ Kanji “, den aus dem Chinesischen übernommenen Wortschriftzeichen; obwohl jeder willkürlich ausgewählte Text auch nur mit den nachfolgend erwähnten Schriftarten geschrieben werden kann. Für den allgemeinen Gebrauch werden vom Rat für japanische Sprache etwa 2000 sogenannte Toyo-Kanji als Basis der japanischen Schrift empfohlen. Ein durchschnittlich gebildeter Japaner beherrscht jedoch etwa 3000 Kanji, während man in der Literatur 4000 verwendet.[22]

Neben den Kanji gibt es die „ Hiragana “, eine in Japan entwickelte Silbenschrift, und schließlich die „ Katakana “, eine weitere Silbenschrift, die man aber nur für Fremdwörter und die Darstellung ausländischer Namen benutzt. Umfangreiche japanische Lexika beinhalten insgesamt etwa 10.000 Kanji. –Man muss also neue Schriftzeichen lernen und kann nicht mehr auf das schon bekannte lateinische Alphabet zurückgreifen. Daher steht für mich heute nach mehr als 10 Jahren eingehender Beschäftigung mit der japanischen Sprache und Kultur fest, dass es nur einem in einer japanischen Stadt geborenen und dort auch aufwachsenden Menschen gelingen kann, die Sprache perfekt zu lernen.

Natürlich kann man sich in Japan prinzipiell auch mit Englisch oder Deutsch verständlich machen, zumal offensichtlich viele Mitarbeiter ausländischer Unternehmen in Japan davon ausgehen, dass als interne Sprache die des Mutterhauses gesprochen wird.[23] Jedoch wird man mit dem Vertreten solcher Ansichten nicht mit den dortigen Menschen und deren Mentalität in Kontakt kommen. Dies erschwert die tägliche Arbeit, denn zu viele Unternehmer vertreten das Argument „wir bezahlen Sie nicht, damit Sie nach Japan gehen und dort eine Sprache lernen. Wir bezahlen Sie dafür, dass Sie ihre Arbeit machen.“[24]

Man muss sich an dieser Stelle fragen, warum jenen Unternehmen nicht klar ist, dass die Sprache Teil der Arbeit ist und ihrer Unkenntnis also die Arbeit unnötig erschwert? Würde ein ausländischer Manager in de USA auch ohne Kenntnis des Wall Street Journal seine Arbeit angehen? – Nein, das vermag man nicht zu glauben! In Japan jedoch gehen jeden Tag vermutlich 98 % der ausländischen Manager zur Arbeit, ohne zu wissen, was in der aktuellen Ausgabe der führenden Wirtschaftszeitung Japans steht. Eine englischsprachige Ausgabe derselben erscheint nur wöchentlich und stellt eine nachträgliche Zusammenfassung dar.

Fernsehnachrichten oder Werbung sowie soziale Geschehnisse werden von diesen Führungskräften ebenso wenig verstanden. Aber wer würde in den USA oder England Geschäfte machen wollen, ohne über geringste Kenntnisse der englischen Sprache zu verfügen, in Frankreich ohne Französisch oder in Russland ohne Russisch? Und wer wäre dazu bereit, damit bar jeglicher Möglichkeit der Mitarbeiterkommunikation zu operieren? Es müssen doch Unwissenheit oder Arroganz sein, die zu der Annahme verleiten, als Analphabet im Land einer der Weltwirtschaftsmächte erfolgreich Geschäfte machen zu können.

Diesem Trend möchte die Kommission der Europäischen Gemeinschaften entgegenwirken. Im Rahmen des 1979 gegründeten Exportförderungsprogramms wird das Ziel verfolgt, den europäischen Handel in Japan zu fördern. Innerhalb der EG-Kommission ist man sich sicher, dass man vor allem Geschäftsleute benötigt, die Kenntnisse der japanischen Sprache haben und wenigstens über ein grundlegendes Verständnis japanischen Geschäftsgebarens verfügen.

Man rief also das „Executive Training Programme“ ins Leben, das in den ersten 10 Jahren bereits von über 350 europäischen Führungskräften der Wirtschaft genutzt wurde. Die Kurse dauern jeweils 18 Monate und finden im einjährigen Turnus statt. Im ersten Jahr wird ein wirtschaftsorientiertes intensives Sprachtraining durchgeführt, das von Seminaren, Vorlesungen und Betriebsbesichtigungen begleitet wird. Im Vordergrund steht das Erlernen der gesprochenen und geschriebenen Sprache.[25] Das folgende halbe Jahr wird zu Arbeitsaufenthalten in einem oder mehreren japanischen Unternehmen genutzt. So erhalten die jungen Führungskräfte einen Einblick in die japanischen Geschäftspraktiken, sie knüpfen wichtige Kontakte für spätere Geschäftsbeziehungen und erhalten so auch Gelegenheit zur Vervollkommnung ihrer Sprachkenntnisse.[26]

Man muss sich vergegenwärtigen, dass nach nur 18 Monaten intensiven Sprachstudiums noch kein fließendes Japanisch erwartet werden kann. Und auch wenn man schon einen Vorteil dadurch erringt, dass man sich seinem japanischen Geschäftspartner gegenüber einigermaßen verständlich machen kann, so ist dies doch keine Garantie zur Vermeidung von Fehlern. Ein japanisches Sprichwort lautet übersetzt: „Sage Eins und meine Zehn!“ Das bedeutet, dass Japaner davon ausgehen, dass, wenn sie etwas sagen, ihre Aussage noch mehr beinhaltet. Man baut darauf, dass aufgrund des Allgemeinwissens in Japan auch die anderen Bedeutungen ohne weitere Erklärung verstanden werden.

Als Ausländer mit anderem kulturellen Hintergrund ist es daher de facto nicht ausreichend, nur die Sprache zu sprechen. Doch wird man bereits besser ausgestattet sein als der Manager, der sich nur auf die englische Sprache stützt und wird entsprechend auf weniger Missgeschicke stoßen. Wenn man hingegen nur über die englische Sprache verfügt, so muss man sich bewusst sein, dass es einer gewissen Stärke bedarf, um vor der Konkurrenz bestehen zu können, da der geringste Fehler doch bereits das Aus einer geschäftlichen Beziehung bedeuten kann.[27]

3.3 Deregulierung

Unter dem Oberbegriff der Deregulierung sind Bestrebungen zusammengefasst, welche die japanische Wirtschaft umgestalten und transparenter machen sollen. Damit sollen ein vermehrter Wettbewerb ermöglicht und Handelshemmnisse abgeschafft bzw. reduziert werden. Druck auf die japanische Regierung zu Maßnahmen dieser Art üben von außen sowohl die Europäische Union als auch die USA aus, die im Interesse von Unternehmen ihrer Länder auf eine schnelle und umfassende Öffnung des japanischen Marktes drängen. Innerhalb Japans gibt es Druck durch den Keidanren[28], der darauf drängt, die alten Wirtschaftsstrukturen abzuschaffen, um so den Wettbewerb zu stärken und die Wirtschaft zu revitalisieren, während der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) ein Freihandelsabkommen zurzeit noch ablehnt.[29] Diese Forderungen sind zwar schon etliche Jahre alt, haben jedoch bislang nichts an Aktualität eingebüßt.

Seit 1993 wurden und werden etwa 11.000 Regelungen der unterschiedlichsten wirtschaftlichen Bereiche auf ihre Aktualisierung, Vereinfachung oder Abschaffung überprüft. Die Umsetzung des Arbeitsprogramms stößt dabei auf Widerstand innerhalb der japanischen Gesellschaft, weil sie oftmals tief in überkommene Besitzstände eingreift. Betroffen sind vor allem Verwaltungsressorts, deren bislang weitgehend unbeschränkte Freiheit zum Erlass von wirtschaftlichen Verordnungen eingeschränkt und selbst an rechtsstaatliche Normen gebunden werden soll.[30] Gleiches gilt aber auch für die Wirtschaftsverbände, deren Mitglieder bislang selbstständig für die Erstellung bindender Verordnungen für bestimmte Wirtschaftsbereiche zuständig waren. So wurde der Marktzugang für neue Unternehmen Japans oder aus dem Ausland bisher erschwert.

Entsprechend der Interessenlage verlaufen die Trennlinien zwischen den Befürwortern und den Gegnern quer durch die Wirtschaft und Verwaltung. Im Keidanren haben sich die Anhänger der Deregulierung durchgesetzt. Dies geschah vor allem aus dem Grunde, dass viele Unternehmen unter dem komplizierten, vagen und in der Durchführung unberechenbaren Regelwerk leiden. In der Verwaltung sind es vor allem die Bereiche, die zuständig sind für Transport, Inneres, Gesundheit, Landwirtschaft, Post und Telekommunikation, aber auch der Finanzressort ist ein Gegner der Deregulierung.[31] Daher ist die Art der Durchführung des Programms der Regierung von großer Bedeutsamkeit.

Ernsthafte Anstrengungen zur Deregulierung wurden in der Regierung unter Hosokawa mit einem langfristig angelegten Aktionsprogramm unternommen. Ein „Hauptquartier zur Förderung der Verwaltungsreform“ wurde eingerichtet, dem sämtliche Regierungsmitglieder angehören. Das Hauptquartier wiederum ist in Arbeitsgruppen aufgeteilt, die für bestimmte Bereiche zuständig sind, so auch ein unabhängiges Komitee für die Verwaltungsreform, das sich aus „private-sector wise men“[32] zusammensetzt. Das auf fünf Jahre angelegte Programm zur Deregulierung wurde von der Murayama-Regierung fortgesetzt und im April 1995 wurde ein überarbeiteter Entwurf des Deregulierungsplans vorgelegt. Kernpunkte sind vor allem: Die Aufhebung des Verbotes von Holding Gesellschaften, erweiterte Spielräume für Rabatt-Gewährungen, die Überarbeitung des „Large-Retail-Store-Law“, die Vergabe terrestrischer Frequenzen, die Zulassung von Selbstbedienungstankstellen, eine tiefer gehende Deregulierung auf dem Finanz- und Bankensektor, der Wegfall von Exportbeschränkungen für Gebrauchtwagen und schließlich der Wegfall von Exportkontrollen auf diverse Produkte der Landwirtschaft.[33]

Der neue Plan wurde zwar von den ausländischen Interessenvertretungen und japanischen Industrieverbänden begrüßt, jedoch ist sicher, dass er längst nicht ausreichen wird. Sein Erfolg ist nicht zuletzt davon abhängig, dass die mit den Aufgaben hinsichtlich der Umsetzung des Planes betrauten Stellen die Sachinformationen über praktische Probleme aus der Wirtschaft bekommen. Damit in engem Zusammenhang steht besonders ein Problem, nämlich dass die Selbstständigkeit des Komitees nur garantiert werden kann, wenn ihm nicht nur ehemalige Beamte der Verwaltung angehören wie bisher, die zwischenzeitlich auf einen höheren Posten in der freien Wirtschaft übergewechselt sind, da die Sachinformationen von Seiten der Verwaltung als Deregulierungsgegner größtenteils vorenthalten werden.[34]

1997 wurden erste größere Erfolge der Deregulierung verzeichnet. Gemäß einer Berechnung der japanischen Behörde für Wirtschaftsplanung haben die Vorteile, welche Verbraucher und Unternehmer in den zurückliegenden Jahren dadurch errungen haben, einen bezifferten Wert von 4,6 Billionen Yen (das entspricht etwa 36,9 Milliarden US-Dollar).[35]

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Marktzugangshemmnisse in Japan rückläufig sind. Beinahe wöchentlich werden neue Ansätze zur Deregulierung und zur Abschaffung nicht-tarifärer Handelshemmnisse bekannt. Allerdings wird es trotz aller Deregulierung und Marktöffnung immer Hemmnisse kultureller und Japan spezifischer Art geben, da in Japan auch zukünftig eigene Gesetze Gültigkeit haben werden.

3.4 Wohlfahrtssystem

Ähnlich wie auch in Deutschland wurde in Japan die Einführung der ersten Sozialversicherungen (1922 bzw. 1939) zunächst nicht unter dem Gesichtspunkt der Wohlfahrt vollzogen, sondern vielmehr mit dem Ziel, qualifizierte Arbeitskräfte für Kriegsvorbereitungen zu werben und die bestehende politische Ordnung zu fundieren.[36] Ende des Zweiten Weltkriegs wurde 1947 auf Druck des Supreme Commander of the Aliied Powers (=SCAP) in Japan eine demokratische Verfassung eingeführt. Die Verfassung konstituierte Japan erstmals als demokratischen Rechts- und vor allen Dingen als Sozialstaat durch die Sozialstaatsverpflichtung in Artikel 25 der Verfassung:

,,Jeder Bürger hat das Recht auf ein Mindestmaß an gesundem und kultiviertem Leben. Auf allen Gebieten des Lebens hat der Staat sich um die Entwicklung und Mehrung des sozialen Wohls, der sozialen Sicherheit und der allgemeinen Gesundheit zu bemühen.“[37] Hierbei handelt es sich allerdings nicht um ein einklagbares Recht, wie der Oberste Gerichtshof entschieden hat, es sei vielmehr als Leitfaden zu verstehen, der den „Gesetzgeber politisch und moralisch verpflichtet, für ein menschenwürdiges Leben des Bürgers zu sorgen“.[38]

Die Sozialstaatsverpflichtung schuf die Grundlage für das heutige Sozialsystem Japans. Die anfänglich auf bestimmte Beschäftigungsgruppen begrenzten Versicherungen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg schrittweise auf größere Bevölkerungsteile ausgeweitet, wobei aber die lohn-, arbeits- und berufsbezogene Struktur bis zur Gegenwart erhalten blieb, und die Sozialhilfe sowie die Arbeitslosenversicherung wurden erstmals gesetzlich festgeschrieben.. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs gab es in Japan also kein soziales Sicherungssystem nach wohlfahrtsstaatlichem Verständnis.

Es dauerte allerdings bis in die 1970er Jahre hinein, bis sich ein System etabliert hatte, das in der Lage war, die japanische Bevölkerung sozial abzusichern. Bis dahin wollte Japan dem westlichen Vorbild folgen bzw. mit diesem gleichziehen. Besonders in der Renten- und Gesundheitspolitik kam es daher schon bald zu einem Anstieg der staatlichen Sozialleistungen.[39]

Die Nachkriegszeit Japans stellte die Anfangsphase des heutigen Sozialversicherungssystem Japans dar, doch ähnlich wie auch in Deutschland galt es, in erster Linie die zerstörte Wirtschaft aufzubauen, sodass alle verfügbaren Kräfte aus Politik und Gesellschaft für den Wiederaufbau mobilisiert wurden. Erst mit dem einsetzenden Wohlstand der japanischen Bevölkerung in der Phase des wirtschaftlichen Hochwachstums Ende der 1960er Jahre entstand das Bedürfnis nach sozialer Sicherheit. Die Weichen für eine grundlegende Reformierung des sozialen Sicherungssystems waren gestellt. Dem Finanzhaushalt ging es gut, das reale Wirtschaftswachstum Japans belief sich Anfang der 1970er Jahre auf 7,5 %.[40] Außerdem sollte das Rentensystem von Grund auf reformiert werden, da es keine einheitliche Zugangsberechtigung darstellte, sodass der gesellschaftliche Druck auf die Regierung, für Gleichheit zu sorgen, anstieg. 1973 rief Ministerpräsident Tanaka also den Anfang einer ,,Ära der Wohlfahrt“ aus, im Japanischen wird dieses Jahr als fukushi gannen bezeichnet.[41] Nach und nach wurden die einzelnen Komponenten des Sozialsystems novelliert.

Mit der Ölkrise Mitte der 1970er Jahre wurden die steigenden Sozialausgaben zunehmend als Gefahr für die Konkurrenzfähigkeit des Exports angesehen und sollten daher begrenzt werden. In der Folgezeit galt nicht mehr das Leitbild eines Wohlfahrtsstaates nach westlichem Vorbild, sondern die Vorstellung eines spezifischen japanischen Modells bestimmte die öffentliche Meinung. Eine Kombination aus privaten und öffentlichen Leistungen, aufbauend auf dem Prinzip der Selbsthilfe, galt als die neue Lösung sozialstaatlicher Entwicklung.[42]

In den 1980er Jahren gab es zahlreiche Reformen, welche die Kürzung von Leistungen zur Folge hatten und so den Kostenanstieg auf dem Sozialsektor abbremsten. Parallel dazu gab es eine umfangreiche Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik sowie eine zunehmend unterstützende Landwirtschafts- und Einzelhandelspolitik des Staates mit den Zielen eines hohen Beschäftigungsgrades und eines abgefederten Strukturwandels.[43]

Auch in den 1990er Jahren wurden wieder zahlreiche Leistungskürzungen beschlossen, während mit der Einführung der Pflegeversicherung eine neue Säule der öffentlichen Sozialversicherung aufgestellt wurde. Diese Säule wird allerdings in Zukunft hohe Ausgaben durch die öffentlichen Kassen bedeuten, da 45 % der Ausgaben aus Steuern finanziert sind und bisher keine bedeutsamen Maßnahmen zur Kostenbegrenzung eingeführt wurden. Die Einführung der Pflegeversicherung macht allerdings deutlich, dass die japanische Sozialpolitik noch immer von einer umfassenden sozialen Verpflichtung ausgeht.[44]

Während jedoch die japanischen Tarifpartner bis in jüngere Zeit die Kürzungen ohne Widerspruch mitgetragen haben, werden vor allem von den Gewerkschaften neuerdings Äußerungen gegen weitere soziale Einschnitte laut, weil die Arbeitnehmerschaft Japans zunehmend durch die Schwächung der traditionellen Managementpraktiken[45] bedroht ist und damit öffentliche Leistungen – besonders die der Arbeitslosenversicherung –an Bedeutung gewinnen.[46]

a) Altersversorgung

Die öffentliche Alterssicherung in Japan verläuft dreistufig. Die Volksrente (kokumin nenkin) ist eine allgemeine Grundrente, auf die diverse betriebliche Altersrenten aufbauen, in der alle erwachsenen Bürger im Alter zwischen 20 und 60 Jahren versichert sind. Hauptziel der Volksrente ist es, all denjenigen, die nicht regulär beschäftigt sind, insbesondere den vielen Klein- und Kleinstunternehmern, ein minimales Einkommen im Alter zu sichern.

Bei einem einkommensunabhängigen fixen Monatsbeitrag von zur Zeit ca. 100 €, wobei eine Mindestbeitragszeit von 25 Jahren vorgeschrieben ist, beläuft sich die monatliche Rente bei voller Entrichtung der Beiträge monatlich auf etwa 500 €.[47] So können auch nicht berufstätige Hausfrauen für ihre Altersabsicherung sorgen. Ursprünglich wurde die Volksrente nach dem Kapitaldeckungsprinzip finanziert, doch aufgrund der demografischen Veränderungen musste man die Struktur in ein Umlageverfahren umwandeln.[48]

Für alle regulär Beschäftigten in Unternehmen mit dauerhaft mehr als 5 Arbeitnehmern und für deren Ehepartner gibt es Rentenversicherungssysteme, die denen in Deutschland ähnlich sind. Die Beiträge zum Volksrentensystem werden mit einbehalten. Zusätzlich sind Angehörige dieser Gruppe in einer zweiten öffentlichen Versicherung versichert, nämlich in der so genannten Arbeitnehmerrentenversicherung (kōsei nenkin) oder in einer Unterstützungskasse (kyōsai nenkin), insbesondere Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes und Lehrer. Für alle gelten die gleichen Regelungen. Bis 2004 beliefen sich die Beiträge auf 13,58 % der Einkommen, die je hälftig von Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu tragen sind.[49]

Als Besonderheit der bisher genannten Altersvorsorge sind die extrem hohen Reserven zu nennen, die in den Jahren gebildet wurden, in denen die Zahl der Beitragszahler hoch und die der Rentenempfänger noch vergleichsweise niedrig waren. Einschließlich einer Differenz, die sich aus einer Statistik der Bundeszentralbank ergibt, wiesen diese Reserven eine Höhe von 42 % des japanischen Bruttosozialprodukts auf.[50]

Zusätzlich zu diesen staatlichen Alterssicherungssystemen gibt es unterschiedliche Pensions- oder Altersruhegeldkassen. Fast alle Arbeitnehmer gelangen mit Eintritt ins Rentenalter in den Genuss der von ihren Unternehmen unterhaltenen Pensionsfonds und/ oder des Altersruhegeldes, das je nach Betriebszugehörigkeit bis zu 64 Grundgehälter betragen kann. Die Belastungen der großen und mittleren japanischen Betriebe betragen dabei monatlich etwa 700 €, womit eine etwa gleichwertige monatliche Rentenleistung erreicht wird. Altersruhegelder betragen im Durchschnitt etwa 150.000 €. Auch für Versicherte ohne Beschäftigung bzw. für Kleinunternehmer gibt es die Möglichkeit der zusätzlichen Absicherung in einem staatlichen Pensionsfonds.[51]

b) Arbeitsversicherung

Die Arbeitsversicherung (rōdō hoken) ist Teil der sozialen Absicherung in Japan und besteht aus der Arbeitsunfallversicherung (rōdōsha saigai hōshō hoken, abgekürzt oft rōsai hoken genannt) und der Arbeitslosenversicherung (koyō hoken). Dieses System ist auch für ausländische Arbeitnehmer gültig.

Die Arbeitsunfallversicherung tritt bei Verletzungen oder Erkrankungen ein, die in direktem Bezug zur Beschäftigung stehen oder auf dem Weg zur Arbeit geschehen. Sie ist in etwa vergleichbar mit dem Leistungsfall in Deutschland durch die Berufsgenossenschaften und finanziert sich durch die alleinigen Beiträge der Arbeitgeber. Die Versicherung zahlt Leistungen beispielsweise für Behandlungskosten (ryōyō hoshō), Arbeitsausfall (kyūgyō hoshō) oder Behinderungen (shōgai hoshō). Das Besondere in Japan ist jedoch, dass die Beschäftigten bzw. deren Hinterbliebene traditionellerweise auch Entschädigungszahlungen bei Tod durch Überarbeitung (karō) oder bei der durch Überarbeitung verursachten Selbsttötung erhalten.[52]

Die Arbeitslosenversicherung wurde 1947 eingeführt. Leistungen werden bei Arbeitslosigkeit auf Basis einer Unterstützung (shitsugyō kyūfu) gezahlt, um die finanzielle Sicherheit bis zum Beginn eines neuen Arbeitsverhältnisses zu garantieren. Grundsätzlich sind alle Arbeitgeber verpflichtet, ihre Arbeitnehmer in der Arbeitslosenversicherung anzumelden. Der Versicherungsbeitrag wird je hälftig von Arbeitgeber und Beschäftigten übernommen, oft werden zusätzlich erforderliche Subventionen durch den Staat gewährt.

Der japanischen Definition nach gilt als arbeitslos, wer im Erhebungszeitraum gar nicht oder weniger als eine Stunde beschäftigt war, obwohl eine Erwerbstätigkeit gewünscht und gesucht wurde. Diese recht restriktive Definition von Arbeitslosigkeit führte lange Zeit dazu, dass die Arbeitslosenquote sehr niedrig war (vor allen Dingen im Vergleich zu den deutschen Zahlen), genauso wie die Zahl der Leistungsempfänger. Leistungen können grundsätzlich nur empfangen werden, wenn eine mehr als zwölfmonatige Mitgliedschaft innerhalb der letzten zwei Jahre bestand und die Beschäftigten direkt vor dem Verlust des Arbeitsplatzes mindestens 6 Monate lang erwerbstätig waren. Ferner muss der Wille vorliegen, eine Arbeit aufzunehmen, und die Arbeitsfähigkeit feststehen.

1970 lag die Arbeitslosenquote bei 1,1 %, 1986/1987 bei 2,8 % und auch während der Wirtschaftskrise 1996 lag sie bei lediglich 3,4 % bzw. 4,4 % (1999)[53] Infolge der Rezession stieg die Arbeitslosigkeit zwar noch etwas an, hat sich zwischenzeitlich aber wieder erholt. Die Höhe der Unterstützung beläuft sich auf etwa 60 bis 80 % des Einkommens für maximal 300 Tage.[54] Die Leistung orientiert sich am Alter des Empfängers und der Dauer seiner Beitragszeit. Da die meisten Mitglieder der Gewerkschaften in Großunternehmen beschäftigt sind, und das meistens auf Lebenszeit, besteht von dieser Seite her kein großes Interesse, an dem bestehenden System etwas zu verändern. Außerdem legt die japanische Beschäftigungspolitik mehr Wert auf den Erhalt von Arbeitsplätzen, die es durch Subventionen zu sichern gilt, als darauf, in die Versorgung von Arbeitslosen zu investieren.[55]

Im Falle der Arbeitslosigkeit leistet das japanische Sozialsystem nur spärliche Hilfe, da sie nicht allen Betroffenen in gleicher Höhe zugute kommt. Grundsätzlich sind zwar alle Arbeitnehmer versicherungspflichtig, doch im Endeffekt sind nur die Vollzeitbeschäftigten im Falle der entstehenden Arbeitslosigkeit wirklich abgesichert. Die Beschäftigten in Kleinbetrieben sowie Teilzeitbeschäftigte und Heimarbeiter fallen, wie man so schön sagt, durch das Versicherungsnetz.

c) Kranken- und Pflegeversicherung

Im Gegensatz zu Deutschland existieren in Japan keine privaten Krankenversicherungen. Wie die Rentenversicherung gliedert sich auch die Krankenversicherung je nach Beschäftigungsstatus auf unterschiedliche Träger auf. Die Arbeitnehmerkrankenversicherung und die Volkskrankenversicherung versorgen den Großteil der japanischen Bevölkerung. Außerdem gibt es Versicherungen für Beamte, öffentlich Bedienstete und quasi-öffentlich Bedienstete,[56] sowie für Selbstständige. Die Arbeitnehmerkrankenversicherung wird je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen, die Beiträge orientieren sich am Einkommen des Mitarbeiters. Angehörige sind automatisch mitversichert.

Die Volkskrankenversicherung (kokumin kenkō hoken) stellt die zweitgrößte Mitgliederzahl. Sie finanziert sich durch feste Beiträge, die an die Kommunen entrichtet werden.[57] Für alte Menschen gibt es seit 1983 eine eigene Versicherung, rōken genannt. Im Rahmen der Gesundheitsreform 1984 wurden die Eigenbeteiligungen und der Leistungsumfang der medizinischen Versorgung den veränderten sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen angepasst. Durch die ständig steigende Anzahl der älteren und dementsprechend pflegebedürftigen Menschen musste eine geringe Eigenbeteiligung an den Kosten für medizinische Behandlungen eingeführt werden, da die Kostenexplosion im Gesundheitsbereich auch in Japan ein gravierendes Problem darstellt.

Weitere Problemfelder bestanden in der Umfunktionierung von Krankenhäusern zu ,,Altenheimen“, da das bisher geltende Sozialsystem die Unterstützung durch Familienmitglieder fest integriert hatte.[58] Nach gültigem Familienrecht sind Blutsverwandte unterhaltspflichtig, daher wurde das Lebenshaltungsniveau der pflegebedürftigen Eltern dem der aufnehmenden Familie angepasst, wenn die alten Menschen bei den eigenen Kindern aufgenommen wurden.[59] Für die pflegenden Kinder und deren Familien schaffte dies eine doppelte finanzielle Belastung, da Unterstützung zum Lebensunterhalt (Sozialhilfe) in Japan nur unter besonderen Maßgaben gewährt wird. Das hatte zur Folge, dass alte Menschen so lange wie möglich im Krankenhaus bleiben mussten, selbst wenn sie keiner medizinischen Versorgung mehr bedurften, sondern nur Hilfe bei der Pflege brauchten.

Altenpflege war bis in die 1980er Jahre hinein insgesamt die Aufgabe der Familie. Dabei spielten sowohl die Lehren des Konfuzius als auch der Mangel an sozialen Einrichtungen ein Rolle. Trotz der Auflösung der traditionellen familiären Verhältnisse[60] in der Nachkriegszeit wurde die Familie als eine wichtige Institution zur Pflege und Versorgung der älteren Familienmitglieder betrachtet, da die Altenpflege als gesellschaftlicher Wert noch fest verankert war.[61] Dementsprechend unzureichend waren die sozialpolitischen Maßnahmen im Bereich der Altenpflege, vielmehr war das Netzwerk der Familie ein fester Bestandteil der Sozialpolitik, sogar bis in die 1990er Jahre hinein.

Hinzu kommt, dass das ,,Altern“ als gesellschaftliches Problem erst mit dem demografischen Wandel thematisiert wurde. Der Anteil alter Menschen (definiert als Personen im Alter von mindestens 65 Jahren) steigt in Japan in einer Geschwindigkeit an, wie in keiner anderen Nation. Als junge Gesellschaft gilt laut UNO, wenn der Anteil alter Menschen an der gesamten Bevölkerung bis zu 7 % beträgt; wird eine Quote von 14 % erreicht, so wird sie als alte Gesellschaft definiert. In Japan vollzog sich der Wandel von einer jungen zu einer alten Gesellschaft in nur 24 Jahren, von 1970 bis 1994.[62]

Die Ursachen für die rapide Alterung der japanischen Gesellschaft liegen zum einen in der kontinuierlich sinkenden Geburtenrate.[63] Abgesehen vom Nachkriegs-Baby-Boom von 1947-1949, ist bis heute ein stetiger Rückgang zu verzeichnen. Innerhalb von nur zehn Jahren sank die durchschnittliche Anzahl der Geburten pro Frau von 4,54 (1947) auf 2,04 (1957) Geburten. Dieser Wert hielt sich bis Mitte der 1970er Jahre, seitdem sinkt die Rate erneut und in verstärktem Maße von 1,91 (1975) auf 1,34 (1999) Geburten pro Frau.[64] Für den Erhalt einer Bevölkerungsstruktur, die eine Sozialpolitik nach dem „Generationenvertrag“ erlaubt, ist eine Geburtenrate von mindestens 2,01 notwendig.

Zum anderen kam es im Laufe der alternden Gesellschaft zu Veränderungen innerhalb der alten Bevölkerungsgruppe. Die Lebenserwartung steigt ständig, d.h. es kommt zu einem überproportionalen Zuwachs an alten Menschen. In der Soziologie wird dieses Phänomen auch als „doppeltes Altern“ bezeichnet.[65]

Die Zunahme an alten und somit pflegebedürftigen Menschen entwickelte sich rasch zu einer sozialpolitischen Angelegenheit, sodass seit den 1980er Jahren ernsthafte Reformen in der Altenpolitik angestrengt wurden. Es wurden die öffentlichen Pflegedienste ausgebaut, somit konnten zusätzlich zu den stationären Pflegeeinrichtungen auch ambulante Dienstleistungen angeboten werden. Nachdem mehrere staatliche Pflegeprogramme (=„Gold-Pläne“) gescheitert waren, wurde eine umfassende Pflegereform geplant. Die Ziele bestanden in einem kosten-günstigeren Sozialnetz, in der Unterstützung der Familienpflege durch Geld- oder Sachleistungen, und in den finanziellen Entlastungen der Krankenkassen, da Krankenhäuser viele Dauerpatienten unterbringen mussten, obwohl keine medizinische Versorgung notwendig war.[66] Als Orientierung für die Pflegeversicherung diente das deutsche Modell, das bereits seit 1995 existiert.

Im April 2000 trat dann in Japan die Pflegeversicherung in Kraft. Weil diese Versicherung sich komplett von den anderen Elementen des Sozialsystems unterscheidet, kam es zunächst bei der Durchführung zu einigen Verwirrungen. Hier sind Kommunen Träger der Versicherung und nicht der Staat oder die Arbeitgeber. Die Kommunen setzen die Höhe der Beiträge fest, sodass es regionale Schwankungen gibt. Diese Versicherung wird je zur Hälfte durch Beiträge der Versicherten (alle Japaner über 40 Jahre) und durch öffentliche Gelder finanziert, wobei sich Staat, Präfekturen und Kommunen beteiligen.

Das Gesetz sieht vor, dass praktische Leistungen möglichst von Pflegediensten erbracht werden. Private Anbieter gab es schon vorher, doch durch die Einführung der Pflegeversicherung gelangen immer mehr Non-Profit-Organisationen (NPOs) und Non-Governmental-Organisationen (NGOs) auf den Markt.[67] Im Mittelpunkt steht trotz allem noch immer die häusliche Pflege, da diese Form am meisten gewünscht wird, wie anhand einer umfangreichen Bedarfsstudie festgestellt wurde.[68] Allerdings liegen bisher noch keine zugänglichen Daten über die Anfangsphase vor, sodass abzuwarten bleibt, wie sich die ersten Ergebnisse darstellen.

3.5 Kultur

Die Kultur Asiens und hier vor allem diejenige Japans unterscheidet sich von der Kultur in europäischen Ländern wie keine andere. Unterschiede beginnen schon bei der Erziehung, setzen sich in der Bildung und in der Sprache fort und beinhalten vor allem eine von europäischen Ansichten grundverschiedenen Einstellung zur Bedeutung von Arbeit und Arbeitgeber und der Rolle der Frau. Da ich zuvor bereits sprachliche Hintergründe genauer untersucht habe,[69] werden nachfolgend die Rolle der Familie und der Erziehung, der Einstellung zur Arbeit und zum Arbeitgeber, der ethischen Grundsätze und der Religionen und ganz besonders die Stellung der Frauen in der Gesellschaft näher erläutert.

a) Rolle der Familie

Die japanische Kultur ist kollektivistisch. Die ganze japanische Insel sieht sich als eine einzige große Familie, was wohl daran liegt, dass ein jeder mit dem anderen verwandt ist. Ursächlich dafür ist vor allem, dass Japan eine Insel ist, die von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts von der Außenwelt komplett abgeschlossen war. Nur mit wenigen chinesischen Kaufleuten trieb man Handel. Damit konnte es keinen Einfluss von außen geben und Kontakte mit anderen Zivilisationen waren unerwünscht.

So wurde Japan zum heute homogensten Land der Welt: Noch bis in die 80er Jahre waren 99,5% der Bewohner japanischen Geschlechts. Die restlichen 0,5% der Bewohner kamen aus Korea. Auch heute noch ist die Ausländerrate in Japan gering. Selbst wenn Japan inzwischen heterogener geworden sein dürfte, hat Japan doch immer noch eine sehr homogene Kultur. Alle gehören derselben Rasse an, alle vereint dieselbe Geschichte, Sprache, Religion und Kultur.

Wahrscheinlich hängt das Zusammengehörigkeitsgefühl auch damit zusammen, dass das Staatsoberhaupt als Vater der nationalen Familie gesehen wird. Noch heute führt die Regierung von jedem Einwohner eine Ahnentafel. Niemand ist anonym und alle Abstammungen und Beziehungen beruhen auf öffentlichen Erhebungen. Und wenn man eine japanische Familie weit genug in seine Vergangenheit zurückverfolgt, so wird man unweigerlich auf einen der vier großen Clans treffen: Minamoto, Taira, Fujiwara, oder Tachibana. Da alle vier Clans den Kaiser als ihre Begründer betrachten, stellen, theoretisch gesehen, tatsächlich alle Japaner eine einzige große Familie dar.[70]

Die Familie selbst unterscheidet sich aber auch von dem, was in westlichen Kulturen als „normal“ angesehen wird. Sie ist die wichtigste soziale und materielle Absicherung in Japan. Sie versorgt ihre Mitglieder in Notzeiten und im Alter.[71] Erst wenn die Möglichkeiten der Familien erschöpft sind, springt der Staat ein.[72] Die Familie ist auch der Ort an dem die Kinder ihre Erziehung erhalten, die aber deren Ausbildung mit einem sehr viel höheren Aufwand and Zeit und insbesondere Geld fördert, als dies z.B. in Deutschland der Fall ist. Den Kindern soll so ein „Bildungsvorsprung“ mitgegeben werden, den diese tatsächlich benötigen, um später einmal die „...Chance eines gesellschaftlichen Aufstiegs“[73] zu haben und damit zu einer besseren Versorgung der Familie beitragen zu können. Ebenso ist es üblich, dass die Großeltern in der Familie gepflegt und versorgt werden. So lebten 1990 beispielsweise 60% der 65-jährigen bei ihren Kindern, meistens bei den Schwiegertöchtern.[74]

Die Kinder lernen in ihren Familien wichtige Haltungen und Regeln, die sie endlich für die Teilnahme an der japanischen Gesellschaft benötigen. Neugeborene werden die ganze Zeit von ihren Müttern betreut und von jedem verhätschelt. Kleine Kinder leben eng mit der Mutter zusammen und werden auch zum Schlafen nicht allein ins Bett gelegt. So werden mit Geduld und ständigen Wiederholungen alltägliche Abläufe aufgenommen: nicht durch Erklärungen, sondern durch das Einüben bestimmter Verhaltensregeln. Strafen sind selten. Der Erziehungsstil richtet sich oft nach den Nachbarsfamilien und ist an der Meinung von Experten aus Büchern und Zeitschriften orientiert. Zum Zeitpunkt des Schuleintritts sollen die Kinder sich nicht aufgrund des Elternhauses von anderen Kindern unterscheiden.[75]

Mit Beginn des Schulalters ändert sich die Lage für die Kinder schlagartig. Von nun an beginnt wahrhaftig der Ernst des Lebens. Für eine gute Anstellung braucht der Mann unbedingt den Abschluss an einer der besten zehn Universitäten des Landes. Um an solch eine Uni zu kommen, muss man auf einer der besten Oberschulen gewesen sein, diese wiederum schließt an eine sehr gute Mittelschule an, u.s.w.[76] So fällt prinzipiell schon mit der Wahl des richtigen Kindergartens die Entscheidung für die spätere berufliche Laufbahn.[77]

Aber auch die Töchter sollen eine möglichst gute Ausbildung bekommen, damit sie selbst durch eine gute Heirat den eigenen Kindern später wiederum einen gewissen Bildungsvorsprung mitgeben können. Wesentliche Motive für den außerordentlichen Lerneifer vieler japanischer Schüler/-innen sind vor allem die Dankbarkeit gegenüber den Eltern und die Hoffnung auf eine eigene, bessere Zukunft.[78]

Das Interessante an der japanischen Familie ist die Unterteilung des Familienlebens in seine zwei Welten: Die erste Welt ist die des Mannes, der sich um die materielle Versorgung kümmert, indem er seine ganze Energie der Arbeit widmet. Die zweite ist die der Frau, deren Aufgaben die Erziehung der Kinder, die Pflege der Großelter und natürlich der Haushalt ist. Eine Trennung dieser zwei Welten wird besonders deutlich, wenn man beobachtet, dass Ehepaare nur selten miteinander ausgehen. Männer, die zu viel Zeit zu Hause in den eher beengten Verhältnissen[79] verbringen, wurden von ihren Frauen früher oft abfällig als „Sperrmüll“ bezeichnet.[80]

Nur sehr langsam ändern sich in der japanischen Gesellschaft die Annahmen über die noch recht eindeutige Aufgabenteilung zwischen den Geschlechtern, da sie noch immer eine wichtige Quelle der persönlichen Identität darstellen. Außerdem sind die Verhältnisse so gestaltet, dass es kaum zu Überschneidungen der Lebensbereiche von Männern und Frauen kommt. Jedoch bedauern vor allem die jüngeren Japaner die Trennung von Arbeit und Familie, denn sie möchten gern mehr Zeit mit den Familien verbringen. Und auch die Frauen wünschen sich im Gegenzuge mehr Gemeinsamkeiten mit ihren Männern und eine wesentlich höhere Teilnahme an der Gesellschaft.[81]

b) Einstellung zur Arbeit / zum Arbeitgeber (allgemein)

Ein japanischer Arbeitnehmer hat einen sehr engen Bezug zu dem Unternehmen, in dem er beschäftigt ist. Als typischer Japaner ist er „uneigennützig, anpassungsfähig, arbeitswütig, pflichtbewusst, aufopferungsbereit, leistungsfähig, produktiv und vor allem belastbar“. Zumindest ist diese Annahme klischeehaft in vielen unserer Köpfe verankert und wird mit zu den Erfolgsfaktoren Japans gezählt. Sicher ist einiges daran auch überzogen, jedoch nicht alles. Schon von klein auf werden die Kinder dazu erzogen, sich nicht als Individuum, sondern als Mitglied einer bestimmten Gruppe zu sehen, deren Interessen sie sich bedingungslos unterordnen müssen.[82]

In den hierarchisch strukturierten Unternehmen fügen sie sich aufgrund dessen leichter ein und nehmen eigene Interesse zurück. Sie bürden den Kollegen keine Mehrarbeit auf und tragen so zum wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens bei. Es wird somit zur Selbstverständlichkeit, einen Teil der Freizeit mit seinen Kollegen zu verbringen. Der Übergang zwischen Arbeit und Freizeit wird fließend gestaltet. Und das nicht erst im Beruf! Sondern bereits an der Uni ist es üblich, abends mit Kommilitonen und Professoren auszugehen.[83]

Auch wenn der Japaner die ihm anvertrauten Aufgaben prinzipiell ernstnimmt und sie mit Stolz und Sorgfalt erledigt, sind lange Arbeitszeiten dennoch nicht unbedingt mit hohen Leistungen verbunden, denn oft gilt schon die bloße Anwesenheit als Beweis der eigenen Anstrengung. Doch sind Arbeitsabläufe derart zeitaufwändig organisiert und der Tag wird von so vielen Besprechungen und Teepause unterbrochen, dass die Arbeitsproduktivität der Japaner tatsächlich geringer ist, als die der deutschen Kollegen.[84]

Die Firma ist die übergeordnete Gruppe, der gegenüber man sich loyal verhält und von der man im Gegenzug versorgt wird. Die Firma lässt einen Mitarbeiter auch in Krisenzeiten nicht fallen. Auch übt die Abteilung nicht selten großen Druck aus, um einzelne Kollegen an einem Ausscheren oder egoistischen Verhalten zu hindern. So verlässt man in der Regel den Arbeitsplatz nicht vor dem Chef und man nimmt auch keinen längere Urlaub, da sonst Teammitglieder zur Mehrarbeit gezwungen wären.[85] Und das ist übrigens das Schlimmste für einen Japaner: Die Erwartungen die Chef und Kollegen in ihn setzen, eventuell nicht zu erfüllen. Er verlöre sein Gesicht und bereitete nicht nur sich selbst, sondern auch seiner Gruppe und seiner Familie Schaden.[86]

Weil die Übergänge zwischen Arbeits- und Freizeit fließend und die Angestellten derart in ihre Firma bzw. Arbeitsgruppe eingebunden sind, wird es noch immer als selbstverständlich gesehen, dass man auch einen Teil der abendlichen Freizeit im Kollegenkreis verbringt. Auch hier wird mitunter durch Gruppendruck nachgeholfen, denn wer an abendlichem Vergnügen nicht teilnimmt, der grenzt sich bewusst aus der Gemeinschaft aus und verpasst obendrein ein wichtiges Instrument des Informationsaustausches hinsichtlich der Firma, wo man eigene Meinungen deutlich offener zum Ausdruck bringen kann.

Firma und Familie sind hingegen noch sehr eindeutig voneinander unterschieden, so dass in der „Frauenwelt Familie“ zuweilen gar kein Platz für den Vater ist, was oft ein Grund ist, sein Nachhausekommen noch weiter hinauszuzögern. Doch steigt in jüngerer Zeit der Unmut über eine solche Trennung, denn gerade jüngere Väter legen zunehmend Wert auf gemeinsames Familienleben und sind weniger bereit, dies zugunsten der Arbeitgeber völlig aufzuopfern. Es wird immer mehr auf die Rechte der Väter gepocht, zumal man sich gegenwärtig auch nicht mehr wie noch vor etwa 20 Jahren auf die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes verlassen kann. Langfristig bahnt sich ein Wertewandel an, bei dem vermutlich die Arbeit als solche ihre Stellung als Lebensmittelpunkt verliert.[87]

c) Ethische Weltanschauung und Religion

Welche Ursachen hat nun aber diese besondere Arbeitsmentalität der Japaner?
Wie kommt es zu einer durch Harmonie und Loyalität geprägten Gruppenkonformität?

Um diesen Fragestellungen nachzugehen, sollen im Folgenden einige japanische Eigenheiten betrachtet werden, die als ursächlich6 für eine derartige Mentalität angesehen werden. Zu den Eigenarten des japanischen Staates im geografischen Sinne gehört es, dass nur ca. ein Drittel der Grundfläche Japans bewohnt ist. Durchschnittlich leben somit ca. 935 Menschen7 auf jedem Quadratkilometer bewohnten Gebiets. Eine derartig beengte Wohnsituation, die geprägt ist durch die Nähe zu den Nachbarn, erfordert eine besondere ,,Rücksichtnahme auf andere, Kompromiss, Toleranz, also ein Bewusstsein für das Leben in der Gemeinschaft“[88].

Häufiger als andere Länder ist Japan von Naturkatastrophen betroffen. Vulkanismus, Erdbeben und Taifune[89] verlangen der Bevölkerung immer wieder ,,gegenseitige Hilfe“[90] zur Überwindung der Katastrophen ab.

Japan kennt - im Gegensatz zu anderen Staaten - keine politischen Grenzen, da der Staat nur von einer natürlichen Grenze, dem Meer, umgeben ist. Kriege mit Nachbarländern sind nie auf japanischem Boden ausgetragen worden, sodass ,,Japan [...] immer japanisch“[91] blieb. Unter einem ,,sozial-konservativen Feudalsystem“, welches ,,das Mittelalter und seine Wertvorstellungen bis weit in die westliche Moderne hinein verlagerte“[92], isolierte sich das Land bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts fast völlig von seiner Umwelt. Dies führte dazu, dass sich, aufbauend auf einer konfuzianischen Geisteshaltung und ungestört durch Einflüsse von außen, eine homogene eigenständige Kultur entwickeln konnte.

[...]


[1] vgl. Großmann 1991, V-VI

[2] So bezeichnet man die Periode der Wirtschaft Japans bis ca. 1994. Sie war geprägt durch ein hohes Wachstum und dadurch bedingten hohen Spekulationen im Immobilienbereich bei niedrigen Grundstückswerten, was schließlich zum „Platzen der Seifenblasen“ geführt hat.

[3] Die „faulen Kredite“ waren jene, durch nicht genügend Sicherheiten in Form von Grundstücken und Gebäuden abgedeckten Kredite, die als uneinbringlich galten.

[4] Bruttoinlandsprodukt

[5] s. Kapitel 3.3

[6] vgl. Becker 1997, S.258 ff

[7] vgl. Jahrmann 1998, S.51-57

[8] vgl. Morgan & Morgan 1991, S.160

[9] vgl. Deutsch-Japanischer Wirtschaftskreis 2/ 2004

[10] vgl. Deutsch-Japanischer Wirtschaftskreis 1996

11 vgl. Deutsch-Japanischer Wirtschaftskreis 2/2004

[11] vgl. Deutsch-Japanischer Wirtschaftskreis 1996, S. 1

[12] vgl. Hilpert 1994, S. 17

[13] Hier handelt es sich um Mitsui, Mitsubishi, Fuyō, Sanwa, Sumitomo und die DaiIchi Kangyō(DKB)- Gruppe.

[14] vgl. Miyashita/ Russell 1994, S. 61-74

[15] vgl. Kōseitorihiki iinkai (Fair Trade Commission) 1992, S. 135

[16] Den Direktoren (torishimari yaku) werden die Aufgaben der Geschäftsführung zugeordnet. Das Board (torishimariyakukai) ist eines der ständigen Organe der japanischen Aktiengesellschaft, neben den Auditoren (kansaiyaku) und der Hauptversammlung; vgl. Otto 1993

[17] Die FTC führt als Funktion die Weitergabe von Informationen an; vgl. Kōseitorihiki iinkai (Fair Trade Commission) 1992, S. 5; während Miyashita und Russel den Treffen eine strategische Bedeutung geben; vgl. Miyashita/ Russel, 1994.

[18] vgl. u.a. Miyashita/ Russel 1994; Hemmert 1996.

[19] vgl. Hilpert, 1994

[20] vgl. Bosse 2000, S.145

[21] vgl. Imai 1992, S.220-221

[22] vgl. DIHKJ 1991, S.402

[23] vgl. ebd., S.289/290

[24] Huddlestone 1990, S.156

[25] vgl. DIHKJ 1991, S.385/386

[26] vgl. ebd., S.386

[27] vgl. ebd., S.387

[28] Dachverband japanischer Wirtschaftsunternehmen

[29] Handelsblatt Nr. 168, 2007, S. 7

[30] vgl. Schaede 2003, S. 192

[31] vgl. von Stechow, 1994

[32] vgl. Takenaka 2002, S. 3

[33] vgl. Dietl 1995, S. 111

[34] vgl. Schaede 2003, S. 196/197

[35] vgl. FAZ 17.04.1997

[36] vgl. Conrad und Lützeler 2002, S. 19-23

[37] vgl. Thränhardt 1994, S. 429

[38] Lörcher 1991, S. 82

[39] vgl. Conrad 2003, S. 76

[40] vgl. Oberländer 1998, S. 55

[41] vgl. Thränhardt o.J., S. 55

[42] vgl. Conrad 2003, S. 76/77

[43] vgl. Seeleib-Kaiser 2001

[44] vgl. Conrad 2003, S. 77

[45] s. hierzu Kapitel 5.2.2

[46] vgl. Conrad 2003, S. 79

[47] vgl. Kamppeter 2006, S. 4

[48] vgl. Oberländer 1998, S. 62-63

[49] vgl. Kamppeter 2006, S. 4/5

[50] vgl. ebd., S. 7

[51] vgl. ebd., S. 5

[52] vgl. Hyogo International Association 2005

[53] vgl. Rōdōshō 2004

[54] vgl. Oberländer 1998, S. 67

[55] vgl. Bundeszentrale für politische Bildung 1997, S. 22

[56] Quasi-öffentlich Bedienstete meint hier Angestellte aus ehemals staatlichen Betrieben, die mittlerweile privatisiert wurden, z.B. Japan Railways oder Japan Tobacco.

[57] vgl. Oberländer 1998, S. 67

[58] vgl. ebd., S. 95

[59] vgl. ebd., S. 69

[60] Der Drei-Generationen-Haushalt bildete die ursprüngliche, typische Form der japanischen Familie.

[61] vgl.: Thränhardt (o.J.), S. 50.

[62] vgl. Lützeler 1997, S. 15

[63] vgl. Hodge/ Ogawa 1991, S. 45

[64] s. National Institute of Population and Social Security Research, 1999

[65] vgl. Schimany 2001, S. 84

[66] vgl. Oberländer 1997, S.92-99

[67] vgl. Shimada/ Blüher/ Stosberg/ Tagsold 2001, S. 158

[68] vgl. Oberländer 1997, S. 71

[69] s. Kapitel 3.2

[70] vgl. Ruch 1994, S. 15f

[71] vgl. Informationen zur politischen Bildung 1997, S. 21

[72] s.a. Kapitel 4.2 b

[73] Informationen zur politischen Bildung, 1997, S. 24

[74] vgl. ebd., S. 21 u. 24

[75] vgl. ebd., S. 24/25

[76] s. hierzu Abb. 1 im Anhang

[77] s. Ruch 1984, S. 17

[78] vgl. Informationen zur politischen Bildung, 1997, S. 24/25

[79] s. Bork, 1998

[80] s. Tzschaschel, in: P.M. 8/91

[81] vgl. Informationen zur politischen Bildung 1997, S. 24

[82] vgl. ebd. 1997, S. 26f

[83] vgl. ebd. 1997, S. 27; s.a. Birga Böcker in Wirtschafts- Woche 1/99

[84] vgl. ebd., S. 27

[85] Vgl. ebd. 1997, S. 27

[86] Eigene Erfahrungen aus dem Gespräch mit einem Mitarbeiter des TÜV 1999

[87] Vgl. Informationen zur politischen Bildung 1997, S. 27

[88] Kobayashi 1980, S.15

[89] vgl. Heeg 1983, S.48

[90] Kobayashi 1980, S.15

[91] Heeg 1983, S.48

[92] Bobke/ Lecher 1990, S.24

Details

Seiten
101
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783836619455
Dateigröße
892 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v226149
Institution / Hochschule
Hochschule Bremen – Wirtschaft, Angewandte Wirtschaftssprachen und Internationale Unternehmensführung
Note
2,3
Schlagworte
geschäftskultur japan firmengründung personalwesen japanische besonderheiten kulktur

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Titel: Vorgehensweise und Probleme bei Gründung und Aufbau einer Firma in Japan