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Kinderarmut in Deutschland

Ein Puzzelteil der Sozialen Frage des 21. Jahrhunderts

Diplomarbeit 2008 121 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Teil A: Eingrenzung und Darstellung

1 Armut in Deutschland
1.1 Armut und Kindheit im historischen Kontext
1.1.1 Vom Mittelalter bis in die Neuzeit
1.1.2 Die „Soziale Frage“ um die Wende zum 20. Jahrhundert
1.1.3 Wirtschaftswunder und Wohlfahrtsstaat
1.2 Reichtum und Armut im modernen Deutschland
1.2.1 Bevölkerung Deutschlands im Überblick
1.2.2 Vermögensverteilung in Deutschland
1.2.3 Einkommen und Einkommensverteilung
1.3 Armut in Zahlen
1.3.1 Definition Armut
1.3.2 Arme Kinder: Zahlen und Fakten in kritischer Betrachtung
1.3.2.1 Das Haushaltsnettoeinkommen
1.3.2.2 Armutsquoten
1.3.2.3 Armutsquote Bezug nehmend auf Trennung/Scheidung
1.3.2.4 Beschäftigungsumfang von Frauen
1.3.3 Operationalisierung
1.3.3.1 Der Ressourcenansatz
1.3.3.2 Der Lebenslagenansatz

2 Arme in Deutschland
2.1 Familien mit Migrationshintergrund
2.2 Langzeitarbeitslose
2.3 Allein Erziehende
2.3.1 Allein Erziehende im historischen Rückblick
2.3.2 Begriffsdefinition
2.3.3 Ursachen moderner Ein-Eltern-Familien
2.3.3.1 Die bewusst geplante „unbemannte“ Mutterschaft
2.3.3.2 Aktive Trennung und Scheidung
2.3.3.3 Passiv erlittene Trennung und Scheidung/ Verwitwung
2.3.4 Einkommenssituation allein Erziehender
2.3.5 Wie sehen allein Erziehende ihre Lebenssituation?
2.3.5.1 Empfundene Nachteile
2.3.5.2 Empfundene Vorteile
2.3.6 Problemstellungen und Zusammenhänge mit Armutsrisiken

3 Armutsprävention durch Sicherungssysteme
3.1 Private Sicherungssysteme
3.1.1 Das Unterhaltsrecht
3.1.1.1 Kindesunterhalt
3.1.1.2 Ehegattenunterhalt.
3.2 Staatliche Transferleistungen
3.2.1 Gesamtvolumen
3.2.2 Die wesentlichsten staatlichen Leistungen ohne Bedarfsprüfung
3.2.2.1 Ehegattensplitting
3.2.2.2 Kindergeld
3.2.2.3 Unterhaltsvorschuss
3.2.2.4 Steuerliche Vergünstigungen
3.2.2.5 Bildungs- und Lernmittelfreiheit, Erziehungshilfen
3.2.2.6 Beratungsangebote
3.2.2.7 Familienmitversicherungen
3.2.2.8 Rentenansprüche
3.2.2.9 Das Elterngeld
3.2.3 Einkommensabhängige und an eine Bedarfsprüfung gekoppelte Leistungen
3.2.3.1 Kinderzuschlag
3.2.3.2 Wohngeld
3.2.3.3 Berufsausbildungsförderung
3.2.3.4 Sonstige
3.2.3.5 Arbeitslosengeld II
3.3 Folgen der „Fremdfinanzierung“

Teil B: Analysen und Handlungsoptionen

4 Armut durch soziale Ungleichheit
4.1 Erklärungsansätze
4.1.1 Klassische Gesellschaftstheorien
4.1.2 Exklusion
4.1.3 Geschlechtsspezifische Schließungsprozesse
4.1.4 Ökonomisch-theoretische Ausblendungsprozesse
4.1.5 Strukturblindheit
4.2 Folgerungen

5 Soziale Ungleichheit durch Armut
5.1 Deprivation als Auslöser antisozialer Tendenzen
5.2 Von Armut verursachte Ausgrenzungsprozesse

6 Handlungskonzepte zur Armutsbewältigung
6.1 Relative Deprivation als konzeptioneller, theoretischer Ansatz
6.2 Der Lebenslagenansatz
6.2.1 Theoretische Vorüberlegungen
6.2.2 Der Lebenslagenansatz konkret
6.2.2.1 Dimension Bildung
6.2.2.1.1 Ursachen für Bildungsarmut
6.2.2.1.2 Folgen von schlechter Schul- und Ausbildung
6.2.2.2 Dimension Wohnen: Wohnraum und Wohngegend
6.2.2.3 Dimension Gesundheit
6.2.2.4 Dimension Beziehungen
6.2.2.5 Dimension Alltagskompetenz
6.2.2.6 Dimension Freizeit und soziokulturelle Teilhabe
6.2.3 Der Lebenslagenansatz in der diagnostischen Anwendung
6.2.4 Der Lebenslagenansatz in der praktischen Durchführung
6.2.4.1 Methodik
6.2.4.2 Auswertung
6.3 Der Beratungsansatz
6.3.1 Lebenslagenoptimierung durch Beratung
6.3.1.1 Beratungsmöglichkeiten in verschiedenen Lebenslagen
6.3.1.2 Sozialberatung
6.3.1.2.1 Expertinneninterview
6.3.1.3 Beratung des Jugendamtes nach §17 SGB VIII
6.3.1.4 Beratungsanspruch nach §18 SGB VIII
6.3.2 Einschätzung der Angebote
6.4 Effektive Armutsprävention durch ausgeweitete Beratung
6.4.1 Vorraussetzungen für die Ausweitung von Beratungsangeboten
6.5 Armutsprävention durch verpflichtende Beratung bei Trennung/Scheidung

7 Rahmenbedingungen zur Armutsverhinderung von Frauen und Kindern
7.1 Bildungs- und Betreuungsangebote für Kinder
7.1.1 Bestandsaufnahme
7.1.2 Kritik am derzeitigen System
7.1.3 Folgen der Privatisierung von Bildung und Erziehung
7.1.4 Hindernisse auf dem Weg zur Ganztagesbetreuung und -beschulung
7.2 Gesetzliche Rahmenbedingungen
7.2.1 Steuerliche Aspekte
7.2.2 Rentenrechtliche Aspekte
7.2.3 Arbeitsbezogene Aspekte

Teil C: Schlussbetrachtungen

8 Fazit: Ein Puzzleteil im Gesellschaftsbild

9 Bedeutung für die Soziale Arbeit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Kinderarmut.

Dabei kommen uns Bilder von halb verhungerten, farbigen Kindern aus Äthiopien mit aufgeblähten Bäuchen in den Sinn, oder von koreanischen Mädchen, die mit 10 Jahren schon zu alt sind für die Produktion von Barbie-Kleidern, weil ihre Hände zu groß geworden sind, um die winzigen Teile zu nähen. Sie saßen seit ihrem 5. Lebensjahr dicht gedrängt an Mininähmaschinen, um ihren Familien das Überleben zu sichern. Nun sind sie wertlos und leben häufig von der Prostitution. Oder wir erinnern uns an den letzten Familienurlaub in Marokko, an die vielen bettelnden Kinder auf den Straßen der Städte. Aber an Deutschlands Kinder denken wir eher nicht. Die finden wir höchstens mit Alkopops auf den Straßen, aber betteln tun sie selten, höchstens bei ihren Eltern. Denn das Konsumpotential deutscher Kinder ist enorm: Allein die direkte Kaufkraft von Kindern zwischen 7 und 14 Jahren lag zu Beginn des 21. Jahrhunderts bei rund 5,88 Milliarden Euro jährlich.[1]

Man reagiert auf die Inkompatibilität dieser Vorstellungen meist entweder mit einem Dementi, dass es Armut bei uns gar nicht gäbe, oder mit einer „radikalen Relativierung“[2], dass nämlich die eine Armut mit der anderen nichts zu tun habe. Bei genauerem Hinsehen wird aber deutlich, dass es, trotz unterschiedlich gravierender Ausprägungsformen gemeinsame Hintergründe und Mechanismen sind, die soziale Ungleichheit und Armut global verursachen. Denn es ist durchaus auch in Deutschland nicht so, dass soziale Ungleichheit nur ein Resultat aus Leistungsdifferenzen ist, die deshalb gerecht ist, weil für die Einzelnen qua Bildungssystem Chancengleichheit hergestellt wird.[3] Auch versagen die Klassentheorien zur Erklärung der „neuen Armut“ gänzlich, da das Phänomen Armut sich durch unvorhergesehene Brüche in vielen Biographien nicht mehr nur auf bestimmte Gesellschaftsteile beschränkt. Die mannigfachen Veröffentlichungen und Studien über Kinderarmut in Deutschland tragen einem Legitimationsbedürfnis der politisch Verantwortlichen Rechnung und zeugen aber, entsprechend der Intention der Fragestellung, von der Systemblindheit der Forschenden.

Der Armutsdiskurs sei „überwiegend von begrifflichem Wildwuchs gekennzeichnet“, konstatiert Berthold Dietz[4]. Einig sind sich alle Autoren und Autorinnen lediglich über die Tatsache der immer weiter auseinander driftenden Lebensmöglichkeiten deutscher Kinder. Dass sich die Armut aber nicht nur infantilisiert, sondern auch feminisiert hat, wird weniger häufig herausgestellt, obwohl dies in OECD-Länder übergreifenden Studien bewiesen wurde.[5]

Das Hamburger Institut für Freizeitforschung, berichten Christopph Butterwegge und Michael Klundt, befragte Jugendliche, und fand heraus, dass jede/r 5. glaubt, zu viel Geld auszugeben, und manchmal „wie im Rausch“ zu kaufen[6]. Die Autoren konstatieren weiter, dass die soziale Polarisierung in diesen Darstellungen meist nicht zu Wort kommt. Dabei wachsen von den 14,9 Millionen Kindern in Deutschland ca. 1,5 Millionen in relativer Armut auf. Kinder weisen mit einer Sozialhilfequote (2003) von 7,2% einen doppelt so hohen Hilfebedarf aus, als die Gesamtbevölkerung.

Immer mehr Studien über Kinderarmut (Beispielsweise die AWO-ISS oder der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Auch die UNICEF und die OECD stellen laufend europäische und weltweite Zahlen zur Verfügung) stellen diese zunehmende Polarisierung zwischen den Gesellschaftsschichten fest, die sich nicht nur in der Einkommensverteilung zeigt, sondern zunehmend auch Bildungsbarrieren bildet, das Gesundheitssystem in Frage stellt (kann man sich noch einen Zahnersatz leisten?), und eine Beschulung im Hauptschulbereich vielerorts zum Survivaltraining für Lehrer und Lehrerinnen werden lässt.

Im Herbst dieses Jahres will die Bundesregierung, so Regierungssprecher Ulrich Wilhelm, eine weitere Studie veröffentlichen, den „Existenzminimum-Bericht“.[7] Gleichzeitig erleichtern Steuersenkungen und Lohnerhöhungen vor allem die Spitzeneinkommen, und die größte Abgabenlast haben, nach neuesten europäischen Vergleichen der OECD, in Deutschland allein Erziehende mit mehreren Kindern.[8] Während über geringe Kindergelderhöhungen gestritten wird und Schulspeisungen aus Kostengründen abgelehnt werden, ist aus der Presse zu vernehmen, dass Landtagsdiäten und Renten[9] 2008 außerplanmäßig erhöht werden.

Stellt sich tatsächlich eine „Neue Soziale Frage“ nach Gerechtigkeit[10] zu Beginn des dritten Jahrtausends? Ist sie denn jemals abschließend beantwortet worden? Galten früher zur klassischen Armenpopulation Obdachlose, Behinderte, arme Alte (Frauen) und (immer schon) allein Erziehende, so betrifft die „neue Armut“ nun Jugendliche, Kinder, Frauen und allein Erziehende, sowie Migrant(inn)en und Langzeitarbeitslose. Wobei die Risikofaktoren häufig kumulieren.[11]

Was ist denn nun mit der Kinderarmut? Geht sie paradoxerweise Hand in Hand mir Kinderreichtum? Sind die Kinder die Ärmsten? Oder sind auch die Erwachsenen arm, die reich an Kindern sind? Sind die Kinder etwa nur politische Symptomträger für ein tiefer liegendes Geschehen?

Diesen Fragen will sich die vorliegende Arbeit widmen und Handlungsmöglichkeiten für die Soziale Arbeit entwickeln und untersuchen.

Teil A: Eingrenzung und Darstellung

1 Armut in Deutschland

1.1 Armut und Kindheit im historischen Kontext

1.1.1 Vom Mittelalter bis in die Neuzeit

Seit dem 11. Jahrhundert (Hochmittelalter) veränderte sich das gesellschaftliche System dergestalt, dass sich ein deutsches Staatswesen heraus bildete und entscheidende Wandlungen eintraten:

- Bevölkerungswachstum
- Verbesserung der Produktionsmethoden in der Landwirtschaft
- Erschaffung neuer Siedlungsgebiete
- Gründung von Städten und Handelsbündnissen (Hanse)
- Aufschwung der Städte
- Ansiedlung von Bauern in den Städten
- Entstehung neuer Bildungseinrichtungen (Universitäten) für Männer

Das Spätmittelalter hingegen war geprägt von Pestepidemien, Missernten und Hungersnöten.[12]

Armut war Normalität und Alltag für die meisten Menschen. Handwerker, Bauern, fahrendes Volk, sie alle waren mehr oder minder von Armut bedroht, sobald Umwelteinflüsse, Krankheit oder Krieg sie in Mitleidenschaft zogen. Mütter starben häufig im Kindbett und es gab überhaupt keine staatliche Absicherung. Wer nicht arbeiten konnte, war auf Mildtätigkeiten von Angehörigen oder der Kirchen angewiesen. Arme wurden jedoch in Würdige und Unwürdige unterteilt und Letztere durften keine Unterstützung erwarten. Dabei war die Definition natürlich eine politische und willkürliche. Alleinstehende Mütter mit unehelichen Kindern waren beispielsweise unwürdig.

Kindheit in unserem heutigen Sinne gab es damals nicht. Kinder galten als kleine Erwachsene, wurden auch wie diese gekleidet und mussten so bald sie konnten im elterlichen Betrieb mitarbeiten. Das war auch nötig, um das Überleben der Sippe zu gewährleisten. Möglichst viele Kinder zu haben, war erstrebenswert aus Gründen der Mitarbeit und der späteren Versorgung im Pflegefall. Da die Kindersterblichkeit aus medizinischen und hygienischen Gründen erheblich war, überlebte oft nur ein Bruchteil der geborenen Kinder. Schichtübergreifende und allgemeine Beschulung (erst einmal für männliche Kinder) sollte erst mit dem Humanismus[13] zögerlich Einzug in die Gesellschaft halten.

Wenige Privilegierte (Klerus, Adel, Lehnsherren, Ritter) standen Massen von arbeitenden Menschen gegenüber, die sich dem jeweiligen Recht oder Unrecht als Gott gegeben beugten. Die Strukturen waren streng hierarchisch und nach patriarchalen Vorstellungen verfestigt. So standen Frauen und Kinder auch innerhalb ihrer Schicht stets unter den Männern. Sie waren Besitztümer, mit denen nach Belieben verfahren werden konnte.[14] Auch eigenes Vermögen besaßen sie zumeist nicht, was u.a. auf entsprechender Erbfolge beruhte: Besitz wurde väterlicherseits auf die Söhne übertragen.

Deshalb waren Frauen und Kinder im besonderen Maße abhängig: von den Unbillen des Lebens und von Männern. Eine unabhängige Existenz war nicht vorstellbar.

Auch die Renaissance und der Durchbruch der Naturwissenschaften im Humanismus (15./16.JH.) konnten an ihrer Situation nur wenig ändern.[15]

Durch die Industrialisierung, die einsetzende Landflucht (Bauernbefreiung) Vieler in die völlig überfüllten Städte wurde Armut (Pauperisierung) erstmalig als strukturelles Problem erkannt und es entstanden die ersten Versuche zur Lösung der „Sozialen Frage“. Es entwickelten sich Arbeiterbewegungen und die ersten Frauenrechtsbewegungen. Rechtliche Veränderungen setzten langsam ein.[16]

Die Ausbeutung von Kindern für die Arbeit in den neu entstandenen Fabriken, Bergwerken und Manufakturen war nach wie vor gewaltig. Waren sie in vorindustriellen Zeiten Schweinehirten, Ährenleser, Straßenkehrer, Prostituierte und Packesel, bestand der Unterschied lediglich darin, dass nun ihre Ausbeutung durch die institutionalisierten Formen geregelt war.[17]

Lohnabhängige, unselbstständige Menschen, deren ungesicherte Existenz allein von ihrer Arbeitskraft abhing, wurden eine völlig neue Gesellschaftsschicht: die Proletarier. Familiale und strukturelle Unterstützungssysteme, wie Hofgemeinschaft, Großfamilie und Schirmherrschaft verloren gänzlich ihre Wirksamkeit.

1.1.2 Die „Soziale Frage“ um die Wende zum 20. Jahrhundert

Parteien, Vereine und Kirchen suchten Antworten auf die „Soziale Frage“, die neuartige Elendsituation lohnabhängiger Menschen, die ohne Sicherungssysteme denen, die die Produktionsmittel und das Kapital besaßen, ausgeliefert waren und ausgenutzt wurden. Denn es gab kaum eine Arbeitszeitbegrenzung, keinen Urlaubsanspruch, keine Arbeitsschutzrechte. Durch die hohe Arbeitslosigkeit waren die Menschen gezwungen, unter miserablen, gesundheitsschädlichen Bedingungen zu arbeiten. Dazu kamen schlechte Wohnverhältnisse in den Städten, Ghettoisierung und Verschmutzung der Siedlungen durch den hohen Abgasausstoß der Fabriken.

Profiteure waren die Industriellen, Großbürger, die nicht mehr dem Adel angehören mussten, um reich und mächtig zu werden. Damit trat die ehemals natürliche Legitimation für Besitz und Wohlstand in den Hintergrund und wurde ersetzt durch die Herrschaft des Kapitals.[18] Damit veränderte sich auch die Schichtengesellschaft in eine Gesellschaft aus mehr oder weniger privilegierten Klassen.

Arbeiterbewegungen, allen voran der „Allgemeine Deutsche Arbeiterverein“ Ferdinand Lassalles (1863) forderten das allgemeine und freie Wahlrecht, wobei hierbei wohlgemerkt nicht das Wahlrecht der Frauen gemeint war[19]. Auch die allgemeine Volksschulpflicht mit unentgeltlichem Unterricht wurde erstmalig gefordert.

Das massenweise Aufbegehren setzte schließlich politische Veränderungen in Gang: Bismarcks Sozialgesetzgebung ab 1883 (Renten-, Kranken-, Unfallversicherungen) sollte die Arbeitskräfte besänftigen und eine Revolution im Kaiserreich abwenden.

Auch die Kinderarbeit wurde zu Anfang des 20. Jahrhunderts verboten.

In der allgemeinen Geschichtsschreibung zumeist vernachlässigt werden die Lebensumstände der Frauen. Ohne Verhütungsmöglichkeit und soziale Absicherung außer der Abhängigkeit von einem Mann, ohne die Möglichkeit, einen Existenz sichernden Beruf zu erlernen oder zu studieren, waren Frauen nur noch in Bezug zu einem Mann definiert und überlebensfähig und nicht einmal mehr eingebunden in einem Großfamilienverbund.

1865 wurde der liberal-demokratische Allgemeine Deutsche Frauenverein (ADF) gegründet, der sich für Frauenbildung von der Volksschule bis zur Zulassung von Frauen zu allen Studienbereichen, Reform der Ehegesetze, die Rechte unverheiratet geborener Kinder, Wahlrecht für Frauen und vieles mehr einsetzte, was enorme emanzipatorische Brisanz besaß. Durch dessen Engagement konnten sich 1896 die ersten 6 Abiturientinnen auf ihren Abschluss vorbreiten. Der Verein errichtete eine Auskunftsstelle in Gemeindeämtern für Frauen und wollte eine vermehrte Berufstätigkeit für Frauen erreichen. Auch sollte die hauswirtschaftliche Arbeit, als eine originäre weibliche Arbeitstätigkeit, anerkannt werden. Mitte der 20er Jahre benannte sich der Verein in „ Deutscher Staatsbürgerinnen Verband e.V“. um, ist nach wie vor national und international tätig und betreibt ein Archiv zur Geschichte der Frauenbewegung.[20]

Mit dem Ausbau der lohnabhängigen Sicherungssysteme sollte also der breiten Massenarmut der Proletarier begegnet werden. Die Weimarer Republik schrieb sogar das Sozialstaatsprinzip in der Verfassung fest. Danach sollten alle Lebensbereiche nach den Grundsätzen einer menschenwürdigen Sozialordnung gestaltet werden. Im Januar 1919 durften erstmalig auch Frauen in Deutschland wählen: die Nationalversammlung.

Die sozialen Ansprüche an das Allgemeinwohl konnten ab der Weltwirtschaftskrise nicht mehr gehalten werden. Wieder kam es zu Massenarbeitslosigkeit und Elend.

Während der Weltkriege herrschte Ausnahmezustand. Das nationalsozialistische Regime ab 1933 betrieb eine Politik zur Geburtensteigerung blutsreiner Frauen, Mutter sein wurde reich belohnt für die, die würdig waren. In der Waffenproduktion waren viele Frauen beschäftigt und die Kinderbetreuung war bestens staatlich organisiert, allerdings mit stark ideologischen Interessen. Diese Epoche formte Mutterschaftskulte und -mythen[21], die ganze Generationen beeinflussen sollten, unterstützt durch die wissenschaftlichen Annahmen und Erkenntnisse der Psychoanalyse[22].

1.1.3 Wirtschaftswunder und Wohlfahrtsstaat

Eine wirkliche Antwort auf die Soziale Frage wurde nicht gefunden, man hörte aber auf, sie zu stellen, nachdem in den 1950/60er Jahren das „Wirtschaftswunder“ einsetzte: Durch die starke Wirtschaftslage Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg konnte ein feinmaschiges „soziales Netz“ aus Krankenversicherung, Kindergeld, Ausbildungsbeihilfen und Sozialhilfe, sozialem Wohnungsbau, Absicherung im Alter u.v.m. geknüpft werden.[23]

Die Armutsquote sank wie noch nie, es herrschte Vollbeschäftigung und die Bedürftigen wurden von der Gemeinschaft versorgt. Wirklich alle? Nicht ganz. Denn die Frauen, die während des Krieges und danach den Aufbau Deutschlands mit ermöglicht (Trümmerfrauen), und nebenher noch Kinder, zumeist einige, alleine groß gezogen hatten, erhielten oft nur eine kümmerliche Rente. Denn die sozialen Sicherungssysteme beruhten, und beruhen noch, zum größten Teil auf dem selbst erwirtschafteten Erwerbseinkommen, nicht auf offenkundig geleisteter, wichtiger, aber unbezahlter Arbeit. Und so war bis in die 1980er Jahre und darüber hinaus „die Armut ist weiblich“ ein viel benutztes Schlagwort, mit dem man auf die Verelendung vieler Rentnerinnen aufmerksam machen wollte, die teilweise zu beschämt waren, Sozialhilfe zu beantragen (verschämte Altersarmut).

In den 1990ern erhöhte sich die Anrechnungszeit für Kindererziehung geringfügig - allerdings nur für Frauen nach dem Geburtsjahrgang 1913. An der Armutssituation der Rentnerinnen allerdings änderte diese Maßnahme nichts.

Ebenfalls unberücksichtigt blieb die Tatsache, dass die Frauen generell nach dem 2.Weltkrieg vom Arbeitsmarkt verdrängt wurden. Das Idealbild der traditionellen Familie, welches seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert dem Bildungsbürgertum vorbehalten gewesen war, wurde zum erstrebten Traum aller Gesellschaftsschichten.

Unbestritten ist, dass die Frauen dadurch zwar am Reichtum der Männer partizipierten. Dass es aber nicht ihr Reichtum war, merkten sie sofort, sobald die Familie zerbrechen sollte. Dann nämlich konnte sich kaum eine allein stehende Frau mit Kind/ern finanziell selbst versorgen und die Leistungsansprüche gegen die ehemaligen Ehemänner waren nicht verlässlich[24]. Darüber hinaus war es nicht unbedingt üblich, dass Frauen zur damaligen Zeit gut ausgebildet waren.

So drohte Sozialhilfebezug als Ausdruck einer Abhängigkeitsverschiebung und damit sichtbare Armut.

Trotz gravierender Veränderungen im gesellschaftlichen System, trotz Individualisierung und Pluralisierung der Lebensformen, hat sich an diesen Zusammenhängen noch nicht viel geändert. Die einseitige Orientierung sozialer Absicherung am Erwerbseinkommen und an der „männlichen Normalbiographie“, die fehlende Verantwortung von Männern für reproduktive gesellschaftliche Notwendigkeiten und die vertikale und horizontale Lastenverteilung für die Reproduktion zwischen Frauen unter sich[25] produziert im Wesentlichen die herrschenden ungleichen Einkommensverteilungen zwischen den Geschlechtern und die viel diskutierte Kinderarmut. Diese Tatsachen werden in folgenden Kapiteln noch ausführlich hergeleitet und beschrieben.

1.2 Reichtum und Armut im modernen Deutschland

Bevor die finanzielle Situation der Deutschen genauer unter die Lupe genommen werden wird, soll ein Überblick über die Bevölkerungsstatistiken[26] den Blick schärfen für die inhaltlichen Diskussionen.

1.2.1 Bevölkerung Deutschlands im Überblick

Deutschland- nach Altersgruppen und Geschlecht:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.2.2 Vermögensverteilung in Deutschland

Deutschland ist ein reiches Land. Die privaten Vermögen inklusive Immobilien haben 2003 einen Wert von rund 5 Billionen Euro erreicht. Im Durchschnitt besitzt jede/r

Deutsche ein Nettovermögen von 133 400€.[30] Von 1998 bis 2003 konnte ein Vermögenszuwachs von real 10% konstatiert werden. Für die westdeutsche Verteilung dieses Vermögens wird zunehmend eine wachsende Ungleichheit festgestellt (Gini-Koeffizient 0,625 in 1998, 0,657 in 2003). So gehört den am wenigsten besitzenden 5 Zehnteln der Bevölkerung nur 3,8%, dem obersten Zehntel hingegen 46,8%. Bemerkenswert ist auch, dass in den letzten 10 Jahren gerade der 5. Dezil eine Zunahme von 10 % zu verzeichnen hatte, d.h., hier sind auch schon mittlere Einkommensbereiche der Bevölkerung erfasst. Allerdings sind Paare mit Kindern und Personen (vornehmlich männliche) höheren Alters (über 50) bei der Vermögensverteilung stark begünstigt, was vornehmlich mit der Erwerbsposition in Zusammenhang steht. Deutliche Rückgänge sind nur bei allein Erziehenden und sehr jungen Paaren und Familien zu sehen. Die Bundesregierung erklärt dazu: „Solche Unterschiede, die allein auf den verschiedenen Positionen der Haushalte im Lebens- und Familienzyklus beruhen, zeigen noch keine Ungerechtigkeit der Verteilung auf und sind auch im Hinblick auf die Sicherungsfunktion des Vermögens nachvollziehbar.“[31] Gerade allein Erziehende und Familien mit mehreren Kindern müssen aber, weil sie Humanvermögen statt monetärem Vermögen schaffen, auf Sicherungsfunktionen verzichten. Hier wird das Paradoxon der Zusammengehörigkeit des Kinderreichtums mit der beinahe unvermeidlich erscheinenden Kinderarmut sichtbar.

Hierzulande bedeutet arm zu sein nicht, nahe dem Hungertod zu vegetieren. Es bedeutet vielmehr, von dem allgemeinen Wohlstand und wichtigen Sicherungssystemen ausgeschlossen zu sein. Das gilt für 12,1%, also fast 10 Millionen Menschen in Deutschland.[32]

1.2.3 Einkommen und Einkommensverteilung

Das durchschnittliche Bruttojahreseinkommen einer/eines Deutschen betrug 2003 27493€. Damit stiegen die Einnahmen seit 1998 um 6%. Festzustellen ist allerdings eine verstärkte Streuung der Einkommen, was auf zunehmende Teilzeitarbeit zurückzuführen ist. Berücksichtigt man nur Vollzeiterwerbseinkommen, so beläuft es sich auf 37601€.

Das durchschnittliche Marktäquivalenzeinkommen (Einkommen aus selbstständiger und unselbstständiger Arbeit, Vermögen, Verpachtung, dividiert durch Personengewichte (s.u.)) belief sich auf monatlich 1864€ (Gini-Koeffizient 0,472), das durchschnittliche Nettoäquivalenzeinkommen, das auch laufende Transfers und steuerliche Eingriffe berücksichtigt, auf 1740€ (Gini-Koeffizient 0,257).

Die geringere Differenzierung der Nettoäquivalenzeinkommen spiegelt die stärkere Umverteilung durch Transferzahlungen und Steuereingriffe. Dadurch konnte die Ungleichheit der Einkommen um 46 % verringert werden.

1.3 Armut in Zahlen

1.3.1 Definition Armut

Armut wird zumeist als relative Einkommensarmut definiert. Die Einkommensarmutsgrenze bezeichnet das soziokulturelle Existenzminimum.

Als arm gilt, wer über weniger als 50% (vom Mittelwert), bzw. 60% (vom Median), des durchschnittlichen Nettoeinkommens (nach Haushaltsgröße gewichtet) im jeweiligen Land (hier also Deutschland) verfügt.[33]

Das Verteilungsobjekt ist das so genannte Nettoäquivalenzeinkommen= Markteinkommen zuzüglich laufender Transfers, abzüglich Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung und Steuern, dividiert durch sogenannte Personengewichte.

Wobei die Skalen zur Berechnung dieser Zahlen ausgehandelt werden. Das Haushaltseinkommen wird nämlich nicht einfach durch Köpfe, sondern durch die Summe besagter Personengewichte geteilt. So erhielt bei der alten OECD-Skala der Haushaltsvorstand das Gewicht 1, während andere Haushaltsmitglieder, die älter als 15 sind, das Gewicht 0,7, Kinder unter 15 das Gewicht 0,5 zugesprochen bekommen. Nun wird man sich auf eine neue Gewichtung einigen, wobei der Haushaltsvorstand das Gewicht 1,0 behält, alle anderen über 15jährigen 0,5 erhalten, und die Kinder unter 15 nur noch 0,3. Annahme hierbei ist, dass durch gemeinsame Haushaltung Kosten gespart werden („economies of scale“).[34] Daran sieht man zweierlei: Einmal wie wenig objektiv eine allgemeingültige Darstellung ist und dass auch die Armutsdefinition letztendlich eine politische Aussage darstellt.

Deutschland lag bei dieser Berechnung (60% Median) mit einer Armutsquote von 11% 2001 hinter Schweden mit 9% und Dänemark mit 10%. (Im europäischen Vergleich: EU-15: 15%).

Im Lebenslagenbericht der Bundesregierung heißt es, dass sich, würde man aus dem Haushaltseinkommen sämtliche Transferleistungen heraus rechnen, eine fiktive Armutsquote von 41,3% ergeben würde! Über 41% der Bevölkerung wären dann einkommensarm, wenn es nur nach dem durch Erwerbsarbeit erwirtschafteten Einkommen ginge. Wenn es also keine Steuerersparnisse und Versorgungsleistungen des Staates gäbe. Durch diese Leistungen, so der Bericht weiter, sei es möglich, die Armutsquote der Betroffenen auf 13,5% (2003) zu drücken. Zwei Aussagen sind dabei erstaunlich: Erstens stieg die gesamtdeutsche Armutsquote von 2001 bis 2003 von 11 auf 13,5%, was einen enormen Anstieg in der kurzen Zeit darstellt, und zweitens ist bei der Berechnung der Transferzahlungen nicht differenziert worden. Staatliche Versorgung findet auch bei Renten und Pensionen von pensionierten Beamten statt, und diese Summen belaufen sich auf 238,5 Millionen und 35,8 Milliarden € (zum Vergleich: Sozialhilfeleistungen erreichten 2003 nur rund 27 Millionen €)[35]. Schon aus diesem Grund ist diese Aussage so undifferenziert nicht haltbar und scheint eine falsche Darstellung transportieren zu wollen.

So behauptet der Bericht ein paar Seiten weiter, dass die Armutsrisikoquote durch die Erhöhung des Kindergeldes von 112 auf 154€ die Armutsquote aller Haushalte um 5%, die von Beziehern von Kindergeld um 9% reduziert habe. Auch diese Aussage ist unverständlich. Die neue OECD-Skala weißt eine Armutsquote für ein Paar mit Kind(ern) 1998 in Höhe von 10,8% aus. 2003: 11,6%. Für Alleinerziehende 1998: 35,4%. 2003 ebenfalls 35,4. Würde die Erhöhung des Kindergeldes diese Quote um 9% gesenkt haben, hieße das, dass die nominale Armutsquote der Haushalte mit Kindern um zusätzliche 9% gestiegen wäre in diesen 5 Jahren.

Die Steigerung aller Äquivalenzeinkommen durch steuerliche Entlastungen bei der Einkommenssteuer (z.Bsp. Senkung des Spitzensteuersatzes) betrug für alle Haushalte im gleichen Zeitraum 2,4%. Gering Verdienende und Transferleistung Beziehende haben von diesem Zugewinn allerdings nichts gemerkt.

Armutsgrenze ist also, zusammenfassend, ein Haushaltsnettoäquivalentseinkommen von 825€, das sind 60 % des Median des durchschnittlichen.

Aussagefähig und zu Armutsbestimmungen heran genommen wird auch immer wieder der Sozialhilfeansatz, bzw. seit 2005 die Anzahl der Personen, die Leistungen nach dem 12. und dem 2. Buch des SGB erhalten oder durch ein geringes Erwerbseinkommen diese Sätze nicht überschreiten.

Ob, und wenn ja, wie die verschiedenen Quellen differenzierte Betrachtungsweisen zulassen, ist sehr unterschiedlich. Je nach dem, was vermittelt werden will, variieren die Zahlen beträchtlich und müssen zwischen den Zeilen gelesen werden. So ist es ein großer Unterschied, ob Geschiedene und getrennt Lebende geschlechtsspezifisch betrachtet werden oder der Durchschnittswert für alle Haushaltsformen benutzt wird. Auch erstaunt es zu sehen, dass sehr viele Kinder in Armut leben sollen, die Erwachsenen aber nicht. Da fragt man sich, mit wem denn diese Kinder zusammen leben! Häufig ist es doch eher so, wie Antje Richter feststellt, dass „Mütter aus Armutshaushalten versuchen, die armutsbedingten Belastungen soweit wie möglich von ihren Kindern fernzuhalten, indem sie selbst auf vieles (auch auf Nahrung) verzichten, nur um ihre Kinder ausreichend versorgen zu können.“[36]

Dazu auch im Bericht der Bundesregierung: „ Kinderarmut im Sinne materieller Unterversorgung steht erst am Ende einer von den Eltern nicht zu bewältigenden wirtschaftlichen Situation.“[37]

Es drängt sich fast der Verdacht auf, dass Frau Metz Recht haben könnte, wenn sie konstatiert: „ Die Frauenfrage zur Kinderfrage zu machen, ist die stabilste Bastion gegen die Gleichstellung“![38]

Nun erfolgt noch ein detaillierter Überblick über aktuelle Zahlen und Fakten.

1.3.2 Arme Kinder: Zahlen und Fakten in kritischer Betrachtung

Berichte, Studien, Statistiken und Untersuchungen über Armut und Kindheit jagen sich und lassen sich in ihrer Fülle kaum mehr vergleichend bewältigen. Dabei muss Zahlenmaterial vor allem in den richtigen Zusammenhang gebracht werden, damit die vordergründige Aussage verifiziert werden kann und aus den Informationen weitere Rückschlüsse möglich sind.

1.3.2.1 Das Haushaltsnettoeinkommen

Was hat ein Haushalt im Durchschnitt zum Ausgeben zur Verfügung?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Hier das bundesdeutsche Haushaltsnettoeinkommen (kein Äquivalenzeinkommen!) in € je Monat im Vergleich: 1991 2004

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bemerkenswert an dieser Statistik ist, dass allein Erziehende und Paare mit Kindern nicht in Kinderzahl unterteilt sind. Es ist ein durchaus großer Unterschied, ob ein oder drei Kinder finanziert werden müssen. Des Weiteren sind Einpersonenhaushalte nicht weiter klassifiziert. Es können junge Singles genauso sein wie Rentnerinnen. Auffallend ist allerdings, dass Einelternhaushalte nur wenig mehr zur Verfügung haben, als Einpersonenhaushalte und das erstere die bei Weitem geringste Steigerungsrate zu verzeichnen hatten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.3.2.2 Armutsquoten

Im Vergleich nun die Armutsquoten 2003 und 2004[40]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die unterschiedliche Aussagekraft entsteht dadurch, dass bei der Berechnung der Armutsquote die Haushaltszusammensetzung berücksichtigt wird (Äquivalenzeinkommen nach Personengewichten bewertet, siehe weiter oben).

Zu beachten ist, dass allein Erziehende die einzige Gruppe sind, die innerhalb eines Jahres eine nicht unbeträchtliche Steigerung der Armutssituation zu verzeichnen haben, alle anderen aber eine Absenkung.

Weitere Aufstellungen bietet der Datenreport des Statistischen Bundesamtes 2006[41]:

Hier die Betroffenheit von Armut (in %) nach Haushaltsmerkmalen (2004) bezogen auf Personengruppen innerhalb einer Haushaltsgemeinschaft:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diese Aufstellung transportiert bei ungenauer Betrachtung sehr unlogische Informationen: Warum sollte der Haushaltsvorstand mehr von Armut betroffen sein, als der (Ehe-)Partner? Und warum sind Kinder unter 18 doppelt so arm wie der Partner des Haushaltsvorstandes? Es scheint, als seien hier Äpfel, Bananen und Birnen gemischt worden. So geht aus dieser Darstellung nicht deutlich hervor, dass durchaus nicht jeder Haushaltsvorstand einen Partner hat. Tatsächlich finden sich hier offensichtlich sämtliche familiäre Konstellationen durcheinander geworfen.

Die Aussagen werden im weiteren Verlauf der Datenanalyse des Bundesamtes aber noch weiter aufgeschlüsselt. Es wird differenziert nach Haushaltstypen und Haushaltszyklen (darunter versteht das Statistische Bundesamt die altersabhängige Aufschlüsselung und die Differenzierung nach Kinderzahl)[42]:

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Diese Aufstellung lässt viele differenzierte Betrachtungsweisen zu und ist interpretationsfähig.

In den Singlehaushalten vereinigen sich StudentInnen und Azubis mit RenterInnen und allein lebenden Menschen mittleren Alters. Diese Mischung ist wenig aufschlussreich, aber für diese Untersuchung auch nicht von allzu großer Bedeutung.

Paarhaushalte ohne Kinder, mit fast 28% der Bevölkerung ein großer Anteil, sind selten von Armut betroffen. Es stehen hinter diesen Zahlen ja auch viele zeitlich ungebundene Vollzeiterwerbstätige.

Paarhaushalte mit minderjährigen Kindern sind umso mehr von Armut betroffen, je mehr Kinder im Haushalt leben.

Das trifft besonders auf die Einelternfamilien zu, die mit 2 oder mehr Kindern zu über 40% als arm gelten müssen.

Bringt man diese Erkenntnisse in die Betrachtung einer Aufschlüsselung nach Lebensalter, so erkennt man schnell, dass durchaus Kinder vermehrt von Armut betroffen sind, aber nur in Abhängigkeit ihres Familienzusammenhangs (also wie viele Geschwister sie haben und ob sie mit einem oder beiden Elternteilen zusammen leben). Das heißt, das Armutsrisiko ist sehr ungleich verteilt, auch bei den Kindern.

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Die 3.AWO-ISS Studie „Zukunftschancen für Kinder!?“ kommt ebenfalls zu dem Schluss, dass arme Kinder in überwiegender Zahl nicht mit beiden Eltern zusammen leben.[44]

1.3.2.3 Armutsquote Bezug nehmend auf Trennung/Scheidung

Da immer wieder verlautbar wird, wie nachhaltig eine Trennung oder Scheidung das Armutsrisiko beeinflusst, ist auch dieser Sachverhalt interessant, nachzuvollziehen. Dazu berechneten Hans-Jürgen Andreß und Miriam Güllner[45] aus Erhebungen des SOEP 2000 folgende Armutsquoten im Abstand zum Trennungszeitpunkt:

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Insgesamt kann trotz der vorhandenen Datenflut bei genauer Betrachtung durchaus differenziert werden und es kristallisieren sich Erkenntnisse heraus, die in den meisten Berichterstattungen schlicht ungesagt bleiben. Warum das so ist, und welchen Zweck diese Informationsverschiebung in der Öffentlichkeit erfüllt, wird an späterer Stelle erörtert.

1.3.2.4 Beschäftigungsumfang von Frauen

Da Armut bisher nur am Erwerbseinkommen gemessen worden ist, lohnt ein Blick auf Aussagen über Beschäftigungsverhältnisse der erwachsenen Bezugspersonen der Kinder, denn obwohl immer wieder von einer dramatisch steigenden Erwerbstätigkeit heutiger Mütter die Rede ist, die sogar am Verfall der Familie beteiligt sein soll, stellen sich die tatsächlichen Arbeitszeitmodelle so dar[46]:

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Das heißt, es hat sich ein Wandel vollzogen von Vollzeiterwerbsarbeit oder Nichterwerbstätigkeit hin zu flexibleren Arbeitszeitmodellen. Das bedeutet zwar eine bessere Vereinbarkeit von Erwerbsleben und Familie, aber eben auch ein deutlich reduziertes Einkommen und nach wie vor die Abhängigkeit von privaten oder staatlichen Sicherungssystemen. Welche Arten von Unterstützungssystemen und Leistungen es gibt, wer sie in Anspruch nimmt und nehmen kann und wie sie zu beurteilen sind wird im Kapitel 3 behandelt.

1.3.3 Operationalisierung

Abgesehen von der Problematik der Berechnung ergibt sich allerdings bereits vor der zahlenmäßigen Auswertung die Schwierigkeit, Armut messbar zu machen. Zwei verschiedene Ansatzweisen bieten dabei der Ressourcen- und der Lebenslagenansatz.

1.3.3.1 Der Ressourcenansatz

Nach dem Ressourcenansatz, dem auch die „Definition Armut“ unter 1.3.1 zugeordnet werden kann, wird Armut als eine Unterausstattung mit monetären (Einkommen aus Erwerbsarbeit sowie Vermögen, öffentliche und private Transferleistungen u.s.w.) und nicht monetären Ressourcen (Ergebnisse hauswirtschaftlicher Produktion u.s.w.) verstanden.

Die übliche Herangehensweise berücksichtigt aber fast ausschließlich eine einzige Ressource, nämlich das Einkommen, als zentrales Merkmal der Lage der Untersuchungseinheit. Die sozioökonomische Lage wird jedoch auch durch Faktoren wie Bildung, Arbeit (Erwerbsarbeit), Wohnen und Gesundheit wesentlich mitbestimmt.[47]

1.3.3.2 Der Lebenslagenansatz

Der Lebenslagenansatz hingegen bietet eine sehr viel komplexere Annäherung an das Phänomen Armut. Hier wird multidimensional berücksichtigt, welche Handlungsspielräume und Grenzen, auch bedingt durch die Ausstattung mit Ressourcen, die verschiedenen Versorgungslagen (potentielle und tatsächliche) widerspiegeln. Dabei muss auch berücksichtigt werden, in wie weit diese genutzt werden können.

Wichtig bei diesem Ansatz ist es, hervorzuheben, dass gerade von Armut betroffene Kinder und Jugendliche eben völlig andere Gestaltungsspielräume und Grenzen haben und erfahren als Erwachsene. Dimensionen von erfahrbarer Armut sind beispielsweise Einkommen, Arbeit, Wohnen, Bildung, Gesundheit oder kulturelle Lage. Dabei kann es durchaus sein, dass nicht alle Dimensionen gleichermaßen betroffen sind. An diesem Punkt können auch Präventionsmaßnahmen greifen, obwohl die Einkommenssituation der Betroffenen nicht direkt verändert werden kann. Eine konkrete Darstellung findet sich unter 6.2 in dieser Arbeit.

Zur Verdeutlichung der Unterschiede der Herangehensweise kann die Gewichtung der Beurteilung von Versorgungslagen in der ehemaligen DDR, bei der vor allem die Versorgung mit Wohnraum, Konsumgütern und Dienstleistungen im Vordergrund stand mit der traditionell auf Ressourcenansatz (und hierbei Einkommen) fokussierenden der Bundesrepublik verglichen werden.

Wird der Ressourcenansatz gewählt, so unterstellt man, dass alles Lebensnotwendige durch Ressourceneinsatz beschafft werden kann und die Untersuchungseinheit (also die Familie oder Person) alle Verantwortung über die Ressourcenverteilung und Verwendung trägt. Unwirtschaftliches Handeln geht zu Lasten der Haushaltsmitglieder. Beim Lebenslagenansatz hingegen wird dies nicht unterstellt, sondern es werden tatsächliche Möglichkeiten (Handlungsspielräume, Ausstattung, Versorgungslage) in die Analysen mit einbezogen.[48]

Damit soll dargestellt werden, dass es, will man dem Phänomen Kinderarmut auf den Grund gehen, durchaus nicht genügt, Einkommensvergleiche zu ziehen. Das ist zwar an sich schon aussagekräftig und teilweise erschreckend, weil hier massive soziale Ungleichgewichte zu Tage treten, aber nicht ausreichend, um komplexe Lebenslagen zu beleuchten und Bewältigungsmöglichkeiten zu sichten.

Schwierigkeiten bei der Verwendung des Lebenslagenansatzes sind aber noch ungelöste Probleme bei der Bewertung der verschiedenen Wohlstandskomponenten und derer Gewichtung. So ist es schwierig, einen einheitlichen und umfassenden Indikator zu entwickeln[49], auch, weil die Datengrundlage nicht ausreichend ist.

Ein mögliches Diagnoseinstrument zur Veranschaulichung und Bearbeitung individueller Lebenslagen wird in einem späteren Kapitel vorgestellt.

2 Arme in Deutschland

Da 86,5 % der deutschen Bevölkerung offenbar nicht von Armutslagen bedroht sind, soll im Folgenden untersucht werden, wer denn dann die „Armen“ sind. Denn es lassen sich ganz eindeutig Risikogruppen beschreiben.

2.1 Familien mit Migrationshintergrund

Beinahe ein Drittel aller sozialstaatliche Leistungen zum Lebensunterhalt beziehenden Familien sind Migrantenfamilien. Das weist auf eine schlechte Integration und daraus erwachsende massive Problematiken hin. Arbeitslosigkeit, Kriminalität, Ghettoisierung, um nur einige zu nennen. Die Politik macht sich diese Themen gern zu Wahlkampfzwecken zu Nutze[50], aber an konkreten Schritten mangelt es allerorts. Die Integration ins Bildungswesen scheitert an der Sprachbarriere, die man sich scheut, durch verpflichtende Deutschkurse zu überwinden. Dadurch setzt sich die Migrationsproblematik von Generation zu Generation fort.

Im Rahmen der PISA-Studie 2000[51] wurde festgestellt, dass Deutschlands Bildungssystem Kinder mit Migrationshintergrund benachteiligt und, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, die es schaffen, innerhalb weniger Jahre die Integration dieser Kinder zu bewerkstelligen, auch dauerhaft keine Angleichung stattfindet.[52] Diese Kinder findet man häufig auf Haupt- oder Sonderschulen, da der Teufelskreis aus Verständigungsschwierigkeiten und Verhaltensproblemen oft nicht unterbrochen werden kann. Problematisch an dieser Situation ist nicht nur die fatale Exklusion aus Bildungs- und Berufsfeldern für die betroffenen Kinder und Familien, sondern auch die Tatsache, dass es vor allem diese Familien sind, die verhältnismäßig kinderreich sind und somit die Erwerbstätigen von morgen stellen werden, die die Rentenbeiträge und die Pflegedienste übernehmen sollen. Zu dieser Entwicklung wird in späteren Kapiteln noch ausführlich Stellung genommen.

Unter den betroffenen Familien befinden sich auch solche, die Leistungen aus dem Asylbewerbergesetz beziehen. Für diese Menschen ist die Lebenssituation natürlich besonders schwierig, da eine Eingliederung in diesem Schwebezustand fast unmöglich ist und die Aufnahme einer Arbeit ebenfalls.

Auf diese Bevölkerungsgruppen soll an der Stelle nun nicht weiter eingegangen werden, da die komplexen und anders gelagerten Problemstellungen den Rahmen dieser Arbeit sprengen würden.

2.2 Langzeitarbeitslose

Von Langzeitarbeitslosigkeit spricht man, wenn jemand länger als ein Jahr ununterbrochen arbeitslos gemeldet ist. Das waren 2005 immerhin 34,3% aller westlichen Arbeitslosen und 43% aller arbeitslosen Ostdeutschen.[53]

Die Arbeitslosigkeit bei Frauen ist dabei größer als die der Männer. In Ostdeutschland beträgt sie sogar 49,3 %[54], trotz gut ausgebauter Kinderbetreuungseinrichtungen.

Wer nicht leistungsberechtigt ist, muss sich alle 3 Monate dennoch melden, um in der Statistik aufzutauchen. Das betrifft auch die „stille Reserve“ von Frauen, die arbeitslos sind, aber auf Grund von Unterhaltsansprüchen in der Ehe oder nach der Scheidung keine Zahlungen vom Amt erhalten und sich deshalb auch oft nicht Arbeit suchend melden. Mit dieser Situation haben häufig ältere, von Trennung/Scheidung betroffene Frauen zu kämpfen, deren fehlende Erwerbserfahrung einen Wiedereinstieg in den Beruf verhindert[55]. Über 58 Jährige werden genauso wenig in der Statistik geführt, wie Menschen, die zeitweilig 1€-Jobs ausüben oder diverse Schulungen besuchen, die langfristig doch nicht aus der Arbeitslosigkeit heraus führen. Dadurch ergibt sich eine Verzerrung der offiziellen Zahlen, die die Realität nicht genau abbilden.

Von Deprivationsarmut, die praktisch den Ausschluss von allgemein anerkannten Lebensstandards meint, betroffene Menschen, wie eben Langzeitarbeitslose, sind von Perspektivlosigkeit geprägt. Wenn eine Eingliederung in den Arbeitsmarkt auf Grund mangelnder Bildung, Krankheit oder struktureller Arbeitslosigkeit und fehlender Flexibilität nicht gelingt, kommen häufig „Problemlösestrategien“ wie Alkoholismus zum Tragen. Damit setzt sich ein Teufelskreis aus Arbeitslosigkeit und Frustration und Abhängigkeit in Gang.

Auch eine hohe Verschuldung, die durch leichtfertige Kreditangebote die von den Medien angestachelte Konsumwünsche befriedigen soll, rächt sich spätestens dann, wenn die Raten durch Arbeitslosigkeit oder Krankheit nicht mehr bedient werden können. Was droht, ist oft die Pfändung. Doch falls ohnehin nur Arbeitslosengeld zur Verfügung steht, um Rückzahlungen zu tätigen, sitzt man schnell in der Schuldenfalle.

Mit dieser Situation haben zunehmend Familien zu kämpfen. Denn heute wird Luxus, motiviert durch ein verändertes gesellschaftliches Klima[56], offener zur Schau gestellt.[57] Darunter leiden natürlich die am meisten, die nicht mithalten können, die vom allgemeinen Konsumrausch abgeschnitten sind. Sind das auch noch Familien mit Kindern, tut der Verzicht besonders weh und grenzt sichtbar aus.

[...]


[1] Vgl. Fischer (2000), S. 12.

[2] Beisenherz, H. (2000), S.79

[3] Vgl. Beisenherz, H. (2000), S. 86f

[4] Dietz, B. (1997), S.12

[5] Vgl. Matthies, A. (2005), S. 58

[6] Butterwegge, Ch., Klundt, M. (2003), S. 60.

[7] Dpa, Schwäbische Post, 2.2.2008, S. 2

[8] AP, „Geringe Einkommen mehr belastet“, Schwäbische Post, 12.3.2008, S. 6

[9] Pressebericht am 10.04.2008, Radio/, 12.03 Uhr

[10] Wolfgang Clement, Ministerpräsident NRW, in einer im April 2000 gehaltenen Rede in Berlin. In: Hengsbach, F.(2003), S. 11

[11] Vgl. Zander, M. (2000), S. 298

[12] Vgl. Duden (2003), S.139ff

[13] Vgl. Erasmus von Rotterdam (1469-1536): „Schule soll zum Denken erziehen“

[14] Dabei bezogen sich die Herrschenden auf die christliche Lehre, nach der die Frau dem Manne Untertan zu sein hat. (Vgl. Die Bibel: Paulus, Korintherbriefe)

[15] Vgl. Lerner, Gerda (1991) passim

[16] Vgl. Buchners Kolleg (2002) Kapitel 2.2

[17] Vgl. Roberts, Band 3 (2007) passim

[18] Vgl. Marx` und Engels Lehre vom Kapitalismus

[19] Das „Eisenacher Programm“ forderte das Wahlrecht für Männer über 20 Jahre

[20] Vgl. www.staatsbürgerinnen.org und Buchners Kolleg (2002), S. 117

[21] Verehrung der Mutter durch z.B. Feier des Muttertags; Patenschaft des Bundespräsidenten beim 7.Kind….

[22] Persönlichkeitsdefekte auf Grund Störungen der Mutterbeziehung, u.v.m.

[23] Vgl. Buchners Kolleg (2002), Kapitel 2.3 passim

[24] Unterhaltsansprüche waren u.a. an die Schuldfrage gekoppelt

[25] Rerrich, M. (1994), S. 210

[26] Diagramm erarbeitet aus Angaben der Bundeszentrale für politische Bildung. www.bpb.de vom 23.3.2008

[27] Statistische Bundesamt Stand: 11.2004

[28] Vgl. Funcke, A. (2006), S. 4f

[29] Tabelle erstellt aus Angaben des Statistischen Bundesamtes (Hrgb.), Aktualisierte Tabellen zum Datenreport „Die Familie im Spiegel der amtlichen Statistik“ www.sozialpolitik-aktuell.de v.24.3.2008

[30] Quelle: EVS. In: Lebenslagen in Deutschland (2005)

[31] Lebenslagen in Deutschland (2005), S.40

[32] Die Angaben beziehen sich auf: Lebenslagen in Deutschland (2005), S. 18ff

[33] Derzeit allgemein gültige Definition der OECD

[34] Holz, Gerda (2005), S.90

[35] Deutschland in Zahlen 2006, Institut der deutschen Wirtschaft Köln. S. 75

[36] Richter (2005), S.206

[37] Lebenslagen in Deutschland (2005) S. 82

[38] Metz-Göckel, S., Müller, U. (1986)

[39] Veröffentlicht vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln, 2006

[40] Zahlen zur Darstellung aus: Holz, Gerda (2005), S. 92

[41] Bundesamt für politische Bildung: Datenreport des Statistischen Bundesamtes 2006

[42] Quelle: SOEP 2004

[43] Entnommen aus: Holz, G.(2005), S. 93

[44] Vgl. Holz, G., AWO-ISS-Studie (2005), S.3

[45] Andreß/Güllner (2001), S. 188

[46] Quelle: Kreyenfeld u.a. (2008) , S.238

[47] Zimmermann (2000), S. 65

[48] Vgl. Zimmermann (2000), S. 66ff

[49] Vgl. Becker, Irene/Hauser, Richard (2003), S.25f

[50] Schnellere Ausweisung von jugendlichen Kriminellen, Verhinderung von Familiennachzug….

[51] Vgl. Stanat u.a. (2002), S.3f

[52] Vgl. Stanat u.a. (2002), passim, i.B.S.14

[53] Angaben nach: Institut der deutschen Wirtschaft Köln (2006), S. 15

[54] Vgl. Lebenslagen in Deutschland (2005), S. 111

[55] Vgl. Peuckert, R.(2008), S. 190ff

[56] Vgl. Böhnisch, L.(2001), Kap.1.2, Das Anomieparadigma . Passim

[57] Vgl. Butterwegge, Ch.(2000), S.47ff

Details

Seiten
121
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783836619400
Dateigröße
635 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v226145
Institution / Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg Heidenheim, früher: Berufsakademie Heidenheim – Sozialwesen
Note
1,2
Schlagworte
einkommens- vermögensverteilung armutsquoten berechnungsansätze soziale ungleichheit lebenslagenansatz armutsprävention erweiterte beratung

Autor

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Titel: Kinderarmut in Deutschland