Lade Inhalt...

Spektrum des Selbst im interkulturellen Kontext

Gloria Anzaldúa, Borderlands/La Frontera. The New Mestiza

Magisterarbeit 2007 73 Seiten

Romanistik - Französisch - Literatur

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Physical Borderlands – Kulturelle Identitäten
1.1 Die Geschichte einer Region als Ursprung der Borderlanderfahrung
1.1.1 Die ofizielle geschichte des US-mexikanischen Grenzgebietes
1.1.2 Rekonstruktion von Geschichte
1.2 Sprache als Ausdrck kultureller Identität
1.2.1 Die kulturelle Vergewaltigung der Chicanos durch den Raub ihrer Sprache
1.2.2 Schreiben als Selbstfindungsprozess
Bridge

2. Sexual Borderlands – Sexuelle Identitäten
2.1 Die Chicanaproblematik
2.2 Feminismus und die Schlange als Symbol der Weiblichkeit
2.2.1 Frauen-in-bewegung
2.2.2 Die Schlange als Symbol der Weiblichkeit
2.3 Women of Color Feminismus
2.4 Halb und Halb
Bridge

3. Psychological Borderlands – Auto Identitäten
3.1 Über das Werden seines eigenen Selbst schreiben – Auto-biografie
3.1.1 Geschichte der Autobiografie
3.1.2 Theorie der Autobiografie
3.1.3 Lateinamerikanische Autobiografien
3.2 Autobiografische Traditionen in Borderlands
3.3 La Nueva Mestiza

Schlussbetrachtungen

Dank

Bibliografie

Versicherungserklärung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

The actual physical borderland that I’m dealing with in this book is the Texas-U.S. Southwest/Mexican border. The psychological borderlands, the sexual borderlands and the spiritual borderlands are not particular to the Southwest. In fact, the Borderlands are physically present wherever two o more cultures edge each other, where people of different races occupy the same territory, where under, lower, middle and upper classes touch, where the space between two individuals shrinks with intimacy.[1]

Gloria Evengelia Anzaldúa wurde am 26. Oktober 1942 im Rio Grande Valley, Südtexas, geboren. Mit 11 Jahren zogen sie und ihre Familie nach Hargill, Texas.

Trotz des Sexismus, Rassismus und anderer Formen der Unterdrückung, mit denen sie aufwuchs, sowie dem Tod ihres Vaters Urbano Anzaldúa im Jahr 1956, der ihren Lebensweg nachhaltig prägte, schaffte es Anzaldúa, eine College-Ausbildung zu erlangen. 1969 empfing sie ihren Bachelor of Arts in Englisch, Kunst und Oberschulpädagogik an der Pan Amarican University und später (1972) ihren Master of Arts an der Universität von Texas in den Fächern Englisch und Pädagogik.

Nach ihrem Studium arbeitete sie mehrere Jahre als High School Lehrerin, bevor sie sich entschied, zur Universität von Texas zurückzukehren, um ihren Doktor in vergleichender Literatur zu machen.

1977 zog sie nach Kalifornien. Dort war sie als Gastdozentin an der San Francisco State Universität und Universität von Kalifornien, Santa Cruz, tätig. Darüber hinaus widmete sie sich Gastvorlesungen an der Florida Atlantic und anderen Universitäten, aber vor allen Dingen dem Schreiben.

1981 gab sie zusammen mit Cherrie Morroga das Werk This Bidge called my back: Writings by Radical Women of Color heraus. Später folgten dann Making Face, Making Soul/ Haciendo Caras und andere Werke. 1987 veröffentlichte sie ihre erste Monografie Borderlands/La Frontera. The New Mestiza, welche in der vorliegenden Arbeit ausführlich betrachtet und diskutiert werden soll. Des Weiteren schrieb sie mehrere Kinderbücher, wie zum Beispiel Prietita has a Friend (1991) sowie zahlreiche fiktionale Werke und Poesie.

Gloria Anzaldúa leistete durch ihre Werke sowie durch ihre starke Persönlichkeit einen herausragenden Beitrag für die verschiedensten Bewegungen der siebziger und achtziger Jahre. Sie beeinflusste nachhaltig die feministischen Strömungen ihrer Zeit, die Betrachtungen der Kultur-, Chicana- und Homosexuellen Theorie, indem sie diese Bewegungen herausforderte und neue Sichtpunkte herausarbeitete: „she challenged these movements in an effort to make real change happen to the world, rather than to specific groups.“[2]

Für ihre Arbeiten wurde sie durch zahlreiche Preise geehrt. Unter anderem empfing sie den American Book Award (1986), den National Endowment for Arts (1991), den Lesbian Rights Award (1991) und den Amarican Studies Association Lifetime Achievement Award. Außerdem wurde Borderlands/La Frontera von dem Library Journal zu einem der 38 besten Bücher des Jahres 1987, und von dem Hungry Mind Review zu einem der 100 besten Bücher des Jahrhunderts gewählt.

Gloria E. Anzaldúa starb am 15. Mai 2004 in Santa Cruz, Kalifornien, an einer mit Diabetes in Verbindung stehenden Krankheit.[3]

Schon ihre Geburt im Grenzgebiet von Südtexas und Mexiko bezeichnete den Ursprung für eine Grenzerfahrung. Eine Erfahrung, die geprägt ist durch Uneindeutigkeit, ein Hin- und Hergerissensein, ein Gefühl des Nichtdazugehörens, weder zur einen noch zur anderen Seite, welche sich im Laufe ihres Lebens immer weiter vertiefte und sich über den geografischen Aspekt hinaus auf sexuelle und psychologische Aspekte ausweitetet, und durch die bewusste Auseinandersetzung mit den Themen Rasse, Geschlecht, Kultur, Geschichte etc. zum dominanten Thema ihres Lebens und ihres Schreibens entwickelte.

So bildete sich als Schwerpunkt ihres literarischen Schaffens der „Versuch, die verschiedenen Aspekte ihres gesellschaftlichen, politischen und literarischen Lebens (chicanismo, writing, feminism und lesbianism) zu verbinden und zum Entstehen einer neuen Bewegung der Women of Color beizutragen.“[4]

Da diese Aspekte nicht streng voneinander abgegrenzt, sondern eher durchlässig sind und ineinander übergehen, kommt es oftmals zu einer Überlagerung von Räumen, zu einer Mischung, einem Mestizentum im weitesten Sinne, von Ideen, Ansichten und Empfindungen.

Im Zentrum dieser Arbeit soll Anzalduás Werk Borderlands/ La Frontera. The New Mestiza stehen, in welchem sie Mestizaje bewusst als Methode einsetzt, um ein neues Mestizenbewusstsein zu entwerfen.

Anzaldúas erste Monographie ist „ein aus Essays bestehender erster Teil, [der] sich weitestgehend in einem Gedichtteil widerspiegelt. Beide führen eine parallele Bewegung von einem geografischen spezifischen Raum zu einer neuen Kultur aus.“[5]

Diese Kultur ist durch die Überlagerung verschiedener Räume, durch die Vereinigung und Verflechtung vieler Subkulturen geprägt. Sie ist keine abgeschlossene, fassbare Sache. Sie ist ein Prozess, der sich ständig verändert und neu ereignet. Sie ist definiert durch ihre Nichtdefinierbarkeit.

Im Gegenzug zur „alten“ Mestizaje, die eine bloße Mischung der Elemente bedeutete (in diesem Fall der indianischen und spanischen oder mexikanisch-amerikanischen Kultur) und oftmals einen negativen Beigeschmack besaß, geht die „neue“ Mestizaje viel weiter. In ihr verschmelzen die Elemente und werden zum Selbst eines neuen Menschentypes, der die Wirren seiner Herkunft nicht mehr verflucht oder bejammert, sondern der sich ihrer bewusst erinnert. Er schöpft Kraft aus ihnen und erkennt den Vorteil, den er als vielseitig geprägter Mensch hat, da er ein Teil vieler kultureller Einflüsse ist und somit das Wissen aller in sich vereinigt. Er besitzt die Fähigkeit einer besonderen Sensibilität, die es ihm ermöglicht, zwischen den Kulturen zu vermitteln.

Generell lässt sich sein Charakter als hybrid, flüssig oder fließend, bezeichnen, da er keine abgeschlossene kulturelle Linie verfolgt, sondern offen ist. Die Nichtdefinierbarkeit ist sein Merkmal, das es ihm möglich macht, sich frei in allen Sphären zu bewegen, zu wachsen und sich zu entwickeln.

Ebenso, wie Anzaldúa ihre neue Mestizenkultur beschreibt, definiert Jürgen Bolten „Kultur als Netzwerk von ‚subkulturellen’ Lebenswelten“[6] und entwirft den Terminus „Interkultur“, welcher eine Grenz-, eine Zwischenwelt beschreibt, „die weder der Lebenswelt A noch der Lebenswelt B vollkommen entspricht, [...] eine vollständig neue Qualität, eine Synergie, [...] die für sich weder A noch B erzielt hätten.[7]

Der „alte“ Mestize stellte eine bloße Kombination von A und B dar. Der „neue“ Mestize, oder besser la Nueva Mestiza, schafft eine Synergie C, die zwar Aspekte von A und B enthält, aus ihnen heraus jedoch neue Aspekte hervorbringt, die keine der beiden ursprünglichen Lebenswelten innehatte.

Aus dieser Parallelität ist die Idee entstanden, Anzaldúas Werk Borderlands, welches ein weites Spektrum ihres Selbst offenbart, an Hand von Interkulturalität zu erörtern und die einzelnen Facetten verschiedenen Ausprägungen von Interkultur gegenüberzustellen.

Um die Vielschichtigkeit und Verwobenheit der Thematik zu erfassen, empfinde ich es als notwendig, einzelne Schwerpunkte zur Bearbeitung herauszugreifen, um sie später wieder in ihren großen Kontext einzuordnen.

Dabei lasse ich mich vom auf der ersten Seite eingefügten Zitat leiten und teile die Arbeit in drei große Abschnitte.

Im ersten Abschnitt sollen die physischen Grenzgebiete, als Ursprung jeder anderen Borderlanderfahrung, genauer betrachtet und analysiert werden. Gleichzeitig sollen sie mit den Themen Kultur und kulturelle Identitäten in Zusammenhang gebracht werden. In diesem ersten Teil wird die Geschichte der Grenzregion zwischen den USA und Mexiko eine zentrale Rolle spielen. Außerdem werde ich Sprache als physischen Ausdruck von Kultur unter verschiedenen Blickwinkeln thematisieren.

Im zweiten großen Teil soll es dann um sexuelle Grenzgebiete und Identitäten gehen. Hierbei soll die spezielle Problematik der Chicanas dargestellt werden, sowie die Geschichte der Frauenbewegung und der Women of Color Feminismus unter dem Einfluss von Fremdheit und Vorurteilen betrachtet werden.

Des Weiteren werde ich mich besonders mit den weiblichen Gottheiten aus Borderlands beschäftigen, die eine zentrale Rolle auf dem Weg zum neuen Mestizentum spielen. In diesem Zusammenhange werde ich auf Homosexualität und lesbian writing eingehen.

Nachdem zuerst die physischen und anschließend die sexuellen Grenzgebiete Mittelpunkt der Betrachtung waren, sollen nun im dritten Teil die psychologischen Grenzgebiete bearbeitet werden. Dabei werde ich über die Darstellung des Selbst in der Autobiografie im Zusammenhang mit autobiografischer Schreibtradition sprechen, um schließlich die Brücke zu Interkulturalität und der Schaffung eines neuen Menschentypus zu schlagen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass sich der Aufbau dieser Arbeit an die Gliederung von Borderlands anlehnt und von physischen, greifbaren, ursprünglichen Grenzerfahrungen, über sexuelle und psychologische hinaus, hin zu einem neuen Persönlichkeitskonzept führt und somit einen Lösungsvorschlag für aktuelle Fragestellungen zu Kulturkontakt und multikulturellen Räumen anbietet.

Allerdings ist anzumerken, dass es schwierig sein kann, vollständig in das Werk einzudringen und es in seiner ganzen Komplexität zu erfassen. Hierbei werden auch, wie Anja Bandau schon anmerkte, „Disziplingrenzen zu Rezeptionsgrenzen“[8], die einem die persönlichen Grenzgebiete ins Bewusstsein rufen und daran erinnern, dass das Ziel der vorliegenden Arbeit nur eine Annäherung an eine sehr komplexe Thematik bedeuten und keine vollständige Abhandlung sein kann.

So möchte ich versuchen, Borderlands aus einem interkulturellen Blickwinkel zu betrachten, und der Aufforderung Anzaldúas zum „integrativen Lesens der verschiedenen Kontexte“[9] nachkommen.

„I will no longer be made to feel ashamed of existing. I will have my voice: Indian, Spanish, white. I will have my serpent’s voice, my sexual voice, my poet’s voice. I will overcome the tradition of silence.”[10]

1. Physical Borderlands – Kulturelle Identitäten

1,950 mile-long open wound

dividing a pueblo, a culture,

running down the length of my body,

staking fence rods in my flesh,

splits me splits me

me raja me raja[11]

In Borderlands werden die verschiedensten Grenztypen angesprochen, psychologische, sexuelle usw. Auch wenn diese Grenzen nicht mit bloßem Auge zu erkennen sind, haben sie doch in irgendeiner Art und Weise physische Auswirkungen auf die Individuen, die sich in diesem Grenzraum oder Grenzzustand befinden. Jedoch nicht nur die „Symtome“ dieses ungewöhnlichen Zustandes sind physisch, sondern auch der Ursprung der „Wunde“ ist ein physischer.

Der Ausgangspunkt der Borderlanderfahrung liegt in der Geschichte Mexikos und der USA. Es handelt sich um den Vertrag von Guadalupe-Hidalgo, der 1848 die geografische Grenze zwischen den beiden Staaten nach Süden verschiebt und so einen Teil der mexikanischen Bevölkerung zu Heimatlosen im eigenen Land werden lässt.

Gleichzeitig bedeutet diese Spaltung die Entstehung einer neuen „Rasse“, der Chicanos.

Vielseitig verwurzelt und doch nirgends zu Hause ringen sie seitdem mit sich selbst und den Bewohnern beider Seiten um eine eigene Identität und die Anerkennung ihrer Kultur.[12]

1.1 Die Geschichte einer Region als Ursprung der Borderlanderfahrung

Obwohl sich der wahre Bruch, der Ursprung der Grenzlanderfahrung, erst im Jahr 1848 mit dem Vertrag von Guadalupe-Hidalgo vollzieht, ist es für das Verstehen der Borderlandproblematik unbedingt notwendig, weiter in die Geschichte der Chicanos[13], der Menschen, die im Grenzgebiet zwischen Mexiko und der USA leben, zurückzugehen und sämtliche kulturelle Einflüsse zu erfassen.

Dies bringt auch Anzaldúa in Borderlands zum Ausdruck, in dem sie gleich zu Beginn ihres Werkes ein Zitat von Jack Forbes verwendet, welches auf die Azteken verweist, aber gleichzeitig auch eine Brücke zur aktuellen Situation der Chicanos schlägt.

„The Aztecas del norte...compose the largest single tribe or nation of Anishinabeg (Indians) found in the United States today Some call themselves Chicanos and see themselves as people whose true homeland is Aztlán [the U.S. Southwest].”[14]

1.1.1 Die offizielle Geschichte des US-mexikanischen Grenzgebietes

Ein bedeutender Stamm waren die Nahua.[15] Um seine Herkunft ranken sich viele Mythen. Einer der bekanntesten ist, dass der Stamm aus Chicomóztoc auszog,

um sein Schicksal zu suchen. In Mexica sahen sie dann einen Adler auf einem Kaktus sitzen, der eine Schlange in den Krallen hielt. Dieses Bild entwickelte sich zum Symbol und Gründungsmythos der mexikanischen Bevölkerung, auf welches auch viele Autoren (u.a. auch Anzaldúa) in ihren Werken zurückgreifen.

Zu den bekanntesten historischen Nahua-Ethnien gehören die Azteken, auch Mexica genannt. Sie waren ein Stamm, der sich im 14. Jahrhundert im Hochtal von Anahuak, der heutigen Stadt Mexiko, ansiedelte.

In heutiger Zeit wird der Begriff ‚Azteken’ häufig als Verallgemeinerung vielfältiger indianischer Einflüsse verwendet.

Die Azteken waren ein kriegerisches Volk, das seine kriegerischen und religiösen Aktivitäten bis ins 15./16. Jahrhundert immer weiter verstärkte.

Sie entwickelten eine soziale Ordnung, welche durch ein strenges Kastensystem und die Akzeptanz des Machthabers als göttliches Wesen geprägt war. Dies spiegelte sich auch in einer Familienstruktur wider, die auf hierarchischer Ordnung basierte.

Die Lage im Reich war unruhig und verschlimmerte sich unter der Herrschaft von Moctezuma II (1502-1520[16] ). Hungersnöte und Dürren bedrohten das Überleben der Bevölkerung.

Diese Situation begünstigte die Hoffnung auf die Rückkehr des Gottes Quetzalcóatls, der der Legende nach über das Meer zurückkommen sollte und für eine Verbesserung der Lage sorgen sollte.

Gleichzeitig erreichte Hernán Cortés (1485-1547[17] ) 1519 die Küste von Veracruz und kämpfte sich ins Innere des Landes vor. Das war für viele Azteken ein Zeichen für die lang ersehnte Rückkehr des Gottes Quetzalcóatls. Deshalb kam es zur Mystifizierung Cotéses, die ihm auf seinen Eroberungsfeldzügen sehr zu Nutzen kam.

Mit der Landung der Eroberer auf dem lateinamerikanischen Kontinent begann die spanische kulturelle und politische Repression der indianischen Stämme. Wo vorher Pluralität war, sollte jetzt Einheit herrschen - eine Sprache, ein Glauben, eine Kultur. Jedoch waren jahrtausende alte Traditionen und Gebräuche nicht so einfach auszumerzen, und es entstanden Mischformen – eine gemischte Rasse, ein gemischter Glaube, vermischte Sprachen: Der Beginn des Zeitalters der mestizaje.

Im Denken beeinflusst durch Mittelalter und Renaissance sowie beeindruckt und erstaunt durch die reiche Flora und Fauna Lateinamerikas schufen sich die spanischen Eroberer und Siedler ihre eigene Welt, in der die indigene Bevölkerung keinen Platz haben sollte.

Auf der Suche nach Gold und anderen Reichtümern führten die Spanier europäische Werkzeuge, Haustiere und Gesetze ein, die den Mexikanern bis dahin noch unbekannt waren. Sie schufen sich eine neue Welt mit regional spanisch-folkloristischem Einfluss und etablierten ein feudales Herrschaftssystem wie in ihrer Heimat.

Nachdem schon einige Siedler auf der Flucht vor der Inquisition weiter nach Norden gezogen waren, tat es ihnen eine zweite Gruppe unter Francisco Vázquez Coronado 1537 und eine dritte unter Juan de Oñate 1598 auf der Suche nach Bodenschätzen gleich. Später folgten weitere Expeditionen dem Ruf nach Gold, was die Besiedelung der nördlichen Gebiete vorrantrieb.

Die Eroberung Amerikas durch die Spanier beruhte auf dem „ presidio -, Missions- und Hacienda - System“[18] und funktionierte nur dort, wo sesshafte Indianer lebten. Zu Beginn kam es häufig zu kriegerischen Zusammenstößen und Widerständen, aber auch zu kulturellem Austausch. Durch die Heirat von Weißen und Indianern trat die mestizische Rasse hervor.

En 1521 nació una nueva raza, el mestizo, el mexicano (people of mixed Indian and Spanisch blood), a race that had never existed before. Chicanos, Mexican-Americans, are the offspring of those first matings.“[19]

Im 16./17. Jahrhundert gewannen die so genannten hacenderos, die sich als Nachkommen der spanischen Eroberer erachteten, durch die königliche Landvergabe und die damit in Verbindung stehende Kontrolle über den Wasserverbrauch absolute Macht über die Landarbeiter, die meist aus Indios oder Mestizen bestanden. Damit entstand eine Zwei-Klassen-Gesellschaft der Herrschenden und der Beherrschten. Das war das so genannte patrón-peón - System.

Dieses stellte über hundert Jahre lang das das alltägliche Leben dominierende Sozialsystem Mexikos dar, bis es sich im 19. Jahrhundert in Folge von Verschwendung, Diebstahl, Gewalt und Ausbeutung langsam auflöste.

Gleichzeitig dehnte sich Mexiko oder, wie es auch genannt wurde, das Vizekönigreich Nueva España immer weiter nach Norden über die Grenzen der heutigen USA aus und reichte schließlich bis nach Nueva California, dessen Hauptstadt San Francisco 1776 gegründet wurde. Ab 1797 war es für angloamerikanische Siedler möglich, sich in Texas niederzulassen, wenn sie sich zum Katholizismus bekannten.

Diese Begegnungen zwischen Angloamerikanern und Mexikanern führte jedoch häufig zu Missverständnissen und Zusammenstößen. Da es in Mexiko durch das früher vorherrschende patrón-peón System praktische keine Mittelschicht gab, war es für die Amerikaner sehr schwierig, sich zu integrieren. Andererseits waren sie abgeschreckt von der körperbetonten Lebensweise der Mexikaner, die sie für sie als minderwertig erschienen ließ. Ein weiterer Punkt war der Umgang mit der schwarzen Bevölkerung. Für die Amerikaner bedeuteten Sklaven billige Arbeitskräfte, die ihnen durch die Abschaffung der Sklaverei Mexikos 1829 genommen wurden. Des Weiteren erklärte Benjamin Franklin 1767 bereits Nueva España und Cuba zu späteren Expansionsgebieten. Dies ließ einen schwelenden Konfliktherd zwischen beiden Staaten entstehen.

So nutzten die Amerikaner 1835 die Unruhen um die mexikanische Unabhängigkeitsbewegung aus und erklärten Texas zum unabhängigen Staat. Die darauf folgenden Auseinandersetzungen zwischen Mexiko und Texas mündeten 1846 in der Kriegserklärung der USA an Mexiko wegen unterschiedlicher Grenzauffassungen. Nachdem die führenden Generäle Mexikos 1848 von den USA gefangen genommen worden waren, kam es zum verhängnisvollen Vertrag von Guadalupe-Hidalgo, nach dem Mexiko seine nördlichen Gebiete, die fast die Hälfte seines Territoriums darstellten, an die USA abtreten musste.

Dieses Ereignis stellt den Ursprung des Mythos vom Heimatland Aztlán (die mexikanischen Gebiete, die in den heutigen USA liegen) dar.

Nach dem Friedensschluss forderten die USA die mexikanische Bevölkerung, die den Südwesten bevölkerte, auf, sich innerhalb eines Jahres für eine Staatsbürgerschaft zu entscheiden. Da die meisten der über 75.000 Mexikaner ihr Land nicht verlassen wollten, nahmen sie die amerikanische an und sollten seitdem die größte Minderheit in den USA darstellen. Nur die Indianer, vor allem die Apachen, wollten sich diesem Schicksal nicht geschlagen geben und setzten den Krieg noch lange Zeit fort (bis 1880).

Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass es den Amerikanern kaum möglich war, wirklich Einfluss auf die ehemals mexikanischen Gebiete auszuüben, und dass so ihre traditionelle Entwicklung fast ungehindert weiterlaufen konnte. Als begünstigender Faktor kam noch die geografische Lage zum Beispiel New Mexicos hinzu, die es durch Wüsten und Berge für die Außenwelt fast unzugänglich machte, wodurch die Ausprägung von eigenen kulturellen Gegebenheiten möglich war.

Nach der Annektierung des Südwestens löste sich die traditionelle mexikanische Gesellschaftsstruktur durch inneren und äußeren Druck sehr schnell auf.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ereignete sich nach dem Vertrag von Guadalupe-Hidalgo der zweite schwere Schlag gegen die im Südwesten der USA lebende mexikanische Bevölkerung, die das kulturelle Gedächtnis[20] dieser Nation lange Zeit prägen sollte.

Da die Verträge über den Landbesitz der Mexiko-Amerikaner nach ihrer Tradition mündlich abgeschlossen worden waren, wurden diese von den Amerikanern nicht anerkannt. Außerdem verstanden letztere das Konzept des Gemeinschaftsbesitzes nicht und verleibten es sich, die fehlenden Sprachkenntnisse der Mexiko-Amerikaner ausnutzend, kurzerhand ein. Dies traf die mexikanische Bevölkerung hart und zwang viele Bewohner, die schon seit Jahrhunderten diese Gebiete bevölkerten, ihr Land zu verlassen und als Wanderarbeiter ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Des Weiteren verursachte dieses Ereignis große ökonomische Schwierigkeiten und bedeutete für viele Mexiko-Amerikaner einen solchen Vertrauensbruch, dass er sich tief in das Gedächtnis fraß und das Verhältnis zwischen Mexiko-Amerikanern und Amerikanern bis heute stört.

Zu Beginn des 20. Jahrhundert setzte auf Grund des wirtschaftlichen Wachstums der USA eine riesige Einwanderungswelle mexikanischer Arbeiter ein, worauf auch viele von ihnen nicht wieder in ihr Land zurückkehrten, sondern sich auf der Suche nach Wohlstand und einem besseren Leben für sich und ihre Kinder in den USA niederließen. Als jedoch in den zwanziger Jahren die Weltwirtschaftskrise einsetzte, wurden über 500.000 Mexikaner, auch die, die in den USA geboren waren, nach Mexiko abgeschoben, was die Einwanderung in den folgenden Jahren merklich zurückgehen ließ.

Im Südwesten kam es nun langsam zu einer Annäherung zwischen beiden Kulturen, oder genauer gesagt zu einer Anpassung aus Furcht vor Abschiebung von Seiten der Mexiko-Amerikaner.

Nach dem zweiten Weltkrieg hob sich ihr Status unter der amerikanischen Bevölkerung etwas. Auch verstärkte sich ihr Einfluss in der Wirtschaft und Politik.

Die durch den Vertrag von Guadalupe-Hidalgo geschaffene, fast 2000km lange Grenze zwischen den USA und Mexiko wird heute als La Linea oder abwertig als „Tortillavorhang“[21] bezeichnet.

I walk through the hole in the fence

to the other side.

under my fingers I feel the gritty wire

rusted by 139 years

of the salty breath of the sea.[22]

1.1.2 Rekonstruktion von Geschichte

Dieser Zaun ist nicht nur die Grenze zwischen zwei Staaten, sondern markiert auch gleichzeitig die Grenze einer Region, einer Grenzregion – der Borderlands –, und somit auch den Ursprung einer Erfahrung, mit der die Menschen, die in diesem Gebiet leben, jeden Tag aufs Neue konfrontiert werden.

Gloria Anzaldúa versucht nun in The Homeland, Aztlán – El otro México, dem ersten Kapitel des Prosateils von Borderlands, diese Geschichte aufzuarbeiten und gleichzeitig zu überarbeiten. Dabei betrachtet sie die „weiße, männliche“ Perspektive kritisch und ergänzt sie um einen weiblichen und farbigen Standpunkt. Ihr Ziel ist es, eine neue Geschichte und somit eine Basis für einen neuen Menschentyp, la Nueva Mestiza, zu schaffen, die die verschiedenen kulturellen Wurzeln der Chicanos anerkennt, vereint und ihnen endlich eine eigene Identität gibt.

Dies tut sie, indem sie geschichtliche Diskurse u. a. von Jack D. Forbes und John R. Chávez mit Erzählungen aus ihrem eigenen Leben, kurzen Geschichten, Zitaten und Gedichten vermischt, um möglichst viele Standpunkte und Erfahrungen in ihre neue Geschichte aufzunehmen. Zur Bekräftigung ihrer Aussagen fügt sie Fußnoten mit Verweisen auf Autoren, Werke und Kommentare ein. Des Weiteren erzeugt sie durch eine klare Erzählstruktur sowie Spannungsverlauf einen narrativen Charakter, der die Authentizität ihres Diskurses noch verstärkt.

Außerdem ergänzt sie die angeführten geschichtlichen Ereignisse mit eigenen Wertungen („gold-hungry“, „soul-hungry“[23] ) und versucht so, den Leidensweg der Indianer deutlich zu machen.

Auffällig ist der durch den Genremix erzeugte Wechsel der Erzählfigur bzw. Perspektive.

Autobiographische Elemente, die durch einen Ich-Erzähler, nach Stanzel, repräsentiert werden: „Yo fui la mayor, tenía diez años“[24], wechseln in den histografischen Diskursen zu einem personalen oder auktorialen Erzähler[25]. Es entsteht der Eindruck einer neutralen Perspektive, der jedoch durch die vorher angesprochenen emotional aufgeladenen, eingefügten Attribute und die bewusste Aussage, der Autorin der Geschichte eine weibliche und farbige Perspektive zu geben, entgegenwirken.

Das bedeutet für Anzaldúa, dass es ihr nicht möglich ist, das eigene Leben und die Erfahrungen von denen der anderen zu trennen. Ihre persönliche Biografie ist tief durch die Ereignisse der vergangenen Jahrhunderte geprägt. Sie wiederum wird durch Borderlands Einfluss auf dieselben ausüben, indem sie die Perspektive ändert. So wird geschickt Individualgeschichte mit Kollektivgeschichte verzahnt. Das ‚Ich’ wird zum ‚Wir’ und verschmilzt zu einer untrennbaren Einheit – der Geschichte der Chicanos.

Eine besondere Rolle spielt dabei, was auch schon der Titel des Kapitels The Homeland, Aztlán / El otro México deutlich werden lässt, der Mythos vom Heimatland Aztlán. Er fungiert als territorialer Gründungsmythos des Volkes der Chicanos und bedeutet die Festlegung eines geografischen Ursprungs ihrer Rasse.

Er umfasst die südlichen Staaten der USA (Texas, New Mexico, Arizona, Utah, Kalifornien) und Mexiko. Mitten durch dieses Gebiet hindurch verläuft allerdings die vom Vertrag von Guadalupe-Hidalgo schmerzlich geschaffene US-Mexikanische Grenze. Diese „Grenze trennt Aztlán von seiner Realisierung, ermöglicht es aber auch andererseits erst als mythisches Konzept der Chicanos.“[26]

An ihr treffen sich die Kulturen (indianische, mexikanische und angloamerikanische) und verbinden sich miteinander. Sie verorten sich in einem hybriden Raum, der sich zu einem vieldimensionalen Grenzgebiet formiert. Hybrid deshalb, da auch er, wie seine Bewohner, keine offiziell anerkannten Grenzen hat, sondern durchlässig ist für den Fluss verschiedener kultureller Einflüsse. Somit wird die Identität der Nueva Mestiza auf einen physischen Ort projeziert, der ihr endlich ein Zuhause gibt.

The U.S.-Mexican border es una herida abierta where the Third World grates

against the first and bleeds. And before a scab forms it hemorrhages again, the lifeblood of two worlds mergin to form a third country – a borderculture. Borders are set up to define places that are safe and unsafe, to distinguish us from them. A border is a deviding line, a narrow strip along a steep edge. A borderland is a vage and undetermined place created by the emotional residue of an unnatural boundary. It is in a constant state of transition.[27]

Anzaldúa überträgt nun diese geografische Grenze auf ihre eigene Person und positioniert das lyrische Ich bewusst auf beiden Seiten „soy mexicana de este lado“[28] und bildet somit eine Brücke zwischen den verschiedenen Lebenswelten.

Damit hat sie sich selbst einen Ausgangspunkt geschaffen, von dem aus sie die Suche nach ihrer und der Identität der Chicanos beginnen kann. Die Brücke bildet einen zumindest einigermaßen sicheren Ausgangspunkt für die Schaffung der neuen Mestizin, die aus einer Grenzposition heraus entsteht und selbst ein hybrides, sich ständig wandelndes Wesen darstellt. Sie trägt alle Kulturen in sich und wird somit zur Personifikation der Interkultur.

„This is my home, this thin edge of barbwire.“[29]

1.2 Sprache als Ausdruck kultureller Identität

Sprache hat zwei eng miteinander verwundene Verwendungen: Die Sprache (ohne Plural) oder die Sprache/Sprachen. ‚Die Sprache ist eines der wichtigsten Elemente unserer emotionalen und sozialen Kommunikation. Je besser diese von klein auf ausgebildet ist, um so differenzierter, gewählter und kommunikativer kann sich der Mensch mitteilen.’ Die Sprache bezeichnet die wichtigste Kommunikationsform des Menschen. Sie wird akustisch durch Schallwellen (Lautketten) oder visuell-räumlich durch Gebärden oder Schrift realisiert.[30]

Als wichtigste Kommunikationsform stellt Sprache eines der bedeutesten Elemente von Kultur dar. Durch sie finden wir uns in unserer Lebenswelt zurecht und können sie uns erklären. Wenn man Kulturen als Kommunikationsprodukte betrachtet, schafft Sprache regelrecht Kultur. Gleichzeitig wird aber auch Sprache von Kultur geprägt. So befinden sich beide in einem gegenseitigen Veränderungsprozess.

Wenn man demzufolge eines der Elemente dem anderen entreißt, entsteht unweigerlich ein Bruch, eine Lücke, eine Leere, die eine Störung dieses Prozesses hervorruft und sich auf die Identität der Kultur und seiner Mitglieder überträgt.

1.2.1 Die kulturelle Vergewaltigung der Chicanos durch den Raub ihrer Sprache

Einen solchen Bruch, sowie dessen Auswirkungen, beschreibt Anzaldúa im fünften Kapitel des Prosateils How to Tame a wild Tongue. „Who is to say that robbing a people of its language is less violent than war?“[31]

Sie erzählt, wie sie als Kind gezwungen wurde, Englisch anstatt ihrer Muttersprache Spanisch zu sprechen und somit nicht nur eines Teils ihrer Kultur, sondern auch eines Teils ihrer Identität beraubt wurde. Denn nach Von Engelhardt bedingen sich Sprache und personale Identität gegenseitig. Die eine ist auf die andere angewiesen und kann ohne ihr Gegenstück nicht existieren.[32]

„I remember being caught speaking Spanish at recess – that was good for three licks on the knuckles with a sharp ruler. … ‘If you want to be an American, speak American. If you don’t like it go back to Mexico where you belong.’ ”[33]

So schafften es Schläge und Minderwertigkeitskomplexe, einen wichtigen Teil ihrer Identität zu unterdrücken und somit in Vergessenheit geraten zu lassen.

Deslenguadas. Somos los del Español deficiente. We are your linguistic nightmare, your linguistic aberration, your linguistic mestizaje, the subject of your burla. Because we speak with tongues of fire we are culturally crucified. Racially, culturally and linguistically somos huérfanos – we speak an orphan tongue.”[34]

Das Gleiche geschah mit der indianischen Bevölkerung mit der Eroberung durch die Spanier. Sie führten eine einheitliche Sprache ein, stülpten den Indianern eine Kultur und damit eine Identität über, die nicht ihre war. So vernichteten sie Pluralität und kulturelle Vielfalt und ersetzten sie durch Uniformität.

Anzaldúa führt in ihrem Werk die verlorenen Sprachen wieder ein und vermischt sie auf eine natürliche Weise miteinander. So wechseln sich verschiedene Dialekte des Englischen, Spanischen und Nahuatl miteinander ab und verbinden sich zu einer neuen Pluralität.

„Some of the languages we speak are:

1. Standart English
2. Working class and slang English
3. Standart Spanish
4. Standart Mexican Spanish
5. North Mexican Spanish dialect
6. Chicano Spanish (Texas New Mexico, Arizona and California have regional variations)
7. Tex-Mex
8. Pachuco (called caló)”[35]

Sie bricht ausdrücklich mit der lange vorherrschenden Meinung “Chicano Spanish is not incorrect, it is a living language”[36] und gibt ihrem Volk somit neues Selbstvertrauen. Anzaldúa bezeichnet Chicano Spanish als „ un nuevo lenguaje[37] (neue Sprache), als „ border tongue[38] (Grenzsprache) und nimmt somit sprachliche Pluralität als explizites Merkmal der Chicanos auf. Mit dieser Akzeptanz der sprachlichen Vielfalt definiert sich auch gleichzeitig ein Stück ihrer Kultur und schließlich ihrer Identität, als plurale mit multikulturellen Wurzeln.

„Ethnik identity is twin skin to linguistic identity – I am my language.“[39]

Als lebendiger Ausdruck ihrer Manifestation mischen sich in Borderlands selbst die Sprachen. Damit erklärt sich Anzaldúa als Mitglied ihrer Rasse und setzt damit einen Ankerpunkt für die Identität der Chicanos. In ihrer Person vereinen sich die Kulturen und machen es so zu einer Selbstverständlichkeit, sich nicht auf eine Sprache festzulegen. In den verschiedenen Sprachen spricht sie die verschiedenen Subkulturen (Chicanos, Angloamerikaner, weiße Feministinnen, Latinos, Familienmitglieder...) an und bildet somit erneut ein Brücke zwischen den Kulturen im Grenzgebiet.

[...]


[1] Anzaldúa, Gloria, Borderlands/La Frontera. The New Mestiza, San Francisco: 1987, S. 20.

[2] http://en.wikipedia.org/wiki/Gloria_E.Anzald%C3%BAa, 05.06.07.

[3] Alle biografischen Daten wurden http://en.wikipedia.org/wiki/Gloria_E.Anzald%C3%BAa, 05.06.07 entnommen.

[4] Bandau, Anja, Strategien der Autorisierung. Projektionen der Chicana bei Gloria Anzaldúa und Cherríe Morroga, Hildesheim: 2004, S.12.

[5] Ebd.

[6] Bolten, Jürgen, Interkulturelle Kompetenz, Landeszentrale für politische Bildung, 2003, S. 15.

[7] Ebd., S.18.

[8] Bandau, Strategien der Autorisierung, S.29.

[9] Ebd., S. 23.

[10] Anzaldúa, Borderlands / La Frontera, S. 81.

[11] Ebd., S. 24.

[12] Kultur soll hier im Sinne Boltens als offenes Konzept verstanden werden und mit den Begriffen „Netzwerk von Lebenswelten“ definiert werden. Bolten, Interkulturelle Kompetenz, S. 15.

[13] Def. Chicanos: Bezeichnung für in den Vereinigten Staaten lebende Mexikaner und ihre Nachfahren (Mexican Americans). www. Wikipedia.org/wiki/chicano, 08.11.07, Worterklärung und Definition sollen an späterer Stelle ausführlich behandelt werden.

[14] Anzaldúa, Borderlands / La Frontera, S. 23.

[15] Alle folgenden geschichtlichen Daten und Fakten sind soweit nicht anders gekennzeichnet aus Thelen-Schäfer, Irene, Mythos und Realität der Chicanos, Wien: 1992, S. 14-41 entnommen.

[16] www. wikipedia.org/wiki/Moctezuma_II, 05.11.07.

[17] www. wikipedia.org/wiki/Hernan_Cortez, 05.11.07.

[18] Thelen-Schäfer, Mythos und Realität der Chicanos, S. 21.

[19] Anzaldúa, Borderlands / La Frontera, S. 27.

[20] Def. Kulturelles Gedächtnis: Erfahrungen, die für eine bestimmte Lebenswelt von Bedeutung sind und von einer Generation zur nächsten weitergegeben werden, nach Bolten, Interkulturelle Kompetenz, S. 28.

[21] Thelen-Schäfer, Mythos und Realität der Chicanos, S. 41.

[22] Anzaldúa, Borderlands / La Frontera, S. 24.

[23] Ebd. S. 27.

[24] Ebd. S. 30.

[25] Erzählperspektiven nach Stanzel, Franz K., aus Arbeitsblatt zu Erzählinstanz und Erzählperspektiven, http://www.romanistik.uni-jena.de/hammerschmidt/start.html, S. 1, 08.11.07.

[26] Bandau, Strategien der Autorisierung, S. 163.

[27] Anzaldúa, Borderlands / La Frontera, S. 25.

[28] Ebd.

[29] Ebd.

[30] http://www.wikipedia.org/wiki/Sprache, 12.11.07.

[31] Anzaldúa, Borderlands / La Frontera, S. 75.

[32] Von Engelhardt, Michael, „Sprache und Identität. Zur Selbstdarstellung und Selbstsuche im autobiografischen Erzählen“, in: Kößler, Henning (Hg.), Sprache-Fünf Vorträge, Erlangen: 1990, S. 65.

[33] Ebd.

[34] Anzaldúa, Borderlands / La Frontera, S. 80.

[35] Ebd., S. 77.

[36] Ebd.

[37] Ebd.

[38] Ebd.

[39] Anzaldúa, Borderlands / La Frontera, S. 81.

Details

Seiten
73
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783836614269
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v225857
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena – Philosophische Fakultät, Romanistik
Note
1,3
Schlagworte
gloria anzaldúa chicanaliteratur interkultur mestizentum kontext

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Spektrum des Selbst im interkulturellen Kontext