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Einheit in der Vielfalt

Facetten einer erfolgreichen deutsch-französischen Städtepartnerschaft: Nürnberg-Nizza

Diplomarbeit 2007 95 Seiten

Kulturwissenschaften - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Deutsch-französische Städtepartnerschaften
2.1 Dauerhafter Frieden in Europa – Historischer Ursprung der deutsch-französischen Städtepartnerschaften
2.2 Die Aufgabe der Städtepartnerschaften im Wandel der Zeit

3 Die Frankenmetropole und die „Perle an der Côte d’Azur“
3.1 Nürnberg und Nizza: ein Portrait
3.2 Weitere Partnerstädte und der Stellenwert Nürnberg–Nizza
3.3 Wie alles begann – der Verbrüderungseid
3.4 Die Entwicklung der Partnerschaft – Höhen und Tiefen
3.5 Nürnberg–Nizza im Bewusstsein der Bürger heute

4 Facetten der Partnerschaft
4.1 Der administrative Rahmen
4.1.1 Offizielle Kontakte der Stadtspitzen
4.1.2 Das Amt für Internationale Beziehungen und die Direction des Relations Internationales et du Protocole
4.1.3 Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
4.2 Der „Freundeskreis Nürnberg–Nizza“
4.3 Begegnungen – jung und alt
4.3.1 Schüleraustausch
4.3.2 Allgemeiner Jugendaustausch
4.3.3 Praktikumsaufenthalte
4.3.4 Bürgerreisen
4.3.5 Behindertenreisen
4.4 Kunst und Kultur
4.4.1 Messeausstellungen
4.4.2 Bildende Kunst
4.4.3 Karneval und Tanz
4.5 Musikalischer Austausch
4.5.1 Die Musikhochschule Nürnberg–Augsburg und das Conservatoire National de Région de Nice
4.5.2 Konzerte der Philharmoniker
4.6 Sportliche Aktivitäten
4.6.1 Rudern
4.6.2 Fußball
4.6.3 Radfahren
4.7 Fachlicher Erfahrungsaustausch
4.7.1 Polizei
4.7.2 Umwelt
4.8 Weihnachten in Nürnberg und Nizza
4.8.1 Der „Christkindlesmarkt“ in Nizza
4.8.2 Der Nizza-Stand auf dem Markt der Partnerstädte in Nürnberg
4.9 Bund fürs Leben

5 Die „Goldene Hochzeit“
5.1 Veranstaltungen im Rahmen des Jubiläumsjahres
5.2 „grenzenlos“ – Nürnberg trifft Nizza
5.3 Albrecht Dürer und Niki de Saint Phalle

6 „Ehekrisen“ – Probleme der Partnerschaft

7 Das langfristige Erfolgsrezept

8 Bibliographie

Anhang

Eidesstattliche Erklärung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: . Deutsche und französische Behinderte im Juni 1998 gemeinsam am Cap Ferrat

Quelle: Wilfried Klatt (Lebenshilfe Nürnberg)

Abbildung 2: . Sterne des Südens

Quelle: Gerlinde Pistner

Abbildung 3: . Showtanzgruppe der Karnevalsgesellschaft Muggenesia

Quelle: www.muggenesia.de

Abbildung 4: . Marching Band FUNKY JACK SACXS

Quelle: www.act-art.de/unterricht.htm

Abbildung 5: . Die Nürnberger Ruderer in der Baie des Anges

Quelle: www.partnerstaedte.nuernberg.de

Abbildung 6: . „Village de Noël“ in Nizza

Quelle: Marisa Sánchez (privates Foto)

Abbildung 7: . Marisa Sánchez

Quelle: www.christkindlesmarkt.de

Abbildung 8: . Der Nizza-Stand auf dem Markt der Partnerstädte

Quelle: Christina Hempel (privates Foto)

Abbildung 9: . Das Brautpaar Sylvana und Günter vor dem Nürnberger Rathaus

Quelle: Sylvana Lorenz (privates Foto)

Abbildung 10: .. Nikki und Charles Hess an ihrem Hochzeitstag

Quelle: Nikki und Charles Hess (privates Foto)

Abbildung 11: ... Sébastian Hess

Quelle: Nikki und Charles Hess (privates Foto)

Abbildung 12: Flyer des „grenzenlos“-Festes

Quelle: Amt für Internationale Beziehugen

Abbildung 13: . Eine bunt geschmückte, französische Ente

Quelle: Christina Hempel (privates Foto)

1 Einleitung

Wer heute durch Deutschland fährt, findet am Ortseingang vieler Städte und Gemeinden Hinweise auf Partnerschaften mit ausländischen Kommunen. Was mittlerweile als ganz selbstverständlich gilt, war in den ersten Nachkriegsjahren harte Pionierarbeit. Robert Schuman, damaliger französischer Außenminister und einer der Gründerväter der Europäischen Union, fordert in seiner berühmten Erklärung vom 9. Mai 1950 konkrete Taten, um die Einheit Europas schrittweise zu verwirklichen. Vor allem Deutschland und Frankreich sollen der Motor dieser Verständigungspolitik sein:

L’Europe ne se fera pas d’un coup, ni dans une construction d’ensemble: elle se fera par des réalisations concrètes, créant d’abord une solidarité de fait. Le rassemblement des nations européennes exige que l'opposition séculaire de la France et de l'Allemagne soit éliminée. L'action entreprise doit toucher au premier chef la France et l'Allemagne.[1]

Auf elementarer Ebene kann das Ziel der Verständigung und Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich unter anderem durch Städtepartnerschaften in die Tat umgesetzt werden. Eine der zahlreichen kommunalen Verbindungen, welche in diesem Kontext entstehen, ist die Städte­partnerschaft Nürnberg–Nizza.

Als Einstieg wird in Kapitel 2 kurz auf den historischen Hintergrund eingegangen sowie auf die Entwicklung der Städtepartnerschaften von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis heute. Im Folgenden geht es dann konkret um die Verbindung zwischen Nürnberg und Nizza. Nach einigen Rahmendaten in Kapitel 3 zeigen Kapitel 4 und 5 die zahlreichen Facetten der Partnerschaft auf, welche sich im Laufe der über 50 Jahre herausgebildet haben. Dabei wurde einerseits versucht, durch die Darstellung verschiedenster Aktivitäten eine möglichst große Bandbreite zu erzielen, um der vorhandenen Vielfalt gerecht zu werden. Andererseits musste an einigen Stellen auf detailliertere Ausführungen bzw. auf weitere Handlungsfelder verzichtet werden, um eine schlichte Aufzählung zu vermeiden und bei den behandelten Aspekten angemessen in die Tiefe gehen zu können. Die Arbeit erhebt deshalb keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Dennoch wurde versucht, repräsentative Bereiche auszuwählen und den Großteil der realisierten Projekte im Rahmen der Städtepartnerschaft abzudecken. Nach einer Analyse der Problemfelder wird abschließend ein langfristiges Erfolgsrezept herausgearbeitet. Was zeichnet die Verbindung zwischen Nürnberg und Nizza aus? Weshalb hat sie im Gegensatz zu vielen anderen deutsch-französischen Partnerschaften auch langfristig Bestand? Welche Vor- und Nachteile für die Vielfalt und Intensität bringt dabei die Tatsache mit sich, dass es sich um zwei Großstädte handelt? Und warum ist es trotz vorhandener Probleme gerechtfertigt, die Beziehung als erfolgreich zu bezeichnen?

Der Titel der Arbeit ist aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten und deutet bereits die Kernaussage an. „Einheit in der Vielfalt“ bzw. „In Vielfalt geeint“ ist zum einen das Motto der Europäischen Union. Es steht dafür, dass sich die Bürger über die EU geeint für Frieden und Wohlstand einsetzen und dass die vielen verschiedenen Kulturen, Traditionen und Sprachen in Europa eine Bereicherung für den Kontinent darstellen. Städtepartnerschaften sind dabei ein wichtiges Element, um die Menschen in Europa einander auf konkrete und greifbare Art und Weise näher zu bringen. Zum anderen spielt die Vielfalt auf die zahlreichen Facetten innerhalb solcher „Eheschließungen“ an, welche zusammen genommen ein einheitliches Ziel verfolgen: ein möglichst starkes Band zwischen den Partnern, hier Nürnberg und Nizza, zu knüpfen.

Da lediglich für den historischen Hintergrund auf einschlägige Literatur zurückgegriffen werden konnte, basiert der Großteil der Arbeit auf Gesprächen, Zeitungsartikeln, Internetseiten, E-Mail-Korrespondenzen und einigen ungebundenen Materialien (Broschüren, Dossiers, Protokolle oder Briefe). Die etwa 50 persönlichen sowie die rund 50 telefonischen Interviews wurden zwischen November 2006 und Juni 2007 geführt; die Dauer eines Gesprächs variiert von einigen Minuten bis hin zu zwei Stunden. Dabei wurde nach keinem festen Schema vorgegangen, sondern die Interviewpartner bekamen je nach Bedarf unterschiedliche Fragen gestellt. Die Antworten und Ergebnisse sind jeweils an geeigneter Stelle in den Text eingearbeitet.

Ziel vorliegender Diplomarbeit ist somit, die Vielfalt der Verbindung zwischen Nürnberg und Nizza durch eine Mischung aus beschreibenden Fakten sowie vielen persönlichen Eindrücken und Erfahrungen aufzuzeigen. Zahlreiche kleine Mosaiksteinchen sollen zusammengesetzt ein repräsentatives Gesamtbild ergeben.

Viele Städtepartnerschaften existieren nur auf dem Papier und sind dadurch weitgehend wertlos. Am Beispiel Nürnberg–Nizza wird im Folgenden gezeigt, dass eine solche kommunale Partnerschaft auch in der Praxis lebendig und facettenreich sein kann.

2 Deutsch-französische Städtepartnerschaften

2.1 Dauerhafter Frieden in Europa – Historischer Ursprung der deutsch-französischen Städtepartnerschaften

Städtepartnerschaften sind ein Produkt der Nachkriegszeit. Ihre Grundmotivation besteht in der deutsch-französischen Annäherung nach dem Zweiten Weltkrieg. 1945 liegen die Beziehungen zwischen den europäischen Nachbarstaaten in Trümmern, als Folge eines nationalen Allein­ganges auf dem Wege der Gewalt. Dieser „Bürgerkrieg Europas“[2] liefert den Beweis dafür, dass selbst hervorragende Beispiele zwischenstaatlicher Freundschaften auf Ebene der Politiker (wie Stresemann und Briand in den 20er Jahren) keinen dauerhaften Erfolg haben können, wenn nicht die Bevölkerung aktiv an der Aussöhnung teilnimmt. Dies wird ganz besonders an der deutsch-französischen Geschichte und ihrem Antagonismus deutlich, denn durch drei militärische Aus­einandersetzungen in weniger als einem Jahrhundert haben die Beziehungen in extremem Maße gelitten.[3] In der unmittelbaren Nachkriegszeit kommt nun die Einsicht, dass eine europäische Zukunft nur durch den politischen Neuaufbau von unten nach oben möglich sein kann, durch eine Begegnung der Gemeinden und eine Zusammenführung der Bürger.

Auf Initiative des Schweizer Schriftstellers Eugen Wyler und des Professors der Universität Bern Hans Zbinden treffen sich seit dem Jahr 1948 französische und deutsche Bürgermeister zu mehreren Konferenzen, welche schließlich im März 1950 offiziell in die Gründung der Internationalen Bürgermeisterunion (IBU) münden. Die IBU betrachtet die Gemeinde als Fundament des Staates und spielt eine entscheidende Rolle bei der Grundsteinlegung der Partnerschaftsbewegung sowie bei der Gründung der ersten deutsch-französischen Städtepartnerschaften:

Wir wollen nach dem Scheitern des Locarno von oben aus dem Jahre 1925 nun ein Locarno von unten schaffen, und zwar durch planmäßige und stete Zusammenarbeit von Mensch zu Mensch, von Bürgermeister zu Bürgermeister, von Gemeinde zu Gemeinde. Wir wollen die fruchtbare Idee der Partnerstädte in den Mittelpunkt unserer praktischen Arbeit stellen.[4]

Die Beschränkung dabei zunächst auf Gemeinden Deutschlands und Frankreichs geht auf die Erkenntnis zurück, dass der Aufbau Europas und die allgemeine Völkerverständigung aus einem „Kristallisationskern“[5] herauskommen muss. Dieses Zentrum findet sich nach Ansicht von Hans Zbinden bei den „zwei wichtigsten und stärksten Mächten des europäischen Kontinents“[6]: Frankreich und Deutschland.

Zuerst als Kern Europas Deutschland und Frankreich zusammenbringen und von unten her, aus der Kraft der Gemeinden diese Entwicklung fördern... Den Geist der kleinen Bereiche, der Dörfer und Städte wollen wir fruchtbar machen für den großen Bereich Europa.[7]

Die IBU bleibt nicht die einzige internationale Organisation, welche sich die Verständigungs­arbeit zwischen den westeuropäischen Gemeinden zum Ziel setzt. So treffen sich im Oktober 1950, auf Initiative des Schweizer Professors Adolf Gasser und des Bürgermeisters von Lyon, Édouard Herriot, kommunale Vertreter in der Schweiz am Vierwaldstätter See, um eine euro­päische Bewegung zur Förderung und Festigung der Gemeindeautonomie zu gründen.[8] Dies ist die Geburtsstunde des Rates der Gemeinden Europas (RGE[9] ).

Die Organisationen IBU und RGE liegen zunächst im Widerstreit. Später nähern sie sich jedoch zunehmend an und ziehen an einem Strang, indem sie sich beide für die Gründung von Partnerschaften einsetzen und somit die westeuropäische Integration vorantreiben wollen. Man kann davon ausgehen, dass sich die Organisationen fortan als komplementär verstehen: Der RGE fördert den Abschluss von Kommunalkooperationen in ganz Europa, unter anderem sogenannte „Ringpartnerschaften“, bei denen Gemeinden aus mehreren Staaten beteiligt sind, wohingegen die IBU sich speziell um Partnerschaften zwischen Deutschland und Frankreich bemüht.[10] Als weitere Organisationen im Zusammenhang mit städtepartnerschaftlichem Engagement sind außerdem die Fédération Mondiale des Villes Jumelées (FMVJ ), der Europarat oder das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) zu erwähnen.

Entscheidende Schlagwörter in dieser Anfangsphase der deutsch-französischen Städtepartnerschaften sind immer wieder „Verständigung“ und „Versöhnung“. Ziel ist, dass die ehemaligen Kriegsgegner wieder miteinander reden und Vorurteile gegenüber dem jeweiligen „Erbfeind“ abbauen. Dies soll nicht auf der nationalen, politischen Ebene geschehen, sondern auf einer ganz persönlichen, individuellen Basis. Mittelpunkt der Partnerschaften sollen die Begegnungen der Bürger untereinander sein, welche schließlich zur Entwicklung eines „europäischen Geistes“[11] in der Bevölkerung beitragen. Begegnungsprogramme dominieren, und zum Zeichen der Freundschaft und Verbundenheit prägen Symbole oder symbolische Akte das Bild, wie zum Beispiel die Verleihung europäischer Ehrenpreise an Partnerschaftsaktivisten, die feierliche Benennung von Europastraßen und -plätzen oder das Hissen der Europaflagge.

Über die genaue Bezeichnung der Kooperationen herrscht in Deutschland Uneinigkeit. Der Be­griff „Städtepartnerschaften“ entstammt dem Wortschatz der IBU. Der RGE dagegen verwendet den bildhafteren Ausdruck „Verschwisterung“, mit dem von vornherein auch mehrere teilnehmende Kommunen assoziiert werden können. Im Französischen wird einheitlich das Wort jumelage verwendet, welches sich von jumeau/jumelle (deutsch: Zwilling) ableitet.[12] In vorliegender Arbeit sollen die Begriffe synonym verwendet werden.

Im Fokus der Partnerschaftswünsche deutscher Gemeinden steht von Anfang an eindeutig Frankreich. 1950 wird die erste deutsch-französische Partnerschaft zwischen Ludwigsburg und Montbéliard geschlossen. Sie geht auf die Bekanntschaft der Bürgermeister beider Städte anlässlich eines Zusammentreffens auf einem Kongress der IBU in Stuttgart zurück. Nach einer eher zögerlichen Anlaufphase wächst die Zahl der jumelages ab Mitte der fünfziger Jahre stetig. Als Charles de Gaulle und Konrad Adenauer am 22. Januar 1963 den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag, den sogenannten Elysée-Vertrag, unterzeichnen, bestehen bereits über einhundert Kommunalpartnerschaften zwischen den beiden Nachbarstaaten. Nach 1963 setzt eine bis heute beispiellose Verschwisterungswelle ein. Gründe für diesen Boom sind sicherlich unter anderem die positiven Auswirkungen des Elysée-Vertrages (beispielsweise die Gründung des DFJW mit neu eröffneten Finanzierungsmöglichkeiten) sowie die Konsolidierung der europäischen Institutionen und die zunehmende Bekanntheit der Städtepartnerschaften. Bis Mitte der 70er Jahre werden jedes Jahr durchschnittlich 50 neue deutsch-französische Partnerschaften eingegangen, erst danach nimmt die Anzahl der unterzeichneten Verträge allmählich ab. Folgende Abbildung veranschaulicht die zahlenmäßige Entwicklung von 1950 bis 1976[13]:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Zahlenmäßige Entwicklung der deutsch-französischen Städtepartnerschaften von 1950 bis 1976

2.2 Die Aufgabe der Städtepartnerschaften im Wandel der Zeit

Ab Mitte der 70er Jahre verschiebt sich die Gewichtung der Ziele von Städtepartnerschaften aufgrund der Veränderung gesellschaftlicher, struktureller und geschichtlicher Rahmen­bedingungen. Im Zuge der Ostpolitik Willy Brandts werden zunehmend Partnerschaften mit Ländern Osteuropas geknüpft. Außerdem engagieren sich immer mehr Gemeinden in der kommunalen Entwicklungshilfe. Aufgrund dieser Neuorientierung sowie der Ausschöpfung des Potentials an verschwisterungs­willigen Gemeinden stagniert die deutsch-französische Partner­schafts­bewe­gung. Seit Anfang der 80er Jahre wird nach und nach eine Strukturveränderung des Instruments der Städtepartnerschaften deutlich:

Das bürgerschaftliche Element [wird] zunehmend durch praxisbezogene kommunale Koopera­tionsprojekte ergänzt, die auf das politische Ziel der Partnerschaften verweisen. Gemeint sind damit nicht nur Hilfsprojekte für Partner in Entwicklungs- oder Schwellenländern, sondern auch Kooperationsvorhaben in Westeuropa. Beispielsweise wird gemeinsam an lokalen Strategien zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, zur Umweltsanierung oder Wirtschaftsförderung gearbeitet.[14]

Anfang der 90er Jahre beschleunigt sich diese Entwicklung durch das Verschwinden des Eisernen Vorhangs und durch die Auflösung des Ost-West-Konflikts. Praktische Zu­sammen­arbeit setzt sich immer mehr durch. Jedoch muss betont werden, dass es sich dabei sowohl bei den Partnerschaften mit Osteuropa als auch mit der Dritten Welt in der Regel um Formen der asymmetrischen Zusammenarbeit handelt: lokale Wirtschaftsförderung in den jeweiligen Ge­bieten sowie Verbesserung der lokalen Infrastruktur, des Umweltschutzes und der allgemeinen Lebensbedingungen. Diese Kooperationen sind dabei häufig mit strategischen Interessen der deutschen bzw. westeuropäischen Kommune verknüpft.

Durch die Orientierung hin zu neuen Partnern im Osten und in Entwicklungsländern verändern sich jedoch auch, wie bereits angedeutet, die westeuropäischen Partnerschaften, im Besonderen die deutsch-französischen. So gewinnt das kooperative Element gegenüber reinen Versöhnungs- und Verständigungsprogrammen an Bedeutung. Dadurch wandeln sich die Städtepartnerschaften auch hinsichtlich ihres ausschließlich „positiven“ Charakters:

Bis ungefähr Mitte der achtziger Jahre konnten mit Partnerschaften in der Regel nur positive Zeichen für Verständigung gesetzt werden. Funktionierte die Beziehung nicht, so kam es aufgrund des Charakters der Partnerschaft als Freundschaftsgeste oft nicht zu Auseinandersetzungen; die Partnerschaft schlief ein. Das in erster Linie symbolisch ausgebildete Instrument Kommunal­partnerschaft gab außer auf der individuellen Ebene wenig Mittel an die Hand, Konflikte zu bearbeiten.[15]

Mit der zunehmendem Hinwendung zu einer Form der Kommunalkooperation ergänzt durch bürgerschaftliche, individuelle Begegnungen treten aufgrund der verstärkt technokratischen Form der Zusammenarbeit somit häufiger Konflikte auf. Zugleich ist jedoch der Zwang zu konkreten Lösungen dieser Konflikte groß, da die Kooperationsbeziehung sonst nicht weiter existieren kann. „Kooperative Beziehungen können weniger leicht als entleerte Hülse weiter­bestehen als symbolische Formen der Politik.“[16]

Laut aktueller Zahlen des RGRE (Stand: Mai 2007) pflegt Deutschland insgesamt 6512 Partnerschaften, Kontakte und Freundschaften zu Gemeinden in 84 Ländern. Dabei handelt es sich bei 2227 Gemeinden um deutsch-französische Verbindungen. Betrachtet man nur die reinen Städtepartnerschaften, die auf einem Partnerschaftsvertrag bzw. einer Partnerschaftsurkunde basieren, so verzeichnet Deutschland momentan 4859 solch offizieller Kontakte, davon 1976 mit Frankreich. Fest steht, dass die deutsch-französischen Städteverbindungen bei beiden Sicht­weisen eindeutig Spitzenreiter sind. Im ersten Fall stellen sie rund ein Drittel der Auslandsbeziehungen dar, im zweiten sogar gut 40%.[17]

Das französische Pendant des RGRE ist die Association Française du Conseil des Communes et Régions d’Europe (a.f.c.c.r.e.). Deren Zahlen vom Februar 2007 belegen, dass in Frankreich 2095 der insgesamt 3985 Städtepartnerschaften[18] mit Deutschland bestehen, demnach einen Anteil von über 50% ausmachen. Dass die Zahlen der deutsch-französischen Städtepartnerschaften in den beiden Ländern leicht differieren (1976 RGRE und 2095 a.f.c.c.r.e.), liegt vermutlich an unterschiedlichen Begriffsdefinitionen bzw. Ungenauigkeiten bei der Erhebung oder Aktualisierung der Daten. Insgesamt wird jedoch deutlich, dass die bilateralen Verbindungen sowohl in Deutschland als auch in Frankreich einen enormen Stellenwert haben und mit Abstand vor den Partnerschaften mit anderen Ländern liegen.

Um einen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten deutsch-französischer Kommunalkoopera­tion zu bekommen, wird im Folgenden die Städtepartnerschaft zwischen Nürnberg und Nizza näher untersucht.

3 Die Frankenmetropole und die „Perle an der Côte d’Azur“

3.1 Nürnberg und Nizza: ein Portrait

Zwischen Tradition und Moderne

Nürnberg ist eine Stadt der Gegensätze. Sie ist zum einen moderne Großstadt mit einer halben Million Einwohnern, Kernstadt einer europäischen Metropolregion und damit neben München Bayerns zweites Wirtschaftszentrum. Zum anderen bietet Nürnberg soviel sicht- und erlebbare Geschichte wie kaum ein anderer Ort in Deutschland.

Nürnberg wird 1050 als nuoremberg (felsiger Berg) in der sogenannten „Sigena-Urkunde“ von Kaiser Heinrich III. erstmals erwähnt. Die Freie Reichsstadt entwickelt sich im ausgehenden Mittelalter zum bedeutenden Zentrum für Handwerk und Handel und erlebt im 15. und 16. Jahrhundert ihre wirtschaftliche und kulturelle Blüte. Während der Zeit des Nationalsozialismus wird Nürnberg als „Stadt der Reichsparteitage“ und Verkündungsort der menschenverachtenden „Nürnberger Gesetze“ zu einem der zentralen Orte nationalsozialistischer Propaganda. Nach dem Zweiten Weltkrieg halten die Siegermächte die „Nürnberger Prozesse“ gegen führende Kriegsverbrecher der nationalsozialistischen Diktatur ab. Aus diesem Erbe resultiert für Nürnberg die Verpflichtung, einen aktiven Beitrag zur Achtung der Menschenrechte und zu einem friedvollen Zusammenleben der Menschen zu leisten. So gibt es eine „Straße der Menschenrechte“, ein Mahnmal für die Würde des Menschen, und seit einigen Jahren das „Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände“. Seit 1995 wird der „Internationale Nürnberger Menschenrechtspreis“ an Personen verliehen, die sich für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen.

Architektur, Museen und Kunstschätze schaffen in Nürnberg ein besonderes Flair, welches bis heute die Vergangenheit lebendig hält. In kaum einer anderen deutschen Großstadt finden sich derart viele Zeugnisse mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Kunst und Kultur: die Kaiserburg, die Stadtmauer aus dem 14. und 15. Jahrhundert, zahlreiche Fachwerkhäuser, die künstlerischen Spuren der Meister Albrecht Dürer, Veit Stoß und Peter Vischer und das Germanische National­museum, um nur einige Beispiel zu nennen.

Auf der anderen Seite ist die Stadt schon seit jeher aufgeschlossen gegenüber technischen Neue­rungen. Im Knotenpunkt europäischer Verkehrswege startet 1835 zwischen Nürnberg und Fürth die erste Eisenbahn Deutschlands. Heute trägt die Frankenmetropole als moderner Wirtschafts- und Forschungsstandort viel zur technischen Innovation im 21. Jahrhundert bei. Informations- und Kommunikationstechnologien, Energie-, Umwelt- und Verkehrstechnik sind eben­so Schwerpunkte der wirtschaftlichen Entwicklung wie unternehmensnahe Dienst­leistungen.

Schließlich bietet Nürnberg ein reichhaltiges Sport- und Freizeitangebot: deutschlandweit konkurrenzlose Musik-Events, wie das Bardentreffen und das Klassik-Open-Air jedes Jahr im Juli und August, lebendige Märkte und Feste, wie das Altstadtfest im September und natürlich der berühmte „Christkindlesmarkt“ in der Adventszeit mit Glühwein, Lebkuchen und Nürnberger Rostbratwürsten.[19]

Zwischen Hightech und High-Life[20]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Mit rund 370.000 Einwohnern ist Nizza die fünftgrößte Stadt Frankreichs. Durch ihre Lage markiert sie den Übergang zwischen Alpen, Provence, Korsika und Italien. Die frühesten Siedlungsspuren im heutigen Stadtgebiet von Nizza reichen bis weit in die Altsteinzeit zurück. Zwischen dem 4. und 5. Jahrhundert v. Chr. erhält die Stadt von griechischen Kolonialisten ihren von der Göttin Nike entlehnten Namen Nikaїa („die Siegreiche“). Eindrucksvolle Spuren hat die Römerzeit mit den Ruinen eines Amphitheaters und einer Thermenanlage im Stadtteil Cimiez hinter­lassen. Die weitere Entwicklung Nizzas ist sehr bewegt, denn die Stadt wird abwechselnd von Frankreich und Italien vereinnahmt, bis sie schließlich seit 1860 endgültig zum französischen Staatsgebiet gehört. Um 1900 wird Nizza zum mondänen Badeparadies der feinen Gesellschaft Europas. Heute zieht die an der Baie des Anges (Engelsbucht) zwischen Cannes und Monaco gelegene Hauptstadt des Départements Alpes-Maritimes zahlreiche Touristen an. Malerische, enge Gassen in der Altstadt, prachtvolle Hotelbauten des 19. Jahrhunderts und außergewöhnliche Wohnhäuser der Belle Epoque an der Promenade des Anglais[21] prägen das Stadtbild.

Nizza ist eine vielfältige Stadt, die Kunst, Bildung, Musik, Wirtschaft und Technologie miteinander vereint. Der außergewöhnlichen Anziehungskraft auf lichthungrige Maler, die hier lebten und arbeiteten, sind Kunstsammlungen von hohem Niveau zu verdanken. Das Matisse- und Chagall-Museum gehören ebenso wie das Musée des Beaux Arts und das Musée d’Art Moderne et d’Art Contemporain (MAMAC) unbedingt in das Besucherprogramm kunst­interessierter Bürger. 25.000 Studierende an der renommierten Universität Sophia Antipolis machen Nizza zu einer bedeutenden Studentenstadt. Der Flughafen Nice Côte d’Azur ist der zweitgrößte Frankreichs; Handel und Dienstleistungen sind die wichtigsten Wirtschaftssektoren in Nizza und Umgebung. Zudem beherbergt die Stadt im Kongresszentrum „Acropolis“ eine Vielzahl an Messen und Kongressen; der Technologiepark „Sophia-Antipolis“ ist nur rund 20 km westlich der Stadt gelegen. Seit September 2006 kann Nizza schließlich auf einen weiteren Prachtbau stolz sein: das neue Conservatoire National de Région de Nice.

Aufgrund des milden Klimas ist eine Reise nach Nizza zu jeder Jahreszeit lohnenswert. Einige Veranstaltungen verleihen der Stadt jedoch besonderen Glanz: der berühmte Carnaval de Nice im Februar, der die gesamte Region fünf Tage lang in ausgelassene Stimmung versetzt, die traditionsreichen Maifeiern in den Gärten von Cimiez, das Festival de la Musique Sacrée in der Pfingstzeit und schließlich im Juli das internationale Jazz-Festival sowie das internationale Folkfestival.[22]

Nizza ist, ebenso wie Nürnberg, eine Stadt der Gegensätze. Gerade aber diese Mischung aus Hightech-Zentrum und süditalienischem Dorf machen den unverwechselbaren Charme der „Perle an der Côte d’Azur“ aus.

Neben der Verschmelzung von Tradition und Moderne sowie den jeweils rot-weißen Stadt­wappen sind sich das mittelalterliche, industriell geprägte Nürnberg und das mondäne Nizza schließlich noch in einem weiteren Punkt sehr ähnlich: dem Lokalpatriotismus. Ebenso wie sich die Nürnberger eher Franken als Bayern zugehörig fühlen, identifizieren sich die Niçois weit mehr mit der Côte d’Azur als mit der Provence. Beide Städte versuchen, sich dadurch auch in gewisser Weise von ihren jeweiligen Konkurrenten München bzw. Marseille abzugrenzen.

3.2 Weitere Partnerstädte und der Stellenwert Nürnberg–Nizza

Neben Nizza verzeichnet Nürnberg aktuell noch 13 weitere offizielle Städteverbindungen: 11 Partnerschaften[23] sowie freundschaftliche Beziehungen zu Gera und Venedig, die ebenso zu den Partnerschaften gezählt werden. Vor einiger Zeit hat der Stadtrat beschlossen, dass es zunächst bei den 14 bestehenden Städteverbindungen bleiben soll, um deren Pflege weiterhin in ausreichendem Maße gewährleisten zu können.[24] Was den Stellenwert der Partnerschaft zu Nizza betrifft, so zählt diese mit jenen zu Krakau und Glasgow auf jeden Fall zu den intensivsten. Dr. Norbert Schürgers, seit 1996 Leiter des Amtes für Internationale Beziehungen Nürnberg, beschreibt die Situation wie folgt:

Die Partnerschaft mit Nizza gehört sicherlich zu den aktivsten. Man kann ganz grob sagen, dass es drei Kategorien gibt bei 14 Partnerstädten. Die, die fast nur noch symbolischen Wert haben, das sind aber nur zwei oder drei. Dann gibt es die große Mitte, das läuft, manchmal besser, manchmal schlechter. Und dann gibt es so drei oder vier, wo man sagt: Mensch, das ist echt klasse! Und Nizza gehört sicherlich vor allem in den letzten Jahren zu dieser Spitzengruppe.[25]

Auch in Nizza wird der hohe Stellenwert Nürnbergs im Vergleich zu den anderen 25 Partnerstädten[26] betont. Abgesehen davon, dass dabei nur etwa 12 Verbindungen als aktiv bezeichnet werden können, befindet sich Nürnberg auch innerhalb der aktiven Gruppe weit vorne: „Nürnberg, c’est plus qu’un jumelage qu’on en a avec d’autres pays. Avec Laval et Hangzhou, Nürnberg est nettement parmi les trois jumelages les plus actifs“[27], erklärt Jean-Claude Mari, maire adjoint des Relations Internationales. Cécile Borghese, Sachbearbeiterin für Nürnberg im Rathaus von Nizza, geht sogar noch weiter: „Nuremberg, je crois que c’est vraiment le jumelage le plus actif.“[28]

Eine Besonderheit an Nizza ist, dass mittlerweile immer stärker sogenannte „jumelages thématiques“ praktiziert werden, d.h. mit einigen Städten finden in regelmäßigen Abständen Aktivitäten statt, die nur auf ein bestimmtes Thema bezogen sind, wie zum Beispiel ein jährlicher Austausch im Rahmen des Karnevals mit der Partnerstadt New Orleans.

Fest steht, dass die Verbindung zwischen Nürnberg und Nizza auf beiden Seiten einen äußerst hohen Stellenwert einnimmt und von den Verantwortlichen jeweils eindeutig zur Gruppe der aktivsten Partnerschaften gezählt wird.

3.3 Wie alles begann – der Verbrüderungseid 1954

Ein Blick in die Geschichtsbücher sowie in die Archive der Stadt Nürnberg zeigt, dass die Partnerschaft zwischen Nürnberg und Nizza ihr Zustandekommen der Mischung aus einem generellen Verbrüderungswunsch und mehreren Zufällen verdankt.

Anfang 1954 schlägt die Europa-Union Nürnberg[29] dem Ältestenrat der Stadt vor, Kontakte mit der französischen Stadt Reims zu knüpfen, nachdem schon einige andere Kommunen deutsch-französische Städtepartnerschaften eingegangen waren, wie beispielsweise Frankfurt mit Marseille oder Mainz mit Nancy. Warum gerade Reims vorgeschlagen wird, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Der Nürnberger Ältestenrat behandelt den Vorschlag der Europa-Union in zwei Sitzungen, am 8. Januar und am 5. Februar 1954. Die Protokolle lassen auf eine lebhafte Diskussion schließen. Nürnbergs Oberbürgermeister Otto Bärnreuther ist zunächst eher skeptisch, denn er sieht seine Aufgabe nicht darin „umherzuziehen und [die Stadt Nürnberg] bei solchen Gelegenheiten zu repräsentieren.“[30] Julius Loßmann, Bürgermeister und Vorsitzender der Europa-Union, betont die Bedeutung der Völkerverständigung. Er gibt jedoch auch zu bedenken, dass eine Partnerschaft viel Zeit und Geld kosten würde. Die Stadträte von CDU, SPD und FDP stehen einer Städteverbindung insgesamt aufgeschlossen gegenüber und erhoffen sich mehr gegenseitiges Verständnis der Bürger, wenn „der französische Arbeiter sieht, wie der deutsche lebt und umgekehrt.“[31] Prinzipiell befürwortet man das Anliegen schließlich, will sich aber nicht auf eine bestimmte französische Stadt festlegen, sondern auf Vorschläge warten. Daraufhin schaltet sich auch das französische Kulturzentrum in Nürnberg in die Diskussion ein, mit dem Ergebnis, dass der RGE gebeten wird, für Nürnberg eine geeignete Partnerstadt ausfindig zu machen. Der Bürgermeister von Nizza, Jean Médecin, ist seinerseits auf der Suche nach Partnerstädten in Deutschland und Großbritannien. Außerdem ist er bereits mit der italienischen Stadt Venedig im Gespräch. Der RGE schlägt ihm Nürnberg und Edinburgh vor. Jean Médecin stimmt im März 1954 zu und wartet auf eine offizielle Antwort dieser beiden Städte. Vier Monate später, im Juli, kann man ihm das Einverständnis der Nürnberger Stadtväter übermitteln, die das Angebot Nizzas überzeugt hat.

Vom 18. bis 21. Oktober 1954 plant der RGE den zweiten Europäischen Gemeindetag in Venedig. Die sogenannten „Europäischen Gemeindetage“ sind von Anfang an Mittelpunkt der Arbeit des RGE. Es handelt sich um Großveranstaltungen, auf denen sich regelmäßig Tausende von Dele­gierten aus Gemeinden der europäischen Staaten treffen, um Vereinbarungen für künftigen Austausch zu treffen. 1200 Bürgermeister sollen nun in Venedig zusammenkommen. Das Vorbereitungskomitee trifft eine ehrgeizige Entscheidung: Die Städte Venedig, Edinburgh, Nürnberg, Nizza und Locarno sollen auf dem Markusplatz einen feierlichen Verbrüderungseid schwören. Der RGE wünscht die Beteiligung Locarnos, da der Name in den zwanziger Jahren symbolisch für die Aussöhnungs- und Friedenspolitik Stresemanns und Briands stand. Edinburgh lehnt eine Beteiligung ab, knüpft später jedoch seine Beziehungen zu Nizza enger – die beiden Städte führen heute eine sehr lebendige Partnerschaft. Stattdessen kommt die belgische Stadt Brügge hinzu.

Das Programm des Gemeindetages wird bereits im Juli 1954 gedruckt – jedoch ohne Erwähnung dieses besonderen, noch geheim gehaltenen Ereignisses. Man hofft auf einen medienwirksamen Überraschungseffekt und darauf, dass die Zeremonie die anwesenden Bürgermeister zur Nachahmung anregen würde. Jean Médecin, Bürgermeister von Nizza, entscheidet sich dafür, nicht persönlich nach Venedig zu kommen, sondern zwei Stadträte zu schicken. Auch Nürnbergs Ober­bürgermeister Otto Bärnreuther reagiert zunächst mit einem „Was soll ich dort?“[32] Beim Lesen der Protokolle des Ältestenrates vom 24. September 1954 ist schwer zu erkennen, ob die Mitglieder genau wissen, was in Venedig geplant ist. Der Oberbürgermeister verliest ein Einladungsschreiben, wonach er an einer Tagung des RGE teilnehmen soll, um dort einen Zeitpunkt für eine allgemeine Besprechung mit dem Bürgermeister von Nizza zu vereinbaren. Schließlich reist Otto Bärnreuther aber doch persönlich nach Venedig, begleitet von drei Vertretern der wichtigsten Fraktionen. Die Tagung des RGE im Oktober 1954 ist die bis dahin größte internationale kommunale Kundgebung. Wichtige Themen sind unter anderem die Vertretung der Interessen von Städten und Ländern im Europarat sowie die Schaffung eines europäischen Kreditinstitutes im Dienst der Gemeinden.[33]

Der Verbrüderungseid der fünf Bürgermeister und ihrer Vertreter am 20. Oktober auf dem Markusplatz in Venedig ist schließlich ein außergewöhnlicher, bewegender Moment. Unter den Klängen des Schlußchors von Beethovens IX. Symphonie unterschreiben die Bürgermeister die Ver­brü­derungs­urkunde:

„[Wir] verpflichten uns am heutigen Tage feierlich: Die ständigen Bande zwischen den Stadtverwaltungen unserer Städte zu bewahren, auf allen Gebieten den Austausch ihrer Einwohner zu unterstützen und durch eine bessere gegenseitige Verständigung das wache Gefühl der europäischen Brüderlichkeit zu fördern, unser Bestreben zu vereinigen, um mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zum Erfolg dieses notwendigen Werkes des Friedens und des Wohlstands, zur euro­päischen Einheit, beizutragen.“[34]

Otto Bärnreuther liest im Anschluss daran seine Ansprache sogar auf Italienisch.[35] Er „begrüßt die enge Zusammenarbeit der fünf Städte als Zeichen des werdenden neuen Europas und dankt [...] der Stadt Venedig und ihrem Oberbürgermeister Prof. Angelo Spanio für die herzliche Aufnahme der Nürnberger Delegation.“[36] In den weiteren Ansprachen wird der europäische Bürgersinn beschworen und es ist die Rede vom Zusammenwachsen Europas und einer friedlichen Zukunft. Die Zuschauer, darunter Hunderte anwesender Bürgermeister, nehmen die Kundgebung „mit großer Begeisterung“[37] auf und kehren mit dem Wunsch nach Hause zurück, ihre Verantwortung für die Einigung Europas gewissenhaft wahrzunehmen.

Der RGE gibt auch nach der Unterzeichnung des Verbrüderungseids weiterhin Anregungen und erkundigt sich regelmäßig, ob die Versprechen eingehalten werden. Dies führt schließlich dazu, dass sich Locarno und Brügge eher bedrängt fühlen und sich deshalb zurückziehen. Venedigs Bürgermeister, Angelo Spanio, legt wenige Monate später sein Amt nieder, sein Nachfolger fühlt sich nicht an den Eid gebunden und ignoriert ihn schließlich. Nürnberg und Nizza hingegen geben nicht auf. Beide Kommunen nehmen den Verbrüderungseid als Grundstein einer Städteverbindung und vertiefen ihre Beziehungen Schritt für Schritt – mit all den Höhen und Tiefen, die eine Partnerschaft mit sich bringt.[38]

3.4 Die Entwicklung der Partnerschaft – Höhen und Tiefen

Nach Unterzeichnung des Verbrüderungseides im Oktober 1954 erfolgen zunächst Delega­tionsreisen der Bürgermeister und ihrer Vertreter in die jeweilige Partnerstadt, um sich besser kennenzulernen und gemeinsame Projekte zu planen. Ende der 50er Jahre werden die ersten Bürgerkontakte in Form von Schüler- und Jugendbegegnungen verwirklicht, welche auf mehreren Ebenen bis weit in die 80er Jahre hinein reichen. Die 60er und 70er Jahre sind außerdem von Messeausstellungen, Aktivitäten der Rudervereine sowie dem Beginn einer regen Kooperation im musikalischen Bereich zwischen den Konservatorien geprägt. In den 80er Jahren knüpfen die Behindertenvereine sowie die Polizei städtepartnerschaftlich motivierte Beziehungen. Wenn auch die Aktivitäten nie ganz aufhören, so ist in der Folgezeit, von etwa Mitte der 80er bis Mitte der 90er Jahre, ein starker Rückgang der Lebendigkeit der Partnerschaft spürbar. Die Phase wird gemeinhin als „Dornröschenschlaf“[39] bezeichnet und ist mit Umbrüchen und besonderen Umständen beider Kommunen zu begründen. Auf Nürnberger Seite orientiert man sich in der Zeit unmittelbar vor und nach dem Mauerfall stärker in Richtung Osten, geht dort neue Städtepartnerschaften ein, wie zum Beispiel mit Prag oder Charkiv, und hat zunächst weniger Interesse an den alten Verbindungen im Westen. Nizza kämpft seinerseits mit enormen internen Schwierigkeiten, denn der langjährige Bürgermeister Jacques Médecin ist in Korruptionsskandale verwickelt und muss daraufhin 1990 von seinem Amt zurücktreten.

Mitte der 90er Jahre, mit dem Amtsantritt vom Jacques Peyrat in Nizza (1995) und Ludwig Scholz in Nürnberg (1996), erwacht die Partnerschaft aus dem Dornröschenschlaf. „Durch Jacques Peyrat kommt wieder frischer Wind in die Beziehungen. Die Situation in Nizza bessert sich. Und Ludwig Scholz in Nürnberg war sehr frankophil“[40], berichtet Birgit Birchner, Sachbearbeiterin für Nizza im Amt für Internationale Beziehungen Nürnberg. Die Stadt­oberhäupter sind motiviert, die Beziehungen wieder aufzufrischen, und die innenpolitischen Krisen sind weitgehend überwunden. Nürnberg und Nizza planen neue, gemeinsame Projekte. Insbesondere im kulturellen Bereich (Künstlerbegegnungen, Karnevalsbeteiligungen) und auf sportlicher Ebene (Ruder-, Fußball- und Radfahraktivitäten) werden zahlreiche Kontakte etabliert. Die enorme Intensivierung der Partnerschaft ist vor allem auch dem großen Engagement des im Jahr 2000 gegründeten „Freundeskreis Nürnberg–Nizza e.V.“ zu verdanken. 2004 erreicht die Verbindung zwischen der Frankenmetropole und der „Perle an der Côte d’Azur“ durch das 50-jährige Jubiläum einen vorläufigen Höhepunkt. Eine Herausforderung für die Zukunft ist es nun, zum einen die Vielfalt weiterhin aufrechtzuerhalten und zum anderen Lösungen für noch bestehende Defizite zu finden. In Kapitel 4 der Arbeit werden einzelne Facetten der Partnerschaft genauer aufgeschlüsselt und analysiert.[41]

3.5 Nürnberg–Nizza im Bewusstsein der Bürger heute

Um einen Überblick zu bekommen, inwieweit die Städtepartnerschaft zwischen Nürnberg und Nizza in das Bewusstsein der jeweiligen Bürger gedrungen ist, wurden im Zeitraum von Dezember 2006 bis März 2007 mündliche Umfragen in den Fußgängerzonen beider Städte durchgeführt. Es wurden dabei jeweils 50 „repräsentative“ langjährige Einwohner gebeten, spontan einige Partnerstädte zu nennen. Die Auswahl der Personen erfolgte weitgehend nach dem Zufallsprinzip, wobei auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Geschlechtern sowie in der Altersstruktur geachtet wurde. Es sei darauf hingewiesen, dass die Umfrage lediglich eine Tendenz aufzeigen soll und daher nicht dem Anspruch einer empirisch vollständigen und repräsentativen Analyse gerecht werden kann.

Die Auswertung der Umfragen zeigt, dass die Partnerstadt Nizza bei rund 20% der Nürnberger Bürger so stark im Bewusstsein ist, dass sie spontan genannt wurde. Die Befragten erwähnten in dem Zusammenhang beispielsweise den Markt der Partnerstädte auf dem Nürnberger „Christkindlesmarkt“, die Radtouren von Nürnberg nach Nizza, frühere Schüleraustausche des Dürer- oder Sigena-Gymnasiums, Zeitungsberichte über Nizza oder die Schilder mit den Partnerstädten am Ortseingang. Umgekehrt dachten etwa 10% der Bürger an der Côte d’Azur spontan an die Frankenmetropole, und dabei insbesondere an den „Christkindlesmarkt“ oder frühere Schüleraustausche. Weitere rund 20% der Befragten in Nizza konnten glaubhaft etwas mit Nürnberg als Partnerstadt anfangen, als sie direkt darauf hingewiesen wurden. Auf Seiten Nürnbergs war dies umgekehrt bei fast der Hälfte der angesprochenen Bürger der Fall. Auf beiden Seiten nannten jeweils etwa 10% der Befragten zwar spontan Partnerstädte, jedoch waren Nürnberg oder Nizza nicht darunter. Weit über die Hälfte der angesprochenen Leute in Nizza hatten generell keine Ahnung von Partnerstädten. Auf Seiten Nürnbergs waren rund ein Viertel der befragten Bürger allgemein ahnungslos in Bezug auf Partnerstädte.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass etwa zwei Drittel der Nürnberger über die Existenz der Partnerstadt Nizza Bescheid wissen, sei es ganz spontan oder mit Hilfe eines Gedanken­anstoßes bzw. bei direkter Nennung des Namens. Bei den Niçois ist dieses Bewusstsein für die fränkische Partnerstadt bei knapp einem Drittel der Bürger vorhanden.

4 Facetten der Partnerschaft

4.1 Der administrative Rahmen

4.1.1 Offizielle Kontakte der Stadtspitzen

Auf höchster Ebene der Städtepartnerschaft zwischen Nürnberg und Nizza stehen die Kon­takte der Stadtspitzen. Dabei handelt es sich in der Regel um die Oberbürgermeister selbst – derzeit Dr. Ulrich Maly (SPD) und Jacques Peyrat (UMP) – oder ihre Vertreter. Seit Unterzeichnung des Verbrüderungseides 1954 finden die gegenseitigen Begegnungen sehr regelmäßig statt und geben der Partnerschaft immer wieder einen offiziellen Charakter. Nürnbergs Ober­bürger­meister, Dr. Ulrich Maly, spricht aus Erfahrung:

Ich würde schon sagen, es sind relativ regelmäßige Begegnungen. Bezogen auf Nizza sind es vielleicht vier, fünf oder sechs Ereignisse im Jahr, die unter dem Kontext Städtepartnerschaft stehen, und wo ich persönlich [in Nürnberg oder Nizza] dabei bin.[42]

Bei diesen Ereignissen kann es sich zum einen um ganz offizielle Akte wie Jubiläen, Freundschaftsfeste oder Partnerschaftskonferenzen handeln, zum anderen aber auch um die Eröffnung von Kunstausstellungen, den Besuch des Karnevals in Nizza oder ein Treffen zum Austausch über die weitere Zusammenarbeit.

Auch wenn die offiziellen Delegationsbesuche für die Pflege der Partnerschaftsbeziehungen in jedem Fall nötig sind, so dürfen sie jedoch keineswegs die einzige Form des Austausches dar­stellen. Dr. Ulrich Maly betont deshalb: „Städtepartnerschaften sind kein Bürgermeister­reisebüro! Das muss immer die Ausnahme sein, dass die Bürgermeister reisen. Die Regel muss sein, dass die Menschen reisen!“[43] Dass es im Falle von Nürnberg–Nizza eine Vielzahl solcher Bürgerbegegnungen gab bzw. gibt, sollen die Kapitel 4 und 5 der Arbeit aufzeigen.

4.1.2 Das Amt für Internationale Beziehungen und die Direction des Relations Internationales et du Protocole

Sowohl in Nürnberg 44] als auch in Nizza gibt es heute eine eigene Verwaltungseinheit, die für die Städtepartnerschaften zuständig ist. Dies war nicht immer so. Nach Abschluss des Ver­brüderungseides 1954 kümmert sich in Nürnberg je nach Bedarf zunächst das nähere Umfeld des Oberbürgermeisters um die Beziehungen zu Nizza. Anfang der 80er Jahre wird eine eigene Abteilung „Städtepartnerschaften“ geschaffen, welche zuerst dem Presse- und Informationsamt, einige Jahre später dann dem Bürgermeisteramt unterstellt ist. Erst 1990 geht daraus schließlich das heutige Amt für Internationale Beziehungen hervor.

Beate Kreisl, seit 1998 stellvertretende Leiterin, präzisiert die Entwicklung:

Mit der neuen Bezeichnung „Internationale Beziehungen“ anstatt „Städtepartnerschaften“ sollte zum Ausdruck gebracht werden, dass sich der Aufgabenbereich ausweitet. Es sollte eine zentrale Anlauf- und Koordinierungsstelle für internationale Kontakte und Kooperationen der Stadt Nürn­berg entstehen. Außerdem wurde auch eine Aufwertung dieses Aufgabenbereichs vorgenommen, weil das Amt – im Gegensatz zur vorherigen „Abteilung Städtepartnerschaften“ - eine eigenstän­dige Einrichtung ist, die gleichberechtigt neben dem Bürgermeisteramt und dem Presse- und Informationsamt steht und wie diese Dienststellen direkt dem Oberbürgermeister unterstellt ist.[45]

Der Aufgabenbereich des Amtes für Internationale Beziehungen umfasst heute schwer­punktmäßig die mittlerweile 14 Städteverbindungen Nürnbergs. Jenseits dieser offiziellen, zeitlich unbegrenzten Städteverbindungen werden freundschaftliche Beziehungen zu einigen weiteren Städten – zum Beispiel Verona (Italien), Brasov (Rumänien) und Bar (Montenegro) – gepflegt und eine Patengemeinde in Sri Lanka durch humanitäre Hilfsmaßnahmen unterstützt. Weiterhin beschäftigt sich das Amt mit der Förderung und Durchführung von Europa-Aktivitäten. So ist Nürnberg seit 13 Jahren Mitglied bei „Eurocities“, einem Großstädtenetzwerk in Europa. Dadurch ergeben sich auch immer wieder zeitlich befristete und auf ein bestimmtes Thema bezogene Koopera­tionen mit anderen Städten. Der sicherlich sensibelste Aufgaben­bereich ist die Betreuung der ehemaligen jüdischen Bürger Nürnbergs, d.h. jener in Nürnberg geborener, jüdischer Bürger, die den Holocaust überlebten und sich jetzt größtenteils in anderen Ländern aufhalten. Die Stadt lädt diese ehemaligen jüdischen Bürger sowie deren Nachkommen jedes Jahr zu einem Gruppenbesuch ein. Schließlich kooperiert das Amt für Internationale Beziehungen auch mit dem Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg, beispielsweise bei der Vorbereitung des „Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises“ und bei internationalen Menschenrechtskonferenzen, wenn Partnerstädte einbezogen werden.[46] Seit dem Jahr 1999 fällt Nizza neben Shenzhen in die Zuständigkeit von Birgit Birchner, die sich sehr für die Partnerschaft engagiert.

Auf Seiten Nizzas verläuft die Entwicklung im Verwaltungsbereich ähnlich. Zunächst ist die Städtepartnerschaftsabteilung der Direction de la communication untergeordnet. Seit 1995 existiert schließlich die eigenständige Direction des Relations Internationales et du Protocole (derzeitiger Leiter ist Olivier de Breyne ), welche, wie der Name schon andeutet, sowohl für die Partnerstädte als auch für das Protokoll zuständig ist. Die Kapazitäten sind hier auf den ersten Blick mit etwa 20 Beschäftigten[47] größer als im Amt für Internationale Beziehungen Nürnberg mit 11 Mitarbeitern. Jedoch ist ein Großteil der Angestellten der Protokollabteilung zugedacht, so dass für die Relations Internationales nur drei Personen verantwortlich sind, welche sich die Pflege der Beziehungen zu den 26 Partnerstädten aufteilen: Monique Voltarel, Marian Vidal und Cécile Borghese. Letztere kümmert sich seit 2002 unter anderem speziell um Nürnberg:

La cellule des Relations Internationales est une petite structure, composée de trois personnes. Moi, je m’occupe de Nuremberg, Cuneo en Italie, la Suède, parfois la Russie et d’autres villes jumelées avec lesquelles les relations sont moins importantes. Nous sommes assez polyvalentes.[48]

Seit einigen Jahren werden sogenannte „années thématiques“ organisiert, d.h. jedes Jahr wird eine Partnerstadt bzw. das Land, das diese repräsentiert, besonders hervorgehoben. „L’année de l’Allemagne“ fand 2004 im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums statt. Wie auch in Nürnberg stellt die Arbeit mit den Partnerstädten den hauptsächlichen Aufgabenbereich der Relations Inter­nationales dar. Für speziell europäische Angelegenheiten, wie zum Beispiel das Netzwerk „Eurocities“, in dem auch Nizza Mitglied ist, existiert zusätzlich eine eigene Abteilung Europe.

In jedem Fall ist es ein großer Vorteil, dass Nürnberg und Nizza beide über eine eigenständige Verwaltungseinheit verfügen, die direkt dem Oberbürgermeister unterstellt ist. Denn so ist im Vergleich zu vielen anderen Städten eine wesentlich effektivere und unabhängigere Zusammen­arbeit möglich.

4.1.3 Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Um bei den Bürgern ein Bewusstsein für die jeweilige Partnerstadt zu entwickeln, gibt es sowohl in Nürnberg als auch in Nizza eine aktive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Seit November 2004 erscheint in der Nürnberger Zeitung (NZ), unter der Rubrik „Nürnberg plus“, einmal im Monat eine komplette Seite zu den Partnerstädten. Ressortleiterin und Hauptverantwortliche hierfür ist Petra Nossek-Bock:

Das ist immer der letzte Freitag im Monat. Somit gibt es eine Regelmäßigkeit, dass man die Seite dann als Leser entdeckt und dass wir das auch immer den Leuten sagen können, die uns unter­stützen. Wir versuchen, eine Verlässlichkeit herzustellen.[49]

Auch in den Nürnberger Nachrichten (NN) werden den Bürgern die Partnerstädte nahegebracht, und zwar in Form der Kolumne „Neues aus den Partnerstädten“. Diese erscheint jedoch nicht in bestimmten, regelmäßigen Abständen, sondern je nach vorhandenem Material sowie Platz und Arbeitskapazitäten. Journalist Wolfgang Heilig-Achneck, der häufig Artikel über die Partnerschaft zu Nizza verfasst, erklärt:

Es erscheint sicher so zweimal im Monat etwas, in unterschiedlicher Größe. Wir handhaben das flexibel. Wenn wirklich aktuell etwas passiert, dann will ich das nicht zwei Wochen liegen lassen, weil die Kolumne gerade nicht erscheint, sondern dann muss es aktuell gemacht werden können.[50]

In der Nizzaer Presse gibt es keine spezielle Rubrik für die Städtepartnerschaften. Im Lokalteil der Zeitung Nice Matin sowie teilweise auch in Le Petit Niçois, der Métro und der deutsch­sprachigen Riviéra-Côte d’Azur-Zeitung erscheinen je nach Aktualität Berichte über Aktivitäten mit der Partnerstadt Nürnberg. Die Direction des Relations Internationales gibt dazu regelmäßig Pressemitteilungen heraus:

Il y a souvent des articles de presse. Mais ce n’est pas régulièrement, ça fonctionne plutôt coup par coup. On fait des communiqués de presse systhématiquement. Quand on organise des manifestations, on prévient la presse à chaque fois pour qu’il y ait une bonne communication sur l’événement.[51]

Was die Öffentlichkeitsarbeit durch das Fernsehen betrifft, so strahlen die lokalen Sender in unregelmäßigen Abständen Reportagen aus – meist ist dies bei größeren Ereignissen wie zum Beispiel dem Jubiläumsjahr 2004 der Fall. In Nürnberg handelt es sich dabei normalerweise um Bayern 3 oder Franken Fernsehen, in Nizza um France 3 oder Nice Télévision. „Quand on communique nos évènements, souvent les médias sont intéressés et font des petits reportages, par exemple pendant les journaux télévisés“[52], erläutert Cécile Borghese.

Des Weiteren sind die Partnerstädte auch im Internet präsent. Das Amt für Internationale Beziehungen Nürnberg bietet unter www.partnerstaedte.nuernberg.de detaillierte Informationen zu aktuellen Veranstaltungen und Projekten sowie Portraits der Partnerstädte und weiterführende Links. Der Internetauftritt Nizzas ist nicht ganz so weit ausgebaut, jedoch finden die Bürger unter www.nice.fr/mairie_nice_645.html eine Liste der bestehenden kommunalen Verbindungen mit Links zu den jeweiligen offiziellen Webseiten der Städte.

4.2 Der „Freundeskreis Nürnberg–Nizza“

Seit Anfang des Jahres 2000 stellt das Amt für Internationale Beziehungen Nürnberg angesichts mehrerer telefonischer Nachfragen von Bürgern ein verstärktes Interesse an Aktivitäten mit der Partnerstadt Nizza fest. Es entsteht die Idee, einen Partnerschaftsverein zur Intensivierung der Bürgerkontakte zu gründen.[53] Axel Jungmann ist dabei einer der Hauptinitiatoren:

Wenn man so einen Verein gründet, muss man eine Gründungsversammlung organisieren. Die war im Künstlerhaus K4. Als ich rein kam, musste ich im Türrahmen stehen bleiben, so voll war der Saal. Da waren über 130 Leute.[54]

Diese Gründungsversammlung vom 8. November 2000 ist die Geburtsstunde des „Freundeskreis Nürnberg–Nizza e.V.“, ein „überparteilicher, überkonfessioneller und gemeinnütziger einge­tragener Verein von frankophilen Bürgern“[55], der aktuell rund 60 Mitglieder zählt. Sein vorrangiges Anliegen ist es, die Partnerschaft zwischen Nürnberg und Nizza durch gemeinsame soziale, kulturelle, künstlerische oder sportliche Aktivitäten mit Leben zu füllen. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Städten soll gestärkt werden durch die Pflege und Förderung zwischenmenschlicher Kontakte, die Integration verschiedener Bevölkerungsgruppen sowie durch die Koopera­tion mit anderen sozialen, öffentlichen, privaten, kulturellen und kirchlichen Organisationen, die diesen Zielen förderlich sind. So veranstalten die aktiven Nizza-Freunde regelmäßig Vorträge, Diskussionen, Weinproben, Kochkurse, Pétanque-Turniere, Ausstellungen oder Konzerte. Pressesprecherin Ruth Ecker-Mayer entwirft die Veranstaltungs­programme, verfasst Rundschreiben oder informiert durch Flyer über geplante Aktivitäten. Seit 2002 ist Brigitte Berthold Präsidentin im Vorstand des Freundeskreises und somit eine der treibenden Kräfte des Vereins:

Meine Vorstellung ist es, die Kontakte zu pflegen. Wir können alleine nichts bewegen. Deshalb ist es wichtig, dass man sich austauscht und trifft. [...] Mein Ziel ist es, dass die Franzosen und Deutschen noch mehr zusammenkommen, denn bei meiner Arbeit als Freundeskreisvorsitzende merke ich immer wieder, dass es noch viele Berührungsängste gibt. Nicht nur von Leuten, die im Krieg waren, bei denen kann man das ja verstehen, aber auch von jüngeren Leuten.[56]

Die Aktivitäten des Freundeskreises werden vom Amt für Internationale Beziehungen Nürnberg unterstützt. Häufig wird bei Veranstaltungen auch der deutsch-französische Club, die Union des Français en Franconie (UFF) oder das Honorarkonsulat Nürnberg in die Kooperationen und Planungen mit einbezogen.

Eines der Hauptanliegen des Freundeskreises ist derzeit, auch auf Seiten Nizzas einen Partnerschaftsverein auf die Beine zu stellen. 2005 stand eine Gründung durch den damaligen deutschen Fußballtrainer des OCG Nice, Gernot Rohr, kurz bevor. Durch den Wechsel des Trainers nach Lyon konnte das Projekt jedoch letztendlich nicht verwirklicht werden. Die Bemühungen gehen weiter, und die Hoffnungen werden nun in Nizzas Honorarkonsular Gerd Ziegenfeuter gesetzt. Ein Pendant zum Partnerschaftsverein in Nürnberg wäre für Nizza und die gesamte Städtepartnerschaft essentiell: „Es gibt viele Leute, die Interesse haben und mitmachen würden. Es muss aber letztendlich einer unter ihnen sein, der die Sache in die Hand nimmt und sich darum kümmert“[57], appelliert Brigitte Berthold immer wieder. Auch Axel Jungmann betont die Notwendigkeit eines „Kristallisationspunktes“ und erklärt: „Von der Stadt Nizza wird die Idee ja unterstützt und gefördert. Aber bisher bleibt es leider bei den Bekundungen.“[58]

4.3 Begegnungen – jung und alt

4.3.1 Schüleraustausch

Nur wenige Jahre nach Abschluss des Verbrüderungseides gibt es erste Initiativen, einen regelmäßigen Schüleraustausch zwischen Nürnberg und Nizza zu etablieren. Das 1954 von Oberbürgermeister Dr. Otto Bärnreuther formulierte Ziel, „die Jugend für den Geist der Toleranz zu gewinnen“[59] wird somit in die Praxis umgesetzt. In einem Bericht der Stadt Nürnberg vom 3. Juni 1960 heißt es wie folgt:

Am 21. Februar 1958 wendete sich Madame Seuillot, Beauftragte des Komitees für den Schüleraustausch in Nizza, an den Herrn Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg mit der Bitte, einen Austausch zwischen den Städten Nürnberg und Nizza zu erwägen. Sie machte den Vorschlag, jeweils 5 Schüler und 5 Schülerinnen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren für die Dauer von 4 Wochen nach Nürnberg bzw. Nizza zu entsenden. In Nürnberg fand diese Anregung freudige Aufnahme.[60]

1958 findet der Austausch zum ersten Mal wie geplant statt und wird in der Folgezeit regelmäßig weitergeführt. In den drei Anfangsjahren treten insgesamt jeweils zehn Jugendliche die drei- bis vierwöchige Reise an, in den beiden Folgejahren nehmen schließlich etwa 20 Mädchen und Jungen teil. Die Mitglieder der Gruppe stammen aus verschiedenen Schulen: in Nürnberg werden Schüler des städtischen Wirtschaftsgymnasiums sowie Schülerinnen der beiden städtischen Oberrealschulen ausgewählt, in Nizza nimmt vor allem das Lycée Masséna teil.

Gerhard Oswald, der 1961 als Schüler des städtischen Wirtschaftsgymnasiums Nürnberg in Nizza dabei war, hat „nur gute Erinnerungen“[61] an den Austausch und schreibt am 23. Juli 1961 auf einer Postkarte an seine Eltern: „Es ist herrlich, wie man im Meer vom Salzwasser getragen wird. Gestern Abend waren wir bei einem wundervollen Blumenkorso als Ehrengäste.“[62] Wenige Tage später, am 27. Juli 1961, berichtet er auf einer weiteren Postkarte:

Die Erlebnisse hier in Nizza überhäufen sich. Es ist so eingeteilt, dass wir einen Tag mit dem Bus wegfahren, und am nächsten Tag frei haben. An diesem freien Tag werden wir aber von fran­zösischen Familien eingeladen.[63]

Auch Rudolf Meinecke denkt gerne an die Fahrt im Jahr 1961 nach Nizza zurück und erzählt von einer Brieffreundschaft, die „schon noch eine gewisse Zeit angehalten hat.“[64] Im Falle der Familie Zimmerer entwickeln sich dank des Schüleraustausches im Rahmen der Städte­partnerschaft besonders intensive Kontakte. Herbert Zimmerer, der mittlerweile leider verstorben ist, nimmt 1960 am Schüleraustausch nach Nizza teil. Er versteht sich sehr gut mit seinem französischen Partner Guy Ciais vom Lycée Masséna und verbringt daraufhin mit Freunden fast acht Jahre in Folge den Sommer in Nizza bei Guy und seinen Eltern. Auch der junge Franzose kehrt wiederholt nach Deutschland zurück. Als beide heiraten und Kinder bekommen, wird der Kontakt etwas seltener, schläft jedoch nie ganz ein. Die beiden Familien besuchen sich in regelmäßigen Abständen, telefonieren, schreiben sich Briefe und schicken sich Geschenke. „Wir sind viele Jahre nach Nizza gefahren, am Anfang beinahe jedes Jahr im Sommer. Die Kinder haben auch mémé und pépé zu Guys Eltern gesagt, das war wirklich ganz herzlich“, erzählt Irmgard Zimmerer. Die Beziehung der Familie Ciais zu ihr hält auch nach dem Tod von Herbert weiter an. Guy und seine Frau Yvonne schätzen Irmgard sehr: „Avec Irmgard, on entretient toujours des relations étroites. Tous les Noёls, on se téléphone et on s’envoie des petits colis. On essaie de garder le contact, ça fait donc déjà 47 ans.“[65]

Über die Gründe, warum die Schüleraustausche ab Anfang der 70er Jahre zunächst im Sande verlaufen, lässt sich heute nur schwer eine Aussage treffen. Es ist zu vermuten, dass sich die Beziehungen auseinanderleben, da sich in der Lehrerschaft kein engagierter Nachwuchs findet.

Nach einer Zeit verminderter Aktivitäten kommt Mitte der 70er Jahre wieder mehr Schwung und Regelmäßigkeit in die Schülerbegegnungen. Denn zwischen 1976 und 1986 pflegt das staatliche Dürer-Gymnasium Nürnberg zusammen mit dem städtischen Sigena-Gymnasium einen jährlichen Schüleraustausch mit dem Lycée du Parc Impérial in Nizza. Der Schwerpunkt wird auf die achten, neunten und zehnten Klassen bzw. die troisième und die seconde gelegt; die Teilnehmerzahl variiert von 25 bis hin zu 40 Schülern. Monsieur J. Clavier, von dem 1976 die Initiative ausgeht, arbeitet auf Seiten Nürnbergs eng mit Ernst Haas (Dürer-Gymnasium) und Dieter Finsterer (Sigena-Gymnasium) zusammen. Die drei Lehrer bilden ein stabiles und engagiertes Team: „Das war ein Glücksfall, dass wir drei wussten, was wir wollten und das dann einfach vom Organisatorischen durchgezogen haben“[66], stellt Ernst Haas im Nachhinein fest. Er erklärt weiterhin, dass die Schüler aus Nizza immer in den französischen Frühjahrsferien kamen und die Nürnberger grundsätzlich während der bayerischen Pfingstferien in den Süden fuhren. Entscheidend sei, dass es sich um einen Austausch auf Familienbasis handelte, d.h. wer von einer Familie aufgenommen werden wollte, musste auch selbst einen Schüler beherbergen. Im Jahresbericht 1976/77 des Dürer-Gymnasiums heißt es:

Den ganz wesentlichen Bereich des Aufenthaltes in Nizza stellte das Leben in der Familie der Gasteltern und das Zusammensein mit dem Korrespondenten dar. Besonders während der Pfingstfeiertage haben unsere Schüler die Verwandten und Freunde ihrer Gastfamilien kennengelernt und so ihren Horizont über die Kernfamilie hinaus erweitern können.[67]

[...]


[1] http://europa.eu/abc/symbols/9-may/decl_fr.htm

[2] Hofmann, Josef, „Die erfolgreichste Friedensbewegung der Geschichte: Die Partnerschaftsbewegungen europäischer Gemeinden“, S.21, in: Brüske, Dr. Hans-Günther (Hrsg.), transnational 21, Städte-Partnerschaften, Kulturelle Beziehungen, Bonn 1983, S. 21-27

[3] Vgl. Grunert, Thomas, Langzeitwirkung von Städte-Partnerschaften, Ein Beitrag zur europäischen Integration, Kehl am Rhein/Straßburg 1981, S.56

[4] IBU (Hrsg.), Goldenes Buch der deutsch-französischen Städtepartnerschaften, Stuttgart 1963, S.29

[5] Garstka, Hansjürgen, Die Rolle der Gemeinde in der internationalen Verständigung nach dem zweiten Weltkrieg gezeigt am Beispiel der deutsch-französischen Verständigung, Stuttgart 1972, S.33

[6] Garstka, S.33

[7] Grunert, S.56

[8] Vgl. Garstka, S.45f

[9] seit 1984 Umbenennung zu „Rat der Gemeinden und Regionen Europas“ (RGRE)

[10] Vgl. Hofmann, S.22

[11] Grunert, S.64

[12] Vgl. Garstka, S.57

[13] Vgl. Grunert, S.99ff.

[14] Wagner, Beate , Partnerschaften deutscher Städte und Gemeinden, Transnationale Beiträge zur internationalen Sicher heit, Münster 1995, S.358f.

[15] Wagner, S.360

[16] Wagner, S.360f.

[17] Vgl www.rgre.de

[18] hier Städtepartnerschaften im engeren Sinne, d.h. ohne Freundschaften und Kontakte

[19] Vgl. www.tourismus.nuernberg.de

[20] „Nissa la Bella“ wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Menica Rondelly komponiert und hat sich im Laufe der Jahre zur Hymne der Stadt Nizza entwickelt. Der Text ist in Nissart geschrieben, einem okzitanischen Dialekt

[21] Eine zwischen 1822 und 1824 angelegte Prachtstraße zu Ehren der reichen Engländer

[22] Vgl. „Nizza in Fakten“, in: 50 Jahre Nürnberg–Nizza, Stadt Nürnberg, Amt für Internationale Beziehungen, 2004, S.53f.

[23] Antalya, Atlanta, Charkiv, Glasgow, Hadera, Kavala, Krakau, Prag, San Carlos, Shenzhen (Regionalpartnerschaft), Skopje – eine Auflistung mit den jeweiligen Gründungsdaten findet sich im Anhang

[24] Vgl. „Weltweites Netzwerk wächst“, in: Abendzeitung Nürnberg, 2006

[25] Interview mit Dr. Norbert Schürgers - für detailliertere Informationen zu den Interviews siehe Bibliographie

[26] Alicante, Cuneo, Danzig, Edinburgh, Hangzhou, Houston, Jalta, Kamakura, Kapstadt, Laval, Libreville, Louisiana, Manila, Miami, Netanja, Noumea, Phuket, Rio de Janeiro, Sankt-Petersburg, Santa Cruz de Tenerife, Sorrent, St. Denis de la Réunion, Szeged, Tananarive, Thessaloniki – Auflistung mit den jeweiligen Gründungsdaten siehe Anhang

[27] Interview mit Jean-Claude Mari

[28] Interview mit Cécile Borghese

[29] Die Europa-Union ist nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden und hat wesentliche Impulse aus dem Widerstand gegen die Diktaturen in Europa erhalten Die Europa-Union ist Teil des europaweiten Dachverbandes der UEF - Union Europäischer Föderalisten. Ihre Mitglieder sind demokratisch aktive Bürgerinnen und Bürger, die sich für die Europäische Integration engagieren.

[30] Niederschrift über die Sitzung des Ältestenrates vom 08.01.1954

[31] Niederschrift über die Sitzung des Altestenrates vom 05.02.1954

[32] Niederschrift über die Sitzung des Ältestenrates vom 24.09.1954

[33] Vgl. „50 Jahre Nürnberg–Nizza“, Amt für Internationale Beziehungen Nürnberg, 2004, S.7-11

[34] Auszug aus der Verbrüderungsurkunde vom 20.10.1954; der vollständige Text findet sich im Original sowie in deutscher Übersetzung im Anhang

[35] Vgl. „Der OBM sprach in Venedig – Verbrüderung Nürnbergs mit fünf Städten“, in Nürnberger Zeitung, 21.10.1954

[36] Bericht über die Tagung des Europäischen Gemeindetages in Venedig vom 15.11.1954, Stadtchronik

[37] „Der OBM sprach in Venedig – Verbrüderung Nürnbergs mit fünf Städten“, in Nürnberger Zeitung, 21.10.1954

[38] Vgl. „50 Jahre Nürnberg–Nizza“, Amt für Internationale Beziehungen Nürnberg, 2004, S.11

[39] Interview mit Karin Gleixner

[40] Interview mit Birgit Birchner

[41] Im Anhang findet sich außerdem eine Chronologie der Städtepartnerschaft von 1954 bis heute

[42] Interview mit Dr. Ulrich Maly

[43] ebd.

[44] Organigramme der beiden Verwaltungseinheiten finden sich im Anhang

[45] Interview mit Beate Kreisl

[46] Vgl. Interview mit Beate Kreisl

[47] oder sogar rund 70 Mitarbeitern, wenn man auch den Service des Huissiers, den Service des Hôtesses d’Accueil, den Service des Voitures Officielles und den Standard Téléphonique de la Mairie de Nice dazu zählt

[48] Interview mit Cécile Borghese

[49] Telefoninterview mit Petra Nossek-Bock

[50] Interview mit Wolfgang Heilig-Achneck

[51] Interview mit Cécile Borghese

[52] ebd.

[53] Vgl Jahresbericht 2000, Nürnberg und Partner, Amt für Internationale Beziehungen Nürnberg, S.17

[54] Telefoninterview mit Axel Jungmann

[55] www.nuernberg-nizza.de

[56] Interview mit Brigitte Berthold

[57] ebd.

[58] Telefoninterview mit Axel Jungmann

[59] Niederschrift über die Sitzung des Ältestenrates vom 05.11.1954

[60] Bericht zum Schüleraustausch mit Nizza vom 03.06.1960, Stadt Nürnberg

[61] Telefoninterview mit Gerhard Oswald

[62] ebd.

[63] ebd

[64] Telefoninterview mit Rudolf Meinecke

[65] Telefoninterview mit Guy Ciais

[66] Telefoninterview mit Ernst Haas

[67] Jahresbericht des Dürer-Gymnasiums von 1976/77, S.22

Details

Seiten
95
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783836614122
Dateigröße
2.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v225849
Institution / Hochschule
Universität Passau – Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Studiengang Sprachen, Wirtschafts- und Kulturraumstudien
Note
1,3
Schlagworte
städtepartnerschaft nürnberg nizza frankreich

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Titel: Einheit in der Vielfalt