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Die zunehmende Rolle von Regionen im Rahmen der russisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen

Diplomarbeit 2008 76 Seiten

BWL - Handel und Distribution

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einführung
1.1 Einführung und Problemstellung
1.2 Einordung der Thematik in die wissenschaftliche Diskussion
1.3 Methodik und Aufbau der Arbeit

2 Bedeutung und Entstehung der regionalen Cluster in der Wirtschaftsgeografie
2.1 Neue ökonomische Handlungsbedingungen im Standortwettbewerb
2.2 Was sind regionale Cluster?
2.3 Entstehung von regionalen Clustern
2.4 Begriffliche Klärung: Regionen in Russland

3 Wirtschafts- und Investitionswachstum
3.1 Entwicklung des Wirtschaftswachstums in Russland
3.1.1 Inlandsnachfrage / Außenwirtschaft
3.1.2 Bruttoanlageinvestitionen
3.1.3 Inflation
3.1.4 Russlands Finanzmarkt
3.1.5 Produktionsstruktur
3.2 Investitionsinstrumente zur Förderung der Regionen
3.2.1 Staatsausgaben
3.2.2 Finanzierung durch die Privatwirtschaft
3.2.3 Sonderwirtschaftszonen und Technoparks
3.2.4 Clusterpolitik in Russland
3.3 Ausländische Direktinvestitionen

4 Wirtschaftsstruktur und –dynamik der russischen Regionen
4.1 Administrative Gebietseinteilung
4.2 Wirtschaftliche Gebietseinteilung
4.3 Regionale Differenzen bei der Wirtschaftsleistung
4.4 Investitionsklima und Typologien der russischen Regionen
4.5 Entwicklung der KMU in Russland und in den russischen Regionen

5 Deutsche Wirtschaft in Russland

6 Zusammenfassung und Ausblick

Anhang

Literaturverzeichnis

Ehrenwörtliche Erklärung

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Phasen der Clustertheorie in der Wirtschaftsgeografie

Abbildung 2: Theoretische Erklärungsansätze von Clustern

Abbildung 3: Der „Diamant“ nach Michael E. Porter

Abbildung 4: Struktur des BIP Quelle: Rosstat

Abbildung 5: Zuwachs der Bruttoanlageinvestitionen im Zeitraum 2000 - 2007

Abbildung 6: Inflationsrate in Zeitraum 2000 - 2007

Abbildung 7: Finanzmärkte im Ländervergleich, am Anteil des BIP in Prozent

Abbildung 8: Wachstumsbranchen nach Branchenumsatz für das Jahr 2005

Abbildung 9: Investitionsinitiativen der russischen Regierung

Abbildung 10: geplante Sonderwirtschaftszonen und Technoparks in Russland

Abbildung 11: Ausländische Investitionen nach Regionen

Abbildung 12: Regionale Struktur Russlands

Abbildung 13: Übersichtskarte der Föderalen Verwaltungsbezirke

Abbildung 14: Bruttoregionalprodukt 2004 / 2005 nach Verwaltungsbezirken

Abbildung 15: Regionales BIP 2005 pro Kopf in den Regionen der RF

Abbildung 16: gewichtete Kriterien des Investitionspotenzials und -risikos

Abbildung 17: Russische Regionen im Fokus der deutschen Wirtschaft

Anhang 1: Wirtschaftsindikatoren für die Russische Föderation 2001 - 2007

Anhang 2: Russlands Regionen im Überblick

Anhang 3: Anteil der ausländischen Direktinvestitionen in den Wirtschaftssektoren

Anhang 4: Ausgewählte Indikatoren der russischen Regionen

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Der Staatshaushalt in % des BIP

Tabelle 2: Bruttoanlageinvestitionen in ausgewählten Wirtschaftssektoren

Tabelle 3: Verbraucherpreis- und Erzeugerpreisindizies der Jahre 2005 - 2007

Tabelle 4: Anteil an Investitionsfinanzierungen in %

Tabelle 5: Vom russischen Investitionsfonds genehmigte Projekte 2006

Tabelle 6: Ausländische Investitionen in Russland von 2002 – 1 Hj. 2007

Tabelle 7: Wirtschaftsgeografie der Föderalen Verwaltungsbezirke

Tabelle 8: Anteil am regionalen BIP der 10 entwickelten Regionen Russlands 2005

Tabelle 9: Entwicklungsniveaus der KMU nach einzelnen Klassifikationsmerkmalen

Tabelle 10: Bedeutende deutsche Investoren in Russland 2006 / 2007

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einführung

1.1 Einführung und Problemstellung

Unter den Bedingungen der Globalisierung und damit der steigenden internationalen Konkurrenz hängen Stabilität und Wachstum der russischen Wirtschaft von der Fähigkeit jeder Region ab, sich erfolgreich auf dem internationalen Markt zu behaupten. Diese Veränderung erfordert ein neues Herangehen an die ökonomische Entwicklung der russischen Regionen. Die Erhöhung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit wird zur einer generellen Aufgabe für die Regionen in vielen Ländern, einschließlich Russland.

Ein wichtiges Element der Wirtschaftsentwicklung in den Regionen ist die Bildung von Clustern. Sie sind eine regionale Antwort auf die Globalisierung. Ein Clusteransatz hilft dabei, die Entwicklungspotentiale der Regionen zu finden und somit die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Die weltweite Erfahrung des letzten Jahrzehnts gibt genug Beispiele der erfolgreichen Bildung und des Funktionierens der Cluster in den unterschiedlichsten Branchen in der regionalen Wirtschaft weltweit.

Um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, müssen viele Regionen ihre vorhandenen Potenziale und Stärken zuerst einmal identifizieren. Auch in Russland soll sich jede Region auf ihre vorhandenen, traditionell erworbenen Stärken konzentrieren, sie feststellen und neuen Möglichkeiten der Entwicklung der eigenen ökonomischen Cluster schaffen. Dabei ist zu beachten, dass es sich hier um langfristige Prozesse (ca. 15 – 20 Jahre) handelt.

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es unter wirtschaftsgeografischen Gesichtspunkten zu untersuchen, welche Voraussetzungen russische Regionen für die Entstehung von Clustern aufweisen und was die deutschen Wirtschaftsbeziehungen zu diesem Prozess beitragen können. Bei der Untersuchung dieser Fragestellung beleuchtet die vorliegende Arbeit insbesondere folgende Themen: Wie sind die gegenwärtige Wirtschaftslage und die Wettbewerbsfähigkeit der russischen Wirtschaft zu bewerten? Wie ist die Investitionsfähigkeit des Staates, der Wirtschaft und der ausländischen Investitionen zu bewerten? Wie ist die Wettbewerbsfähigkeit der russischen Regionen zu bewerten? Welche Faktorausstattung ist in den einzelnen Regionen vorzufinden? Wie ist die deutsche Wirtschaft in russischen Regionen positioniert?

Motiviert wurde ich zu diesem Thema durch mein Praktikumsemester, welches ich im Sommersemester 2007 bei der COMMIT Project Partners GmbH absolvierte. COMMIT ist ein mittelständisches Unternehmen mit Sitz in Berlin, das hilft, Startschwierigkeiten für international agierende Unternehmen auf den Märkten der GUS-Staaten (insbesondere Russland) zu minimieren. Bei mehreren Projekten während des Praktikums stellte ich fest, dass viele deutsche Unternehmen (insbesondere KMU) sich verstärkt für die russischen Regionen interessieren. Außerdem ist festzustellen, dass sich viele russische Wirtschaftswissenschaftler und Politiker der Thematik der wirtschaftlichen Entwicklung der Regionen zugewandt haben.

1.2 Einordung der Thematik in die wissenschaftliche Diskussion

Zahlreiche Ökonomen haben die Existenz von Clustern erkannt, dazu verschiedene Publikationen veröffentlicht und das Phänomen unter bestimmten Gesichtspunkten betrachtet[1]. Dazu zählen die Arbeiten über:

- Wachstumspole
- Über rückwärts und vorwärts gerichtete Verbindungen
- Über Agglomerationsvorteile
- Wirtschaftsgeografie
- Stadt- und Regionalökonomie
- Nationale Innovationssysteme
- Regionalforschung
- Industriebezirke
- Soziale Netzwerke

Insgesamt lässt sich festhalten, dass sich die meisten bisherigen Theorien lediglich mit einzelnen Aspekten von Clustern oder mit ausgewählten Clusterbeispielen befassen.

In der vorliegenden Arbeit wird sich der Clusteransatz und das Entstehen von räumlichen Clustern auf das Feld der Wirtschaftsgeografie richten. Sie stellt damit eine Schnittmenge zwischen „reiner“ ökonomischen Theorie und Geografie dar. Dabei richtet sich die Aufmerksamkeit in der Region auf ökonomische Strukturen und Prozesse verschiedener Maßstabebenen sowohl von volks- als auch betriebswirtschaftlicher Sicht. Im Kapitel 2.3 wird auf dieses Thema näher eingegangen.

1.3 Methodik und Aufbau der Arbeit

Die Untersuchung wird auf der Grundlage der Ist-Analyse durchgeführt. Zusätzlich werden die Methoden / Instrumente der Evaluationsforschung genutzt, die als ein Teilgebiet anwendungsbezogener Forschung verstanden wird.[2] Evaluation kann als Verbesserung der gesellschaftlichen Praxis durch systematische Beschreibung und Bewertung von Programmen, Maßnahmenbündeln und Materialen verstanden werden[3]. In der vorliegenden Arbeit wird angestrebt die Ergebnisse aus der Ist-Analyse zu bewerten und am Ende der Arbeit einen Standpunkt bei der Schlussfolgerung einzunehmen.

In der vorliegenden Arbeit werden sowohl Primär- als auch Sekundärquellen verwendet. Als Sekundärliteratur dienten wissenschaftliche Veröffentlichungen, die in Zeitschriften, Monographien und im Internet recherchiert wurden. Es wurden Artikel der russischen Wirtschaftszeitung „Kommersant“ und des Wirtschaftsteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) im Internet recherchiert. Weiterhin wurden mir Materialien der internationalen Konferenz „Investitionen in die russsischen Regionen“ durch Professor Dr. sc. Harald Zschiedrich zur Verfügung gestellt. Als Primärquellen wurden die Homepages der politischen Administrationen (z.B. Ministerien der RF) und Institutionen (z.B. Zentralbank der RF) verwendet. Es wurde statistisches Material von der russischen Statistikbehörde „Goskomstat Rossii“[4] benutzt. Hierbei stammen die aktuellsten regionalen Statistiken aus dem Jahr 2005.

Die vorliegende Diplomarbeit besteht aus einer Einleitung und fünf Kapiteln.

Im Kapitel 2 geht es um die theoretischen Grundlagen der Clusterbildung. Hier wird die Clustertheorie in der Wirtschaftsgeografie unter geschichtlichen Aspekten dargestellt. Weiterhin wird der Frage nachgegangen, was regionale Cluster sind und wie diese entstehen.

Im dritten Teil der Arbeit wird zunächst auf die gegenwärtige Wirtschaftslage und die Wettbewerbsfähigkeit der russischen Wirtschaft eingegangen. Dabei werden die Faktoren, die hinter dem Wirtschaftswachstum Russlands stehen, im Vergleich zu den vergangenen Jahren beschrieben und bewertet. Über den Zustand der Wirtschaft geben weitere Indikatoren wie die Finanz- und Produktionsstruktur einer Volkswirtschaft Auskunft. In der Produktionsstruktur soll dabei der Fokus auf die Entwicklung der Wachstumsbranchen liegen. Im letzten Abschnitt des Kapitels 3 wird näher auf die Investitionsprozesse eingegangen. Dabei wird die Investitionsfähigkeit des Staates untersucht und bewertet. Weiterhin werden die ausländischen Direktinvestitionen am Standort Russland und in den russischen Regionen untersucht.

Im vierten Kapitel wird die Struktur der russischen Regionen unter wirtschaftlichen und administrativen Aspekten betrachtet. Dabei werden die Schwerpunkte der Wirtschaft in den Regionen aufgezeigt und die Wettbewerbsfähigkeit der Regionen bewertet. Außerdem wird der Frage nachgegangen, welche Regionen zu den wettbewerbsfähigsten zählen. Im letzten Abschnitt des Kapitels 4 wird sowohl die Investitionsklima als auch das Entwicklungsniveau der KMU in den russischen Regionen aufgezeigt und bewertet.

Im letzten Kapitel erfolgt eine kurze Analyse der Aktivitäten der deutschen Wirtschaft in Russland und in den russischen Regionen. Dabei werden Trends aufgezeigt und bewertet. Schließlich wird unter Berücksichtigung der aktuellen Situation der Wirtschaftsentwicklung in den Regionen der Frage nachgegangen, welche Voraussetzungen russische Regionen für die Entstehung von Clustern mit sich bringen.

2 Bedeutung und Entstehung der regionalen Cluster in der Wirtschaftsgeografie

2.1 Neue ökonomische Handlungsbedingungen im Standortwettbewerb

Die Clustertheorie konzentriert sich auf die Frage, wie sich die gemeinsame Ansiedlung wirtschaftlich verbundener Unternehmen und Einrichtungen an einem bestimmten geografischen Ort auf den Wettbewerb auswirkt[5]. Das Phänomen der räumlichen Konzentration wirtschaftlicher Aktivitäten beschäftigt Forscher der verschiedensten Fachrichtungen seit mehr als einem Jahrhundert. In der Abbildung 1 kann die Clustertheorie in der Wirtschaftsgeografie in drei historische Phasen aufgeteilt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 : Phasen der Clustertheorie in der Wirtschaftsgeografie

Bereits der britische Wirtschaftswissenschaftler Alfred Marshall[6] widmete sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts dem Thema Industrial Districts und beschrieb als Erster die Vorteile, die die räumliche Nähe den Unternehmen einer Industrie bieten kann[7]. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war die Wirtschaftsgeografie ein anerkanntes Forschungsgebiet mit einer umfangreichen Literatur, welche die erste Phase kennzeichnete.

In der zweiten Phase setzte sich die neoklassische Denkweise durch. Der Standortwettbewerb ging von den Nationalstaaten aus und konzentrierte sich auf die Wirtschaft als Ganzes. So gingen statische Wettbewerbstheorien und –modelle von niedrigen Inputkosten in einem geschlossenen System aus. Diesem Konzept zufolge entschieden auf der Makroebene komparative Faktorvorteile wie Arbeit und Kapital[8].

In der dritten Phase, in der Zeit der Globalisierung, verdrängt die Regionalökonomie die Nationalökonomie. Das Interesse am Feld der Wirtschaftsgeografie ist wieder gewachsen, welche in den Theorien über Wachstum und internationalen Handel und in der neuen ökonomischen Geografie wiedergeben werden.

Die Auswirkungen der Globalisierung, die durch den Fortschritt im Bereich Informations-, Kommunikations- und Transporttechnologie sowie die zunehmende internationale Deregulierung gekennzeichnet ist[9], wirkte sich auf die Veränderung der Entwicklung von Regionalwirtschaften aus. Die Ursachen liegen in den wirtschaftlichen Aktivitäten der Unternehmen. Es bildete sich eine Tendenz von traditionellen zu neuen Geschäftsmodellen heraus[10]. So entwickeln sich Unternehmen durch Reorganisation und Outsourcing in Richtung auf Netzwerke und profitieren von attraktiven regionalen Standorten[11].

Somit spielen Regionen in der globalisierten Welt eine zunehmende wichtigere Rolle und müssen sich dem Wettbewerb stellen. Sie stehen damit in einem Wettbewerb um hochmobile Ressourcen, um Kapital und qualitative Arbeit und werden als eigenständige ökonomische Einheiten wahrgenommen. Standorte müssen in der Lage sein, Bedingungen zu bieten, die es diesen hochmobilen Ressourcen erlauben, eine optimale Produktivität zu erzielen. Die ökonomischen Beziehungen in der Region, ihre spezifischen humanen und sozialen Ressourcen, die regionalen Institutionen und die kulturellen und ökologischen Potenziale des regionalen Raums werden als Faktoren für Wettbewerbsfähigkeit erkannt[12]. Aufgelöste ökonomische Strukturen sowie geänderte globale Handlungsbedingungen rücken offensichtlich die Qualität der ökonomischen und sozialen Beziehungen und Bedingungen im regionalen Umfeld in den Fokus von Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit.

2.2 Was sind regionale Cluster?

Um regionale Wettbewerbsfähigkeit zu erklären wird sowohl von volks- als auch von betriebswirtschaftlicher Sicht der Region Aufmerksamkeit gewidmet (vgl. Abb. 2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 : Theoretische Erklärungsansätze von Clustern

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Scherer / Bieger, 2003, S. 15

Der Clusterbegriff ist in der Praxis kein neuer Begriff. So wurde bereits der Begriff Cluster in den 70er Jahren von den sowjetischen Wirtschaftsgeografen Gorkin und Smirnjakin und den schwedischen Ökonomen Frederikson und Lindmark für die Bezeichnung einer Ansammlung von Betrieben auf einem bestimmten Territorium verwendet.[13]

Der Begriff Cluster ist wesentlich durch die Arbeiten Michael E. Porters geprägt und popularisiert worden. Anfang der 90er Jahre hat der Ökonom ein Buch zum Thema Wettbewerbsfähigkeit mit dem Titel: „The Competitive Advantage of Nations“ herausgebracht[14]. Dort belegte er empirisch unter Beteiligung zahlreicher internationaler Expertenteams, dass obwohl Unternehmen eines Landes und einer Branche international erfolgreich agieren und zueinander in Konkurrenz stehen, sie häufig regional konzentriert sind[15].

So handelt es sich bei einem Cluster um eine geografische Konzentration von Unternehmen, spezialisierten Lieferanten, Dienstleistungsanbietern, Unternehmen in verwandten Branchen und verbundenen Einrichtungen (z.B. Universitäten, Normungsinstitute und Wirtschaftsverbände), die in bestimmten Feldern untereinander verbunden sind und gleichzeitig miteinander konkurrieren und kooperieren[16].

Diese miteinander kooperierenden Organisationen profitieren nicht nur von der räumlichen Nähe, sondern von einem Wissensaustausch und auch von der Verfügbarkeit entsprechender Ressourcen in der Region sowie von gemeinsamen Anstrengungen im Marketing wie z.B. von der Vermarktung der Region. Die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg einer Branche in einer Region stellen die vier Charakteristika – Unternehmensstrategie, Struktur, Wettbewerb; Faktorbedingungen – Nachfragebedingungen sowie verwandte und unterstützende Branchen, die Porter wegen ihrer spezifisch skizzierten Anordnung als „Diamant“ bezeichnet (vgl. Abb. 3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 : Der „Diamant“ nach Michael E. Porter

Quelle: Porter, Michael E.: Wettbewerb und Strategie. S. 223

Auch Paul R. Krugman[17] analysiert im Rahmen seiner neuen volkswirtschaftlichen Außenhandelstheorie Bestimmungsfaktoren, die dazu führen, dass es in einigen Regionen zur Ballung wirtschaftlicher Aktivitäten kommt, während andere Regionen durch eine geringe Dichte wirtschaftlicher Aktivitäten gekennzeichnet sind. Hauptmerkmale des Modells sind die explizite Behandlung von interregionalen Transportkosten und der räumlichen Struktur der Ökonomie sowie die Berücksichtigung von steigenden Skalenerträgen in der Produktion. Steigende Skalenerträge und die Berücksichtigung von Transportkosten bedingen eine unvollständige Konkurrenzsituation.[18]

2.3 Entstehung von regionalen Clustern

Das beschriebene Modell von Paul R. Krugmann kann zur Erklärung der Entwicklung räumlicher Cluster benutzt werden. So entstehen durch den freien Handel und Mobilität der Arbeitskräfte und Unternehmen räumliche Konzentration der Branchen[19]. Clustereffekte können somit durch eine kritische Masse von Unternehmen ausgelöst werden.

Die Ursprünge eines Clusters können auch durch die Elemente des Diamanten zurückverfolgt werden, die aufgrund historischer Umstände an einem Standort gegeben sind (vgl. Abb. 3)[20]. Der wichtigste Grund für das Entstehen von Clustern sind Faktorbedingungen. In der Cluster Meta-Studie an der Harvard-Universität (vgl. Kap. 2.2) führte die lokale Existenz von vorteilhaften Faktorbedingungen in 40 Prozent aller Fälle zur Gründung eines Clusters[21]. Hierunter fallen die Produktionsfaktoren einer Region, die den Unternehmen als Input für die Leistungserstellung dienen: Human-, Kapital- und Naturressourcen. Neben der gegebenen Faktorausstattung spielen Porter zufolge auch für die Unternehmen benötigte Faktoren eine Rolle, die durch Institutionen und Mechanismen geschafft werden: administrative, informative, wissenschaftliche und technologische Infrastruktur.

Weiterhin waren vorrangig „zufällige Gründe“ und lokale Nachfragebedingungen nach den Gütern. Zufällige Ereignisse – Erfindungen oder die Ansiedlung eines großen Unternehmens welches andere nach sich zog – können nur begrenzt zur Erklärung der Clusterbildung beitragen, da bezweifelt werden muss, dass Cluster sich an beliebigen Standorten ohne wesentliche Vorteile ansiedeln. Die geeignete Vorgehensweise bei der Clusterentwicklung ist nach Michael E. Porter, auf bereits existierenden oder entstehenden Geschäftsfeldern aufzubauen, die sich schon auf dem Markt behauptet haben[22].

Der Staat spielt bei der Clusterentwicklung eine entscheidende Rolle. Eine wichtige Aufgabe des Staates besteht darin, der Wirtschaft makroökonomische und politischen Stabilität zu gewährleisten sowie in der Investitionsfähigkeit. Des Weiteren muss der Staat die mikroökonomische Leistungsfähigkeit wie die Verfügbarkeit von Produktionsfaktoren wie gut ausgebildetes Personal und eine geeignete Infrastruktur oder Qualität der Institutionen verbessern sowie für die Schaffung von Wettbewerbsanreizen sorgen[23].

In einer durchgeführten Studie von Rolf Sternberg[24] werden technologieorientierte Cluster anhand von sieben prominenten Beispielen (u.a. Sillicon Valley, München) untersucht. Dabei waren politische Maßnahmen wie F&E – Ausgaben, Entwicklung von Forschungs- und Technologieparks, aber auch Dezentralisierungsprozesse nationaler Agglomerationen wichtige Entstehungsfaktoren für die untersuchten Cluster. Cluster können somit auch als Ergebnis politischer Entscheidungen durch die Regionalplanung initiiert werden. Das bekannteste europäische Beispiel für einen auf staatliche Initiative zurückgehenden Cluster ist Sophia Antipolis[25]. Sophia Antipolis wurde 1970 vom französischen Staat im Rahmen von Regionalisierungsbestrebungen entwickelt und bringt rund 1.300 Unternehmen mit über 30.000 Beschäftigten auf einer Fläche von 2.300 Hektar unter. Weitere staatlich induzierte Cluster finden sich insbesondere in asiatischen Ländern (Japan), wo sie die Wirtschaft- und Technologieförderung konzentrieren.

Die Clusterentwicklung kann auch durch ausländische Direktinvestitionen[26] ausgelöst und vorangetrieben werden. Diese Art von Investitionen kann man als Katalysator und als eine wichtige Triebkraft der Wirtschaftsentwicklung bezeichnen. Denn diese tragen zur Modernisierung und Rekonstruktion der nationalen Wirtschaft bei und unterstützen die Herausbildung international verflochtener Wertschöpfungsketten[27].

Insgesamt kann festgestellt werden, dass die Entstehung von räumlichen Clustern auf der ganzen Welt je nach Region, nach Geschichte oder nach Stärkefeldern unterschiedlich verläuft. Man sollte nach Wettbewerbsvorteilen und Spezialisierung der Region streben und nicht die Konfiguration anderer Standorte imitieren.

Eine Gemeinsamkeit bei der Entstehung von räumlichen Clustern ist jedoch der Zeitablauf. Die Clustererntwicklung ist ein ausgesprochen langsamer Prozess.[28] Für die staatliche Clusterpolitik bedeutet dies, dass sie einen sehr langen Atem haben muss.

2.4 Begriffliche Klärung: Regionen in Russland

Eine Region wird nach geografischen, ökonomischen und politischen Aspekten betrachtet. So wird die Region als ein zusammenhängendes geografisches Gebiet bezeichnet, dessen Größe zumeist ein Aggregationsniveau zwischen der gesamten Volkswirtschaft und einem kleinräumigen (lokalen) Standort umfasst[29].

In der ökonomischen Theorie wird der Begriff Region nicht definiert, sondern vielmehr werden die Regionen als physische Gebiete voneinander unterschieden und getrennt.[30] So fallen nach P. Krugman zwischen den Regionen Transportkosten an. Innerregionaler Handel kann hingegen transportkostenfrei erfolgen.[31]

Unter ökonomischen Gesichtspunkten wurden in der ehemaligen Sowjetunion seit den zwanziger Jahren Wirtschaftsgebiete gebildet, die sich hinsichtlich der Gliederung und Anzahl mehrmals geändert haben[32]. In der vorliegenden Arbeit werden diese Wirtschaftsgebiete im Kapitel 4.1 beschrieben, jedoch nicht weiter betrachtet. Vielmehr werden Subjekte der Russischen Föderation nach administrativer Gebietseinteilung als Regionen behandelt, da bei der Entstehung von räumlichen Clustern regionale Administrationen als Akteure gefragt sind. Des Weiteren sind Subjekte der RF in der amtlichen Statistik aufgeführt. Statistische Daten können somit zur weiteren Untersuchung (u.a. Wirtschaftsleistung der Regionen, FDI in den Regionen) herangezogen werden. Eine ausführliche Untersuchung der russischen Regionen ist im Kapitel 4 zu finden.

3 Wirtschafts- und Investitionswachstum

Die makroökonomischen Daten sind das Hauptaugenmerk der folgenden Darstellung. Aufschluss über die gegenwärtige Wirtschaftslage und die Wettbewerbsfähigkeit der russischen Wirtschaft liefern Indikatoren wie das Wirtschafts- und Investitionswachstum. Dabei werden die Faktoren, die hinter dem Wirtschaftswachstum Russlands stehen, im Vergleich zu vergangenen Jahren beschrieben und bewertet. Über den ökonomischen Zustand der Wirtschaft liefern weitere Indikatoren wie die Finanz- und Produktionsstruktur des Landes Auskunft. In der Produktionsstruktur soll dabei der Fokus auf die Entwicklung die Wachstumsbranchen fallen.

Im letzten Abschnitt wird näher auf die Investitionsprozesse eingegangen. Für ein tragfähiges Wachstum in der russischen Wirtschaft ist eine Steigerung der Investitionen erforderlich. Daher untersucht die vorliegende Arbeit die Investitionsfähigkeit des Staates und bewertet diese. Es sind zum einem die Haushaltsausgaben und zum anderen Einsatz von Investitionsinstrumenten, die zur Diversifikation der Wirtschaft und zur Stärkung der Wirtschaftskraft und der Entwicklung der russischen Regionen beitragen. Weiterhin werden die ausländischen Direktinvestitionen am Standort Russland und deren Verteilung auf die russischen Regionen untersucht.

3.1 Entwicklung des Wirtschaftswachstums in Russland

Russlands Wirtschaft stand nach den Gorbatschow- und Jelzin-Reformen in der August-Krise 1998[33] in einer wirtschaftlichen Katastrophe, da nach fast zehn Jahren rückläufiger Sozialproduktentwicklung, anhaltende Stagnation und eine Legitimitätskrise drohten.

Während mittelosteuropäische Länder wie Polen, Ungarn oder Tschechien erhebliche Fortschritte in der Transformation der 90er Jahre erreicht hatten, gab es in Russland außer schmerzlichen Reformen kaum ökonomische Erfolge. Seit der Amtseinführung von Staatspräsident Putin im Jahr 2000 ist ein Anwachsen politischer Stabilität für eine kontinuierliche Wirtschaftsentwicklung festzustellen.

Die wirtschaftliche Entwicklung ausgehend von den makroökonomischen Daten der letzten Jahren eine positive Tendenz auf (vgl. Anhang 1).

In der Zeit zwischen 2000 und 2007 stieg das BIP um fast 50 Prozent, mit dieser Wachstumsrate liegt Russland mehr als das Doppelte über dem Zuwachs der Weltwirtschaftsleistung[34]. Russland zählt damit zu den am dynamischsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Im Jahr 2007 wuchs das russische Bruttoinlandsprodukt real gegenüber dem Vorjahr um 7,3 Prozent.

Seit Jahren weist Russland durch die Steuer- und Zolleinnahmen aus den Exporten der Rohstoffe einen positiven Haushalt aus (vgl. Tab. 2). In den ersten neun Monaten des Jahrs 2007 wurden Überschüsse des Staatshaushaltes von 1.601 Mrd. Rubel oder 7,1 Prozent des BIP erzielt[35]. Damit stiegen die Gold- und Valutareserven von 12 Mrd. US-Dollar auf über 300 Mrd. US-Dollar. Nach Anagaben der Weltbank nahm Russland im Jahr 2007 den 6. Platz in der Liste der Volkswirtschaften mit größten Valutareserven in der Welt[36].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1 : Der Staatshaushalt in % des BIP

Quelle: Finanzministerium

Im Jahr 2004 wurde der sogenannte Stabilitätsfonds[37] eingerichtet, um eine Reserve für den Staatshaushalt zu haben. Der Wert der Stabilisierungsfonds akkumulierte sich im Jahr 2007 auf 145 Mrd. US-Dollar. Das entspricht rund 14 Prozent des BIP. Die Einnahmen sollten für künftige Generationen angespart werden. Zudem wurden aus dem Stabilitätsfonds Auslandsschulden getilgt. Weitere Gelder sollen in die „Bank für Entwicklung und außenwirtschaftliche Tätigkeit“ fließen, die Investitionsprojekte in Russland vorantreiben soll.

Die Kapitalreserve ist eines der wichtigsten Finanzinstrumente des Kremls, um die staatliche Lenkung und Zentralisierung strategisch wichtiger Industriebereiche voranzubringen sowie Prestige- und Entwicklungsprojekte wie die russischen Sonderwirtschaftszonen zu fördern.

3.1.1 Inlandsnachfrage / Außenwirtschaft

Für den Anstieg des BIP im Jahr 2006 war die Inlandsnachfrage mit einem Anteil von 78 Prozent[38] eine wichtige Säule des Wachstums gewesen. In der Abbildung 5 ist die Struktur des BIP für den Zeitraum 2001 – 2006 dargestellt. Danach steigt die Inlandsnachfrage seit 2002 kontinuierlich an und wuchs im Jahr 2006 um 10 Prozent[39]. Auch in der ersten Hälfte des Jahres 2007 war ein weiterer Anstieg von 9,8 Prozent[40] zu verzeichnen.

Zu den wichtigen Faktoren, die für die Inlandsnachfrage verantwortlich waren, zählen die gestiegene Konsumnachfrage und die Investitionen, die vom Unternehmen, den Staat und den ausländischen Investoren ausgehen (Vgl. Kap. 3.2).

Die gestiegene Konsumnachfrage – welche seit Jahren ungebremst ist – kann durch die Kaufkraftsteigerung der russischen Bevölkerung erklärt werden. Ursachen dafür sind die Reallohnsteigerungen, die jährlich über 10 Prozent betragen[41]. Zusätzlich wird der private Konsum angetrieben auch durch die boomende Vergabe von Verbraucherkrediten wie Konsumenten- und Ratenkredite[42].

Russland erzielt seit 2000 einen Außenhandelsüberschuss. So betrug das Handelsbilanzprofit im Jahr 2006 etwa 140 Mrd. US-Dollar. Während die Inlandsnachfrage seit Jahren steigt, weist der Handelsbilanzüberschuss eine gegenwärtige Entwicklung auf. In den ersten neun Monaten des Jahres 2007 wurde nur noch ein Handelsbilanzüberschuss von 94,1 Mrd. US-Dollar erzielt. So weist die Exportquote in den letzten Jahren negative Werte auf. Umgekehrt ist eine deutliche Zunahme der Importe zu beobachten. Eine der Ursachen für die positive Entwicklung der Importe liegt u.a. in der realen Aufwertung des Rubels. Der Rubel, seit Juli 2006 konvertierbar, hat sich gegenüber dem Euro behauptet und gegenüber dem US-Dollar zulegen können.[43] Weitere Ursachen sind zudem die Schwäche der lokalen Industrie die wachsende Inlandsnachfrage bedienen zu können und andererseits das hohe Investitionstempo der russischen Wirtschaft. So bestanden Importe im Jahr 2006 zu 49,8 Prozent aus Investitionsgütern wie Maschinen und Ausrüstungen, die dringend für die Modernisierung der Industrie benötigt werden.

Die anhaltend hohe Nachfrage nach Investitionsgütern aber auch nach Konsumgütern und der starke Rubel verhelfen somit den Importen zu immer neuen Rekorden. Nach Angaben des russischen statistischen Amtes (Rosstat) erreichten die Wareneinfuhren in den ersten neun Monaten 2007 einen Wert von über 153 Mrd. US-Dollar – das ist bereits doppelt so viel wie im Jahr 2003 (vgl. Anhang 1). Für das Jahr 2008 geht das Finanzministerium von einem Importvolumen von rd. 190 Mrd. US-Dollar aus.

Das Exportvolumen wuchs laut Goskomstat in den ersten neun Monaten 2007 auf 247 Mrd. US-Dollar. Allerdings zogen die Exporte nicht mengenmäßig, sondern nur wertmäßig an. Das liegt in den hohen Weltmarktpreisen für die wichtigsten Ausfuhrgüter – Erdöl, Erdgas, Brennstoffe und Metalle – begründet. So kostete im 3. Quartal 2007 auf dem Weltmarkt ein Barrel der Ölmarke Urals durchschnittlich 72,22 US-Dollar. Das war im Vergleich zum vergleichbaren Vorjahresquartal (65,81 US-Dollar) ein Anstieg um 9 Prozent.[44] Der Anteil an Brennstoffen und Energie am gesamten Ausfuhrumsatz des Landes betrug 2006 63,3 Prozent.

Weitere kräftige Exportsteigerungen werden in den nächsten Jahren angesichts der einseitigen Exportstruktur kaum möglich sein. Die Rohstoffkonzerne können ihre Produktion angesichts der Expansionsgrenzen kaum noch weiter steigern. Angesichts der steigenden Öl- und Gaspreisen auf den Weltmärkten wird es weiterhin – trotz den stetigen Anstieg von Importen – einen positiven Handelbilanzüberschuss geben.

3.1.2 Bruttoanlageinvestitionen

Bruttoanlageinvestitionen umfassen den Erwerb von Anlagegütern durch gebietsansässige Unternehmen und öffentliche Haushalte in der Volkswirtschaft. Zu Anlagegütern zählen produzierte Anlagen und produzierte immaterielle Anlagegüter.[45]

Nach geringen Wachstumsraten in den zwei Vorjahren stieg die Industrieproduktion im Jahr 2007 um 6,6 Prozent (vgl. Anhang 1). Der Anstieg der Industrieproduktion ist in diesem Jahr auf den Anstieg der Bruttoanlageinvestitionen zurückzuführen. Nachdem die Investitionsquote 2002 deutlich ihren Tiefpunkt hatte, stieg diese wieder deutlich an (Vgl. Abb. 5).

Für das Gesamtjahr 2007 erwartete das Wirtschaftsministerium einen realen Anstieg der Bruttoanlageinvestitionen gegenüber dem Vorjahr um 21,2 Prozent[46]. Das sind umgerechnet rund 240 Mrd. US-Dollar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5 : Zuwachs der Bruttoanlageinvestitionen im Zeitraum 2000 - 2007
Quelle: Rosstat

Die wichtigsten Impulse gehen vom Modernisierungsprozess in der russichen Wirtschaft aus. Nach Angaben der Statistikbehörde fließen über 40 Prozent der Bruttoanlageinvestitionen in die Anschaffung von Maschinen, Ausrüstungen und Transportmitteln. Denn der russische Kapitalstock weist erheblliche Mängel auf. Etwa 50 Prozent der Anlagen sind seit über 20 Jahren im Einsatz, nur ein geringer Anteil von rund 9 Prozent der Ausrüstung ist weniger als 5 Jahre alt.[47] Festzustellen ist jedoch, dass der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit immer noch in den Sektoren wie Rohstoffsektor und der Sektor der nicht handelbaren Güter[48] bzw. in den Sektoren mit geringerer Wertschöpfung konzentriert sind (vgl. Tab. 3).

[...]


[1] Vgl. Porter, Michael, 1998, Wettbewerb und Strategie, S. 218

[2] Vgl. Stockmann, Reinhard, 2000, Evaluationen in Deutschland, S.12

[3] Vgl. Beywl, Wolfgang, 1988, zur Weiterentwicklung der Evaluationsmethodologie. Grundlegung, Konzeption und Anwendung eines Modells der responsiven Evaluation, S. 1

[4] Im Folgenden wird diese Bezeichnung in kurzer Form als Rosstat bezeichnet

[5] Vgl. Porter, 1998, Wettbewerb und Strategie, S.239

[6] Marshall (1842 – 1924) Begründer und führender Vertreter der anglo-amerikanischen volkswirtschaftlichen Theorie

[7] Vgl. Krafft, 2006, Entwicklung räumlicher Cluster. Das Beispiel Internet- und E-Commerce-Gründungen in Deutschland, S.17

[8] Vgl. Linde, Cluster und regionale Wettbewerbsfähigkeit, S.16

[9] Vgl. Scherer / Bieger, 2002, Clustering und integratives Standortmanagement: von einem theoretischen Konzept zu konkreten Handlungsstrategien, S. 10

[10] Ebd., S.11

[11] Vgl. Zschiedrich, 2006, Ausländische Direktinvestitionen und regionale Industriecluster in Mittel- und Osteuropa, S.143

[12] Cernavin / Führ, 2005, Regionalökonomie verdrängt Nationalökonomie. Ansatzpunkte zur Förderung der Cluster-Entwicklung, S. 7

[13] Vgl. Pilipenko, 2006, klasternaja politika, S.7

[14] Im Folgenden wird auf die deutsche Übersetzung zurückgegriffen

[15] u.a. Entwicklung der italienischen Keramikfliesenbranche in Emilia-Romagna (Italien), welche Ende der achtziger Jahre international erfolgreich war, vgl. Enright, Michael J. / Tenti Paolo, 1999, Wettbewerb und Strategie, Michael E. Porter (Hrsg.), S.178 – 182

[16] Vgl. Porter, 1998, Wettbewerb und Strategie, S. 208

[17] Vgl. Krugman, 1991, Geography and Trade

[18] Lammers / Stiller, 1999, Regionalpolitische Implikationen der neuen ökonomischen Geographie, S. 8

[19] Vgl. Krugman, 1991, Geography and trade, S. 105-119

[20] Vgl. Porter, 1998, Wettbewerb und Strategie, S. 251

[21] Vgl. Linde, 2005, Cluster und regionale Wettbewerbsfähigkeit, S. 28

[22] Vgl. Porter, 1998, Wettbewerb und Strategie, S. 254

[23] Ebd., S. 260

[24] Sternberg, Rolf, 1995, Wie entstehen High-Tech-Regionen? Theoretische Erklärungen und empirische Befunde aus fünf Industriestaaten, Geographische Zeitschrift, S.48 – 68

[25] Vgl. http://www.sophia-antipolis.org

[26] sind diejenigen Investitionen, mit denen ein inländischer Investor einen langfristigen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit eines Unternehmens im Ausland erlangt, vgl. Vahlens Großes Wirtschaftslexikon, 1987, Band 1, S. 139

[27] Vgl. Zschiedrich, 2006, Ausländische Direktinvestitionen und regionale Industriecluster in Mittel- und Osteuropa, S. 4

[28] Vgl. Linde, 2005, Cluster und regionale Wettbewerbsfähigkeit, S. 29

[29] Vgl. Röhl, 2001, Die sächsischen Agglomerationsräume – Innovations- und Wachstumspole für die regionale Wirtschaftsentwicklung, S. 5

[30] Vgl. Dybe, 2002, Regionaler wirtschaftlicher Wandel. Die Sicht der evolutorischen Ökonomie und der „Neuen Wachstumstheorie“, S.81

[31] Vgl. Krugman, 1991, Geography and trade, S. 107

[32] 1929 wurden 24 Wirtschaftsgebiete gebildet, 2000 verringerte sich die Anzahl der Wirtschaftsgebiete auf 12. Vgl. Widjapin, 2007, regional’naja ekonomika, S. 239 - 249

[33] Im Verlauf der Finanzkrise wurde von der russischen Notenbank zunächst der Leitzins auf 150 Prozent verdreifacht und eine Woche später auf 60 Prozent gesenkt. Es wurden Kurseinbrüche der russischen Aktien an der Moskauer Börse verzeichnet. Ihren Höhepunkt erreichte die Finanzkrise am 17. August 1998, an dem der Wertverlust des Rubels 60 Prozent betrug, vgl. FAZ von 18.08.1998, S.14

[34] Vgl. Dynkin, Alexander, 2006, Wirtschaftswachstum. Erfolge und Probleme in der Putin-Zeit, S. 142

[35] Vgl. Worldbank Report No. 15, November 2007, Doklad ob ekonomike Rossii. Nojabr’ 2007, S. 13

[36] Vgl. World Development Indicators 2007, S. 187

[37] Vgl. dazu Ministerium für Finanzen: über Stabilitätsfonds der RF, unter: http://www1.minfin.ru/ stabfond_rus/stabfond_rus.htm

[38] Vgl. Institut ekonomiki perehodnogo perioda, Vgl. Rossijskaja ekonomika v 2006 godu, No. 26, S.299

[39] Ebd. S. 301

[40] Vgl. Worldbank Report No. 15, November 2007, Doklad ob ekonomike Rossii. Nojabr’ 2007, S. 3

[41] Vgl. Jahresbericht des Verbandes der Deutschen Wirtschaft in der Russischen Föderation, S.5

[42] Lichter, Waldemar: bfai-Bericht: Wirtschaftstrends zum Jahreswechsel 2006/2007 – Russland, Moskau, S.9

[43] Wechselkurs am 01.12.2007: 1 US-Dollar = 24.4293 Rubel; 1 Euro = 36.0088 Rubel, zum Vergleich: 31.12.2006: 1 US-Dollar = 26.3310 Rubel; 1 Euro = 34.7640 Rubel; unter: http://www.oanda.com/convert/fxhistory, Stand:03.12.2007

[44] Vgl. die Preise des OMV Konzerns unter www.omv.com/investorrelations/investornews/ tradingstatement

[45] Graf, 2002, Grundlagen der Volkswirtschaftslehre, S.125

[46] Vgl. Kommersant von 30.01.2007, Udvoeniju VVP grosit razdvoenie, unter: http://www.kom-merant.ru/doc. aspx?docsid0737966

[47] Vgl. Rosstat

[48] Sind diejenige Güter, die bei einer vollständigen Liberalisierung des Handels nicht exportiert oder importiert werden können. Zu dieser Gruppe zählen vor allem Dienstleistungen wie z.B. Handel und Immobilien

Details

Seiten
76
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783836613972
Dateigröße
1.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v225844
Institution / Hochschule
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin – 4 Wirtschaftswissenschaften II, Studiengang Betriebswirtschaftslehre
Note
1,7
Schlagworte
region russland wettbewerbsfähigkeit wirtschaft clusterpolitik

Autor

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Titel: Die zunehmende Rolle von Regionen im Rahmen der russisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen