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Video on Demand

Eine Untersuchung zu den Potenzialen einer audiovisuellen Verbreitungstechnik auf dem deutschen Markt

Diplomarbeit 2007 107 Seiten

Medien / Kommunikation - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Darstellung der Thematik
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Vorgehensweise und Gliederung

2 Grundlagen
2.1 Begriff Multimedia
2.1.1 Medium
2.1.2 Multimedia
2.1.3 Anwendungsgebiete
2.2 Begriff Video on Demand
2.3 Alternativen und Eingrenzung

3 VoD-Anbieter
3.1 Übersicht
3.2 Frankreich
3.3 Niederlande
3.4 Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland
3.5 Deutschland

4 Technik
4.1 Einleitung
4.2 Übertragungsmedien
4.2.1 Breitbandkabelnetz
4.2.2 Satellitennetz
4.2.3 Telefonnetz
4.2.4 Terrestrisches Netz
4.3 Problematik eines VoD-Systems
4.3.1 Fehlende Möglichkeit der Reservierung von Datenübertragungskapazitäten im Internet
4.3.2 Heterogenität der Clientsysteme und derer Internetzugangstechnologien
4.3.3 Auswirkungen
4.4 Lösungsansätze
4.4.1 Einsatz von lokalen Proxy Caches
4.4.2 Einsatz von anpassungsfähigen Streaming-Mechanismen
4.5 Digital Rights Management
4.5.1 Verschlüsselung
4.5.1.1 Symmetrische Verschlüsselung
4.5.1.2 Asymmetrische Verschlüsselung
4.5.1.3 Digitale Container
4.5.2 Kopierkontrollsysteme

5 Rechtliche Aspekte
5.1 Datenschutz
5.1.1 Telemediengesetz
5.1.2 Bundesdatenschutzgesetz
5.1.3 Folgen bei Verstößen
5.2 Jugendschutz
5.2.1 Grundgesetz
5.2.2 Jugendschutz im Strafgesetzbuch
5.2.3 Rundfunkstaatsvertrag
5.3 Urheberrecht

6 Anbietertest
6.1 Testumgebung
6.2 Testkriterien
6.2.1 Geschäftsmodell
6.2.2 Videoauswahl
6.2.2.1 Titelanzahl
6.2.2.2 Familienangebot
6.2.2.3 Erotikangebot
6.2.2.4 Bonusmaterial
6.2.2.5 Sprachauswahl
6.2.2.6 Extras im Videoangebot
6.2.2.7 Anzeigevariante
6.2.2.8 Bild- und Tonqualität
6.2.3 Kundenseitige Voraussetzung
6.2.4 Registrierung
6.2.4.1 Datenschutz
6.2.4.2 Altersverifikation
6.2.5 Hilfefunktion
6.2.6 Preise
6.2.7 Zahlungswege
6.2.8 Kopierschutz
6.3 Vergleichstabelle
6.4 Bewertung
6.4.1 Arcor VoD
6.4.2 In2Movies
6.4.3 Maxdome
6.4.4 One4Movie
6.4.5 T-Online VoD
6.5 Fazit Vergleichstest

7 Ausblick

Glossar

Verwendete Literatur

Verwendete Internetquellen

Verwendete Telefon- und E-Mail Auskünfte

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Einfaches Kommunikationsmodell

Abb. 2: VoD-Angebot in den untersuchten Ländern

Abb. 3: VoD-Dienste, die auf dem Katalog von ODMedia beruhen

Abb. 4: Aufbau VoD-System

Abb. 5: Arcor VoD

Abb. 6: In2Movies

Abb. 7: Maxdome

Abb. 8: One4Movie

Abb. 9: T-Online VoD

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Vergleichstabelle Teil 1

Tabelle 2: Vergleichstabelle Teil 2

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Darstellung der Thematik

In unserem digitalen Zeitalter spielen multimediale Medien eine immer größere Rolle. Schon seit langer Zeit wird ein Mobilfunktelefon nicht mehr nur zum Telefonieren verwendet. Es ist ein unverzichtbares Medium mit Internetzugang, Terminplaner und Fotoapparat geworden.

Die multimediale Wandlung ist auch im Fernsehverhalten zu bemerken. Fernsehsender sowie Internetanbieter versuchen, die beiden Medien Fernsehen und Internet miteinander zu verbinden und auf diesem Wege neue Potenziale zu schaffen. Die audiovisuelle Verbreitungstechnik Video on Demand (VoD) ermöglicht die Zusammenführung dieser beiden Medien und eröffnet neue Möglichkeiten im Fernsehverhalten.

Schon vor geraumer Zeit wurde bereits prophezeit, dass sich das Fernsehen durch die Entwicklung des Internets verändern wird. Doch durch die langsamen, schmalbandigen Internetzugänge konnten Videos in der Vergangenheit nur in sehr schlechter Bildqualität und lediglich in der Größe einer Briefmarke übertragen werden. Durch die fortschreitenden technischen Entwicklungen und ganz besonders durch die schnelleren, breitbandigen und preisgünstigeren Internetzugänge ist VoD zu einem salonfähigen Thema geworden. Anbieter von VoD bieten ihren Kunden die Möglichkeit, den gewünschten Film per Mausklick schnell und unkompliziert aus dem Internet zu laden. Ob sich diese Technik unter den Gesichtspunkten Videoauswahl, Bild- und Tonqualität, Sicherheit und Preis durchsetzen wird, ist Inhalt der vorliegenden Diplomarbeit.

1.2 Zielsetzung der Arbeit

Zielsetzung der vorliegenden Diplomarbeit ist es, anhand eines ausführlichen Vergleichs von verschiedenen deutschen VoD-Anbietern die Marktreife der audiovisuellen Verbreitungstechnik VoD festzustellen. Weiterhin wird untersucht, ob VoD sich in Zukunft durchsetzen kann und somit die klassische Videothek ablösen wird.

1.3 Vorgehensweise und Gliederung

In Kapitel 1 wird eine Einführung in die vorliegende Diplomarbeit gegeben. Neben der Darstellung der Thematik wird die Zielsetzung der Diplomarbeit erörtert. Des Weiteren werden die Vorgehensweise und die Gliederung der Diplomarbeit aufgeführt.

In Kapitel 2 werden die Grundlagen der Thematik dieser Diplomarbeit vermittelt. Hierzu gehören die Erläuterungen der Begriffe Multimedia und VoD sowie die Alternativen und die Eingrenzung der Thematik.

In Kapitel 3 wird die Entwicklung von VoD-Diensten in Europa thematisiert.

In Kapitel 4 erfolgt eine Beschreibung der technischen Umsetzung von VoD. Dazu gehören die verschiedenen Übertragungsmedien, die Problematiken eines VoD-Systems und der verwendete Kopierschutz Digital Rights Management (DRM).

In Kapitel 5 werden die relevanten rechtlichen Aspekte der Thematik dargelegt. Dies betrifft den Datenschutz, den Jugendschutz und das Urheberrecht.

Der Anbietertest wird anschließend in Kapitel 6 durchgeführt. Die fünf deutschen VoD-Anbieter werden unter verschiedenen Gesichtspunkten miteinander verglichen und bewertet.

Abschließend erfolgt in Kapitel 7 ein Ausblick auf die Zukunftschancen von VoD.

2 Grundlagen

2.1 Begriff Multimedia

VoD wird im Allgemeinen als ein interaktiver Multimediadienst bezeichnet. Da der Begriff Multimedia im heutigen Sprachgebrauch in verschiedenen Kontexten benutzt wird, werden nachfolgend die verschiedenen Bedeutungen näher erläutert.

Der Begriff Multimedia ist in den letzten Jahren zu einem sehr populären Wort geworden. Multimedia wurde auch von der Gesellschaft der deutschen Sprache zum Wort des Jahres 1995[1] gewählt. Heute wird Multimedia als Oberbegriff für eine große Anzahl neuer Produkte und Dienstleistungen aus dem Informationstechnik-, Telekommunikations-, und Medienbereich verwendet.

Das Wort Multimedia setzt sich aus den Worten Multi und Media zusammen, wobei Media der Plural von Medium ist.

„multi… [lat. Multus „viel“], Wortbestandteil mit der Bedeutung: viel, vielfach.

(Brockhaus Enzyklopädie, 2005, Band 19, S. 77)

Medium [lat. „Mitte“], vermittelndes Element, Vermittlungsinstanz für Informationen […]“

(Brockhaus Enzyklopädie, 2005, Band 18, S. 131)

2.1.1 Medium

Bei der Erläuterung des Begriffs Multimedia bekommt das Wort Medium eine zentrale Bedeutung. Da die obige Definition des Wortes Medium dem Bereich Kommunikation entstammt, wird im nächsten Schritt die Bedeutung in der Informationstechnik näher erklärt.

Als Medien werden Mittel bezeichnet, die der Verbreitung und Darstellung von Informationen dienen. In dem nachfolgenden Kommunikationsmodell wird deutlich, dass das Medium als Mittel zur Verständigung zwischen Sender und Empfänger dient.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Einfaches Kommunikationsmodell Quelle: eigene Zeichnung

Es wird zwischen diskreten und kontinuierlichen Medien unterschieden. Medien wie Bild, Grafik und Text werden als diskrete oder zeitunabhängige Medien bezeichnet, da der Mensch die Dauer und Geschwindigkeit der Wahrnehmung autonom steuern kann. Anders ist das bei kontinuierlichen Medien wie Animation, Film, Musik und Sprache. Bei kontinuierlichen Medien wird die dargestellte Information durch den zeitlichen Verlauf bestimmt. Diese Medien werden auch als zeitabhängige Medien bezeichnet.

Weiterhin kann der Begriff Medium im technischen Kontext nach verschiedenen Kriterien unterschieden werden, in Präsentations-, Repräsentations-, Speicher-, Übertragungs- und Informationsaustauschmedium.

Präsentationsmedien beziehen sich auf die Hilfsmittel für die Ein- und Ausgabe von Informationen. Als Eingabemedium dienen zum Beispiel Tastatur, Kamera und Mikrofon. Medien wie Papier, Bildschirm und Lautsprecher werden als Ausgabemedien genutzt.[2]

Repräsentationsmedien werden durch die verschiedenen Informationskodierungen im Rechner unterschieden. Grafiken können zum Beispiel im Joint Photographic Experts Group-Format (JPEG), Videos im Moving Picture Experts Group-Format (MPEG) oder Musik im Wave-Format (WAV) kodiert sein.[3]

Speichermedien sind unterschiedliche Datenträger, auf denen Daten abgelegt und gespeichert werden. Das können zum Beispiel Diskette, Festplatte oder CD-ROM sein. Aber auch Papier gilt als ein Speichermedium.[4]

Übertragungsmedien sind Träger, die eine kontinuierliche Übertragung von Informationen ermöglichen. Neben der kabelgebundenen Übertragung wie Koaxialkabel und Glasfaserkabel, gilt für den Funkverkehr Luft als Übertragungsweg.[5]

Informationsaustauschmedien ist ein Sammelbegriff für Übertragungsmedien und Speichermedien, die zur Übertragung von Informationen verwendet werden.[6]

2.1.2 Multimedia

Das Wort Multimedia hat seinen Ursprung in der Kunst und wird dort schon seit Jahrzehnten verwendet.

„Multimedia (Mixed Media) bezeichnet zeitgenössische künstlerische Ausdrucksformen, die unter Einbeziehung verschiedenster technischen Medien (Fotografie, Film, Tonband, Video, Laser u.a.) durch Verbindung mehrerer Kunstbereiche (bildende Kunst, Theater, Tanz, Musik) das Aufbrechen festgefahrener Gattungsvorstellungen und damit einen unmittelbaren Zugang zum Publikum erreichen wollen. Als künstlerische Ausdrucksform zielt Multimedia auf eine neue Einheit im Sinne eines Gesamtkunstwerks, wobei der besondere Akzent nicht nur auf die Aufhebung der Kunstgattung, sondern auch auf eine Aufhebung der Diskrepanz von Leben und Kunst gelegt wird. […]“

(Die Zeit – Das Lexikon, 2005, Band 10, S. 137 )

Erst später wurde der Begriff Multimedia von der Informations- und Telekommunikationstechnik sowie im Medienbereich verwendet und geprägt.

Eine allgemeine Darstellung hierzu liefert der Brockhaus.

„[…] Folgende Merkmale sind aber für Multimedia charakteristisch:

- Verschiedene Medientypen werden integrativ verwendet, wobei dynamische Medien mit statischen Medien kombiniert werden. Während dynamische Medien bei ihrer Darstellung zeitabhängige Veränderungen aufweisen, verändern statische Medien ihren Inhalt nicht […]
- Die Nutzung der Angebote ist interaktiv […]
- Die Multimediaanwendungen basieren auf digitaler Technik, die Verarbeitung der Daten erfolgt durch Computer […]“ (Brockhaus Enzyklopädie, 2005, Band 19, S. 80-81)

Diese allgemeine Definition macht die ausgeprägten Kennzeichen von Multimedia deutlich. Die Zusammenführung von diskreten und kontinuierlichen Medien ist für Multimedia ein bedeutender Aspekt. Wenn zwei Medientypen miteinander kombiniert werden, wird schon von einer multimedialen Anwendung gesprochen. Jedoch muss einer dieser Medientypen kontinuierlich sein. Durch die Interaktivität von Multimedia ist der Nutzer nicht nur Empfänger. Der Nutzer kann interaktiv auf die Inhalte reagieren und diese verändern, wie zum Beispiel beim Hypertext. Der Hypertext ermöglicht es, Texte nicht nur linear von vorne nach hinten zu lesen. Durch gekennzeichnete Querverweise, so genannte Links, kann der Anwender interaktiv auf die Inhalte reagieren und zwischen Textstellen beliebig vor- und zurückspringen. Im Internet ist das umfangreichste Hypertext-Angebot verfügbar.

Das Verständnis, dass multimediale Anwendungen auf einer digitalen Technik basieren und für die Umsetzung solcher Verfahren ein Personal Computer (PC) benötigt wird, ist für die allgemeine Definition von Multimedia entscheidend. Ein multimedialer PC muss ein CD-ROM- oder ein DVD-Laufwerk, eine Soundkarte, sowie Peripheriegeräte wie zum Beispiel Lautsprecher und die benötigte Software besitzen. Alle modernen PCs gelten heute somit als multimediafähig. Die multimedialen Fähigkeiten eines PCs können noch durch optionale Zusatzkarten wie eine TV-Karte erweitert werden.

Eine weitere, jedoch sehr technische Definition des Begriffs Multimedia liefert Steinmetz. Aber auch diese Betrachtung ähnelt der des Brockhaus.

„Ein Multimediasystem ist durch die rechnergesteuerte, integrierte Erzeugung, Manipulation, Darstellung, Speicherung und Kommunikation von unabhängigen Informationen gekennzeichnet, die in mindestens einem kontinuierlichen und einem diskreten Medium kodiert sind.“

(STEINMETZ, Multimedia-Technologie, 2000, S. 13)

2.1.3 Anwendungsgebiete

Die Anwendungsgebiete von Multimedia sind breit gefächert. Zum Beispiel zählen multimediale Lehr- und Lerndienste, virtuelle Museen, Videokonferenzen, aber auch Unterhaltungsdienste wie interaktives Fernsehen und VoD zu den Angeboten.

Bei den multimedialen Anwendungen werden zwischen lokalen, nicht verteilten Multimediasystemen (Offlineanwendung) und netzgestützten, verteilten Multimediasystemen (Onlineanwendung) unterschieden.

Die wichtigsten Offlineprodukte sind die CD-ROM sowie die DVD. Das Angebot von multimedialen CD-ROMs und DVDs umfasst zum Beispiel Computerspiele, Lernsoftware, multimediale Nachschlagewerke, aber auch Videofilme, die durch verschiedene Synchronsprachen oder verschiedene Kameraperspektiven ergänzt sind.

Bei den Onlineanwendungen wird auf das Internet zugegriffen, um Informationen zwischen Menschen beziehungsweise Geräten auszutauschen. Zu den Onlineanwendungen gehören zum Beispiel E-Learning, Homebanking, Bildtelefonie und auch VoD.

2.2 Begriff Video on Demand

Der Begriff Video on Demand ist ein englischer Begriff und bedeutet wörtlich übersetzt „Video auf Anforderung“ oder „Video auf Abruf“. VoD ist ein interaktiver Multimediadienst, der als eine „virtuelle Videothek“ zu verstehen ist. Bei diesem Dienst können Spielfilme, Dokumentarfilme, Serien, Musikvideos, Sportsendungen oder auch Nachrichten individuell zu jeder beliebigen Zeit abgerufen werden. Für eine bessere Lesbarkeit werden diese Medien im Folgenden unter dem Begriff Video zusammengefasst. Der Kunde von VoD-Diensten kann somit selbst entscheiden, zu welcher Zeit er was sehen möchte.

Anbieter von VoD werben damit, dass ihre Kunden ihre eigenen Programmchefs sein können. Die Videos werden von den Anbietern in digitaler Form gespeichert. Der Zugriff der Kunden auf das Angebot kann je nach VoD-Anbieter entweder über das öffentliche Internet oder über separate Übertragungswege des Anbieters erfolgen.

Für die technische Umsetzung wird zur Übertragung des Videoinhaltes ein breitbandiger Vorwärtskanal genutzt. Die Bedienung des VoD-Systems durch den Kunden wird durch einen schmalbandigen Rückwärtskanal ermöglicht. Hierzu gehören unter anderem die Auswahl der Videos, Bezahlung und die interaktive Bedienung des gewählten Videos. Anstatt der Begriffe Vorwärtskanal und Rückwärtskanal werden oft auch deren technische Synonyme Downstream und Upstream verwendet.

Der Abruf der Videos wird mit Hilfe eines geeigneten Endgerätes, wie zum Beispiel einem PC, einer Set-Top-Box, einem Personal Digital Assistant (PDA) oder einem Mobilfunktelefon ermöglicht. Das gewünschte Video wird per Mausklick ausgewählt und abgespielt. Die Übertragung des Videos vom Anbieter zum Kunden kann auf zwei Wegen realisiert werden. Entweder wird das ausgewählte Video als Download oder als Stream zur Verfügung gestellt.

Beim Download wird das Video vor dem Betrachten auf ein lokales Speichermedium herunter geladen.

Unter dem Begriff Streaming wird das kontinuierliche Senden von Audio- oder Videodaten vom Anbieter zum Kunden verstanden. Bezogen auf Videodaten bedeutet dies, dass das Betrachten des Videoinhaltes sofort nach Beginn der Übertragung erfolgt, und nicht erst nachdem der Kunde das Video herunter geladen hat. Dadurch erspart der Kunde sich die Wartezeit und den benötigten Speicherplatz für das Herunterladen des Videos.

Wenn als Endgerät eine Set-Top-Box eingesetzt wird, kann das Video wie bei Verwendung eines Videorekorders oder DVD-Players auf dem Fernseher betrachtet werden. Bei der Benutzung eines PCs wird das Video auf dem Computermonitor dargestellt. Um auch in diesem Falle das Video auf dem Fernseher betrachten zu können, muss der PC zusätzlich mit dem Fernseher verbunden werden. Bei der Verwendung von PDAs oder Mobilfunktelefonen wird das Video auf deren Displays betrachtet.

Der Kunde hat nach dem Abruf des Videos ähnliche Funktionen wie bei einem herkömmlichen Videorekorder oder DVD-Player. Der Vorlauf, Rücklauf und weitere Funktionen sind während der Betrachtung des Videos möglich.

Für das jeweilige Video erhält der Kunde eine 24 Stunden-Lizenz, danach wird die Videodatei für das Endgerät unlesbar.

VoD-Dienste sind kostenpflichtig. Die Anbieter erheben eine Gebühr pro Video, auch Pay-Per-View (PPV) genannt, oder bieten Abonnements an. Die Abrechnung erfolgt meist durch Lastschriftverfahren oder per Kreditkarte.

2.3 Alternativen und Eingrenzung

VoD zeichnet sich durch seine Interaktivität aus. VoD beschreibt auf der einen Seite ein Angebot, bei dem der Zuschauer keinen Einfluss auf die Sendezeit und den Film besitzt. Auf der anderen Seite beschreibt es einen Service, bei dem der Zuschauer frei über sein Fernsehprogramm entscheiden kann.

Aus diesem Grund wird zwischen fünf VoD-Arten unterschieden, die nach ihrem Interaktivitätsgrad sortiert sind: Broadcast, Pay-Per-View, Quasi Video on Demand, Near Video on Demand und True Video on Demand.[7]

Broadcast, oder auch No Video on Demand genannt, beschreibt das traditionelle Fernsehen. Bei dieser Art des Fernsehens geben die Anbieter einen festen Programmablauf vor, es ist keine Interaktivität möglich. Sofern die Nutzung nicht kostenfrei ist, erfolgt die Abrechnung in Form eines Abonnements.[8]

Pay-Per-View (PPV), wörtlich übersetzt „Bezahlen pro Sendung“, ist eine Form des Bezahlfernsehens. Bei dieser Form des Fernsehens muss der Zuschauer nur das bezahlen, was er sich auch ansieht. Dem Zuschauer stehen ein oder mehrere Fernsehkanäle zur Verfügung, die er nach Bedarf nutzt und für die Nutzung ein entsprechendes Entgelt entrichtet. Interaktivität ist hier wie beim No Video on Demand nicht möglich.[9]

Der Begriff PPV wird in zwei unterschiedlichen Kontexten verwendet. Neben der gerade genannten Bedeutung wird der Einzelabruf von Videos bei VoD-Anbietern ebenfalls als PPV bezeichnet.

Bei Quasi Video on Demand (QVoD) werden die Kunden nach Interessen gruppiert. Sportinteressierte Kunden werden zum Beispiel einer Gruppe beziehungsweise einem Kanal zugewiesen, der Sportveranstaltungen ausstrahlt. Die Kunden von QVoD haben die Möglichkeit die Gruppe zu wechseln, um andere Inhalte wie zum Beispiel Nachrichten oder Dokumentationen zu empfangen. Beim QVoD ist ebenfalls keine Interaktivität möglich. Dabei kann es unterschiedliche Tarifmodelle geben, nach denen abgerechnet wird, zum Beispiel in Form eines Abonnements oder pro Sendung.[10]

Bei Near Video on Demand (NVoD) handelt es sich um eine Übertragungsform, bei der ein Video in festen zeitlichen Intervallen auf mehreren Kanälen parallel ausgestrahlt wird. Diese Intervalle haben zum Beispiel einen Abstand von 15 Minuten, 30 Minuten oder 60 Minuten. Durch die Wahl des Kanals kann die gewünschte Anfangszeit gewählt werden.[11]

Beim NVoD werden meistens nur wenige Videos gleichzeitig angeboten. Anbieter von NVoD sind in Deutschland zum Beispiel Premiere Direkt und Kabel Deutschland Select Kino. Um NVoD nutzen zu können, benötigen die Kunden ein spezielles digitales Empfangsgerät, das überwiegend von den Anbietern zur Verfügung gestellt wird. Der Kunde von NVoD bestellt sein Video per Telefon, Internet oder SMS. Nach der Bestellung kann das Video zur gewünschten Uhrzeit betrachtet werden. NVoD ist eine Dienstleistung, bei der pro Video abgerechnet wird.

Der Zuschauer hat bei NVoD während der Betrachtung des Videos im Normalfall keine interaktiven Möglichkeiten. Es sei denn, der Anbieter ermöglicht seinen Kunden während der Betrachtung eines Videos die Fernsehkanäle zu wechseln. Wenn zum Beispiel ein Video mit einer Gesamtlänge von 60 Minuten alle 15 Minuten ausgestrahlt wird, wird es auf vier Kanälen präsentiert. Der Kunde hat dann die Möglichkeit, durch den Wechsel der Kanäle, das Video in 15 Minuten Abschnitten vor- oder zurückzuspulen.

Anders ist das beim True Video on Demand (TVoD). Bei dieser Technik hat der Kunde interaktiv die Möglichkeit, das Video wie bei einem Videorekorder zu steuern. Darüber hinaus kann die Auswahl des Videos und der Zeitpunkt der Betrachtung frei gewählt werden. Von allen fünf vorgestellten VoD-Typen ist TVoD die aufwendigste Technik, da jeder Kunde einen eigenen Kanal benötigt. Bei jeder Anforderung wird ein neuer Kanal beziehungsweise ein neuer Stream für den Kunden erstellt. Da alle Kunden gleichmäßig und gleichzeitig mit Videodaten versorgt werden müssen, erfordert die Technik eine hohe Bandbreite auf dem Übertragungsweg. Die Abrechnung erfolgt in Form eines Abonnements oder pro Video.[12]

Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich ausschließlich mit der Technik des TVoD, da sie die beste Interaktivität der gerade genannten VoD-Arten bietet. Nachfolgend wird zur besseren Lesbarkeit der Begriff VoD verwendet.

Weiterhin werden nur Anbieter untersucht, die kostenpflichtige VoD-Dienste anbieten. Plattformen mit Amateurvideos oder Video-Communities werden in der vorliegenden Diplomarbeit nicht berücksichtigt.

3 VoD-Anbieter

3.1 Übersicht

Die Recherche nach Informationen über VoD im Ausland, ganz besonders im außereuropäischen Bereich, erwies sich als sehr schwierig. Die Befragung von verschiedenen Verbänden, die sich mit audiovisuellen Medien beschäftigen sowie die Befragung von Experten ergaben keine verwertbaren Informationen.

Auch die Recherchen über VoD-Dienste in Europa waren anfangs mit ähnlichen Schwierigkeiten verbunden. Von den Verbänden und Experten waren auch hier keine nutzbaren Informationen erhältlich.

Einzig die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle in Straßburg hat 2007 eine aktuelle Studie über VoD-Dienste in Europa veröffentlicht.

Aus diesem Grund befasst sich die vorliegende Diplomarbeit nur mit VoD-Diensten in europäischen Ländern, die von der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle in der Studie „Video on Demand in Europa“ untersucht wurden.

In Europa gibt es bei der Entwicklung von VoD wesentliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern. In einigen Ländern ist die Entwicklung so weit fortgeschritten, dass es einen weit entwickelten Markt mit einer Vielzahl von VoD-Diensten gibt, die ein umfangreiches Sortiment an Videos anbieten. In anderen Ländern ist VoD noch nahezu unverbreitet.

Diese unterschiedliche Entwicklung der VoD-Dienste lässt sich durch die jeweilige Entwicklung der digitalen Technik sowie den Verbreitungsgrad breitbandiger Internetzugänge in den einzelnen Ländern begründen. Länder, die über ein gutes Angebot an VoD-Diensten verfügen, weisen in der Regel eine große Anzahl an Haushalten mit breitbandigem Internetzugang auf. Bei einer geringen Anzahl an VoD-Diensten ist die Situation umgekehrt. In diesen Ländern verfügen nur wenige Haushalte über einen breitbandigen Internetzugang.

In den Jahren 2005 und 2006 ist das Angebot von VoD-Diensten in allen europäischen Ländern rasant angestiegen. Anfang 2007 untersuchte die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle in der Studie „Video on Demand in Europa“ insgesamt 24 Länder. Die Untersuchung ergab, dass insgesamt 140 VoD-Dienste in den 24 untersuchten Ländern zur Verfügung stehen.[13]

Die Studie ergab auch, dass nicht nur die Anzahl der Dienste gestiegen ist, sondern auch die Auswahl der Videos. Bei dem französischen VoD-Anbieter Canal Play, Orange 24/24 und TF1 Vision stieg die Zahl der angebotenen Videos zwischen Juli und September 2006 um über 50%.[14]

In Frankreich, Niederlande, dem Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland und Deutschland ist die Entwicklung von VoD am weitesten fortgeschritten. Das Angebot an VoD-Diensten beträgt dort mehr als zehn Anbieter pro Land.[15] Die vorliegende Diplomarbeit beschränkt sich aus diesem Grund bei der Untersuchung von VoD in Europa auf diese vier Länder.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: VoD-Angebot in den untersuchten Ländern Quelle: NPA Conseil

3.2 Frankreich

Frankreich ist einer der Vorreiter des Bezahlfernsehens in den europäischen Ländern. Der erste französische private Fernsehsender Canal+ startete 1984 mit seinem Angebot. Ende 2006 zählte Canal+ 5,14 Millionen Abonnenten.[16]

Das digitale terrestrische Fernsehen startete in Frankreich am 31. März 2005 und die Analogabschaltung ist für das Jahr 2011 geplant. Schon heute sind Millionen von französischen Haushalten mit digitalen Empfangsgeräten ausgestattet, laut Groupment TNT und GFK mit stetig steigender Tendenz.[17]

Die Anzahl an kostenpflichtigen Anbietern von VoD-Diensten ist in Frankreich groß. Das Angebot an Videos ist umfangreich und zwischen den VoD-Anbietern sehr unterschiedlich. Einige Anbieter haben sich auf französische Spielfilme oder auf Reportagen spezialisiert, andere auf ein internationales Spielfilm- und Serienangebot.

Die größte Auswahl an Titeln haben die Anbieter Glowria VoD, Imineo und Vodeo.tv.[18] Alle drei Anbieter nutzen das Internet als Übertragungsweg.

Der VoD-Dienst Glowria VoD[19] gehört zum Konzern Glow Entertainment Group S.A., zu dem auch der erfolgreiche Online-DVD-Verleih Glowria gehört. Glowria VoD wurde am 1. Juli 2006 in Frankreich gestartet. Mit über 1000 Titeln hat Glowria VoD ein umfangreiches nationales und internationales Spielfilm- und Serienangebot, das stetig wächst.[20]

Imineo[21] stammt aus dem Hause W4TCH SARL. Dieser VoD-Dienst wurde schon im November 2004 gestartet und bietet Videos nur zum Verkauf an. Imineo hat sich auf Videos über Freizeitgestaltung und Hobbys spezialisiert und bietet seinen Kunden über 1700 Videos aus den Bereichen Fitness, Tanz, Theater, aber auch Videos zur beruflichen Weiterbildung an. Darüber hinaus führt Imineo ein überschaubares Sortiment an älteren amerikanischen Spielfilmen.[22]

La Banque Audiovisuelle S.A.S[23] hat den VoD-Dienst Vodeo.tv am 15. September 2005 gestartet. Das Angebot von Vodeo.tv besteht hauptsächlich aus Reportagen und Dokumentationen aus dem französischen Fernsehprogramm. Den Kunden steht eine Auswahl an rund 2800 Titeln zur Verfügung.[24]

3.3 Niederlande

Das Bezahlfernsehen ist in den Niederlanden durch die große Zahl an Anbietern weit verbreitet. Rund 92% der Haushalte abonnieren einen derartigen Dienst. Die Analogabschaltung des terrestrischen Netzes erfolgte in den Niederlanden bereits im Dezember 2006. Nur 74000 Haushalte empfingen zu diesem Zeitpunkt ihr Fernsehprogramm noch über das analoge terrestrische Netz.[25]

In den Niederlanden herrscht das größte kostenpflichtige VoD-Angebot Europas. Dies gilt ganz besonders für Dienste über das Internet.[26]

Auf dem niederländischen VoD-Markt gibt es einen klaren Marktführer: ODMedia.[27] ODMedia B.V. wurde im Jahr 2004 gegründet und ist nach eigenen Angaben das weltweit erste Unternehmen, das einen Business-to-Business VoD-Dienst anbietet. Das Unternehmen betreibt von einer zentralen Plattform aus die VoD-Dienste von 14 Portalen für neun Kunden. Zu den Kunden von ODMedia B.V. zählen unter anderem Kabelnetzbetreiber, Telekommunikationsunternehmen und DVD-Verleihe wie zum Beispiel HCC Cinema, Filmkanaal und DirectMovie.nl.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: VoD-Dienste, die auf dem Katalog von ODMedia beruhen Quelle: NPA Conseil

Der Katalog von ODMedia umfasste im Dezember 2006 über 1200 Titel, wobei jeden Monat 100 weitere Titel hinzukommen.[28] In dem Katalog sind überwiegend Titel aus den Vereinigten Staaten zu finden, die im Wesentlichen aus Fiktion bestehen. Die restlichen, niederländischen Titel setzen sich hauptsächlich aus den Kategorien Dokumentation und Fiktion zusammen.

3.4 Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland

Das Vereinigte Königreich ist das einzige europäische Land, in dem ein VoD-Dienst über das digitale terrestrische Fernsehnetz angeboten wird. Bei diesem VoD-Dienst handelt es sich um Top Up TV Anytime.[29] Diese Entwicklung ist darauf zurückzuführen, dass das Vereinigte Königreich eines der wenigen europäischen Länder ist, in denen die Digitalisierung des Fernsehens bereits sehr weit fortgeschritten ist. Die britische Medienaufsichtsbehörde OFCOM gab an, dass 70,2% der Haushalte im Juni 2006 digitales Fernsehen empfingen. Die Abschaltung des analogen terrestrischen Fernsehnetzes ist für das Jahr 2012 geplant.[30]

Die Marktführer der VoD-Dienste auf dem britischen Markt sind die Anbieter HomeChoice und FilmFlex.

HomeChoice[31] ist der größte VoD-Dienst im Vereinigten Königreich. Im Jahr 2000 wurde dieser VoD-Dienst über das Kabelnetz eingeführt. Damals stand HomeChoice im Großraum London 10900 Haushalten zur Verfügung. 2004 wurde HomeChoice zum Triple-Play-Anbieter und bot seinen Abonnenten 80 Kanäle über IPTV an.[32] Unter Triple-Play wird das Anbieten der drei Dienste Telefonie, Internet und Fernsehen verstanden. Im März 2007 wurde das Angebot von HomeChoice in Tiscali TV integriert. Zu diesem Zeitpunkt zählte HomeChoice 40000 Kunden.

Das Videoangebot ist bei HomeChoice sehr umfangreich. Über 1000 Titel stehen den Kunden zur Verfügung. Allerdings ist das Angebot von HomeChoice nicht landesweit verfügbar, sondern nur in London und der Region von Stevenage.

FilmFlex[33] stammt aus dem Hause FilmFlex Movies Ltd. Dieses Unternehmen ist eine Arbeitsgemeinschaft von OnDemand Group, Sony Pictures International, Disney und Virgin Media[34]. Das Angebot von FilmFlex enthält über 600 Titel von unabhängigen Produktionsfirmen und von amerikanischen Filmstudios, jeden Monat wird das Angebot um zehn bis 20 Titel erweitert.

3.5 Deutschland

In Deutschland ist die Anzahl an kostenlosen Fernsehsendern sehr groß. Je nach Region können durchschnittlich 30 bis 40 Fernsehprogramme empfangen werden.[35] Bei den Fernsehsendern handelt es sich überwiegend um deutschsprachige, regionale und landesweite Sender. Aber auch fremdsprachige Sender sind im deutschen Fernsehprogramm zu finden.

In Deutschland erfolgt der Fernsehempfang vorwiegend über das analoge Kabelfernsehnetz. Etwa 90 Kabelnetzbetreiber sind auf dem deutschen Markt aktiv. Durch die Dominanz des analogen Kabelfernsehens hat sich das digitale Fernsehen nur langsam in Deutschland durchgesetzt. Ende 2005 hatten nur 26,4% der Haushalte einen Zugang zum digitalen Fernsehen.[36]

Die Umstellung auf das digitale terrestrische Netz begann in Deutschland bereits im Jahr 2002 in der Region Berlin. Seitdem sind alle wichtigen Ballungsgebiete Deutschlands auf den digitalen Empfang umgestellt worden. Bis Ende 2007 planen die öffentlich-rechtlichen Sender die Umstellung in den restlichen Gebieten.[37]

Marktführer beim Bezahlfernsehen sind die Sender Premiere[38] und Arena.[39] Premiere bietet ein breit gefächertes Angebot an Fernsehkanälen und Spielfilmen, die mit einem digitalen Receiver über Kabel oder Satellit empfangen werden können. Ende 2006 zählte Premiere 3,41 Millionen Abonnenten. Arena bietet überwiegend Übertragungen von Fußballspielen an und verfügte im November 2006 über mehr als eine Million Abonnenten.[40] Arena kann mit Hilfe eines digitalen Receivers über das Satellitennetz empfangen werden.

Der VoD-Markt ist in Deutschland einer der am weitesten entwickelten in Europa. Eine zahlreiche Auswahl an verschiedenen VoD-Anbietern steht den Interessenten zur Verfügung. Die Akteure im VoD-Markt stammen aus unterschiedlichen Branchen wie der Telekommunikation, dem Filmverleih und den Rundfunkanstalten.[41]

Das größte Videoangebot bieten die VoD-Dienste Arcor VoD, In2Movies, Maxdome, One4Movie und T-Online VoD. Alle fünf Anbieter nutzen das Internet als Übertragungsweg.

Das Unternehmen Arcor hat im Jahr 2001 als erster Anbieter in Deutschland einen VoD-Dienst über das Internet eingeführt. Unter dem Namen Arcor Video on Demand[42] stehen über 500 Titel zum Einzelabruf, dem so genannten PPV, zur Verfügung. Der Pionier unter den VoD-Anbietern bietet seinen Kunden insbesondere Dokumentationen und Wissenschaftssendungen an. Arcor VoD konnte hierzu Exklusivverträge für Dokumentationen und Wissenschaftsprogramme der BBC aushandeln.[43] Aber auch Inhalte aus den Bereichen der Persönlichkeitsentwicklung sowie E-Learning-Videos stehen den Kunden zur Verfügung. Neben diesem Angebot bietet Arcor VoD zusätzlich Spielfilme aus den unterschiedlichsten Genres an.

In2Movies GmbH[44] stammt aus einer Arbeitsgemeinschaft der Unternehmen Warner und Arvato Mobile.[45] Der VoD-Dienst von In2Movies wurde im April 2006 gestartet und ist für jeden zugänglich. Das Besondere an diesem Dienst ist die Peer-to-Peer Technik (P2P). Durch diese Technik werden die Videos nicht ausschließlich von einem zentralen Server herunter geladen, sondern auch von den Endgeräten anderer Kunden. So können die Verfügbarkeit des Videoangebotes und die Geschwindigkeit des Downloads erhöht werden, da die Videos nicht mehr nur von einem zentralen Server herunter geladen werden. Benutzt wird hierzu eine spezielle Software und die Download-Plattform GNAB von Arvato Mobile. Das Angebot verfügt über 1000 Titel, die aus den Katalogen von Warner, WVG Medien, Universum Film und Cartoon Network stammen.[46] Neben Spielfilmen werden auch einzelne Episoden von Serien angeboten. In2Movies hat sich auf den Verkauf von Videos spezialisiert, dem so genannten Download-to-Own (DTO). Es stehen aber auch Videos als PPV zur Verfügung.

Der VoD-Dienst von Maxdome[47] stammt aus der Mediengruppe ProSiebenSat.1 Media AG, welcher vom Tochterunternehmen Sevensenses GmbH betrieben wird. Das Angebot existiert seit Juli 2006 und ist für jeden zugänglich. Maxdome verfügt mit über 5000 Titeln über das größte VoD-Angebot in Deutschland. Das Angebot reicht von aktuellen Spielfilmen und Serien bis hin zu Sendungen aus den verschiedenen Sendern der Mediengruppe, die als PPV oder als Abonnement wahrgenommen werden können. Die Spielfilme stammen aus den Katalogen von Paramount, Constantin Film, Kinowelt, Sony Pictures Television und auch Disney Buena Vista.[48] Die Erfolgsserien Desperate Housewives und Lost, die der Sender Pro7 ausgestrahlt, werden von der Mediengruppe auf eine besondere Weise vermarktet. Die neuen Folgen dieser Serien sind eine Woche vor der Ausstrahlung im Fernsehen auf Maxdome abrufbar.

Die 4Friends Verlagsgesellschaft startete 2004 den VoD-Dienst One4Movie[49]. Das Tarifmodell von One4Movie basierte zu Beginn auf dem Abonnement, wurde aber Anfang 2006 durch den Abruf einzelner Titel als PPV ergänzt. Der Dienst von One4Movie ist für jeden zugänglich und bietet mit über 500 Titeln ein umfangreiches Angebot an Spielfilmen, Trickfilmen und Dokumentationen. Die Lizenzen für die Spielfilme hat One4Movie von CLA, Constantin, Splendid, Highlight-Film und Euro Arts erworben.[50]

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[1] Vgl. www.gfds.de

[2] Vgl. STEINMETZ: Multimedia – Technologie, 2000, S. 8

[3] Vgl. STEINMETZ: Multimedia – Technologie, 2000, S. 8

[4] Vgl. STEINMETZ: Multimedia – Technologie, 2000, S. 8

[5] Vgl. STEINMETZ: Multimedia – Technologie, 2000, S. 9

[6] Vgl. STEINMETZ: Multimedia – Technologie, 2000, S. 9

[7] Vgl. ZINK: Scalable Video on Demand, 2005, S. 18

[8] Vgl. ZINK: Scalable Video on Demand, 2005, S. 18

[9] Vgl. ZINK: Scalable Video on Demand, 2005, S. 18

[10] Vgl. ZINK: Scalable Video on Demand, 2005, S. 18

[11] Vgl. ZINK: Scalable Video on Demand, 2005, S. 18

[12] Vgl. ZINK: Scalable Video on Demand, 2005, S.19

[13] Vgl. NPA CONSEIL: Video on Demand in Europa, 2007, S. 24

[14] Vgl. NPA CONSEIL: Video on Demand in Europa, 2007, S. 24

[15] Vgl. NPA CONSEIL: Video on Demand in Europa, 2007, S. 23

[16] Vgl. NPA CONSEIL: Video on Demand in Europa, 2007, S.176

[17] Vgl. NPA CONSEIL: Video on Demand in Europa, 2007, S.177

[18] Vgl. NPA CONSEIL: Video on Demand in Europa, 2007, S.222 f.

[19] Vgl. www.vod.glowria.fr

[20] Vgl. NPA CONSEIL: Video on Demand in Europa, 2007, S. 201

[21] Vgl. www.imineo.com

[22] Vgl. NPA CONSEIL: Video on Demand in Europa, 2007, S.208

[23] Vgl. www.vodeo.tv

[24] Vgl. NPA CONSEIL: Video on Demand in Europa, 2007, S. 203

[25] Vgl. NPA CONSEIL: Video on Demand in Europa, 2007, S. 282

[26] Vgl. NPA CONSEIL: Video on Demand in Europa, 2007, S.284

[27] Vgl. www.odmedia.nl

[28] Vgl. NPA CONSEIL: Video on Demand in Europa, 2007, S. 249

[29] Vgl. NPA CONSEIL: Video on Demand in Europa, 2007, S. 249

[30] Vgl. NPA CONSEIL: Video on Demand in Europa, 2007, S. 226

[31] Vgl. www.homechoice.co.uk

[32] Vgl. NPA CONSEIL: Video on Demand in Europa, 2007, S. 241

[33] Vgl. www.filmflexmovies.co.uk

[34] Vgl. NPA CONSEIL: Video on Demand in Europa, 2007, S. 230

[35] Vgl. NPA CONSEIL: Video on Demand in Europa, 2007, S. 130

[36] Vgl. NPA CONSEIL: Video on Demand in Europa, 2007, S. 131

[37] Vgl. www.alm.de/fileadmin/Download/Positionen/Digibericht2006.pdf

[38] Vgl. www.premiere.de

[39] Vgl. www.arena.tv

[40] Vgl. NPA CONSEIL: Video on Demand in Europa, 2007, S. 130

[41] Vgl. NPA CONSEIL: Video on Demand in Europa, 2007, S. 134

[42] Vgl. www.arcor.de/vod

[43] Vgl. NPA CONSEIL: Video on Demand in Europa, 2007, S. 145

[44] Vgl. www.in2movies.de

[45] Vgl. NPA CONSEIL: Video on Demand in Europa, 2007, S. 134

[46] Vgl. NPA CONSEIL: Video on Demand in Europa, 2007, S. 135

[47] Vgl. www.maxdome.de

[48] Vgl. NPA CONSEIL: Video on Demand in Europa, 2007, S. 136

[49] Vgl. www.one4movie.de

[50] Vgl. NPA CONSEIL: Video on Demand in Europa, 2007, S. 140

Details

Seiten
107
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783836610308
Dateigröße
6.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v225626
Institution / Hochschule
Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg – Elektrotechnik, Technikjournalismus
Note
1,7
Schlagworte
video demand virtuelle videothek digital rights management übertragungsmedien

Autor

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Titel: Video on Demand