Lade Inhalt...

Gesellschaftspolitische Steuerung

Die Mikro-Makro-Verbindung

Examensarbeit 2001 105 Seiten

Politik - Sonstige Themen

Leseprobe

Gesellschaftspolitische Steuerung – Die Mikro-Makro-Verbindung

1. Einleitung
1.1 Hin- und Einführung zum Gegenstand sowie Beschreibung der Vorgehensweise
1.1.1 Zum Verhältnis von Politikfeldanalyse und politischer Steuerung
1.1.2 Gegenstandsbereich der Politikfeldanalyse
1.1.3 Höchstkomplexe Realität: Problembelastete Realitätsausschnitte signalisieren Steuerungs- bzw. Regelungsbedarf
1.1.4 Lösungsversuche: Neue, nicht-linear-hierarchische bzw. nicht-kausale Steuerungsansätze
1.2 Zum Aufbau und zur Struktur des Buchs

2. Wissenschaftliche Minimalanforderungen: Zwei Untersuchungsansätze als wissenschaftstheoretische Fundierung der Monographie
2.1 Das Hempel-Oppemheim-Schema
2.2 Die (rationale) Rekonstruktion
2.2.1 Prinzipien der rationalen Rekonstruktion
2.2.2 Similarität
2.2.3 Präzision
2.2.4 Konsistenz
2.2.5 Die reduktive rationale Rekonstruktion

3. Selbstorganisationskonzepte: Die "Theorie der Autopoiese"
3.1 Wissenschaftstheoretische Implikationen des Konzept- und Wissenschaftstransfers der "Theorie der Autopoiese" von den Natur- in die Sozialwissenschaften
3.2 Eigentliche Rekonstruktion der "Theorie der Autopoiese"
3.3 Beispielhafte Anwendung und Anwendungsfelder der "Theorie der Autopoiese"
3.4 Eigenschaften medialer Steuerungsstrategien und deren deterministischer bzw. probabilistischer Charakter

4. Das Theoriemodell Strukturelle Kopplung
4.1 Die Integrierte Sozialtheorie
4.2 Die Integrierte Sozialanalyse
4.3 Fazit des Theoriemodells Strukturelle Kopplung

5. Rekonstruktion der Gesellschaftstheorie Richard Münchs
5.1 Wichtige historische Entwicklungsschritte bis zum Differenzierungsgrad moderner Gesellschaften
5.2 Differenzierung als signifikantes Kennzeichen moderner Gesellschaften
5.3 Das AGIL-Schema
5.4 Gegenseitige (sub-) systemische Steuerung durch Interpenetrationen?
5.5 Medientheorie: Generalisierte und symbolische Medien als kommunikative Austausch-, Aushandlungs- und Vermittlungsmöglichkeiten zwischen Subsystemen
5.6 In- und Deflation von Austauschmedien als Gefährdung subsystemischer Kommunikation bzw. Förderung desintegrativer und systemdestabilisierender Tendenzen
5.7 Formen politischer Steuerung und Ordnung
5.7.1 Das Synthesemodell
5.7.2 Das Wettbewerbsmodell
5.7.3 Das etatistische Modell
5.7.4 Das Kompromißmodell
5.7.5 Fazit der politischen Steuerungsstrategien und Ordnungsvorstellungen
5.8 Münch versus Luhman
5.8.1 Interpenetration versus Autopoiesis: Zentrumslosigkeit aus der Sicht eines Staatsjuristen und das Konstrukt Strukturelle Kopplung als Aufgabe autopoietischen Theorieguts
5.8.2 Münchs Wissenschaftskritik an Luhmann und Fazit

6. Analytische Integration der münchschen gesellschaftstheoretischen Theorien in das steuerungstheoretische Theoriemodell Strukturelle Kopplung
6.1 Kursorische Beschreibung der Vorgehensweise des analytischen Integrationsversuchs
6.2 Die Differenzierungstheorie als ergänzende Theorie auf gesellschaftstheoretischer Ebene
6.3 Integration auf metatheoretischer Ebene: Die sozialtheoretische Zuordnung der münchschen Gesellschaftstheorie
6.4 (Rein analytische) Steuerungsbegrifflichkeiten: Strukturelle Kopplung und Interpenetration
6.5 Einordnung des AGIL-Schemas, der Interpenetrations- und Medientheorie sowie der In- und Deflationskonzepte anhand des Analyserasters
6.6 Ebene des realen Modells bzw. empirischen Relativs und zweierlei Ausprägungen: Gesellschaftlicher Korporatismus und Staatskorporatismus
6.6.1 Verwendung des Synthesemodells als reales Modell bzw. empirisches Relativ
6.6.2 Verwendung des Wettbewerbsmodells als reales Modell bzw. empirisches Relativ

7. Fazit

Literatur

1. Einleitung

In diesem Einleitungskapitel wird zunächst in die der vorliegenden Monographie zugrundeliegenden Themen der politischen Steuerung und der Politikfeldanalyse eingeführt. Daraufhin werden das konkrete Forschungsziel und die dafür als notwendig erachtete präzise Vorgehensweise inklusive der darin implizierten verschiedenen aufeinander aufbauenden Schritte näher erläutert.

1.1 Hin- und Einführung zum Gegenstand sowie Beschreibung der Vorgehensweise

Erstens wird das Verhältnis von politischer Steuerung und Politikfeldanalyse beschrieben. Daran anschließend wird der Gegenstand der Politikfeldanalyse definitorisch und inhaltlich näher eingegrenzt. Drittens wird festgestellt, daß Politikfeldanalyse versucht problembelastete Realitätsausschnitte zu analysieren und zu regulieren, dabei aber häufig an einer sich äußerst komplex gestaltenden Realität scheitert. Als letzter Schritt des Einleitungskapitels werden diesbezügliche Lösungsversuche und -ansätze skizziert.

1.1.1 Zum Verhältnis von Politikfeldanalyse und politischer Steuerung

Das vorliegende Buch beschäftigt sich im weiteren Sinne mit den beiden übergeordneten Themen der politischen Steuerung und Politikfeldanalyse. Beide Begriffe gehören in denselben wissenschaftlichen Kontext. Trotz des größtenteils in der einschlägigen Literatur vorhandenen Defizits der Klärung des Verhältnisses der beiden Begriffe untereinander kann man eine Art Hierarchie - also eine besondere Form der Beziehung - zwischen ihnen ausmachen. Politische Steuerung als theoretischer Begriff wird in verschiedensten Kontexten verschieden definiert: Summarisch bleibt festzuhalten, daß trotz der Etiketten- und Definitionsvielfalt des Begriffs der politischen Steuerung eine policyanalytische, eine staatstheoretisch-gesellschaftstheoretische, eine systemtheoretisch-kybernetische und eine sozialtheoretische Dimension derselben festgestellt werden kann.[1] Politikfeldanalyse thematisiert einen Bezug zwischen einer Politik und der zugeordneten Teilwelt, kurz man kann "die Politikfeldanalyse als inhaltliche Dimension von Politik"[2] bezeichnen. Politikfelder können nun durch die bereits angesprochenen verschiedenen Dimensionen politischer Steuerung zu regulieren versucht werden. Mit anderen Worten: Die Politikfeldanalyse kann sich verschiedener steuerungstheoretischer Problemlösungszugänge bedienen. Dadurch tritt hervor, daß Politikfeldanalyse ein Teilbereich politischer Steuerung ist. Politikfeldanalyse ist also hyponym[3] zu den verschiedenen Dimensionen politischer Steuerung.

1.1.2 Gegenstandsbereich der Politikfeldanalyse

Die in der Politikfeldforschung implizierten Ebenen bzw. Dimensionen werden immer noch am treffendsten mit der in die Jahre gekommenen Definition von Thomas Dye "Policy analysis is finding out what governments do, why they do it, and what difference it makes."[4] angedeutet. Das Zitat besagt, daß Politikfeldanalyse drei verschiedene Ansatzdimensionen beinhaltet, die einander bedingen: (1) was (Inhalt) Regierungen (2) warum (Voraussetzungen) machen und (3) welchen Unterschied es (hinsichtlich der Wirkungen und Folgen) denn ausmacht. Dyes Zitat ist nicht sonderlich präzise in der näheren Gegenstandsbeschreibung der Politikfeldanalyse. Dieses Defizit Dyes genereller Beschreibung soll im folgenden durch Präzisierungen verringert werden.

Im Verständnis der modernen Politikwissenschaft werden die aus der englischsprachigen Forschung übernommenen drei Bereiche "Policy (Inhalt), Politics (Prozeß) und Polity (Form)"[5] unterschieden. Gerade auch in der Politikfeldanalyse beeinflussen sich diese drei Gegenstandsbereiche der Politikwissenschaft gegenseitig, wie durch eine daraus abgeleitete (Haupt-) Fragestellung der Politikfeldanalyse deutlich gemacht werden kann. Sie lautet nämlich, "welches Resultat (policy) sich ergibt, wenn in einem gegebenen politischen System (polity) eine bestimmte - aber prinzipiell veränderbare - Problemlösungsstrategie (politics) eingeschlagen wurde oder - antizipierend - eingeschlagen werden soll."[6] Bei dieser Gegenstandsumschreibung liegt der Aussagenfokus auf policy - also dem (Politik-) Ergebnis oder mit anderen Worten: Policy hängt (weitestgehend) von den Komponenten Polity und Politics ab. Legt man dem ganzen ein Variablenschema (der empirischen Sozialforschung) zugrunde, so zeigt sich, daß Policy bei dieser Betrachtungsweise die abhängige Variable ist, welche im Ergebnis von der gegebenen, unveränderbaren Variable Polity und der variier- bzw. veränderbaren Variable Politics bestimmt wird (wenn man andere mögliche Störeinlüße bzw. -effekte außer Acht läßt). Als konkreten Gegenstands- und Analysebereich der Politikfeldanalyse kann man zunächst die wissenschaftliche Analyse des Fällens und Durchsetzens verbindlicher Entscheidungen vom politischen System für die Gesellschaft betrachten.[7] Diese Art von Herrschaftsausübung als staatliche Funktion kann man - aus systemtheoretischer Perspektive[8] - auf der gesamtsystemischen Ebene ausmachen, denn es "schält sich so ein politisches System heraus, das auf die gesellschaftliche Funktion der Selektion und Durchführung kollektiv bindender Entscheidungen spezialisiert ist."[9] Reformuliert bedeutet das, daß "nicht zwangsläufig ... alle entscheiden (müssen, S.S.), aber es muß für alle entschieden werden."[10] Was hier pauschal mit dem Fällen von für die Gesellschaft verbindlichen Entscheidungen bezeichnet wird, wird in der Politikfeldanalyse, so z.B. im Policy-Making-System, als Struktur und Prozeß der Politikformulierung sowie Struktur und Prozeß der Politikdurchführung[11] umschrieben. Aber auch andere wissenschaftliche Abfolgeversionen dieser vage angedeuteten "Strukturprozeße" gibt es.

Durch diese Be- und Umschreibungen werden die (potentiell) "unendlich" weiten Betätigungsfelder der Politikfeldanalyse ersichtlich.

Kritiker der Teildisziplin Politikfeldanalyse bestreiten hingegen dieser sogar den eigenen Status einer wissenschaftlichen (Teil-) Disziplin in der scientific community und beharren darauf, daß in ihr weder ein neues Paradigma noch einheitliche (neue) Methoden existent seien, kurz: "Policy-Analyse ist ein neuer Fokus, auf alte Probleme gerichtet."[12] Derart polemische Aussagen gehen sicherlich am Kern der Sache vorbei und erinnern an ein krampfhaftes Festhalten von bereits allzu Bewährtem, um nicht in zwar bekannte, aber bisher ungenügend erforschte Gewässer tauchen zu müssen. Auf die sicherlich nicht ganz konfliktfrei erscheinende Kombination von empirisch-analytischem Wissenschaftsselbstverständnis und normativ-beraterischem Moment der Politikfeldanalyse wurde hingewiesen.[13]

1.1.3 Höchstkomplexe Realität: Problembelastete Realitätsausschnitte signalisieren Steuerungs- bzw. Regelungsbedarf

Die in dem Zusammenhang der Politikfeldanalyse intendierte Perspektive verläuft vom politischen System auf ein als politisch perzipiertes und von diesem als steuerungswürdig erachtetes Feld. Demnach kann Politikfeld "also sein, was, wie etwas oder womit etwas politisch bewältigt wird."[14] Politisch bewältigt werden soll ein problembelasteter Realitätsausschnitt.[15] Ersichtlich wird, daß ein der Lösungskompetenz der Politik zugeschriebenes Feld von dieser dann auch gesteuert bzw. geregelt werden soll. Der problembelastete Realitätsausschnitt signalisiert nämlich (den in der Politikfeldforschung postulierten) dringenden Steuerungs- bzw. Regelungsbedarf. Da in der Praxis ein recht hoher Steuerungs- bzw. Regelungsbedarf als Vorhandensein vieler problembelasteter Realitätsausschnitte gegeben ist, jedoch (noch) keine abgesicherten Steuerungstheorien dafür existent sind,[16] drängt sich die Suche nach einheitlichen wissenschaftlichen Lösungswegen geradezu auf. Dies insbesondere auch deshalb, da sich seit Mitte der 70er Jahre Enttäuschung über die Unzulänglichkeiten sektoraler politischer Planung breit machte.[17] Die Enttäuschung ging sogar so weit, daß generell über staatliche Steuerungsunfähigkeit gemutmaßt wurde. Diese antizipierte und zum Teil vehement postulierte Steuerungsunfähigkeit besitzt ihren Hauptgrund in der real-existierenden sozialen Komplexität,[18] die sowohl von den wissenschaftlichen Lösungsversuchen als auch der politischen Praxis nicht adäquat erfasst werden konnte. Das bedeutet letztlich, daß der Regelungsbedarf signalisierende, problembelastete Realitätsausschnitt zu komplexer Natur ist, als daß man ihn ohne weiteres (in gewünschte Bahnen) steuern könnte. Dies bedeutet wiederum, daß die Theorieversuche politischer Planung entweder an Kognitions- und Perzeptionsdefiziten litten oder von vornherein falsche Perspektiven (als Lösungsansatz) einnahmen. Die bereits mehrfach erwähnte komplexe Natur solcher Probleme resultiert vor allem auch daraus, daß ihre Wahrnehmung aus verschiedenen Perspektiven - also polyperspektivisch - erfolgen kann und somit völlig unterschiedliche Lösungsstrategien für ein und dasselbe Problem im Raume stehen können.[19] Einmal ausgewählte und angewandte Problemlösungsstrategien mögen einen Teil der in das Problem involvierten Parteien saturieren, den anderen Teil aber nicht. Resümierend kann man auf einer abstrakten Ebene konstatieren, daß das Forschungsinteresse bzw. die Forschungsintention der Politikfeldanalyse die Erklärung und Prognose von Wirkungsbedingungen und -folgen staatlicher Problembewältigungsstrategien ist. Die angestrebten Erklärungen und Prognosen scheiterten zum größten Teil aber bisher an der bereits mehrfach erwähnten Komplexität des realen Gegenstandes. Die aus der Politikfeldanalyse (nicht) gewonnenen Erkenntnisse werden auf politische Steuerung angewandt. Insofern kann man durchaus politische Steuerung als "Rationalisierung von Politik" betrachten.[20]

1.1.4 Lösungsversuche: Neue, nicht-linear-hierarchische bzw. nicht-kausale Steuerungsansätze

Die Lösung des schwierigen Dilemmas politischer Steuerung ist eine der vornehmsten Aufgaben der politischen Wissenschaften. So versteht sich allgemein die Policy-Forschung auch als "ein Versuch, die Praxisrelevanz sozialwissenschaftlicher Forschung zu erhöhen, und ein wissenschaftliches Instrumentarium zur Beschreibung, Erklärung und Verbesserung politischer Entscheidungsinhalte und deren Konsequenzen zu entwickeln."[21] Allerdings scheiterten bisher - wie bereits mehrfach erwähnt wurde - die verschiedensten lancierten Lösungsversuche dieses (Über-) Komplexitätsproblems. Insbesondere sind hier zunächst "die Vertreter klassischer, deterministischer, hierarchischer Steuerungskonzepte"[22] zu nennen. Dieses Scheitern der wissenschaftlichen Durchdringung politischer Steuerung wie auch das Scheitern politischer Planung an sich führte zu einer wissenschaftlichen Hinwendung zu sogenannten Selbstorganisationsansätzen. Diese Selbstorganisationsansätze basieren auf systemtheoretischen Grundlagen.[23] Der unter dem Namen "Theorie der Autopoiese" firmierende systemtheoretisch-biologische (und damit zunächst naturwissenschaftliche) Ansatz der chilenischen Neurobiologen Humberto Maturana und Francisco Varela wurde von den Sozialwissenschaften lebhaft und häufig rezipiert. Da einige dieser Rezeptionsversuche - wie beispielsweise die von Luhmann und Willke/Teubner - eine fehlerhafte Übertragung des Modells von den Natur- in die Sozialwissenschaften implizieren und dadurch in der Folge modelltheoretische und empirische Aussagen vermischen, sind diese Versuche "nicht als theoretische Grundlage für eine empirische Analyse politischer Steuerung geeignet."[24]

Im Unterschied zu den gerade beschriebenen sozialwissenschaftlichen Rezeptionsansätzen der "Theorie der Autopoiese" unterscheidet sich die von Axel Görlitz und Ulrich Druwe Mitte der achtziger Jahre an der Universität Stuttgart entwickelte Variante "durch eine eigenständige Rezeption von Maturanas Autopoiese-Theorie und durch das Anliegen, dieses Systemmodell systematisch zur Grundlage der empirischen Analyse von Steuerungsprozessen in spezifischen Politikfeldern zu machen"[25] und weiter durch einen auf dem empirisch-analytischen Wissenschaftsverständnis basierenden Konzept- und Wissenschaftstransfer.[26] Die Theorie der autopoietischen Systeme in der Rezeption von Druwe/Görlitz basiert dementsprechend auf dem empirisch-analytischen Wissenschaftsansatz.[27] Dieses sozialwissenschaftliche Rezeptions- und Interpretationsverständnis der "Theorie der Autopoiese" liegt dieser Monographie zugrunde.

1.2 Zum Aufbau und zur Struktur des Buchs

Da die vorliegende Monographie dem von Görlitz und Druwe entwickelten Autopoieseverständnis sowie den Auffassungen des steuerungstheoretischen Theoriemodells Strukturelle Kopplung von Burth entspricht und zusätzlich keine empirisch fundierten Forschungsergebnisse vorgetragen werden, ist sie als eine metatheoretische Studie zu verstehen.

Auf der "Theorie der Autopoiese" basiert das Theoriemodell Steuerung unter der Bedingung struktureller Koppelung von Hans-Peter Burth, welches an den Bedingungen soziopolitischer Steuerung interessiert ist.[28] Dieses Modell hat einige Modifikationen an der "Theorie der Autopoiese" vorgenommen und versteht sich gleichzeitig als Weiterentwicklung derselben.[29] Es erhebt darüber hinaus den Anspruch, bereits vorhandene steuerungstheoretische Partialkonzepte mit dem Theoriemodell Strukturelle Kopplung verknüpfen zu können.[30] Diese Vorgehensweise, die die "sozialtheoretisch interpretierten Systemmodelle mit den in der steuerungstheoretischen Diskussion bereits vorhandenen sozialtheoretischen, staatstheoretisch-gesellschaftstheoretischen und policyanalytischen Modellen"[31] zu verknüpfen sucht, soll letztenendes darin münden, ein integratives steuerungstheoretisches Theoriemodell formulieren zu können. Steuerungspartialkonzepte, die (weitgehend und auf unterschiedlichen Ebenen) den Anforderungen des Theoriemodells Strukturelle Kopplung entsprechen, können dann darin integriert werden. Dadurch - so die begründete Hoffnung - kann man dann ein möglichst breites Feld (politischer) Steuerungsgegenstände problembezogen und

-spezifisch erklären. Grundgedanke bei dieser integrativen Leistung ist zunächst, die zusammenhängenden Komponenten der Integrierten Sozialtheorie, des steuerungstheoretischen Teilmodells und des Theoriemodells Strukturelle Kopplung modular zu strukturieren und zu einer interdisziplinär ausgerichteten "toolbox" vereinigen zu können.[32] Um diese - nicht problemlos vorzunehmende - antizipierte Vereinigung überhaupt gewährleisten zu können ist notwendig, "daß auf der theoretischen Ebene die Anschlußfähigkeit (und damit Konsistenz) der verschiedenen Modelle in sozial- und steuerungstheoretischer Hinsicht mit Hilfe des Verfahrens einer (reduktiven) rationalen Rekonstruktion hergestellt wird. Diese stellt den semantischen und logischen Zusammenhang zwischen den sozialtheoretischen und steuerungstheoretischen Grundmodellen Integrierte Sozialtheorie und Strukturelle Kopplung und den jeweiligen Teilmodellen her."[33] Um nun die in dem Zitat indirekt postulierte Kompatibilität bzw. Kommensurabilität der steuerungstheoretischen Partialkonzepte mit dem Theoriemodell Strukturelle Kopplung gewährleisten zu können, müssen zumindest einige der Postulate des Theoriemodells Strukturelle Kopplung von dem aus der Forschung entnommenen steuerungstheoretischen Partialkonzept erfüllt werden, da ansonsten nicht von einem brauchbar bzw. vollständig integrierten Teilmodell - implizit theoriegeleiteter empirischer Analyse und Erklärung soziopolitischer Steuerungsprobleme - die Rede sein kann. Die Prämissen dieses so verstandenen Theoriemodells Strukturelle Kopplung sind das autopoietische Sozialmodell, das Modell der soziologischen Erklärung, die individuell-strukturalistische Handlungstheorie mit homo-generalis-Konzept, das (modifizierte) Konzept der Definition der Situation, das autopoietische Sozialmodell als strukturabbildendes empirisches Relativ, die Methode der egozentrierten Netzwerkanalyse und die pragmatische Erklärung des autopoietischen Relationenzusammenhangs.[34]

Im vorliegenden Buch wird versucht, die Gesellschafts- und Staatstheorie[35] des Bamberger Soziologen Richard Münch mit dem Theoriemodell Strukturelle Kopplung - in der angedeuteten, in den einschlägigen Kapiteln dann ausführlich erläuterten Vorgehensweise - zu verknüpfen. Bei der Rekonstruktion der münchschen Gesellschaftstheorie wird besonderer Wert auf annähernde Vollständigkeit gelegt, da nur eine vollständige Rekonstruktion der münchschen Gesellschaftstheorie die theorieimmanenten engen Relationen der einzelnen Teilkonzepte erhalten und sichtbar machen kann.

Die erste, konkrete Forschungsfrage lautet den bisher geleisteten Ausführungen zufolge:

- Sind die gesellschafts- und steuerungstheoretischen Partialkonzepte Richard Münchs mit dem Theoriemodell Strukturelle Kopplung kompatibel bzw. kommensurabel?[36]

Würde diese Frage eindeutig oder auch partiell mit "ja" beantwortet werden können, so wäre das daraus resultierende (abstrakt formulierte) Ziel, aus den dann quasi übernommenen Konzepten bzw. den darin implizierten Kenntnissen Münchs,[37] möglichst viel über problembezogene Steuerungsthematiken sozialer Systeme (durch das politische System) zu gewinnen.

Eine zweite, weniger konkret formulierte Forschungsfrage würde sich der ersten anschließen:

- Wie wäre bzw. ist (dann) soziopolitische Steuerung unter der Bedingung struktureller Kopplung möglich?[38]

Diese zweite Forschungsfrage kann im Rahmen dieser Monographie nicht ausführlich, sondern nur periphär thematisiert werden.

Warum sind nun ausgerechnet die staats- und gesellschaftstheoretischen Konzepte des Soziologen Richard Münch in diesem Zusammenhang von besonderem Interesse? Einmal wird durch diese Werkrezeption der interdisziplinäre Anspruch der "Theorie der Autopoiese" und der Modelltheorie Strukturelle Kopplung eingelöst. Zum anderen untersucht Münch steuerungstheoretische Fragestellungen auf systemtheoretischer bzw. neo- und strukturfunktionalistischer[39] Ebene (ähnlich wie die "Theorie der Autopoiese"), ohne handlungstheoretische Momente vollständig auszublenden (wie bei dem Theoriemodell Strukturelle Kopplung).[40] Im Gegenteil, "Richard Münch hat den Versuch unternommen, die Ebene des Handelns und die Ebene der Systeme als zwei verschiedene Sichtweisen auf den gleichen Gegenstand zu konzipieren ..."[41] Allerdings wird bereits an dieser Stelle bezweifelt, ob bzw. inwieweit die bis dato postulierte handlungstheoretische wissenschaftliche Bestimmtheit Richard Münchs als solche auch wirklich den Konzepten immanent ist. Weiterhin bleibt festzuhalten, daß zumindest auf den ersten Blick ähnlich anmutende Grundgedanken bei Münchs Konzepten und dem Theoriemodell Strukturelle Kopplung respektive der "Theorie der Autopoiese" bestehen, auf die dann beim Versuch einer analytischen Integration eingegangen wird.[42]

Um dem so entworfenen und beschriebenen Forschungsziel näher zu kommen, sind verschiedene aufeinander aufbauende Schritte von nöten, die im folgenden aufgelistet und rudimentär skizziert werden.

Dieses buch hält sich an zwei dem empirisch-analytischen Wissenschaftsansatz entsprechende wissenschaftstheoretische Minimalprinzipien, die von so überragender Bedeutung sind, daß ihre kurze Darstellung - trotz ihres allgemeinen Bekanntheitsgrades - unumgänglich ist. Der erste wissenschaftstheoretische "Stützpfeiler" besteht aus dem Hempel-Oppenheim-Schema, welches "Adäquatheitskriterien für wissenschaftliche Erklärungen"[43] bereitstellt. Eine weitere, zentrale Voraussetzung der Kompatibilitäts- bzw. Kommensurabilitätsprüfung der steuerungstheoretischen Teilkonzepte Münchs ist deren reduktive (rationale) Rekonstruktion. Die "Theorie der Autopoiese" und das Theoriemodell Strukturelle Kopplung müssen aus Verständnis- und Plausibilitätsgründen rational rekonstruiert werden. Deshalb werden sowohl die rationale Rekonstruktion inklusive ihren den Anforderungen des empirisch-analytischen Wissenschaftsansatzes entsprechenden Prinzipien als auch eine besondere Variante der rationalen Rekonstruktion - die reduktive rationale Rekonstruktion nämlich - in einem zweiten Arbeitsschritt vorgestellt.

In einem dritten Schritt wird die "Theorie der Autopoiese" in der Rezeption von Görlitz/Druwe vorgestellt. Allerdings werden dabei bereits Modifikationen Burths mitberücksichtigt.

Daran anschließend wird das die "Theorie der Autopoiese" weiterentwickelnde steuerungstheoretische Theoriemodell Strukturelle Kopplung rational rekonstruiert.

Daraufhin werden die Gesellschaftstheorien bzw. die steuerungstheoretischen Partialkonzepte Richard Münchs rational rekonstruiert:

Als erstes wird dabei das Prinzip der funktionalen Differenzierung moderner Gesellschaften erläutert, da dieses Prinzip als basale Grundvoraussetzung bzw.

-überlegung für (alle) weitere(n) theoretische(n) Überlegungen Münchs zu erachten ist. Dazu einführend wird ein kursorischer, historischer Überblick über die funktionale Differenzierung gegeben.

Das hauptsächlich auf Parsons' Theorie basierende und von Münch geringfügig variiert adaptierte AGIL-Schema wird als zweiter Schritt erläutert.

Die zu einem großen Teil sowohl auf dem Differenzierungsverständnis als auch auf dem AGIL-Schema basierende Interpenetrationstheorie wird in einem dritten Schritt rational rekonstruiert. Auf diesen rekonstruierten Punkt hin wird bei dem Versuch einer analytischen Integration besonderes Gewicht gelegt, da Münchs Interpenetrationstheorie und der Begriff der Strukturellen Kopplung partielle inhaltliche Äquivalenz aufweisen bzw. der verhältnismäßig analytische und abstrakte Begriff der Strukturellen Kopplung durch Münchs Konstrukt der Interpenetration gefüllt werden könnte.

Daran anschließend wird die Produkt-Faktor-Theorie erläutert, welche inhaltlich direkt an die Interpenetrationstheorie anschließt. Die Produkt-Faktor-Theorie ist insofern auch von besonders großem Interesse als sie bei dem Versuch der analytischen Integration auf verschiedenen Ebenen "einschlägig" zu sein scheint (so auf der sozialtheoretischen Ebene und der Ebene des realen Modells). Bei der Produkt-Faktor-Theorie handelt es sich demgemäß wahrscheinlich um das insgesamt am stärksten interessierende Teilkonzept von Münchs Gesellschaftstheorie.

Direkt auf diese Medientheorie läßt sich ein In- und Deflationsmodell bezüglich des Medieneinsatzes anwenden, welches daraufhin kurz erläutert wird.

Als vorletzter Rekonstruktionsschritt werden verschiedene steuerungstheoretische Modelle Münchs besprochen, welche (möglicherweise) auf der Ebene des realen Modells bzw. empirischen Relativs unter anderem zur Erklärung korporativer Gesellschaftsstrukturen bzw. des kooperativen Staates Verwendung finden können.

In einem den münchschen Rekonstruktionsteil beschließenden Schritt wird Münchs Auseinandersetzung mit den Autopoiesevorstellungen Niklas Luhmanns rekonstruiert. Dies bietet sich an, da die direkte und konkrete Auseinandersetzung - zumindest von Münchs Seite aus - zwischen den beiden Wissenschaftlern vorhanden und vor allem auch dokumentiert ist.

In einem letzten Schritt wird versucht, die Gesellschaftstheorie Richard Münchs unter verschiedenen - noch an späterer Stelle genau zu erläuternden - Gesichtspunkten in das steuerungstheoretische Theoriemodell Strukturelle Kopplung zu integrieren.

2. Wissenschaftliche Minimalanforderungen: Zwei Untersuchungsansätze als wissenschaftstheoretische Fundierung der Monographie

Im folgenden werden die für diese Studie als am wichtigsten erachteten metatheoretischen Untersuchungsansätze vorgestellt, nämlich das Hempel-Oppenheim-Schema und die rationale Rekonstruktion bzw. eine Modifikation der rationalen Rekonstruktion: die reduktive rationale Rekonstruktion.

2.1 Das Hempel-Oppemheim-Schema

Das Hempel/Oppenheim-Schema[44] stellt einen Versuch dar, verbindliche wissenschaftliche Kriterien für wissenschaftliche Erklärungen breitzustellen. Deshalb wird es auch "das H-O-Schema der wissenschaftlichen Erklärung"[45] genannt. Das in den empirisch-analytischen Wissenschaftskontext eingebettete H-O-Schema will Sachverhalte erklären und den jeweiligen Sachverhalt somit "als Folge bestimmter Ursachen zu erkennen"[46] geben.

Die beiden im H-O-Schema implizierten Komponenten des Explanandums (das zu Erklärende) und des Explanans (erklärend) ermöglichen es, einen nicht-singulären Zusammenhang zwischen ihnen zu formulieren, was dann mit einer kausalen Erklärung gleichzusetzen ist.[47] Nach dem H-O-Schema muß nun das Explanandum aus dem Explanans logisch korrekt abgeleitet (deduziert) werden können, wobei zwischen deterministischen und probabilistischen bzw. statistischen Erklärungen unterschieden werden kann.[48] Dabei besteht die eigentliche Erklärung "hierbei im Nachweis, daß das Explanandum im Explanans logisch enthalten ist".[49] Von der Struktur her sind die deterministischen und probabilistischen bzw. statistischen Erklärungsschemata gleich: "Zunächst gilt es, den Einzelfall (sog. Anfangs- oder Antecedensbedingungen) präzise zu beschreiben. Dann ist die damit korrespondierende allgemeine Theorie oder Gesetzmäßigkeit anzuführen. Die allgemeine Gesetzmäßigkeit und die Antecedensbedingung heißen zusammengefaßt Explanans; daraus folgt deduktiv das zu erklärende Phänomen oder Explanandum."[50] Zusammenfassend kann man also die Struktur einer wissenschaftlichen Erklärung nach dem H-O-Schema also folgendermaßen beschreiben: Ein Ereignis (Explanandum) wird mit Hilfe eines allgemeinen Gesetzes (Explanans 1, welches eine nomologische Hypothese ist) und Randbedingungen (Explanans 2, welches aus vom Gesetz geforderten empirisch prüfbaren Tatsachen besteht) erklärt. Basale Grundvoraussetzungen für das H-O-Schema sind, daß sowohl das Explanans als auch das Explanandum wahr sind.[51]

2.2 Die (rationale) Rekonstruktion

Ein großer Teil dieser Monographie besteht aus rationalen Rekonstruktionen. Dies bezieht sich zunächst auf die verschiedenen steuerungs- und gesellschaftstheoretischen Partialkonzepte Richard Münchs. Die "Theorie der Autopoiese" in der ursprünglich von Görlitz/Druwe entwickelten Form wird ebenso aus verschiedenen Werken der genannten Autoren rekonstruiert. Das Theoriemodell Strukturelle Kopplung wird zwar nur einem einzelnen Werk entnommen; dennoch finden auch hier die Prinzipien der rationalen Rekonstruktion ihre Anwendung. In diesem Kapitel erfolgt eine Vorstellung und Beschreibung der wichtigsten Prinzipien der rationalen Rekonstruktion, da - wie gerade aufgezeigt - ein Großteil dieses Buchs aus rationalen Rekonstruktionen besteht. [52]

Generell ist die rationale Rekonstruktion als eine Methode bzw. als ein Instrument des empirisch-analytischen Wissenschaftsansatzes zu verstehen, die bzw. das sich um die rezeptive Fruchtbarmachung von Primärtexten verschiedenster Couleur bemüht. Sie soll ein Verfahren garantieren, welches die teilweise beliebig erscheinenden Momente der Hermeneutik als vergleichbarer Variante des normativ-ontologischen Wissenschaftsansatzes hinter sich lassen kann und soll.

Letztlich münden sollen in diesem Fall die Bemühungen in dem Versuch, Teile der rational rekonstruierten Steuerungspartialkonzepte Münchs in das Theoriemodell Strukturelle Kopplung zu integrieren. Dazu ist die die rationale Rekonstruktion modifizierende Variante der reduktiven rationalen Rekonstruktion nötig, welche auch in diesem Kapitel vorgestellt wird.

2.2.1 Prinzipien der rationalen Rekonstruktion

Im Gegensatz zur Hermeneutik, die nach Dilthey als Kunst der Verstehenslehre schriftlich fixierter Lebensäußerungen definiert wird,[53] basiert die rationale Rekonstruktion auf einem sprachlogischen Verfahren.[54] Ihre Methode "ist die logische Analyse und Rekonstruktion von Wissenschaftssprachen, Begriffssystemen und Theorien."[55]

Sie soll ermöglichen, sich mit politikwissenschaftlich und philosophisch relevanten Texten derart zu beschäftigen, daß diese trotz eines (eventuell größeren) zeitlichen Abstands für den heutigen Leser noch sinnhaft und aussagekräftig bleiben.[56]

Das Verfahren der rationalen Rekonstruktion umfaßt drei Prinzipien, welche im folgenden kurz vorgestellt werden.

2.2.2 Similarität

Das erste, relativ vage anmutende Prinzip der rationalen Rekonstruktion wird Similarität genannt.[57] Danach muß die (aus dem Text abstrahierte) Theorie so wiedergegeben bzw. dargestellt werden, daß sie in Einklang mit den Grundideen des Autors bleibt. Das bedeutet, daß konstruktive Tätigkeit und historische Methode miteinander verbunden werden müssen.[58] Hierbei erweist sich als notwendig, daß man die Begriffs- und Problementwicklungen des Autoren untersucht sowie gegebenenfalls die entsprechenden (wissenschafts-) geschichtlichen Hintergründe in Betracht zieht.[59] Zentrales Anliegen ist dabei, daß die Grundideen des Autors erkannt werden und daß man den Text aus der Sichtweise des Autors rekonstruiert.[60]

2.2.3 Präzision

Das zweite Prinzip der rationalen Rekonstruktion, welches mit dem Begriff der Präzision belegt wird,[61] fordert, daß man die rekonstruierte Theorie durch präzise Begriffe darzustellen hat. Das bedeutet, daß man gegebenenfalls Texte so reformulieren muß, daß sie in der (heutigen) Wissenschaftssprache stringent und nachvollziehbar bleiben.[62] Anschließend sollte man in den Texten vorkommende Begriffe, die in anderen historischen, gesellschaftlichen und wissenschaftlichen bzw. wissenschaftstheoretischen Kontexten andere Bedeutungen besaßen, in die moderne Wissenschaftssprache "übersetzen", ohne daß dabei inhaltliche Bedeutungsverschiebungen entstehen.

2.2.4 Konsistenz

Das dritte Prinzip der (rationalen) Rekonstruktion heißt Konsistenz.[63] Einschlägig ist es dann, wenn einander widersprechende rational rekonstruierte Interpretationen eines Textes möglich sind. Ausschlaggebend ist hierbei der Grad der Adäquatheit.[64] Unter dem Grad der Adäquatheit können so verschiedene Dinge wie Nähe bzw. Ferne zu der intuitiven Bedeutung eines Textes als auch eine mehr oder weniger exakte Darstellung eines Textes subsumiert werden.[65] Falls zwei Interpretationsmöglichkeiten eines Textes gleichberechtigt möglich sind, so ist der konsistenteren (im Sinne von "zusammenhängend in der Gedankenführung"[66] ) der Vorzug zu geben.[67] Um einen Text konsistent wiedergeben zu können, müssen die Anforderungen der Similarität und der Präzision erfüllt werden, was darin mündet, daß der Text als stringente und widerspruchsfreie Argumentation dargestellt werden kann.[68] Aus der Darstellung der dritten Anforderung der rationalen Rekonstruktion ergibt sich, daß der Text als mögliches Modell oder als mögliche Theorie dargestellt werden muß. Anhand dieses Modells kann dann die Brauchbarkeit und Relevanz (alter) politischer, historischer und philosophischer Ideen überprüft werden.

2.2.5 Die reduktive rationale Rekonstruktion

In der wissenschaftstheoretischen bzw. -philosophischen Diskussion bezeichnen "intertheoretische Relationen" den "Einbettungsvorgang" einer Theorie T in eine reichere Theorie T' bzw. wird geprüft, ob die Theorie T auf die reichere Theorie T' reduziert werden kann.[69] In dem diesem Buch zugrundeliegenden politikwissenschaftlich-steuerungstheoretischen Kontext kann allerdings nicht von "intertheoretischen Relationen" gesprochen werden, denn diese Terminologie kann namensgetreu nur zwischen Theorien angewendet werden. Im politikwissenschaftlich-steuerungstheoretischen Kontext liegen allerdings lediglich analytische Modelle vor, weshalb im folgenden der Begriff "interkonzeptuelle Relationen" verwendet wird.[70] Ist die Theorie T auf die andere, reichere Theorie T' reduzierbar, so ist wissenschaftlicher Fortschritt gegeben.[71] Bei solch einer gegebenen Reduzierbarkeit werden die Begriffe der Kommensurabilität bzw. der Kompatibilität für diesen Sachverhalt verwendet. Bei einer nicht gegebenen Reduzierbarkeit hingegen wird von Inkommensurabilität bzw. Inkompatibilität gesprochen.[72] Baut man den weiter oben bereits angerissenen Aspekt der (wissenschaftlichen) Innovation hinsichtlich dieser Überlegungen aus, so ergibt sich folgendes Bild: "Ein Modell bzw. Konzept wird hinsichtlich seines theoretischen Gehaltes als "innovativ" bezeichnet, wenn mit ihm "reduktive Rekonstruktionen" anderer Ansätze vorgenommen werden können oder sich neue, bestätigbare empirische Hypothesen daraus ableiten lassen."[73]

3. Selbstorganisationskonzepte: Die "Theorie der Autopoiese"

Eine bis in (aller-) letzte Details ausgearbeitete rationale Rekonstruktion der "Theorie der Autopoiese" ist in diesem Zusammenhang nicht unbedingt erforderlich. Wichtig ist in dem vorgegebenen Kontext ein grundlegendes Verständnis der "Theorie der Autopoiese" entwickeln zu können, da das Theoriemodell Strukturelle Kopplung auf der Autopoiesetheorie aufbaut und diese gleichzeitig weiterentwickelt. Weiterhin notwendig erscheint die Rekonstruktion, um eine sowohl begrifflich als auch konzeptionell bessere komparative Grundlage zu den münchschen Steuerungspartialmodellen entwickeln zu können.

Da sich das an der Universität Stuttgart von Görlitz/Druwe entwickelte Rezeptionsverständnis der "Theorie der Autopoiese" zum Teil grundlegend von den anderen Rezeptionsvarianten unterscheidet, böte es sich an, Vergleiche zu anderen vorhandenen sozialwissenschaftlichen Rezeptionsversionen zu ziehen und damit diese zumindest in rudimentären Zügen anzudeuten bzw. zu skizzieren. Dies ist aus Platzgründen nicht möglich. Einzelverweise müssen deshalb gegebenenfalls genügen.

Das auffallende und als besonders innovativ zu betrachtende Moment der Stuttgarter Autopoieserezeption ist vor allem der von den Natur- in die Sozialwissenschaften vorgenommene Konzept- und Wissenschaftstransfer. Der Konzept- und Wissenschaftstransfer sowie das metatheoretische Hintergrundverständnis wurde in dieser Form bei keiner anderen (sozialwissenschaftlichen) Variante der Autopoiesetheorie vorgenommen. Deshalb wird die Bewerkstelligung dieses Transfers von einer Wissenschaft (-sart) in eine andere in einem ersten Schritt beschrieben. Als zweiter Schritt wird darauf die "Theorie der Autopoiese" rekonstruiert. Im letzten Teil dieses Kapitels wird aus Illustrationsgründen eine simple, beispielhafte Anwendung der "Theorie der Auopoiese" skizziert.

3.1 Wissenschaftstheoretische Implikationen des Konzept- und Wissenschaftstransfers der "Theorie der Autopoiese" von den Natur- in die Sozialwissenschaften

Bei der "Theorie der Autopoiese" handelt es sich um ein biologisch-systemtheoretisches Konzept bzw. Modell.[74] Systemtheorien beanspruchen "erklärend und nicht wertend vorzugehen."[75] Diese (erklärende und nicht bewertende) "Neutralität" wird dann im gleichen Atemzug aber wieder bezweifelt, da Überleben als höchstes Primat der Systemtheorie natürlich in seiner Grundausrichtung einen normativen Charakter besitzt.[76] Die "Theorie der Autopoiese" stellt in ihrer ursprünglichen Form entgegen der Namensankündigung keine eigentliche Theorie, sondern ein aus analytischen Begriffen (analytischer Begriff hier als "abhängig von der im Modell dafür angegebenen Definition"[77] ) bestehendes Modell in qualitativer Sprache dar.[78] Qualitative Sprache ist als Antonym zur mathematisch formalisierten quantitativen Sprache zu verstehen: "Die qualitative Sprache ist die "primitivste" Stufe der wissenschaftlichen Begriffsbildung. Durch sie wird ein Grundbereich von Gegenständen erschöpfend in disjunkte Teilbereiche zerlegt."[79]

Die Modellart der "Theorie der Autopoiese" firmiert unter dem Etikett reales Model, wobei diese Bezeichnung "umschreibt, daß sich die "Theorie der Autopoiese" auf reale Gegenstände ... beziehen möchte."[80] Theorien im wissenschaftstheoretischen Sinne setzen sich aus qualitativer und quantitativer Sprache zusammen und sind "für erfahrungswissenschaftliche Aussagen reserviert."[81] Diesem Anspruch kann die "Theorie der Autopoiese" (vorerst) nicht gerecht werden, obwohl prinzipiell eine Formalisierung in quantitativer Sprache denkbar ist. Der dargestellte Sachverhalt bedeutet, daß (noch) "keine empirische Theorie, sondern ein analytisches Modell, das durch Generalisierung und begriffliche Abstraktion auf der Grundlage vorhandener empirischer Erkenntnisse formuliert wurde"[82] vorliegt. Naturwissenschaftliche Theorien erheben den Anspruch Realität zu explizieren, (sozialwissenschaftlich-systemtheoretische) Modelle hingegen sind als Abstraktionen über Theorien anzusehen, kurz: "Systemtheoretische Modelle stehen zu naturwissenschaftlichen Theorien also im Verhältnis Meta- zu Objektaussagen."[83] Damit die "Theorie der Autopoiese" (wieder) von einem Modell in eine Theorie transformiert werden kann, ist eine empirische Überprüfung des Modells und seiner Terme mittels eines empirischen Relativs notwendig.[84] Diese Transformation ermöglicht es dann im Gegensatz zu den rein modellanalytischen Postulaten zu empirisch gehaltvollen Erkenntnissen und Ergebnissen zu kommen.

Wie läßt sich nun aber das originär biologisch-systemtheoretische Modell konkret auf die Sozialwissenschaften übertragen und welcher wissenschaftliche Gewinn läßt sich daraus erhoffen? Die Autopoieseanwendung auf sozialwissenschaftliche Teilausschnitte erfordert besondere "Übertragungskonzepte bzw. -verfahren", die im folgenden skizziert werden.

Aus der Inhaltsneutralität der zentralen Modellbegriffe der systemtheoretisch-biologischen "Theorie der Autopoiese" von Maturana/Varela ergibt sich ihre prinzipielle Übertragbarkeit auf andere wissenschaftliche Disziplinen, zumindest dann, wenn die (originären) Axiome erfüllt werden.[85] Bei dieser Art der Modellübertragung muß die anvisierte Zielstruktur die gleichen Formeln wie die Ausgangsstruktur erfüllen, was folglich bedeutet, daß im "Falle der Übertragung der "Theorie der Autopoiese" auf die Sozialwissenschaften ... daher die Objekte, die mittels der Autopoiesistheorie untersucht werden sollen, als autopoietische Strukturen rekonstruiert werden" müssen.[86] In der politikwissenschaftlichen Variante ist es also nötig zu untersuchen, ob soziale Systeme den postulierten Modellaxiomen der biologisch-systemtheoretischen "Theorie der Autopoiese" entsprechen bzw. ob sie als autopoietische Systeme rekonstruiert werden können. Ist dies der Fall, so ist die Autopoiesetheorie ohne Erkenntnisverlust aus den Natur- in die Sozialwissenschaften übertragbar.[87] Nach dieser Übertragung befindet man sich allerdings immer noch auf der Ebene eines realen Modells. Reales Modell, "d.h. ein logisch stringentes Konstrukt, in dem bestimmte theoretische Therme (z.B. autopoietisches System) durch empirische Begriffe (z.B. Individuum, Gesellschaft) ersetzt wurden."[88] Um die Modellebene verlassen zu können und zu empirisch stichhaltigen Aussagen kommen zu können "müssen die Axiome des Modells in empirische Sätze "übersetzt" werden; damit bildet man - in einem induktiven Prozeß - ein empirisches Relativ, aus dem Hypothesen entstehen können."[89]

Das anvisierte Ziel dieses Konzept- und Wissenschaftstransfers ist die Projektion des rekonstruierten Autopoiesemodells auf soziale Phänomene inklusive steuerungstheoretischer Interpretationen: "Voraussetzung der steuerungstheoretischen Verwendung des autopoietischen Systemmodells ist seine sozialtheoretische Interpretation ... Zunächst wird das autopoietische System auf soziale Phänomene übertragen; Resultat ist ein analytisches Modell von Gesellschaft als autopoietisches System, das dann in eine empirische Beschreibung umgewandelt wird."[90] Die aus diesem Vorgehen gewonnenen theoretischen Implikationen und Postulate werden zur Analyse sozialer Systeme benutzt. Die Analyse sozialer Systeme bleibt nicht nur bei einer rein heuristischen[91] Analyse stehen, sondern impliziert dann die Thematisierung von Steuerbarkeitsproblematiken und möglichem antizipierendem Krisenmanagement.[92] Letzteres ist erforderlich, um beispielsweise unerwünschten Gesellschaftsentwicklungen (und -strömungen) entgegensteuern zu können.

3.2 Eigentliche Rekonstruktion der "Theorie der Autopoiese"

Als erster Schritt soll die "Theorie der Autopoiese" in der von Maturana/Varela entwickelten Form als analytisches Modell rekonstruiert werden.[93] Dies geschieht - wie bereits mehrfach erwähnt - in dem Rezeptionsverständnis von Görlitz und Druwe. Diesbezügliche Modifikationen Burths - die hier aber nicht besonders gekennzeichnet werden - finden dabei Berücksichtigung.

Zentrale Axiomatik der "Theorie der Autopoiese" ist, daß alle lebenden Systeme per definitionem autopoietische, d.h. sich selbst organisierende Systeme sind. Dieses Axiom wird durch weitere spezifiziert:

A. Autopoietische Organisation ist bei allen lebenden Systemen vorhanden und sie definiert die Einheit des Systems. Das heißt, daß die Organisation aller autopoietischen Systeme identisch ist und diese Organisation eine Distinktion zur Umwelt ermöglicht.
B. Bestandteile und Relationen zwischen Bestandteilen konstituieren autopoietische Systeme.
C. Relationstypen zwischen Bestandteilen gibt es dreierlei: (1) Räumliche Ausdehnung des Systems wird durch die Konstitutionsrelation erzeugt. (2) Die Identität des Systems wird von der Spezifitätsrelation determiniert. (3) Kontrolliert wird der autopoietische Prozeß durch die Ordnungsrelation.
D. Autopoietische Systeme sind organisationell geschlossen, da Bestandteile Relationen und Relationen Bestandteile erzeugen. Daraus ergibt sich eine zirkuläre Kausalität, welche das System erst erzeugt. Kurz, das System organisiert sich selbst, ja es stellt sich sogar selber her.

[...]


[1] Burth, H.P., Steuerung unter der Bedingung struktureller Koppelung, S. 53

[2] Görlitz, A., Burth, H.P., Politische Steuerung, S. 48

[3] Zum Begriff der Hyponomie vgl. Bußmann, H., Lexikon der Sprachwissenschaft, S. 317

[4] Dye, T. R., Policy Analysis, What Governments do, why they do it, and what difference it makes, S. 1

[5] Druwe, U., Politik, in: Görlitz, A., Prätorius, R. (Hrsg.), Handbuch Politikwissenschaft, Grundlagen - Forschungsstand - Perspektiven, S. 394

[6] Vgl. Görlitz, A., nach einem Mitschrieb der Vorlesung "Politikfeldanalyse" im Sommersemester 1996 an der Universität Stuttgart

[7] Druwe, U., Politische Theorie, S. 358

[8] Vgl. hierzu Gabriel, O.W., Systemtheorien, in: Gabriel, O.W. (Hrsg.), Grundkurs politische Theorie, S. 227

[9] Münch, R., Globale Dynamik, lokale Lebenswelten, S. 31

[10] Stark, C., Die politische Theorie der Interpenetration, Richard Münch, in: Brodocz, A, Schaal, G.S., Politische Theorien der Gegenwart, S. 268

[11] Jann, W., Kategorien der Policy-Forschung, Speyrer Arbeitshefte 39, S. 38

[12] Beyme, K. v., Policy Analysis und traditionale Politikwissenschaft, in: Hartwich, H.-H. (Hrsg.), Policy-Forschung in der Bundesrepublik Deutschland, S. 21 f.

[13] Windhoff-Héritier, A., Policy-Sciences, in: Gabriel, O.W. (Hrsg.), Grundkurs politische Theorie, S. 268 f.

[14] Görlitz, A., Burth, H.P., Politische Steuerung, S. 50

[15] Ebd., S. 50

[16] Görlitz, A., Mediales Recht als politisches Steuerungskonzept, in: Görlitz, A. (Hrsg.), Politische Steuerung sozialer Systeme, S. 14

[17] Görlitz, A., Steuerungstheoretische Problemlösungsansätze, in: Görlitz, A., (Hrsg.), Umweltpolitische Steuerung, S. 58

[18] Görlitz, A., Mediale Steuerung, in: Görlitz, A.; Druwe, U. (Hrsg.), Politische Steuerung und Systemumwelt, S. 12

[19] Vgl. das Beispiel "Verkehr" in: Görlitz, A., Burth, H.P., Politische Steuerung, S. 50 ff.

[20] Görlitz, A., Vorwort, in: Burth, H.P., Steuerung unter der Bedingung struktureller Koppelung, S. 9

[21] Windhoff-Héritier, A., Policy-Sciences, in: Gabriel, O.W. (Hrsg.), Grundkurs politische Theorie, S. 267

[22] Görlitz, A., Steuerungstheoretische Problemlösungsansätze, in: Görlitz, A. (Hrsg.), Umweltpolitische Steuerung, S. 68

[23] Vgl. Druwe, U., Politische Theorie, S. 332 ff.

[24] Görlitz, A., Burth, H.P., Politische Steuerung, S. 223

[25] Burth, H.P., Steuerung unter der Bedingung struktureller Koppelung, S. 25

[26] Görlitz, A., Burth, H.P., Politische Steuerung, S. 197 ff.

[27] Dies ergibt sich weiterhin eindeutig aus dem Rekonstruktionsverständnis der Theorie autopietischer Systeme. Vgl. dazu Druwe, U., Rekonstruktion der "Theorie der Autopoiese" als Gesellschafts- und Steuerungsmodell, in: Görlitz, A. (Hrsg.), Politische Steuerung sozialer Systeme, S. 35-58

[28] Vgl. Burth, H.P., Steuerung unter der Bedingung struktureller Koppelung, S. 227 ff.

[29] Vgl. ebd., S. 234

[30] Vgl. ebd., S. 301

[31] Burth, H.P., Steuerung unter der Bedingung struktureller Koppelung, S. 228

[32] Vgl. Burth, H.P., Steuerung unter der Bedingung struktureller Koppelung, S. 311 f.

[33] Burth, H.P., Steuerung unter der Bedingung struktureller Koppelung, S. 312

[34] Vgl. das Schaubild, in: Burth, H.P., Steuerung unter der Bedingung struktureller Koppelung, S. 319

[35] Die Gesellschafts- und Staatstheorie Richard Münchs ist sicherlich auch zu einem guten Teil als steuerungstheoretische Partialkonzepte aufzufassen, weshalb dieser Terminus teilweise im folgenden verwendet werden.

[36] Zu den Begriffen der Kommensurabilität und der Kompatibilität vgl. die Ausführungen in Kapitel 2.2.5

[37] Diese angesprochenen eventuell übernommenen Kenntnisse können auf völlig verschiedenen Ebenen des steuerungstheoretischen Theoriemodells zu lokalisieren sein.

[38] Burth, H.P., Steuerung unter der Bedingung struktureller Koppelung, S. 295

[39] Stark, C., Die politische Theorie der Interpenetration, Richard Münch, in: Brodocz, A, Schaal, G.S., Politische Theorien der Gegenwart, S. 264 f.

[40] Vgl. z.B. Münch, R., Theorie des Handelns, Zur Rekonstruktion der Beiträge von Talcott Parsons, Emile Durkheim und Max Weber

[41] Stark, C., Die politische Theorie der Interpenetration, Richard Münch, in: Brodocz, A, Schaal, G.S., Politische Theorien der Gegenwart, S. 265

[42] Diese Aussagen referieren auf den rein analytischen Steuerungsbegriff: Hierbei sind erstaunlich enge Parallelitäten zwischen der Strukturellen Kopplung und Münchs Interpenetration nicht zu verkennen.

[43] Görlitz, A., Vorwort, in: Burth, H.P., Steuerung unter der Bedingung struktureller Koppelung, S. 10

[44] Im folgenden wird nur noch das Kürzel HO-Schema verwendet.

[45] Stegmüller, W., Probleme und Resultate der Wissenschaftstheorie und Analytischen Philosophie, Band 1, S. 124

[46] Druwe, U., Politische Theorie, S. 37

[47] Burth, H.P., Steuerung unter der Bedingung struktureller Koppelung, S. 22

[48] Druwe, U., Politische Theorie, S. 37

[49] Burth, H.P., Steuerung unter der Bedingung struktureller Koppelung, S. 22

[50] Druwe, U., Politische Theorie, S. 37

[51] Burth, H.P., Steuerung unter der Bedingung struktureller Koppelung, S. 22

[52] Zu der Klammerung des Begriffes "rational", vgl.: Druwe, U., Politische Theorie, S. 57, Fn 12; im folgenden wird der Begriff "rational" nicht mehr in Klammern angegeben

[53] Hauff, J., Hermeneutik, in: Hauff/Heller/Hüppauf/Köhn/Philippi, Methodendiskussion, S. 1

[54] Druwe, U., Politische Theorie, S. 57

[55] Stegmüller, W., Probleme und Resultate der Wissenschaftstheorie und Analytischen Philosophie, Band 2, S. 3

[56] Stegmüller, W., Aufsätze zu Kant und Wittgenstein, S. 1

[57] Druwe, U., Politische Theorie , S. 57

[58] Stegmüller, W., Aufsätze zu Kant und Wittgenstein, S. 2

[59] Ebd., S. 2

[60] Druwe, U., Politische Theorie, S. 57

[61] Ebd., S. 58

[62] Stegmüller, W., Aufsätze zu Kant und Wittgenstein, S. 2 ff. sowie Druwe, U., Politische Theorie, S. 58

[63] Druwe, U., Politische Theorie, S. 58

[64] Stegmüller, W., Aufsätze zu Kant und Wittgenstein, S. 4

[65] Ebd., S. 4

[66] Duden, S. 873

[67] Stegmüller, W., Aufsätze zu Kant und Wittgenstein, S. 4 f.

[68] Druwe, U., Politische Theorie, S. 58

[69] Burth, H.P., Steuerung unter der Bedingung struktureller Koppelung, S. 38 mit Verweis auf Stegmüller, W., Die Entwicklung des neuen Strukturalismus seit 1973, S. 128

[70] Ebd., S. 38

[71] Stegmüller, W., Neue Wege der Wissenschaftsphilosophie, S. 82

[72] Vgl. Burth, H.P., Steuerung unter der Bedingung struktureller Koppelung, S. 38

[73] Burth, H.P., Steuerung unter der Bedingung struktureller Koppelung, S. 38

[74] Druwe, U., Vom Modell zur Theorie, in: Görlitz, A.; Druwe, U. (Hrsg.), Politische Steuerung und Systemumwelt, S. 45

[75] Thiery, P., Moderne Politische Theorie, in: Mols, M., Lauth, H.-J., Wagner, C., Politikwissenschaft: Eine Einführung, S. 216

[76] Vgl. mit Beispielen Thiery, P., Moderne Politische Theorie, in: Mols, M., Lauth, H.-J., Wagner, C., Politikwissenschaft: Eine Einführung, S. 216

[77] Druwe, U., Politische Theorie, S. 353

[78] Ebd., S. 349

[79] Druwe, U., Rekonstruktion der "Theorie der Autopoiese" als Gesellschafts- und Steuerungsmodell, in: Görlitz, A. (Hrsg.), Politische Steuerung sozialer Systeme, S. 38

[80] Druwe, U., Vom Modell zur Theorie, in: Görlitz, A.; Druwe, U. (Hrsg.), Politische Steuerung und Systemumwelt, S. 45

[81] Druwe, U., Rekonstruktion der "Theorie der Autopoiese" als Gesellschafts- und Steuerungsmodell, in: Görlitz, A. (Hrsg.), Politische Steuerung sozialer Systeme, S. 40

[82] Görlitz, A., Burth, H.P., Politische Steuerung, S. 203 f.

[83] Druwe, U., Rekonstruktion der "Theorie der Autopoiese" als Gesellschafts- und Steuerungsmodell, in: Görlitz, A. (Hrsg.), Politische Steuerung sozialer Systeme, S. 38

[84] Druwe, U., Vom Modell zur Theorie, in: Görlitz, A.; Druwe, U. (Hrsg.), Politische Steuerung und Systemumwelt, S. 46

[85] Ebd., S. 48

[86] Druwe, U., Rekonstruktion der "Theorie der Autopoiese" als Gesellschafts- und Steuerungsmodell, in: Görlitz, A. (Hrsg.), Politische Steuerung sozialer Systeme, S. 46

[87] Ebd., S. 46

[88] Görlitz, A., Steuerungstheoretische Problemlösungsansätze, in: Görlitz, A. (Hrsg.), Umweltpolitische Steuerung, S. 73

[89] Ebd., S. 73 f. mit Verweis auf Druwe, U., Vom Modell zur Theorie, in: Görlitz, A.; Druwe, U. (Hrsg.), Politische Steuerung und Systemumwelt, S. 48 ff.

[90] Görlitz, A., Burth, H.P., Politische Steuerung, S. 224

[91] Zum Begriff der Heuristik vgl. Görlitz, A., Burth, H.P., Politische Steuerung, Fn. 342, S. 131 f.

[92] Vgl. Görlitz, A., Mediales Recht als politisches Steuerungskonzept, in: Görlitz, A., Politische Steuerung sozialer Systeme, S. 15 und 17

[93] Vgl. zum folgenden vor allem Burth, H.P., Steuerung unter der Bedingung struktureller Koppelung, S. 161 ff. und Görlitz, A., Burth, H.P., Politische Steuerung, S. 206 ff. sowie Druwe, U., Politische Theorie, S. 348 ff., Druwe, U., Rekonstruktion der "Theorie der Autopoiese" als Gesellschafts- und Steuerungsmodell, in: Görlitz, A. (Hrsg.), Politische Steuerung sozialer Systeme, S. 37 ff sowie Druwe, U., Vom Modell zur Theorie, in: Görlitz, A.; Druwe, U. (Hrsg.), Politische Steuerung und Systemumwelt, S. 49 ff.

Details

Seiten
105
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783836608275
Dateigröße
628 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v225510
Institution / Hochschule
Universität Stuttgart – Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Sozialwissenschaften, Abteilung Politische Theorie und Politikfeldanalyse
Note
1,0
Schlagworte
politologie mikrotheorie gesellschaftstheorie makrotheorie politische soziologie

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Gesellschaftspolitische Steuerung