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Multinationale Unternehmen: Vertikale versus horizontale Integration

Theorie und Empirie

Diplomarbeit 2006 58 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Gliederung

I GLIEDERUNG

II ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

III ABBILDUNGSVERZEICHNIS

1. Einleitung
1.1. Motivation und Ziel der Arbeit
1.2. Aufbau und Vorgehensweise

2. Multinationale Unternehmen und Auslandsdirektinvestitionen
2.1. Definitionen
2.2. Formen von Auslandsdirektinvestitionen
2.3. Die Bedeutung von Auslandsdirektinvestitionen und neuere Trends

3. Die Theorie der horizontalen Integration
3.1. Das Modell von Markusen und Venables (1998)
3.2. Komparative Statik aus den „Impact Effects“
3.3. Ergebnisse der Komparativen Statik
3.4. Grafische Darstellung des Modells
3.5. Kritische Betrachtung des Modells nach Markusen und Venables (1998)

4. Die Theorie der vertikalen Integration
4.1. Das Modell von Helpman (1984)
4.2. Eine grafische Analyse des Modells
4.3. Multinationale Aktivitäten innerhalb des Modells
4.4. Kritische Betrachtung des Modells nach Helpman (1984)

5. Empirische Evidenz der Theorien
5.1. Motivation der Analyse
5.2. Grundlagen des Knowledge-Capital-Modells
5.3. Annahmen des Knowledge-Capital-Modells
5.4. Ergebnisse der Simulation
5.5. Spezifikation der Regression
5.6. Ergebnisse der Schätzung
5.7. Interpretation der Ergebnisse
5.8. Das KC-Modell: Kritik und Zusammenfassung

6. Fazit

IV-VI LITERATURVERZEICHNIS

VII-XIV ANHANG

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Auslandsdirektinvestitionen als Anteil (%) am Bruttoinlandsprodukt weltweit

Abb. 2: Zu- und Abflüsse von Auslandsdirektinvestitionen nach Regionen aufgeteilt

Abb. 3: ADI Flüsse und ADI Bestand als Anteil am GFCF / GDP

Abb. 4: Ausgewählte Indikatoren von ADI und der internationalen Produktion

Abb. 5: Wachstumsraten von ADI und Bruttoinlandsprodukt in %, 1980-2004

Abb. 6: Edgeworth-Box mit Weltausstattung an Arbeit (L) und Ressourcen (R)

Abb. 7: Edgeworth-Box mit Ausstattung zweier Länder an Arbeit (L) und Faktor H

Abb. 8: Edgeworth-Box mit multinationalen Aktivitäten

Abb. 9: Produktionsvolumen der “affiliates”: 25% Handelskosten

Abb. 10: Produktion der „affiliates“ in Land f von Unternehmen aus Land h

Abb. 11: Veränderung in der Produktion der „affiliates“

Abb. 12: Definitionen und Statistik

Abb. 13: Theoretische und empirische Auswirkungen der Determinanten

der Investition auf das reale Absatzvolumen (Real Sales)

Abb. 14: Ergebnisse des Grundmodells: OLS, WLS & Tobit

Abb. 15: „fixed effects“-Schätzung des Grundmodells: OLS, WLS & Tobit

1. Einleitung

1.1. Motivation und Ziel der Arbeit

Der enorme Anstieg von Auslandsdirektinvestitionen (ADI) durch multinationale Unternehmen (MNU) in den letzten zwanzig Jahren ist eines der deutlichsten Zeichen der Globalisierung der Weltwirtschaft. Auslandsdirektinvestitionen sind zum wichtigsten Bestandteil von privaten Kapitalflüssen zwischen Ländern geworden. Durch die immense, wirtschaftliche Integration weltweit, die viele Handelsbarrieren und Hindernisse für internationale Investitionen beseitigt hat, entstanden immer mehr und größere multinationale Unternehmen. Laut Weltbank[1] wuchs das Volumen von Auslandsdirektinvestitionen von ca. US$ 55 Mrd. im Jahre 1985 auf US$ 573 Mrd. im Jahre 2003, mit einem zwischenzeitlichen Höchststand von US$ 1511 Mrd. im Jahr 2000. Diese Entwicklung lässt sich auch als Anteil der Auslandsdirektinvestitionen am Bruttoinlandsprodukt weltweit darstellen (siehe Abb. 1).

Abbildung 1[2]: Auslandsdirektinvestitionen als Anteil (%) am Bruttoinlandsprodukt weltweit, 1970-2003

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

_____ Länder mit hohem Einkommen ----- Länder mit niedrigem bis mittlerem Einkommen

Die Tatsache führte dazu, dass Ökonomen ein zunehmendes Interesse an den Ursachen und Folgen dieser Entwicklungen fanden und immer stärker nach Gründen suchten, die für die zunehmende multinationale Ausrichtung von Unternehmen Erklärungen abgaben.

Im Folgenden werden zwei Theorieansätze sowie ein empirischer Teil dargestellt, die versuchen, den internationalen Handel durch multinationale Unternehmen zu erklären. D.h. sie geben Antworten auf die Frage, warum Länder miteinander Handel treiben, welche Güter exportiert und welche importiert werden und welche Anpassungsprozesse bei der Existenz von Handelsbarrieren ablaufen.

Das Ziel dieser Arbeit ist es weiterhin die Gründe, sowie die unterschiedlichen Möglichkeiten eines Unternehmens sich multinational auszurichten, darzustellen, und zu zeigen, welche Bedingungen bzw. Vorraussetzungen hierfür gegeben sein müssen. Ein Unternehmen muss verschiedene Entscheidungen treffen, bevor es eine Investition im Ausland tätigt. Falls man sich jedoch entschieden hat zu investieren bleibt immer noch die Frage, in welcher Form und in welchem Ausmaß man das tun sollte: den kompletten Produktionsprozess ins Ausland verlagern (horizontale Integration) oder die Produktion von Zwischen- und Endprodukten international auf verschiedene Länder aufteilen (vertikale Integration)? Im Fokus der Arbeit steht die Beantwortung dieser Frage, die Vor- und Nachteile der beiden Formen für die Unternehmung, unter welchen Vorraussetzungen solche Unternehmen entstehen, welche Handelsmuster sich daraus ableiten lassen sowie die Auswirkungen auf die Ziel- und Herkunftsländer der Investitionen.

1.2. Aufbau und Vorgehensweise

In Kapitel 2 werden wir uns zunächst mit den Begriffen der Auslandsdirektinvestition und der multinationalen Unternehmung auseinandersetzen und diese definieren. Weiterhin werden spezielle Formen der Auslandsdirektinvestition, namentlich die vertikale und die horizontale Auslandsdirektinvestition, vorgestellt und die jeweils wesentlichen Erkennungsmerkmale dieser genannt. Kapitel 2 schließt mit einigen Zahlen und Fakten, die die Bedeutung von Auslandsdirektinvestitionen in unserer globalisierten Welt unterstreichen und stellt neueste Trends und Entwicklungen dar. In Kapitel 3 beginnt der eigentliche Hauptteil. Er beinhaltet das erste theoretische Modell dieser Arbeit (nach Markusen und Venables (1998)) und beschäftigt sich mit der horizontalen Integration einer multinationalen Unternehmung. Zunächst wird das Grundmodell vorgestellt, welches im folgenden Teil in der Komparativen Statik untersucht wird. Nach den Ergebnissen der Komparativen Statik folgt eine grafische Darstellung des Modells. Schließlich endet Kapitel 3 mit einer kritischen Betrachtung des Modells.

In Kapitel 4 wird das zweite theoretische Modell dieser Arbeit (nach Helpman (1984)) dargestellt.

Dieses beschäftigt sich mit der vertikalen Integration der multinationalen Unternehmung.

Es beginnt ebenfalls mit der Vorstellung des Grundmodells, fährt mit einer grafischen Analyse fort, geht anschließend auf multinationale Aktivitäten innerhalb des Modells ein und endet schließlich wiederum mit einer kritischen Betrachtung des Modells.

In Kapitel 5 wird das theoretische Hybrid aus horizontaler und vertikaler Auslandsdirektinvestition, das sogenannte Knowledge-Capital-Modell nach Markusen et al. (1996) und Markusen (1997), vorgestellt und anschließend auf seine Konsistenz mit der Realität anhand der Arbeit von Carr et al. (2001) empirisch getestet. Die vorliegende Arbeit schließt mit dem Fazit in Kapitel 6. Hier werden nochmals die erarbeiteten Ergebnisse und Erkenntnisse genannt und es wird ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen von multinationalen Unternehmen und Auslandsdirektinvestitionen gegeben.

2. Multinationale Unternehmen und Auslandsdirektinvestitionen

2.1. Definitionen

Um im weiteren Verlauf der Arbeit über Auslandsdirektinvestitionen (ADI) und multinationale Unternehmen (MNU) zu sprechen, ist es hilfreich, diese zunächst zu definieren. Auslandsdirektinvestitionen sind ein Teil von internationalen Kapitalflüssen, neben Portfolio-Investitionen und anderen Kapitalflüssen, wie z.B. Verbindlichkeiten gegenüber Banken. Es existiert keine einheitliche Definition von Auslandsdirektinvestitionen, jedoch beinhalten die Meisten von ihnen ähnliche Elemente. Im Folgenden verwende ich die Definitionen des Internationalen Währungsfonds (1993) und der OECD (1996), welche besagen, dass Auslandsdirektinvestitionen alldiejenigen grenzüberschreitenden Investitionen einer Wirtschaftseinheit umfassen („Direktinvestor“), welche dem Aufbau und der Erhaltung einer langfristigen Beziehung zwischen Direktinvestor und dem, sich in einem anderen Land befindlichen, empfangenden Unternehmen dienen. Die gewünschte langfristige Beziehung beider Wirtschaftseinheiten ist vom Kontrollinteresse des Investors über das Management des Zielunternehmens geprägt.

Gemäß der OECD-Definition muss ein Investor einen Mindestanteil von 10% der Aktien bzw. Stimmrechte eines Unternehmens besitzen, um einen entsprechenden Einfluss auf dieses nehmen zu können. Der Begriff der Auslandsdirektinvestition umfasst hierbei nicht nur die Anfangsinvestition der beiden Wirtschaftseinheiten, sondern auch alle nachfolgenden Kapitaltransaktionen zwischen den beiden Partnern. Multinationale Unternehmen sind laut OECD wie folgt definiert: „Es besteht eine multinationale Unternehmung, wenn diese zwei oder mehr Tochtergesellschaften in unterschiedlichen Wirtschaftsräumen hat.“ Daraus folgt, dass eine rein inländische Unternehmung multinational werden kann, indem sie Tochtergesellschaften bzw. Beteiligungen im Ausland schafft oder aquiriert und dies wiederum impliziert, dass multinationale Unternehmen und Auslandsdirektinvestitionen als Synonyme verwendet werden können. Im Vergleich zur nationalen Unternehmung wird angenommen, das multinationale Unternehmen besondere Vorteile wie z.B. eine überlegene Technologie oder aber niedrigere Kosten (durch Skaleneffekte) haben, die es für sie profitabel machen, eigene Produktionsanlagen im Ausland zu errichten, anstatt den lokalen Markt im Ausland durch Exporte zu beliefern, da „zusätzliche Kosten durch Geschäfte im Ausland und den Export zu erwarten sind.

Diese beinhalten die Kommunikations- und Transportkosten, die erhöhten Kosten für das Personal im Ausland, die vorhandenen Sprachbarrieren, Zölle und die Ferne zum lokalen Markt und dessen Netzwerk.“[3]

2.2. Formen von Auslandsdirektinvestitionen

Es lassen sich horizontale und vertikale Auslandsdirektinvestitionen einer multinationalen Unternehmung unterscheiden. Horizontale Auslandsdirektinvestitionen dienen dazu, die mit dem Export der Produkte verbundenen Kosten, durch Gründung eines Tochterunternehmens bzw. Beteiligung an einem Unternehmen, zu umgehen. Dabei wird das Tochterunternehmen bzw. das beteiligte Unternehmen als Exportplattform für den ausländischen Mutterkonzern eingesetzt.

Durch diese Form können, wie bereits genannt, typische Marktzutrittsbarrieren (Zölle, etc.) umgangen werden. Die Unternehmung kopiert ihre Aktivitäten aus dem Heimatland und überträgt diese auf die ausländischen Produktionsanlagen.

Bei vertikalen Auslandsdirektinvestitionen wird der Produktionsprozess geografisch aufgeteilt, was bedeutet, dass die verschiedenen Produktionsstufen teilweise oder vollständig ins Ausland ausgelagert werden. Die Grundidee ist, dass der Produktionsprozess aus verschiedenen Stufen besteht, die jeweils unterschiedliche Vorleistungen (z.B. Arbeit, Kapital, etc.) benötigen. Wenn die Preise für diese zwischen den Ländern variieren, kann es profitabel für die Unternehmung sein, die Produktionsstufen aufzuteilen. Vertikale Auslandsdirektinvestitionen können entweder vorwärts oder rückwärts gerichtet sein. Im Falle der rückwärts gerichteten ADI richtet sich die multinationale Unternehmung ihren eigenen Zulieferer ein, der sie mit Vorleistungen bzw. benötigten Inputs beliefert. Im Falle der vorwärts gerichteten ADI gründet das Mutterunternehmen eine ausländische Tochtergesellschaft, die ihrerseits dann Vorleistungen zur weiteren Produktion vom Mutterunternehmen erhält und an nachgelagerter Stelle im Produktionsprozess angesiedelt ist.[4]

2.3. Die Bedeutung von Auslandsdirektinvestitionen und neuere Trends

In den letzten zwanzig Jahren hat sich das Investitionsklima in den verschiedenen Ökonomien der Welt durchaus positiv entwickelt. Es wurde begünstigt durch die vorangetriebene Deregulierung und auch Privatisierung in vielen Staaten. Auslandsdirektinvestitionen sind ein fester Bestandteil der Unternehmensstrategie geworden, was wiederum zu diesem enormen Anstieg von grenzüberschreitenden Investitionen führte.

Wie wir bereits in Abbildung 1 gesehen haben, wuchs der Anteil der Auslandsdirektinvestitionen am Bruttoinlandsprodukt in den vergangenen Jahrzehnten stetig an. Während der Anteil noch in den Siebziger Jahren bei knapp 0,5% lag, so stieg er im Jahre 2000 auf 6% an, fiel danach jedoch wieder auf den heutigen Stand von ca. 2% ab. Das Unternehmensklima erholte sich in den Jahren 2004 und 2005 von der Rezession in den drei Jahren zuvor und erreichte 2005 den vierthöchsten Stand an Zuflüssen (in OECD-Länder) seit Aufzeichnung der Daten und hatte einen Wert von US$ 622 Milliarden. Innerhalb der OECD-Länder war Großbritannien der attraktivste Standort für Investitionen. Außerhalb der OECD-Länder ging die wirtschaftliche Entwicklung noch schneller voran, wobei hier China, gefolgt von Indien, als attraktivste Standorte für Direktinvestitionen zu nennen sind[5]. Betrachtet man die geografische Verteilung von ADI etwas genauer, so stellt man fest, dass der Großteil an ADI immer noch zwischen den entwickelten Ländern stattfindet - wobei die Entwicklungsländer deutlich auf dem Vormarsch sind[6].

Abbildung 2[7]: Zu- und Abflüsse von Auslandsdirektinvestitionen nach Regionen aufgeteilt

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie aus Abbildung 2 hervorgeht, waren die Europäische Union zusammen mit den USA noch im Jahre 2000 für mehr als 70% der Zuflüsse von ADI und mehr als 80% der Abflüsse von ADI verantwortlich. Sowohl die Zuflüsse als auch die Abflüsse an ADI waren im Jahre 2000 mehr als 6mal so hoch als noch zehn Jahre zuvor (in absoluten Werten gemessen). Diese Tatsache kann man auch an der Wachstumsrate der Auslandsdirektinvestitionen in Abbildung 5[8] sehen. Parallel zur Entwicklung der Auslandsdirektinvestitionen verlief der Anstieg von multinational aktiven Unternehmen. Dies ist jedoch nicht verwunderlich, da diese ja die treibenden Kräfte in diesem Zusammenhang darstellen.

So gab es laut UNCTAD[9] Ende der Sechziger Jahre nur rund 7000 multinationale Unternehmen und Mitte der Neunziger schon rund 40.000.

3. Die Theorie der horizontalen Integration

Im ersten Hauptteil dieser Arbeit wird ein Modell der horizontalen Integration der multinationalen Unternehmung vorgestellt und analysiert[10]. Unter welchen Annahmen und welchen Vorraussetzungen haben diese Unternehmen einen Anreiz multinational aktiv zu werden? Sollen sie den ausländischen Markt über Exporte versorgen oder eigene Produktionsstätten im Ausland errichten?

Errichtet das Unternehmen eine eigene Produktionsanlage im Ausland, so sieht es sich mit verschiedenen zusätzlichen Kosten konfrontiert. Darunter fallen z.B. die Kosten sich mit ausländischen Regierungen, Rechtsvorschriften und anderen Steuersystemen auseinanderzusetzen. Auf der anderen Seite kann das Unternehmen durch eine lokale Produktion im Ausland auch einige Kosten einsparen. Die offensichtlichsten Kosten hierbei sind die Transportkosten oder Zölle, die im Falle einer horizontalen Integration eingespart werden können.

Die in der Literatur bekannten theoretischen Modelle zur horizontalen Integration beinhalten genau diesen typischen Trade-Off der Unternehmung. Welche Kosten sind geringer - die zusätzlichen Fixkosten, die durch die Errichtung einer neuen Produktionsanlage entstehen oder die variablen Kosten (Transportkosten, etc.), die beim Exportieren der Produkte entstehen? Diese und weitere Fragen werden im nun folgenden Modell nach Markusen und Venables (1998) erörtert und dargestellt.

Das Ziel dieses Modells ist es, ein flexibles Konstrukt zu bilden, welches nationalen Unternehmen (im weiteren Verlauf der Ausführungen „NE“ genannt) und multinationalen Unternehmen (im Folgenden „MNE“ genannt) erlaubt, je nach zu Grunde liegenden Parametern im Markt endogen zu entstehen[11].

Das Modell ist so gewählt, dass es mit den Standard-Modellen der neuen Handelstheorie verglichen werden kann. Wir konzentrieren uns in diesem Modell auf horizontale Auslandsdirektinvestitionen, in denen multinationale Unternehmen dasselbe Produkt in mehreren Produktionsstätten herstellen[12].

Es gibt bereits mehrere vorangehende Modelle, z.B. Brainard (1993a), Horstmann und Markusen (1992) und Markusen und Venables (1996), die ebenfalls Elemente dieses Modells beinhalten.

So enthalten diese auch die Unterscheidung zwischen firmenspezifischen und produktionsanlagespezifischen Skaleneffekten und das Vorhandensein von Transportkosten und Zöllen.

In unserem Modell versuchen wir zu analysieren, warum horizontale Auslandsdirektinvestitionen eher zwischen Ländern entstehen, die bezüglich ihrer Größe, Ausstattung und Technologie ähnlich sind.

Das hier vorgestellte Modell hat wenig mit dem Modell der vertikalen Integration von Unternehmen von Helpman (1984) und Helpman und Krugman (1985) zu tun, welches eher auf die Trennung von sog. Headquarter-Services und einer Produktionsstätte im Ausland unterscheidet. Dieses wird jedoch ausreichend und im Detail in Kapitel 4 dieser Arbeit analysiert.

3.1. Das Modell von Markusen und Venables (1998)

Das Modell besteht aus zwei Ländern, dem Inland (h für home) und dem Ausland (f für foreign), die beide zwei homogene Güter, X und Y, produzieren, wobei Y das Numeraíre-Gut ist (der Preis für Y ist gleich 1). Es gibt zwei Faktoren in der Produktion, Arbeit (L) und Ressourcen (R). Arbeit ist zwischen den verschiedenen Industrien mobil, jedoch international immobil. Ressourcen sind sektor-spezifisch und werden nur bei der Produktion von Y benötigt. Arbeit ist zwischen Industrie X und Y mobil und taucht sowohl bei den Fix- als auch bei den variablen Kosten auf. Bei der Produktion von X entstehen Transportkosten zwischen den Ländern, die als Arbeit pro exportiertes x angegeben werden.

Es existieren weiterhin vier verschiedene Typen von Unternehmen in unserem Modell:

1. nationale Unternehmen (NE) mit Sitz im Inland (h)

2. nationale Unternehmen (NE) mit Sitz im Ausland (f)

3. multinationale Unternehmen (MNE) mit Hauptsitz im Inland (h)

4. multinationale Unternehmen (MNE) mit Hauptsitz im Ausland (f)

Die Produktionsfunktion für das Gut Y ist eine Cobb-Douglas-Produktionsfunktion, wobei Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten die Ausstattung des Landes Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten mit Ressourcen darstellt, und sieht folgendermaßen aus:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Lohn (Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten) und der Zins (Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten) sind gegeben durch die Grenzprodukte der jeweiligen Faktoren:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wir nehmen an, dass Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten den Absatz von Gut X der nationalen Unternehmung (NE) in Land j bezeichnet, wobei diese ihren Sitz in Land i hat. Die Arbeitsnachfrage der nationalen Unternehmung wird komplett im Heimatland gesättigt, so dass die Arbeit, die von einer einzelnen, nationalen Unternehmung in Land i eingesetzt wird, wie folgt gegeben ist:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In der Gleichung entspricht c den konstanten Grenzkosten der Produktion, Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten bezeichnet den Absatz von Gut X im Heimatland. Im zweiten Term der Gleichung sind sowohl die Grenzkosten, als auch die Transportkosten, beide multipliziert mit dem Absatz dieser Unternehmung, in Land j enthalten, was wiederum aussagt, dass die Unternehmung ihre Produkte exportiert und im Ausland verkauft.

G und F sind produktionsanlagenspezifische bzw. firmenspezifische Fixkosten, die in Einheiten Arbeit gemessen werden. Die Kosten sind für beide Länder identisch.

Die multinationale Unternehmung dagegen verkauft ihre Güter in dem Land, in dem sie auch produziert werden, wodurch es zu keinem Handel zwischen den Ländern kommt. Die multinationale Unternehmung hat einen Sitz in dem Land, in dem produziert wird und trägt dort die produktionsanlagenspezifischen Fixkosten. Die firmenspezifischen Fixkosten, F, fallen nur im Heimatland der Unternehmung an.

Somit kommt es zu zwei verschiedenen Arbeitsnachfrage-Funktionen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

entspricht der Arbeitsnachfrage im Inland und:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

entspricht der Arbeitsnachfrage im Ausland, wobei c wiederum den Grenzkosten entspricht, jedoch diesmal Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten den Absatz der MNE aus Land i in Land i beschreibt und Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten den Absatz der MNE aus Land i in Land j.

Die gesamte Ausstattung an Arbeit in Land i, Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten, enthält die Nachfrage nach Arbeit von Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten nationalen Unternehmen, von Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten multinationalen Unternehmen mit Sitz in Land i und von Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten multinationalen Unternehmen mit Sitz in Land j und führt zu folgender Faktormarkträumung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Gleichgewicht entstehen in Industrie X keine Gewinne, weshalb das Volkseinkommen, Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten, gleich dem Faktoreinkommen im jeweiligen Land ist:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Nutzenfunktion eines Konsumenten in jedem Land entspricht einer Cobb-Douglas-Funktion:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

wobei Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten und Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten für den Konsum von Gut X bzw. Gut Y stehen.

Anhand der Cobb-Douglas-Funktion lassen sich die dazugehörigen Nachfragefunktionen für Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten und Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten ermitteln[13]:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

wobei Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten die Preise und Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten das Volkseinkommen in Land i bezeichnet.

Das Gleichgewicht in Sektor X ist geprägt durch die Bedingung, dass Grenzerlöse gleich den Grenzkosten entsprechen und dass keine Markteintrittsbarrieren vorliegen. Die proportionalen Preisaufschläge auf die Grenzkosten beschreiben wir mit Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten, so dass Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten zum Beispiel der Preisaufschlag des Landes j ist, welches multinational aktiv in Land i ist.

Die Gleichungen für nationale (NE) und multinationale (MNE) Unternehmen im Markt sind somit:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In einem Cournot-Wettbewerb besteht der optimale Preisaufschlag aus dem Marktanteil der Unternehmung dividiert durch die Marshall`sche Preiselastizität der Nachfrage in diesem Markt.

Wie aus Gleichung (9) ersichtlich, ist diese in unserem Modell gleich eins[14]. Dadurch besteht der Preisaufschlag nur noch aus dem Marktanteil, der sich wiederum aus dem Output (einer Firma in einem Land) dividiert durch die Gesamtnachfrage (in diesem Land) zusammensetzt[15].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Setzt man nun Gleichung (14) in die Gleichungen (10) bis (13) ein, so kommt man zu vier verschiedenen Fällen für acht Outputniveaus, die abhängig vom Preis sind. Diese acht Outputlevels kommen zustande, da die nationale bzw. multinationale Unternehmung auch immer noch vom Ausland (f) betrachtet werden muss (z.B. für Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten gibt es nicht nur Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten, sondern auch Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten).

Diese vier Fälle sehen folgendermaßen aus[16]:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die rechte Seite der Terme muss positiv sein, da sonst der Output gleich Null ist[17].

Die folgenden Gleichungen repräsentieren das sogenannte „production regime“, was die Anzahl, der im Gleichgewicht tätigen Unternehmen darstellt. Da diese Gleichungen Null-Gewinn-Bedingungen sind, gibt es für keinen Typ von Unternehmung Markteintrittsbarrieren.

Man kann erkennen, dass multinationale Unternehmen Transportkosten im Vergleich zu nationalen Unternehmen sparen, aber zusätzlich produktionsanlagenspezifische Fixkosten für den Produktionsstandort im Ausland tragen müssen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Falls der Output positiv ist, lässt sich das „production regime“ mit Hilfe der Gleichungen (10) bis (14) folgendermaßen ausdrücken[18]. Die Terme bestehen aus den Erlösen auf der linken Seite und den Fixkosten auf der rechten Seite:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.2. Komparative Statik aus den „Impact Effects“

Im Folgenden wollen wir nun untersuchen, wie sich die Veränderung einer Variablen, bei gleichzeitig konstanter Haltung der übrigen Variablen, auf das Gleichgewicht auswirkt. Diese Auswirkungen nennen Markusen und Venables (1998) die „impact effects“. Um diese „impact effects“ veranschaulichen zu können, müssen wir zunächst die Gleichungen (23) bis (26) umformen, um einen Ausdruck für den Gewinn (Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten) zu erhalten. Dieser Gewinn bezeichnet nun den Gewinn einer nationalen (NE) oder multinationalen (MNE) Unternehmung, die entweder im Inland oder im Ausland tätig ist.

Es ergeben sich folgende Umformungen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

wobei Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten, Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten, Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten und Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Die Gewinne bestehen aus den Erlösen abzüglich der fixen Kosten. Die Güterpreise, Faktorpreise und das Einkommen sind in beiden Ländern identisch.

Dadurch gelten die Aussagen: Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten, Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten und Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[19].

Wir werden nun untersuchen, wie sich die Gewinne der Unternehmen verhalten werden, wenn wir einen Parameter im Modell ändern.

1. Fall: Veränderung des Welteinkommens

Als Erstes betrachten wir eine Veränderung des Welteinkommens (alles andere bleibt unverändert):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Durch die vorhandenen Transportkosten (Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten) bei nationalen Unternehmen, die von den Erlösen abgezogen werden müssen, führt ein Anstieg des Welteinkommens zu höheren Erlösen der multinationalen Unternehmung (sowohl im In- als auch im Ausland) im Vergleich zu nationalen Unternehmen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Fall: Veränderung in der Einkommensverteilung

Jetzt betrachten wir eine Veränderung in der Einkommensverteilung der beiden Länder, wobei das gesamte Welteinkommen unverändert bleibt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diese Veränderung hat keinen Einfluss auf multinationale Unternehmen, wobei sie jedoch auf nationale Unternehmen im Inland (h) einen positiven Effekt hat. Die Unternehmen des Typs Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten profitieren aufgrund des Absatzes im größeren Land und Unternehmen des Typs Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten verlieren eher, da ihr Absatz im kleineren Land stattfindet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Fall: Veränderung des Lohnniveaus

Betrachten wir nun ein Anstieg des Lohnes im einen Land, bei gleichzeitigem Fall des Lohnes im anderen Land (im gleichen Ausmaß):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nehmen wir an, dass die Löhne im Inland fallen. Davon profitieren die Unternehmen des Typs Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten am meisten, da die Fixkosten fallen (Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten fällt) und ihre Erlöse steigen (Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten steigen). Die multinationalen Unternehmen mit Sitz im Inland (h) profitieren ebenfalls davon, da auch hier durch das gesunkene Lohnniveau die Fixkosten fallen (Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten fällt). Unternehmen des Typs Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten erleben zwar keine Veränderung in ihren Erlösen, jedoch steigen hier die Fixkosten an (Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten steigt). Die absoluten Verlierer dieser Entwicklung sind nationale Unternehmen des Typs Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten. Sie sehen sich sowohl einem Anstieg der Fixkosten gegenübergestellt (Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten steigt) als auch Einbußen in ihren Erlösen (Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten fallen).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zu Fall 2. und Fall 3. lässt sich zusammenfassend sagen, dass Unterschiede in der Größe und in den relativen Ausstattungen des Landes den ansässigen Unternehmen im „bevorteilten“ Land (größer, besser ausgestattet) mehr Vorteile bringt als den multinationalen Unternehmen.

4. Fall: Veränderung in der Relation von firmenspezifischen zu anlagenspezifischen Fixkosten

Durch eine Veränderung in der Relation der sog. Transaktionskosten[20] (angenommen die firmenspezifischen Kosten (F) steigen im gleichen Ausmaß wie die anlagenspezifischen Kosten (G) fallen), ist es von Vorteil eine zusätzliche Anlage zu besitzen, was wiederum den multinationalen Unternehmen zu Gute kommt. Die Fixkosten der nationalen Unternehmen sind bei dieser Veränderung nicht betroffen - die Fixkosten der multinationalen Unternehmen sinken.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

führt zu: Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

5. Fall: Veränderung in den Transportkosten

Eine Erhöhung der Transportkosten, Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten, beeinflusst nur nationale Unternehmen (sowohl im Inland (h) als auch im Ausland (f)), da die multinationalen Unternehmen ja gar keine Transportkosten in ihrer Gewinnrechnung mit aufnehmen. Weiterhin steigert das Vorhandensein von Transportkosten die relative Rentabilität der multinationalen Unternehmen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.3. Ergebnisse der Komparativen Statik

Die Ergebnisse aus den fünf behandelten Fällen besagen, dass ein höheres Einkommen, eine ähnliche Marktstruktur und gleiche Lohnniveaus grundsätzlich multinationale Unternehmen begünstigen. Unterscheiden sich die Länder jedoch in den genannten Größen, so haben nationale Unternehmen einen Vorteil daraus. Desweiteren profitieren multinationale Unternehmen von hohen Transportkosten und niedrigen anlagespezifischen Fixkosten.

3.4. Grafische Darstellung des Modells

In Abbildung 6 ist eine sogenannte Edgeworth-Box dargestellt, die die gesamte Weltausstattung an Arbeit (L) auf der horizontalen Achse und an Ressourcen (R) auf der vertikalen Achse abbildet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6[21]

Die Welt ist, wie schon bekannt, wieder in Inland (h) und Ausland (f) aufgeteilt, wobei sich das Inland in der Ecke links unten (Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten) und das Ausland in der Ecke rechts oben (Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten) befindet.

Entlang der ersten Diagonalen durch Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten und Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten besitzen die beiden Länder gleiche, relative Ausstattungen an Faktoren, sind jedoch von unterschiedlicher Größe. Je weiter man in die Mitte der Box kommt, desto ähnlicher werden sich die Länder in ihrer Größe. Dahingegen unterscheiden sie sich entlang der zweiten Diagonale in ihren relativen Ausstattungen. Weiterhin ist festzustellen, dass entlang der ersten Diagonalen zur Mitte hin, es zu immer mehr multinationalen Aktivitäten kommt.

Daraus lässt sich nun die Schlussfolgerung ziehen, dass je ähnlicher sich zwei Länder in ihrer Größe sind, desto mehr multinationale Unternehmen werden sich im Gleichgewicht befinden.

3.5. Kritische Betrachtung des Modells nach Markusen und Venables (1998)

Im vorgestellten Modell der horizontalen Integration der multinationalen Unternehmung nach Markusen und Venables (1998) wurde ein Modell entwickelt, in dem multinationale Unternehmen aufgrund verschiedener Aspekte endogen entstehen und in Wettbewerb mit den nationalen Unternehmen des jeweiligen Landes treten. Es ist ähnlich konstruiert wie das Standard-Oligopol-Modell der „neuen Handelstheorie“ (bei der multinationale Unternehmen ausgeschlossen sind), um einen klaren Vergleich zwischen den Modellen zu ermöglichen. Einige Hauptelemente des Modells, vor allem die Unterscheidung von firmen- gegenüber anlagenspezifischen Fixkosten, wurden bereits in früheren Arbeiten untersucht, so z.B. in Horstmann und Markusen (1992) oder auch in Brainard (1993a).

Das vorgestellte Modell unterscheidet sich von diesen insoweit, als dass es speziell auf Assymmetrien zwischen Ländern eingeht und diese analysiert. Die Assymmetrien beziehen sich hauptsächlich auf Unterschiede in der Größe, dem Einkommen oder generell der Ausstattung der Länder.

Wir konnten mit Hilfe des Modells zeigen, dass multinationale Unternehmen eine zunehmend wichtige Rolle spielen, je ähnlicher sich Länder in Größe und Ausstattung werden und je stärker das Welteinkommen steigt.

4. Die Theorie der vertikalen Integration

Im zweiten Hauptteil dieser Arbeit wird ein Modell zur vertikalen Integration der multinationalen Unternehmung vorgestellt. Während angenommen wird, dass horizontale Auslandsdirektinvestitionen, wie bereits im vorangehenden Kapitel gesehen, eher zwischen ähnlichen Ländern auftreten, geht der Großteil der Literatur über vertikale ADI davon aus, dass die beteiligten Länder unterschiedlich sind (in Größe, Faktorausstattung, etc.).

[...]


[1] World Bank (2005)

[2] World Bank (2005)

[3] Markusen (1995), Seite 173

[4] OECD (1999)

[5] OECD (2006)

[6] siehe Anhang Abbildungen 3 und 4

[7] UNCTAD (2001)

[8] siehe Anhang Abbildung 5

[9] UNCTAD (2000)

[10] Markusen und Venables (1998)

[11] Markusen und Venables (1998), Seite 184

[12] Markusen (1984)

[13] Siehe Anhang für die komplette Herleitung

[14] siehe Anhang

[15] folgt aus Gleichung 9

[16] siehe Anhang

[17] Markusen und Venables (1998), Seite 190

[18] Eine vollständige Herleitung findet sich im Anhang

[19] Markusen und Venables (1998), Seite 191

[20] Markusen und Venables (1998), Seite 192

[21] Markusen und Venables (1998), Seite 194

Details

Seiten
58
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783836606226
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v225418
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München – Volkswirtschaft
Note
2,0
Schlagworte
multinationale unternehmen auslandsdirektinvestition foreign direct investment knowledge-capital-modell investitionen

Autor

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Titel: Multinationale Unternehmen: Vertikale versus horizontale Integration