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Die Beteiligung Japans am Irak-Krieg und deren Auswirkungen auf die japanische Außen- und Sicherheitspolitik

Magisterarbeit 2007 90 Seiten

BWL - Handel und Distribution

Leseprobe

1 Einleitung

1.1 Der Irak-Krieg: Ein Wendepunkt in der japanischen Außen- und Sicherheitspolitik?

Durch die Terror-Attacken vom 11. September 2001 in den USA ist auf schmerzliche Weise klar geworden, dass die Welt neue Sicherheitskonzepte braucht. Selbst das mächtigste Land der Welt, die USA, konnte diesen terroristischen Angriff nicht verhindern. Das macht deutlich, dass die Sicherheit eines Landes heute von mehr abhängt, als nur der Abwehr von Invasionen feindlicher Armeen. In der globalisierten Welt bedrohen Dinge wie der internationale Terrorismus, Bürgerkriege, transnationale Kriminalität, sogenannte Schurkenstaaten, Massenvernichtungswaffen und Proliferation die Sicherheit von Nationalstaaten.

Diese Entwicklung hat natürlich auch vor dem pazifischen Asien[1] nicht halt gemacht. Demnach ist dort seit Ende des Kalten Krieges die Gefahr eines großflächigen, zwischenstaatlichen Krieges stark gesunken. Das hat die Region aber nicht sicherer gemacht. Das geteilte Korea, mit dem autoritären Regime Kim Jong-Ils im Norden, das wirtschaftlich boomende China, die neuen Atommächte Indien und Pakistan, innerstaatliche Konflikte wie beispielsweise in Indonesien, Umweltkatastrophen und Territorialkonflikte, um nur die wichtigsten Sicherheitsrisiken zu nennen, bedrohen die Stabilität der Region.

Somit hat sich auch die Sicherheitslage Japans seit den Attacken des 11. September gravierend verändert. Japan ist ein Land, das, gerade bei der Betrachtung von Außen- und Sicherheitspolitik, oft unterschätzt wird. Besonders in den letzten Jahren stand es oft im Schatten des dyamischeren Nachbarn China. Man darf aber nicht vergessen, dass Japan immernoch die zweitgrößte Wirtschaft der Welt hinter den USA ist.[2] Japan hat im Gegensatz zu China, dass seine Entwickung seit Ende des Kalten Krieges von einem niedrigen Niveau aus gestartet hat, in der Zeit eine wirtschaftliche Krise auf hohem Niveau durchlebt. Es besitzt immernoch die stärkste Wirtschaft Asiens mit einem hohen pro-Kopf Einkommen und hoher Kaufkraft. Außerdem ist Japan die größte Gläubigernation der Welt und zweitgrößter Geber von Entwicklungshilfe hinter den USA.[3]

Genau diese wirtschaftliche Stärke ist bis heute das Markenzeichen der Außenpolitik Japans. Die Sicherheitspolitik hingegen hat in Japan während der gesamten Zeit des Kalten Krieges eine untergeordnete Rolle gespielt.[4] Das hatte mehrere Gründe:

1) Der Pazifismus in der Bevölkerung. Die Schrecken ind die Niederlage im Zweiten Weltkrieg führen dazu, dass viele Menschen in Japan eine grundsätzliche Abneigung gegen Militär und Atomwaffen hegen. Der Einsatz von Gewalt zur Lösung von Konflikten wird von diesen Menschen abgelehnt.
2) Die japanische Verfassung, die wegen ihres Artikels 9 auch Friedensverfassung genannt wird. Im Artikel 9 verzichtet Japan auf das Recht auf Krieg als Mittel der Politik und die Rolle des japanischen Militärs wird stark eingeschränkt. Im Laufe der Jahre kommen zu diesen sicherheitspolitischen Einschränkungen noch gesetzliche Restriktionen hinzu. Die Verfassung von 1947 ist bis heute noch nie geändert worden.
3) Das Misstrauen gegenüber Japan. Die Beziehungen zu den Nachbarn in der Region sind nach dem Zweiten Weltkrieg und dem japanischen Kolonialismus stark beschädigt. Sie haben Angst vor einem Wiedererstarken des japanischen Militarismus und Expansionismus. Diese Umstände ließen Japan oft wenig Spielraum in der Außen- und Sicherheitspolitik.
4) Der Einfluss der USA. Die USA haben seit ihrer Besetzung Japans in der Folge des Zweiten Weltkrieges einen enormen Einfluss auf die japanische Außen- und Sicherheitspolitik. Sie wollten durch ihre Militärpräsenz verhindern, dass Japan wieder zu einer militärischen Großmacht mit Hegemonialansprüchen werden kann.[5]

Die USA, direkt von den Anschlägen des 11. September 2001 betroffen, haben als erste auf diese neue Herausforderung ihrer nationalen Sicherheit reagiert. Sie passten ihre nationale Sicherheitsstrategie sofort den neuen Gefahren an. Das bedeutete unter anderem, dass sie den weltweiten Kampf gegen den Terrorismus ausriefen. Nach der Vertreibung der Taliban von der Macht in Afghanistan, ist in diesem Zusammenhang schließlich der Irak Ziel einer amerikanisch geführten Invasion geworden. Als wichtigster Verbündeter der USA in Ostasien, und durch einen engen Sicherheitsvertrag mit ihnen verbunden, hat der Irak-Krieg Japan vor eine große Herausforderung gestellt. Auf der einen Seite verlangte das Bündnis und die guten Kontakte mit den USA, dass Japan sich aktiv am Irak-Krieg beteiligt. Auf der anderen Seite ist es der japanischen Armee verboten, an Kampfeinsätzen im Ausland teilzunehmen. Wie reagiert Japan also auf diese sicherheitspolitische Herausforderung?

Japan entsendete das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg Soldaten in eine Gefechtsregion und beteiligte sich an einer Militäroperation ohne UN-Mandat. In Anbetracht des jahrzehntelang schwachen sicherheitspolitischen Profils, der zahlreichen normativen Einschränkungen, der Skepsis der Nachbarstaaten und des Pazifismus unter der japanischen Bevölkerung ist die Beteiligung Japans am Irak-Krieg höchst bemerkenswert.

Wenn man nun die Notwendigkeit für Nationalstaaten, ihre Sicherheitsstrategien an das 21. Jahrhundert anzupassen, die prekäre Sicherheitslage im pazifischen Asien, den starken Einfluss der USA auf Japan, und Japans historische und innenpolitische Entwicklung vor dem Hintergrund des Irak-Kriegs betrachtet, stellt sich die Frage, ob die Beteiligung Japans am Irak-Krieg wirklich einen Wendepunkt in der japanischen Außen- und Sicherheitspolitik bedeutet? Somit ergibt sich folgende Forschungsfrage für diese Arbeit:

Hat die Beteiligung Japans am Irak-Krieg Auswirkungen auf die japanische Außen- und Sicherheitspolitik gehabt? Und wenn ja, welche?

Eine Veränderung der japanischen Außen- und Sicherheitspolitik wäre nicht nur für Japans zukünftige Rolle in der Welt entscheidend. Eine grundlegende Änderung würde auch große Auswirkungen auf den Einfluss und die Rolle der USA in der Region sowie auf die ganze sicherheitspolitische Landschaft des asiatisch-pazifischen Raumes haben.[6]

1.2 Forschungsüberblick

In der Forschung über japanische Außen- und Sicherheitspolitik sind vor allem vier große Strömungen zu erkennen: Der Realismus, der Konstruktivismus, der Liberalismus und hybride Ansätze.

1) Der Realismus. Die Forscher dieser Richtung gehen von einem Japan in einem anarchischen, gefährlichen internationalen System aus, das allen Staaten gegenüber immer wachsam und misstrauisch sein muss. Daher sehen, bzw. erwarten sie, dass Japan als wirtschaftliche Großmacht seiner großen wirtschaftlichen Stärke eine adäquate militärische Macht an die Seite stellt, wie es nach dieser Theorie alle Großmächte zu tun pflegen. Nur so könne Japan den Status als wirtschaftlicher Riese und politischer Zwerg[7], der ihm zu Zeiten des Kalten Krieges oft zugeschrieben worden ist, beenden und wieder zum Status eines „normal state“ zurückkehren.[8]

Gerade manche amerikanischen Forscher werfen Japan zum Teil sogenanntes „buck-passing“[9], also „Verantwortung abschieben“, vor. Diese Forscher behaupten, dass Japan seine normativen Einschränkungen nur als Vorwand dafür nähme, um sich seiner internationalen Verantwortung und den Verpflichtungen des Bündnisses mit den USA zu entziehen.

2) Der Konstruktivismus. Die Vertreter des Konstruktivismus unter den Japan-Forschern gehen, im Gegensatz zu den Realisten, davon aus, dass die Normen und die Innenpolitik Japans eine erhebliche Bedeutung für die Formulierung seiner Außenpolitik hat. Sie argumentieren, dass normative Schranken und die populäre „culture of antimilitarism“[10] Japan an einer offensiveren Außen- und Sicherheitspolitik gehindert haben und immernoch hindern. Japan erfüllt ihrer Meinung nach nicht die Annahmen des Realismus, der eine massive militärische Aufrüstung und ein selbstbewußteres sicherheitspolitisches Auftreten von Japan erwartet. Der Fall Japans dient für sie daher als Beweis für die Relevanz von Innenpolitik und Normen für die Formulierung von Außenpolitik und damit auch der konstruktivistischen Theorien für die Analyse internationaler Beziehungen insgesamt.[11] Zum Konstruktivismus zählen auch Denkansätze, die von einer Regionalisierung der Welt als Reaktion auf die Globalisierung ausgehen. Hier liegt das Hauptaugenmerk auf dem multilateralen Engagement Japans und seiner Rolle innerhalb des Prozesses der regionalen Integration Südost- und Ostasiens.[12]

3) Der Liberalismus. Diese Forscher gehen davon aus, dass der Frieden in der Welt am Besten durch Förderung und Verbreitung von politischer und wirtschaftlicher Freiheit gefördert wird. In Bezug auf Japan erkennen sie eine starke wirtschaftliche Orientierung der Außenpolitik. Nach der liberalen Theorie setzt Japan seine wirtschaftliche Macht zum Beispiel durch Kreditvergabe oder Entwicklungshilfe bewußt ein, um fremde Märkte zu erschließen, Vertrauen aufzubauen und schließlich politische Kontakte folgen zu lassen. Aus liberalistischer Perspektive konnte sich Japan nur auf diese Weise aus der Isolation nach dem Zweiten Weltkrieg befreien. So gehen liberale Denker davon aus, dass es über wirtschaftliche Kontakte möglich ist, Liberalisierungsprozesse in den jeweiligen Partnerländern voranzutreiben. Zudem lasse wirtschaftliche Verflechtung und eine stabile Demokratie bewaffnete Konflikte unwahrscheinlich werden.[13]

Demnach betreibe Japan keine passive Außen- und Sicherheitspolitik, wie oft von der realistischen Schule behauptet, sondern nutze geschickt seine wirtschaftliche Macht, um seinen Einfluss zu steigern. Der Verzicht auf eine aktivere Sicherheitspolitik entstehe in diesem Fall aus einem Kosten-Nutzen Kalkül. Dem Kalkül folgend erscheine es Japan besser zu sein, sich für die eigene Sicherheit auf die USA zu verlassen, als selbst kostspielig aufzurüsten.

4) Hybride Ansätze. Unter hybriden Ansätzen sind alle theoretischen Ansätze zu verstehen, die sich keiner der bisher beschriebenen Strömungen klar zuordnen lassen, weil sie Elemente verschiedener Theorien der internationalen Politik mischen. Denn für Forscher mit hybriden Ansätzen reichen meist keine der genannten Denkschulen aus, um der Komplexität der japanischen Außen- und Sicherheitspolitik gerecht zu werden. Hierzu zählt auch die, für diese Arbeit sehr hilfreiche, Theorie des „Transitional realism“[14] von Daniel Kliman.

Das Buch Japan‘s International relations[15] ist wegen seines umfassenden Überlicks über das Thema, seiner Aktualität, seiner Daten und Quellen sowie mangels adäquater Alternativen, grundlegend für das Erstellen dieser Arbeit gewesen.

Leider ist es auf Grund des begrenzten Rahmens dieser Arbeit nicht möglich gewesen japanische Literatur im Original zu sichten. Die Aussagen dieser Arbeit sind also nur unter diesem Vorbehalt zu betrachten. Generell ist ein Mangel an deutschsprachiger Forschung zu diesem Thema zu beklagen, was unter anderem auch der bereits erwähnten Bevorzugung Chinas in der deutschsprachigen Politikanalyse der letzten Jahre geschuldet ist. Insgesamt wird der Diskurs der verschiedenen Schulen der internationalen Theorien in Hinsicht auf Japans Außen- und Sicherheitspolitik sehr intensiv geführt, was dazu führt, dass einige Arbeiten zum Thema polemisch sehr aufgeladen sind. Die vorliegende Arbeit folgt einem historisch-dekriptiven Ansatz.

1.3 Aufbau der Arbeit

Die Arbeit ist, der Forschungsfrage folgend, in vier logische Blöcke unterteilt. Im ersten Teil werden die wichtigsten externen und internen Grundpfeiler der japanischen Außen- und Sicherheitspolitik herausgearbeitet. Denn, um festzustellen, ob sich die japanische Außen- und Sicherheitspolitik durch die Beteiligung am Irak-Krieg verändert hat, muss zuerst die Vergleichsebene erarbeitet werden. Um die Entscheidung, Soldaten in den Irak zu senden, verstehen zu können, müssen sowohl innen- als auch außenpolitische Faktoren berücksichtigt werden.

Im zweiten Teil geht es um die Darstellung der Vorgeschichte und Umsetzung der Beteiligung Japans am Irak-Krieg. Das heißt, hier wird den Fragen, warum Japan sich am Irak-Krieg beteiligt hat, wie die Beteiligung genau aussah und wie der Einsatz geendet ist, nachgegangen.

Im nächsten Kapitel werden dann die Veränderungen in der japanischen Außen- und Sicherheitspolitik skizziert, die sich, seit der Entscheidung in den Irak zu gehen, ergeben haben. Die Analyse erfolgt an Hand der, bereits erarbeiteten, Grundpfeiler aus dem ersten Teil, um eine gute Vergleichbarkeit zu erreichen.

Im abschließenden Fazit werden die Ergebnisse, also die möglichen Auswirkungen der Beteiligung Japans am Irak-Krieg, zusammenfassend vorgestellt und auf deren Folgen für die japanische Außen- und Sicherheitspolitik hingewiesen.

Die wichtigsten Grundpfeiler japanischer Außen- und Sicherheitspolitik sind nach ihrer Relevanz in der Fachliteratur, in der japanischen Politik und für die Sicherheit Japans ausgewählt worden. Durch die Einbeziehung externer und interner Faktoren liefern sie eine breite, wenn auch nicht erschöpfende, Darstellung japanischer Außen- und Sicherheitspolitik. Selbstverständlich gibt es noch weitere Einflüsse auf die japanische Außen- und Sicherheitspolitik. Sie können aber wegen ihres begrenzten Rahmens nicht Gegenstand dieser Arbeit sein.

In Japan ist es Sitte bei Personen erst den Familiennamen und dann den Vornamen zu nennen. Dem wird auch in dieser Arbeit Folge geleistet, mit Ausnahme der Literaturangaben. Die Akzente über japanischen Wörtern bei der Umschrift in unsere Schrift bedeuten eine Dehnung in der Sprechweise. Ausländische Wörter, außer Eigennamen und Namen von Parteien, Städten und Organisationen, werden kursiv gekennzeichnet. Die Forschung zum Thema dieser Arbeit ist fast ausschließlich in englischer Sprache verfasst. Fast die komplette Fachliteratur bedient sich englischer Fachbegriffe. Deswegen werden auch in dieser Arbeit, obwohl auf deutsch verfasst, die englischen Fachbegriffe übernommen.

Als Definition des Begriffs Außenpolitik soll für diese Arbeit Folgendes gelten: „Mit und in Außenpolitik nimmt die im souveränen Nationalstaat organisierte Gesellschaft ihre allgemeinpolitischen, wirtschaftlichen, militärischen und soziokulturellen Interessen gegenüber ihrem Umfeld war“[16]. Der in der Arbeit verwendete Begriff der Sicherheitspolitik beschreibt alle Politiken eines souveränen Staates, die darauf zielen, „bewaffnete Gewalt von innen und außen abzuschrecken und/oder (...) dauerhaft[e] politisch[e], sozial[e] und ökonomisch[e] Bedingungen [zu schaffen], um Frieden „nachhaltig“ zu sichern“[17].

2 Grundpfeiler japanischer Außen- und Sicherheitspolitik seit 1945

2.1 Externe Grundpfeiler

2.1.1 Japans Beziehungen zu den USA

Die Beziehungen zu den USA bilden den wichtigsten externen Grundpfeiler japanischer Außen- und Sicherheitspolitik und sind daher zentral für deren Analyse. Die bilaterale Beziehung zu den USA ist der wichtigste Garant für die Sicherheit Japans und somit grundlegend für die ganze japanische Außen- und Sicherheitspolitik. Darüber hinaus trägt dieses Bündnis zum Frieden und der Stabilität der gesamten asiatisch-pazifischen Region bei. Da der Krieg im Irak unter der Führung der USA stattfindet und sie gleichzeitig wichtigster Bündnispartner Japans sind, sind die japanisch-amerikanischen Beziehungen besonders bedeutend für diese Arbeit.

Als Verlierer des Zweiten Weltkrieges geriet Japan 1945 zunächst unter alliierte Besatzung unter Führung der USA. Ziel der amerikanischen Besatzungspolitik war es, Japan daran zu hindern, jemals wieder eine militärische Großmacht mit hegemonialen Ansprüchen zu werden.

Deswegen sollte Japan unter Anleitung des Supreme Command for the Allied Powers (SCAP), mit General Douglas MacArthur als Oberbefehlshaber, grundlegend entmilitarisiert und demokratisiert werden. Die Reformen des SCAP zwischen 1945 und 1952 beinhalteten unter anderem die Einführung des Zwei-Kammer-Parlaments, die Einführung des allgemeinen Wahlrechts für alle Bürger ab 20 Jahren, die Zerstörung oder den Abtransport von Kriegsmaterial, das Verbot eines regulären Militärs sowie die Festschreibung des Verzichts auf Krieg als Mittel der Politik in der japanischen Verfassung (sogenannter „Friedensartikel“, Artikel 9). Mit Blick auf die Sicherheit und die Stabilität der jungen Demokratie in Japan verzichtete das SCAP auf eine Verurteilung des japanischen Kaisers als Kriegsverbrecher. Es nahm dem Kaiser zwar seine bisherige Macht, machte ihn aber zum obersten Repräsentanten des neuen Staates (Japanische Verfassung, Artikel 1). Weiterhin verlor Japan seine gesamten Kolonien, sowie die Okinawa-Inseln an die USA. Das bedeutete für Japan eine Reduktion vom Status einer regionalen Großmacht zu einem relativ unbedeutenden Akteur auf der Weltbühne.[18]

Kurzfristig wollten die USA die Entmilitarisierung und Demokratisierung Japans erreichen. Langfristiges Ziel war aber, Japan als Bollwerk gegen den Kommunismus aufzubauen. Deswegen unterstützten sie in großem Umfang die japanische Wirtschaft und banden Japan gleichzeitig sicherheitspolitisch eng an sich. Mit der beginnenden Blockbildung wurde dieses langfristige Ziel immer wichtiger für die USA. Aus diesem Grund zielte ihre Politik seitdem auf eine politische, wirtschaftliche und militärische Integration Japans ins westliche Lager. Diese Tendenz wurde durch den Beginn des Korea-Krieges 1950 weiter verstärkt.[19] Die langfristige Strategie der USA schlug sich dann auch im Friedensvertrag von San Francisco und dem japanisch-amerikanischen Sicherheitsvertrag[20] (beide 1951) nieder.

Auf japanischer Seite fanden zur gleichen Zeit heftige Debatten über die zukünftige Rolle Japans in der Welt nach dem Desaster des Zweiten Weltkriegs statt. Dabei wurden vor allem zwei Optionen diskutiert:

1) Japan bindet sich an die USA und damit auch an den Kapitalismus und das westliche Lager insgesamt. Das würde eine erhebliche Beeinträchtigung der Kontakte zu den kommunistischen Nachbarländern bedeuten. Außerdem würde Okinawa unter amerikanischer Verwaltung bleiben. Die Aufgabe Okinawas wäre somit der Preis für die Westintegration. Auf der anderen Seite verspräche dieser Weg finanzielle Unterstützung, politische Integration in die westliche Staatengemeinschaft und militärischen Schutz durch die USA.
2) Japan wird neutral. Diese Möglichkeit würde Japan die Option auf Kontakt zu den kommunistischen Staaten offenhalten. Außerdem würde ein Wiedererwachen des Militarismus in Japan und eine Verwicklung Japans in Konflikte des Kalten Krieges verhindert. Die Stationierung amerikanischer Truppen in Japan würde abgelehnt werden.[21]

Diese innenpolitische Diskussion spielte sich zwischen der konservativen Regierung unter Ministerpräsident Yoshida, Shigeru, die sich für eine West-Bindung aussprach, und der linken Opposition sowie progressiven sozialen Bewegungen, die für die Neutralität Japans plädierten, ab.[22] Nach heftigen internen Debatten entschied sich Japan schließlich für eine Bindung an die USA. Der Grundstein hierfür war die sogenannte „Yoshida-doctrine“, benannt nach dem damaligen Ministerpräsidenten, welche den Wiederaufbau und die wirtschaftliche Erholung zum größten Ziel japanischer Politik machte. Im Gegenzug forderte sie politische Garantien und Sicherheitsgarantien von den USA. Diese Strategie führte in der Folge zu einer raschen Erholung der japanischen Wirtschaft und einer langsamen politischen Rehabilitation Japans auf der internationalen Bühne. Allerdings bewirkte diese Entscheidung auch eine interne Spaltung des Landes in ein pro- und ein anti-amerikanisches Lager.[23]

Der Friedensvertrag von San Francisco vom achten September 1951 zwischen Japan und den Siegermächten des Zweiten Weltkrieges bildete den Grundstein für die politische Rehabilitation Japans und dessen schrittweise Rückkehr auf die Weltbühne. Der japanisch-amerikanische Sicherheitsvertrag, am gleichen Tag abgeschlossen, ist das Herzstück des japanisch-amerikanischen Sicherheitsbündnisses und ihrer Beziehungen insgesamt. Er bestimmt bis heute maßgeblich die sicherheitspolitische Rolle Japans im internationalen System. Ministerpräsident Koizumi, Junichiro drückte das 2001 folgendermaßen aus: „Diese Verträge [San Francisco und Sicherheitsvertrag mit den USA] stellten die ersten Schritte unseres Landes zur Rückkehr in die internationale Gemeinschaft nach dem Krieg dar; sie sind zugleich Ausgangspunkt für den Frieden und die Prosperität des heutigen Japans. () Die Beziehungen zu unserem Verbündeten, den Vereinigten Staaten, bilden den Grundpfeiler der Außenpolitik unseres Landes.“[24]

Der Sicherheitsvertrag machte Japan zu einem engen Verbündeten der USA im Kalten Krieg und ermöglichte den USA die Nutzung von strategisch wichtigen Militärbasen in Japan. Die amerikanische Kontrolle über Okinawa diente dazu, Kriege in Ostasien, egal ob konventionell oder nuklear, zu verhindern. Gleichzeitig ermöglichte ihnen die Klausel, „to put down large-scale internal riots and disturbances in Japan“[25], den sofortigen Eingriff amerikanischer Truppen (Sicherheitsvertrag, Artikel 1). Das sollte interne Umsturzversuche in Japan oder ein Umschwenken zum Kommunismus verhindern. Eigentlich war der Sicherheitsvertrag nur als provisorische Lösung gedacht, bis nach Meinung beider Regierungen „such United Nations arrangements or such alternative individual or collective security dispositions“[26] existieren (Sicherheitsvertrag, Artikel IV), die ausreichend für Frieden und Sicherheit in Japan und seiner Umgebung sorgen würden.[27]

Die Erneuerung des Sicherheitsvertrages 1960 war der nächste wichtige, in Japan noch heftiger umkämpfte, Schritt in den bilateralen Beziehungen zwischen Japan und den USA. Durch seine Erneuerung wollte die japanische Regierung unter Ministerpräsident Kishi, Nobosuke das Bündnis fairer gestalten. Die USA hingegen drängten auf eine höhere Effektivität des Bündisses, vor allem im militärischen Bereich. Japan erreichte schließlich die Eliminierung des Artikel 1, der den Eingriff amerikanischer Truppen in Japan ermöglicht hätte. Außerdem schaffte es die Regierung in Tōkyō, dass sich die USA zu einer Verteidigung Japans im Ernstfall verpflichteten, was in der Version von 1951 noch nicht der Fall gewesen war.

Im Artikel V des Vertrages hießt es jetzt: „Each party recognizes that an armed attack against either Party in the territories under the administration of Japan would be dangerous to its own peace and safety and declares that it would act to meet the common danger in accordance with its constitutional provisions and processes. “[28]

Die USA drängten auf eine Ausweitung des Geltungsbereiches, weil Japan wegen seiner Verfassung nicht an Systemen kollektiver Verteidigung teilnehmen durfte und damit eine militärische Kooperation in der Region unmöglich gewesen ist. Eine Erweiterung des Geltungsbereiches würde die Situation verändern, weil Japan unter dem Vorwand der Selbstverteidigung in der Region militärisch aktiv werden könnte. Der Geltungsbereich wurde schließlich auf eine vages „Far East“[29] erweitert. Nach Definition der japanischen Regierung schloss diese Formulierung die japanischen Inseln, den Norden der Philippinen sowie die Gebiete unter der Kontrolle Taiwans und Südkoreas ein.

Die japanische Bevölkerung war wegen der Erneuerung des Sicherheitsvertrages gespalten. Die parlamentarische und außerparlamentarische Opposition wehrte sich heftig dagegen, weil sie die Chance sah, so den ganzen Sicherheitsvertrag kippen zu können. Bei den größten Protesten Japans seit 1945 beteiligten sich im Juni 1960 landesweit ca. 560. 000 Demonstranten, um gegen die Erneuerung des Sicherheitsvertrages zu demonstrieren. Die heftigen Proteste und die damit zusammenhängenden Ausschreitungen führten dazu, dass Ministerpräsident Kishi schließlich zurücktreten musste.[30]

Sein Nachfolger Ikeda, Hayato bemühte sich deswegen um eine Entpolitisierung der Sicherheitspolitik Japans und seiner Beziehungen zu den USA, und konzentrierte sich auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Das führte zu einer jahrelangen Pause in der Diskussion über Sicherheitspolitik in Japan und zu einer minimalen Unterstützung Japans für die USA im Vorlauf des Vietnam-Krieges. Erst unter dem nachfolgenden Ministerpräsidenten und bekennenden Anti-Kommunisten Satō, Eisaku und unter dem Eindruck des Vietnam-Krieges verschärften sich die innenpolitischen Spannungen in Japan wieder. Das wiederum machte sich Japan in den Verhandlungen mit den USA, die Japan um Unterstützung ersuchten, zu Nutze, um die bewilligte Hilfe möglichst gering zu halten. So unterstützte Satō zwar die USA ganz offen im Vietnam-Krieg; die lediglich indirekte Unterstützung beschränkte sich aber, auch wegen des innenpolitischen Drucks, auf die Nutzung von Militärbasen in Japan als Abflugspunkte.[31]

Die USA gingen geschwächt aus dem Vietnam-Krieg hervor. Vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen der damaligen UDSSR und China entschied sich der amerikanische Präsident Richard Nixon deswegen dazu, China bei seinem Besuch in Peking 1972 als Staat anzuerkennen. In der gemeinsamen Abschlusserklärung erkannte Nixon sogar die Existenz Chinas als ein Land, das heißt inklusive Taiwan, an. Das bedeutete den Beginn einer Veränderung des internationalen Systems von einer Bipolarität zu einer allmählichen Multipolarität. In diesem Zusammenhang stand auch die Entscheidung der USA, den Dollar vom Gold abzukoppeln, und damit veränderliche Tauschraten für Devisen zu ermöglichen. Beides kann man als Ausdruck einer geschwächten USA und einer globalen Entspannung zwischen Ost und West ansehen.

Diesen Moment amerikanischer Schwäche nutzte Japan und erreichte 1972 die Rückgabe Okinawas. Außerdem ermöglichte diese Veränderung im internationalen System eine Annäherung Japans an China sowie eine relativ eigenständige Außenpolitik in der Folge der ersten Ölkrise 1973. Da Japan als ressourcenarmes Land und wegen seiner wirtschaftlichen Aufholjagd auf den Westen dringend auf die Öl-Lieferungen aus dem Mittleren Osten angewiesen war, handelte es einen eigenen Vertrag mit der Organization of Petroleum Exporting Countries (OPEC) aus. In dieser Situation legte Japan also mehr Wert auf seine eigene wirtschaftliche Entwicklung als auf die bilateralen Beziehungen zu den USA und riskierte so einen Streit.[32]

Der Anstieg der russischen Militärmacht und das, in den Augen Japans, relativ geringe Engagment der USA, etwas dagegen zu tun, löste in den Folgejahren Beunruhigung in Japan aus. Erst die Verabschiedung der gemeinsamen Guidelines for Defense Cooperation zwischen den USA und Japan im Jahr 1978 brachten wieder Ruhe. Der Vertrag bedeutete eine Stärkung der militärischen Kooperation beider Länder und eine Ausweitung der Rolle der Self Defense Forces (SDF). Die SDF ist die japanische Armee, die 1954 nach heftigen Debatten und auf Druck der USA hin gegründet worden war. Die neuen Guidelines erweiterten die Rolle der SDF von der reinen Verteidigung Japans auf ganz Ostasien, um den Frieden und die Stabilität in der Region zu sichern.[33] In den Guidelines verpflichtete sich Japan, den sogenannten omoiyari yosan (engl. sympathy budget oder offiziell host-nation support ) an die USA zu zahlen. Damit übernimmt Japan die Kosten der Amerikaner für Infrastruktur, Material und Personal der in Japan stationierten amerikanischen Truppen.[34]

Unter Ministerpräsident Ōhira, Masayoshi gelang es Japan, den Druck der USA, mehr Lasten im militärischen Bündnis zu tragen, abzuwehren und den eigenen Sicherheitsbegriff über das rein Militärische hinaus zu erweitern. Viele der Ideen stammten aus der Beratungskommission „Comprehensive Security Study Group“ (1980), weshalb die japanische Außen- und Sicherheitspolitik seitdem in der Forschung teilweise als „comprehensive security“ bezeichnet wird.[35]

Japan und die USA rückten erst wieder 1982 enger zusammen, als Nakasone, Yasuhiro japanischer Ministerpräsident wurde. Gemeinsam bekämpften sie den politischen und militärischen Vormarsch der UDSSR. Das enge Verhältnis zu den USA in dieser Zeit stärkte die Rolle Japans in der internationalen Politik, schränkte aber gleichzeitig seine Eigenständigkeit in der Außenpolitik wieder ein. Die Ablehnung einer überparteilichen Konsenspolitik in der Außenpolitik durch Nakasone führte zu einer Spaltung des konservativen Lagers, die bis heute besteht. Während das eine Lager ein Japan favorisiert, das international auch militärisch eine größere Rolle spielt, so verlässt sich das andere Lager bei der Sicherheit Japans lieber auf die USA und legt größeren Wert auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.[36]

Das folgende Ende des Kalten Krieges stellte den Sinn des japanisch-amerikanischen Bündnisses zunächst in Frage, da der größte Feind der Allianz, die UDSSR, nicht mehr existierte. Das führte zu einer breiten Diskussion in Japan über die sicherheitspolitischen Optionen nach dem Ende des Kalten Krieges. Dabei waren vor allem drei verschiedene Konzepte zu erkennen: eine Fortführung der engen Kooperation mit den USA, die Entwicklung eigener Verteidigungskapazitäten und einer eigenständigeren Außen- und Sicherheitspolitik, oder eine stärkere Einbindung in multilaterale Bündnisse wie die Vereinten Nationen (UN) oder die Association of Southeast Asian Nations (ASEAN). Die Diskussion fand auch vor dem Hintergrund amerikanischer Truppenreduktionen in der Region statt. Das Problem multilateraler Organisationen, eine gemeinsame, bindende Sicherheitspolitik zu formulieren, bedingte, dass sich die meisten Staaten Ostasiens, so auch Japan, weiterhin auf ihre bilateralen Beziehungen zu den USA verlassen. Der sog. „multiple Bilateralismus“ der USA in der Region sorgte dafür, dass das System von San Francisco mit den USA im Zentrum auch nach Ende des Kalten Krieges weiter bestehen bleibt.[37]

Kurz danach folgte mit dem Golf-Krieg 1990/91 der erste Test des bilateralen Bündnisses zwischen Japan und den USA nach Ende des Kalten Krieges. Trotz starken Drucks seitens der USA, und der Tatsache, dass es sich um eine UN-Mission handelte, beteiligte sich Japan nicht mit Soldaten am Golf-Krieg. Obwohl es 13 Milliarden Dollar und den Einsatz von Minensuchbooten nach Beendigung des Krieges zur Mission am Golf beitrug, hagelte es danach Kritik. Vor allem die USA warfen Japan vor eine „Scheckbuchdiplomatie“ zu betreiben, während Soldaten anderer Länder ihr Leben für den Frieden und die Stabilität der internationalen Staatengemeinschaft riskieren würden. Dieses Ereignis schädigte nicht nur Japans Beziehungen zu den USA, sondern auch sein Ansehen in der Welt und bleibt deswegen als große Schmach in der Erinnerung der Japaner.[38]

Mangels Alternativen setzten die USA weiter auf ein starkes Bündnis mit Japan. In dem Papier „The United States Security Strategy for the East Asia-Pacific Region (EASR)“ von 1995, auch bekannt als „Nye-Report“[39], machten die USA klar, dass sie weiter in der Region präsent und engagiert bleiben wollen. Auch für Japan gab es keine wirklich gleichwertige Alternative zum Bündnis mit den USA.[40] Also wurde die enge Kooperation beider Länder weitergeführt. Und das obwohl in den ersten Jahren der Administration des amerikanischen Präsidenten Bill Clinton wachsende Handelskonflikte und die Unsicherheit über die amerikanische Strategie für das pazifische Asien darauf hingedeutet hatten, dass die Beziehungen an Bedeutung verlieren könnten. Das Gegenteil ist der Fall. Um ihre Beziehungen an die Situation nach Ende des Kalten Krieges anzupassen, unterzeichneten Japan und die USA im April 1996 die Japan-U.S. „Joint Declaration on Security“ und im September 1997 die geänderten „Guidelines for Japan-U.S. Defense Cooperation“.[41]

Im Gegensatz zu den Verträgen von 1960 und 1978, die das Verhalten Japans im Falle einer regionalen Krise (z.B. in Nordkorea) noch offengelassen hatten, klärten die Guidelines von 1997 die Rolle Japans in einem solchen Fall. So heißt es in Artikel 5b der Guidelines: „promote bilateral policy coordination (...) in dealing with situations that may emerge in the areas surrounding Japan and which will have an important influence on the peace and security of Japan.“[42]

Das bedeutet, dass Japan den USA in einem solchen Fall logistische Hilfe leistet und den Zugang zu Einrichtungen der SDF gewährt. Erst durch die Fassung von 1997 wäre es Japan demnach möglich, an gemeinsamen Militär-Operationen in der Region teilzunehmen. Außerdem wurde in den veränderten Guidelines das Einsatzgebiet der SDF erweitert. Hatte es sich 1960 noch auf „Far East“ beschränkt, war jetzt die Rede von „areas surrounding Japan“. Die Einsätze der SDF könnten innerhalb dieses vage definierten Gebiets überall stattfinden, wo die Sicherheit und der Friede Japans in Gefahr sind. Das ist eine konzeptuelle, und keine geographische Bestimmung mehr. Der Begriff „areas surrounding Japan“ ist somit ein funktionaler Begriff, der politischer Interpretation unterliegt. Japanisch-amerikanische Sicherheitskooperation ist also nur bei einem direkten Angriff auf Japan obligatorisch, in der Region hingegen optional.[43] Das 1995 geänderte „National Defense Programm Outline“ und die neuen Cooperation Guidelines haben effektiv die Befugnisse der SDF erweitert. Ihre Aufgabe besteht nicht mehr nur darin, die Heimatinseln Japans gegen eine feindliche Invasion zu verteidigen, sondern sie soll auch zu Frieden und Stabilität in der ganzen asiatisch-pazifischen Region beitragen.[44]

In den bilateralen Beziehungen zwischen Japan und den USA gibt es darüber hinaus vor allem drei wichtige Themen, die immer wieder intensiv diskutiert wurden: Die Okinawa-Frage, die Handelsstreitigkeiten und das Raketenabwehrsystem.

1) Die Okinawa-Frage . Ein stetiger Streitpunkt zwischen Japan und den USA sind die, zu großen Teilen auf der Insel Okinawa stationierten, amerikanischen Truppen in Japan. Von der gesamten Truppenpräsenz der USA in Japan (ca. 47 000 Soldaten), sind die meisten auf Okinawa stationiert, der Rest verteilt sich auf sieben Stützpunkte auf dem Festland. Auch wenn die Zustimmung der japanischen Bevölkerung zur Allianz mit den USA mittlerweile insgesamt sehr hoch ist, so ist es auch der Unmut über die amerikanische Militärpräsenz in Japan, besonders auf Okinawa. Denn dort befinden sich mit 39 verschiedenen Militäreinrichtungen ca. 25 Prozent aller amerikanischen Einrichtungen in Japan. Fast 20 Prozent der Hauptinsel Okinawas werden durch Militärgebäude der USA belegt, das sind 10,7 Prozent der gesamten Präfektur. Hauptprobleme dabei sind die Lärmbelästigung durch die Flugzeuge, die Entstehung von Bars und Prostitution um die Basen herum, Kriminalität, Flugzeugunfälle sowie Menschenrechtsverletzungen, größtenteils Vergewaltigungen. An der schlechten Stimmung ändern auch die wirtschaftlichen Vorteile, etwa vermietetes Land oder die Schaffung von Arbeitsplätzen, wenig.

Ein Höhepunkt der Spannungen zwischen Japan und den USA wurde 1995 erreicht, als 85 000 Menschen gegen die Stationierung der US-Truppen auf Okinawa demonstrierten, nachdem drei amerikanische Militärangehörige ein japanisches Schulmädchen vergewaltigt hatten. Die Proteste der Bevölkerung und das Engagement des damaligen Gouverneurs von Okinawa, Ōta, Masahide führten dazu, dass in der Joint declaration von 1996 festgehalten wurde, dass die USA eine Reduktion und Neuordnung der Militärbasen in Japan einleiten werde. Eine Lösung des Problems scheint aber nicht in Sicht. Die Regierung in Tōkyō will das Bündnis mit den USA nicht gefährden, muss aber gleichzeitig den Sorgen der Bevölkerung Okinawas Rechnung tragen. Es mangelt außerdem an geeigneten Alternativstandorten für die amerikansichen Truppen.[45]

2) Die Handelsstreitigkeiten . Größtes Problem unter den verschiedenen Handelsstreitigkeiten, die immer wieder zwischen Japan und den USA existieren, ist der Handelsüberschuss, den Japan gegenüber den USA erwirtschaftet. Japan exportiert Waren von einem wesentlich höheren Wert in die USA, als es Waren aus den USA importiert. Während die USA hauptsächlich in Japan gefertigte high-tech Güter importieren, importiert Japan immer mehr Rohmaterialien. Der Überschuss bezifferte sich 1998 bereits auf 55 Milliarden Dollar. Hatten bis 1965 die USA noch einen Handelsüberschuss gegenüber Japan, hat sich das Verhältnis seitdem umgekehrt. Das führte dazu, dass die USA versuchen, den Fluss japanischer Produkte in die USA zu bremsen und eine weitere Öffnung und Liberalisierung des japanischen Marktes zu erreichen. Die stetige Aufwertung des Yens gegenüber des Dollars lieferte Anreize für japanische Produzenten, in den USA zu investieren. Zum einen ließ sich dort mittlerweile teils billiger produzieren als in Japan, und zum anderen war es auf diese Weise möglich, die protektionistischen Einfuhrbedingungen der USA zu umgehen. Insgesamt kann man die wirtschaftlichen Beziehungen der beiden Länder als sehr politisch aufgeladen bezeichnen.[46]

3) Das Raketenabwehrsystem . Seit 1986 existiert ein gemeinsames Forschungsprojekt zwischen Japan und den USA, genannt „Strategic Defense Initiative (SDI)“, das ein allumfassendes Raketenabwehrschild erforschen soll. Die USA versuchen bereits seit 1993, Japan zu einer Mitarbeit an ihrem Raketenabwehrschild „Theater Missile Defense“ (TMD)[47] zu bewegen. Erst 1999 nach dem Abschuss einer Rakete des Typs Taepodong über japanischem Hoheitsgewässer durch Nordkorea, stimmte Japan der gemeinsamen Forschung zu. Während das SDI ein allumfassendes Raketenabwehrschild vorgesehen hatte, geht es beim TMD um ein Schild, das Japan vor Raketen aus Nord-Ostasien schützen soll. Deshalb wird es von der japanischen Regierung auch Ballistic Missile Defence (BMD) genannt. Denn es handele sich dabei um ein Schild der nationalen Verteidigung, nicht um ein regionales Schild.[48] Obwohl das BMD nur der nationalen Verteidigung Japans dienen soll, hat es weitreichende sicherheitspolitische Konsequenzen für die gesamte Region.

Abbildung 1: Funktionsweise der Theater Missile Defense

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Defense Industry Daily- Military Purchasing News for Defense Procurement Managers and Contractors, http://www.defenseindustrydaily.com/images/WMD_Missile_Defense_lg.jpg, Stand 15.05.2007

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die bilateralen Beziehungen zwischen Japan und den USA seit 1945 den wichtigsten externen Grundpfeiler japanischer Außen- und Sicherheitspolitik bilden. Entscheidend für die japanische Sicherheitspolitik ist dabei der militärische Schutz durch die USA, inklusive deren Atomwaffen. Das Bündnis hat sich über die Jahre von einem Bündnis zur Verteidigung Japans zu einem regionalen Sicherheitsbündnis gewandelt. Der sicherheitspolitische Druck aus den USA, die Lasten des Bündnisses gleichmäßig auf beide Partner zu verteilen, dient einerseits dazu, amerikanische Interessen gegenüber Japan durchzusetzen, wird aber auf der anderen Seite auch von japanischen Politikern dazu genutzt, um die außen- und sicherheitspolitische Rolle Japans in der Welt gegen interne Widerstände zu stärken. Entscheidende Themen der Beziehungen sind die Okinawa-Frage, die oft strittigen Handelsbeziehungen und die gemeinsame Entwicklung der TMD. Trotz einiger Krisen deutet alles auf enger werdende Beziehungen hin, da keine adäquaten sicherheitspolitischen Alternativen bestehen. Die USA drängen auf eine weitere Ausweitung der militärischen und sicherheitspolitischen Rolle Japans.

Abbildung 2: Karte des asiatisch-pazifischen Raumes

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Online Colleges auf www.edu.com, http://www.lib.utexas.edu/maps/middle_east_and_asia/asia_east_pol_2004.jpg, Stand 15.05.2007

2.1.2 Japans Beziehungen zu China

„Japan and China are neighboring countries, separated only by a strip of water with a long history of traditional friendship“[49].

Richtig ist, dass China nur durch einen „strip of water“, nämlich der Yellow Sea und der East China Sea (siehe Abbildung 2), von Japan getrennt ist. Der Begriff „long history of traditional friendship“ erscheint hingegen allzu euphemistisch, wenn man die sino-japanischen Beziehungen seit 1945 betrachtet. Auch wenn sich China vom Status eines kommunistischen Feindes während des Kalten Krieges zu einem der wichtigsten Handelspartner Japans entwickelt hat, ist der Begriff Freundschaft wohl zu hoch gegriffen, will man die politischen Beziehungen der beiden Länder beschreiben.

Die Entstehung der zwei Lager des Kalten Krieges in Ostasien wenige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, in dem China und Japan Feinde gewesen sind, machte die beiden Länder wieder zu Gegnern. Außerdem belasteten die Abspaltung Taiwans von China, Japans enges Bündnis mit den USA und die, von japanischen Soldaten an chinesischer Bevölkerung verübten, Kriegsverbrechen die sino-japanischen Beziehungen. Eine Normalisierung der Beziehungen war deswegen zunächst unmöglich.

Der erste offizielle Kontakt fand dann bei der Bandung-Konferenz 1955 statt. Japan, unter Ministerpräsident Hatoyama, Ichirō, zeigte sich offen für verbesserte diplomatische Beziehungen, scheute aber öffentliche Zugeständnisse. Unter Ministerpräsident Kishi, Nobosuke, der sich klar zu den USA, Taiwan und einer Verbesserung der Beziehungen zu Südkorea einsetzte, kam es 1958 aber zu einem kompletten Handelsstop zwischen China und Japan. Während Japans Haltung in der Öffentlichkeit weiter pro-amerikanisch blieb, kam es unter Ministerpräsident Ikeda, Hayato zu einer Entspannung der Lage und zum Abschluss eines inoffiziellen Handelsabkommens (1962). Den Grundstein für die spätere Normalisierung der Beziehungen legte dann die Regierung unter Ministerpräsident Satō, Eisaku durch eine aktive Geheimdiplomatie. Offiziell unterstützte Japan zwar weiter in vollem Umfang den Kurs der USA, vor allem aus wirtschaftlichem Kalkül heraus wuchs aber mit der Zeit das Interesse an einer Normalisierung der Beziehungen mit China.[50]

Erst die Schwächung der bipolaren Weltstruktur Anfang der 70er Jahre ermöglichte Japan einen größeren diplomatischen Spielraum. Nach internen Streitigkeiten innerhalb der regierenden Liberal Democratic Party (LDP), zwischen Taiwan-freundlichen und China-freundlichen Faktionen (jap. habatsu ), kam Tanaka, Kakuei 1972 an die Macht. Er schaffte es als Ministerpräsident seine Partei, das Ministry of Foreign Affairs (MOFA) und die öffentliche Meinung zu einer Annäherung an China zu bewegen. Noch im selben Jahr fuhr er nach Peking und unterzeichnete das „Joint communiqué“ mit China zur Etablierung vollen diplomatischen Kontaktes.

Darin akzeptierte Japan die von China formulierten „drei Prinzipien“ der Normalisierung. Diese waren, die Volksrepublik China als einzige legitime chinesische Regierung, die Unteilbarkeit des chinesischen Territoriums und Taiwan als eine Provinz Chinas sowie den Abbruch der offiziellen Kontakte zu Taiwan anzuerkennen (Joint Communiqué, Artikel 2,3 und 6)[51]. China verzichtete dafür auf alle Forderungen nach Reparationen für die während des Zweiten Weltkriegs von Japan verursachten Schäden (Artikel 5).

Ein Hauptstreitpunkt zwischen den beiden Ländern, der Streit um die Senkaku-Inseln, eine unbewohnte Inselgruppe in der East China Sea ca. 400 km westlich der japanischen Insel Okinawa, wurde vertagt und blieb somit ein Risiko für die zukünftigen Beziehungen. Diese Inselgruppe hatte Japan 1895 während des ersten chinesisch-japanischen Krieges zusammen mit Taiwan eingenommen. Auf Grund der Zugehörigkeit zur Präfektur Okinawa fielen sie nach dem Zweiten Weltkrieg unter amerikanische Verwaltung, während Taiwan wieder an China ging. Mit der Rückgabe Okinawas im Jahr 1972 gehörten auch die Senkaku-Inseln wieder zu Japan, wurden aber immer wieder von China eingefordert.[52]

[...]


[1] Siehe auf der Karte S.19. Geographisch zwar nicht zugehörig, aber wegen ihres enormen politischen Einflusses sind die USA zum politischen Raum des pazifischen Asiens hinzuzurechnen. Der Begriff pazifisches Asien bezieht sich in dieser Arbeit also immer auf diese Karte plus den USA.

[2] Vgl. Hook, Glenn D., Gilson, Julie, Hughes, Christopher W., Dobson, Hugo, Japan‘s International Relations- an international security reader, London/New York 2001, S. 7/9.

[3] Vgl. Schmiegelow, Michèle, Asiens drei Horizonte, Internationale Politik, Nr. 2, 2003, S. 1-9, hier S. 7.

[4] Vgl. Hook, Glenn D., Gilson, Julie, Hughes, Christopher W., Dobson, Hugo, Japan‘s International Relations, London/New York 2001, S. 8.

[5] Vgl. Hook, Glenn D., Gilson, Julie, Hughes, Christopher W., Dobson, Hugo, Japan‘s International Relations, London/New York 2001, S. 11/12.

[6] Vgl. Kliman, Daniel M., Japan’s Security Strategy In The Post-9/11 World- Embracing a New Realpolitik, Washington Papers , Nr.183, Westport, Conn. [u.a] 2006, S. 5.

[7] Vgl. Hook, Glenn D., Gilson, Julie, Hughes, Christopher W., Dobson, Hugo, Japan‘s International relations, London/New York 2001, S. 7.

[8] Vgl. Kliman, Daniel M., Japan’s Security Strategy In The Post-9/11 World, Washington Papers , Nr.183, Westport, Conn. [u.a] 2006, S. 8-14.

Zum diesem Lager gehören u.a. Victor D. Cha, Sean M. Lynn-Jones, Sharif M. Shuja, Benjamin Self, Reinhard Drifte, Jennifer M. Lind, und Christopher W. Hughes. Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Insgesamt bildet das realistische Lager den Mainstream in der Erforschung der japanischen Außen- und Sicherheitspolitik.

[9] Vgl. Lind, Jennifer M., Pacifism or Passing the Buck?- Testing Theories of Japanese Security Policy, International Security , Band 49, Nr. 1, 2004, S. 92-121, hier S. 102-104.

[10] Vgl. Berger, Thomas U., Cultures of Antimilitarism-National Security in Germany and Japan, London 1998, S. 1 / 2.

[11] Vgl. Lind, Jennifer M., Pacifism or Passing the Buck?, International Security , Band 49, Nr. 1, 2004, S. 92-121, hier S. 92/93.

Zu diesem Lager gehören u.a. Thomas U. Berger, Peter J. Katzenstein, Yoshihide Soeya und Glenn D. Hook. Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

[12] Vgl. u.a. Friman, Richard H., Katzenstein, Peter J., Leheny, David, Okawara, Nobuo, Immovable Object? Japan’s Security Policy in East Asia, in: Katzenstein, Peter J., Shiraishi, Takashi (Hg.), Beyond Japan- The Dynamics Of East Asian Regionalism, Ithaca/London 2006, S. 85-107.

[13] Vgl. Kliman, Daniel M., Japan’s Security Strategy In The Post-9/11 World, Washington Papers , Nr.183, Westport, Conn. [u.a] 2006, S. 18/19, zu diesem Lager gehören u.a. Eric Heginbotham, Richard J. Samuels, Richard J. Ellings, Aaron L. Friedberg. Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

[14] Kliman, Daniel M., Japan’s Security Strategy In The Post-9/11 World, Washington Papers , Nr.183, Westport, Conn. [u.a] 2006. Außerdem gehören zur Gruppe der hybriden Ansätze u.a. Green, Michael J., Japan’s Reluctant Realism- Foreign Policy Challenges In An Era Of Uncertain Power, New York [u.a] 2003, Katzenstein, Peter J., Okawara, Nobuo, Japan, Asian-Pacific Security, and the Case for Analytical Eclecticism, International Security , Band 26, Nr. 3, 2001/02, S. 153-185. Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

[15] Hook, Glenn D., Gilson, Julie, Hughes, Christopher W., Dobson, Hugo, Japan‘s International relations, London/New York 2001.

[16] Woyke, Wichard, Handwörterbuch Internationale Politik, Opladen 2000, S.1, zitiert nach: Filzmaier, Peter, Gewessler, Leonore, Höll, Otmar, Mangott, Gerhard, Internationale Politik- eine Einführung, Wien 2006, S. 45.

[17] Filzmaier, Peter, Gewessler, Leonore, Höll, Otmar, Mangott, Gerhard, Internationale Politik- eine Einführung, Wien 2006, S. 54.

[18] Vgl. Hook, Glenn D., Gilson, Julie, Hughes, Christopher W., Dobson, Hugo, Japan‘s International relations, London/New York 2001, S. 30/85.

[19] Vgl. aao. S.85/86.

[20] Vgl. Security Treaty Between The United States And Japan, 8. September 1951, aus: Hook, Glenn D., Gilson, Julie, Hughes, Christopher W., Dobson, Hugo, Japan‘s International Relations- an international security reader, London/New York 2001, S. 469-470.

[21] Vgl. Hook, Glenn D., Gilson, Julie, Hughes, Christopher W., Dobson, Hugo, Japan‘s International relations, London/New York 2001, S. 86/87.

[22] Vgl. Hook, Glenn D., Gilson, Julie, Hughes, Christopher W., Dobson, Hugo, Japan‘s International relations, London/New York 2001, S.86/87.

[23] Vgl. aao S. 30.

[24] Vgl. Regierungserklärung des japanischen Ministerpräsidenten, Junichiro Koizumi, zur Eröffnung der neuen Sitzungsperiode des Parlaments am 27. September 2001 in Tokyo (Auszüge ), Internationale Politik , Nr.2, 2002, S.82-87, hier S. 85.

[25] Security Treaty Between The United States And Japan, 8. September 1951, aus: Hook, Glenn D., Gilson, Julie, Hughes, Christopher W., Dobson, Hugo, Japan‘s International Relations- an international security reader, London/New York 2001, S. 469-470, hier S. 469.

[26] aao. S. 470.

[27] Vgl. Hook, Glenn D., Gilson, Julie, Hughes, Christopher W., Dobson, Hugo, Japan‘s International relations, London/New York 2001, S.13/14/86.

[28] Treaty Of Mutual Cooperation And Security Between the United States And Japan, in: Hook, Glenn D., Gilson, Julie, Hughes, Christopher W., Dobson, Hugo, Japan‘s International Relations, London/New York 2001, Seiten 471-473, hier S. 472.

[29] Vgl. aao S. 471.

[30] Vgl. Hook, Glenn D., Gilson, Julie, Hughes, Christopher W., Dobson, Hugo, Japan‘s International relations, London/New York 2001, S.128/129.

[31] Vgl. aao. S.93/94 und S. 130/131.

[32] Vgl. Hook, Glenn D., Gilson, Julie, Hughes, Christopher W., Dobson, Hugo, Japan‘s International relations, London/New York 2001, S.94-96 und 131.

[33] Vgl. Lind, Jennifer M., Pcifism or Passing the Buck?- Testing Theories of Japanese Security Policy, International Security, Vol. 29, Nr.1, Summer 04, S. 92-121, hier S.108/109.

[34] Vgl. Hook, Glenn D., Gilson, Julie, Hughes, Christopher W., Dobson, Hugo, Japan‘s International relations, London/New York 2001, S.134.

[35] Vgl. Hook, Glenn D., Gilson, Julie, Hughes, Christopher W., Dobson, Hugo, Japan‘s International relations, London/New York 2001, S.135.

[36] Vgl. aao. S.97/98.

[37] Zum Ende des Kalten Krieges sind ca. 135 000 amerikanische Soldaten in Ostasien stationiert. 1992 kommt es durch einen Teilabzug aus den Philippinen zu einer Reduktion auf 120 000 Soldaten. Es sind weitere Truppenreduktionen bis auf 100 000 Mann geplant. Vgl. Hughes, Christopher W., Japan’s Security Agenda- Military, Economic And Environmental Dimensions, Boulder/London 2004, S.86 und 104/105.

[38] Vgl. Hook, Glenn D., Gilson, Julie, Hughes, Christopher W., Dobson, Hugo, Japan‘s International relations, London/New York 2001, S. 99/137.

[39] Benannt nach der treibenden Kraft hinter dem Plan, dem damaligen Assistant Secretary of Defense for International Security Affairs, Joseph S. Nye.

[40] Vgl. Xuewu, Gu, Japan and the security of East Asia, in: Internationales Asienforum , Band 31, Nr. 1-2, Freiburg 2000, S. 127-140.

[41] Vgl. Katzenstein, Peter J., Okawara, Nobuo, Japan, Asian-Pacific Security, and the Case for Analytical Eclecticism, International Security , Vol. 26, Nr. 3, Winter 2001/02, S. 153-185, hier S.158/159.

[42] Japan-US Joint Declaration On Security: Alliance For The 21th Century, 17. April 1996, in: Hook, Glenn D., Gilson, Julie, Hughes, Christopher W., Dobson, Hugo, Japan‘s International Relations- an international security reader, Routledge, London/New York 2001, Seiten 476-480, hier S. 478.

[43] Vgl. Katzenstein, Peter J., Okawara, Nobuo, Japan, Asian-Pacific Security, and the Case for Analytical Eclecticism, International Security , Vol. 26, Nr. 3, Winter 2001/02, S. 153-185, hier S.170-172.

[44] Vgl. aao. S.159.

[45] Vgl. Hook, Glenn D., Gilson, Julie, Hughes, Christopher W., Dobson, Hugo, Japan‘s International relations, London/New York 2001, S. 143-145.

[46] Vgl. aao. S.108-114.

[47] zur genauen Funktionsweise siehe Abbildung 1 Seite 18 und auch: Hughes, Christopher W., Japan’s Security Agenda- Military, Economic And Environmental Dimensions, Boulder/London 2004, S.180-188.

[48] Vgl. Lind, Jennifer M., Pcifism or Passing the Buck?- Testing Theories of Japanese Security Policy, International Security, Vol. 29, Nr.1, Summer 04, S. 92-121, hier S.116.

[49] Joint Communiqué Of The Government Of Japan And The Government Of The People’s Republic Of China, 29. September, 1972, in: Hook, Glenn D., Gilson, Julie, Hughes, Christopher W., Dobson, Hugo, Japan‘s International Relations, London/New York 2001, Seiten 481-483, hier S.481.

[50] Vgl. Hook, Glenn D., Gilson, Julie, Hughes, Christopher W., Dobson, Hugo, Japan‘s International Relations, London/New York 2001, Seiten 481-483, hier S.164/165.

[51] Vgl. Joint Communiqué Of The Government Of Japan And The Government Of The People’s Republic Of China, 29. September, 1972, in: Hook, Glenn D., Gilson, Julie, Hughes, Christopher W., Dobson, Hugo, Japan‘s International Relations, London/New York 2001, Seiten 481-483.

[52] Vgl. Hook, Glenn D., Gilson, Julie, Hughes, Christopher W., Dobson, Hugo, Japan‘s International Relations, London/New York 2001, Seiten 481-483, hier S.166/167.

Details

Seiten
90
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783956363009
ISBN (Buch)
9783836606127
Dateigröße
3.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v225411
Institution / Hochschule
Universität zu Köln – Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Politikwissenschaft/Philosophie
Note
2,7
Schlagworte
außenpolitik sicherheitspolitik asien japan irak-krieg

Autor

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Titel: Die Beteiligung Japans am Irak-Krieg und deren Auswirkungen auf die japanische Außen- und Sicherheitspolitik