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Tourismuspolitische Maßnahmen der EU und UNWTO und ihre Auswirkungen auf kleine und mittlere Tourismusunternehmen

Diplomarbeit 2007 116 Seiten

Touristik / Tourismus

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung
1.3. Aufbau und Methodik der Diplomarbeit

2. Typische Probleme von kleinen und mittleren Tourismusunternehmen
2.1. Definition KMU
2.1.1. Qualitative Abgrenzung
2.1.2. Quantitative Abgrenzung
2.2. Gründe für die Existenz von KMU
2.2.1. Anknüpfungspunkte in der Theorie
2.2.2. Volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung von KMU
2.3. KMU im europäischen Umfeld
2.4. Stärken und Schwächen der KMU
2.4.1. Stärken der KMU
2.4.2. Schwächen der KMU
2.5. Zukunftsszenarien für KMU

3. Tourismuspolitik 20
3.1. Definition
3.1.1. Direkte und indirekte Tourismuspolitik
3.1.2. Ordnungs- und Prozesspolitik
3.2. Notwendigkeit einer Tourismuspolitik
3.2.1. Marktversagen
3.2.2. Staatsversagen

4. Internationale Institutionen
4.1. Legitimität
4.2. Aufgaben
4.3. Politische Organisation der EU, UNWTO
4.3.1. Die Europäische Union
4.3.1.1. Beschreibung
4.3.1.2. Aufbau und Organisation
4.3.1.3. Tätigkeitsfeld
4.3.1.3.1. Lokale vs. europäische Zuständigkeit
4.3.1.3.2. Subsidiaritätsprinzip
4.3.1.3.3. Verhältnismäßigkeit und Föderalismus
4.3.1.4. Bedeutung der Tourismuspolitik und Ziele
4.3.2. Die World Tourism Organisation
4.3.2.1. Beschreibung
4.3.2.2. Aufbau und Organisation
4.3.2.3. Tätigkeitsfeld, Bedeutung der Tourismuspolitik und Ziele
4.3.3. Andere wichtige Organisationen

5. Direkte Tourismuspolitik der EU und UNWTO
5.1. Harmonisierung der Steuern und Finanzierung EUUNWTO
5.2. Nachhaltiger Tourismus
EU
UNWTO
a) Nachhaltiger Tourismus
b) Spezialprogramm der UNWTO: ST-EP (Sustainable Tourism – Eliminating Poverty)
5.3. Marketing und Schaffung internationaler Marketingportale
EU
UNWTO
5.4. Innovations-, Informations- (Statistik), Kommunikations- und Forschungspolitik - Einfluss
neuer Technologien im Tourismus bzw. in der Reiseindustrie
EU
UNWTO
5.5. Ausbildung und Arbeit.
EU
UNWTO
5.6. Verbraucherschutz und Sicherheit
EU
UNWTO

6. Evaluierung der internationalen tourismuspolitischen Maßnahmen im Hinblick auf deren Auswirkungen auf Tourismusunternehmen
6.1. Tourismuspolitische Maßnahmen die die betriebswirtschaftlichen Probleme von KMU positiv adressieren
6.2. Tourismuspolitische Maßnahmen die die betriebswirtschaftlichen Probleme von KMU negativ adressieren
6.3. Fazit

7. Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Betriebsgrößenabhängige Unterschiede

Abbildung 2: Unternehmenskategorien in der EU

Abbildung 3: Grundlegende Fakten über KMU und große Unternehmen

Abbildung 4: Beschäftigungsgrößenklasse im Gastgewerbe für EU 25, Zahl der Unternehmen

Abbildung 5: Wertschöpfung nach Unternehmensgrößenklasse, EU-25, 2003

Abbildung 6: Stärken-Schwächen-Katalog der Klein- und Mittelbetriebe

Abbildung 7: Tourismus als Querschnittsdisziplin

Abbildung 8: Die 3 Säulen der EU 29bildung 5: Betriebsgrößenabhängige Unterschiede

Abbildung 9: Die Organisation der europäischen Tourismuspolitik

Abbildung 10: Organisationschart der World Tourism Organisation

Abbildung 11: Tourismusrelevante Aktivitäten der Generaldirektion Umwelt

Abbildung 12: Chancen und Risiken von KMU im Bereich IKT

Abbildung 13: Handlungsschwerpunkte der Politik in Sachen e-Business im Tourismus

Abbildung 14: Hindernisse, die für einen Dienstleister relevant sein können

Abbildung 15: Entwicklung der Beschäftigung in der EU in allen Wirtschaftszweigen zusammengenommen und auf dem Sektor des Gastgewerbes

Abbildung 16: Diffusion von IKT im Tourismus

1. Einleitung

Die Einleitung gibt einen ersten Überblick über das Thema und gliedert sich in die Abschnitte Problemstellung, Zielsetzung und Aufbau und Methodik der Diplomarbeit.

1.1. Problemstellung

Der Tourismus spielt europaweit sowie auch weltweit eine wichtige wirtschaftliche Rolle. Die Leistungen im Tourismus setzen sich aus verschiedenen Angeboten von öffentlichen und privaten Akteuren zusammen. Der Tourismus ist vor allem deshalb wichtig, weil er ein Wachstumssektor ist.

Der Anteil des Tourismus am europäischen Bruttoinlandsprodukt liegt direkt bei 5% und indirekt bei 10%. Außerdem finden 7-8 Millionen Menschen eine Arbeit im Tourismus (indirekt 20 Millionen) (ETC, 07.11.05, S.5, im Internet). Der Anteil der KMU an den europäischen Tourismusunternehmen liegt bei ca. 99 %. Deshalb soll auch auf die Probleme der KMU hingewiesen werden (Mugler, Josef, 2005; Bornett und Neubauer, 1985; Pichler, Pleitner und Schmidt, 2000).

Die Aufgaben der internationalen Institutionen liegen in der Herstellung der Rahmenbedingungen, die die wirtschaftlichen Abläufe regeln, d.h. in einer angemessenen Gestaltung der Tourismuspolitik. Die Bedeutung der internationalen Ebene zeigt sich in der Wichtigkeit für die Aspekte der Tourismuspolitik, die mit Umweltschutz, Wettbewerbspolitik und Verbraucherschutz zu tun haben. Mit dem Zusammenwachsen der Länder in der EU wird die europäische Ebene an Bedeutung gewinnen. Der Tourismussektor gilt als einer der aussichtsreichsten Wirtschaftsbereiche. Das Volumen dürfte sich in den nächsten 20-25 Jahren verdoppeln. Die Gestaltung der Tourismuspolitik in Europa ist deshalb schwierig, weil es als ein Gebiet mit größter Vielfalt und Dichte an touristischen Anziehungspunkten gilt. Außerdem wird der Tourismus durch das politische System nicht ausreichend wahrgenommen, da die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus schwierig messbar ist. Da nicht jede tourismuspolitische Maßnahme die gleiche Auswirkung auf die Tourismusorte bzw. lokalen Tourismusunternehmen hat liegt die Problemstellung darin, die verschiedenen Auswirkungen zu erarbeiten und zu diskutieren.

1.2. Zielsetzung

Die Zielsetzung der Diplomarbeit liegt darin, die direkte Tourismuspolitik der beiden internationalen Institutionen zu beleuchten und deren Auswirkungen auf die europäischen Tourismusunternehmen zu erarbeiten. Es soll auch analysiert werden, ob in einzelnen Bereichen eine lokale oder eine europäische bzw. internationale Zuständigkeit angestrebt werden sollte. Auch sollten eventuelle Lösungsansätze diskutiert werden. Zum besseren Verständnis soll auch die unterschiedliche Arbeitsweise der beiden Institutionen erarbeitet werden, um Kooperationsmöglichkeiten und eventuell bestehende Überschneidungen aufzuzeigen.

1.3. Aufbau und Methodik der Diplomarbeit

Im ersten Teil der Diplomarbeit werden die kleinen und mittleren Unternehmen eingehend beschrieben sowie die Tourismuspolitik erklärt und die beiden Institutionen und deren Arbeitsweise erläutert.

- Im ersten Kapitel wird die Problemstellung und Zielsetzung konkretisiert, in dem das Phänomen Tourismus und dessen Wichtigkeit vorgestellt wird.
- Im zweiten Kapitel werden die kleinen und mittleren Betriebe eingehend erläutert, deren Stärken und Schwächen sowie Zukunftsaussichten beschrieben.
- Im dritten Kapitel wird die Tourismuspolitik aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und die Notwendigkeit einer Tourismuspolitik vorgestellt.
- Im vierten Kapitel werden die beiden Institutionen näher vorgestellt, d.h. es wird deren Legitimität, deren Aufgaben und politische Organisation dargestellt.

Der zweite Teil der Diplomarbeit beschäftigt sich dann mit den einzelnen Bereichen der tourismuspolitischen Arbeit. Es wird die Arbeit in den Bereichen Harmonisierung der Steuern und Finanzierung, nachhaltiger Tourismus, Innovations-, Informations-, Kommunikations- und Forschungspolitik, Marketing und Schaffung internationaler Tourismusportale, Ausbildung und Arbeit, Verbraucherschutz und Sicherheit in Bezug auf die kleinen und mittleren Unternehmen beleuchtet. Das sechste Kapitel beschäftigt sich mit der Evaluierung der internationalen tourismuspolitischen Maßnahmen im Hinblick auf deren Auswirkungen auf Tourismusunternehmen. Anschließend wird kurz zusammengefasst und ein Ausblick in die Zukunft gewährt.

2. Typische Probleme von kleinen und mittleren Tourismusunternehmen

Kleinere und mittlere Unternehmen werden oft aufgrund ihres Beschäftigungs- und Wachstumspotenzial als Rückgrat der Europäischen Volkswirtschaft bezeichnet, da sie den größten Teil der Unternehmen in Europa darstellen. Sie schaffen viele Arbeitsplätze und sind Quelle für Innovation und unternehmerische Initiative. KMU stehen aber oft Schwierigkeiten gegenüber, die durch nationale oder gemeinschaftliche Rechtsvorschriften ausgeglichen werden. Um diese Rechtsvorschriften richtig anwenden zu können, braucht es eine genaue und rechtlich sichere Definition.

2.1. Definition KMU

Der Begriff „Unternehmen“ wird von der EU folgendermaßen definiert: „Als Unternehmen gilt jede Einheit, unabhängig von ihrer Rechtsform, die eine wirtschaftliche Tätigkeit ausübt. Dazu gehören insbesondere auch jene Einheiten, die eine handwerkliche Tätigkeit oder andere Tätigkeiten als Einpersonen- oder Familienbetriebe ausüben, sowie Personengesellschaften oder Vereinigungen, die regelmäßig einer wirtschaftlichen Tätigkeit nachgehen“ (ABI L 124/36, 2003, S. 4).

Die Unterscheidung von Klein-, Mittel- und Großunternehmen ergibt sich aus der Gruppierung der Betriebe nach Betriebsgröße. Die Größe lässt sich definieren als das „Ausmaß seiner effektiven oder potentiellen wirtschaftlichen Tätigkeit“ (Busse von Colbe, 1976 in: Pfohl, 1997, S. 3). Es ist jedoch schwierig, den Betrieb in seiner Größe zu definieren wegen der Größenänderungen im Zeitablauf und des Größenunterschiedes zu anderen Betrieben. Aufgrund der Vielschichtigkeit und Dynamik der Betriebe ist es kaum möglich, ein einheitliches Größenmaß zu entwickeln, das die jeweiligen betrieblichen Besonderheiten erfasst. Deshalb erfasst man eine geringe Anzahl von Merkmalen, um zu einer Beurteilung der Betriebsgröße zu erlangen. Bei einer solchen Bewertung wird der Begriff Betriebsgrösse gleichgesetzt mit den zur Beschreibung der Betriebsgröße herangezogenen Merkmalen (Pfohl, 1995, S. 3f).

„Klein“ und „Mittel“ sind quantitative Aussagen, die ohne einen Maßstab nichts aussagen können. Neben quantitativen Kriterien werden oft auch qualitative Kriterien zur Bewertung eines Unternehmens hergenommen. Oft ist eine genaue Abgrenzung nicht möglich, weil ein typisches Kriterium für einen Kleinbetrieb durchaus auch bei einem Großbetrieb auftreten kann. Für die Wahl einer Abgrenzung kann es verschiedene Zwecke geben (Mugler, 1995, S. 17):

- Traditionen,
- Statistische Strukturierung der Wirtschaft eines Landes,
- Geltung von Rechtsvorschriften (z.B. Steuerrecht, Handelsrecht),
- Anspruch auf Förderungen.

2.1.1. Qualitative Abgrenzung

Zur Abgrenzung nach qualitativen Kriterien werden zwei Ansatzpunkte gewählt: Merkmalskataloge (Unternehmen ist ein KMU, wenn es ein Mindestmaß an Merkmalen erfüllt) und Typologien (aus der Häufung von Merkmalen werden Klassen von KMU gebildet, die deutliche Unterschiede zu Großbetrieben aufweisen.

Merkmalskataloge

Es gibt mehrere Merkmalskataloge, die sich hinsichtlich ihres Umfanges unterscheiden. Kohl und Kellerwessel (1990) haben einen sehr umfangreichen Kriterienkatalog erstellt, in dem die Unterschiede in den Bereichen Unternehmensführung, Personal, Organisation, Absatz, Beschaffung und Materialwirtschaft, Produktion, Forschung und Entwicklung, Finanzierung dargestellt werden. Ein anderer von verwendet die Grundsätze von Hruschka (1976) und Pleitner (1986) und konzentriert sich auf besonders wichtige Merkmale (Mugler, 1995, S. 18):

1. Der Betrieb wird durch die Persönlichkeit des Unternehmers geprägt, der Leiter und oft auch Eigentümer des Betriebes ist.
2. Der Unternehmer verfügt über ein Netz von persönlichen Kontakten zu Kunden, Lieferanten und der für ihn relevanten Öffentlichkeit.
3. Der Betrieb erstellt Leistungen nach den individuellen Wünschen der Kunden.
4. Die Kontakte zwischen der Unternehmensleitung und den Mitarbeitern sind eng und informell.
5. Die Organisation ist gering formalisiert.
6. Der Betrieb kann rasch auf Umweltveränderungen reagieren.

Zusätzlich werden oft weitere Kriterien verwendet, wie z.B. dass der Betrieb nicht von einem größeren Betrieb beherrscht wird, der Betrieb nur einen kleinen Marktanteil besitzt und der Betrieb nur ein Produkt hat oder wenig diversifiziert ist.

Betriebsgrößenabhängige Unterschiede in der Unternehmensführung sowie für einzelne Unternehmensbereiche nach Mugler (1995) und Pfohl (1997):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Betriebsgrößenabhängige Unterschiede

Typologien

Die meisten Typologien greifen auf Merkmale der Unternehmerpersönlichkeit zurück, d.h. das Unternehmermotiv und der Position des Unternehmers auf dem Markt. Unternehmertypologien sind z.B. der Schumpetersche Unternehmer oder die Unternehmertypen nach Heuss (Initiativer Unternehmer; Konservativer Unternehmer). Andere sind die Unternehmertypen nach Pleitner (Möchtegern-Unternehmer, echter Unternehmer, Unternehmer wider Willen, Input-begrenzender Unternehmer), Unternehmertypen nach Fröhlich und Pichler (Allrounder, Pionier, Organisator, Routinier) und die Unternehmertypen nach Miles und Snow bzw. Kirsch (Verteidiger, Risikostreuer, Innovator, Prospektor, Architekt) (Mugler, 1995, S. 24ff). Diese Unternehmertypen tragen zur Typenbildung in KMU bei. Die Versuche der Typenbildung haben in den letzten Jahren zugenommen und deutet auf eine größer werdende Anerkennung verhaltenswissenschaftlicher Grundlagen in den Wirtschaftswissenschaften hin und bestärkt die These, dass viele Führungsentscheidungen in KMU nicht alleine mit dem Gewinnkriterium zu erklären sind (Mugler, 1995, S. 28).

2.1.2. Quantitative Abgrenzung

Als quantitative Kriterien gelten Mitarbeiterzahl, Umsatz und Bilanzsumme. Diese Abgrenzung wird häufiger verwendet als die qualitative Abgrenzung.

Die europäische Union hat die Mitarbeiterzahl als wichtigstes Kriterium zur Klassifizierung eines Unternehmens definiert. Dies ist auch gerechtfertigt, da die touristische Branche zu den personalintensivsten Branchen gehören und weil über die Personalausstattung eines privatwirtschaftlichen Unternehmens Aussagen über den Output gemacht werden können. Ein wichtiger Faktor zur Erfassung der wirtschaftlichen Entwicklung eines Unternehmens ist die Quantität des Personals (Peters, 2001, S. 164).

Als weiteres Kriterium wurde der Umsatz in Kombination mit der Bilanzsumme hergenommen. Diese Kombination kommt daher, weil die EU der Meinung ist, dass diese Kombination den Gesamtwert des Unternehmens darstellt (eine dieser Kriterien kann jedoch die festgelegte Grenze überschreiten).

Demnach gilt als Kleinstunternehmen ein Unternehmen, wenn es weniger als 10 Mitarbeiter hat und die Bilanzsumme und der Umsatz jeweils die 2 Millionen Euro- Grenze nicht überschreitet. Ein Kleinunternehmen hat weniger als 50 Mitarbeiter und eine Grenze von 10 Millionen Euro beim Umsatz und der Bilanzsumme. Ein mittleres Unternehmen darf nicht mehr als 250 Mitarbeiter beschäftigen, der Umsatz darf 50 Millionen Euro nicht überschreiten und die Bilanzsumme darf 43 Millionen Euro nicht überschreiten. Werden diese Grenzen überschritten, spricht man von einem Großunternehmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Unternehmenskategorien in der EU (Quelle: EU, 16.01.07, im Internet)

Ein Unternehmen gilt demnach als KMU wenn:

- „es weniger als 250 Beschäftigte hat und
- mindestens eines der finanziellen Kriterien erfüllt, nämlich weniger als 50 Mio. € Umsatz erzielen oder eine Bilanzsumme von weniger als 43 Mio. € aufweist und

höchstens zu 25 % im Besitz eines oder mehrerer Unternehmungen ist, die diese Definition nicht erfüllen (Kriterium der Eigenständigkeit, Unabhängigkeit der Unter­nehmung)“ (Pichler, Pleitner, Schmidt, 2000).

Zur Festlegung der genannten Zahlen hat die EU genaue Richtlinien erlassen. Die Daten, die zur Zuordnung des Betriebes in die Größenkategorie hergenommen werden, werden ausschließlich aufgrund der Jahresabschlüsse ermittelt.

Die Mitarbeiterzahl wird in Jahresarbeitseinheiten (JAE) angegeben, dazu zählen:

- die abhängig Beschäftigten des betreffenden Unternehmens,
- für das Unternehmen tätige Personen, die in einem Unterordnungsverhältnis zu diesem stehen und nach nationalem Recht Arbeitnehmern gleichgestellt sind,
- mitarbeitende Eigentümer,
- Gesellschafter, die eine regelmäßige Tätigkeit in dem Unternehmen ausüben und finanzielle Vorteile aus dem Unternehmen ziehen (EU, Scadplus, 16.01.07, im Internet).

Auszubildende oder in der Berufsausbildung stehende Personen werden nicht berücksichtigt. Als JAE gelten die Mitarbeiter, die im gesamten Jahr im oder für das Unternehmen tätig waren. Für Teilzeitbeschäftigung oder Saisonarbeit wird der jeweilige Anteil an JAE angegeben.

Für die Berechnung der Schwellenwerte gibt es ebenfalls genaue Richtlinien. Wird der Umsatz bzw. Bilanzsumme und Mitarbeiterzahl ausschließlich auf Grundlage der Jahresabschlüsse des Unternehmens ermittelt, dann spricht man von einem eigenständigen Unternehmen . Hat dieses Unternehmen ein oder mehrere Partnerunternehmen, dann werden die Zahlen beider Unternehmen kumuliert. Partnerunternehmen sind Unternehmen, die mit anderen Unternehmen Finanzpartnerschaften eingegangen sind, ohne dass ein Unternehmen mittelbar oder unmittelbar die Kontrolle über das andere ausübt. Ein Unternehmen ist Partnerunternehmen eines anderen wenn:

- es einen Anteil zwischen 25% und weniger 50% an diesem anderen Unternehmen hält;
- dieses andere Unternehmen einen Anteil zwischen 25 % und weniger als 50 % an dem antragstellenden Unternehmen hält;
- das antragstellende Unternehmen keinen konsolidierten Abschluss erstellt, in den dieses andere Unternehmen durch Konsolidierung einbezogen wird, und nicht durch Konsolidierung in den Abschluss des anderen bzw. eines weiteren Unternehmens, das mit diesem verbunden ist, einbezogen wird (EU, Scadplus, 16.01.07, im Internet).

Bei Unternehmen, die mit anderen Unternehmen verbunden sind, werden die Zahlen der verbundenen Unternehmen zu den Zahlen des Unternehmens dazugerechnet. Verbundene Unternehmen sind Unternehmen, die mittelbar oder unmittelbar durch Mehrheit des Kapitals oder Stimmrechte Einfluss auf andere Unternehmen haben und einer Unternehmensgruppe angehören. Dieser Unternehmenstyp kommt in der EU eher selten vor.

Solche Kennzahlen sind wichtig um feststellen zu können, welche Betriebe die Unternehmen die EU-Förderungsmaßnahmen für KMU in Anspruch nehmen dürfen und welche Maßnahmen in der spezifischen KMU-Politik getroffen werden müssen.

2.2. Gründe für die Existenz von KMU

2.2.1. Anknüpfungspunkte in der Theorie

Unternehmungen entstehen nicht automatisch, sondern werden von Menschen gegründet und es gibt sie, um einen fremden Bedarf zu decken. Zwei Basiskonzepte als Motive für die Gründung von Unternehmen sind wichtig: das ökonomische Basiskonzept und das sozialwissenschaftliche Basiskonzept. Das ökonomische Basiskonzept geht davon aus, das die Wirtschaft auf die Befriedigung von Bedürfnissen ausgelegt ist, die gegen Geld getauscht werden können. Das unternehmerische Handeln ist auf die Erzielung möglichst vieler Kaufkraft und damit auf das Streben nach Gewinnmaximierung ausgerichtet. Das sozialwissenschaftliche Konzept geht davon aus, dass die Trennung von kaufbarer und nicht kaufbarer Bedürfnisbefriedigung nicht möglich ist und daher zur Erklärung unternehmerischen Handelns nicht geeignet ist (Mugler, 1995, S. 7).

In der neoklassischen Theorie wird davon ausgegangen, dass jeder für sich selbst das Gewinnmaximum verwirklichen kann und deshalb nicht nötig ist, sich zu größeren Wirtschaftseinheiten zusammenzuschließen. Durch den Zusammenschluss können zwar Transaktionskosten gespart werden, jedoch werden die Kosten für interne Informationskosten größer. Dieser Transaktionskostenansatz zeigt, dass es unabhängig von bestimmten Produktions- und Logistikbedingungen größere und kleinere Wirtschaftseinheiten geben kann.

Die Industrieökonomik geht davon aus, dass kleine Unternehmungen noch nicht große Unternehmungen sind (Unternehmen werden klein gegründet und je nach Fähigkeit des Unternehmers größer) oder klein geblieben sind, aufgrund mangelnder Fähigkeiten des Unternehmers. Die Überlebensrat wird durch die typische Mindestbetriebsgröße (MES – minimum efficient scale) und der Innovationsintensität bestimmt. Kleine Mindestbetriebsgrößen und geringe Innovationsintensität bieten den Kleinunternehmen größere Überlebenschancen als größere Mindestbetriebsgrößen und hohe Innovationsintensität.

Ein anderer Ansatz für die Ableitung von Ursachen für die Betriebsgröße sind die Unternehmermotive. Dies können sein das Erreichen von Entscheidungs- und Handlungsfreiheit, Durchsetzung eigener Ideen oder Streben nach wirtschaftlicher Unabhängigkeit. Diese Motive lassen sich in kleineren Einheiten besser verfolgen und liefern somit eine verhaltenswissenschaftlich fundierte Begründung (Mugler, 1995, S. 37).

Der Ansatz, die „richtige“ Betriebsgröße über den Markt zu bestimmen, ist bisher nicht gelungen. Die These, dass ein großer Markt ein großes Unternehmen braucht und ein kleiner Markt ein kleines Unternehmen konnte noch nicht bestätigt werden. Grund hierfür ist, dass der Markt keine statische Größe ist. Auch traditionelle Bestimmungsfaktoren wie Marktvolumen, Produktionskosten oder Transaktionshindernisse sind wenig aussagekräftig und unvollständig (Mugler, 1995, S. 37).

2.2.2. Volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung von KMU

KMU sind für eine Volkswirtschaft wichtig, da sie zum wirtschaftlichen Erfolg beitragen (bei Produktivität, Wirtschaftlichkeit, Gewinn und Wachstum oft bessere Ergebnisse als Großunternehmen), zur Stabilität einer pluralistischen Gesellschaft beitragen (Schaffung von mehr und vielfältigeren Arbeitsplätzen zur Förderung der Selbstentfaltung der Menschen), eine marktwirtschaftliche Ordnungsfunktion besitzen (Wettbewerbssicherung und Wirkung gegen Monopole), das Güterangebot erweitern (Aufspürung von Marktnischen und Deckung individueller Bedürfnisse), den technischen Fortschritt fördern (Entwicklung der Ergebnisse der Grundlagenforschung), zur Risikostreuung und Krisenvorbeugung beitragen (Risikoausgleich zwischen kleinen Betrieben, der regionalwirtschaftlich stabilisierend und krisenvorbeugend wirkt), Leistungsmotivation fördern (durch Eigenverantwortung und persönliche Kontakte der Beschäftigten), die Lebensqualität fördern (Nahversorgung, geringe Störung durch nachbarschaftliche Großbetriebe, interessante Arbeitsplätze), die Konjunktur stabilisieren (kleinere Produktion auf Lager, elastischere Kapazitäten), die Jugend ausbilden (Angebot von Lehrstellen mit großer Realitätsnähe), den Umweltschutz fördern (umweltfreundlichere Kleintechnologien, kleinere Transportkosten durch Nähe zum Konsumenten) und den Außenhandel unterstützen (durch Produktion hochspezialisierter Produkte verfügen KMU über bedeutendes Exportpotential) (Mugler, 1995, S. 39).

Bedeutung für die Marktwirtschaft: KMU sorgen für Wettbewerb in einer Marktwirtschaft und dadurch für mehr Effizienz und damit auch Wohlstand. Durch Verwaltungswirtschaft würde der Wohlstand abnehmen. Das Vorhandensein von KMU ist deshalb für ein dezentrales Ordnungssystem unverzichtbar (Pfohl, 1997, S. 33).

Bedeutung für die Beschäftigung: KMU sind die dominierende Stütze der Arbeitsmärkte. Während für Großbetriebe der dominierende Produktionsfaktor Maschinen ist, ist es für KMU der Mitarbeiter. KMU bilden auch die meisten der Lehrlinge aus, weil sie qualifizierte und flexible Mitarbeiter brauchen.

Umweltpolitische Bedeutung: Die Unternehmensgrößen belasten die Umwelt unterschiedlich: Großunternehmen belasten die Umwelt konzentriert. Mit abnehmender Größe wird die Umwelt weniger belastet. Je mehr eine Wirtschaftsstruktur aus KMU besteht, desto weniger ist der Gesamtschaden der Produktion und Wirtschaftsleistung auf die Umwelt.

Bedeutung für die Staatsfinanzen: KMU sind der Rückgrat der Staatsfinanzen und des Sozialsystems. Durch die Beschäftigung der meisten Mitarbeiter, tragen sie auch die Sozialkosten des Faktors Arbeit.

Bedeutung für Produktion und Wachstum: Großunternehmen können nur in einem Umfeld von ausreichend leistungsfähigen und vielfältig produzierenden KMU existieren (Pfohl, 1997, S. 39). Dies deshalb, weil Reparaturen, Wartungen, Vermittlungen und andere Hilfstätigkeiten für Großunternehmen von KMU erledigt kostengünstiger und flexibler erledigen können. Die Privatisierungstheorie hat nachgewiesen, dass KMU die gleichen Leistungen wie Großbetriebe bis 50% billiger anbieten (Pfohl, 1997, S. 39). Ebenfalls stellen die KMU in Einzelserien oder Zusatzproduktion individuelle Produkte nach den Wünschen des Kunden her (vor allem im Dienstleistungsgewerbe). Je größer der Lebensstandard, desto größer ist die Nachfrage nach individuellen Produkten und Dienstleistungen. Dadurch entstehen auch neue Marktsegmente.

Die gesellschaftliche Bedeutung des Mittelstandes ist eher gering, da es schwierig ist, Individualisten zu gemeinsamen Handlungen zu koordinieren und es durch Diskriminierungen des Mittelstandes dazu gekommen ist, dass dieser keine politische Macht ausgeübt hat. Die Großwirtschaft hat hingegen über ihre Verbände und Gewerkschaften wirtschaftliche und finanzielle Macht ausgeübt (Pfohl, 1997, S. 48). Seitdem man erkannt hat, dass die mittelständischen und kleinen Unternehmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, Unterstützung der öffentlichen Finanzen und Bewahrung vor dem Zusammenbruch des Sozialsystems gebraucht werden, gewinnen diese Unternehmen an Bedeutung. Kleine und mittlere Unternehmen haben demnach nicht nur eine wichtige volkswirtschaftliche Bedeutung, sondern auch eine gesellschaftliche und politische Rolle.

2.3. KMU im europäischen Umfeld

Für KMU ergeben sich durch die Größe der EU sowohl Chancen als auch Problemfelder. So hat sich z.B. der Warenverkehr und Dienstleistungsverkehr hat sich erhöht, jedoch ist der Druck auf Arbeitskosten größer geworden. Das Umfeld in dem sich KMU bewegen wird immer schneller: der Zeitdruck nimmt zu und die strategischen Planungen erfordern kürzere Zeithorizonte. Der Abbau der Handelshemnisse verbessert aber die Absatzmöglichkeiten und die Kommunikationsmöglichkeiten. Auch KMU sind durch das neue Umfeld gezwungen, eine Produktionsverlagerung ins Ausland zu planen. 25-35 % der weltweiten Exporte werden im produzierenden Sektor von KMU getätigt (Kailer/Pernsteiner, 2006, S. 3). Externe Einflussfaktoren wie z.B. Liberalisierung des Handels werden für KMU immer wichtiger. Durch die Übernahme der Rechtsvorschriften und die Vereinfachung des grenzüberschreitenden Handels verringert die Erweiterung der EU das Risiko für KMU und erleichtert den Aufbau von Handelsbeziehungen.

Wichtige Faktoren, welche die KMU zur Internationalisierung zwingen sind die Produktionsverlagerung von wichtigen Kunden ins Ausland und der Kostendruck. Diese Faktoren müssen von den KMU aktiv angegangen werden. Hier spielt die Unterstützung der europäischen Wirtschaftspolitik eine wichtige Rolle. Eine wichtige Grundlage in der Wirtschaftspolitik ist das Beihilfenrecht. Es regelt die Maßnahmen der Unternehmensförderungen, die den Wettbewerb verfälschen oder verfälschen können. Das grundsätzliche Beihilfenverbot durch Artikel 87 EG-Vertrag wird durch spezielle Regelungen relativiert. Direkte Unternehmensförderungen seitens der EU sind in folgenden Bereichen vorgesehen (Kailer/Pernsteiner, 2006, S. 64f):

- Unterstützung der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit,
- Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von KMU,
- Verbesserung der Regionalstruktur,
- Förderung des Umweltschutzes,
- Forcierung von Aus-, Weiterbildung und Beschäftigung.

Die Förderungen sind von den Kriterien Investitionsart, Investitionsstandort und Unternehmensgröße abhängig, wobei sich die Förderungen der EU auf die KMU konzentrieren. Seit der letzten EU-Erweiterung stehen den KMU der ehemaligen EU-15 weniger Fördermittel zur Verfügung. Die Projekte müssen vielmehr den EU-Grundsätzen entsprechen als bisher. In Zukunft beschränken sich die Finanzmittel auf EFRE, ESF und Kohäsionsfonds (Kailer/Pernsteiner, 2006, S. 73f).

Auf die europäischen KMU im Tourismus kommen derzeit viele Herausforderungen zu. Dazu gehört das gestiegene Bewusstsein für Preis-Leistungsverhältnisse, höheres Qualitätsbewusstsein, technische Neuerungen, Globalisierung, Individualisierung und Differenzierung, Deregulierung und Liberalisierung von einigen tourismusrelevanten Bereichen (z.B. Fluggesellschaften) und Umweltauflagen. Deshalb ist die Unterstützung von Seiten der EU wichtig.

Die Europäische Union konzentriert sich vor allem auf die Förderung von Unternehmertum und unternehmerischen Fähigkeiten, Verbesserung des Marktzugangs von KMU, Bürokratieabbau, Steigerung des Wachstumspotenzials der KMU und Stärkung des Dialogs und der Konsultierung von Akteuren im KMU-Bereich. In der Generaldirektion Unternehmen wurde ein Beauftragter bestimmt, der für die Berücksichtigung der KMU-Dimensionen in der EU-Politik zuständig ist.

Der Bericht KMU in Europa 2003 des Beobachtungsnetzes der EU zeigt, dass es im Europäischen Wirtschaftsraum ca. 19,3 Mio. Unternehmen gab. 92% dieser Unternehmen sind Kleinstunternehmen, 7% sind Kleinunternehmen, weniger als 1% sind mittlere Unternehmen und gerade mal 0,2% sind Grossunternehmen. Die Kleinunternehmen beschäftigen den größten Teil der Arbeitnehmer (56%); die KMU beschäftigen 2/3 der Arbeitnehmer im Europäischen Wirtschaftsraum (EU, 2003c, S. 9).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Grundlegende Fakten über KMU und große Unternehmen (Quelle: EU, 2003c, S. 9)

In der Tourismusbranche beschäftigen 99% der Unternehmen weniger als 250 Personen, 94% weniger als 10. Durchschnittlich beschäftigen die KMU im Tourismus 6 Personen. 6,5% der Umsätze europäischer KMU wird vom Tourismus erwirtschaftet. Der Tourismus ist ein wichtiger Beschäftigungssektor in der EU, da er sehr personalintensiv ist (NORMAPME, 16.01.07, im Internet).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Beschäftigungsgrößenklasse im Gastgewerbe für EU 25, Zahl der Unternehmen (Quelle: Eurostat, 16.01.07, im Internet)

Folgende Zahlen helfen zu unterstreichen, dass es sich im Gastgewerbe vor allem um KMU handelt: Durchschnittlich verfügen Hotels und ähnliche Unterkunftsarten über 27 Zimmer und 52 Betten. Der Durchschnitt in Österreich und Deutschland liegt unter 50 Betten (KMU-Forschung Austria, 16.01.07). Dementsprechend werden in kleineren Betrieben weniger Personen beschäftigt. KMU im zeichnen sich für mehr als 75% der touristischen Wertschöpfung in Europa verantwortlich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenAbbildung 5: Wertschöpfung nach Unternehmensgrößenklasse, EU-25, 2003 (in % der gesamten Wertschöpfung) (Quelle: Eurostat, 16.01.07, im Internet)

2.4. Stärken und Schwächen der KMU

Im Vergleich zu Großunternehmen haben die KMU einige Stärken und Schwächen aufzuweisen. Diese Stärken und Schwächen haben Auswirkungen auf die Wettbewerbssituation der Unternehmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Stärken-Schwächen-Katalog der Klein- und Mittelbetriebe (Quelle: Kropfberger, 1986 in: Stiegler, 1995, S. 394)

2.4.1. Stärken der KMU

Eine Stärke der KMU liegt in der Flexibilität. Da es wenige Entscheidungsträger gibt, kann die Strategie oder Taktik schnell geändert bzw. korrigiert werden. Ein weiterer Vorteil ist die Innovation. Durch den Zwang, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und neue Märkte zu erschließen, sind KMU oft Ausgangspunkt neuer Ideen und Innovationen. Die flachen Hierarchien in KMU erlauben es, durch weniger formale Regeln auf Marktgeschehnisse zu reagieren und Entscheidungen schneller zu treffen. Es gibt eine unkompliziertere Entscheidungsfindung.

Eine wichtige Stärke ist die Individualität und Kundenorientierung. Durch einen kleineren Kundenstamm kann eine persönlichere Betreuung des Kunden erfolgen und mehr auf Kundenwünsche eingegangen werden. Dadurch wird nicht nur sichergestellt, dass der Kunde zufrieden gestellt wird, sondern auch, dass durch ständige Anregungen des Kunden das Produkt verbessert wird.

Meistens sind die KMU langfristig orientiert. Dadurch gibt es eine verlässliche Unternehmenskultur, die Grundlage für dauerhafte Beziehungen zu den Geschäftspartnern ist.

Durch Differenzierung können sich KMU einen Wettbewerbsvorteil schaffen. Sie besetzen Nischenmärkte, die sie aufgrund der Spezialisierung gut bedienen können, die für Großunternehmen wegen der Marktgröße nicht interessant sind.

Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Vorteil sind die persönlichen Beziehungen im Unternehmen. Da sich jeder im Betrieb kennt, ist der Teamgeist wahrscheinlich größer als in einem Großunternehmen. Jeder ist bereit, dem anderen zu helfen und gegenseitig zum erhofften Erfolg zu bringen. Vertrauen, Treue und Loyalität sind in einem kleineren Unternehmen stärker ausgeprägt als in einem größeren Unternehmen. Der Mitarbeiter identifiziert sich stärker mit dem Betrieb. In verschiedenen Studien wurde festgestellt, dass die Abwesenheit der Mitarbeiter durch Krankheit in kleinen Betrieben geringer ist als in größeren Betrieben.

2.4.2. Schwächen der KMU

Auf EU-Ebene versucht die Kommission durch die Charta für KMU die Nachteile der Kleinunternehmen zu treffen. Die Unterstützung der unternehmerischen Initiative, Ausnützung der technologischen Potenziale, Schaffung von Anreizen zur Internationalisierung, kostengünstige und einfachere Neugründungen und die Verbesserung von Fertigkeiten und Qualifikationen sollen durch die Charta gefördert werden (Wanhill, 1999; EU-Kommission, 2000 in: Peters, 2005).

Eine weitere Schwäche der KMU liegt in der Vermarktung und Entwicklung von Produkten. Durch ihre Größe haben KMU die geringeren Möglichkeiten, Produkte zu entwickeln und diese dementsprechend zu vermarkten. Eine Lösung hierfür wären Kooperationen. Auch dadurch, dass KMU keine Betriebskostenersparnisse und Verbundvorteile (d.h. ein größerer Betrieb kann ein vielfältigeres Angebot anbieten als ein Kleinbetrieb) haben, entsteht dem KMU ein Nachteil. Problem dabei ist, dass Kostenarten in Relation zur Unternehmensgröße kaum variabel sind. Auch hierfür wären Kooperationen ein geeigneter Lösungsansatz.

KMU haben oft Finanzierungsprobleme größerer Projekte bzw. Liquiditätsengpässe. Die KMU haben oft Probleme bei der Kapitalbeschaffung. Dies ist bedingt durch ihre Größe und ihren Besonderheiten, so kommt es z.B. bei Familienbetrieben zu besonderen Situationen (z.B. Erbschaftssteuern, Unterhaltszahlungen an Ehepartner), die die Liquidität des kleinen Unternehmens gefährden (Peters, 2001, S. 177).

Oftmaliges Fehlen einer klaren Unternehmensstrategie ist eine weitere Schwäche von KMU. Diese Unternehmensstrategie ist zwar in den Köpfen der Entscheidungsträger, jedoch fehlt es am schriftlichen Festhalten. Dadurch fehlt es in Krisenzeiten oder Zeiten eines verschärften Wettbewerbs an einer Dokumentierung, durch die eine Analyse angestellt werden kann und an die sich gehalten werden kann, um diese Situation zu meistern.

Auch leiden KMU oft am Mangel personeller Ressourcen. Es fehlen die finanziellen Mittel, externe Spezialisten zu engagieren. Deshalb übernehmen oft andere Mitarbeiter die Bereiche mit (z.B. Controlling, Marketing), obwohl sie dafür nicht ausreichend qualifiziert sind.

Ein wichtiges Problem ist der Mangel an Innovation. Ein KMU sieht sich Innovationshemnissen gegenüber. In der konkreten Produkt- und Dienstleistungsentwicklung werden die Aufgaben wie z.B. Test der potenziellen Innovation, nur unzureichend durchgeführt. Im Bereich Innovation muss die Wirtschaftspolitik wichtige Grundlagen setzen: Direktförderung von Forschung und Entwicklung auf strukturelle Voraussetzungen von KMU, Aufbau einer Tourismusforschungsszene, Förderung von Grundlagenarbeiten für Innovationen, Innovationsförderung in Spezialbereichen der Umsetzungs- und Vermarktungsphase, Förderung des Ideentransfers und die fachliche Unterstützung im Innovationsprozess (Langer, 2002, S. 19).

Ein weiteres Problem in Familienbetrieben ist die Nachfolgeproblematik sowie Entscheidungsprobleme, wenn Unternehmensziele mit den Familienzielen in Konflikt geraten (Weiermair, Peters, Pechlaner, Kaiser, 2004, S. 221).

Haben die KMU Probleme mit dem internen Markt, dann gibt es seit 2000 das EIC (Euro Info Centers), an das sie sich wenden können. Die Betriebe haben dort die Möglichkeit, praktische Unterstützung und Beratung hinsichtlich der Gesetzeslage und des Binnenmarktes einzuholen. Das EIC wendet sich dann seinerseits an die Kommission durch das Interaktive Police Making (IPM) der Kommission und gibt seine Daten (Fakten über Schwierigkeiten der KMU mit verschiedenen europäischen Gesetzen) an die Kommission weiter, die diese als Monitoring-Werkzeug oder als Hintergrundmaterial verwendet.

2.5. Zukunftsszenarien für KMU

Die Zukunft der KMU wird zu einem großen Teil von der Entwicklung der gesellschaftlichen und ökonomischen Umwelt bestimmt. Wie der einzelne Betrieb jedoch mit dieser Entwicklung zurechtkommt, hängt von seiner Reaktionsfähigkeit ab. Diese Reaktionsfähigkeit setzt sich aus zwei konkurrierenden Komponenten zusammen: die Fähigkeit, nicht prognostizierte, überraschende Veränderungen rasch zu erkennen und denn Betrieb darauf zu richten und die Fähigkeit, sich auf konkret prognostizierte Zukunftsentwicklungen zu spezialisieren, um bei einem tatsächlichen Eintreten einen Vorsprung gegenüber anderen Betrieben zu haben. Durch dieses Konkurrenzverhältnis gilt es, ein Kompromissverhältnis zwischen diesen beiden Komponenten zu finden – entsprechend der Einschätzung der Prognosesicherheit (Mugler, 1995, S. 62).

KMU werden auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Verschiedene theoretische Ansätze legen dies laut Bass (2006) nahe:

1) Strategisches Management: Obwohl Unternehmen mit großem Marktanteil durch Standardisierung von Prozessen und Produkten Kostenvorteile haben, gibt es die Möglichkeit der Kleinunternehmen, sich stärker zu differenzieren und Nischenmärkte erfolgreich zu bedienen. Die mittelgroßen Betriebe haben geringere Überlebenschancen.
2) Gibratsches Gesetz: Wachstumsraten sind unabhängig von der ursprünglichen Größe. Innovationen generieren Wachstum, von dem schließlich auch der Gewinn abhängt. Bei funktionierenden Kapitalmärkten werden keine Betriebsgrößenklassen bevorzugt mit Kapital behandelt.
3) Neo-Schumpetersche Innovationsökonomik: „Die Betonung liegt auf den Rückkopplungseffekten des Innovationsprozesses in einem System interdependenter Akteure: Unternehmen, spezialisierte Wissensproduzenten und Brückeninstitutionen ermöglichen durch ihre marktliche und nicht-marktliche Interaktion die Produktion, Diffusion und Nutzung von wirtschaftlich verwertbarem Wissen“ (Bass, 2006, S. 15). Netzwerke zwischen größeren und kleineren Unternehmen können ihre jeweiligen Vorteile zusammen ausspielen. Es werden sich im globalen Wettbewerb der Innovationssysteme diejenigen besser behaupten können, die eine Mischung Betriebsklassengröße aufweisen.
4) Szenarioanalyse des Massachusetts Institute of Technology: 2 Szenarios sind möglich: projektbezogene, grenzüberschreitende Kooperationen von Kleinunternehmen oder eine stärkere Einpassung kleiner Unternehmen in globale Wertschöpfungsketten. Im 1. Szenario kooperieren kleine, selbstständige Einheiten und organisieren sich später in anderer Zusammensetzung neu. Im 2. Szenario streben globale Wertschöpfungsketten nach systematischer Effizienz. KMU als Zulieferer müssen sich and die systemführenden Unternehmen anpassen, dadurch verbreiten sich Produktinnovationen. Es kommt zu Preisdruck, der die Prozessinnovationen beschleunigt sowie Prozessverlagerungen in Niedriglohngebiete. In diesem Szenario allerdings würden die KMU an Eigentümlichkeit verlieren.

Die EU-Kommission hat in ihrem Bericht „Zusammenarbeit für die Zukunft des Tourismus in Europa“ (2001) festgestellt, dass obwohl den KMU im Tourismus eine besondere Bedeutung zukommt, eine wachsende Tendenz zur Konzentration festzustellen ist, was die vertikale Integration der Tourismusdienstleistungen verstärkt.

Auch Füglistaller (1999) prognostiziert, dass die Fusionen der Grossunternehmen zunehmen, gleichzeitig aber die Kleinstunternehmen boomen. Auch er prognostiziert ein Aussterben der mittelgroßen Unternehmen und einen enormen Zuwachs bei Kleinstbetrieben, vor allem im Dienstleistungssektor.

Wichtig dafür aber ist, dass es diesen Unternehmen gelingt, durch Innovation Märkte zu besetzen, Prozesse und Produkte zu verändern und geeignete Kooperationen einzugehen.

3. Tourismuspolitik

3.1. Definition

Der Begriff Tourismuspolitik setzt sich aus „Tourismus“ und „Politik“ zusammen. Eine Analyse der Tourismuspolitik muss sich deshalb nicht nur mit den touristischen Gesichtspunkten auseinandersetzen, sondern auch mit denen der Politik. Die Komplexität beider Begriffe führt dazu, dass es viele verschiedene Definitionen gibt und noch kein Konsens über eine allgemein gültige Definition gibt (Daberto, 2006, S. 5).

Der Tourismus wird meist aus der Sicht der Nachfrager und Anbieter, die am Markt auftreten, betrachtet. Der Staat tritt als Nachfrager und Anbieter auf. Er spielt eine Rolle beim Ablauf von gesellschaftlichen Abläufen. Die Aufgaben des Staates werden in den verschiedenen Bereichen durch eine eigene Politik geregelt. Dementsprechend gibt es im Bereich Tourismus eine Tourismuspolitik (Freyer, 2006, S. 353). Tourismuspolitik findet nicht nur international oder national statt, sie findet auch auf lokaler und kommunaler Ebene statt. Die Tourismuspolitik ist ein Querschnittsbereich, der fast alle Wirtschaftsbereiche betrifft. Demzufolge gibt es Zielkonflikte mit anderen Wirtschaftsbereichen. In Konflikt geraten kann die Tourismuspolitik mit der Gesellschaftspolitik (wenn der Tourismus der kulturellen und sozialen Entwicklung entgegenläuft), der Umweltpolitik (Tourismus als Landschaftszerstörer und -veränderer), der allgemeinen Wirtschaftspolitik (falls andere Wirtschaftsbereiche weniger gefördert werden) und individuelle Personen (wenn sich diese durch den Tourismus beeinträchtigt fühlen). Es gibt jedoch auch Übereinstimmungen zwischen der Tourismuspolitik und anderen Politikbereichen, z.B. wenn der Tourismus Arbeitsplätze schafft, zur Erhaltung der Umwelt beiträgt (durch z.B. Wiederaufforstung, Bau von Kläranlagen) und die individuellen Personen als Reisende in ihrer Entfaltung unterstützt werden (Daberto, 2006, S. 5).

Eine getrennte Betrachtung von anderen gesellschaftlichen Zielen ist nicht zulässig, da sie als Querschnittsbereich Maßnahmen aus unterschiedlichen Politikbereichen entlehnt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Tourismus als Querschnittsdisziplin (Quelle: Freyer, 2006, S. 360)

Tourismuspolitik wird in verschiedenen Formen definiert. Freyer (2006) definiert Tourismuspolitik als die

- zielgerichtete
- Planung und Beeinflussung /Gestaltung
- der touristischen Realität und Zukunft
- durch verschiedene Träger (staatliche, private, übergeordnete) (Freyer, 2006, S. 353).

Freyer argumentiert, dass die tourismuspolitischen Überlegungen bestimmte Gleichheiten und Übereinstimmungen mit der betrieblichen Marketingpolitik haben. Deshalb ist diese Definition ziemlich an die Unternehmenspolitik angelehnt. Die verschiedenen Träger haben nicht das Ziel der Gewinnerzielung, sondern der Kosten- und Abgabendeckung (er meint mit verschiedenen Trägern staatliche, halbstaatliche und überstaatliche Institutionen).

Eine Definition der Tourismuspolitik von Mundt (2004) lautet: „Tourismuspolitik ist die Summe aller Maßnahmen öffentlicher Institutionen auf allen Ebenen politischen Handelns, die direkt oder indirekt, bewusst oder unbewusst, die Gestaltung und Entwicklung des Tourismus bestimmen“ (Mundt, 2004, S. 12).

Im Gegensatz zu diesen eher allgemein gehaltenen Definitionen definiert Akehurst (1993) die Tourismuspolitik, indem er auf die Rolle der Tourismusorganisationen, Tourismuswirtschaft, Programmen und deren Koordination hinweist. Auch Socher und Prünster (1977) definieren die Tourismuspolitik anhand von drei Kernelementen:

1) die Erreichung der volkswirtschaftlichen Ziele
2) durch Einsatz wirtschaftspolitischer Instrumente durch die
3) Träger der Tourismuspolitik.

Laut Socher und Prünster ist die Tourismuspolitik „die Beeinflussung des Fremdenverkehrs durch die Träger der Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik, um den Beitrag des Fremdenverkehrs zu den Zielen der Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik zu optimieren“ (Socher, Prünster, 1977, S. 5).

Dies stellt eine Entwicklung dar, die einzelne Maßnahmen, die die Sektoren der Wirtschaft beeinflussen, in ein Gesamtkonzept zu ordnen versucht.

Es gibt verschiedene Definitionen von Tourismuspolitik, es ist jedoch festzuhalten, dass sie Vorraussetzungen zur Weiterentwicklung des Tourismus schaffen und Handelshemmnisse im Tourismus beseitigen soll.

3.1.1. Direkte und indirekte Tourismuspolitik

Bei der Tourismuspolitik unterscheidet man zwischen direkter und indirekter Tourismuspolitik, und zwischen Ordnungs- und Prozesspolitik.

Mundt (2004) definiert die direkte und indirekte Tourismuspolitik wie folgt:

- „Direkte Tourismuspolitik beinhaltet alle Maßnahmen, die hauptsächlich oder ausschließlich aus dem Tourismus heraus begründet werden oder sich unmittelbar auf ihn beziehen.
- Indirekte Tourismuspolitik umfasst alle diejenigen Maßnahmen, die nicht in erster Linie den Tourismus zum Gegenstand haben, diesen aber als Wirtschaftszweig maßgeblich tangieren“ (Mundt, 2004, S. 12).

In dieser Arbeit wird auf die direkte Tourismuspolitik der EU und UNWTO eingegangen. Bereiche direkter Tourismuspolitik mit Auswirkungen auf Tourismusunternehmen sind z.B. die Maßnahmen zur Harmonisierung der Steuern, Maßnahmen zu einem nachhaltigen Tourismus oder Maßnahmen zur Ausbildung und Arbeit.

Indirekte Maßnahmen sind z.B. in der EU das Schengener Abkommen oder die Einführung der gemeinsamen Währung.

3.1.2. Ordnungs- und Prozesspolitik

Ziel der Ordnungspolitik ist die Schaffung von Rahmenbedingungen, innerhalb denen de Wirtschaftsprozess abläuft. Diese Rahmenbedingungen und Regeln betreffen sowohl die gesamte Volkswirtschaft als auch einzelne Wirtschaftsbereiche wie z.B. die Tourismuspolitik oder die Wettbewerbspolitik.

Die Prozesspolitik soll steuernd auf den Wirtschaftsablauf eingreifen um bestimmte Ziele zu erreichen. Prozesspolitische Maßnahmen auf europäischer Ebene sind z.B. die Förderung von Programmen und Maßnahmen in den Mitgliedsstaaten (Beispiel: technische Harmonisierung des Flugsicherungssystems). Staatliche Eingriffe in den selbststeuernden Markt sind nicht marktkonform, da sie die Funktion der freien Marktwirtschaft verletzen (Daberto, 2006, S. 8).

Die Verknüpfung verschiedener Wirtschaftsmaßnahmen macht prozesspolitische Maßnahmen notwendig, um die optimale Entwicklung des Tourismus zu garantieren. Der Grund dafür ist, dass eine Störung in einem Wirtschaftsbereich auch im anderen, abhängigen Wirtschaftsbereich gespürt wird. Diese Störungen können durch ein kollektives, übergeordnetes Handeln beseitigt werden. Dadurch wird eine positive wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Tourismus durch staatliche Intervention gewährleistet (Michael, 2001, S. 312).

3.2. Notwendigkeit einer Tourismuspolitik

Die Notwendigkeit einer Tourismuspolitik besteht, wenn der Staat oder Markt aufgrund eines mangelnden einzelnen Interesses versagt.

3.2.1. Marktversagen

Marktversagen bedeutet, dass es eine Situation gibt, in der es einem Markt selbst nicht gelingt, die Ressourcen effizient zu verteilen. Der Staat oder eine übergeordnete Institution soll deshalb eingreifen, um unerwünschte soziale, politische, ökonomische oder andere Ergebnisse zu vermeiden, wo die Marktkräfte versagen. Marktversagen tritt dort auf, wo einzelne Privatunternehmen oder einzelne Staaten nicht imstande oder nicht gewillt sind, Gemeinschaftsaufgaben zu erfüllen oder nicht vollständig erfüllen (Mankiw, 2001, S. 12, in: Daberto, 2006, S. 9).

Es gibt folgende Ursachen für Marktversagen (Daberto, 2006, S. 9):

- öffentliche Güter (Nichthausschließbarkeit, d.h. es gibt kein Eigentumsrecht, jeder hat Recht auf Konsum, z.B. Sicherheit; Nichtrivalität, d.h. das Gut kann von mehreren Personen oder Organisationen gleichzeitig konsumiert werden,
- externe Effekte (Auswirkungen, die durch eine Aktivität oder Tätigkeit auf Dritte einwirken, ohne dass diese Auswirkungen kompensiert werden; es kann dabei positive und negative externe Effekte geben),
- asymmetrische Information (d.h. nicht jeder Vertragspartner hat die gleiche Information, Prinzipal-Agent-Theorie).

Für den Tourismus spielen vor allem die Probleme der öffentlichen Güter und die externen Effekte eine Rolle. Bedingt ist dies dadurch, dass der Tourismus die Umwelt als Grundlage hat und es diese zu schützen gilt und gleichzeitig auch eine soziale und wirtschaftliche Entwicklung gewährleistet werden soll.

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Details

Seiten
116
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783836607315
Dateigröße
2.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v225283
Institution / Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck – Fakultät für Betriebswirtschaft, Strategisches Management
Note
3,0
Schlagworte
tourismuspolitik europäische union tourismusunternehmen welttourismusorganisation

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Titel: Tourismuspolitische Maßnahmen der EU und UNWTO und ihre Auswirkungen auf kleine und mittlere Tourismusunternehmen