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Maschinenkostensätze als Grundlage der Kalkulation und die Verwendung von Deckungsbeitragszuschlägen

Diplomarbeit 2005 32 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Controlling
1.2 Kalkulation

2 Grundlagen der Kostenermittlung
2.1 Flächenbestimmung
2.2 Verbrauchs- und Betriebskosten
2.3 Aufstellung aller geplanter Kosten
2.4 Umlage der allgemeinen Kosten
2.5 Maschinen und Anlagen
2.6 Variable Elektrokosten
2.7 Wartung und Instandhaltung
2.8 Kalkulatorische Abschreibungen und Zinsen
2.9 Personal
2.10 Fixe und variable Platzkosten

3 Kostensätze

4 Laufzeit – Erfassung

5 Umlagefaktoren und ihre Verwendung als DB - Zuschläge
5.1 Kalkulationsmodell für Bewertungen
5.2 Kalkulationsmodell für alle Fertigungsbereiche

6 Fazit

Literaturverzeichnis

Ehrenwörtliche Erklärung

Methodik / Vorgehensweise

Erfassung der Rüst-, Fertigung- und eventueller sonst. Zeiten im EDV-unterstützten Planung- und Steuerungssystems (PPS) dienen zur Laufzeitermittlung der einzelnen Maschinen und Anlagen (Kostenplätze) des Unternehmens. Diese Laufzeiten können mit variablen oder fixen und variablen Kostensätzen unterlegt werden, um eine Erfassung aller Kosten zu erreichen.

Hierzu werden zunächst die Voraussetzungen geschaffen. Zu Grunde gelegt werden der Flächennutzungsplan mit den Mietkonditionen und die Aufstellung der vorhandenen Einrichtungen (Maschinen und Anlagen) sowie die Betriebsabrechnung des Vorjahres und die Planungen für die nächste Abrechnungsperiode verwendet (Personal-, Verbrauchs-, Betriebs-, Wartungs- und Instandhaltungskosten).

Um alle Kalkulationsarten abzudecken, wird für jeden Kostenplatz (Maschine oder Anlage) je ein Maschinenkostensatz für die Nachkalkulation (beinhaltet variable Kosten der Maschine und Personalkosten ohne Rüsten), ein Maschinenkostensatz für die Vorkalkulation (beinhaltet variable Kosten der Maschine), ein Fertigungskostensatz (var. Personalkosten ohne Rüsten) und ein Rüstkostensatz (var. Rüstpersonalkosten) gebildet.

Diese variablen Maschinenkostensätze können in der Nachkalkulation (Bewertung) und Vorkalkulation eingesetzt werden.

Zielsetzung

Der Einsatz der Maschinenkostensätze und der entsprechenden Deckungsbeitragszuschläge bietet dem Controlling eines Unternehmens eine vollständige Kostenkontrolle und dem Vertrieb die Möglichkeit, auf auftretende Schwankungen des Absatzes umgehend zu reagieren. Voraussetzung hierfür ist eine Kostenplanung, die sowohl auf die Daten der vorhergehenden sowie auf die der laufenden Geschäftsperiode zurückgreift.

1 Einleitung

Bei der Firmenverschmelzung zweier Klein- und Mittelständischer Unternehmen der verarbeitenden Industrie, in denen Bauteile für die Elektro- und Automobilindustrie hergestellt werden, wurde nicht nur ein neues Produktionsplanungs- und Steuerungssystem modernster Art in Betrieb genommen, es wurden auch umfangreiche Änderungen des bestehenden Kostenrechnungssystem vorgenommen, um einerseits dem Controlling die vollständige Kostenkontrolle und andererseits den Verantwortlichen des Unternehmens eine flexible Preispolitik zu ermöglichen. Das Unternehmen gliedert sich in mehrere Fertigungsbereiche; Automatenstanzerei, Handfertigung, Kunststoffverarbeitung und Werkzeugbau; die sich auf zwei Fertigungsgebäude aufteilen. Dort angegliedert sind die jeweiligen Sozialanbauten und die benötigten Freiflächen zur Lagerbewirtschaftung. Das Firmengelände und die sich darauf befindlichen Gebäude sind für längere Zeit zu festen Konditionen angemietet und die Maschinen und Anlagen in den Gebäuden sind Firmeneigentum.

Zu Grunde liegt der Flächennutzungsplan, der BAB der vergangenen Abrechnungsperiode, die Planungen für die laufende Periode und die Aufstellung des aktuellen Anlagevermögens. Aus Geheimhaltungsgründen können diese jedoch nicht in vollem Umfang hier aufgeführt werden, sie werden lediglich in verkürzter und / oder geänderter Fassung beispielgebend herangezogen.

Da Produkte hergestellt werden, die nicht nur lediglich einen sondern alle Fertigungsbereiche durchlaufen, ist es notwendig ein Kostenrechnungssystem zu erstellen, das ein einheitliches System der Berechnung aller anfallenden Kosten ermöglicht. Einerseits muss dem Controlling die Möglichkeit gegeben werden, die Einzelplatz- und Gesamtkosten eines Produktes abrechenbar zu machen und den Verantwortlichen des Unternehmens eine produkt- bzw. prozessbezogene Kalkulation mit Preisuntergrenzen, Vollkosten und Gewinnen zu ermöglichen.

1.1 Controlling

Die traditionellen Kostenrechnungssysteme, die auf Vollkosten- und Teilkostenbasis beruhen, sind unverzichtbare Bestandteile der Kostenrechnung. Um jedoch ein wirkungsvolles Kostenmanagement zu betreiben, reichen diese als Instrumente der Kostenrechnung nicht aus. Sie sollten durch Kostenrechnungskonzepte ergänzt werden, die prozess- und marktbezogen ausgerichtet sind.[1]

Die Vollkostenrechnung erfasst alle Kostenarten periodengerecht und weist sie den einzelnen Kostenträgern zu. Ihre Aufgabe erfüllt sie gut, wenn auf dem Markt die mithilfe der Zuschlagskalkulation errechneten Preise akzeptiert werden. Die Vollkostenrechnung kann nicht angewandt werden, wenn unternehmerische Entscheidungen zur Verbesserung der Beschäftigung oder des Betriebserfolgs zu treffen sind. Hier setzen nun die zur Teilkostenrechnung führenden Überlegungen an. Den Verantwortlichen in einer Unternehmung geht es doch letztlich darum, sich den Bedingungen des Marktes hinsichtlich Preis, Absatzmenge oder Sortiment anzupassen. Dabei ist zugleich auf die Erhaltung der Arbeitsplätze und die Erzielung von Gewinn zu achten. So hat die Unternehmensleitung in Zeiten des konjunkturellen Rückganges mit fallenden Marktpreisen zu entscheiden, ob auch noch zu einem nicht mehr kostendeckenden Preis produziert werden soll. Eine solche Entscheidung lässt sich zuverlässig nur treffen, wenn man in der Kostenrechnung umdenkt. [2]

Die verursachungsgerechte Kostenzurechnung ist seit jeher ein Anliegen der Kostenrechnung. Für die fertigungsnahen Kostenstellen erfolgt die Verrechnung der entstandenen Kosten mit Maschinenstundensätzen statt mit wertbasierten Zuschlägen. Zusätzliche Verfeinerungen ergeben sich aus Platzkostenrechnungen, bei denen die Fertigungskostenstellen weiter in verschiedene Kostenplätze untergliedert werden. Kostenstellenübergreifende Tätigkeiten und ihre kostentreibenden Bezugsgrößen werden nicht betrachtet.[3]

Erfassung der Rüst- und Fertigungszeiten im EDV-gestützten Planung- und Steuerungssystems (PPS) dienen zur Laufzeitermittlung der einzelnen Maschinen und Anlagen des Unternehmens. Durch Hinterlegung von variablen Maschinenkostensätzen für jeden Kostenplatz (Maschine oder Anlage) des Unternehmens, gepaart mit den Produktions- bzw. Laufzeiten, ist eine Erfassung der Teilkosten möglich. Diese werden einerseits mit einem Deckungsbeitragszuschlag, der sich nach Umlage aller Fixkosten ergibt, zu den Gesamtkosten des Unternehmens verrechnet, um eine Kontrolle über alle angefallenen Kosten zu haben, anderseits ermöglicht dieses dem Unternehmen schnelle unternehmerische preispolitische Entscheidungen treffen zu können, wenn nach der Erlösrechnung sich ein anderer tatsächlicher Deckungsbeitrag wie gewünscht ergibt.

1.2 Kalkulation

Um alle Kalkulationsarten abzudecken, wird für jeden Kostenplatz (Maschine oder Anlage) je ein Maschinenkostensatz für die Nachkalkulation (beinhaltet variable Kosten der Maschine und Personalkosten ohne Rüsten), ein Maschinenkostensatz für die Vorkalkulation (beinhaltet variable Kosten der Maschine), ein Fertigungskostensatz (var. Personalkosten ohne Rüsten) und ein Rüstkostensatz (var. Rüstpersonalkosten) gebildet.

Diese variablen Maschinenkostensätze können in der Nachkalkulation (Bewertung) und Vorkalkulation eingesetzt werden. Jetzt bedarf es jedoch noch einer Differenzierung in verschiedene DB-Zuschläge, die Preisuntergrenzen und Gewinnschwellen darstellen, wobei bewusst darauf verzichtet wird, für jede Kostenstelle (Fertigungsbereich) separate Zuschlagsätze zu ermitteln (Vollkostenrechnung), sondern für das gesamte Unternehmen gelten einheitliche Zuschlagsätze.

Man geht von dem Gedanken aus, dass man kurzfristig oder unter besonderen Umständen zu einem Preis verkaufen kann, der wohl die gesamten variablen, nicht aber den vollen, auf das Produkt entfallenden Fixkostenanteil deckt. Im Rahmen einer Kapazitätsstufe wird die Fixkostensumme eines Betriebes als gegebene Größe angesehen, die in ihrer Gesamtheit wohl hereingebracht, die aber nicht anteilsmäßig auf die einzelnen Leistungen aufgeteilt werden muss. Der erzielbare Preis, der mehr hereinbringt, als die variablen Kosten ausmachen, leistet also bereits einen Beitrag zur Deckung der Fixkosten (Deckungsbeitragsrechnung). Absolute Preisuntergrenze einer betrieblichen Leistung wäre demnach die Summe ihrer variablen Kosten. Man muss sich aber stets vor Augen halten, dass die Differenzierung auf den Vollkostenanteil, die diesmal im Preis nicht hereingebracht werden konnte, beim nächsten Verkauf oder beim Verkauf einer anderen Leistung zusätzlich zum Vollkostenanteil hereingebracht werden muss! Zur Erhaltung der betrieblichen Substanz ist also, in längeren Zeiträumen gesehen, zumindest die Deckung sämtlicher Kosten erforderlich. Durch das rechnen mit Teilkosten wird aber die Preispolitik eines Unternehmens elastischer und ist viel eher in der Lage, kurzfristige Veränderungen der Marktsituation und der eigenen Beschäftigungslage zu entsprechen. [4]

2 Grundlagen der Kostenermittlung

2.1 Flächenbestimmung

Ausgehend vom Flächennutzungsplan und den Aufstellungen der Fertigungsbereiche über die vorhandenen Maschinen und Anlagen wird die vorhandene Fläche aufgeteilt. Diese Aufteilung dient der Zuordnung aller entstandenen oder geplanten Fixkosten.

Bei der Analyse des Fixkostenblocks sollte sowohl das Verantwortungsprinzip als auch die mehr oder weniger exakte Möglichkeit einer produktspezifischen Zuordnung der Fixkosten berücksichtigt werden. [5]

Auszug aus dem Flächennutzungsplan

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2 Verbrauchs- und Betriebskosten

Die Grundlage bildet die Planung aller Kosten, ausgehend von der Betriebsabrechnung des Vorjahres und des Kapazitätsplanes der laufenden Geschäftsperiode. Mietkosten sind auf Basis der tatsächlichen Mietkonditionen ausgewiesen, wobei die Mietkosten der Frei- und Sozialflächen den Fertigungsgebäuden zugerechnet werden. Die Elektrokosten (ausgenommen der allgemeinen) werden nach Anschlusswerten in den Kostensätzen berechnet. Die Kosten für Wartung und Instandhaltung, Abschreibungen und kalk. Zinsen sowie die Personalkosten werden anhand der Planung für die laufende Geschäftsperiode auf die einzelnen Fertigungsbereiche umgelegt. Ausgehend von der Personalplanung werden Lohnkosten in fertigungsabhängige und –unabhängige Löhne unterteilt.

2.3 Aufstellung aller geplanter Kosten

Geplante Kosten ohne Zuordnung auf Fertigungsbereiche

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] Vgl. Olfert: Kompendium der praktischen Betriebswirtschaft, 13. aktualisierte und durchgesehene Auflage 2003, Kapitel A, Neuere Kostenrechnungskonzepte, S.

[2] Vgl. Schmolke / Deitermann: Industrielles Rechnungswesen, 32. überarbeitete und erweiterte Auflage 2004, Teil G, 5.Kapitel, Deckungsbeitragsrechnung, S.452

[3] Vgl. Coenenberg: Kostenrechnung und Kostenanalyse, 5. überarbeitete und erweiterte Auflage 2003, 2. Teil, 8.Kapitel, Prozesskostenrechnung, S.220

[4] Vgl. Kemmetmüller / Maurer: Kostenrechnung und Kalkulation, 5. Auflage 1994, Kostenstellenrechnung in der Teilkostenrechnung, S.63

[5] Vgl. Coenenberg: Kostenrechnung und Kostenanalyse, 5. überarbeitete und erweiterte Auflage 2003, 3. Teil, 11. Kapitel, Break-even-Analyse, S.269

Details

Seiten
32
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783956362316
ISBN (Buch)
9783836603201
Dateigröße
251 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v225261
Institution / Hochschule
Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie Potsdam e.V. – Studiengang Betriebswirtschaftslehre
Note
2,0
Schlagworte
kostenerfassung kalkulation maschinenkostensatz deckungsbeitrag

Autor

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