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Das erste Jahr der Hamburger Südsee-Expedition in Deutsch-Neuguinea (1908 - 1909)

Magisterarbeit 2006 291 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung

Leseprobe

Inhalt

A. Zur Einführung

B. Die Planungen und Aufgaben für die Reise in die Südsee- Die Dispositionen Prof. Thilenius aus den Jahren 1902–1907
I. Praktische und wissenschaftliche Aufgaben
1. erste praktische Aufgabe – koloniale Aufgabe
2. zweite praktische Aufgabe - die Erstellung einer einzigartigen Sammlung
3. wissenschaftliche Aufgabe
II. Wahl des Untersuchungsgebietes
III. Zeitliche Abgrenzung
IV. Forschungsausrüstung und Sammelmethodik

C. Der Koordinator und die Besatzung des Peiho während des ersten Jahres in der Südsee
I. Georg Thilenius (1868–1937)
II. Hans Louis Vogel (1885-nach 1966 / 1970)
III. Otto Reche (1879 – 1966)
IV. Friedrich Georg Hans Heinrich Fülleborn (1866–1933)
V. Wilhelm Müller(- Wismar) (1881 – 1916)

D. Probleme im Umgang mit der einheimischen Bevölkerung – Missverständnisse, Konflikte, Reaktionen
I. Diebstahlgefahr und Prävention
II. Reaktion auf zu hohe Forderungen der Einheimischen
III. Täuschung und Ausnutzung der Forscher durch die Einheimischen
IV. Überfälle - vorrausehbares Gefahrenpotenzial, Abwehr und Reaktion

E. Bewertung der Einheimischen aus Sicht der Forscher
I. Chronologische Darstellung
1. Die St.-Matthias-Gruppe
a. die Hauptinsel
b. Mussau
c. Faktorei-Inseln
d. Enaie
e. Emirau-Squally
f. Tench
2. Admiralitätsinseln
a. Die Manus
b. „Spitzköpfe“
3. Neupommern
a. Baining - die erste Ethnie
b. Tami - Die zweite Ethnie
c. Die Durchquerung Neupommerns - die Inlandsvölker
4. Neuguinea: Der Kaiserin- Augusta- Fluss
a. Der Unterlauf und die Küstenregion
a 1. Warankun und Sikawa
a 2. Singor
b. Der Mittellauf - Muongen und Lambringi
c. Der Oberlauf - die unbenannten Orte
c 1. Charakter und Konflikt
c 2. Aussehen
3. Vergleich der Bevölkerungen an den drei Abschnitten des Flusses
II. Die Sicht der Einheimischen auf die Forscher
III. Der edle und der wilde Südseebewohner
1. Der edle Wilde
2. der wilde Edle
3. Ein zusätzlicher Aspekt - das Schönheitsideal

F. Zusammenfassung

G. Quellen und Literatur

I. Quellen
1. Archivmaterialien (Es werden die Titel der einzelnen Archivalien angegeben. Bei beidseitig bedruckten Archivalien werden die Foliantenbezeichnungen durch die Buchstaben r für Vorderseite und v für die Rückseite im Exponenten ergänzt.)
a. Stadtarchiv Leipzig
b. Staatsarchiv Hamburg
2. Quellen (bei nur teilweise veröffentlichten Quellen wird der Editionsort angegeben)
3. Literatur

A. Zur Einführung

Zwischen dem 8. Juli 1908 und dem 22. April 1910 erforschte die Besatzung des von der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung ausgerüsteten Dampfers, Peiho, die Inselwelt des Südpazifiks. Insbesondere das Bismarck-Archipel mit Neuguinea, Neupommern, den Admiralitäts-Inseln und der St.-Matthias-Gruppe standen im Mittelpunkt des Interesses dieser Reise.

Die Hamburger Südsee-Expedition[1] steht in der Tradition verschiedener Forschungsreisen in die Südsee. Schon das Hamburger Handelshaus Godeffroy hatte im 19. Jahrhundert Sammler und Forscher in die Südsee entsandt. Ihr Schwerpunkt lag auf der naturwissenschaftlichen Erforschung Neuguineas[2]. Auch Otto Finsch[3] hatte in den Jahren 1879 bis 1882 erstmals den melanesischen Raum betreten und eine anthropologische Sammlung anlegen gekonnt[4]. Weiterhin hatte die Neuguinea- Kompanie wichtige Erkenntnisse über die Bevölkerung in den Gebieten, mit denen sie in Handelskontakt stand, sammeln können[5]. Auch die Kaiser- Wilhelm- Land- Expedition aus dem Jahre 1896[6] und die Deutsche Marineexpedition von 1895[7] standen in dieser Tradition der Forschungsreisen. Die Erkenntnisse dieser Expeditionen konnten von den Mitgliedern der Hamburger Südsee-Expedition verwendet werden.

Nicht zur Verwendung konnten die Ergebnisse der folgenden Reisen, wie zum Beispiel der Sapper- Friederici- Expedition der Jahre 1908 und 1909[8] und der Kaiserin- Augusta- Fluss- Expedition der Jahre 1912 und 1913[9] kommen. Diese Erkundungen setzten die Tradition der Forschungsreisen, in der nun auch die Hamburger Südsee-Expedition ihren Platz gefunden hatte, fort und profitierten von deren Ergebnissen.

Organisiert wurde die Expedition durch Prof. Georg Thilenius[10], dem Leiter des Hamburger Völkerkundemuseums.

Die Reise wurde in zwei Teilabschnitten durchgeführt. So untersuchte die Hamburger Südsee- Expedition unter der Führung von Prof. Friedrich Fülleborn[11] im ersten Jahr der Reise die Inselwelt Melanesiens und im zweiten Jahr unter der Leitung von Prof. Augustin Krämer[12] das Gebiet in Mikronesien. Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer Forschungsreihe, den „Ergebnissen der Südsee-Expedition“, bis in die 50er- Jahre des 20. Jahrhunderts veröffentlicht. Hierbei standen zumeist die ethnografischen Befunde im Mittelpunkt.

Die Umstände der Reise, ihr Zustandekommen, ihr Verhältnis zu den Einheimischen, der deutschen Verwaltung und der Besatzung untereinander, wurden dagegen kaum beachtet. Mit Ausnahme des Werkes von Hans Fischer aus dem Jahre 1981[13], den erst vor kurzem erschienen Arbeiten von Frau Dr. Antje Kelm[14], der Arbeit von Aren Mohr de Collado[15] und eines Aufsatzes von Sylvia Ohnemus[16] sowie eines Artikels Klüvers[17] im populären Geo-Heft wurde diese Forschungsreise mit einer explizit historischen Fragestellung nicht untersucht.

Fischer stellte sich die Aufgabe keine eurozentrische Sichtweise auf das Verhalten der Forscher gegenüber den Einheimischen zu untersuchen[18]. Das gelang ihm nicht, da er die eurozentrischen Stereotype in den Darstellungen der Forscher ebenso unreflektiert beschrieb wie den Einfluss der kolonialen Verwaltung Neuguineas. Auf die Planung und Durchführung der Reise ging Fischer kaum, auf die Einstellungen der Einheimischen zu den Forschern hingegen ging Fischer gar nicht ein. Dennoch gilt seine Arbeit heute als Standardwerk, was allerdings mehr am Mangel an Literatur über die Hamburger Südsee-Expedition als an der Originalität von Fischers Werk liegt.

Der Artikel von Frau Dr. Kelm über die „Expedition ins Paradies“ stellt eine Einführung in das Thema dar. Sie distanzierte sich von Fischers Ansatz explizit und versuchte eine Beschreibung der Reise anhand der Tagebücher der Forscher[19], aber auch anhand der Objekte, um Rückschlüsse auf die Einstellungen der Einheimischen ziehen zu können und die Arbeitsbedingungen und Einstellungen der Forscher gegenüber den Bewohnern Neuguineas zu erkennen[20].

Der Aufsatz von Frau de Collado widmet sich einem Spezialproblem, mit welchem die Forscher zu kämpfen hatten und ohne die Lösung desselben eine Arbeit vor Ort unmöglich geworden wäre- der Sprache[21]. Anhand des Admiralitätsinsulaners Po Minis zeigte sie hierbei nicht nur die Überwindung von Sprachbarrieren, sondern auch den Umgang der Forscher und der Kolonialverwaltung mit den Einheimischen, die für sie arbeiteten. Der besondere Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt aber nicht auf der Sprache, sondern auf der Beschreibung des Verhältnisses des Dolmetschers Po Minis gegenüber den Europäern. Besonders sein Verhältnis zur Hamburger Südsee-Expedition konnte von Frau de Collado herausgestellt werden. Der Artikel eignet sich aber nicht nur um die Beziehungen der Einheimischen zu den Forschern oder die Lösung einiger Probleme mithilfe der Admiralitätsinsulaner zu finden, sondern auch um die Wirkung der westlichen Einflüsse auf ein Volk der Südsee zu dokumentieren[22].

Frau Ohnemus beschäftigt sich in ihrem Artikel den Festen auf den Admiralitätsinseln. Hierbei konnte sie von den Objekten des Hamburger Völkerkundemuseums und den wissenschaftlichen Darstellungen[23] der Hamburger Südsee-Expedition und späteren ethnografischen Beschreibungen[24] ausgehen[25]. Der Schwerpunkt blieb allerdings auf der Deduktion der Darstellung von den Objekten zur allgemeinen Erkenntnis über die Festgewohnheiten und materiellen Güter der Admiralitätsinseln. Da auch die Forscher der Hamburger Südsee-Expedition von solchen Festen berichteten und Vogel sogar Fotos, einen Film und eine Zeichnung anfertigte, kann die Arbeit von Frau Ohnemus sehr gut für weiterführende Gedanken verwendet werden. Sie dient allerdings auch zur Stützung der Beschreibung von Vogels Darstellung über die Kleidung der Einheimischen. Weiterhin können ihrer Arbeit verschiedene Fotos zur Beschreibung der Einheimischen entnommen werden.

In verschiedenen Aufsätzen wurde diese Forschungsreise nur gestreift, selbst aber nicht direkt beschrieben, sondern für die Darstellung anderer Fakten verwendet.

Im Aufsatz von Markus Schindelbeck[26] im „Südsee Handbuch“ von Prof. Hermann Joseph Hiery geht es um die Erforschung der Südsee im Allgemeinen. Die Hamburger Südsee- Expedition nimmt hierbei nur zwei Seiten in Anspruch[27].

Der Artikel von Frau Antje Kelm in dem Werk „Bilder aus der Deutschen Südsee. Fotografien 1884-1914“[28] beschrieb die Fotographie an verschiedenen Beispielen. Hierbei stellte die Hamburger Südsee-Expedition nur einen Aspekt unter vielen dar. Dennoch sollte festgehalten werden, dass ihr Artikel einen wichtigen Beitrag zur Quellenkritik von Fotographien im Allgemeinen liefert.

Auch in der Einführung des Herausgebers[29] dieses Werkes, Herrn Prof. Hiery, wurde der Fotographie ein eigener Abschnitt gewidmet. Der Schwerpunkt des Werkes liegt auf der Darstellung von Fotos aus Neuguinea[30]. Wenn gleich Hiery die Hamburger Südsee-Expedition nicht erwähnt, so kann dennoch ein grundsätzlicher Punkt zur Beschreibung und Kritik an den Fotos, welche auf der Reise der Hamburger Forscher entstanden, festgestellt und von der Darstellung anderer Fotos erschlossen werden.

In der Festschrift zum 112-jährigen Bestehen des Völkerkundemuseums in Hamburg, wurde die Hamburger Südsee-Expedition als kurze Beschreibung erwähnt. Jürgen Zwernemann untersuchte hierbei nicht die Forschungsreisen, sondern die Leitung des Museums in den Jahren 1879 bis 2003. Im Rahmen seiner Beschreibung der ersten Hälfte des Direktorats von Prof. Thilenius kam er auf die Hamburger Südsee-Expedition zu sprechen[31]. Diese Reise steht für ihn in der Tradition des Museums neben anderen Reisen und Ankäufen von Objekten. Dennoch fällt auf, dass Zwernemann sechs Seiten für seine Darstellung dieser Forschungs- und Sammelreise verwendete, die Sammlungsreisen Arthur Byhans[32] im Russischen Zarenreich und Julius Konietzkos um das Jahr 1912 nach Finnland mit nicht mehr als einem Satz anführen konnte[33]. Auch die Forschungsreise von Leo Frobenius[34] in den Senegal, den Westsudan und nach Togo im Jahre 1911 erläuterte Zwernemann nur in einem kurzen Abschnitt[35]. So scheint es, als habe er die herausragende Bedeutung der Hamburger Südsee-Expedition für die Direktoratszeit Thilenius’ in seinem Text anhand der Darstellungsgröße verdeutlichen wollen. Im Text hingegen befinden sich nur die bereits seit Fischer bekannten Fakten über die Kosten der Reise sowie über deren Planung und Ablauf. Dieser Umstand ist wenig verwunderlich, da Zwernemanns Aufgabe nicht die Darstellung der Expedition, sondern die Ausbreitung der Leitungstätigkeit Thilenius’ in Hamburg war.

Auch Fischer neuestes Werk über „Randfiguren der Ethnologie“[36] streifte die Hamburger Südsee-Expedition, indem es den Maler Hans Vogel darstellt. Hierbei konnte er einen Briefwechsel zwischen Thilenius und Vogel aus der Zeit der Reise wiedergeben. Besonders die Anwerbung Vogels und die Probleme des Malers bei seiner Arbeit in der Südsee stehen hier im Mittelpunkt. Für die Biografie Vogels ist dieses Werk kaum verzichtbar.

Ziel der vorliegenden Arbeit soll es daher sein, exemplarisch für das erste Jahr der Reise folgende Punkte zu untersuchen:

Zum Ersten werden der Beschluss und der Plan zur Entsendung einer Expedition in die Südsee dargestellt. Im Rahmen dieser Untersuchung wird kurz auf die Gründung der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung eingegangen. Anschließend werden die Konzeptionen zur Entsendung einer Expedition nach Thilenius aufgezeigt.

Für seine Vorstellungen werden seine Dispositionen aus den Jahren 1904 bis 1908 herangezogen. Sie lagern im Archiv des Hamburger Völkerkundemuseum und wurden von Fischer im Jahre 1981 bereits in Auszügen abgedruckt.

Die Überlegungen, die diesen Denkschriften zugrunde liegen, stammen aus der Erfahrung ihres Autors. Er konnte seine Anschauung in den Jahren 1897–1899 in der Südsee selber sammeln[37]. Hier sollte bereits festgehalten werden, dass Thilenius schon im Jahre 1898 erkannt hatte, dass der Begriff Melanesien nur eine geographische Größe darstellte. Eine ethnografische Gemeinsamkeit der Völker konnte er nicht erkennen[38]. Auch in den Denkschriften wird deutlich, dass ein großes Gespür für die Zusammenhänge der Völker Melanesiens und Mikronesiens von Nöten sein würde, um deren Kultur zu verstehen. Besonders die Gefahr auf eine Mischbevölkerung zu stoßen schien Thilenius nicht nur in seinen Ausführungen von 1902, sondern auch in den Denkschriften von 1905 und 1907 wichtig gewesen zu sein[39].

Als Quellen werden die vierseitige Denkschrift „Die Aufgaben einer ethnografischen Expedition in die Südsee“[40], eine untitulierte 25-seitige „Denkschrift“ aus dem Jahre 1905[41] und eine weitere „Denkschrift über eine hamburgische Expedition nach der Südsee“ von 1907[42] verwendet werden. Anhand dieser Quellen kann die Entwicklung in der Vorstellung des Leiters des Völkerkundemuseums in Bezug auf die Expedition nachvollzogen werden. Sie stellen noch keine konkreten Planungen dar, zeigen aber deutlich, wie Thilenius die Reise organisieren wollte. Der Autor dieser Schriften befasste sich hierin nicht nur mit den theoretischen Planungen, sondern ging auch auf die kulturellen Zusammenhänge des melanesischen Raumes ein, so dass die Forscher schon vor Antritt der Reise wissen konnten, was sie erwarteten sollte. Weiterhin können diese Denkschriften als Werbung für das eigene Unternehmen angesehen werden, so dass die Darstellung negativer Fakten, wie die Gefahr von Überfällen nicht oder nur am Rande erwähnt wurden.

Die neunseitigen „Leitsätze für die Expedition der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung in die deutsche Südsee“[43] aus dem Jahre 1907 richteten sich dagegen bereits auf ein konkretes Ereignis, da die Ausrüstung einer Expedition bereits vom Kuratorium beschlossen worden war. Aus diesem Grund handelt es sich bei dieser Quelle nicht um eine allgemeine Aussage, sondern bereits um einen konkreten Plan, der im folgenden Jahr durch die sechzehnseitigen „Anweisungen für den Leiter der Expedition“[44], Prof. Fülleborn, ergänzt wurde. Beide Quellen stellen eine konkrete Planung dar, zeigen aber auch, dass die Vorstellungen Thilenius’ aus den Jahren 1902–1904 in seinen Denkschriften zum größten Teil umgesetzt, aber durch die Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung in kleinen Teilen korrigiert wurde[45]. Wichtig bei der „Anweisung für den Leiter der Expedition“ ist der Inhalt. Hier wurden die Aufgabenfelder der einzelnen Forscher beschrieben, so dass ein konkreter Arbeitsplan entstehen konnte. Diese Quelle bietet sich daher nicht nur für die Disposition der Reise, sondern auch für einen Vergleich zwischen der in ihr geäußerten Theorie und der Praxis in der Südsee an[46].

Als Abschluss wird „Der Plan der Expedition“[47], wie er endgültig gefasst worden war, durch einen Rückblick Thilenius’ aus dem Jahre 1927 vorgestellt. Hierbei soll ein Vergleich zwischen der Disposition, dem geplanten Ablauf und dem tatsächlichen Ablauf ermöglicht werden. Dieser Vergleich wird bei gegebener Zeit im Text vorgenommen werden. Ein eigenes Kapitel wäre nicht sehr ergiebig.

Verschiedene Aspekte sollen zur Entstehung des „Plans der Expedition“ festgehalten werden, da diese für die Quellenkritik von großem Nutzen sind.

Im ersten Band der Ergebnisse der Südsee Expedition befindet sich der 42 Seiten umfassende „Plan der Expedition“. Im ersten Teil wurden grundsätzliche Ideen zur sammlerischen Tätigkeit eines geschulten oder laienhaften Ethnografen in der Südsee ausgeführt. Im zweitel Abschnitt entwickelte Thilenius seine allgemein abschließenden Vorstellungen zur Durchführung einer „Hamburger Schiffsexpedition“ in die Südsee[48]. Die Ausführungen sind eine Essenz aus den Gedanken Thilenius’ der Jahre 1904 bis 1908, die allerdings nicht veröffentlicht wurden und nur als Auszüge bei Fischer zu finden sind. Quellenkritisch kann angemerkt werden, dass dieser Aufsatz einen Stand der Planung, nicht aber deren Entwicklung wiedergab. Auch wurde die Darstellung des Organisators der Reise zum Teil nach der Reise des Peiho verfasst.

Es lassen sich drei Teilaspekte für die Entstehung dieser Schrift herausstellen: Thilenius’ Darstellung beruhte zum einen auf seinen Erfahrungen als Ethnograf in der Südsee. So konnte er in den Jahren 1897-1899 selbst einige Anschauungen vor Ort über die Forschungs-tätigkeiten in der Südsee gewinnen. Deutlich wird dieser Punkt in der Darstellung der widrigen Umstände, unter denen die Forscher während eines Aufenthaltes in einem tropischen Gebiet, wie es die Südsee darstellt, zu erdulden hätten[49].

Der zweite Punkt zeigt einen Teil des Planes der Expedition aus dem Jahre 1908. Thilenius stellte hierbei die Aufgaben der Expedition dar[50]. Insbesondere die Erforschung der Gebiete, welche das Schiff anlaufen sollte, ist hierbei wichtig. Er übernahm diese Vorstellungen unter anderem aus der „Denkschrift über eine hamburgische Expedition nach der Südsee“ von 1907. Der Auftrag noch nicht entdeckte Inseln am Äquator zu finden, wurde hier auch angeführt. Das negative Ergebnis konnte er hierbei noch nicht kennen, so dass dieser Teil des „Plans der Expedition“ mit sehr großer Wahrscheinlichkeit vor Antritt der Reise in dieses Gebiet geschrieben wurde.

Als drittes Element kann die Rückschau gelten. So wurden bereits die Ergebnisse der Reise in einigen Punkten vorweggenommen. Deutlich wird dieses besonders bei der Darstellung der genauen Kosten der Reise. Es wäre kaum möglich gewesen, diese auf den Pfennig genau vor

der Beendigung der Expedition zu berechnen, so dass hier eine spätere Auflistung sehr wahrscheinlich ist[51].

Die Frage nach dem wahren Zeitpunkt der Erstellung dieses „Plans“ kann nur annähernd bestimmt werden. Thilenius selbst gab eine Auflistung der bereits erschienenen Werke der „Ergebnisse der Südsee-Expedition 1908–1910“ an[52]. Hier wurden die bereits veröffentlichten Arbeiten bis zum Jahre 1918 zu angegeben. Da der 1919 erschienene Band zu Kusae[53] nicht aufgeführt wurde, ist anzunehmen, dass Thilenius im Jahre 1918 seinen „Plan“ fertig gestellt hatte. Die Seiten 25 bis 30 entsprechen fast genau der Darstellung des Autoren[54] in der Einleitung zu Vogels Reisebeschreibung, so dass hier vom Jahre 1911 als Entstehungszeit ausgegangen werden kann. Der zweite Teil des Planes der Expedition entstand daher in mindestens zwei Schritten zwischen den Jahren 1911 und 1918 und durch die Hinzunahme der Erfahrungen des Autors aus den Jahren 1902-1908. Der gesamte Plan der Expedition besteht daher aus drei zeitlich versetzten Teilen.

Dennoch ist es sicher, dass Thilenius die Planung korrekt wiedergab, da seine Ausführungen auf der Basis seiner Ausführungen der Jahre 1902 bis 1908 und der Konzeption des Kuratoriums der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung entstanden, so dass hier eine, wenn auch verspätete, Wiedergabe des originalen Planes festgestellt werden kann. Dennoch zeigt die vorhergehende Darstellung, dass es quellenkritisch notwendig ist, mit den Dispositionen an Stelle des Planes der Expedition zu arbeiten, da diese die Basis des 1927 veröffentlichen Werkes von Thilenius sind.

Im zweiten Abschnitt der Arbeit werden die Forscher des ersten Jahres vorgestellt. Ziel ist es anhand ihrer Ausbildung und ihrer Lebensgeschichte vor und nach der Reise eine Erklärung für ihr Verhalten und ihre Einstellung zu den Einheimischen in der Südsee zu finden.

Primär wird hierbei auf die einschlägige Biografie-Literatur zurückgegriffen werden. So können die Ethnologen und Forscher über Schnees Kolonial-Lexikon von 1920[55] identifiziert werden. Weiterhin werden das Deutsche Biographische Archiv[56], Rumps Gelehrten Lexikon von 1912[57], die Ältere[58] und Neuere Deutsche Biographie[59], Auskunft über die Personen geben können. Auch die Deutsche Biographische Enzyklopädie[60] enthält nützliche Informationen, so dass sie hier angewandt werden kann.

Weiterhin werden die im Hamburger Staatsarchiv liegenden Personalakten der Kulturbehörde verwendet werden[61]. Aus der Entnazifizierungsakte Hamburgs[62] zu Otto Reche[63] können wichtige Erkenntnisse gewonnen werden. Die Akte umfasst 10 beidseitig bedruckte Blätter und enthält auf den Blättern 7 bis 9 eine Rechtfertigung für sein Verhalten in der Forschung[64]. Besonders seine Stellung zur Rassenlehre kann hier gut nachvollzogen werden. Für Prof. Reche liegt seit dem Jahre 2002 eine Biografie vor[65]. Sie soll in kurzen Auszügen in dieser Arbeit berücksichtigt werden. Diese Dissertation an der Universität Leipzig veröffentlichte auch einige Tagebuchaufzeichnungen Reches. Diese Ausschnitte können nicht nur für die Biographie Reches, sondern auch zur Erklärung seiner Einstellung gegenüber den Südsee-Insulanern verwendet werden. Sie dienen der vorliegenden Arbeit als Ersatzüberlieferung der zurzeit gesperrten Materialien des Hamburger Völkerkundemuseums.

Für die Beschreibung des Lebens von Prof. Thilenius wird der zwei Seiten umfassende zu Weihnachten 1926 entstandene Lebenslauf aus dem Stadtarchiv Leipzig benutzt[66]. Auch die Akten aus dem Staatsarchiv in Hamburg sollen beachtet werden. Hier befindet sich ein 20 Blätter umfassender beidseitig bedruckter Lebenslauf vom 30. Juli 1926[67]. Er diente als Vorlage für das zu Weihnachten des selben Jahres entstandene Schriftstück, ist aber wesentlich ausführlicher, da hier auch Motivationen zum Studium und die Bewertungen seiner Dozenten zu finden sind[68]. Wichtig hierbei ist, dass Thilenius seinen Lebenslauf von Weihnachten 1926 zum Zweck der Bewerbung für das Leipziger Völkerkundemuseum verfasste, so dass er hierin bestrebt war, keine Fehlleistungen in seiner Tätigkeit zuzugeben[69], sondern einen optimalen, geradlinigen Lebensweg propagierte. Dennoch kann durch den Vergleich mit dem Hamburger Vorbild festgestellt werden, dass Thilenius für seine Selbstdarstellung in Leipzig nicht übertrieben, sondern bewusst einige Wertungen seiner Lehrmeister verschwiegen hatte. Aus diesem Grund sind beide Quellen für eine biografische Darstellung sehr nützlich. Ein besonderes Lob auf die Hamburger Südsee-Expedition findet sich in beiden Lebensläufen im selben Wortlaut.

Weiterhin werden spezielle Artikel aus Fachlexika verwendet. Besonders für Prof. Fülleborn muss hier auf die medizinischen[70], aber auch auf die populären Lexika zurückgegriffen werden[71]. Seine Personalakte der Kulturbehörde in Hamburg ist wenig ergiebig. So finden sich nur ein zweiseitiger kurzer Lebenslauf[72] und einige kurze Brief über Fülleborn aus dem Jahr 1909, die seinen Wertegang nach der Rückkehr aus der Südsee betreffen[73]. Eine Korrespondenz mit Thilenius ist im Staatsarchiv Hamburg leider nicht zu finden.

Eine Biographie ausführliche Hellwigs zu schreiben ist nicht möglich, da zu wenig Material vorliegt. Nur Karl Baumann hatte im Jahre 1994 versucht anhand des postalischen Nachlasses eine kleine Vita zu verfassen[74]. Ihm kam es allerdings mehr darauf an, die Postkartenliebhaber zu befriedigen, als eine ausführliche Lebensbeschreibung Hellwigs zu geben[75]. Das Hamburger Staatsarchiv führt zwar im Findbuch zum Bestand 363-4 eine Akte zu Franz Hellwigs, doch scheint es, als sei diese falsch verzeichnet worden, da die zur Signatur gehörige Akte einem Friedrich Hennig, Hilfsarbeiter am Völkerkundemuseum Hamburg, gehört.

Der Zoologe Georg Duncker wird nicht näher beschrieben, da er nicht vom Völkerkundemuseum, sondern vom Naturhistorischen Museum Hamburg auf die Reise geschickt wurde[76] und dort sehr frei und ohne viele Rücksichten auf die übrigen Expeditionsteilnehmer forschte. Es finden sich auch keiner näheren biografischen Angaben.

Der dritte Punkt wird den Ablauf der Reise - ihre Höhepunkte und Probleme - anhand des offiziellen „Chronisten“ Franz Hellwig, des Fotografen, Hans Vogel, des Ethnografen, Otto Reche, und des Leiters der Reise, Prof. Fülleborn, darstellen. Hier soll der Umgang mit den Einheimischen sowie deren Reaktion auf die Forscher untersucht werden. Die Bewertung der Einheimischen durch die Expeditionsteilnehmer bleibt einem eigenen Kapitel vorbehalten.

Als Quellen hierfür sollen das offizielle Tagebuch Hellwigs, die populäre Darstellung Vogels sowie in Auszügen die Tagebücher Reches und Fülleborns[77] verwendet werden.

Als vierter Abschnitt sollen die Wertungen der Forscher über die Einheimischen und die Einstellungen der Einheimischen zu den Forschern aus der Sicht der Expeditionsteilnehmer beschrieben werden. Hierfür können in die selben Quellen verwendet werden.

Franz Hellwig stellte in seinem 1927 erschienenen Tagebuch den Ablauf der Reise 16 Jahre nach seinem Aufenthalt an Bord des Peiho dar[78]. Im allgemeinen Band befindet sich das offizielle Reisetagebuch Hellwigs. Es umfasst 316 Seiten, wobei 142 Seiten auf das erste Jahr entfallen[79]. Dieses Werk wurde wie der „Plan der Expedition“ erst 1927 veröffentlicht, entstand aber bereits während der Reise, wobei kleine Korrekturen, wie die Einfügung der wissenschaftlichen Orts- und Volksnamensbezeichnungen, erst nach der Reise durchgeführt wurde. Bei dieser Quelle ist anzumerken, dass sie für die spätere Veröffentlichung bestimmt war und damit einen relativ hohen Grad an Objektivität ausstrahlen sollte. Dennoch ist dieses Buch von einem Menschen geschrieben, so dass eine vollständige Objektivität nicht erreicht werden kann. So finden sich des Öfteren Wertungen über die einheimische Bevölkerung, die nicht der Forschung, sondern der subjektiven Anschauung Hellwigs entstammten. Es finden sich nicht nur Mutmaßungen über die Beweggründe der Einheimischen, sondern auch eine stark eurozentrische Sicht, die keine Kritik am Vorgehen der Forscher gegenüber den Insulanern gestattete[80]. Weiterhin sollte beachtet werden, dass Hellwig als in der Südsee ansässiger Kaufmann und als Händler der Expedition besonderes Augenmerk auf „seine“ Waren legte. Er bewertete die Einheimischen zumeist nach ihrem Verhalten beim Handeln[81]. Weiterhin sollte beachtet werden, dass manche Kuriosität, wie sie den Forschern und dem Autoren Vogel merkwürdig erschien, für Hellwig nicht ungewöhnlich war, sondern von ihm bereits gekannt wurde, so dass er sie nicht gesondert verzeichnete[82].

Weiterhin war Hellwig nicht bei allen Unternehmungen anwesend, so dass mache Information nicht auf seiner Anschauung, sondern auf der Darstellung der übrigen Forscher beruhte[83].

Auch Ferdinand Hefele, der zweite Offizier an Bord, verfasste einen Reisebericht[84]. Er ist nicht chronologisch, sondern thematisch geordnet und beschreibt primär die nautischen und meteorologischen Gegebenheiten. Dennoch ist diese Quelle von Bedeutung, da sie die natürlichen Einflüsse wie zum Beispiel das Wetter und widrige Umstände während der Reise, die auf die Forschungsergebnisse Einfluss hatten, beschreibt. Auch die technische Darstellung des Peiho aus der Sicht eines seiner Offiziere kann hierbei von Bedeutung sein.

Als zweite Quellengruppe können die wissenschaftlichen Darstellungen der Forscher vor Ort und deren Auswertung nach der Beendigung der Reise angeführt werden. Sie bestehen aus einer Darstellung der Geschichte, Geographie, Demographie, Ernährung, Kleidung, Technik und anderen für die Ethnologie interessanten Punkten. In der vorliegenden Arbeit ist besonders der Punkt der Demographie von großer Bedeutung.

Als erste Quelle in diesem Bereich soll die Arbeit von Hans Nevermann vorgestellt werden.

Er beschrieb die St.-Matthias-Gruppe und die Admiralitäts-Inseln im zweiten und dritten Band der Abteilung A. Band 2 über St. Matthias umfasst 250 pagierte Seiten wovon 16 Seiten auf die Darstellung der geistigen und körperlichen Beschaffenheit der St. Matthiasbewohner entfallen. Nevermann beschrieb das Aussehen der Einheimischen aber nur auf zwei Seiten, die Psyche hingegen auf 14. Die Erkenntnisse basieren nicht nur auf den Forschungen der Hamburger Südsee-Expedition, sondern stellen den Forschungsstand des Jahres 1933 dar. Wenn gleich nicht viel Neues hinzugekommen zu sein scheint[85].

Diese Darstellungen sind für eine historische Analyse im Rahmen dieser Arbeit von geringerer Relevanz.

Band 3 über die Admiralitätsinseln umfasst 396 pagierte Seiten. Hiervon entfallen 26 Seiten auf die physische und psychische Darstellung der Einheimischen. Im Gegensatz zur Darstellung der St. Matthias- Gruppe nimmt nun die physische Anthropologie einen Umfang von 7 Seiten ein. Wichtiger scheint aber auch hier für Nevermann die Psyche zu sein. So stellte er auf 12 Seiten das Verhalten der Einheimischen dar. Dieses Kapitel nimmt den geringsten Platz in diesem Werk ein.

Es muss erwähnt werden, dass Nevermann hier den Forschungsstand des Jahres 1934 wiedergab, wenn gleich er sich primär auf die Erkenntnisse der Hamburger Südsee- Expedition stützte[86].

Auch hier muss die Quellenkritik angewendet werden, da auch er die Bevölkerung und die Ereignisse bewertete. Eine besondere Schwierigkeit stellt die zeitliche und örtliche Ferne des Autors zum Forschungsgegenstand dar. So war Nevermann nicht bei den Untersuchungen anwesend[87], sondern baute seine Darstellungen anhand der Aufzeichnungen der Expeditionsteilnehmer auf. Seine Aussagen können daher die Meinung der Expeditionsteilnehmer unreflektiert aufnehmen. Dennoch ist, wie im Kapitel E gezeigt werden soll, eine größtmögliche Objektivität Nevermanns festzustellen, da er nicht in jedem Fall den Meinungen der Expeditionsteilnehmer folgte[88]. Otto Reche beschrieb Neupommern und den Kaiserin- Augusta- Fluss. Die Bände 1 und 4 der Reihe A der „Ergebnisse der Südsee-Expedition 1908–1910“ geben nicht nur einen chronologischen Überblick über die Reise des Peiho in den beschriebenen Gebieten, sondern auch eine Darstellung der Menschen.

Band 1 aus dem Jahre 1913 über den Kaiserin- Augusta- Fluss umfasst 488 Seiten. Er beschrieb auf den Seiten 16 bis 24 die chronologisch Erforschung des Flusses und auf den Seiten 50 bis 64 Psyche und Physis der Bewohner. Er deckte den Zeitraum zwischen dem 22. Mai und dem 11. Juni 1909 ab.

Der vierte Band der Abteilung A stellt die Reise des Peiho um und die beiden Landexpeditionen durch Neupommern zwischen dem 21. November 1908 und dem 7. Mai 1909 auf den Seiten 43 bis 91 dar. Der gesamte Band besteht aus 150 pagierte Seiten und einigen Tafeln. Dieser Band erschien erst im Jahre 1954. Die Vorarbeiten wurden von Prof. Hagen und Dr. Byhan vom Hamburger Völkerkundemuseum geleistet, doch konnte der Band durch „[…] eine ganze Reihe besonders unglücklicher Umstände […] vor allem de[r] beiden Weltkriege […]“ nicht fortgesetzt werden[89]. Es scheint, als habe Reche in diesem Band primär die Erkenntnisse der Reise der Jahre 1908 und 1909 verarbeitet. Dennoch finden sich auch, wie in den anderen Bänden[90], neuere Erkenntnisse[91] chwerpunkt blieb Reches primäre Aufgabe, die Hamburger Südsee-Expeditionsergebnis zu beschreiben.

Bei diesen beiden Quellen kann allerdings eine stark rassistische Tendenz festgestellt werden. Aus diesem Grund müssen die Wertungen Reches vorsichtig betrachtet werden. Seine Aussagen entstammen dabei nicht der Forschungsmeinung, sondern der realen Ansicht Reches über die für ihn „minderwertigen“ Völker der Südsee[92]. Als späteres NSDAP- Mitglied konnte er seine Meinungen offen vertreten. Doch auch zur Zeit der Weimarer Republik und in der Bundesrepublik Deutschland stand Reche zur Rassentheorie[93], so dass seine Darstellung primär auf der Basis seines eigenen Kategoriensystems, der physischen Anthropologie, erfolgte. Hierbei versuchte er die Überlegenheit der europäischen Herkunft gegenüber den Südsee-Insulanern zu verdeutlichen.

Dieser Versuch führte zu einer einseitigen Darstellung, wobei es scheint, als habe Reche bewusst das negative Aussehen der Bewohner der Südsee mit dem schlechten Charakter derer selbst zu verbinden versucht[94]. Aber auch positive Erscheinungsformen können bei Reche gefunden werden. Er verband diese, scheinbar bewusst, mit den hervorragenden Charakterzügen des Mutes und der Tapferkeit[95].

Eine Kritik an der chronologischen Darstellung und der Höhepunkte der Reise kann kaum angestellt werden, insbesondere nicht, da seine Ausführungen von Hellwig und Vogel gedeckt werden. Die Bewertung der Einheimischen und der Expeditionsteilnehmer muss aber sehr vorsichtig betrachtet werden. Ihr ist ein eigenes Kapitel gewidmet.

Weiterhin war Reche nicht bei allen Unternehmungen anwesend, so dass manche Information nicht auf seiner Anschauung, sondern auf der Darstellung der übrigen Forscher beruht und daher vorsichtig und nur reflektiert übernommen werden kann[96].

Bereits im Jahre 1909 erschien ein Bericht der Durchquerung Neupommerns in der Zeitschrift Globus[97]. Auf diese Quellengattung muss aber besonders eingegangen werden. Dennoch sei dieser Umstand bereits hier erwähnt, da dieser Bericht von Reche in seinem Werk verwendet wurde.

Die wissenschaftlichen Ausführungen in diesen vier Bänden beruhten primär auf den Anschauungen der Forscher vor Ort. Dennoch sollte erwähnt werden, dass auch die Expeditionsteilnehmer nicht ohne einige bereits erforschte Ergebnisse in die Südsee fuhren. So hatten sie eine eigene Bibliothek mit schöngeistiger Literatur, aber auch Fachbüchern an Bord[98]. Hier scheinen neben den Werken von Otto Finsch besonders die Bücher von Ernst von Hesse Wartegg und Richard Parkinson als populäre Werke vorhanden gewesen zu sein. Vogel nahm sogar bewusst auf Parkinson Bezug und verwendete seine Darstellung unreflektiert und falsch[99]. Es ist anzunehmen, dass auch die Forschungsergebnisse früherer Expeditionen vorhanden waren und die Expeditionsteilnehmer diese vor dem Besuch einer Insel und zum Erschließen der gefundenen Gegenstände heranziehen konnten. Eine Auflistung der möglicher Weise bereits in der Südsee benutzen Bücher findet sich bei Otto Reche[100]. Direkten Bezug nahmen die Forscher auf diese Werke erst nach der Reise, so dass unklar ist, in wie weit diese Bücher schon die Forschungseinstellungen in der Südsee beeinflusst hatten. Die wissenschaftliche Auswertung wurde sicherlich davon beeinflusst.

Wie bereits weiter oben erwähnt, wurden einige Berichte über die Hamburger Südsee-Expedition bereits während ihres Ablaufes in der Zeitschrift Globus veröffentlicht. Diese Zeitschrift war das offizielle Organ der Geologie und Geographie in der ersten Dekade des 20. Jahrhunderts.

Die Berichte von 1909 und 1910[101] basierten auf den Darstellungen der Forscher vor Ort. Da es den Expeditionsteilnehmern verboten war, selbstständig Veröffentlichungen der Ergebnisse vorzunehmen[102], kann erschlossen werden, dass die Darstellungen im Globus nur mit Genehmigung von Thilenius weitergegeben wurden. Quellenkritisch sollte also festgehalten werden, dass diese Artikel der Jahre 1909 und 1910 nur die der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung genehmen Meinungen aufzeigten und mögliche Probleme verschwiegen. Weiterhin wurden die Darstellungen der Forscher vor Ort verwendet, so dass diese Quellen keine selbstständigen Aussagen über die Hamburger Südsee-Expedition enthalten.

Ältere Mitteilungen aus der Südsee in dieser Zeitschrift könnten allerdings als Informationsquelle für die Forscher gegolten haben[103].

Ein besonderes Augenmerk liegt auf einer dritten Quellengruppe, der populären Werke.

Als zeitlich erste veröffentlichte Quelle, die von den Teilnehmern der Expedition verfasst wurde, gilt das popularistische Werk des Malers Hans Vogel. Bereits ein Jahr nach der Beendigung der Reise verfasste und veröffentlichte er sein Buch. Es besteht aus zwei Teilen. Im Ersten veröffentlichte Prof. Thilenius die Expeditionsdisposition, wie sie endgültig gefasst worden war. Über einen Vergleich mit dem Plan der Expedition von 1927 kann man feststellen, dass hier ein realer Gegenstand propagiert wurde und der Plan, wie er 1927 veröffentlicht wurde, bereits im Jahre 1911 bestanden hatte. Dieser Abschnitt bietet demzufolge eine gute Vergleichsmöglichkeit für den ersten Teil der Arbeit. Seine Objektivität ist dabei sehr wahrscheinlich.

Anders sieht es mit der Darstellung Vogels aus. Er stellt in seinem Werk bewusst die bei den Europäern gängigen Vorstellungen der Südsee dar. So finden sich neben der Naturbeschreibung[104] auch natürliche Kuriositäten, wie zum Beispiel die vermeintlich wissenschaftliche Beschreibung eines Geysirs als Text und eine anschauliche Zeichnung[105] oder die Beschreibung großer Sümpfe im Inneren Neuguineas[106].

Ein besonderer Schwerpunkt liegt aber auf der Darstellung der einheimischen Bevölkerung. Auch hier wurden Stereotype verwendet. Vogel verband, wie auch Reche in seinem wissenschaftlichen Band, das Aussehen der Menschen mit ihrem Charakter. So wurden bei Vogel die schön wirkenden Papua auf Tami mit den positiven Charakterzügen des Mutes und der Kunstfertigkeit ausgezeichnet[107], die hässlich erscheinenden Baining dagegen als primitiv und dumm[108]. Die Überlegenheit der Europäer gegenüber den Einheimischen schien Vogel in seinem Buch nicht infrage gestellt zu haben. Indirekt kann diese anhand seiner Wortwahl erschlossen werden. So beschrieb Vogel die freundlichen Bewohner der Squally-Inseln als „[...] zutraulich [...]“[109]. Dieser Terminus ist eigentlich nur für Tiere gebräuchlich. Neben den körperlichen und geistigen Eigenschaften schloss Vogel auch anhand der Lebensverhältnisse der Südsee-Bewohner auf deren zivilisatorischen Stand. So meinte er zu erkennen, dass das Volk von Tench sehr tief stand, da seine Hütten nur aus einem Blätterdach auf Pfählen ohne Wände bestanden hatten[110]. Die Bewohner des Dorfes Sikawa dagegen wurden ehr positiv beurteilt, da ihre Ortschaft sich durch große Hütten, die in einem linearen Schachbrettsystem angeordnet waren, auszeichnete[111]. Da die Bevölkerung dieses Ortes in ihrer Physis nicht dargestellt, ihr Charakter aber als positiv bewertet wurde, lässt sich erschließen, dass Vogel die Ordnung innerhalb eines Dorfes mit den positiven Eigenschaften, wie sie bei ihm auch vom Charakter herkommen konnten, verband.

Trotz dieser Stereotype und Vorurteile ist diese Quelle von großer Bedeutung für die vorliegende Arbeit, da hier eine nichtwissenschaftliche Darstellung der Bevölkerung und der natürlichen Gegebenheiten dargeboten wird. Es ist daher nicht der geschulte Blick des Forschers, sondern die entdeckende Ansicht eines 23-jährigen Mannes, der unter dem Eindruck der europäischen Vorurteile die Südsee bereiste und durchaus bereit war, die Stereotype nicht verallgemeinernd, sondern sparsam einsetzend seinen Lesern zu vermitteln[112]. Die schwache Eurozentrik sowie seine Bereitschaft, diese in einer geeigneten Situation aufzugeben, machen Vogels Werk sehr wertvoll für die vorliegende Darstellung.

In Bezug auf die Bewertungen Vogels über die einheimische Bevölkerung ist sich die wissenschaftliche Welt uneins. So unterstellen Fischer[113] und Joppien eine stark rassistische Tendenz. Joppien ging sogar so weit Vogel ein großes Maß an Oberflächlichkeit zu unterstellen[114]. Sie gingen von den Äußerungen Vogels aus und übernahmen diese wörtlich, um eine Ideologie feststellen zu können. Joppien und Fischer beachteten dabei aber nicht, dass die Aussagen Vogels im Kontext seiner Zeit und seiner mitreisenden Kollegen entstanden, so dass hier nur normale, heute vielleicht befremdlich anmutende, aber keinesfalls überzogene Äußerungen gegen die Einheimischen gefunden werden können[115]. Auch Frau Kelm kam zu diesem Schluss[116].

Es muss allerdings auch hier mit größter Vorsicht gearbeitet werden, da selbst eine schwache Eurozentrik dennoch einen gewissen Grad an Vorurteilen enthalten kann. Diese gilt es herauszufiltern.

Es sollte auch beachtet werden, dass Vogel nicht bei allen Unternehmungen anwesend war[117], so dass manche Informationen nicht auf seiner Anschauung, sondern auf der Darstellung der übrigen Forscher beruhten. Auch eine positive Selbstdarstellung des Autoren muss hierbei in Rechung gestellt werden, so dass eine Selbst- oder Fremdkritik an seinem Verhalten gegenüber den Einheimischen kaum anzutreffen ist.

Die vom Autoren dargestellten Bilder wurden zumeist nicht vor Ort, sondern erst nach der Rückkehr Vogels nach Hamburg oder an Bord des Peiho gezeichnet. Sie basieren auf Fotos, die er während seines Aufenthaltes in der Südsee erstellte. Es soll daher so weit auf die Abbildungen eingegangen wird, jeweils ein Vergleich mit dem Original, wie sie in den „Ergebnissen der Südsee-Expedition 1908-1910“ abgedruckt wurden, vonnöten sein. Als Begründung für die Methode des Photografierens und späteren Abzeichnens nannte Vogel die fehlende Zeit und Muße während der Landgänge[118], so dass auf diese Weise ein größtmöglicher Grad an Genauigkeit, aber auch die Möglichkeit, die Zeichnungen im Nachhinein zu verfälschen, gegeben war. Dennoch muss auch hier festgehalten werden, dass die fotografischen Vorlagen zu Vogels Zeichnungen auch gestellt sein konnten. Nach der

Reise gerieten die Zeichnungen in Vergessenheit, während Vogels Fotos für wissen- schaftliche Zwecke weltweit benutzt wurden[119].

Weiterhin wird das 1865 erschienene Buch von Otto Finsch verwendet werden[120]. Hierbei handelt es sich um populäres zeitgenössisches Literaturwerk, das aber als Quelle genutzt werden kann. Es ist daher nicht nur eine literarische Bearbeitung, sondern eine Darstellung der Südsee, die nach Aussage seines Autors, auf der Basis von Berichten niederländischer Südseereisender entstand. Es sollte beachtet werden, dass Finsch seine „Beobachtungen“ nicht selbst machte, sondern diese unreflektiert von Reisenden übernahm. Aus diesem Grund besitzt diese Quelle einen geringeren Wert als Parkinson. Auch die zeitliche Ferne zur Reise des Peiho ist hierbei wichtig. Dennoch kann festgestellt werden, dass Finsch in den Berichten keine Verfälschung vornahm, da er diese wortgetreu übernahm und übersetze. Für den Unterlauf des Kaiserin- Augusta- Flusses ist es daher eine wichtige Quelle, insbesondere, da andere Aussagen über die Bevölkerung dieses Gebietes fehlen.

Auch das im Jahre 1902 erschienene Buch von Ernst von Hesse- Wartegg soll als Quelle verwendet werden[121]. Er bereiste neben dem amerikanischen Kontinent auch die Südsee, wobei seine Darstellung besonders auf die Natur und die Menschen des Gebietes Rücksicht nahm[122].

Für die Gebiete in Neuguinea[123] und die St.- Matthias-Insel[124] stellt sein Buch eine wichtige Quelle dar.

Auch hier handelt es sich wie bei Vogel, Parkinson und Finsch um ein popularistisches Werk der Reiseliteratur. Auch in Warteggs Werk finden sich Stereotype, die die Ansichten der Europäer über die Südsee-Insulaner bedienen sollten. Diese gilt es, zu erkennen und herauszufiltern. So finden sich nicht nur die Illustration der Südsee-Idylle[125], sondern auch die Darstellungen blutrünstiger Menschen[126]. Seine dennoch objektive Darstellung der einheimischen Bevölkerung[127], sowie die Möglichkeit, Vergleichsinformationen zu gewinnen, und die Zeitnähe zur Reise des Peiho ermöglichen es, dieses Werk als Quelle zu verwenden.

Die Beschreibung des Aufenthaltes von Augustin Krämer im Kaiser-Wilhelmsland ist eine Darstellung der örtlichen Begebenheiten und der Bevölkerung dieses Gebietes[128]. Es umfasst

41 Seiten und erschien im Jahre 1910 in einem popularistischen Band Kurt Schwabes.

Krämer stellte hierin seine Erfahrungen in der Südsee aus den Jahren 1900–1910 da. Da hier die eigene Anschauung überwiegt und der populäre Zweck der Arbeit nur im Hintergrund gefunden werden kann, besteht nur ein geringer Zweifel an der Objektivität des Autors. Dennoch sollte auch hier beachtet werden, dass Krämer als Mensch kaum frei von Vorurteilen sein konnte, so dass eine, wenn auch geringe, Wertung der Einheimischen geben ist. Diese Quelle hat einen hohen Wert für den Vergleich der Darstellungen der Einheimischen in den Werken der Expeditionsteilnehmer an Bord des Peiho aus dem ersten Jahr, da sie orts- und zeitnah zu deren Anschauungen entstand. Auch stellte hier nicht der Dilettant, sondern der Forscher seine Erkenntnisse vor.

In einer Zusammenfassung sollen die Leistungen der Teilnehmer der Hamburger Südsee- Expedition gewürdigt werden.

B. Die Planungen und Aufgaben für die Reise in die Südsee- Die Dispositionen Prof. Thilenius aus den Jahren 1902–1907

I. Praktische und wissenschaftliche Aufgaben

Zum Zeitpunkt der Berufung Thilenius’ auf den Posten des Direktors des Völkerkundemuseums in Hamburg gab es noch keine konkreten Pläne von Seiten der Hamburger zur Durchführung einer Expedition in die Südsee. Es darf daher angenommen werden, dass der Einsatz Thilenius’ für die Erforschung dieses Gebietes von großer Bedeutung war[129].

Nach seinem Aufenthalt in der Südsee in den Jahren 1898 und 1899 konnte Thilenius seine Erkenntnisse[130] für die Aufstellung eines Forschungsplanes verwenden. Bereits im Jahre 1902 entwickelte er eine, wenn auch nur grobe, Idee von einer planmäßigen Expedition in die Südsee[131]. Hierbei standen noch keine museumsinternen Aufgaben zur Debatte, da Thilenius noch kein Museum leitete. Thilenius lobte hierbei die Vorzüge einer Schiffsexpedition, da er auf diese Weise viel flexibler arbeiten konnte. Da er aber auf die Mitfahrtgelegenheit an Bord deutscher Kriegsschiffe angewiesen war, war es ihm nicht möglich unbegrenzt an einem Ort zu forschen[132]. In seinen späteren Denkschriften sollte dieser Umstand dazu führen, dass eine Expedition in die Südsee ein eigenes Schiff haben sollte.

Nach der Übernahme des Direktorenpostens in Hamburg konnte er eine erweitete Fassung seiner Idee entwickeln. Hierbei verknüpfte er seine Planungen zur Durchführung einer Reise von nun an mit den Interessen „eines“ Museums[133], so dass ab sofort wissenschaftliche und monetär- popularistische Elemente unterschieden werden müssen. Thilenius kannte diese Trennung scheinbar nicht, da „[…] die wissenschaftliche und damit allgemeine Bedeutung des Museums […] nur dadurch begründet werden [kann], dass (sic.) eine Spezialsammlung geschaffen wird […]“[134]. Trotz dieser Einschätzung ist es vorteilhaft, die praktischen, auf das Museum gerichteten, und die wissenschaftlichen Aufgaben zu trennen. In manchen Fällen fällte es aber auch dem heutigen Autor schwer, beide Gebiete scharf abzugrenzen, so dass einige Punkte zur wissenschaftlichen und praktischen Aufgabe gerechnet werden müssen.

1. erste praktische Aufgabe – koloniale Aufgabe

Das erste praktische und hier zugleich wissenschaftliche Ziel der Reise sollte es sein „[…] nicht nur nutzbare Mineralien, Tiere und Pflanzen […], sondern auch den Menschen […]“ zu untersuchen[135] [136]. Für Thilenius konnte dieser Punkt in den Bereich der Praxis eingereiht werden, da durch die Untersuchung nicht die Erkenntnis des Faktischen, sondern die Behebung des Missstandes des Bevölkerungsrückganges[137] unter den Eingeborenen ermöglicht werden sollte[138]. Dieses Übel verminderte die Anzahl der Arbeiter für die Europäer, so dass hier eingeschritten werden sollte, um die koloniale Wirtschaft zu schützen. So setzte die „[…] Lösung der Arbeiterfrage […] die genaue Kenntnis der Bevölkerung voraus, welcher die Arbeiter entnommen werden soll[t]en […]“[139]. Die gewonnenen Einsichten würden – so vermutete Thilenius – „[…] Massnahmen (sic.) ermöglichen, die einerseits die Erhaltung und Vermehrung der Bevölkerung in einer den Ansprüchen der Weissen (sic.) genügenden Kopfzahl sicherstellen, andererseits die bestehenden Organisationen für die Zwecke des Weissen (sic.) aus[…] zunützen […]“[140]. Als wohltätiges Werk der Reise sollte somit dem „[…] Raubbau durch den Europäer […]“ ein Riegel vorgeschoben werden, so dass die Eingeborenen „[…] als gleich bleibende Arbeitsquelle und zum vollen Nutzungswerte eingestellt werden könn[t]en […]“[141].

Es wird deutlich, dass Thilenius in diesem Bereich den Südsee-Insulaner nur als erhaltenswerte Arbeitskraft in sein Konzept aufnehmen wollte. Die Ökonomie stand im Vordergrund, nicht die Wissenschaft. Die Erforschung des Phänotyps der Einheimischen dagegen wird unter dem Punkt der Wissenschaft beschrieben. Beide Ziele standen allerdings gleichwertig parallel nebeneinander, so dass Thilenius Ökonomie und Wissenschaft gleich ernst nahm. Auch die Forscher nahmen diesen Punkt ernst. So finden sich in den Aufzeichnungen sehr oft die Beschreibungen von Kinderreichtum und Kinderarmut wieder[142]. Da auch der Versuch einer Begründung für diese Unterschiede gemacht wurde, scheint es sehr wahrscheinlich, als hätten die Forscher die von Thilenius gestellte Aufgabe gewissenhaft befolgt.

Auch die Kolonialverwaltung vor Ort unterstützte dieses Unternehmen. Nach Fischer ist es sogar wahrscheinlich, dass Thilenius’ Ideen nicht alleine seine, sondern, wenn auch nur teilweise, die der Verwaltung von Neuguinea waren. Als Begründung führte Fischer hierbei an, dass Thilenius die Probleme der Kolonialverwaltung, welche durch den Bevölkerungsschwund entstanden waren, nicht kennen konnte, da er kein Mitglied derselben gewesen sei[143]. Scheinbar wurde Thilenius während seiner Reise in das Bismarck-Archipel im Jahre 1899 vom damaligen Vizegouverneur, Albert Hahl, in diesem Sinne beeinflusst.

Es verwundert aber, weshalb Thilenius nicht selber zu einer solchen Erkenntnis gekommen sein sollte. Fischer gab hierfür keine Erklärung, doch ist anzunehmen, dass das Problem des Bevölkerungsrückganges auch dem Forscher Thilenius aufgefallen war. Als Indiz kann hierfür gelten, dass Thilenius diesen Missstand in der Südsee selber sehen konnte. Auch machte ein Artikel Paul Hambruchs aus dem Jahre 1906 auf das Problem des Bevölkerungsschwundes aufmerksam[144], so dass davon ausgegangen werden kann, dass die deutschen Wissenschaftler mit diesem Phänomen vertraut waren. Hambruch führte diesen Umstand auf verschiedene Krankheiten zurück, die auch Thilenius gesehen haben konnte.

Es sollte festgehalten werden, dass nicht Hahl, sondern zuerst Thilenius die Erforschung des Bevölkerungsrückganges als Ziel einer Reise in die Südsee benannte. In seiner ersten Denkschrift, kurz nach seiner Ankunft in Hamburg, hatte Thilenius einen solchen Vorschlag gemacht und gemeint, dass er bereits mit dem Reichskolonialamt in dieser Sache Kontakt aufgenommen hatte[145].

Hahl antwortete drei Monate später in einem Brief an Thilenius vom Dezember des Jahres 1904, dass eine Expedition mit der Aufgabe die Bevölkerungsverluste zu erklären, seinen Beifall finden würde[146]. Weiterhin scheint es, als habe Hahl sich durch die Wissenschaftler eine starke Rückendeckung gegen die vor Ort befindlichen Pflanzer aufbauen wollen, da diese nicht der Meinung gewesen seien, durch ein Entgegenkommen im Bereich der Kultur der Einheimischen den Rückgang der Bevölkerung verhindern zu können[147]. Er sah es als seine Hauptaufgabe an, das Aussterben der Eingeborenen zu verhindern[148] und auch Thilenius stimmte diesem Punkt zu, so dass Fischer zu dem Schluss kam Thilenius und Hahl nicht als Ausbeuter darzustellen[149]. Es kann an einer Erleichterung im Leben der Einheimischen gedacht worden sein. Nach Firth stand dieses sogar vordergründig im Interesse von Hahl[150].

Es kann weiterhin vermutet werden, dass Thilenius Prof. Fülleborn als Leiter der Expedition einsetzte, da Fülleborn als Experte für die Filaris, einer Haupterkrankung der Einheimischen, galt. Hierdurch sollte eine möglichst effektive Erforschung der Südseebewohner aber auch eine Möglichkeit deren Krankheiten zu besiegen ermöglicht werden.

Dennoch wird das Manko bestehen bleiben, nach dem der Erhalt der Existenz der Ureinwohner mit dem Erhalt ihrer Arbeitskraft für die Europäer korrespondierte.

Auch die Forscher äußerten öffentlich keine Bedenken gegen diese Aufgabe[151], sondern führten die aufgetragenen Arbeiten durch[152].

Die Durchführung der kolonialen Aufgabe könnte aber auch einen anderen Zweck erfüllt haben. So scheint es, als hätten Thilenius und seine Forscher durch ihre Dienste für die Verwaltung einige Erleichterungen und ein großes Maß an Hilfe erhofft. Hierzu gibt es nur eine einzige, indirekte, Äußerung. So meinte Müller-Wismar im November 1908 enttäuscht, dass die Forscher den vollen Zoll auf ihre Waren hätten zahlen müssen. Nur der vom Reichstag ausgenommene Zoll auf einige Gegenstände sei ihnen erlassen worden. Nur einige Gewehre und Zelte habe man bekommen können, so dass nur 150 Mark hätten eingespart werden können[153]. Scheinbar hatte er sich mehr Entgegenkommen durch die Verwaltung vor Ort versprochen. Auch die Lenkung der Reise zu den vom Gouverneur gewünschten Zielen an der Küste Neupommerns[154] lehnte er ab, da hier keine neuen Kulturen anzutreffen seien, sondern nur neue Anwerbegebiete gefunden werden konnten. Diese Kritik richtete sich aber laut Fischer primär gegen den Gouverneur als gegen dessen Ziele und Aufgaben für die Forscher[155]. Tatsächlich ist keine Kritik an den vorhergehenden Punkten zu finden.

Die Unterstützung der Kolonialverwaltung wurde den Forschern tatsächlich zuteil. So wurden nicht nur die bereits erwähnten Waffen und Gewehre, sondern auch Polizeisoldaten gestellt. Wie nützlich diese waren, hätte Müller-Wismar in seinem Tagebucheintrag vom November 1908 wissen müssen, da er den Überfall auf Tench erlebt hatte. Scheinbar verschwieg er diesen Punkt bewusst um Hahl zu diskreditieren.

Vogel hingegen lobte die Zusammenarbeit mit der Verwaltung vor Ort. So seien nicht nur Soldaten, sondern auch „gute Ratschläge“ an die Forscher weitergegeben worden[156]. Diese Ratschläge scheinen eine Grundlage für die Darstellungen Vogels vor der Erforschung einer Insel gewesen zu sein[157].

Auch Fülleborn meinte, dass Hahl gute Ratschläge und seine Hilfe erteilt hätte. Besonders auf die Stellung von Polizeitruppen legte er hierbei großen Wert, da diese für die Erforschung der Gebiete um St. Matthias und den Admiralitätsinseln notwendig sein würden[158].

Hahl wusste allerdings die Forschungen der Hamburger Südsee-Expedition zu schätzen. So beschrieb er, wenn auch nur chronologisch gekürzt, noch im Jahre 1937 die Forschungsreise. Hierbei meinte Hahl, dass die Geldmittel, nicht aber die Idee, vom „[…] damals reichen Hamburg willig […]“ aufgebracht worden seien[159]. Hiermit distanzierte er sich von den bereits weiter oben im Text festgestellten Tatsachen, nach denen die Expedition in Zusammenarbeit mit der kolonialen Verwaltung stattgefunden hatte. Auch eine koloniale Aufgabe erwähnte Hahl hier nicht mehr.

Einen Vorteil erhielten beide Seiten. Die Verwaltung und auch die Wissenschaft erhielten durch die Erforschung des Bevölkerungsschwundes neue Erkenntnisse über die Einheimischen, so dass nun ein Versuch unternommen werden konnte, ihr Aussterben zu verhindern. Die Wissenschaftler erhielten außerdem noch den nötigen Schutz durch die Soldaten vor Ort, die Informationen durch Ortskundige wie Hellwig und der Verwaltung bekannter Eingeborener, die Gelegenheit, einige Tage in der „Zivilisation“ - an der Herbertshöhe - zu pausieren und das Telegrafennetz zu verwenden.

Aus diesem Grund kann von einer gegenseitigen positiven Beeinflussung und Ergänzung die Rede sein. Dieser Punkt sollte besonders herausgestellt werden, da Thilenius die Hilfe der kolonialen Verwaltung aus seiner eigenen Anschauung heraus sehr negativ bewertete[160].

2. zweite praktische Aufgabe - die Erstellung einer einzigartigen Sammlung

Für Thilenius schien es unumgänglich zu sein, eine ähnlich bedeutende Sammlung im Völkerkundemuseum aufzubauen, wie sie das Museum Godeffroy im 19. Jahrhundert besessen hatte.[161]

Diese Sammlung war vom Handelshausbesitzer Johann Caesar VI. Godeffroy[162] aufgebaut worden und hatte einen ausgezeichneten Ruf in der Fachwelt[163]. Godeffroy hatte seine Handelsschiffbesatzungen angewiesen, alle ethnografischen Materialien zu sammeln, denen sie habhaft werden konnten[164]. Da die Gebäude des Museums auf dem Gebiet des neuzubauenden Hamburger Freihafens lagen, wurde die Sammlung der Stadt zum Verkauf angeboten[165]. Auch andere Museen beteiligten sich. Da die Hamburger Bürgerschaft das Verkaufangebot als zu hoch erachtete, ließ sie die Gelegenheit vergehen, so dass große Teile der Sammlung Godeffroy nach Leipzig verkauft wurden[166]. Thilenius sah diesen Punkt als bedauerlichen, aber nicht änderbaren Zustand an. Es musste eine neue Sammlung aufgebaut werden[167].

Bei der Neugründung einer ethnografischen Sammlung dachte er nicht an die Anhäufung von kuriosen Gegenständen, die ohne Zusammenhang zu einander standen, sondern an eine, das gesamte geographische Gebiet abdeckende Zusammenstellung der kulturellen Güter des Forschungsgegendstandes[168]. Durch die Vollständigkeit sollte gewährleistet werden, dass kein anderes Museum eine so große Berühmtheit bei der Ausstellung der Südsee erhalten konnte.

Auf zweierlei Weisen versuchte Thilenius dieses zu erreichen. Der erste Punkt wurde bereits in der Einzigartigkeit der Objektfülle und Darstellung genannt.

So sollte das zu erforschende Gebiet seiner Güter beraubt werden, so dass keine nachfolgende Expedition ebenso viele oder gleichartige Gegenstände mit nach Europa oder Amerika bringen konnte[169]. Aus diesem Grund sollte eine Bevölkerungsgruppe zur Erforschung und zum „Ausräumen“[170] gefunden werden, die „[…] der Europäisierung zur Zeit unterliegt und dabei noch alle Elemente ihrer Kultur bewahrt hat, andererseits soweit europäisiert ist, daß (sic.) ein Wiederaufleben der alten Kultur ausgeschlossen ist. Die Expedition wird in diesem Falle ein in allen wesentlichen Zügen vollständiges Bild der Kultur heimbringen können, ohne Befürchten zu müssen, daß (sic.) die später von einem anderen Museum unternommene Expedition nach den gleichen Gebieten gleichwertige Ergebnisse erlangt […]“[171].

Am besten eignete sich daher das Gebiet von Neuguinea, da hier der europäische Einfluss noch nicht zur totalen Zerstörung der Kultur geführt hatte, ein Ende der alten Zivilisation vor Ort aber abzusehen war[172]. Diese Idee war nicht originell von Thilenius ausgehend. So sahen auch andere Forscher der Südsee, dass die Bevölkerung Melanesiens Gefahr lief, ihren ursprünglichen Werten abzuschwören und der Europäisierung anheimzufallen. Dennoch ist nicht anzunehmen, dass Thilenius diesen Grund als Basis für seine Planungen einer Reise nahm, da auch andere Gebiete der Welt, wie zum Beispiel Neuseeland, noch nicht weitestgehend erforscht, teilweise europäisiert und im Rahmen einer Sammlung „ausgeplündert“ worden waren. Die von Thilenius angeführte zweite Begründung zur Wahl des Gebietes - die räumliche Begrenzung[173] - kann hier auch nicht überzeugen, da Melanesien einen größeren Raum als Neuseeland umfasste und den zusätzlichen Aufwand einer Schiffsexpedition erforderte, um die vielen Inseln anzulaufen.

So folgerte Fischer richtig, dass der Plan einer Expedition in die Südsee bereits vor den Argumenten seiner Durchführung bestanden haben könnte[174]. Tatsächlich reifte bei Thilenius bereits im Jahre 1899 die Idee, dass eine wissenschaftliche Reise in die Südsee notwendig werden würde. Das Gebiet konnte er bereits in den Auswertungen seiner Anschauungen aus dem Bismarck-Archipel im Jahre 1902 festlegen - Melanesien. Hierbei konnte er aber noch nicht an den Aufbau einer Sammlung gedacht haben, da er erst zwei Jahre später auf den Posten des Direktors des Völkerkundemuseum in Hamburg versetzt werden sollte. Für die Sammlung in Breslau kam eine solche Reise dagegen nicht infrage.

Die Schausammlung war für Thilenius mindestens von ebenso großer Bedeutung wie die Erforschung des Bevölkerungsschwundes unter den Eingeborenen. Es ist allerdings anzunehmen, dass der Aufbau einer solchen Sammlung im Vordergrund stand, da hierbei die Museumsinteressen und die Vorlieben Thilenius’ besonders berücksichtigt wurden[175]. Auch die Aussage Thilenius’ aus dem Jahre 1907, dass „auch“ und nicht nur „deutsche Aufgaben“ gelöst werden sollten zeigt, dass die hamburgischen Aufgaben ebenfalls im Zentrum der Reise standen[176].

Möglicherweise lässt sich dieser Punkt in der Quantität der Äußerungen des Direktors des Völkerkundemuseums belegen. So findet sich in jeder Denkschrift die Forderung möglichst viele Gegenstände zu erwerben, die Aufgabe der Erforschung des Bevölkerungsrückganges hingegen wird mit dem Erwerb der Objekte und einer wissenschaftlichen Fragestellung verknüpft, so dass dieser Punkt als alleiniges Ziel der Reise nicht bestehen bleiben konnte.

3. wissenschaftliche Aufgabe

Neben der praktischen Tätigkeit im Auftrage des Völkerkundemuseums und der kolonialen Verwaltung, sollten auch eine wissenschaftliche Aufgabe durchgeführt werden. Sie definierte sich dadurch, dass sich allgemeine Erkenntnisse ohne zurzeit konkreten Verwendungswert erschließen lassen sollten. Deutlich zeigt sich dieser Punkt in der bereits oben angeführten Aussage Thilenius’ aus dem Jahre 1907, dass „auch“ und nicht nur „deutsche Aufgaben“ erfüllt werden sollten[177] [178]. Wissenschaft definiert sich nicht durch die Begrenztheit auf eine Nation, da ihre Ergebnisse international verwendbar und „[…] von maassgebender (sic.) Bedeutung für die Völkerkunde ganz Ozeaniens […]“ sein sollten[179]. Für Thilenius war der Auftrag zur Erforschung der Bevölkerung mit den Interessen zum Aufbau einer Sammlung für das Völkerkundemuseum verbunden. Eine Trennung nahm er seit dem Jahre 1907 nicht mehr vor[180]. Dennoch hatte er bereits zwei Jahre zuvor eingestehen müssen, dass „[…] die Aufgabe[181] […] überhaupt nicht durch eine Sammlung von Gegenständen zu lösen [sei], sondern durch die möglichst vollständige Erforschung des Volkes nach Wohnort, Rasse, geistiger und materieller Kultur, wobei die erforderlichen Geräte, Waffen, religiösen Masken usw. lediglich als Belegstücke mitgebracht werden […]“ sollten[182].

Ein Teil der Fragestellung, mit der sich die Forscher in der Südsee beschäftigen sollten, war also die Klärung der kulturellen Zusammenhänge und die Lebensumstände der einheimischen Bevölkerung, um unter anderem deren Rückgang erklären zu können. Dieser Punkt wurde bereits als erste praktische, koloniale Aufgabe verortet.

Neben dieser Pragmatik wurde aber auch die Zivilisation der Südsee-Insulaner erkundet. Dieser Punkt kann unabhängig von der Problemlösung gesehen werden, da die Auswertungen der Ergebnisse der Südsee- Expedition bis heute ohne Bezug auf das Problem des Bevölkerungsschwundes weitergehen. Auch die Forderung die Erforschung des Gebietes durch eine Gruppe von Wissenschaftlern anstelle von professionellen Sammlern oder Händlern durchführen zu lassen[183] spricht gegen den alleinigen Wunsch eine Sammlung anzulegen. Die Wissenschaft war hierbei der dominante Punkt.

Thilenius meinte, dass „[…] die grossen (sic.) Probleme, welche sich an Polynesien knüpfen […] im wesentlichen (sic.) als gelöst angesehen werden können. […] Grosse (sic.) Rätsel giebt (sic.) noch Mikronesien der Wissenschaft auf, die größten aber jedenfalls Melanesien […]“[184].

Er versprach sich demnach neue Erkenntnisse. Verbunden mit der materiellen Kultur der Südsee kam hier nur Melanesien zur Erforschung infrage.

Ein Ziel der Reise war ein Gebiet exemplarisch zu untersuchen. Dabei sollten die Kultur und Umwelt dargestellt werden. Weiterhin sollten die Zusammenhänge der melanesischen und polynesischen Bevölkerungsgruppen geklärt werden. Besonders die Verbindung der Polynesier mit den Melanesiern und der Einfluss der polynesischen Kultur auf die Melanesier war hierbei von besonderem Interesse[185]. Scheinbar hielt es Thilenius für wenig wahrscheinlich, dass auch ein Kulturtransfer in die andere Richtung möglich war[186]. Beide Erkenntnisse hatte Thilenius schon im Jahre 1902 auf Grund seiner Anschauungen vor Ort formulieren können[187].

Durch eine physische und psychische Untersuchung sollte die körperliche Beschaffenheit, Leitungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft, sowie deren Beziehung zu den Umweltfaktoren ermittelt werden[188].

Hier folgt Thilenius einem seit der Antike bekannten Darstellungsschemas. Da bereits seit Hippokrates die Kondition des Menschen in Verbindung mit der Umwelt, in der er lebte verbunden worden war[189]. Sollte Thilenius die Grundlagen Hippokrates’ aufgenommen haben, so hätte er in der Südsee bei gleich bleibendem Klima eine träge aber kultivierte Bevölkerung erwarten können[190]. Es ist allerdings unklar, ob Thilenius solchen Gedanken nachging. In seinen Denkschriften äußerte er sich hierzu nicht explizit.

Aber auch die ethnologische Forschung verband und verbindet diese Gegebenheiten. Vogel zeigte diesen Punkt anhand der Wettkämpfe in Singor[191], meinte aber, dass die Bewohner der warmen Gegenden dennoch in der Lage gewesen seien, große Leistungen in Notsituationen zu vollbringen. Reche und Hellwig argumentierten nicht auf diese Weise, dennoch scheint es, als habe Reche, wenn auch nur indirekt an die Beziehung zwischen Lebensraum, Leitungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit geglaubt[192].

Zusammenfassend schrieb Thilenius im Jahre 1905, dass die Expedition „[…] 1. Körperbeschaffenheit, 2. Wachstum und Bewegung der Völker, 3. Wirtschaftsform, Haustiere, Kulturpflanzen, Gewerbe, Handel, 4. Gesellschaftsform, Familien, Altersklassen, Adel, Kasten, Sklaverei, Hörigkeit, 5. Sitten, Brauch, Rechtspflege, 6. Stofflicher Kulturbesitz, Technik, Geräte, Waffen, Schmuck, Kleidung, Bauwerke, Verkehrsmittel, 7. Geistiger Kulturbesitz, Religion, Kunst [und] Sprachen […]“ erforschen sollte[193]. Ergänzt wurde diese Darstellung im Jahre 1907 durch die Forderung, nun auch die Volksmedizin[194] zu untersuchen.

Noch heute verfolgen Ethnologen eine ähnliche Vorgehensweise, so dass Thilenius sehr modern dachte[195].

Es wird deutlich, dass die Forscher vor Ort eine immense Aufgabe zu bewältigen hatten. Die Fragestellung war hier sehr weit gefasst und nur durch den Raum, nicht aber durch die Erscheinungen in dessen selbst begrenzt. Deutlich wird allerdings auch hier, dass die Fragen, welche an die Forschungsgegenstände gestellt werden sollten, nicht nur einem praktischen Zweck- der Klärung des Bevölkerungsschwundes - und auch nicht dem Aufbau einer einzigartigen Sammlung dienen sollten. Die erworbenen Gegenstände sollten bei der wissenschaftlichen Untersuchung nur als „Belegstücke“, nicht aber als Sammelobjekte mitgebracht werden. Eine Lösung der kolonialen Frage konnte sich der Autor der Denkschriften hierbei wohl kaum erhoffen.

Eine methodische Reflexion hingegen war schwer möglich, da sich die Wissenschaft mit den praktischen Aufgaben verband. Auch die Weite der Fragestellung und die relative Unbegrenztheit des Forschungsgebietes verhinderten eine Überprüfung der Vorgehensweise vor und während der Reise. Auch ein näheres Eingehen auf bestimmte Fragen war kaum möglich. So beklagte sich Müller im Anschluss an die Reise, dass die Religion in Neuguinea nicht eingehend erforscht worden sei. Nur oberflächliche Beobachtungen seien ihm ermöglicht worden[196].

II. Wahl des Untersuchungsgebietes

Wie bereits weiter oben dargestellt, war Thilenius schon kurz nach seiner ersten und einzigen Reise in das Bismarck-Archipel bestrebt, eine systematisch-wissenschaftliche Untersuchung dieses Gebietes durchzuführen[197].

Dieser subjektive Wunsch musste aber durch administrative Maßnahmen ergänzt und unterstützt werden, da eine einzelne Person nicht in der Lage war die umfangreichen Aufgaben zu bewältigen. Eine Einschränkung auf das Gebiet war ebenso nötig wie eine zeitliche und finanzielle Abgrenzung.

[...]


[1] Anonym: Hamburger Südsee-Expedition, in: Schnee, Heinrich: Deutsches Koloniallexikon, Bd. II, Leipzig

1920, ND Wiesbaden 1996, S. 13 f.

[2] Schindelbeck, Markus: Deutsche wissenschaftliche Expeditionen und Forschungen in der Südsee bis 1914, in:

Hiery, Hermann Joseph: Die Deutsche Südsee 1884-1914, Paderborn u. a. 2001, S. 132-155,

S. 136 f.

[3] Abel, Herbert: Otto Finsch, in: NDB 5, S. 163-164.

[4] Schindelbeck, S. 137 f.

[5] Ebda., S. 139-141.

[6] Ebda., S. 143.

[7] Ebda., S. 145-147.

[8] Ebda., S. 147 f.

[9] Ebda., S. 151.

[10] Anonym: Georg Thilenius, in: DBE 10 (1999), S. 10.

[11] Anonym: Friedrich Georg Hans Heinrich Fülleborn, in: DBA NF 614, S. 225-232.

[12] Anonym: Augustin Krämer, in: DBE 6 (1997), S. 60.

[13] Fischer, Hans: Die Hamburger Südsee Expedition. Über Ethnographie und Kolonialismus, Frankfurt am Main 1981.

[14] Kelm, Antje: Hamburg: Südsee. Expedition ins Paradies – Einführung, in: Köpke, Wulf (Hrsg.): Hamburg: Südsee. Expedition ins Paradies (Mitteilungen aus dem Museum für Völkerkunde Hamburg N. F. 33 (2003), Hamburg 2003, S. 71-85.

Ders.: Im Ersten Jahr vom Schiff aus. Die Hamburger Südsee-Expedition in der Inselwelt von Neuguinea, in: Ebda., S. 92-141.

[15] Collado Mohr, Maren, de: Der Admiralitäts-Insulaner Po Minis. Vom „ungemein aufgeweckten“ Informanten zum „notorischen Lumpen“?, in: Ebda., S. 142-154.

[16] Ohnemus, Sylvia: Was Objekte erzählen. Aus dem Alltag und den Festen auf den Admiralitäts-Inseln, Papua- Neuguinea, in: Ebda., S. 195-219.

[17] Klüver, Reymer: Bei des Kaisers neuen Völkern, in: Gaede, Peter-Matthias (Hrsg): Geo 6 / 2004, Hamburg 2004, S. 93-110.

[18] Fischer: Die Hamburger Südsee- Expedition, S. 25.

[19] Auch wenn Frau Dr. Kelm es nicht zugeben möchte, so erkennt man doch, dass sie in diesem Bereich ähnlich wie Fischer verfährt.

[20] Kelm: Expedition ins Paradies, S. 76.

[21] Ebda., S. 77.

[22] Sehr schön konnte Frau de Collado diesen Punkt anhand der Missionstätigkeit und deren Wirkung auf Po Minis nachweisen. Sie unterstützte diesen Punkt mit zwei nachgestellten Fotos, welche in dieser Arbeit mit verwendet werden sollen.

De Collado: S. 145 f.

[23] Vgl. zum Beispiel: Nevermann, Hans: St.-Matthias-Gruppe, in: Thilenius, Georg (Hrsg.): ESE II, A, Bd. 2, Hamburg 1933.

[24] Vgl. Mitton, Robert D.: The people of Manus. Records of the National Museum and Art Gallery 6, Boroko 1979.

[25] Ohnemus, S. 195 f.

[26] Schindelbeck, S. 132-155.

[27] Ebda., S. 149 f.

[28] Kelm, Antje: Skurrile Exoten und liebenswerte Mitmenschen. Ethnografische Anmerkungen zur kolonialen Südseefotografie, in: Hiery, Hermann Joseph (Hrsg.): Bilder aus der Deutschen Südsee. Fotographien 1884- 1914, Paderborn 2005, S. 16-34.

[29] Hiery, Hermann Joseph: Zur Historischen Bedeutung der Bilder. Einige Einführende Bemerkungen, in: Ebda. S. 7-15.

[30] Ebda., S. 12 f.

[31] Zwernemann,, Jürgen: Die ersten 112 Jahre. Das Museum für Völkerkunde Hamburg, in: Köpke, Wulf (Hrsg.): Die ersten 112 Jahre. Das Museum für Völkerkunde Hamburg (Mitteilungen aus dem Museum für Völkerkunde Hamburg N. F. 35 (2004)), S. 11-264, S. 82-90.

[32] Anonym: Arthur Byhan, in: DBA NF 210, S. 209 f.

[33] Zwernemann, S. 90.

[34] Anonym: Leo Frobenius, in: DBA III 269, S. 420-435.

[35] Zwernemann, S. 82.

[36] Fischer, Hans: Randfiguren der Ethnologie, Berlin 2003.

[37] Vgl. hierfür das Kapitel C I.

[38] Thilenius, Georg: Ethnologische Ergebnisse aus Melanesien, 1. Theil.: Reisebericht. Die polynesischen Inseln an der Ostgrenze Melanesiens, Halle 1902, S. 6.

[39] Ders.: Denkschrift (ohne Titel), Hamburg 1905, S. 10.

Die vorliegende Quelle konnte Dank der freundlichen Hilfe von Frau Dr. Kokott im Original vorgelegt werden. Diese Schrift hat keine Signatur vom Völkerkundemuseum bekommen, so dass ihr Titel als Identifizierungs-merkmal verwendet werden muss. Sie wird in der Transkription von Frau Dr. Kokott verwendet, so dass die Seitenangaben nicht immer mit denen, die bei Fischer zu finden sind, übereinstimmen.

[40] Thilenius, Georg: Die Aufgaben einer ethnografischen Expedition in die Südsee, Hamburg 1904. Abgedruckt bei Fischer: Die Hamburger Südsee-Expedition, S. 34 Vgl. Anhang Nr. 1a und Nr. 1b.

Ein Abgleich mit dem Original war leider nicht möglich, da das Archiv des Völkerkundemuseums wegen Umbau für das Jahr 2006 geschlossen ist.

[41] Vgl. Fußnote 39. Vgl. Anhang Nr. 2a.

[42] Ders.: Denkschrift über eine hamburgische Expedition nach der Südsee, Hamburg 1907. Abgedruckt bei Fischer: Die Hamburger Südsee-Expedition, S. 28 und S. 34 f.

[43] Ders.: Leitsätze für die Expedition der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung in die deutsche Südsee, Hamburg 1907.

Abgedruckt bei Fischer: Die Hamburger Südsee- Expedition, S. 36.

[44] Ders.: Anweisungen für den Leiter der Südsee- Expedition, Hamburg 1908.

Diese Quelle konnte ebenfalls Dank der freundlichen Unterstützung von Frau Dr. Kokott in vollem Umfang vorgelegt werden.

Vgl. Anhang Nr. 3.

[45] So sollte die Reise in der Südsee nur zwei Jahre dauern. Thilenius hatte im Jahre 1905 4 Jahre gefordert.

Fischer: Die Hamburger Südsee- Expedition, S. 33.

[46] So wurden die festgesetzten Aufgaben für die Forscher zumeist durch Sonderaufgaben, welche Thilenius nicht festgesetzt hatte, ergänzt.

Zum Beispiel sollte Otto Reche als Anthropologe die Körpervermessung durchführen, wurde aber in der Südsee zusätzlich mit dem Kommando der Schutztruppe an Bord betraut. Thilenius hatte in seinen Planungen einen solchen Fall nicht vorgesehen.

Vogel: Eine Reise im Bismarck-Archipel, S. 17.

[47] Thilenius, Georg: Der Plan der Expedition, in: ESE A, I., Hamburg 1927, S. 1-42.

[48] Thilenius: Der Plan der Expedition, S. 21-42.

Die Seiten 1 bis 20 behandeln allgemeine Grundzüge der Sammeltätigkeit eines Ethnographen in der Südsee, sowie die Notwendigkeit geschultes Personal den Händlern und Beamten der Kolonialverwaltung für diese Aufgabe vorzuziehen.

[49] Besonders auf den Seiten 25 f. und 32 wird deutlich, dass Thilenius aus eigener Erfahrung spricht, da er die Umstände, unter denen in der Südsee geforscht wird, scheinbar genau kannte. Ebda., S. 25-32.

[50] Besonders auf Seite 29 finden sich die Aufgaben der Schiffsexpedition, wie sie sich Thilenius vor dem Antritt der Reise vorstellte. Da er das Ergebnis nicht anführte, ist anzunehmen, dass der Autor es nicht kennen konnte und deshalb dieser Teil der Arbeit mit großer Sicherheit vor oder im Jahre 1908 erstanden sein kann.

Ebda., S. 29.

[51] Die Endabrechung konnte erst nach der Reise stattfinden, so dass deutlich wird, dass dieser Teil des „Plans der Expedition“, wie er von Thilenius aufgestellt wurde, erst nach 1911 geschrieben wurde. Auch die Verwendung des Imperfekts spricht für diese Annahme.

Ebda., S. 38.

[52] Ebda., S. 31.

[53] Sarfert, Ernst: Kusae, in: Krämer, Augustin (Hrsg.): ESE II B, Bd. 4,1, Hamburg 1919.

[54] Der Artikel Thilenius’ in Vogels Werk geht über die Beschreibung im Plan der Expedition von 1927 dahingegen hinaus, dass Thilenius bei Vogel auch die Mannschaft des Peiho neben den Forschern aufführte.

Im Plan der Expedition wurden nur die Wissenschaftler und der Maler beschrieben.

Thilenius: Einführung, in: Vogel, Hans: Eine Reise im Bismarck-Archipel, S. XI f.

[55] Schnee Heinrich (Hrsg.): Deutsches Koloniallexikon, Bde. I-III, Leipzig 1920, ND Wiesbaden 1996.

[56] Gronzy, Willi (Hrsg.): Deutsches Biographisches Archiv. Neue Folge bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts, München 1989-1993.

[57] Rump, Ernst: Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs, Altonas und der näheren Umgebung, Hamburg 1912, ND Hamburg 1980.

[58] Historische Commission bei der Akademie der Wissenschaften Bayerns (Hrsg.): Allgemeine Deutsche Biographie, Leipzig 1875 – 1912.

[59] Bayerische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Neue Deutsche Biographie, Bde 1-21, Berlin 1953 - 2003.

[60] Vierhaus, Rudolf, u.a. (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie, München 1995-2003.

[61] Die Akten der Teilnehmer der Hamburger Südsee-Expedition befinden sich unter dem Bestand der Kulturbehörde.

StA HH, 361 – 6.

[62] Hier kommt besonders der Bestand StA HH 221-infrage.

[63] Entnazifizierungsakte Reche.

StA HH, 221-1, Ed 514.

[64] Reche an die hamburgische Hochschulverwaltung vom 28. November 1946.

StA HH, 221-1, Ed 514, Blatt 7 r - 9 r.

[65] Geisenhainer, Katja: Rasse ist Schicksal. Otto Reche (1879-1966) – ein Leben als Anthropologe und Völkerkundler, phil. Diss., Leipzig 2002.

[66] Lebenslauf Prof. Thilenius vom 24. Dezember 1926.

StA L, Kap 4, Nr. 32, Bd. 1, Blatt 80 r – 81r.

[67] Lebenslauf Thilenius vom 30. Juli 1926.

StA HH, 361-6, IV 1030, Blatt 1 r – 20 v.

[68] So meinte Thilenius, dass Professor Schwalbe ihm während seiner Zeit in Salzburg keinerlei Impulse für seinen wissenschaftlichen Wertegang gegeben habe.

Ebda., Blatt 1 r.

[69] So lobte Thilenius seine Vorstellungen und Umsetzungen der Hamburger Südsee-Expedition, erwähnte aber nicht, dass seinen Vorstellungen von einer vierjährigen Reise nicht entsprochen worden war und dass die Ergebnisse und materielle Ausbeute des ersten Jahres, entgegen seiner Darstellung, sehr gering waren.

[70] Anonym: Friedrich Fülleborn, in: Olpp, Gottlieb (Hrsg.): Hervorragende Tropenärzte in Wort und Bild, München 1932.

[71] Degener, Hermann A. L. (Hrsg.): Wer ist’s? Unsere Zeitgenossen 4 (1909), Leipzig 1909.

[72] Lebenslauf Fülleborn, ohne Datum.

StA HH, 352-10, 263, Blatt 2 r – 2 v.

[73] Nach der Rückkehr aus Neuguinea sollte Fülleborn in Vertretung von Professor Ollwig einen Tropenkochkurs am Hamburger Kolonialinstitut abhalten.

Ollwig an die Oberschulbehörde für die wissenschaftlichen Anstalten vom 24. Juli 1909.

StA HH, 361 - 6, II 99, Blatt 3.

[74] Baumann, Karl: Franz Hellwig in Deutsch-Neuguinea. Franz Hellwig als Teilnehmer der Hamburger Südsee- Expedition, Fassberg 1994.

[75] Ebda., S. 3.

[76] Fischer: Die Hamburger Südsee-Expedition, S. 49.

[77] Reches Tagebuch ist zurzeit im Völkerkundemuseum in Hamburg zur Zeit nicht zugänglich, kann aber in Auszügen bei Fischer „Die Hamburger Südsee-Expedition“ und bei Geisenhainer als Abdruck in Auszügen verwendet werden. Die Aufzeichnungen Fülleborns sind ebenfalls zurzeit nicht verfügbar, dennoch befinden sich bei Fischer kleine Textabschnitte, die für die hiesige Darstellung verwendet werden sollen.

[78] Hellwig, Franz Emil: Tagebuch, in: Thilenius, Georg (Hrsg.): ESE A, I, Hamburg 1927, S. 43-359.

[79] Tagebuch Hellwig vom 8. Juli 1908 bis 30. Juni 1909, S. 43-185.

[80] Als Beispiel kann hier Hellwigs Verhalten auf Tench angesehen werden. So charakterisierte er die Einheimischen als wilde Krieger ohne edle Gesinnung. Für ihren Angriff auf die Forscher führte er die Angriffslust an, ohne den wahren Grund, die Zerstörung einer Trommel durch die Forscher, als Auslöser für den Angriff zu nennen.

Für die fehlende Kritik am Vorgehen der Forscher spricht auch die fehlende Kritik an der Geiselnahme eines „Dorfältesten“ auf Tench. Hier wird Hellwigs überlegenes Gefühl zu den Einheimischen deutlich. Auf diesen Punkt wird im Kapitel E eingegangen.

Vgl.: Tagebuch Hellwig vom 2. Oktober 1908, S. 74.

[81] Hellwig bewertete zumeist die Einheimischen anhand ihres Verhaltens beim Handeln. So wurden die Bewohner von Enaie negativ bewertet, da sie versuchten „seine“ Waren ohne einen Tauschgegenstand in ihren Besitz zu bringen.

Tagebuch Hellwig vom 9. August 1908, S. 47.

Auch die Bewohner von Tench wurden negativ gesehen, da sie nur „minderwertige“ Tauschgegenstände an boten. Hellwig sah sie daher als äußerst wild und zu keinem Geschäft fähig an.

Tagebuch Hellwig vom 2. Oktober 1908, S. 74.

Die Bewohner Tamis dagegen wurden sehr positiv bewertet, da ihre Tauschgegenstände nicht nur wertvoll waren, sondern auch leicht durch Hellwig erworben werden konnten.

Tagebuch Hellwig vom 14. Januar 1909, S. 105.

[82] Während Hellwig auf das Handelsverhalten einging, beschrieb Vogel dieses nur selten, um den Charakter der Einheimischen zu zeigen. Hellwig hingegen beschrieb den Charakter, um das Handelsverhalten zu zeigen.

Eine Darstellung um ihrer selber Willen findet sich nur selten.

[83] Hellwigs Darstellung über die Durchquerung Neupommerns basiert auf den Darstellungen von Fülleborn und Vogel. Er war aber im Gegensatz zu Reche bereit zuzugeben, dass er an der Erforschung nicht teilgenommen hatte.

Tagebuch Hellwig vom 17. Februar 1909, S. 115.

[84] Hefele, Ferdinand: Über Nautik und Meteorologie, in: Thilenius, Georg (Hrsg.): ESE I A, Hamburg 1927, S. 361-390.

[85] Nevermann: St.-Matthias-Gruppe, S. V.

[86] Nevermann: Admiralitätsinseln, S. V.

[87] Nevermann war zum Zeitpunkt der Reise erst 6 Jahre alt.

Hans, Nevermann, in: DBA NF 947, S. 92.

[88] Nevermann stellte ebenso wie die übrigen Teilnehmer Stereotype dar, war aber bereit, den Hintergrund für das Verhalten der Einheimischen zu erkunden. So erkannte er, dass die Aggressivität der Bewohner von Tench nicht durch ihr Gemüt, sondern durch die schlechten Erfahrungen mit den Europäern entstanden war. Auch eine Verallgemeinerung der Aggressivität ließ er nicht zu, sondern meinte, dass die Bewohner des Eilandes nur durch das Verhalten der Forscher an Bord des Peiho gereizt worden wären. Es kann zumindest der Versuch einer größtmöglichen Objektivität unterstellt werden. Dass ihm dieses nicht immer gelingen konnte, liegt auf der Hand. Somit muss die Quellenkritik hier besonders beachtet werden.

Nevermann: St.-Matthias-Gruppe, S. 58.

[89] Reche: Nova Britannia, in: Temer, Franz (Hrsg.): ESE II A, S. 7.

[90] Nevermann war hingegen in seinen Bänden aus den Jahren 1933 und 1934iaut. Zumindest zitierte er die Ergebnisse dieser Reise in seinem Anhang.

[91] Reche: Nova Britannia, S. 101.

[92] Fischer: Die Hamburger Südsee-Expedition, S. 71.

[93] Vgl. Kapitel C III.

[94] Reche: Nova Britannia, S. 147.

[95] Ebda., S. 59.

[96] Reche war aber nach Aussage Vogels und Hellwigs nicht dabei gewesen. Er selbst erwähnte seine Abwesendheit nicht.

Tagebuch Hellwig vom 17. Februar 1909, S. 115.

Vogel: Eine Reise im Bismarck-Archipel, S. 189.

Reche gab diesen Umstand in seinem Werk nicht zu, sondern tat, als habe er die Informationen über die Inlandsbevölkerung selbst errungen.

Reche: Nova Britannia, S. 68.

[97] Anonym: Mitteilung. Von der Hamburger Südsee-Expedition. Erste Durchquerung von Neu- Pommern, in: Singer, Heinrich: Globus. Illustrierte Zeitschrift für Länder- und Völkerkunde, Bd. 95 (1909), Braunschweig 1909, S. 64-67, S. 64.

[98] Thilenius: Der Plan der Expedition, S. 37.

[99] Vgl. das Kapitel über Tench.

[100] Reche: Der Kaiserin- Augusta- Fluss, S. 486-488.

[101] Anonym: Mitteilung. Von der Hamburger Südsee- Expedition, in: Singer, Heinrich (Hrsg.): Globus. .

Illustrierte Zeitschrift für Länder- und Völkerkunde, Bd. 97 (1910), Braunschweig 1910, S. 94-96, S. 94.

[102] Thilenius: Anweisungen für den Leiter der Südsee- Expedition, S. 4.

[103] Anonym: Mitteilungen. Inseln des Stillen Ozeans, in: Kiepert, Richard (Hrsg.): Globus.: Globus. Illustrierte Zeitschrift für Länder- und Völkerkunde, Bd. 50 (1886), Braunschweig 1886, S. 176.

[104] Vgl. zum Beispiel die Zeichnung Vogels über ein Korallenriff auf St. Matthias.

Vogel: Eine Reise im Bismarck-Archipel, S. 26.

[105] Ebda., S. 138 f.

[106] Ebda., S. 276 f.

[107] Ebda., S. 172.

[108] Ebda., S. 196.

[109] Ebda., S. 40.

[110] Ebda., S. 70.

[111] Ebda., S. 259.

[112] Kelm: Skurrile Exoten, S. 34.

[113] Fischer: Die Hamburger Südsee-Expedition, S. 142.

[114] Joppien, Rüdiger: Deutsche Künstler in der Südsee, in: Plagemann, Volker (Hrsg.): Übersee, Schifffahrt und Seemacht im Deutschen Kaiserreich, München 1988, S. 360-366, S. 361.

[115] Fischer: Randfiguren der Ethnologie, S. 85.

[116] Kelm, S. 34.

[117] Vogel war bei der Fahrt des Peiho auf dem Kaiserin- Augusta- Fluss nicht anwesend, so dass seine Beschreibung des Angriffes und der kulturellen Güter auf der Basis der Tagebücher Fülleborns und Hellwigs entstanden.

Kelm: Im ersten Jahr vom Schiff aus, S. 113.

[118] Brief Vogel an Thilenius vom 17. Mai 1909.

Abgedruckt bei Fischer: Randfiguren, S. 80-83, S. 82.

Vgl. Anhang Nr. 4.

[119] Matthias Gretzschel: Vogels wiederentdeckte Bilder: Südsee: 1908/09 begleitete der Maler Hans Vogel die legendäre Hamburger Expedition, in: Extra Journal, 31. Mai 2005.

<http://www.abendblatt.de/daten/2005/05/31/440494.html> , 8. August 2006.

[120] Finsch, Otto Hermann: Neuguinea und seine Bewohner, Bremen 1865.

[121] Hesse- Wartegg, Ernst, von: Samoa. Bismarck-Archipel und Neuguinea, Leipzig 1902.

[122] Ernst von Hesse Wartegg 1875 Nord- und Mittelamerika, 1875 das Mississippidelta, 1880 Tunis und Ägypten und 1883 bis 84 Mexiko. In diesem Zusammenhang muss Warteggs Aufenthalt in der Südsee gesehen werden. Er beschrieb daher als Dilettant und nicht als Forscher die Bewohner der Südsee.

Scurla, Herbert: Durch das Land der Azteken. Berichte deutscher Reisender des 19. Jahrhunderts aus Mexiko und Guatemala, Berlin 1978, S. 163 f.

[123] Auf den Seiten 3 bis 39 wurde Neuguinea mit dem Schwerpunkt der europäischen Siedlungen beschrieben.

[124] St. Matthias wurde auf den Seiten 122 bis 136 als noch gänzlich unerforschtes Eiland dargestellt.

[125] Wartegg widmet der europäischen Vorstellung ein eigenes Kapitel.

Wartegg, S. 202-209.

[126] Ebda., S. 125.

[127] Wartegg war in seinem Werk stets bemüht, keine absoluten Aussagen über die Bevölkerung zu machen, sondern eine Erklärung für ihr Verhalten zu finden. So konnte er für St. Matthias einen wilden und unfreundlichen Charakter feststellen, fand aber als Erklärung die Angst der Einheimischen vor den Europäern, da Erstere mit den Sklavenhändlern der vorhergehenden Jahrhunderte identifiziert wurden.

Ebda.

[128] Krämer Augustin: Kaiser- Wilhelmsland und die Inselwelt im Stillen Ozean, in: Schwabe, Kurt (Hrsg.): Die Deutschen Kolonien, Bd. 2, Berlin 1910, S. 69-113.

[129] Fischer: Die Hamburger Südsee-Expedition, S. 26.

[130] Thilenius: Die Reisebericht, S. 5.

[131] Ebda.

[132] Ebda., S. 4.

[133] Fischer: Die Hamburger Südsee-Expedition, S. 28.

[134] Thilenius, Georg: Denkschrift (ohne Titel), S. 2.

[135] Fischer fasst auf diese Weise die Gedanken Thilenius’ zur praktischen Feldforschung zusammen.

Fischer: Die Hamburger Südsee- Expedition, S. 38-48.

[136] Thilenius, Georg: Die Aufgaben einer ethnografischen Expedition in die Südsee, S. 2.

Auszug bei Fischer: Die Hamburger Südsee- Expedition, S. 30 f.

[137] Davies, Margit: Das Gesundheitswesen in Kaiser- Wilhelmland / Bismarck-Archipel, in: Hiery, Hermann

Joseph (Hrsg.): Die Deutsche Südsee, S. 417-449, S. 429.

[138] Ebda.

[139] Ebda.

[140] Thilenius, Georg: Die Aufgaben einer ethnografischen Expedition in die Südsee, S. 4.

Auszug bei Fischer: Die Hamburger Südsee-Expedition, S. 38 f.

[141] Ebda.

Auszug bei Fischer: Die Hamburger Südsee- Expedition, S. 39.

[142] Vgl. zum Beispiel Vogels Darstellung über Tami auf Seite 172 und über Sikawa auf Seite 258.

[143] Fischer: Die Hamburger Südsee- Expedition, S. 39.

[144] Hambruch, Paul: Die Anthropologie von Kaniët, in: Völkerkundemuseum Hamburg (Hrsg): Mitteilungen aus dem Museum für Völkerkunde Hamburg 1 (1906), S. 23-70, S. 23.

[145] Brief Thilenius an Melle vom 11. Oktober 1904.

Abgedruckt bei Kelm: Im ersten Jahr vom Schiff aus, S. 98.

[146] Hahl an Thilenius vom 6. Dezember 1904.

Abgedruckt bei Fischer: Die Hamburger Südsee-Expedition, S. 39.

[147] Ebda.

Abgedruckt bei Fischer: Die Hamburger Südsee-Expedition, S. 40.

[148] Hahl, Albert: Deutsch- Neuguinea, 2. Aufl., Berlin 1942, S. 86.

[149] Fischer: Die Hamburger Südsee- Expedition, S. 41.

[150] Firth, Stewart: Albert Hahl. Governor of New Guinea, in: Griffin, James (Hrsg.): Papua New Guinea Portraits. The expatriated experience, Canberra, S. 28-47, S. 37.

[151] In den wissenschaftlichen Werken ist keine Kritik zu erwarten, da sie erst nach der Durchsicht des Kuratoriums der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung erscheinen konnten. Auch bei Vogels Werk, für das das Gleiche gilt, ist eine solche Kritik nicht zu erwarten. Neben der Zensur durch den Herausgeber der Arbeiten kann auch das Motiv der Selbstdiskreditierung angeführt werden. So wäre es wohl kaum im Interesse der Autoren gewesen, sich selbst als Ausbeuter mit rein ökonomischen anstelle von menschlichen Zielen darzustellen. Stattdessen findet sich eine durchgehend positive Aufnahme dieses Themas in den Betrachtungen, in dem die Forscher und auch Vogel die Anzahl der Bevölkerung stets erwähnten.

[152] Vgl. Fußnote 104.

[153] Tagebuch Müller-Wismar vom 27. November 1908.

Abgedruckt bei Fischer: Die Hamburger Südsee-Expedition, S. 45.

[154] Hahl interessierte sich besonders für die Erforschung der nördlichen Küste Neupommerns.

Hahl, Albert: Gouverneursjahre in Neuguinea, Berlin 1937, S. 225.

[155] Tagebuch Müller-Wismar vom 27. November 1908.

Abgedruckt bei Fischer: Die Hamburger Südsee-Expedition, S. 45.

[156] Vogel: Eine Reise im Bismarck-Archipel, S. 17.

[157] Vgl. das Kapitel über die Admiralitätsinseln.

[158] Auszug aus dem 3. Bericht Fülleborns an das Kuratorium der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung 1908.

Ein Auszug ist Abgedruckt bei Fischer: Die Hamburger Südsee-Expedition, S. 44.

[159] Hahl, Albert: Gouverneuresjahre in Neuguinea, S. 225.

[160] Lebenslauf Georg Thilenius vom 30. Juli 1926, Blatt 1 r.

[161] Fischer führte diesen Punkt unter dem Kapitel „wissenschaftliche Aufgabe“ aus. Die Ziele der Reise, welche hier dargestellt werden sollen, zeigen allerdings keinen wissenschaftlichen Impetus, so dass hier nur ein praktisches Ziel - der Aufbau einer Sammlung - erkannt werden kann.

[162] Anonym: Johann Caesar VI. Godeffroy, in: DBA III, 301, S. 356.

[163] Scheps, Birgit: Das verkaufte Museum. Die Südsee-Unternehmungen des Handelshauses Joh. Ces. Godeffroy & Sohn, Hamburg, und die Sammlung „Museum Godeffroy“ (Abhandlungen des Naturwissenschaftlichen Vereins in Hamburg, N. F. 40), Hamburg 2005, S. 7.

[164] Anonym: Johann Caesar VI. Godeffroy, in: DBE 4 (1996), S. 46.

[165] Scheps, S. 199.

[166] Ebda., S. 202.

[167] Zwernemann, S. 76.

[168] Thilenius, Georg: Denkschrift über eine Expedition der Hamburgischen Wissenschaftlichen, S. 5.

Abgedruckt bei Fischer: Die Hamburger Südsee- Expedition, S. 28.

[169] Thilenius: Denkschrift (ohne Titel), S. 2 f.

[170] Dies ist die Diktion Fischers.

Fischer: Die Hamburger Südsee-Expedition, S. 29.

[171] Thilenius: Denkschrift (ohne Titel), S. 7.

Abgedruckt bei Fischer: Die Hamburger Südsee-Expedition, S. 29 f.

[172] Vgl. zur Veränderung in den Bräuchen der Einheimischen durch das europäische Schulsystem:

Hiery, Hermann Joseph: Schule und Ausbildung in der deutschen Südsee, in: Ders. (Hrsg.): Die Deutsche

Südsee 1884 – 1914, S. 198-238, S. 206.

[173] Thilenius: Denkschrift (ohne Titel), S. 3.

Abgedruckt bei Fischer: Die Hamburger Südsee-Expedition, S. 30.

[174] Fischer: Die Hamburger Südsee-Expedition S. 30.

[175] Thilenius: Denkschrift über eine Expedition der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung, S. 5 f.

Abgedruckt bei Fischer: Die Hamburger Südsee-Expedition, S. 29.

[176] Ebda., S. 8.

Abgedruckt bei Fischer: Die Hamburger Südsee-Expedition, S. 30.

[177] Fischer trennte diesen Punkt nicht, sondern fasste den Aufbau einer Sammlung als wissenschaftliches Ziel auf, da er scheinbar meinte, hierdurch eine besondere Fragestellung in den Dispositionen Thilenius’ erkennen zu können. Hier gab es allerdings keine Fragestellung, sondern nur die Hauptanweisungen, möglichst viele Gegenstände auf Kosten der Einheimischen und späterer Expeditionen zu erwerben. Aus diesem Grund scheint es ratsam, einen besonderen Punkt für die wissenschaftliche Aufgabe zu formulieren.

[178] Thilenius: Denkschrift über eine Expedition der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung, S. 8.

Abgedruckt bei Fischer: Die Hamburger Südsee-Expedition, S. 30.

[179] Denkschrift (ohne Titel), S. 3.

[180] „[…] Die wissenschaftliche und damit allgemeine Bedeutung des Museums kann dagegen nur dadurch begründet werden, daß (sic.) eine Spezialsammlung geschaffen wird […]“.

Thilenius: Denkschrift (ohne Titel), S. 2 f.

[181] Aufgrund seiner nachfolgenden Beschreibung ist anzunehmen, dass Thilenius unter Aufgabe nicht nur die Erforschung des Bevölkerungsschwundes, sondern eine viel weiter gefasste Fragestellung ins Auge gefasst hatte.

[182] Thilenius: Denkschrift über eine Expedition der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung, S. 5.

Abgedruckt bei Fischer: Die Hamburger Südsee-Expedition, S. 28.

[183] Brief Thilenius an Warburg vom 4. März 1905.

Vgl. Anhang, Nr. 2b

[184] Thilenius: Denkschrift (ohne Titel), S. 3.

[185] Ebda., S. 9.

[186] Thilenius, Georg: Die Bedeutung der Meeresströmungen für die Besiedlung Melanesiens, in: Hamburgische Wissenschaftliche Anstalten (Hrsg.): Jahrbuch der Hamburgischen Wissenschaftlichen Anstalten, Bd. 23, 5.

Beiheft (1906), S. 1-21, S. 2.

[187] Thilenius: Reisebericht, S. 6.

[188] Ders.: Aufgaben einer Ethnografischen Expedition in die Südsee.

Abgedruckt bei Fischer, S. 34.

[189] Bei Hippokrates wurde einer kalten Umwelt eine Menschengruppe gegenübergestellt, die sich durch einen starken Willen und einen zähen Körperbau mit hoher Leistungsfähigkeit auszeichnete.

In warmen Gegenden hingegen befanden sich nur träge und faule Menschen, die nicht bereit waren, sich an einer Aufgabe lange aufzuhalten.

Vgl. Hans Diller (Hrsg.): Hippokrates.: Περί άέρων ύδατων τόπων, Über die Umwelt, Berlin 1934.

[190] Ebda., S. 69 f.

[191] Vogel: Eine Reise im Bismarck-Archipel, S. 266.

[192] Verallgemeinernd meinte Reche, dass alle Südseebewohner nicht in der Lage seien große, Anstrengungen zu unternehmen.

Reche: Der Kaiserin- Augusta- Fluss, S. 57.

[193] Thilenius: Denkschrift (ohne Titel), S. 14.

[194] Thilenius: Denkschrift über eine Expedition der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung, S. 14.

Abgedruckt bei Fischer: Die Hamburger Südsee-Expedition, S. 35.

[195] Koch, Gerd: Probleme und Erfahrungen. Expeditionen in die Südsee, Leipzig, 2005, S. 142 f.

[196] Müller, Wilhelm: Die Religionen der Südsee 1905-1910, in: Wünsch, Richard (Hrsg.): Archiv für Religionswissenschaft 16 (1913), S. 176-207, S. 193 f.

[197] Thilenius: Reisebericht, S. 5.

Details

Seiten
291
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783956361838
ISBN (Buch)
9783836601535
Dateigröße
6.7 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v225199
Institution / Hochschule
Universität Bayreuth – Fakultät für Geisteswissenschaften II, Neueste Geschichte
Note
1,0
Schlagworte
südsee-expedition kolonialismus deutsch-neuguinea fülleborn hans vogel

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Titel: Das erste Jahr der Hamburger Südsee-Expedition in Deutsch-Neuguinea (1908 - 1909)