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'Störenfriede' am Verhandlungstisch: Die Demobilisierung des Paramilitärs - ein kolumbianisches Rätsel?

Diplomarbeit 2006 120 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit

Zusammenfassung

Inhaltsangabe:Problemstellung:
„Die Vereinigten Autodefensas Kolumbiens gibt es nicht mehr.“ Mit diesen Worten kündigte Luis Carlos Restrepo, Hochkommissar für den Frieden der kolumbianischen Regierung, am 17. April 2006 das vorläufige Ende des Demobilisierungsprozesses der größten paramilitärischen Gruppierung, der „Autodefensas Unidas de Colombia“ (AUC) an. Nach einem zögerlichen Beginn hatte die Demobilisierung des Paramilitärs zu Beginn des Jahres 2006 eine Eigendynamik erreicht, die alle Erwartungen übertraf. Das Büro des Hochkommissars zog im Juni 2006 folgende Bilanz: statt der erwarteten 20.000, hatten sich 30.151 Personen demobilisiert und dabei 17.000 Waffen abgegeben. Die Euphorie über diesen „Erfolg“ hielt sich jedoch insbesondere bei Nichtregierungsorganisationen und internationalen Beobachtern in Grenzen.
Dass sich der ehemalige „Störenfried“ der Friedensgespräche mit den Rebellen in den ersten Verhandlungspartner der Regierung verwandelt und die Waffen niedergelegt hat, war für viele (inter)nationale Beobachter ein Rätsel. Denn zum einen schien sich das Paramilitär nach einer starken Wachstumsphase unter Präsident Pastrana (1998 – 2002) in bester finanzieller und militärischer Verfassung zu befinden: „During their major growth phase of 1998 – 2002 the paramilitaries became one of the best-stocked and largest non – state armed group in the world […].” Zum anderen war es von seinem ursprünglichen Ziel, der Vernichtung der Guerilla, noch weit entfernt. Während das Paramilitär seine Waffen abgab, verfügten die beiden größten kolumbianischen Guerillabewegungen, die „Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia“ (FARC) und das „Ejército de Liberación Nacional“ (ELN), noch insgesamt über 20.000 bewaffnete Mitglieder. Und so bemerkte Carlos Castaño, ehemaliger politischer Kopf der AUC, in einer Pressemitteilung selbst: „Wir Autodefensas haben immer gesagt, dass unsere Demobilisierung eine Konsequenz aus dem Ende der Guerilla sein würde, so wie unsere Geburt eine Antwort auf ihre Entstehung war. […] Nichtsdestotrotz verhandeln wir heute mit der Regierung und die Kolumbianer fragen sich: was und warum verhandeln die Autodefensas?“
Um diese Fragen zu beantworten argumentiert vorliegende Arbeit wie folgt:
Das Paramilitär hat sich im Laufe seiner Geschichte von einem staatlich geplanten in einen vom Staat autonom handelnden, von einem militärischen in einen wirtschaftlichen, politischen und sozialen Akteur, von einem Aufstandsbekämpfungs- in […]

Details

Seiten
120
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783956360817
Dateigröße
6.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v225080
Institution / Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster – Sozialwissenschaften, Politikwissenschaft
Note
1,3
Schlagworte
politik kolumbien entwicklung konflikt guerilla

Autor

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Titel: 'Störenfriede' am Verhandlungstisch: Die Demobilisierung des Paramilitärs - ein kolumbianisches Rätsel?