Lade Inhalt...

Konzeption und Realisierung einer E-Commerce-Lösung für Startup-Unternehmen

Dargestellt am Beispiel eines Online-Versandhandel-Unternehmens

Diplomarbeit 2005 124 Seiten

BWL - Offline-Marketing und Online-Marketing

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kurzfassung

Abstract

Vorwort

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einführende Darstellung

2 Grundlagen des E-Commerce und technische Voraussetzungen
2.1 Mögliche Potenziale von E-Commerce
2.2 Ein Vergleich erhältlicher Shop-Systeme
2.3 Vor- und Nachteile von Open Source
2.4 Das Produkt xt:Commerce
2.5 Systemvoraussetzungen und Auswahl des Hosters

3 Darstellung des Unternehmens
3.1 Die Entstehungsgeschichte von MAP
3.2 Die vorhandene Systemlandschaft
3.3 Betriebliche Abläufe (Ist-Alanyse)
3.4 Betriebliche Abläufe (Ziel-Planung und Soll-Konzeption)

4 Konzeptionelle Planung der E-Commerce-Lösung
4.1 Projektdefinition
4.2 Projektzeitplan
4.3 Projektdokumentation
4.4 Aufgabenverteilung

5 Realisierung der E-Commerce-Lösung
5.1 Installation des Shop-Pakets
5.2 Einrichtung des Shop-Systems
5.2.1 Konfiguration
5.2.2 Artikelkatalog
5.2.3 Module
5.2.4 Kunden
5.2.5 Land/Steuer
5.2.6 Statistiken
5.2.7 Hilfsprogramme
5.2.8 Gutscheine/Kupons
5.3 Anpassung des Layouts
5.4 Verwendung von Contributions
5.5 Einpflegen der Inhalte
5.5.1 Mögliche Inhalte
5.5.2 Pflichtinhalte und rechtliche Aspekte
5.5.3 Ausgewählte Aspekte des Marketings
5.6 Optimierungsmaßnahmen
5.6.1 Suchmaschinen
5.6.2 Performance und Darstellung
5.7 Testlauf und Inbetriebnahme
5.8 Online-Werbung
5.9 Anbindung des Warenwirtschaftssystems
5.9.1 Das Produkt CAO-Faktura
5.9.2 Verknüpfung der Vertriebswege

6 Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

Lebenslauf

Erklärung

Kurzfassung

Gegenstand der hier vorgestellten Diplomarbeit ist ein Leitfaden zur Konzeption und Realisierung einer E-Commerce-Lösung für Startup-Unternehmen im Bereich des Online-Versandhandels. Dieser Leitfaden basiert auf einem Praxisbeispiel aus dem Kfz-Zubehörbereich und ist selbstverständlich auf andere Branchen übertragbar. Dem Leser wird ermöglicht anhand der vorgeschlagenen Planung und Umsetzung einen profession­ellen Internet-Handelsauftritt zu erstellen und diesen durch sinnvolle Systemkomponenten zu ergänzen. Die eingesetzten Open Source-Produkte xt:Commerce (Online-Shop-Software) und CAO-Faktura (Warenwirtschafts-Software) bilden ein leistungsfähiges Gespann bei minimalem Budget. Wichtige rechtliche Aspekte werden aufgezeigt sowie Möglichkeiten und Potenziale des elektronischen Handels und der Online-Werbung hinterleuchet.

Schlagwörter: Leitfaden, E-Commerce, Startup-Unternehmen, Internet, Open Source, Online-Shop, Warenwirtschaft, xt:Commerce, CAO-Faktura

Abstract

The object of the diploma thesis presented here is to provide guidelines for the conception and realization of an e-commerce solution for start-up companies in the area of the online mail order business. These guidelines are based on a practical example from the motor vehicle accessories trade and are, of course, transferable to other sectors. It makes it possible for the reader to create a professional Internet trade presence and to supplement this with meaningful system components on the basis of the suggested planning and implementation. The open source products used, xt:Commerce (online shop software) and CAO-Faktura (merchandise management software), form an efficient combination at a minimal budget. Important legal aspects are outlined and the possibilities and potentials of electronic commerce and online advertising explored.

Keywords: guidelines, E-Commerce, start-up companies, Internet, open source, online-shop, merchandise management, xt:Commerce, CAO-Faktura

Vorwort

Die vorliegende Diplomarbeit basiert auf der mehrmonatigen Planung und Umsetzung einer E-Commerce-Lösung für das Unternehmen MAP International Import/Export KG welches im September 2005 erfolgreich abgeschlossen wurde. Der Online-Händler stand aufgrund sinkender Absatzahlen sowie neuer gesetzlicher Bestimmungen vor der Entscheidung, das seit Mitte 2003 vorhandene Online-Shop-System weitestgehend zu überarbeiten oder eine neue und zugleich umfassendere E-Commerce-Lösung zu realisieren.

Das bisher verwendete Shop-System osCommerce hatte sich dank zahlreicher, individueller Anpassungen und Erweiterungen durch eine hervorragende Stabilität und Performance ausgezeichnet. Aufgrund mangelnder Dokumentation bei Änderungen im Quell-Code und undurchsichtigen, modularen Umgestaltungen wurde eine Überarbeitung des bestehenden Systems im laufenden Betrieb jedoch als zu riskant betrachtet.

Um der aktuellen Rechtsprechung für den elektronischen Handel nachzukommen und technische Neuerungen der Shop-Systeme nutzen zu können, wurde eine Lösung gesucht, welche möglichst alle vorhandenen Komponenten miteinander verbindet. Zugleich sollten Insellösungen wie sie in der Wachstumsphase des Unternehmens entstanden waren, beseitigt und relevante Informationen und Daten in die neue Systemlandschaft integriert werden.

Um die Lizenzkosten möglichst gering zu halten und personell unabhängig von Wartung und Pflege der Systemkomponenten zu sein, wurden Shop-Software (xt:Commerce) und Warenwirtschafts-Software (CAO-Faktura) ausgewählt, die unter GNU General Public Licence frei und kostenlos erhältlich sind. Die Notwendigkeit der Skalierung spezifischer Merkmale und Funktionen stellte einen weiteren Grund für diese Entscheidung dar.

Die E-Commerce-Lösung wurde in nahezu alleiniger Arbeit vom Autor geplant und realisiert. Lediglich aufwändige Grafikarbeiten und Übersetzungsarbeiten wurden durch Mitarbeiter und externe Dienstleister erstellt. Die Dauer der Planung und Umsetzung erstreckte sich über einen Zeitraum von vier Monaten. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Diplomarbeit befinden sich multilinguale Erweiterungen des gesamten Online-Shops in unternehmensinterner Entwicklung. Diese werden voraussichtlich noch im Jahr 2005 integriert.

Der fertige Online-Shop der Firma MAP International Import/Export KG ist im Internet unter http://www.tuningdevil.de erreichbar. An dieser Stelle sei erwähnt, dass es sich nicht um einen Test-Shop handelt. Alle Bestellungen werden regulär in Rechnung gestellt und ausgeliefert.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Seitenabrufe und eindeutige Besuche des Online-Shops

Abbildung 2: Verknüpfung der Systemkomponenten

Abbildung 3: Erweiterte Ordnerstruktur von xt:Commerce

Abbildung 4: Inhalt eines Template-Ordners

Abbildung 5: Startseite des xt:Commerce Online-Shops in der Standdardinstalltion

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Leistungsangebot der Hosting-Pakete von 1&1

Tabelle 2: Menüpunkte der Administrator-Navigation

Tabelle 3: Umsatz- und Gewinnentwicklung von Amazon in US-Dollar

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einführende Darstellung

Ende 2000 sah es noch so aus, als wäre mit dem Internet als Handelsplattform kein weiteres Wachstum zu realisieren. Umsatzrückgänge und Gewinneinbußen waren branchenübergreifend zu beobachten. Mittlerweile schreiben die ersten Unternehmen aber schon wieder schwarze Zahlen. Allen voran und von der Öffentlichkeit viel beachtet erreichte Amazon Ende 2001 erstmals die Gewinnzone[1] und hat bewiesen, dass entgegen aller Prognosen auch der Handel über das World Wide Web möglich und gewinnbringend sein kann. Dabei ist die Goldgräberstimmung schon lange vorbei und dennoch gibt es genug Wachstumspotenzial für Unternehmen, welche sich durch den gezielten Einsatz von Werkzeugen des elektronischen Handels verwirklichen lassen.

Diese Diplomarbeit leistet Startup-Unternehmen Hilfestellung zur Konzeption und Realisierung einer E-Commerce-Lösung. Dem Leser wird ermöglicht, ohne tiefere Kenntnisse der Programmierung oder kostenintensive Hilfe von Experten mit kleinstmöglichem Budget einen professionellen Internetauftritt zu erstellen, nötige Warenwirtschaftssystemkomponenten anzubinden sowie Schnittstellen zu externen Quellen und Systemen herzustellen und einzurichten. Aspekte des Marketings und der Betriebswirtschaft stehen dabei denen des E-Business, E-Commerce, Supply-Chain-Management etc. gegenüber.

Zu Beginn widmet sich diese Arbeit den Grundlagen des E-Commerce und den technischen Voraussetzungen. Dabei werden folgende Fragen beantwortet: Welche Potenziale und Möglichkeiten bietet der Einsatz eines Online-Shops? Welche unter der nahezu endlosen Anzahl von erhältlichen E-Commerce-Lösungen ist die Richtige für ein Startup-Unternehmen? Wie lauten die Vor- und Nachteile von Open Source-Produkten? Was begründet die Auswahl von xt:Commerce als geeignetes System? Gibt es spezielle Anforderungen an Hard- und Software? Wo liegen die konzeptionellen Schwerpunkte, die unbedingt von Beginn an zu berücksichtigen sind?

Im folgenden Teil wird das Online-Versandhandel-Unternehmen aus dem Kfz-Zubehörbereich dargestellt, das als begleitendes Praxisbeispiel dient. Der Online-Händler ist zugleich Empfänger der im Zuge dieser Diplomarbeit erstellten E-Commerce-Lösung. Eine Soll-Ist-Analyse betrieblicher Abläufe und das angestrebte Delta sowie die Problematik von Insellösungen bestimmen den Inhalt des Abschnitts.

Bezugnehmend auf das Unternehmen wird eine inhaltliche und zeitliche Projektplanung vorgeschlagen. Die Notwendigkeit einer hinreichenden Dokumentation wird detailliert erläutert. Eine Aufgabenverteilung definiert unterschiedliche Zuständigkeitsbereiche.

Anschließend wird die Realisierung der angestrebten Lösung anhand einer logischen Reihenfolge behandelt. Installation und Konfiguration der Systemkomponenten legen den Grundstein für die Erstellung des Layouts durch Stylesheets und Templates. Die Verwendung von Contributions sorgt für eine maximale Anpassung und Skalierung des Systems. Ein Highlight bildet dabei die Entwicklung individueller Erweiterungen, die im Sinne der Open Source-Definition voraussichtlich bis Ende des Jahres online für die Community zur Verfügung gestellt werden. Gesetzliche Regelungen und ausgewählte Marketingaspekte des elektronischen Handels informieren den zukünftigen Shop-Betreiber über Pflichtinhalte und empfohlene Contents. Gängige Optimierungsmaßnahmen hinsichtlich Suchmaschinen und Performance werden hinterleuchtet und stellen die Funktionsfähigkeit des Shop-Systems sicher. Die Überprüfung aller bisher geleisteten Arbeiten wird durch einen ausgiebigen Testlauf vorgenommen. Um für die nötige Publicity und einen raschen Kundenzulauf zu sorgen, werden nach Inbetriebnahme des Online-Shops kostengünstige Formen der Internet-Werbung aufgezeigt. Dabei wird herausgestellt, welche Alternativen spürbare Vorteile erwirtschaften. Im direkten Anschluss erfolgt die Anbindung eines Open Source-Warenwirtschaftssystems sowie die Verknüpfung sämtlicher Vertriebswege zu einer leistungsfähigen E-Commerce-Lösung.

Das Fazit dieser Diplomarbeit beinhaltet konkrete Resultate auf monetärer und nichtmonetärer Basis, die gerade für Unternehmen mit geringen Budget relevant sind und erst durch die Realisierung der vorgeschlagenen E-Commerce-Lösung entstanden sind. Ein Ausblick auf die zukünftige Marktentwicklung freier und quelloffener Software schließt die Arbeit ab.

2 Grundlagen des E-Commerce und technische Voraussetzungen

Das folgende Kapitel zeigt Potenziale und Gründe für den Einsatz eines Online-Shops auf. Es wird ein Vergleich gängiger Shop-Systeme vorgenommen und auf die Besonderheiten der unterschiedlichen Lösungen eingegangen. Unter Betrachtung der Open Source-Thematik und bezugnehmend auf das Unternehmen MAP International Import/Export KG wird eine endgültige Auswahl getroffen und detailliert vorgestellt. Anschließend werden Hard- und Software-Anforderungen der Systemlösung und die Auswahl des geeigneten Hosters erläutert.

2.1 Mögliche Potenziale von E-Commerce

Waren die Einnahmen im Onlinehandel anfangs nur schleppend zu realisieren, stößt der Einkauf im virtuellen Geschäft heute auf breite Akzeptanz. „In den letzten Jahren haben sich ... die Ansprüche der Verbraucher grundlegend geändert. Sie erwarten professionelle Portale mit umfassenden Funktionalitäten und bestmöglichem Service.“[2] Anbieter und Betreiber von Online-Shops haben Schwachpunkte älterer Shop-Systeme erkannt und arbeiten kontinuierlich an Verbesserungen, die es dem Konsumenten einfacher, angenehmer und vor allem sicherer machen, über das Internet einzukaufen. Eine benutzerfreundliche Bedienung der Frontends sowie mehr Vertrauen in die neue Technologie und in die Sicherheitsstandards sorgen für eine ständig wachsende Zahl an Transaktionen im Internet.

Ein breites Angebot an Online-Shops, Produkten und nicht zuletzt die niedrigeren Preise als im stationären Handel sorgen momentan für einen regelrechten Boom im Online-Geschäft. „Immer mehr Unternehmen entdecken das enorme Wachstumspotenzial des Online-Handels. Allein der deutsche Versandhandel setzte im Jahr 2004 insgesamt 4,9 Milliarden Euro über das Internet um. Das ist eine Steigerung um 36 Prozent zum Vorjahr.“[3]

Darüber hinaus informieren sich immer mehr Kunden über Produkte und Dienstleistungen auf den Websites der Anbieter, bevor sie diese im Ladengeschäft erwerben. Das Institut für Handelsforschung geht davon aus, dass 25 Prozent aller im stationären Handel getätigten Einkäufe über das Internet angebahnt werden.[4]

Online-Shopping birgt völlig neue Möglichkeiten, die den Unternehmen im klassischen Handel so nicht zur Verfügung stehen. Unabhängig vom Standort des Händlers und des Kunden können Produkte schnell bestellt und über eine Vielzahl von Versandpartnern innerhalb kürzester Zeit geliefert werden. Online-Angebote stehen einer großen Zahl potenzieller Kunden zur Verfügung und stoßen nicht zwangsweise an Ländergrenzen, sondern können bei entsprechendem logistischen Know-how auch global vertreiben werden.

Anders als im klassischen Bereich, wo große Unternehmen eindeutige Wettbewerbsvorteile haben, bietet das Internet Wettbewerbern unterschiedlicher Größe nahezu gleiche Voraussetzungen. Der Kunde merkt bei seinem virtuellem Einkauf nicht unbedingt, ob er bei einem Einmannbetrieb, einem mittelständischen Unternehmen oder einem Konzern bestellt. Primäre Aspekte sind ein guter Service, faire Preise und die gute Bedienbarkeit des Online-Angebots. Stimmen diese Parameter, wird der Kunde, wie in zahlreichen Online-Foren zu beobachten ist, zum wertvollen Werbeträger. Positive Erfahrungen von Kunden und die damit verbundene Mund-zu-Mund-Propaganda untermauern einen guten Ruf und schaffen die nötige Publicity sowie das Vertrauen der Nutzer. Gerade für kleine Unternehmen stellt E-Commerce eine gute Chance dar, zwischen Mitbewerbern eine dauerhafte Position zu beziehen.

Da Kunden im Internet ganz gezielt nach Produkten suchen können, bietet E-Commerce zudem ungleich größere Chancen für Individual- und Nischenprodukte. Darüber hinaus ist Online-Werbung oft deutlich preiswerter und zeitnaher zu realisieren als in den klassischen Bereichen. Auch im Hinblick auf Werbepotenziale zeigen sich weitere typische Vorteile des Internets. Startup-Unternehmen und kleine Anbieter sind oft gezwungen, mit minimalem Budget größtmögliche Wirkung zu erreichen. Das Internet bietet hier mit Newsletter, Online-Foren, Banner-Communities oder gezielter Suchmaschinenoptimierung der Angebote wirksame Möglichkeiten, beinahe kostenlos für eine Unternehmung zu werben. Zufriedene Kunden tragen Ihre Erfahrungen zudem auch über die Grenzen des Internets weiter und sorgen so für eine wachsende Bekanntheit des Angebots.

E-Commerce bietet noch weitere nicht zu unterschätzende Vorteile hinsichtlich Kundeninformation und -feedback. Öffentliche Bewertungssysteme in Online-Shops können eine sinnvolle Ergänzung zu den vom Anbieter gelieferten Produktinformationen bilden. Natürlich können sich solche Rückmeldesysteme durch negative Bewertungen, z.B. aufgrund von mangelnder Produktqualität oder schlechtem Service auch kontraproduktiv auswirken und sind deshalb mit Vorsicht zu betrachten.

Um der Anonymität des Internets entgegenzuwirken und Vertrauen zum Kunden aufzubauen, besteht die Möglichkeit, Service und Beratung entfernungsunabhängig und in Echtzeit über das Shop-System anzubieten. Ein Produktkonfigurator bietet eine Möglichkeit auf individuelle Kundenwünsche gezielt einzugehen. Aber auch hier sollten die Grundsätze der Einfachheit und Bedienbarkeit nicht außer acht gelassen werden. Ist der Kunde bei der Nutzung solcher Features überfordert, wird er evtl. zum Mitbewerber abwandern.

Im laufenden Betrieb bietet sich die beste Möglichkeit, um preiswert Marktforschung zu betreiben und aussagekräftige Daten zu sammeln. Das Kaufverhalten in einem Online-Shop lässt sich dank zahlreicher Analysewerkzeuge zuverlässiger nachverfolgen als im stationären Handel. Durch die Informationen über das Nutzungsverhalten der Kunden stehen detaillierte Daten zur Auswertung des Kaufverhaltens zur Verfügung.

Die hier angeführten Vorteile des E-Commerce sind jedoch nicht mit jeder beliebigen Systemlösung voll auszuschöpfen. Oft sind spezielle Anforderungen an Hard- und Software die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Installation und einen einwandfreien Betrieb. Schon die gezielte Auswahl des richtigen Hosting-Anbieters kann nur im direkten Vergleich mit dem gewählten Shop-System getroffen werden und beweist sich im Laufe der Umsetzung der E-Commerce-Lösung als wichtiges Fundament. Einen Überblick ausgewählter Angebote gibt das folgende Kapitel dieser Arbeit.

2.2 Ein Vergleich erhältlicher Shop-Systeme

Mittlerweile gibt es eine nahezu endlose Anzahl von angebotenen E-Commerce-Lösungen. Jedes Shop-System hat eindeutige Vor- und Nachteile, die sich meist erst im Bezug auf das gewählte Geschäftsfeld und die Unternehmensstrategie als solche offenbaren. Dieses Kapitel vergleicht eine Auswahl an Shop-Lösungen und zeigt dabei grundlegende Merkmale der unterschiedlichen Systeme auf.

Zunächst bietet sich eine Unterteilung zwischen kommerziellen und kostenlosen Angeboten an. „Einen Maßstab in Sachen E-Commerce setzte anfangs das System von Intershop. Der Klassiker zählt auch heute noch zu den am häufigsten genutzten kommerziellen Systemen und wird von Firmen wie Otto, Quelle oder Hewlett Packard genutzt.“[5] Intershop zeichnet sich durch Tarifmodelle und Komplettpakete aus, die den unterschiedlichen Geschäftsanforderungen angepasst wurden. Dabei werden die Geschäftsmodelle B2C - Verkauf an Endkunden, B2B - Verkauf an Geschäftskunden und E-Procurement - Elektronischer Einkauf berücksichtigt.

Die Kosten für die angebotenen Komplettpakete liegen zur Zeit bei 99.000 Euro und beinhalten Hard- und Software, Systemanpassungen, Inbetriebnahme und Schulungsmaßnahmen. Lizenzkosten für die aktuelle E-Commerce-Software Enfinity Suite 6 betragen je nach Tarif ab 50.000 Euro. Einzig der On Demand Tarif stellt für Startup-Unternehmen eine mögliche Alternative dar. Die einmaligen Lizenzkosten beginnen bereits bei null Euro. „Die variablen Kosten ergeben sich aus dem tatsächlich realisierten Transaktionsaufkommen.“[6] So können hohe Vorabinvestitionen vermieden und das Risiko bei unbekannter Auslastung des E-Commerce-Systems minimiert werden. Allerdings ist das Produkt von Intershop für Startup-Unternehmen meist vollkommen überdimensioniert. Deshalb wird an dieser Stelle auf weitere Details verzichtet. Umfassende Informationen sind bei Bedarf unter http://www.intershop.de zu finden.

Für einen erfolgreichen Start in den Online-Handel bieten sich ggf. kleinere kommerzielle Systeme an. Mondo Shop ist in der Edition StartUp für weniger als 100 Euro erhältlich.[7] Wie auch bei einer Vielzahl anderer Anbieter ist die Einstiegsversion im Leistungsumfang stark beschränkt. Die Anzahl möglicher Produkte, Kategorien und Warengruppen richtet sich nach der erworbenen Lizenz, sodass sich die Kosten bei steigender Menge dieser Merkmale schnell vervielfachen können. Auch Zusatzmodule für weitere Sprachen, Statistiken oder Funktionen treiben den Preis schon bei kleineren Erweiterungen schnell in die Höhe. Da der Quell-Code bei kommerziellen Angeboten nicht einsehbar ist, stößt der Nutzer zudem bei der Anpassbarkeit schnell an die Grenzen des Systems. Weitere Informationen sind bei Bedarf unter http://www.mondo-media.de zu finden.

Auch das Produkt SmartStore.biz in der Version 3.5 von SmartStore beschränkt sich in der Version Startup für einen Preis von knapp 150 Euro nur auf grundlegende Funktionen. Selbst die angebotene Version Advanced beinhaltet für knapp 500 Euro keine gängigen Features wie Rabattsysteme, Produktattribute, Cross-Promotions oder benutzerdefinierte Dateierweiterungen. Lediglich die Ausführung Professional bietet für fast 1000 Euro den vollen zur Verfügung stehenden Funktionsumfang. Die Kosten für Upgrades in höhere und Updates in neuere Versionen betragen wiederum mehrere hundert Euro. Sollte der Nutzer eine Erweiterung um das Produkt SmartStore Office benötigen, fallen je nach Edition nochmals zwischen 100-400 Euro Lizenzkosten an. Nur dann stehen beispielsweise triviale Features wie Newsletter-Versand, Umsatzsteuer-ID-Plausibilitätsprüfung oder Erfassung manueller Aufträge zur Verfügung. Informationen zu diesen Produkten sind bei Bedarf unter http://www.smartstore.de zu finden.

Eine weitere Gruppe von kommerziellen Angeboten stellen Shop-Lösungen verschiedener Provider dar. Bekannte Unternehmen wie 1&1 Internet AG (im Folgenden: 1&1) oder STRATO Medien AG bieten Online-Shop-Systeme an, die nahezu alle nötigen Komponenten für den elektronischen Handel beinhalten. Das Angebot reicht auch hier vom einfachen Online-Shop mit maximal 100 Produkten bis hin zum professionellen Internetauftritt eines Handelsunternehmens. Der größte Vorteil für den zukünftigen Betreiber besteht darin, dass Elemente wie Domians, Webspace oder Postfächer nicht zusätzlich gekauft oder gemietet werden müssen. Diese Leistungen sind inklusive. Auch hier sind wichtige Features erst in der höchsten Shop-Version zu finden. Erfordert der angestrebte Shop aufgrund hoher Nutzerzahlen eine hohe Performance und dadurch mehr Rechenleistung oder soll im Sinne der Datensicherheit ein eigenes SSL-Zertifikat zur Verfügung stehen, fallen für das entsprechende Paket knapp 100 Euro pro Monat an. Dafür bekommt der Shop-Betreiber eine Vielzahl von Funktionen und Features, Software-Pakete, Handbücher und eine 24h-Hotline geboten.[8] Aufwändige Installations- und Konfigurationsarbeiten entfallen. Sicherlich stellen solche umfassenden Lösungen eine gute Alternative für Startup-Unternehmen mit vergleichsweise geringem Budget und beschränkten personellen Kapazitäten dar. Im Vergleich der Provider-Angebote fällt jedoch ein gravierender Nachteil auf. Ein mehrsprachiges Shop-System steht nicht zur Verfügung. Interessenten können sich unter http://www.1und1.de und unter http://www.strato.de einen Überblick verschaffen.

Auch eBay International AG (im Folgenden: eBay), bietet seinen Mitgliedern die Möglichkeit, einen eigenen Shop zu eröffnen. Die Einrichtung eines sogenannten eBay-Shops besticht durch eine einfache Durchführung und eine komplette Integration in die meist bestens bekannte Benutzeroberfläche eines herkömmlichen eBay-Accounts. Je nach Shop-Version fallen monatliche Gebühren von rund zehn, 50, oder 500 Euro an. Diese Beträge beinhalten jedoch noch keine Angebotsgebühren oder Verkaufsprovisionen. Größter Vorteil eines solchen Shops ist die Bekanntheit von eBay. Der Verkäufer kann innerhalb seiner eBay-Angebote mittels Hinweisen in Schrift und Bild und durch Cross-Promotion-Funktionen für Produkte aus seinem eBay-Shop werben und erreicht somit eine nicht zu unterschätzende Anzahl an potenziellen Käufern. Die Angebote werden dabei wie herkömmliche Auktionen oder Festpreisangebote behandelt, allerdings hat der Anbieter die Möglichkeit, Artikel über einen unbegrenzten Zeitraum einzustellen und zwar zu einem Bruchteil der sonst üblichen Angebotsgebühren. Die Nachteile der eBay-Shops sind offensichtlich. Zwar werden herkömmliche eBay-Angebote auch in dem zugehörigen Shop des Verkäufers gelistet, umgekehrt jedoch nicht. Ein Shop-Artikel ist bis auf wenige Ausnahmen für potenzielle Käufer nicht in den Artikellisten von eBay zu finden. Der Nutzer muss also erst den Weg zum Shop des Verkäufers finden, um zu der kompletten Angebotsübersicht zu gelangen. Das gestaltet sich erfahrungsgemäß schwierig, da die Bekanntheit von eBay-Shops nicht mit der von Standardangeboten des Auktionshauses vergleichbar ist. Hat der Nutzer den Weg in den eBay-Shop gefunden und einen Artikel erworben, folgt die übliche Auktionsabwicklung und dem Verkäufer wird die bereits erwähnte Verkaufsprovision in Rechnung gestellt. Weitere Nachteile dieses Vertriebsweges liegen auf der Hand: Sämtliche Angebote stehen ausschließlich registrierten eBay-Mitgliedern zur Verfügung und können nicht außerhalb des virtuellen Auktionshauses genutzt werden. Auch Funktionsumfang und Anpassungsmöglichkeiten der eBay-Shops reichen bei weitem nicht an unabhängige Shop-Systeme heran. Sie werden von Unternehmen vorwiegend als Ergänzung zu einer bestehenden E-Commerce-Lösung betrieben. Verweise zu Angeboten außerhalb von eBay sind laut AGB[9] allerdings nicht gestattet. Welche Rolle eBay in Verbindung zu unabhängigen Online-Shops einnehmen kann, wird an späterer Stelle dieser Arbeit erläutert. Unter http://www.ebay.de können alle relevanten Informationen eingesehen werden.

Die bisher vorgestellten Systeme spiegeln natürlich nur einen Teil der kommerziellen E-Commerce-Lösungen wieder und dienen nur exemplarisch als Anhaltspunkte für die Analyse. Ein Vergleich aller relevanten Merkmale würde den Rahmen dieser Arbeit bei weitem überschreiten. Im Folgenden wird eine mögliche Alternative aufgezeigt, die sich wesentlich besser für Startup-Unternehmen eignet.

Nicht-kommerzielle Online-Shop-Systeme stellen die andere Seite der Angebotsvielfalt dar. Sie sind kostenlos erhältlich und haben sich auch im professionellen Bereich mittlerweile ihren Platz gesichert. Die Entwickler solcher Software verlangen als Gegenleistung für ihre Arbeit meist nur einen Hinweis am Fuß der Website, der verrät, welches System hinter diesem Shop steckt. Auf dem Markt sind solche E-Commerce-Lösungen zwar zahlreich jedoch deutlich seltener als kommerzielle Angebote zu finden. Als Beispiele lassen sich Systeme wie PhPepperShop oder auch OOS nennen. „Der Veteran unter den frei erhältlichen Shop-Systemen ist osCommerce.“[10] Der unter der GNU General Public Licence[11] erschienene Online-Shop verdankt seine Bekanntheit der guten Anpassbarkeit für nahezu jeden beliebigen Zweck mittels sogenannter Contributions. „Bei Contributions handelt es sich um Erweiterungen für osCommerce, die beinahe jedes denkbare Szenario abdecken.“[12] Da im Sinne der Open Source-Definition[13] der Quell-Code dieser E-Commerce-Lösung offen ist, kann der User, gute Kenntnisse in PHP und MySQL vorausgesetzt, auch individuelle Erweiterungen entwickeln und die Basiskonfiguration nach belieben verändern und anpassen. Durch den regen Zuspruch in den letzten Jahren haben sich mit der Zeit immer mehr Ableger entwickelt. Sie entsprechen alle größtenteils der Grundversion, bringen aber Verbesserungen im Detail wie beispielsweise bei der Benutzerführung oder Besonderheiten in der Artikelverwaltung mit sich. Der wohl bekannteste Ableger ist xt:Commerce und aktuell in der dritten Version erhältlich. „xt:Commerce nahm osCommerce als Grundlage für eine vollkommene unabhängige Weiterentwicklung.“[14] Die häufig bemängelten optische Anpassungsmöglichkeiten des Shops wurden durch die Integration des Template-Systems Smarty wesentlich verbessert. xt:Commerce enthält zudem schon in der Grundinstallation wichtige Module für den Shop-Betrieb in der Europäischen Union. Diese Module für Zahlungsarten, Versandmöglichkeiten, Währungen oder Steuersätze waren bei osCommerce vor der Inbetriebnahme erst noch in mühseliger Kleinstarbeit einzurichten.

2.3 Vor- und Nachteile von Open Source

Bei den zuvor erwähnten nicht-kommerziellen Online-Shop-Systemen handelt es sich allesamt um Open Source-Produkte. Quelloffen (Open Source) bedeutet nicht nur freien Zugang zum Quell-Code, sondern bei quelloffener Software müssen auch die Lizenzbestimmungen in Bezug auf die Weitergabe der Software folgenden verkürzten Kriterien entsprechen:[15]

- Freie Weitergabe ohne Einschränkungen

- Das Programm muss den Quell-Code beinhalten. Die Weitergabe muss sowohl für den Quell-Code als auch für die kompilierte Form zulässig sein.
- Die Lizenz muss Veränderungen und Derivate zulassen. Ein Weitervertrieb solcher Programme muss unter denselben Lizenzbestimmungen möglich sein.
- Die Lizenz darf die Möglichkeit, den Quell-Code in veränderter Form weiterzugeben nur dann einschränken, wenn sie vorsieht, dass zusammen mit dem Quell-Code so genannte weitergegeben werden dürfen. Die Lizenz muss die Weitergabe von Software, die aus verändertem Quell-Code entstanden ist, ausdrücklich erlauben.
- Die Lizenz darf niemanden benachteiligen.

- Keine Einschränkungen bezüglich des Einsatzfeldes

- Die Rechte an einem Programm müssen auf alle Personen übergehen, die diese Software erhalten.
- Die Lizenz darf nicht auf ein bestimmtes Produktpaket beschränkt sein.
- Die Lizenz darf die Weitergabe zusammen mit anderer Software nicht einschränken.

Die Open Source-Definition stammt von Bruce Perens, dem ehemaligen Projektmoderator von Debian GNU Linux und Gründer der Open Source-Initiative (OSI). Diese Initiative zertifiziert Lizenzen, sodass sie offiziell den geschützten Titel Open Source tragen dürfen. Folglich ist die Open Source-Definition keine Lizenz, sondern ein Standard, an dem Lizenzen gemessen werden. Auch die GNU General Public Licence gehört zu den von der Open Source-Initiative zertifizierten Lizenzen und gewährt jedermann folgende vier Freiheiten als Bestandteile der Lizenz:[16]

- Freiheit, das Programm für jeden Zweck auszuführen
- Freiheit, den Quell-Code zu studieren und anzupassen
- Freiheit, das Programm zu kopieren
- Freiheit, das veränderte Programm zu kopieren

Diese Freiheiten sollten auch langfristig sichergestellt werden. Zu diesem Zweck enthält die GPL zwei wesentliche Klauseln:

- Jedes Derivat muss ebenfalls vollständig unter der GPL lizenziert werden.
- Bei Weitergabe des Programms in Binärform muss der Quell-Code des gesamten Programms mitgeliefert oder auf Anfrage ausgehändigt werden.

Diese Punkte stellen zugleich die größten Vorteile der nicht-kommerziellen Software-Lösungen dar. Die Gründe, Open Source-Produkte einzusetzen sind allerdings wesentlich vielfältiger und sie lassen sich in nahezu allen Bereichen ihrer Einsatzgebiete finden. Die Wahl fällt häufig auf diese Lösungen, um Nachteile kommerzieller Angebote auszugleichen. Sie sind im Einzelnen in folgenden Bereichen zu finden:

- Lizenz, Implementierungs- und Wartungskosten
- Closed Source: Sicherheitslücken oder sicherheitsrelevante Fehlfunktionen können nicht im Quell-Code ersehen oder selber korrigiert werden.
- Kleinere Installationsbasis, daher weniger getestet als Open Source-Produkte
- Kostenpflichtiger Support

Aber auch Open Source-Produkte haben eindeutige Nachteile:

- Die Entwicklung eines Open Source-Systems kann jederzeit eingestellt werden.
- Ggf. wird ein umfangreiches Programmierwissen benötigt.
- Keine Gewährleistung
- Ggf. lange Reaktionszeiten für Support-Leistungen

Warum das quelloffene Shop-System xt:Commerce für die angestrebte E-Commerce-Lösung verwendet wurde, klärt der nächste Abschnitt dieser Arbeit anhand einer umfassenden Vorstellung des Produkts.

2.4 Das Produkt xt:Commerce

„Bei xt:Commerce handelt es sich um eine für den EU-Binnenhandel ausgelegte E-Commerce-Software, basierend auf osCommerce. xt:C wurde/wird entwickelt um dem mittelständischen Handel ein mächtiges E-Commerce-Werkzeug zu geben, um am Boom-Markt in der Online-Welt teilzunehmen.“[17] Das System ist wie sein Vorreiter unter der GNU General Public Licence erhältlich und bietet ein solch umfassendes Angebot an Features und Konfigurationsmöglichkeiten, dass es den Vergleich mit kommerziellen Produkten aus dem professionellen Bereich nicht scheuen muss. Die Entwicklung von xt:Commerce begann im Jahr 2002 durch Guido Winger und Mario Zanier. Derzeit wird die Weiterentwicklung von fünf Code-Entwicklern und enthusiastischen Community-Mitgliedern vorangetrieben.[18]

Ein kleiner Ausschnitt der Eigenschaften beider Shop-Systeme verdeutlicht den Entwicklungsprozess[19]:

OsCommerce:

- Kostenlos erhältlich
- Große Community
- Viele Erweiterungen
- Keine Templates
- Umfangreiche Anpassungen für den deutschen Online-Handel nötig

xt:Commerce:

- Kostenlos erhältlich (ab der dritten Version 98 Euro im Jahr für Support)
- Etwas kleinere Community, dafür aber sehr kompetenter Support
- Template-System (Smarty) zur einfachen Layout-Anpassung
- Bereits in der Grundinstallation ideal für den europäischen Binnenmarkt vorbereitet
- Kleinere Zahl an Erweiterungen
- SQL-Caching zur Steigerung der Performance
- Unterstützung von Kundenkreisen

Offensichtlich schneidet xt:Commerce in einigen Belangen deutlich besser ab als sein Vorgänger. Vor allem die Unterstützung von Design-Templates ist ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt. Das Layout eines osCommerce-Shops ist dagegen häufig nur direkt im Quell-Code anzupassen und für Nutzer ohne Kenntnisse in PHP nur schwer durchführbar. Die Grundinstallation von xt:Commerce ist durch die Implementierung der wichtigsten Funktionen bereits für den Online-Handel im europäischen Raum optimiert, während osCommerce durch die Installation entsprechender Zusatzmodule erst regelrecht funktionstüchtig gemacht werden muss. Dieser Vorteil kommt natürlich nur zum Tragen, wenn hauptsächlich europäische Kunden bedient werden.

Um dem Leser einen Einblick in das System zu geben, werden an dieser Stelle die wichtigsten Eigenschaften von xt:Commerce Version 3.03 dargestellt und zum Teil kurz erläutert.[20]

Technologie (v3.03) :

- Open Source (Quell-Code steht offen)
- PHP 4.1.3 (Skriptsprache)
- MySQL (als leistungsfähige Datenbank)
- Template-System Smarty (System-Code ist durch die Template-Engine vom Layout abgekapselt, Änderungen am Layout oder System-Code können ohne Aktualisierung des Anderen vorgenommen werden)
- SQL-Caching, (minimiert Datenbankabfragen und steigert die Leistung des Systems)
- SSL-Verbindung (für sensible Daten)
- Warnsystem gegen SQL Injections und Crosssite Scripting

Funktionsumfang von xt:Commerce (Allgemein/Installation):

- Installation mittels Web-Interface
- Beliebige Währungseinstellungen (mehrere Währungen parallel möglich)
- Vorinstallierte Sprachen Deutsch und Englisch (beliebig erweiterbar)
- Kategorietiefe sowie Anzahl an Kategorien und Produkte unbegrenzt
- Sortierung von Kategorien und Produkten frei wählbar
- Einstellen eines Produktes in beliebig vielen Kategorien mittels Verlinkung
- Kontrolle der Produkte auf der Startseite
- Anlegen von Notizen zu Kunden (Memos)
- Anlegen mehrerer Administratoren mit entsprechenden Rechten
- Banner-Manager mit Statistikfunktion (Banner-Tausch, Partnerprogramm)
- Backup-Funktion (für Datensicherung)
- Mehrere Steuerzonen definierbar

Funktionsumfang von xt:Commerce (Produkt- und Kategoriefunktionen):

- Unbegrenzte Anzahl von Kategorien und Produkten
- Individuelle Layouts für jede Kategorie und jedes Produkt
- Beliebig viele Optionen und Varianten
- Staffelpreise, Sonderangebote (mit Ausverkaufsfunktion)
- Artikelgewicht für dynamische Versandkostenberechnung
- Automatische Erstellung von Thumbnails durch den Shop
- Unbeschränkte Anzahl an Bildern pro Produkt (Popup-Bildergalerie)
- Verkauf von digitalen Download-Produkten (Programme, E-Books etc.)
- Umfangreiches Preissystem (Kundengruppenpreise, Staffelpreise nach Kundengruppen)
- Rechtesystem für Produkte und Kategorien (Freischaltung für einzelne Kundengruppen)
- WYSIWYG-Editor für Produkt- und Kategoriebeschreibungen etc.
- FSK18 Produkte/Kundengruppen

Funktionsumfang von xt:Commerce (Administration):

- Admin-Interface
- Import/Export-Funktionalität für Produkte im CSV-Format
- Content-Management-System integriert
- Kundenverwaltung, Bestellverwaltung, Anlegen von Kunden oder Artikeln (mittels Admin-Interface)
- Vollständig editierbare Rechnungen
- Statistikfunktionen mit Exportmöglichkeit (Umsatzstatistiken, etc.)

Export von Produktdaten für folgende Preissuchmaschinen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Integrierte Zahlungsmodule für folgende Anbieter:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schnittstellen zu Fremdsystemen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Integrierte Versandmodule:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Funktionsumfang von xt:Commerce (Templates und Layoutmanagement):

- Layout und System-Code getrennt
- Komplettes Layout über HTML-Templates editierbar (mittels HTML-Editor)
- Individuelle Templates für einzelne Produkte und Kategorien
- Templates für HTML/TXT-E-Mails (mittles HTML- bzw. Text-Editor)
- Aktives Caching (Erstellung von HTML-Files durch das Shop-System, somit Minimierung der Datenbankzugriffe)

Funktionsumfang von xt:Commerce (Marketing und Kundenfunktionen):

- Kundengruppen (B2B, B2C, Gast)
- Gastbestellung (ohne vorherige Registrierung)
- getrennte Steuereinstellungen pro Kundengruppe
- Kundenwarenkorb (mit Möglichkeit zur Bearbeitung)
- Adressbuch (mehrere Versandadressen möglich)
- Kundenprofile (Überprüfung vorheriger Bestellungen)
- Umsatzsteuer-ID-Plausibilitätsprüfung (in Echtzeit)
- Newsletter-System, (Anmeldung durch Double-Opt-in)
- Gutscheinsystem (versenden oder kaufen)
- Kuponsystem für Werbeaktionen (Rabatte oder Vergünstigungen für Kunden durch Eingabe eines Kuponcodes)
- Auswertung von Umsätzen und Bestellungen
- Editieren von Bestellungen (hinzufügen von Produkten, Änderung von Preisen)

Die hier aufgezeigten Eigenschaften von xt:Commerce beschreiben nur die grundlegenden Vorteile dieser E-Commerce-Lösung. Das System hält noch wesentlich mehr Features und Möglichkeiten bereit, die im Laufe der Installation und Inbetriebnahme angesprochen werden. So stellt sich die modulare Skalierbarkeit mittels Contributions als eine Schlüsselfunktion heraus. Diese Erweiterungsmöglichkeiten nach dem Baukastenprinzip macht es dem Nutzer möglich, den Funktionsumfang der Grundversion um wertvolle Details zu erweitern. Welche Systemvoraussetzungen xt:Commerce an die Server-Umgebung stellt und was bei der Auswahl des richtigen Hosters beachtet werden muss, klärt der folgende Abschnitt dieser Arbeit.

2.5 Systemvoraussetzungen und Auswahl des Hosters

xt:Commerce stellt gewisse technische Mindestanforderungen an die Server-Umgebung des Providers. Für den Grundbetrieb ist ein Apache-Server ab Version 1.3 mit Skriptsprache PHP in der Version 4 und einer MySQL-Datenbank ab Version 3 unabdingbar. Abhängig von der Anzahl der Produkte und dem damit verbundenen Bildmaterial sollten ca. 100 MB Webspace freigehalten werden. Um optional die Thumbnail-Features nutzen zu können, benötigt xt:Commerce eine gd-library in der Version 2 und zur dynamischen Erzeugung von PDFs muss PDFlib installiert sein. Die Verwendung von phpMyAdmin erleichtert die Arbeit mit der vom Shop benötigten Datenbank. Alle Betriebssysteme auf welchen PHP und MySQL betrieben werden können, eignen sich grundsätzlich als Plattform für xt:Commerce.

Zu Test- und Entwicklungszwecken bietet sich zunächst eine lokale Installation des Shop-Systems an. Unter Linux sind häufig bereits alle wichtigen Programme für einen lokalen Server-Betrieb installiert oder lassen sich durch wenige Schritte ergänzen. Je nach Distribution können noch Anpassungen des Apache-Servers oder der PHP-Installation erforderlich sein. Unter Windows sorgt das Software-Paket von Apache Friends[21] für einen problemlosen Offline-Betrieb. Das Paket verwendet PHP 5 und MySQL 4 und lässt sich wie ein herkömmliches Windows-Programm installieren. XAMPP dient dabei zur lokalen Installation und Konfiguration des Webservers Apache mit MySQL, SQLite, PHP, PEAR und Perl. XAMPP enthält zusätzlich andere nützliche Tools wie den FTP-Server FileZilla FTP, den E-Mailserver Mercury Mail, phpMyAdmin, Webalizer, OpenSSL und Python.[22] Ist kein lokaler Server-Betrieb geplant, spielen diese Details keine Rolle, da auf dem Webspace des zu wählenden Providers alle benötigten Programme bereits vorhanden sein sollten.

Die mit Sorgfalt vorzunehmende Auswahl des Hosting-Anbieters und dem von ihm zur Verfügung gestellten Server ist folglich eine nicht zu vernachlässigende Aufgabe. Provider halten üblicherweise oft nur die wichtigsten Informationen auf ihren Websites zum Abruf bereit. So kann sich der zukünftige Shop-Betreiber einen ersten Überblick darüber verschaffen, ob sich xt:Commerce problemlos auf dem entsprechenden Server installieren und betreiben lässt. Werden die oben genannten Grundvoraussetzungen erfüllt, sind allerdings noch weitere Aspekte zu berücksichtigen.

Um den Kunden die Möglichkeit zu bieten, sensible Daten wir Kreditkartennummern, Adressen etc. sicher zu übertragen, ist ein Server mit SSL-Verbindung nötig. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten. Oft ist ein SSL-Gatway in den Hosting-Paketen der höheren Kategorie bereits enthalten oder lässt sich kurzfristig nachrüsten. Für ein eigenes SSL-Zertifikat, das durch offizielle Zertifizierungsstellen zur Verfügung gestellt wird, fallen jährliche Kosten von 100-200 Euro an. Im Sinne eines geringen Budgets ist folglich die erste Variante zu wählen. Grundsätzlich erhöhen beide Alternativen nicht nur die Sicherheit bei der Datenübertragung, sondern stärken auch das Vertrauen der Kunden.

Auch ein Shop-Zertifikat stellt eine vertrauensbildende Maßnahme dar. Eine solche Prüfplakette für einen Online-Shop wird nur unter strengen Bedingungen und bei Erfüllung unterschiedlicher Anforderungen erteilt. Sie ist daher nicht im Hosting-Paket oder im Shop-System enthalten. Voraussetzungen für den Erhalt eines solchen Gütesiegels beziehen sich beispielsweise auf die Anbieterkennzeichnung im Impressum, AGB, Datenschutz etc. und sind auf den Websites der Anbieter definiert.

Ein weiteres Kriterium für die Auswahl des geeigneten Hosters stellt die Behandlung sogenannter suchmaschinenfreundlicher URLs durch den Server dar. Das System xt:Commerce generiert Links zu den verschiedenen Seiten eines Shops überwiegend dynamisch. Diese Methode der Link-Logistik wirkt sich nachteilig auf die angestrebte Suchmaschinenindizierung aus. xt:Commerce bietet zwar im Administrationsbereich die Möglichkeit, die Link-Generierung in einem suchmaschinenfreundlichen Modus auszuführen, doch wird dieses nützliche Feature nicht von allen Providern problemlos unterstützt. 1&1 zeigt beispielsweise nach Aktivierung der Funktion folgende Fehlermeldung: „Error! Unable to determine the page link!” Der bekannte Anbieter unterstützt diesen einfachen Weg folglich nicht. Mittlerweile sind jedoch einige beliebte Contributions erhältlich, die dieses Problem beseitigen und dynamisch erzeugte Links in eine Form umwandeln, die es den Suchmaschinen erlaubt, zugehörige Seiten in ihren Index aufzunehmen. Um komplexe Installationsvorgänge solcher Erweiterungen zu vermeiden, kann auf Linux-basierten Servern auch mit der sogenannten Rewrite-Methode gearbeitet werden. „mod_rewrite ist ein Apache-Modul für die URL Manipulation. Mit der Rewrite-Engine des Apache-Webservers ist es möglich, die angeforderte URL anhand von Regeln "umzuschreiben". Basierend auf einem Parser für Reguläre Ausdrücke kann die angeforderte URL manipuliert werden.“[23] Diese Möglichkeit bietet sich allerdings nicht auf Windows-Systemen. Da eine erfolgreiche Indizierung in Suchmaschinen einen hohen Stellenwert hat, ist dieser Aspekt bei der Auswahl des Hostinganbieters nicht zu vernachlässigen. Die dazu auf den Websites der Anbieter zur Verfügung gestellten Informationen sind häufig unzureichend und Detailfragen lassen sich erfahrungemäß besser über ein persönliches Gespräch mit dem Kundenservice des Providers klären.

Soll das zukünftige Shop-System eine Anbindung an ein Warenwirtschaftssystem erhalten, das standortunabhängig auf einen zentralen Datenbestand mittels SSL-Tunnel zugreift, ist eine weitere Datenbank nötig. Hosting-Pakete für den professionellen Einsatz beinhalten oft schon mehrere solcher Datenbanken. Ein externer Zugriff auf MySQL-Datenbanken über das Internet durch eine Verwaltungs-Software für Datenbanken ist aus Sicherheitsgründen bei den meisten Providern jedoch nicht gestattet. Sollte das der Fall sein, kann das Hosting-Paket ggf. durch ein geeignetes Angebot eines weiteren Dienstleisters ergänzt werden. Da dies keine unbekannte Problematik darstellt, kann eine MySQL-Datenbank inklusive diverser Zusatzleistungen wie eine gesicherte SSL-Verbindung oder eine VPN-Anbindung ohne zusätzliche Traffic-Kosten schon für wenig Geld oft direkt beim Anbieter des Warenwirtschaftssystems gemietet werden. Muss ein solches System hingegen nicht von mehreren Standorten auf den Datenbestand zugreifen, bietet sich eine lokale Installation der Datenbank an einem Arbeitsplatz oder im Netzwerk an. In dem Fall spielt die beschriebene Problematik der Zugriffsrechte für die Auswahl des geeigneten Providers keine Rolle.

Ein unfassender Leistungsvergleich der Hosting-Pakete ist offensichtlich sinnvoll. Meist wird mit den Vorteilen solcher Angebote deutlich geworben, die Nachteile und Einschränkungen sind häufig jedoch nur in oberflächlichen FAQ, im Kleingedruckten oder auf Nachfrage beim Provider zu entdecken. Tabelle 1 zeigt exemplarisch das Leistungsangebot der Hosting-Pakete von 1&1.

[...]


[1] vgl. Anhang A, Tabelle 3: Umsatz- und Gewinnentwicklung von Amazon in US-Dollar

[2] o.V.: Intershop. B2C - Verkauf an Endkunden.

URL: http://www2.intershop.de/de_DE/Products/MidSize/BusinessModels/B2C/ (06.11.05)

[3] o.V.: Intershop. B2C - Verkauf an Endkunden.

URL: http://www2.intershop.de/de_DE/Products/MidSize/BusinessModels/B2C/ (06.11.05)

[4] vgl. o.V.: Intershop. B2C - Verkauf an Endkunden.

URL: http://www2.intershop.de/de_DE/Products/MidSize/BusinessModels/B2C/ (06.11.05)

[5] Daeschner, T.: Einstieg in osCommerce xt:Commerce, 1. Auflage, Bonn 2005, S. 21

[6] o.V.: Intershop. On Demand Tarif.

URL: http://www2.intershop.de/de_DE/Products/MidSize/PriceModels/OnDemand/ (06.11.05)

[7] vgl. o.V.: Mondo Media. MONDO SHOP 3 Editionen.

URL: http://www.mondo-media.de/irw_list.5747303030303035.html (06.11.05)

[8] vgl. o.V.: STRATO. Webhosting.

URL: http://www.strato.de/webhosting/index.html (06.11.05)

[9] vgl. o.V.: eBay. Allgemeine Geschäftsbedingungen der deutschsprachigen eBay-Websites.

URL: http://pages.ebay.de/help/policies/listing-links-faq.html (06.11.05)

[10] Daeschner, T.: Einstieg in osCommerce xt:Commerce, 1. Auflage, Bonn 2005, S. 21

[11] vgl. o.V.: FREE SOFTWARE FOUNDATION. GNU General Public License.

URL: http://www.fsf.org/licensing/licenses/gpl.html (06.11.05)

[12] Daeschner, T.: Einstieg in osCommerce xt:Commerce, 1. Auflage, Bonn 2005, S. 21

[13] vgl. Perens B.: Open Source Initiative OSI. The Open Source Definition.

URL: http://www.opensource.org/docs/definition.html (06.11.05)

[14] Daeschner, T.: Einstieg in osCommerce xt:Commerce, 1. Auflage, Bonn 2005, S. 21

[15] vgl. Ronneburg F.: Debian GNU/Linux Anwenderhandbuch. Die Definition quelloffener Software.

URL: http://debiananwenderhandbuch.de/freiesoftware.html#osid (06.11.05)

[16] vgl. o.V.: berliOS. Open Source-Lizenzen.

URL: http://openfacts.berlios.de/index.phtml?title=Open-Source-Lizenzen (06.11.05)

[17] o.V.: xt:Commerce. Was ist xt:Commerce?

URL: http://www.xt-commerce.com/de/information/about.html (06.11.05)

[18] vgl. o.V.: xt:Commerce. Was ist xt:Commerce?

URL: http://www.xt-commerce.com/de/information/about.html (06.11.05)

[19] vgl. Daeschner, T.: Einstieg in osCommerce xt:Commerce, 1. Auflage, Bonn 2005, S. 27

[20] vgl. o.V.: xt:Commerce. Was ist xt:Commerce?

URL: http://www.xt-commerce.com/de/information/about.html (06.11.05)

[21] vgl. o.V.: Apache Friends. XAMPP.

URL: http://www.apachefriends.org/en/xampp.html (06.11.05)

[22] vgl. o.V.: Wikipedia. XAMPP.

URL: http://de.wikipedia.org/wiki/XAMPP (06.11.05)

[23] o.V.: modrewrite. Was ist mod_rewrite?

URL: http://www.modrewrite.de/ (06.11.05)

Details

Seiten
124
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783832494698
ISBN (Buch)
9783838694696
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v224600
Institution / Hochschule
Rheinische Fachhochschule Köln – Wirtschaft
Note
1,1
Schlagworte
e-commerce startup open source online-shop warenwirtschaft

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Konzeption und Realisierung einer E-Commerce-Lösung für Startup-Unternehmen