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Marketingstrategie für das MPA-Online-Studium in osteuropäischen Ländern

Mit Unterstützung durch ein Internetportal

Diplomarbeit 2005 133 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Aufbau
1.2. Zielsetzung

2. Das MPA-Studium
2.1. Definition von MPA
2.2. Notwendigkeit des MPA-Studiengangs
2.3. Studium und Beruf
2.4. Das berufliche Weiterbildungssystem in Polen
2.5. Ziele des Studiums Master of Public Administration an der Universität Kassel
2.5.1. Tätigkeitsfelder der MPA-Absolventen
2.5.2. Was bietet das Studium zum MPA in Kassel
2.5.3. Was bietet der Studiengang in Kassel im Vergleich zu anderen Universitäten
2.5.3.1. Bern
2.5.3.2. Master of European Public Administration an der FH Kehl und der FH Ludwigsburg
2.5.3.3. Harvard, Kennedy school of Government, Cambridge Mass
2.5.3.4. Monterey
2.6. Fazit

3. E-Learning mithilfe eines Internetportals
3.1. Definition von E-Learning
3.1.1. E-Learning Technologien
3.1.1.1. Web-basierte/Computer-basierte Trainingsanwendungen (WBT, CBT)
3.1.1.2. Autorensysteme
3.1.1.3. Simulationen
3.1.1.4. Videokonferenzsysteme
3.1.1.5. Learning Management Systems
3.1.1.6. Learning Content Management Systems
3.1.1.7. Content-Kataloge
3.1.1.8. Personalentwicklungswerkzeuge
3.1.2. Anwendungsszenarien für das E-Learning
3.1.2.1. Computer Based Trainings
3.1.2.2. Web Based Trainings
3.1.2.3. Blended Learning / Hybrides Lernen
3.1.3. Erfolgsfaktoren des E-Learnings
3.1.3.1. Elektronische Plattformen für die Lehre
3.1.3.2. Multimediale Lehrinhalte
3.1.3.3. Kommunikation und Betreuung
3.1.4. Probleme / Nachteile des E-Learnings
3.2. Definition Internetportal
3.2.1. WINFOLine: Beispiel für eine virtuelle Hochschule
3.2.2. Verwendung einer Lernplattform

4. Das Marketing
4.1. Die Situationsanalyse
4.1.1. Definition
4.1.2. Die Situationsanalyse als Entscheidungsphase
4.1.2.1. Definition der Untersuchungsbereiche
4.1.2.2. Der Ist-Zustand des E-Learning
4.1.2.2.1. Kassel
4.1.2.2.2. Polen
4.1.3. Die SWOT-Analyse
4.1.3.1. Definition „SWOT-Analyse“
4.1.3.2. Strengths / Stärken
4.1.3.3. Weaknesses / Schwächen
4.1.3.4. Opportunities / Chancen
4.1.3.5. Threats / Risiken
4.1.3.6. Expertenbefragung
4.1.3.7. Bewertung der SWOT-Analyse
4.1.3.8. Reflexion
4.2. Die Marketingziele
4.3. Die Marketingstrategien
4.3.1. Definition Marketingstrategie
4.3.2. Marketingstrategisches Planungskonzept
4.4. Marketingmaßnahmen / Marketing-Mix
4.4.1. Akquise von Partnern / Kunden
4.4.2. Kundenbindung
4.4.3. Evaluationsmöglichkeiten der Marketingstrategie(n)

5. Zusammenfassung und Ausblick

Anhang

A. Quellenverzeichnis
a. Literaturverzeichnis
b. Lexika
c. Zeitschriften
d. URL-Verzeichnis

B. Abbildungsverzeichnis

C. Fragebogen zur SWOT-Analyse

D. Anschreiben an mögliche Kooperationspartner
a. Deutsch
b. English

E. E-Mail: Uni Köln ILIAS Multimediafähigkeit

1. Einleitung

Der in den vergangenen Jahren vorhergesagte E-Learning Boom hat sich nicht bewahrheitet.[1] Trotz allem ist der Hochschulbereich neben dem Business-Sektor der Bildungsbereich, in dem E-Learning-Szenarien in Deutschland und international am aktivsten praktiziert, untersucht und diskutiert wird.[2]

Daneben gibt es vor allem in den USA virtuelle High Schools wie z. B. die University of Miami Online High School (UMOHS). Diese bietet professionellen Sportlern die Flexibilität, sich auch auf das College vorzubereiten. Unter den 400 eingeschriebenen Schülern befinden sich hier 65 % Athleten. Wenngleich die Diskussion über Online High Schools in den USA unterschiedlich geführt wird, so ist die UMOHS die erste Online-Schule, die als Mitglied in die „National Honor Society“ aufgenommen wurde.[3]

Dieses Beispiel zeigt, wie unterschiedlich die Möglichkeiten des E-Learnings als Chance begriffen und angenommen werden und sich auch auf die schulische Bildung auswirken.

Die zentrale Frage, die in dieser Arbeit jedoch behandelt wird ist die, welche sinnvolle Möglichkeiten es gibt, eine Marketingstrategie für den Betrieb bzw. die Zusammenarbeit mittels eines Interportals zwischen polnischen Hochschulen und dem Weiterbildungsstudiengang in Kassel umzusetzen. Die Ergebnisse, die hier gewonnen werden, sollen der Studienleitung in Kassel die Möglichkeit geben, abzuwägen, welche Maßnahmen am besten geeignet wären, bzw. ob ein Maßnahmen-Mix in Frage käme, um den gewünschten Effekt der Weitergabe von KnowHow zu entsprechen. Das Ergebnis kann nach leichten Anpassungen aber auch auf andere osteuropäische EU-Staaten transformiert werden.

Der Grund, weshalb sich in dieser Arbeit vorwiegend auf den polnischen Markt konzentriert wird, liegt zum einen an der räumlichen Nähe des Landes zur Bundesrepublik Deutschland, vor allem aber daran, dass Polen das einwohnerreichste Land der neuen Mitgliedsländer der Europäischen Union (EU) ist und die Universität Kassel bereits ausgezeichnete Kontakte nach Polen hat. Polen repräsentiert ca. 39.000.000 Einwohner der insgesamt ca. 75.000.000 Neu-EU-Einwohner, die zum 01.05.2004 zur Europäischen Union hinzugekommen sind.

1.1. Aufbau

In der vorliegenden Arbeit soll zunächst ein Überblick über das MPA-Studium gegeben werden.

Die Arbeit gliedert sich neben diesem Kapitel in vier weitere Kapitel. Im zweiten Kapitel wird zum einen der Kasseler Weiterbildungsstudiengang Master of Public Administration (MPA) kurz vorgestellt, zum anderen wird auf die Notwendigkeit der permanenten Weiterbildung eingegangen und gezeigt, wie dies in der Praxis umgesetzt wird. Im dritten Kapitel wird der Begriff des E-Learnings näher definiert und es werden die verschiedenen technischen Möglichkeiten des E-Learnings vorgestellt. Des Weiteren werden die verschiedenen Formen des E-Learnings definiert und verschiedene Anwendungsszenarien erläutert. Nachdem die Vor- und Nachteile des E-Learnings abgehandelt wurden, wird im zweiten Teil des dritten Kapitels auf die Möglichkeit des Aufbaus eines Internetportals bzw. die Funktionsweise geeigneter Lernportale geachtet. In diesem Zusammenhang werden auch die wichtigsten Bestandteile eines Internetportals (für E-Learning) diskutiert. Weiterhin wird in diesem Kapitel die Möglichkeit der Kooperation im E-Learning dargestellt, in welcher Weise sich eine Kooperation auf die Strategie eines Bildungsträgers auswirken kann. Auch hier wird zuerst theoretisch beschrieben, was eine Kooperation ist, welche Ziele mit ihr verfolgt werden können und welche Vor- und Nachteile sie mit sich bringt. Anschließend folgt wieder der Bezug zum Onlinestudiengang, inwieweit es für die Betreiber sinnvoll sein kann, auf Kooperationen einzugehen.

Im vorletzten und ausführlichsten Kapitel wird versucht, eine geeignete Marketingstrategie für den Kasseler MPA-Studiengang zu entwickeln. Im Rahmen der marketingstrategischen Elemente wird mit Hilfe einer Situationsanalyse der Ist-Zustand des Weiterbildungsstudiengangs in Kassel betrachtet. Im weiteren Verlauf wird dann der Weiterbildungsmarkt in Polen analysiert und die zukünftigen Möglichkeiten für ein E-Learning Angebot geprüft. Der Markt wird mit seinen Markteinflüssen und Rahmenbedingungen beschrieben. Über eine standardisierte Expertenbefragung werden verschiedene Aspekte des MPA-Onlinestudiengangs in Kassel bewertet und in einer SWOT-Analyse dargestellt und reflektiert.

Die einzelnen Bestandteile werden dann in einer Marketingstrategie zuerst theoretisch abgehandelt und dann in Bezug zum Praxis-Objekt "MPA-Onlinestudium" gesetzt.

Schon jetzt gehört ein Internetportal fest zum Angebot des MPA-Studiengangs in Kassel; es ist daher gleichzeitig, praktisch ungewollt das Marketinginstrument überhaupt: Nämlich Ortsunabhängigkeit! Ziel ist es daher auch, dieses Internetportal so zu überarbeiten, dass es problemlos in osteuropäischen Ländern eingesetzt werden kann, bzw. den interessierten Hochschulen ein sprachlich vielfältiges Internetportal an die Seite stellen zu können. In der vorliegenden Arbeit werden technische Grundlagen vorgestellt, die bei der Überarbeitung des Internetportals Berücksichtigung finden sollten.

Das abschließende Kapitel geht hauptsächlich auf den Begriff und die Bedeutung der Marketing-Kontrolle ein sowie die notwendigen Voraussetzungen, damit die Studienleitung eine erfolgreiche Marketingstrategie aufbauen kann. Es wird nochmals ein Resümee gezogen, welche Aktivitäten für den Onlinestudiengang in der jetzigen Situation am sinnvollsten erscheinen.

1.2. Zielsetzung

Es gilt mit dieser Arbeit herauszufinden, welche Aspekte für den Aufbau einer Marketingstrategie für den MPA-Onlinestudiengang im osteuropäischen Ausland, speziell Polen, mit der Unterstützung eines Internetportals von Bedeutung sind. Dabei gilt es, den Blick auf ausländische MPA-Studiengänge zu werfen und die technischen Grundlagen des E-Learnings zu berücksichtigen. Bei der Formulierung der Marketingstrategie werden nach einer Situationsanalyse, mit Hilfe einer Stärken-Schwächen- / Chancen-Risiken-Analyse, die Marketingziele formuliert, die dann in einer Marketingstrategie münden.

2. Das MPA-Studium

2.1. Definition von MPA

Historisch betrachtet war der Master of Public Administration (MPA) ein akademischer Grad, der Schwerpunkte in öffentlicher Politik, Projekt- und Programmumsetzung geboten hat. Traditionell hat sich der Abschluss auf die öffentliche Verwaltung auf der Orts-, Landes- und Bundesebene sowie auf den Non-Profit-Sektor konzentriert. Im Laufe der Zeit war ein Zusammenwachsen von den Abschlüssen in MPA und MPP (Master of Public Policy) festzustellen. Dies war in der Erkenntnis begründet, dass Politik-, Projekt- und Programmverwirklichung von einem Verständnis von Politikanalyse profitieren. Die Kursangebote von MPP und MPA sind sich heute ähnlich; MPA-Programme bieten ein Training in Politikanalyse und MPP-Programme bieten ein Studienangebot in Programmverwirklichung.[4]

2.2. Notwendigkeit des MPA-Studiengangs

Die Gründe für das Bestehen dieses Studiengangs ergeben sich u. a. aus den Bedürfnissen, dem Modernisierungsdruck in der öffentlichen Verwaltung, geeignete Maßnahmen zur Weiterbildung an die Hand zu geben. Folgende Prinzipien haben sich im Rahmen des Neuen Steuerungsmodells (NSM) entwickelt:[5]

1. Steuern statt Rudern
2. Resultate statt Regeln
3. Eigenverantwortlichkeit statt Hierarchie
4. Wettbewerb statt Monopol
5. Motivation statt Alimentation.

- Die Verwaltungsreform -Wandel der öffentlichen Verwaltung u. deren Veränderungen-

Durch den Wandel der öffentlichen Verwaltung hat in den vergangenen Jahren ein Umdenken im Bereich der öffentlichen Verwaltung stattgefunden und findet noch immer statt. Diese Veränderungen finden nicht freiwillig statt, vielmehr ist es eine Notwendigkeit, die sich aus Sparzwängen und Modernisierungsdruck ergibt.[6]

Die Modernisierung im kommunalen Bereich und die Einbringung von Funktionsvielfalt in der öffentlichen Dienstleistungsverwaltung kann folgendermaßen charakterisiert werden:[7]

- Verbesserung der Kundenorientierung
- stärkere Mitarbeiterorientierung
- dezentrale Ressourcenverantwortung
- Abbau von Hierarchie- und Führungsebenen
- adäquater Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik
- Einführung einer Kosten- und Leistungsrechnung
- Budgetierung/Definition von Einsparungszielen
- leistungsorientierte arbeitsrechtliche Regelungen sowie
- Einführung von Wettbewerb (öffentlich/privatwirtschaftlich, interkommunal)

Aufgrund der Vielfalt der Veränderungsprozesse ist die Weiterbildung von Mitarbeitern in der öffentlichen Verwaltung unabdingbar, da nur dadurch das notwendige KnowHow den Mitarbeitern vermittelt werden kann. Das Verständnis für die Modernisierung der deutschen Verwaltung wird z. B. im Rahmen des MPA-Studiengangs vermittelt.

„Das allgemeine Ziel dieses Studiengangs besteht darin, die Fähigkeiten der Studienteilnehmer zur effektiven und effizienten Gestaltung von Leistungsprozessen zu fördern“ [8]

Die Grundzüge der öffentlichen Verwaltung werden wie folgt dargestellt:

Allgemeiner Überblick

Kameralistisches System [9]

Kameralismus, der alle Bereiche der öffentlichen Verwaltung umfassende praktische Lehre des 17. und 18. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung des landesfürstlichen Haushalts. Der K., der als deutsche Ausprägung des Merkantilismus bezeichnet werden kann, erstrebte vor allem eine Sicherung der Staatsfinanzen durch planmäßige Förderung der Wirtschaft. Für die Kameralwissenschaften wurden 1727 in Halle (Saale) und Frankfurt (Oder) erste Lehrstühle errichtet. Bedeutende Kameralisten waren J.J. Becher, P.W.von Hornigk, V.L. von Seckendorff, J.H.G. von Justi und J. von Sonnenfels.

Die Ausbildung bzw. Beschäftigung in der öffentlichen Verwaltung ist u. a. in folgende Bereiche unterteilt:

Mittlerer Dienst

Der Mittlere Dienst ist eine Laufbahn im Beamtentum. Grundvoraussetzung für den Einstieg in den Mittleren Dienst ist die Mittlere Reife. Dem mittleren Dienst sind die Besoldungsgruppen A 6 bis A 9 zugeordnet. [10]

Gehobener Dienst

Der gehobene Dienst ist eine Laufbahn im Beamtentum. Grundvoraussetzung für den Einstieg in den gehobenen Dienst ist die Fachhochschulreife. Die Ausbildung umfasst meist ein Studium an einer Fachhochschule für öffentliche Verwaltung. Dem gehobenen Dienst sind die Besoldungsgruppen A 9 bis A 13 zugeordnet. [11]

Höherer Dienst

Der höhere Dienst ist eine Laufbahn im Beamtentum. Grundvoraussetzung für den Einstieg in den höheren Dienst ist meist ein abgeschlossenes Hochschulstudium. Die Einstiegsbesoldungsgruppe ist A 13. [12]

Beschreibung gegenwärtiger Verwaltung u. Gründe Ihrer Veränderungsprozesse:[13]

- Auswirkungen des technischen Fortschritts;
- Auswirkungen von Modernisierungsmaßnahmen, u. a. Dezentralisierung der Ressourcen- und Ergebnisverantwortung bis auf Mitarbeiterebene und Ausweitung der Handlungsspielräume;
- damit verbundene Auswirkungen auf die Führungsanforderungen;
- Auswirkungen einer zunehmenden nicht-hoheitlichen Kooperation von Verwaltungen mit anderen Organisationen;
- Auswirkungen zunehmender Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger an die Servicequalität und Kundenorientierung der Verwaltung;
- Auswirkungen der Erhebung des “aktivierenden Staates” zum Leitziel und der damit verbundenen Aufforderung an die Verwaltung zur aktiven Förderung gesellschaftlicher Eigenaktivitäten;
- Auswirkungen des Professionalisierungsdrucks, der durch die zunehmend an Verwaltungen gerichtete Forderung einer Ergebnis- und Wirkungsorientierung bei der Durchführung komplexer Programme entsteht;
- Auswirkungen der “Ökonomisierung” der Verwaltung, die neben den traditionellen juristischen Wissensanforderungen zusätzliche Wissensanforderungen mit sich bringt;
- zunehmende Konkurrenz der Verwaltungen untereinander (Kommunen!);
- die Entstehung einer “multikulturellen Gesellschaft”, welche z. B. Sprachprobleme im alltäglichen Dienstverkehr zu einer verbreiteten Erfahrung werden lässt;
- Auswirkungen von Stellenkürzungen, wodurch Anforderungen an das verbleibende Personal steigen.

Ziele der Veränderungsprozesse: [14]

- Mehr Leistung,
- weniger Kosten,
- bürgerfreundlichere Verwaltung,
- höhere Mitarbeiterzufriedenheit

2.3. Studium und Beruf

Die zunehmende Europäisierung und Globalisierung, gepaart mit einer rasanten Entwicklung der modernen Informations- und Kommunikationstechnologien und der gesellschaftliche und wirtschaftliche Übergang von der Industriegesellschaft zur Wissens- und Informationsgesellschaft schaffen eine Umbruchsituation, die die Lebens- und Arbeitswelten bereits erheblich verändert hat und noch weiter verändern wird. Will der Einzelne dieser Situation nicht ausgeliefert sein, sondern sie als Chance zur Daseinsbewältigung und Daseinsgestaltung nutzen, so muss er ihr durch lebenslanges Lernen begegnen. Die Forderung nach lebenslangem Lernen ist daher nicht nur ein gesellschaftlichwirtschaftliches Anliegen, sondern muss auch dem Einzelnen aus seiner Eigenverantwortlichkeit heraus zur Maxime werden.[15]

Die Geschwindigkeit des Reformbedarfs bzw. der Reformprozesse in der Verwaltung verursacht einen seit Jahren ansteigenden Weiterbildungsbedarf im öffentlichen Sektor. Eine große Anzahl von Fördermöglichkeiten der Bundesregierung, verschiedener Landesregierungen, der europäischen Union und vieler privater Stiftungen unterstreicht den Bedarf bzw. die Notwendigkeit nach Qualifikation neben dem Beruf.

Von folgender These wird hierbei ausgegangen:

- Ist die Prozessveränderung schneller als der Personalwechsel, entsteht ein Schulungsbedarf der derzeitigen Mitarbeiter
- Ist die Prozessveränderung langsamer als der Personalwechsel, wird das Wissen der betriebswirtschaftlichen Verwaltung automatisch in die öffentliche Verwaltung implementiert

(In diesem Beispiel wird unterstellt, dass ein „neuer“ Mitarbeiter über den aktuellen Wissensstand verfügt)

2.4. Das berufliche Weiterbildungssystem in Polen

Zunächst wird ein Überblick über das polnische Bildungssystem gegeben, um in einem weiteren Schritt auf die Erwachsenenbildung einzugehen.

Das Bildungssystem in Polen umfasst die allgemein bildenden Schulen, die Fach- und Berufsschulen, die Hochschulen und den Bereich der beruflichen Weiterbildung.

Nach der Reform der Staatsverwaltung (seit dem 1. Januar 1999) wurden die Kompetenzen des Bildungssystems in Polen aufgeteilt. Für die Umsetzung der Bildungspolitik in den Schulen und Bildungseinrichtungen ist die lokale Verwaltung (Wojewodschaften, Kreise und Gemeinden) zuständig. Die Fachaufsicht über das Schulsystem obliegt jedoch weiterhin dem Ministerium für Nationalbildung und Sport. Das Ministerium ist auch für die Hochschulbildungspolitik verantwortlich.

Das Ministerium für Forschung und Informationstechnologie befasst sich mit der Forschungspolitik, den Innovationen im Bildungswesen sowie der Bildungs- und Forschungsförderung im Bereich der Informationstechnologie.

Für die akademische Ausbildung in Polen sind die ca. 230 staatlichen und seit 1998 auch die nicht staatlichen Hochschulen zuständig.[16]

Anerkannte akademische Abschlüsse sind je nach Fachrichtung und Berufsziel Magister, Diplom, Lizenziat, Ingenieur, Promotion und seit kurzem auch Bakkalaureus / Bachelor sowie Master.

Der Bereich der institutionalisierten Erwachsenenbildung (oswata dorostych) lässt sich in Polen nicht ganz eindeutig abgrenzen. Als Oberbegriff wird er nach Anweiler[17] meistens für folgende Einrichtungen und Formen des Lernens gebraucht:

1. die nachholende Allgemeinbildung und berufliche Ausbildung in den entsprechenden Schulen für bereits Berufstätige (szkolnictwo dla pracujacych);
2. die außerschulische allgemeine Erwachsenenbildung (pozaszkolna ogólnoksztatcaca oswiata dorostych);
3. die berufliche Weiterbildung bzw. Fortbildung (dokszatcanie i doskonalenie zawodowe).

Die Schulen für Berufstätige bzw. die als solche bezeichneten Abteilungen an den normalen Jugendschulen entstanden im Nachkriegspolen nach Anweiler vor allem aus der Notwendigkeit, das allgemeine und fachliche Ausbildungsniveau breiter Bevölkerungsteile mit niedriger Schulbildung zu erhöhen. Zum andern zeigt sich darin aber auch die Bedeutung, die man den formalen Bildungsabschlüssen beigemessen habe. Es handelt sich um Abend- und Fernunterricht im Rahmen der bestehenden Schulformen des allgemeinen und beruflichen Schulwesens mit denselben Abschlüssen wie die Vollzeitschulen. Die hohen Teilnehmerzahlen gehen nach Anweiler allerdings seit den achtziger Jahren zurück, was einmal auf eine gewisse Sättigung des Bedarfs, zum andern aber auch auf Mängel in der Unterrichtsorganisation und Didaktik der Erwachsenenbildung zurückgeführt werden könne.

Der dritte Bereich ist nach Anweiler die berufliche Weiterbildung oder Fortbildung im engeren Sinne. Es handelt sich hier um stationäre Kurse kürzerer oder längerer Dauer, Seminare, Fernlehrgänge u. ä. Sie werden in erster Linie von den Betrieben und Firmen selbst, den landwirtschaftlichen Genossenschaften, den Branchenministerien, Gewerkschaften usw. organisiert. 1988 haben nach Anweiler knapp 60 % aller an einer Erwachsenenqualifizierung beteiligten Personen an innerbetrieblichen Veranstaltungen teilgenommen.

Der politische Umbruch von 1989 hat sich nach Anweiler auf den Bereich der Erwachsenenbildung und beruflichen Weiterbildung, mit Ausnahme des Schulwesens für Berufstätige, besonders stark ausgewirkt.

Das Hochschulwesen in Polen umfasst die klassischen Universitäten und eine weit größere Zahl fachlich spezialisierter Hochschulen. Rechtlich bestehen zwischen beiden Typen keine Unterschiede, es sei denn, es handelt sich um Neubegründungen oder kleine Hochschulen, die noch kein Promotions- oder Habilitationsrecht besitzen. Anweiler erklärt, dass im öffentlichen Ansehen die Universitäten neben einigen renommierten Technischen Hochschulen nach wie vor an der Spitze stehen. Eine Sonderstellung nimmt nach Anweiler die Katholische Universität in Lublin ein, die auch im kommunistischen Polen staatlich anerkannt war. Insgesamt gab es im Studienjahr 1993 / 94 elf Universitäten, 30 Technische Hochschulen, neun Landwirtschaftliche Akademien, 26 Wirtschaftsfachhochschulden, 13 Pädagogische Hochschulen, elf Medizinische Akademien, drei Seefahrthochschulen, sechs Sporthochschulden, 19 Kunsthochschulen, acht Theologische Akademien und vier sonstige.[18]

2.5. Ziele des Studiums Master of Public Administration an der Universität Kassel

Die Leitung des MPA-Studiengangs an der Universität Kassel hat sich das strategische Ziel gesetzt, unter dem Begriff "MPA-Onlinestudium in osteuropäischen Ländern" eine moderne, weborientierte IT-Lernplattform aufzubauen. Diese sollte als Basis für den Aufbau eines zukunftsgerichteten Internetportals dienen, die Standorte eines internationalen Studiengangs vernetzen sowie eine Plattform für die Einführung von E-Learning-Modulen bilden.

Das allgemeine Ziel des Studiengangs Master of Public Administration wird weiterhin darin gesehen, die Fähigkeiten der Studienteilnehmer zur effektiven und effizienten Gestaltung von Leistungsprozessen zu fördern. Betriebswirtschaftliche Qualifikationen, aber auch Qualifikationen zur Nutzung moderner Informationstechnologie sowie Qualifikationen zur Förderung der Innovationsfähigkeit und Qualitätsorientierung auf allen Ebenen werden als erforderlich erachtet.

Als wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Übertragung der erworbenen Kenntnisse in die Praxis wird von den Studierenden ein Überblick über den aktuellen Stand des Wissens auf dem Gebiet des Öffentlichen Managements (Public Management bzw. New Public Management) und die Entwicklung von Beurteilungskriterien für neue Verfahren und Produkte der Verwaltung erwartet.

Als wesentliche Ziele des Studiengangs Öffentliches Management werden angegeben:[19]

- der Erwerb gründlicher Fachkenntnisse im Öffentlichen Management
- die Vermittlung von Fähigkeiten, verwaltungswissenschaftliche Probleme zu erfassen, zu erläutern sowie unter Berücksichtigung einschlägiger wissenschaftlicher Theorien und Methoden diese selbständig in einem vorgegebenen Zeitraum bearbeiten zu können.

2.5.1. Tätigkeitsfelder der MPA-Absolventen

Wirkungsfelder für die erfolgreichen Absolventen des postgradualen Studiengangs "Öffentliches Management" sind insbesondere die Planung, Durchführung und Auswertung von Reformprozessen, z. B. als Projektleiter oder Teamleiter. Hinzu kommt ein steigender Beratungs- und Unterstützungsbedarf der Fachdienststellen im Rahmen der Verwaltungsreform, der von "internen Consultants" effektiver und kostengünstiger als von externen "Unternehmensberatern" wahrgenommen werden kann. Im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit ist neben der Mitarbeit in internationalen Organisationen insbesondere an die künftige "Verwaltungshilfe" in den neuen Mitgliedstaaten der EU nach der "Ost-Erweiterung" bzw. folgenden „Erweiterungs-Runden“ zu denken.[20]

2.5.2. Was bietet das Studium zum MPA in Kassel

Im Folgenden möchte ich den Aufbau des MPA-Studiums an der Universität in Kassel darlegen.[21]

Das gesamte Masterstudium umfasst vier Semester. Das Studium kann sowohl mit dem Sommersemester als auch mit dem Wintersemester begonnen werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2-5-2-1: Aufbau des Studiums und zeitliche Beanspruchung [22]

In den ersten drei Semestern werden je 4 vierwöchige Kurse in verschiedenen Modulen angeboten. Im vierten Semester wird ein vierwöchiger Kurs im Modul "Internationale Verwaltungsentwicklung" angeboten. Außerdem wird in diesem Semester die Masterarbeit angefertigt. Jeder Kurs beinhaltet vier Studienhefte von je ca. 30-40 Seiten sowie Sitzungen an vier aufeinander folgenden Freitagen (nachmittags).

Die Sitzungen werden in Online-Konferenzen über das Internet durchgeführt. Ebenfalls die Klausur am Ende eines vierwöchigen Kursus wird in Form eines Multiple-Choice-Testes online durchgeführt.[23]

Ergänzend findet am Anfang, in der Mitte eines jeden Semesters und in den ersten drei Semestern zusätzlich am Ende ein ganztägiger Workshop statt. Hier lernen sich die Studiengruppen kennen und haben unter der Leitung von Kursleitern ausgiebig Gelegenheit zur Vertiefung des Lernstoffes und zu weiteren Übungen (z.B. Fallstudien).

Die Prüfungen finden studienbegleitend statt. D.h. je Kurs gibt es einen schriftlichen Online-Test, weiter ist zu jedem Kurs eine Kurz-Hausarbeit anzufertigen, alternativ zu jeweils einem Kurs pro Semester eine 4-wöchige Hausarbeit. Nach erfolgreicher Absolvierung aller Teilleistungen der ersten drei Semester wird das Management-Zertifikat vergeben. Nach erfolgreicher Absolvierung der Teilleistungen des vierten Semesters sowie einem mündlichen Kolloquium wird der akademische Grad Master of Public Administration von der Universität Kassel verliehen.[24]

Die Besonderheit dieses Studiengangs ist, dass das Studium berufsbegleitend absolviert werden kann. Für den Studierenden sieht das praktisch wie folgt aus:

In den ersten drei Semestern ist jede Woche ein Studienheft von 30-40 Seiten gründlich durchzuarbeiten. Die Beteiligung an den Online-Konferenzen (wöchentlich 2 Stunden) ist obligatorisch. Hinzu kommt alle vier Wochen die Anfertigung einer Online-Klausur und einer Kurz-Hausarbeit. In jedem Semester ist eine größere Hausarbeit (ca. 10-15 Seiten) zu fertigen. Diese Arbeiten können zu Hause erledigt werden, setzen allerdings einen PC mit Internet- Anschluss und Soundkarte voraus. In jedem der drei Semester ist außerdem die Teilnahme an zwei bis drei ganztägigen Workshops in Kassel (bzw. Bad Hersfeld oder Gelsenkirchen) obligatorisch (jeweils am Samstag im Abstand von ca. 2-3 Monaten).

Im vierten Semester wird ein vierwöchiger Online-Kurs mit den dazugehörigen Studienheften angeboten. Es bleibt genügend Zeit für die Anfertigung der Masterarbeit im Umfang von 60 bis 80 Seiten. Das Thema der Arbeit wird mit einem Betreuer abgestimmt und nimmt oft auf das eigene berufliche Feld Bezug. Zusätzlich gibt es noch einen ganztägigen Startworkshop.[25]

Als wichtige Vorteile des MPA-Studiengangs an der Universität Kassel werden erachtet:

- es kann berufsbegleitend direkt an der Universität studiert werden
- die Studierenden erhalten ca. 50 - 60 Studienhefte (Original)
- die Studierenden nehmen an ca. 50 Online-Konferenzen teil
- die schriftliche Prüfung setzt sich aus Online-Klausuren, Kurz-Hausarbeiten und mindestens einer längeren Hausarbeit zusammen
- die Kursleiter kommen von der Universität Kassel und von Partnerinstitutionen
- es dauert nur 4 Semester bis zum MPA
- die Registrierung bzw. Immatrikulation (im 4. Semester) beinhaltet ein Entgelt von 1500 EUR (Regelleistung je Semester, all inclusive)
- der Studiengang ist international akkreditiert
- eine Promotion ist möglich.[26]

Das Kasseler MPA-Studium lässt sich in die folgenden sieben problemorientierten Module unterteilen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2-5-2-2: Inhalte des MPA-Studiums in Kassel[27]

Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die Entgelte, die für den MPA-Studiengang zu entrichten sind:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2-5-2-3: Entgelte des MPA-Studiengangs in Kassel [28]

2.5.3. Was bietet der Studiengang in Kassel im Vergleich zu anderen Universitäten

Im Folgenden werden weitere MPA-Studiengänge in der Schweiz, in Deutschland und in den USA vorgestellt, um die Besonderheiten des MPA-Studiengangs in Kassel abgrenzen zu können.

Diese werden zur besseren Vergleichbarkeit unter folgenden Kategorien betrachtet:

- Zielgruppe des Studien-/ Weiterbildungsprogramms sollen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes sein.
- Es soll sich um eine Weiterbildungsmaßnahme oder einen postgradualen Studiengang handeln.
- Die Studieninhalte sollen im Themenbereich Öffentliches Management / Public Management einzuordnen sein
- Bei dem Veranstalter soll es ich um eine Hochschule bzw. FH handeln[29]

2.5.3.1. Bern

Das Studium zum Master of Public Administration ist wie in Kassel auch als berufsbegleitendes Studium angelegt. Es finden zwei bis drei Tagesblöcke in Bern und vier Wochenblöcke in einem Tagungszentrum als Präsenzveranstaltungen statt. Auch hier werden vier Semester für den Abschluss Master of Public Administration (MPA) als Studienzeit vorgegeben. Die Studierenden sollen folgenden Nutzen aus dem Studium für ihre Laufbahn ziehen können:

- Vertiefung und Erweiterung des künftig relevanten interdisziplinären Wissens für Führungspositionen im öffentlichen Dienst.
- Erhöhte analytische Kompetenz und Problemlösungsfähigkeit bezüglich der zunehmend komplexeren Entscheidungssituationen in Führungssituationen.
- Verbesserte Selbst- und Sozialkompetenz zu Wahrnehmung anforderungsreicher Gesprächs- und Verhandlungssituationen
- Stärkung des berufsspezifischen und berufsübergreifenden Beziehungsnetzes
- Steigerung der individuellen Arbeitsmarktfähigkeiten.
Das Studium ist auf solche Personen zugeschnitten, die sich gezielt auf neue und anspruchsvollere Führungsaufgaben vorbereiten wollen. Dabei sollen die Studierenden über eigene mehrjährige Praxisverantwortung in leitenden Positionen verfügen.

Der Preis für das berufsbegleitende Studium beträgt: 45.000,- CHF inkl. Unterkunft und Verpflegung.[30]

Um ein Onlinestudium handelt es sich hierbei allerdings nicht.[31]

2.5.3.2. Master of European Public Administration an der FH Kehl und der FH Ludwigsburg

Aufbaustudiengang „Europäisches Verwaltungsmanagement- EU“ der FH Ludwigsburg und FH Kehl bereitet in nur drei Semestern den Abschluss MPA vor.

Ziel des Studiengangs ist es im Rahmen der fortschreitenden europäischen Integration ein vertieftes Verständnis der Verwaltungs-, Rechts- und Sozialstrukturen einschließlich ihrer Verfahren, der Politik, Wirtschaft und Kultur der Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie der europäischen Institutionen zu vermitteln.

Der Studiengang bereitet auf die Wahrnehmung gehobener Stabs- und Querschnittsfunktionen in großen Verwaltungen vor. Die Studierenden sollen dazu befähigt werden, auf den verschiedenen administrativen Ebenen des öffentlichen Dienstes im europäischen wie im nationalen Bereich den Anforderungen der europäischen Integration in kommunikativer, ökonomischer und organisatorischer Hinsicht gerecht zu werden.

Während des 3-semestrigen, kooperativen Studiengangs sind die Studierenden an beiden Fachhochschulen Ludwigsburg und Kehl immatrikuliert.

Das erste Semester wird in Ludwigsburg, das zweite Semester in Kehl angeboten, den Studienort des dritten Semesters wählen die Studierenden nach dem Betreuer oder der Betreuerin ihrer Masterarbeit.

Während des dritten Semesters ist ein 2 bis 3-monatiges Praktikum im (nichtdeutschsprachigen) EU-Ausland vorgesehen.

Mögliche Tätigkeitsfelder der Absolventen sind auf folgenden Ebenen möglich:

Europäische Ebene

Europäische Institutionen (Europäische Kommission, Europäisches Parlament, Europäischer Rat, Ausschuss der Regionen, Wirtschafts- und Sozialausschuss)

Nationale Ebene (BRD: Bund) z.B. Bundesministerien, Nationale Vertretung der Europäischen Kommission

Regionale Ebene (BRD: Bundesländer)

Europagrundsätze der Bundesländer

Lokale Ebene

A uch Kommunalpolitik und Europapolitik sind unmittelbar miteinander verwoben. Über 60 % aller kommunalrelevanten Gesetze und Verordnungen kommen von der EU. So findet kommunale Europaarbeit u.a, in Berlin, Bremen, Düsseldorf und Europapolitik der Kommunalverbände durch z.B. den Deutschen Städte- und Gemeindebund, den Deutschen Landkreistag oder in Verbänden kommunaler Unternehmen statt.

Verbände:

z.B. Deutscher Anwaltsverein Brüssel

Nichtregierungsorganisationen (NGOs)

z.B. im Bereich Umwelt („European Unit“ von Greenpeace)[32]

Jedoch handelt es sich hier um keinen berufsbegleitenden Studiengang.

2.5.3.3. Harvard, Kennedy school of Government, Cambridge Mass.

Das Studium zum Master of Public Administration an der Kennedy School of Government findet als zweijähriges Vollzeitstudium statt.[33]

Das MPA-Programm an der John-F.-Kennedy-School besteht aus 16 Kursen. Davon können einige Kurse und Vorlesungen an anderen Harvard-Einrichtungen sowie Hochschulen im Raum Boston gewählt werden. Das sind zum Beispiel die Harvard Law School, Harvard Business School oder Faculty of Arts and Sciences und die Fletcher School for Law and Diplomacy oder das MIT (Massachusetts Institute of Technology.

Das MPA-Programm ist weitgehend flexibel zu gestalten. Die Studierenden müssen credits in folgenden Studienschwerpunkten erwerben: Quantitative Methoden, Öffentliches und Nicht-öffentliches Management und „Politics/ Leadership/ Ethics/Press“. Zwei weitere credits müssen in einem der politischen Themen erarbeitet werden. Hier können die Studierenden zwischen Business and Government Policy, Environment and Natural Resources, Health Care Policy, International Security and Political Economy oder International Trade and Finance wählen. Es werden so genannte „research seminars“, Präsentationen, so genannte “brown bag lunches”, also kleinere informelle Seminare und offene Diskussionsforen angeboten.

Ziel dieses Studiengangs ist es, die Strategische Führungsebene, das Management mit „policy analysis skills“ auszustatten.

Zwischen den beiden Studienjahren wird ein Praktikum erwartet. Die individuelle Betreuung der Studierenden erfolgt durch einen Programmdirektor.[34]

2.5.3.4. Monterey

Das Studium zum Master of Public Administration an dem Monterey Institute of International Studies (MIIS) findet ebenfalls als zweijähriges Vollzeitstudium statt. Sprache und Kommunikation stehen beim MIIS im Mittelpunkt. In allen angebotenen Studiengängen müssen die Studierenden neben ihrer Muttersprache mindestens eine Fremdsprache beherrschen. Auch 50% der Lehrkräfte kommen aus dem Ausland. Alle Lehrkräfte verfügen über Auslandserfahrung. Die Studiengänge sind interdisziplinär angelegt. Neben dem international renommierten Forschungszentrum für Nonproliferationsstudien gibt es am Monterey Institute weitere Forschungszentren, die sich vor allem mit internationaler Politik und Globalisierung befassen und Wissenschaftler, Journalisten und Diplomaten aus der ganzen Welt anziehen. Diese internationalen Themen spielen im Unterricht eine Hauptrolle. Es wird interdisziplinäres Arbeiten in verschiedenen verwandten Gebieten mit dem Studium einer Fremdsprache und Kultur verbunden. Folgende Studienschwerpunkte werden angeboten: „Policy Analysis and Research Design, International Economies, International Politics, Advances Second Language.“ Weiterhin sind Kurse aus diesen Themen zu wählen: „Public Organization Theory“ oder „Introduction to Nonprofit Management“ und „Government and Nonprofit Accounting“ oder „Public Budgeting“ und „Data Analysis“ und „Program Evaluation“ oder „Project Cycle“ und „Capstone“- Seminar. Ziel dieses Studium ist es, die Studierenden auf ihren Einsatz in internationalen Unternehmen vorzubereiten.

Es wird in kleinen Seminargruppen mit praktischer Sprachanwendung gearbeitet. Bemerkenswert ist das Verhältnis von Lehrkräften und Studierenden. Dieses beträgt 1:10. Insofern findet eine sehr individuelle Betreuung der Studierenden statt und es wird ein nach den akademischen und beruflichen Zielen der Studierenden gestalteter Studienplan erarbeitet.

Die Professoren und Dozenten stellen in den letzten Monaten vor dem Studienabschluss für viele Studierende auch die Verbindung zur Arbeitswelt her.[35]

2.6. Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der akkreditierte Studiengang in Kassel im Vergleich zu den anderen Studiengängen durch das Angebot, das Studium berufsbegleitend und über Onlineseminare zu absolvieren kein Pendant hat. Bestechend sind an den anderen Universitäten gerade in den USA die internationale Ausrichtung und die Konzentration auf die sprachliche Vielfalt, die für den Einsatz in internationalen Unternehmen vorbereitet. Wichtig an dem Studium an den Fachhochschulen Kehl und Ludwigsburg ist die europäische Ausrichtung und Grundlegung. Positiv für den Erfolg des Studienverlaufs scheint mir auch die sehr individuelle Betreuung durch die Hochschule mit der Entwicklung eines auf die Bedürfnisse des Studierenden zugeschnittenen Studienplans zu sein. Gerade die optimale Verknüpfung von individuellen Wünschen, orientiert an der Bedarfslage in der öffentlichen Verwaltung z.B. in Osteuropa mit den Erkenntnissen der Verwaltungsforschung und -praxis wird sich als ein wichtiger Punkt in meinem Strategiekonzept erweisen.

3. E-Learning mithilfe eines Internetportals

Einleitend soll eine kurze Verständigung über das den folgenden Abschnitten zugrunde liegende Verständnis von E-Learning, über die E-Learning-Szenarien, die sich an deutschen Hochschulen ausdifferenziert und, wenngleich zumeist erst sehr selektiv, etabliert haben, sowie über die zentralen Tools für die multimediale, interaktive Lehre erfolgen. Gleichwohl kann das einführende Kapitel nur wenige ausgewählte Aspekte behandeln. Für eine vertiefende Diskussion der Einleitungsfragen von multimedialer Lehre mit interaktiven Elementen muss auf die ausgiebigen Literaturhinweise im Anhang verwiesen werden.

3.1. Definition von E-Learning

E-Learning wird als ein Lernprozess verstanden, der durch Informations- und Kommunikationstechnologie unterstützt wird. E-Learning umfasst somit Informationen, Aktivitäten, Abläufe, Menschen und Techniken. Die Gewichtung kann – je nach Bedarf – verschieden sein: In akademischen oder schulischen Umgebungen wird E-Learning vor allem eingesetzt, damit die Lernenden im Rahmen ihrer Kurse bzw. Fächer Konzepte und Ideen verfügbar haben, analysieren, konstruieren, publizieren und evaluieren können. Dabei können die Inhalte und Funktionen des E-Learning in sich abgeschlossen sein oder gemeinsam mit Präsenz-Veranstaltungen eingesetzt werden. Außerdem kann das Lernen individuell, kooperativ (arbeitsteilig) oder kollaborativ (gemeinsam bearbeitend) erfolgen.[36]

Es wird darauf verwiesen, dass sich je nach E-Learning-Modell die Rollen verändern. Aktivitäten und Verantwortlichkeiten der Lerner und Lehrer/Tutoren, aber auch der technischen Plattform sind dieser Veränderung unterworfen. Mit dieser Flexibilität können die speziellen Vorteile des E-Learning – zeitliche und örtliche Unabhängigkeit, inhaltliche und methodische Aktualität, ökonomischer und schneller Einsatz für unterschiedliche Zielgruppen, Vernetzung von Personen und Organisationen, unproblematische Kommunikation – zielgerichtet angesteuert werden.[37]

E-Learning kann also keineswegs nur als eine Technologie verstanden werden. Mindestens ebenso wichtig für den Lernerfolg sind bei dieser Definition die jeweils angewandten pädagogischen Prinzipien und didaktischen Strategien. Diese sollten als erste festgelegt werden; die Technik muss sich anpassen. Wenn die Prioritäten anders gesetzt werden, wird E-Learning sehr oft auf das Verteilen und Manipulieren von Informationen reduziert, ohne dass eigentlich von einem systematischen Lernprozess zu sprechen ist.[38]

Kleimann / Wannemacher[39] schreiben in einem Bericht für das Bundesministerium für Bildung und Forschung über das E-Learning, dass gegenüber analogen Lernformen dem E-Learning oft ein didaktischer Mehrwert zugeschrieben werde, für den aus Lernersicht die folgenden Faktoren verantwortlich seien:

- die flexible Organisation des Lernprozesses hinsichtlich Ort, Zeit, Dauer, Weg und Inhalt des Lernens,
- die Steigerung der Lernmotivation durch neue Lernszenarien und eine intensive tutorielle Betreuung,
- wirklichkeitsnahe Übungsumgebungen,
- die mehrkanalige Aufbereitung komplexer Lerngegenstände (Simulationen, Visualisierungen, Animationen),
- die Bereitstellung umfangreicher ergänzender Wissensressourcen und
- die Möglichkeiten des teamorientierten Lernens.

Diese Mehrwerte würden nach Kleimann und Wannemacher[40] strukturelle Nachteile von vollständig digitalen Formen von E-Learning, die vor allem in der fehlenden Präsenz von Lehrenden und Mitlernern und der Außerkraftsetzung intersubjektiv eingespielter Kognitions- und Kommunikationsroutinen bestehen, partiell aufwiegen. Erfolgreiche E-Learning Szenarien berücksichtigen elementare didaktische Notwendigkeiten wie authentische Lernkontexte, das Lernen in multiplen Kontexten und sozialen Zusammenhängen sowie die instruktionelle bzw. tutorielle Unterstützung.

Jüngere Entwicklungen bei den technischen Zugangsformen führen nach Kleimann und Wannemacher[41] zu digitalen Netzen und zu einer Substitution des klassischen Personal Computers durch mobile Endgeräte (nomadic E-Learning, M-Learning) oder zur so genannten Augmented Reality („Erweiterte Realität“), bei der es sich um eine Technologie handelt, mit der Computerinformationen in einer halb-transparenten Datenbrille (HMD) drei-dimensional in das Sichtfeld der Benutzer eingeblendet werden, so dass der Eindruck entsteht, dass diese virtuellen Objekte innerhalb der realen Umwelt existieren. Wenn ein Benutzer sich in seiner Umwelt bewegt, werden die virtuellen Objekte an „ihrem Ort“ bleiben; man kann sie von allen Seiten ansehen und wie reale Objekte manipulieren. Diese neuen Technologien hätten nach Kleimann und Wannemacher gegenwärtig noch keine Anwendungsreife jenseits erster Prototypen erzielt, könnten jedoch in Zukunft zunehmend eine Rolle beispielsweise in Form virtueller Labore oder virtueller Rundgänge spielen (aufgrund von Mehrwertfaktoren wie gemeinsamer Inszenierung und Erfahrungsbetonung, intuitiver Interfacegestaltung und der haptischen Dimension).

3.1.1. E-Learning Technologien

3.1.1.1. Web-basierte/Computer-basierte Trainingsanwendungen (WBT, CBT)

Der Ausdruck Computer Based Training (CBT)[42] bezeichnet Lernprogramme, die vom Lernenden zeitlich und räumlich flexibel genutzt werden können und bei dem die Lernenden nicht in direktem Kontakt mit dem Lehrenden und anderen Lernenden stehen. Diese Programme werden multimedialen Lerninhalt umfassen und meist auf CD vertrieben werden. Beim CBT handelt es sich um eine in erster Linie nichttutorielle Form des E-Learnings, bei dem das Selbststudium im Vordergrund steht und die Kommunikation, wenn überhaupt, auf asynchrone Weise erfolgt. CBT existiert bereits seit den 80er-Jahren.[43]

Den grundlegenden Baustein netzbasierter Lernangebote legt nach das so genannte WBT (Web Based Training) – eine Weiterentwicklung des CBT. Hierbei werden Lerneinheiten nicht auf einem Datenträger verbreitet, sondern von einem Webserver online mittels des Internets oder eines Intranets abgerufen. Die Einbettung ins Netz bietet vielfältige weiterführende Möglichkeiten der Kommunikation und Interaktion des Lernenden mit dem Dozenten/Tutor bzw. seinen Mitlernern. So können Mail, News, Chats und Diskussionsforen mit dem WBT verknüpft und Audio- und Videosignale „live gestreamt“ werden. Weiterhin ermöglicht es, Änderungen am Lerninhalt "on the fly" durchzuführen.[44]

3.1.1.2. Autorensysteme

Autorensysteme sind Entwicklungswerkzeuge für die Erstellung von digitalen Lernangeboten. Ihr Zweck besteht darin, Inhalte für ein Lernangebot zu erstellen und aufzubereiten. Sie bieten z.B. Dozierenden die Möglichkeit, Inhaltsunterlagen für das Netz zu entwickeln, ohne dass diese ein größeres Wissen über HTML und Internet zu besitzen müssen. Grob werden sich Autorensysteme in Web-Editoren, Werkzeuge zur Entwicklung von Animationen und Editoren, die Lernprogramme nach Art der CBT-Programme erzeugen können, unterteilen lassen. Alle diese Systeme bieten eine dem Bediener mehr oder weniger offen liegende Programmier- bzw. Scriptsprache an, um das "Drehbuch" (den Ablauf innerhalb der Lerneinheit) definieren zu können. Autorensysteme ermöglichen es dem Ersteller von Online-Kursen, verschiedene Medien in eine Lerneinheit zu integrieren, um professionellen, dynamischen und interaktiven Lerninhalt zu erstellen.[45]

Der größte Teil der verfügbaren Autorensysteme ist darauf ausgelegt, Kurse für Desktopcomputer und Laptops herzustellen, einige Programme ermöglichen es aber auch, Lernprogramme speziell für andere Systeme – beispielsweise PDAs (Personal Digital Assistent) oder Handys – aufzubereiten. Es werden verschiedene Medien- und Dateitypen wie Text, Grafik, Video und Audio unterstützt. Spezielle Autorensysteme sind auf so genannte Lernumgebungen abgestimmt und ermöglichen es ausschließlich für diese Lernsysteme Content zu erstellen. Daneben existieren Autorensysteme, die spezielle Standards (z.B. SCORM oder IMS) unterstützen. Diese Autorensysteme können Content für alle Lernumgebungen erzeugen, die diese Standards unterstützen (z.B. Blackboard, WebCT u.a.).[46]

Je einfacher ein Autorensystem zu bedienen ist, desto eingeschränkter ist man im Regelfall bei der Gestaltung der Inhalte. Systeme, die einem Ersteller große kreative Freiheiten lassen, sind oft sehr komplex und erfordern eine längere Einarbeitungszeit.

Ein Beispiel für ein umfangreiches und weit verbreitetes Autorensystem ist die Macromedia E-Learning Suite, die aus verschiedenen Programmen des Herstellers Macromedia zusammengestellt ist. Sie beinhaltet in der aktuellen Version die Programme Macromedia Authorware 7, Macromedia Flash MX Pro 2004 und Macromedia Dreamweaver MX 2004.[47]

3.1.1.3. Simulationen

Simulationen versuchen ein Abbild der Realwelt zu schaffen, um Lernenden durch freies oder gezieltes Experimentieren Wissen zu vermitteln.[48]

3.1.1.4. Videokonferenzsysteme

Videokonferenzsysteme schafften virtuelle Hörsäle, indem sie räumlich verteilte Lernende und Vortragende miteinander kommunizieren lassen.[49]

3.1.1.5. Learning Management Systems

Als LMS (Learning Management System) werden Systeme bezeichnet, die für das Online- und Präsenz-Kursangebot den kompletten „Workflow“ des Veranstaltungsmanagements von Buchungsprozessen, Lehr- und Lernprozessen bis zur Ressourcenadministration unterstützen. LMS sind somit strategische Planungs- und Managementsysteme für E-Learning im Unternehmen.[50]

Die Aufgaben eines LMS umfassen im Einzelnen[51]:

- Die Planung:
Hierzu gehören das Planen und Zusammenstellen von (Online-) Kursen/Seminaren, die Erstellung personalisierter Lehrpläne aufgrund von Einstufungstests bzw. bereits absolvierter Lehreinheiten und das Erstellen von Lernprofilen für Arbeitsgruppen oder die ganze Belegschaft.
- Die Anmeldung:
Die Online-Anmeldung erfolgt zu allen angebotenen Kursen, oft mit integrierter Schnittstelle zu einem E-Commerce-System, um bspw. Unterlagen zu bestellen.
- Die Bereitstellung von Kursunterlagen:
Die gespeicherten Inhalte werden in verschiedenen Bereitstellungsformen vorgehalten (bspw. für WBT und Präsenztraining).
- Die Zertifizierung:
Hier ist das Erfassen von Schulungsvorgängen, Kursabschlüssen und "Skill-Profilen" wichtig.
- Die Erfolgsmessung:
Hier wird das Messen der Nutzung sowie die Verwaltung der Ergebnisse betont.

In etlichen LMS sind eine Lehrer- und Raumverwaltung enthalten, die auch nachträglich Termine und Personen tauschen können und ggf. Terminkonflikte melden. Diese Funktionalitäten können recht umfangreich werden, z.B. bei integrierter Arbeitszeit-/Urlaubsverwaltung der Lehrer, Speicherung von Raumdaten (Anzahl von Plätzen, vorhandenen Ressourcen wie Beamern oder Overheadprojektoren), etc.[52]

Aus den vorhandenen Daten können später umfangreiche Reportings erstellt werden wie beispielsweise Raumbelegungsdaten, Stundenpläne oder Lernfortschritte einzelner Personen.

Im Gegensatz zu einem LCMS ist es nicht Aufgabe eines LMS, Content zu erstellen oder zu ändern.[53]

3.1.1.6. Learning Content Management Systems

Die Aufgabe eines LCMS (Learning Content Management System) ist das Erstellen, Wiederverwenden, Auffinden, Nachbearbeiten und Ausliefern von Lerninhalten (Content). Der Content wird oft in einem zentralen „Repository“ in Form von Lernobjekten vorgehalten. Objekte können aus mehreren verschiedenen Kursen referenziert werden, so dass im Falle einer Anpassung nur eine einmalige Änderung notwendig ist, um sämtliche Informationen auf den aktuellen Stand zu bringen. Das LCMS verfügt (im Gegensatz zu Autorentools) über eine Userverwaltung, die es ermöglicht, verschiedenen Personen und Personengruppen bestimmte Rechte zuzuweisen, so dass z.B. für fachspezifische Experten, Mediengestalter, Projektadministratoren jeweils unterschiedliche Zugriffsfunktionen definiert/realisiert werden können.[54]

Eine Multi-User-Funktionalität erlaubt es, konkurrierende Zugriffe zu verwalten, so dass es nicht dazu kommen könne, dass zwei Benutzer gleichzeitig (widersprüchliche) Änderungen am selben Objekt vornehmen können. Weiterhin verfügen LCMS in der Regel über eine Versionskontrolle, die es ermöglicht, vorgenommene Änderungen nachzuvollziehen.[55]

Eine der wichtigsten Aufgaben eines LCMS ist die Unterstützung von wieder verwertbaren Lernobjekten. Ziel ist es, ungewollte Wiederholungen und widersprüchliche Informationen weitgehend zu verhindern.[56]

3.1.1.7. Content-Kataloge

Content-Kataloge wie z.B. „http://www.educanext.org“ unterstützten den Austausch von Lernobjekten - von kompletten Kursen bis hin zu Rohmaterialien. Bereitsteller können Angebotsbedingungen spezifizieren. Zugriffe werden dokumentiert und gegebenenfalls abgerechnet.[57]

3.1.1.8. Personalentwicklungswerkzeuge

Personalentwicklungswerkzeuge dokumentieren besuchte Kurse und erreichte Zertifikate. Meist wird pro Mitarbeiter ein Bildungskonto geführt, das auch die erlernten Kenntnisse dokumentiert.[58]

3.1.2. Anwendungsszenarien für das E-Learning

3.1.2.1. Computer Based Trainings

Die Entwicklung im Bereich computergestützer Lehre habe nach Kleimann/ Wannemacher[59] ihren Anfang bei virtuellen Lernformen genommen, die heute nicht mehr dem E-Learning im engeren Sinn zugerechnet würden, weil sie das Kriterium netzgestützter Lehre nicht erfüllten: Unterricht mit Offline-Lehrmaterialien oder Computer Based Trainings (CBTs), sie sich vor allem der Speichermedien Diskette, CD-ROM oder DVD bedienen. Gegenüber den Verfahren der Onlinelehre weisen Unterrichtsmaterialien für den Offllinegebrauch den Vorteil auf, dass der Lerner sie unabhängig von der ihm jeweils verfügbaren Übertragungsgeschwindigkeit (Breitbandnetzwerk, ISDN oder analoges Modem) einsetzen kann. Als entscheidender Nachteil dieser frühen digitalen Lehrmaterialien erweist sich nach Kleimann/ Wannemacher[60] angesichts der netzgestützten Lehrverfahren jedoch der Umstand, dass Offlinemedien keine kommunikative Interaktion und Zusammenarbeit erlauben und eine Weiterentwicklung bzw. Aktualisierung der entsprechenden Medien ausschließlich durch eine vollständige Neuauflage möglich ist.

3.1.2.2. Web Based Trainings

Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit liegt in der Betrachtung des Bereichs der internetgestützten Lehre; also der Weiterentwicklung der Offline Lehre.

Die Internetgestützte Lehre wurde nach Kleimann/ Wannemacher[61] aus Online-Lehrformen entwickelt und wird im Allgemeinen als Web Based Trainings (WBTs) bezeichnet, da sie sich der Technik und der Funktionsweise des Internets bzw. Intranets bedienen. Die Vorzüge der verschiedenen Formen netzgestützter Lehre sind unverkennbar. In netzgestützten Lernmodulen können Inhalte dynamisch verarbeitet und ständig aktualisiert werden. Sie ermöglichen verschiedene Interaktions- und Kommunikationsformen zwischen Dozent und Lernenden. Neben der interaktiven und multimedialen Aufbereitung der Lerninhalte werden Feedbackprozesse zwischen Dozent und Lernenden zu einer stärkeren motivationalen Absicherung der Lernprozesse beitragen und reduzieren die Gefahr des Kursabbruchs. Gegenüber reinen Computer Based Trainings (CBTs) eignen sich nach Kleimann/ Wannemacher[62] WBTs darüber hinaus besser zur Vermittlung von Softskills wie Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit und Problemlösungskompetenz, da diese weichen Kompetenzen mithilfe zusätzlicher Kommunikationskanäle (E-Mail, Chat und Foren) ausgiebig geübt werden können. Gegenüber CBTs weisen WBTs allerdings die Nachteile auf, dass der Lernende auf einen Internetzugriff und je nach multimedialem Aufbereitungsgrad des Contents partiell auf sehr hohe Datendurchsatzraten angewiesen ist. Zudem werden nach Kleimann/ Wannemacher aufgrund der häufigen Zwischenschaltung kommerzieller Lernportale neue Kosten bei der Realisierung und Präsentation von Contents anfallen.[63]

3.1.2.3. Blended Learning / Hybrides Lernen

Blended Learning[64] ist eine Lehrmethode, bei der die Vorteile von Präsenzveranstaltungen und E-Learning systematisch eingesetzt werden.

Das auch B-Learning genannte Konzept verbindet die Effektivität und Flexibilität von elektronischen Lernformen mit den sozialen Aspekten des gemeinsamen Lernens.

Abgeleitet von der Whiskyproduktion, wo die Mischung, das Verschneiden, die Qualität des „Blended“ ausmachen, werden beim Blended Learning die beiden sehr unterschiedlichen Lernformen kombiniert und zu einer Einheit zusammengeführt. In guten Blended Learning Programmen gelingt es, die jeweiligen Vorteile der Lernform einzubringen und die Nachteile zu kompensieren. Aus traditionellen Lernformen wie der Präsenzveranstaltung und innovativen Lernformen wie Web Based Training wird ein Curriculum gebildet. Werden kooperative Lernformen eingebracht, wird auch von Computer-Supported Cooperative Learning gesprochen. Von beiden Lernformen werden also die Vorteile eingebracht.[65]

Blended Learning bezeichnet nach Mayr / Seufert[66] Lehr-/Lernkonzepte, die eine didaktisch sinnvolle Verknüpfung von 'traditionellem Klassenzimmerlernen' und virtuellem bzw. Online Lernen auf der Basis neuer Informations- und Kommunikationsmedien anstreben.

Der zentrale Aspekt von Blended Learning ist nach Mayr/ Seufert die Vor- bzw. Nachbereitung von Präsenzveranstaltungen. Insbesondere die Nachbereitung sichert somit einen gewissen Lerntransfer, den klassische Präsenzveranstaltungen nicht leisten können.[67]

Die Merkmale einer Präsenzveranstaltung [68]

(+ = positiv, - = negativ)

+ Teilnehmer nehmen sozialen Kontakt auf, bilden eine Gruppe

+ Dozent und Teilnehmer lernen sich persönlich kennen

+ die Kommunikation ist ganzheitlich

+ die Teilnehmer unterstützen sich beim Lernen gegenseitig

+ es können jederzeit weiterbringende Diskussionen entstehen

- alle Personen müssen zur gleichen Zeit am gleichen Ort sein

- die Teilnehmer müssen gleich schnell oder langsam lernen

- die Teilnehmer müssen das gleiche lernen

- die Teilnehmer sollten prinzipiell gleiche Zielstellungen verfolgen

Vor dem Hintergrund der Überfüllung vieler Studiengänge gelten einige der oben genannten positiven Aspekte von Präsenzveranstaltungen meines Erachtens nur noch eingeschränkt.

[...]


[1] http://www.bizred.de/index.cfm?f=385&s=format.cfss (13.01.2005)

[2] Vgl. http://www.bpb.de/methodik/I16BYF,0,0,ELearning_im_Bereich_Hochschule.html (13.01.2005)

[3] Vgl Time-Magazine, 10.01.2005, S. 44

[4] The Master of Public Administration (M.P.A.) historically has been a professional Master's degree that provides training in public policy, project and program implementation. The degree traditionally focussed on public administration at the local, state and federal level as well as in the nonprofit sector. Over time, there has been a convergence between the Master of Public Administration and the Master of Public Policy degrees, due to the realization that policy/project/program implementation could benefit from an understanding of policy analysis, and vice versa. Today, the course offerings of many M.P.A. and M.P.P. programs are similar, with M.P.A. programs providing training in policy analysis, and M.P.P. programs providing coursework in program implementation. http://www.wordiq.com/definition/M.P.A. (13.01.2005)

[5] Vgl. http://www.olev.de/n/nsm.htm (14.01.2005)

[6] Vgl. http://library.fes.de/fulltext/fo-wirtschaft/00355006.htm (14.01.2005)

[7] Ebd.

[8] http://www.wirtschaft.uni-kassel.de/MPA/HTMLSeiten/Studium.html (14.01.2005)

[9] Vgl. Meyers Großes Taschenlexikon, Bd.11, S. 105

[10] Vgl. http://doctor-net.de/index.php/Mittlerer_Dienst (14.01.2005)

[11] Vgl. http://doctor-net.de/index.php/Gehobener_Dienst (14.01.2005)

[12] Vgl. http://doctor-net.de/index.php/H%C3%B6herer_Dienst (14.01.2005)

[13] Quelle: http://www.bva.bund.de/aufgaben/win/beitraege/00141/#sprungmarke1#sprungmarke1

[14] Vgl. http://www.olev.de/n/nsm.htm (13.01.2005)

[15] Vgl. http://www.bmbf.de/pub/studie_weiterbildungsmarkt.pdf (13.01.2005, S. 5)

[16] Vgl. http://www.ewz.euv-frankfurt-o.de/DPDMZ/html_d/l_pol_bildung.html

[17] Vgl. Anweiler, et. al; Bildungssysteme in Europa, 1996, S.155

[18] Vgl. Emde, Mintken, Reese,: Evaluation des Studiengangs Öffentliches Management, 2004, Vorwort

[19] Vgl. Emde, Mintken, Reese,: Evaluation des Studiengangs Öffentliches Management, 2004, S.18

[20] http://www.ifv.de/mpa/ (25.01.2005)

[21] Vgl. http://www.wirtschaft.uni-kassel.de/MPA/HTMLSeiten/Studium.html (25.12.2004)

[22] Vgl. http://www.wirtschaft.uni-kassel.de/MPA/HTMLSeiten/Studium.html (25.12.2004)

[23] Ebd.

[24] Vgl. http://www.wirtschaft.uni-kassel.de/MPA/HTMLSeiten/Studium.html (27.12.2004)

[25] Ebd.

[26] Vgl. http://www.wirtschaft.uni-kassel.de/MPA/HTMLSeiten/Studium.html (27.12.2004)

[27] http://www.mpa.uni-kassel.de/stinhalt.html (21.01.2005)

[28] http://www.mpa.uni-kassel.de/entgelte.html (21.01.2005)

[29] Vgl. Emde, Mintken, Reese,: Evaluation des Studiengangs Öffentliches Management, 2004, S.133

[30] Vgl. http://www.kommunikation.unibe.ch/unipress/heft117/beitrag14.html (27.12.2004)

[31] Vgl. http://www.euro-mpa.de (27.12.2004)

[32] Vgl. http://www.euro-mpa.de/de/Karriere/index.htm (27.12.2004)

[33] Vgl. http://www.zeit.de/archiv/2002/12/200212_c-kennedy2.xml (24.12.2004)

[34] Vgl. http://www.studienstiftung.de/offen/mccloy.html (24.12.2004)

[35] Vgl. http://www.miis.edu/gsips-progs-mpa.html. (27.12.2004)

[36] Vgl. http://www.projekt-pin.net/themen/E-Learning/defE-Learning (27.12.2004)

[37] Ebd.

[38] Vgl. http://www.projekt-pin.net/themen/E-Learning/defE-Learning. (27.12.2004)

[39] Vgl. Kleimann, Wannemacher: E-Learning an deutschen Hochschulen, 2004, S. 3.

[40] Ebd.

[41] Vgl. Kleimann, Wannemacher: E-Learning an deutschen Hochschulen, 2004, S. 3

[42] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/E-Learning (28.12.2004)

[43] Ebd.

[44] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/E-Learning (28.12.2004)

[45] Ebd.

[46] Ebd.

[47] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/E-Learning (28.12.2004)

[48] Ebd.

[49] Ebd.

[50] Ebd.

[51] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/E-Learning (28.12.2004)

[52] Ebd.

[53] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/E-Learning (28.12.2004)

[54] Ebd.

[55] Ebd.

[56] Ebd.

[57] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/E-Learning (28.12.2004)

[58] Ebd.

[59] Vgl. Kleimann, Wannemacher: E-Learning an deutschen Hochschulen, 2004, S. 3

[60] Ebd.

[61] Vgl. Kleimann, Wannemacher: E-Learning an deutschen Hochschulen, 2004, S. 3

[62] Ebd.

[63] Ebd.

[64] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Blended_Learning (28.12.2004)

[65] Ebd.

[66] Vgl. http://www.innovationcampus.net:8080/web/glossar/ (28.12.2004)

[67] Ebd.

[68] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Blended_Learning (28.12.2004)

Details

Seiten
133
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783832489274
ISBN (Buch)
9783838689272
Dateigröße
1.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v224102
Institution / Hochschule
Universität Kassel – Wirtschaftswissenschaften
Note
2,0
Schlagworte
weiterbildung situation swot analyse

Autor

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Titel: Marketingstrategie für das MPA-Online-Studium in osteuropäischen Ländern