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Kreditkartengeschäft: Status Quo und Potenzial

Diplomarbeit 2004 66 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Begriffserläuterung
1.2. Nutzen und Funktionen
1.3. Historie der Kreditkarte

2. Arten von Kreditkarten
2.1. Charge-Cards
2.2. Credit-Cards
2.3. Debit-Cards
2.4. Co-Branding-Karten
2.5. Affinity-Karte

3. Abwicklung eines Kreditkartengeschäftes

4. Rechtsgrundlagen
4.1. Kartenherausgeber und Karteninhaber: Deckungsverhältnis
4.2. Kartenherausgeber und Vertragsunternehmen: Vollzugsverhältnis
4.3. Karteninhaber und Vertragsunternehmen: Valutaverhältnis

5. Kreditkartenorganisationen
5.1. American Express und Diners Club
5.1.1. American Express
5.1.2. Diners Club
5.2. MasterCard
5.2.1. Unternehmensaufbau
5.2.2. Produkte und Leistungen
5.2.2.1. MasterCard Standard
5.2.2.2. MasterCard Gold
5.2.2.3. MasterCard Platinum
5.2.2.4. MasterCard World Signia
5.2.3. Weitere Karten
5.2.3.1. Berlin MasterCard
5.2.3.2. MasterCard@on
5.2.3.3. KarstadtQuelle MasterCard
5.2.3.4. CorporateWorld MasterCard
5.2.4. Zielgruppen von MasterCard
5.2.5. Statistiken
5.2.5.1. Ausgegebene MasterCards
5.2.5.2. MasterCard Akzeptanzstellen
5.2.5.3. Umsatz
5.2.6. Aktuelle und Zukünftige Entwicklungen
5.2.6.1. MasterCard im Lebensmitteleinzelhandel
5.2.6.2. Wegfall der Barzahlungsklausel
5.2.6.3. PayPass
5.3. Visa
5.3.1. Unternehmensaufbau
5.3.2. Kartenelemente und Sicherheitsmerkmale bei Visa-Karten
5.3.3. Produkte und Leistungen
5.3.3.1. Visa Classic
5.3.3.2. Visa Gold
5.3.4. Weitere Karten
5.3.4.1. PAYBACK Visa
5.3.4.2. DaimlerChrysler Card
5.3.4.3. TUI Visa Card
5.3.4.4. Smart Card Visa
5.3.5. Statistiken
5.3.5.1. Ausgegebene Visa-Karten
5.3.5.2. Akzeptanzstellen
5.3.5.3. Umsatz
5.3.6. Aktuelle und zukünftige Entwicklungen
5.3.6.1. Visa-Karten im Handel
5.3.6.2. Einsatz von Visa-Karten im Internet
5.3.6.3. Neuer Sicherheitsstandard „Verified by Visa (VbV)“
5.3.6.4. Frühwarnsystem „VISOR“
5.3.6.5. Future Store

6. Ausblick und Potenziale
6.1. Einsatz von Kreditkarten im Internet
6.2. Einsatz von Kreditkarten im Handel
6.3. Einheitliche Notrufnummer für Kartensperren
6.4. Revolving Credit
6.5. EMV

7. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Abwicklung eines Kreditkartengeschäftes

Abbildung 2: Rechtsbeziehungen der Beteiligten

Tabelle 1: Kreditkartenmarkt Deutschland

Abbildung 3: Marktanteile der Kreditkartenorganisationen in Deutschland

Abbildung 4: MasterCard Logo

Abbildung 5: MasterCard Standard

Abbildung 6: MasterCard Gold

Abbildung 7: MasterCard Platinum

Abbildung 8: MasterCard World Signia

Abbildung 9: Berlin MasterCard

Abbildung 10: MasterCard@on

Abbildung 11: KarstadtQuelle MasterCard

Abbildung 12: Corporate World MasterCard Classic

Abbildung 13: Entwicklung der Anzahl von MasterCards

Abbildung 14: MasterCard Akzeptanzstellen

Abbildung 15: Umsatz mit MasterCards

Abbildung 16: Visa Logo

Abbildung 17: Kartenelemente und Sicherheitsmerkmale bei Visa-Karten

Abbildung 18: Visa Classic

Abbildung 19: Visa Gold

Abbildung 20: PAYBACK Visa

Abbildung 21: DaimlerChrysler Card

Abbildung 22: TUI Card

Abbildung 23:Smart Card Visa

Abbildung 24: Entwicklung der Anzahl von Visa-Karten

Abbildung 25: Visa Akzeptanzstellen

Abbildung 26: Umsatz mit Visa-Karten

Abbildung 27: Häufigkeit von Produktkäufen im Internet

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Der unbare Zahlungsverkehr ist aus der heutigen modernen Welt nicht mehr wegzudenken. Auch wenn Bargeld in Deutschland nach wie vor das Zahlungsmittel Nummer eins ist, so sind Kartenzahlungen auf dem Vormarsch und etablieren sich. Im Durchschnitt besitzt jeder Einzelne mittlerweile eine Plastikkarte im Portemonnaie; sei es eine Bonuskarte mit verschiedenen Vorteilen, eine Debitkarte von der Hausbank oder aber auch eine Kreditkarte.

Ziel dieser Diplomarbeit ist es, den Status Quo des Kreditkartengeschäftes in Deutschland sowie deren Tendenzen und potenzielle Wachstumsbereiche vorzustellen. Die Analyse vollzieht sich in mehreren Schritten: In Kapitel 1 erfolgt neben einer Definition und Einordnung der Kreditkarte die Beleuchtung des geschichtlichen Hintergrundes. In Kapitel 2 werden die unterschiedlichen Kreditkartenarten voneinander abgegrenzt. Das Schema für die Abwicklung eines Kreditkartengeschäftes ist aus Kapitel 3 zu entnehmen. Im anschließenden Kapitel 4 spiegeln sich die vertraglichen Rechtsbeziehungen zwischen den Akteuren wider. Kapitel 5 beschäftigt sich mit den jeweiligen Kreditkartenorganisationen, deren Unternehmensaufbau und einem Überblick der im Portfolio vorhandenen Karten. Dazu sind für MasterCard und Visa Statistiken zu den jeweils ausgegebenen Karten, Akzeptanzstellen und Umsätzen abgebildet. Für diese beiden Organisationen werden darüber hinaus aktuelle und zukünftige Entwicklungen betrachtet. Im Mittelpunkt von Kapitel 6 steht der Ausblick auf potenzielle Bereiche des Kreditkartengeschäftes und Kapitel 7 gibt ein abschließendes Fazit.

1.1. Begriffserläuterung

Kreditkarten gehören als Zahlungskarten zu den Instrumenten des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Sie bieten bei Benutzung eine Kreditgewährung durch Zahlungsaufschub oder die Möglichkeit der Ratenzahlung des Zahlungsbetrages. Die Kreditkarte kann national und international eingesetzt werden.[1] Anbieter bzw. Kartenherausgeber (auch als Emittenten bezeichnet) sind Banken und Sparkassen, aber auch bankunabhängige Finanzdienstleister. Dabei gehören die MasterCard und die Visacard, welche ausschließlich von den Kreditinstituten emittiert werden, zu den bekanntesten Kreditkarten in Deutschland. Darüber hinaus gibt es von American Express und Diners Club ebenfalls Kreditkarten, sog. Travel- und Entertainment-Karten (T&E-Karten), die sich an eine besser verdienende Klientel richten.[2]

Der Erhalt einer Kreditkarte ist i. d. R. ein unkomplizierter Vorgang. Man wendet sich an ein Kreditinstitut oder direkt an das Kreditkartenunternehmen und erhält dort einen entsprechenden Antrag. Darin werden persönliche Angaben, dazu zählen u. a. Name, Anschrift, Geburtsdatum, Beruf, Arbeitgeber sowie die Höhe des monatlichen Einkommens – da sie Voraussetzung für den Erhalt einer Kreditkarte sind (Kreditwürdigkeitsprüfung[3] ) – angegeben. Außerdem ist es notwendig, eine so genannte Schufa-Klausel zu unterschreiben, damit die angegebenen Daten an die Schufa[4] weitergegeben werden können. Anschließend wird die Kreditkarte dem neuen Karteninhaber übermittelt, sie ist bei Erhalt auf der Rückseite zu unterschreiben, der dazugehörige PIN-Code wird dem Karteninhaber separat zugestellt. Beides ist aus Sicherheitsgründen und der Sorgfaltspflicht des Karteninhabers immer getrennt voneinander aufzubewahren.[5]

1.2. Nutzen und Funktionen

Zum einen dient die Kreditkarte vorwiegend der weltweiten bargeldlosen Bezahlung (Zahlungsfunktion) von Waren und Dienstleistungen bei den Vertragsunternehmen der Kartenherausgeber. Dabei ist der Verfügungsrahmen von Kreditkarten i. d. R. höher als bei Bankkundenkarten. Beim Einsatz der Kreditkarte im Euro-Raum werden keine zusätzlichen Gebühren fällig, die Gebühren bei einem Auslandseinsatz belaufen sich ungefähr auf ein bis zwei Prozent. Wichtig ist zum anderen die Bargeldbeschaffung an Geldautomaten bzw. Kreditinstituten im In- und Ausland (Bargeldfunktion).[6] Zu beachten ist dabei, dass die Bargeldbeschaffung mittels Kreditkarte teurer ist, als mit einer Bankkundenkarte. Der Einsatz kostet üblicherweise zwischen zwei bis vier Prozent, mindestens jedoch 2,50 Euro. Täglich können je nach Kreditkartenanbieter ca. 1.000 Euro abgehoben werden. Eine Besonderheit stellen bei Kreditkarten die Zusatzleistungen dar, welche die Attraktivität der Karte erhöhen, beispielsweise durch diverse Versicherungs- und Serviceleistungen bei Reisen.[7]

Für den Karteninhaber ist die Kreditkarte vor allen Dingen eine bequeme und unkomplizierte Art der Zahlung, die oft auf Reisen eingesetzt wird. Sie ermöglicht eine Zahlungsvereinfachung und eine kurzfristige Kreditinanspruchnahme. Dem Karteninhaber vermittelt die Kreditkarte außerdem ein Prestigegefühl und wird auch als sicherer im Gegensatz zum Mitführen von Bargeld empfunden.

1.3. Historie der Kreditkarte

Zum ersten Mal hörte man im Jahre 1887 in einem Science-Fiction-Roman von Edward Bellamy von einer „Kreditkarte“ aus Pappe. Sie wurde in einer futuristischen Gesellschaft zum bargeldlosen Bezahlen verwendet. Die Benutzung war ganz einfach: Bei jedem Bezahlvorgang wurde ein Stückchen dieser Karte abgeschnitten, bis diese aufgebraucht war. Fast 40 Jahre später, nämlich 1924, haben die Western Union und die General Petroleum Corporation in den USA auserwählten Kunden dann „reale“ Karten angeboten. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde das Angebot der General Petroleum Corporation auf alle Kunden des Unternehmens ausgeweitet.[8]

Die Gründungsgeschichte des Diners Club 1949 stellt sich wie folgt dar: An einem Abend in New York hatte der Geschäftsmann Frank McNamara wichtige Kunden zu einem Geschäftsessen in sein Lieblings-Steakhouse eingeladen. Fataler Weise hatte er allerdings sein Portemonnaie nicht dabei und konnte somit auch die Rechnung nicht begleichen. In der nunmehr schlaflosen Nacht kam ihm die Idee, die zur Gründung des Diners Club führte. Bereits ein halbes Jahr später, als er dieses Lokal erneut besuchte, präsentierte er die Diners Club-Karte und zeichnete die Rechnung ab. Innerhalb weniger Monate hatte Diners Club schon 200 Mitglieder und 27 Akzeptanzstellen (ausnahmslos Restaurants). Deshalb kamen die hochgeprägten Plastikkarten anfangs vorwiegend in den USA zum Einsatz, sie sollten Geschäftsreisenden und Touristen die Möglichkeit bieten, auf Kredit in New York zu speisen. Die Ära der Travel- und Entertainment-Kreditkarten (T&E-Karten) hatte begonnen.[9]

1951 hat dann die Franklin Bank in New York die erste MasterCard in Umlauf gebracht. Ab diesem Zeitpunkt war es möglich, in diversen Restaurants und Geschäften auch außerhalb von New York bargeldlos zu bezahlen. Nach und nach entwickelte sich ein Franchise-System[10], so dass in jeder größeren amerikanischen Stadt Banken MasterCards ausgegeben haben.

Ab 1958 kamen zwei neue Wettbewerber hinzu: American Express und die Bank of America. Die American Express Company beschäftigte sich ab diesem Zeitpunkt mit dem Aufbau eines Kartensystems, welches hauptsächlich auf den amerikanischen Tourismus ausgerichtet war und gab eine sog. „Greencard“ (ebenfalls eine T&E-Karte) heraus. Der Bank of Amerika gelang es parallel mit der „Americard“ die erste Bankkreditkarte herauszugeben. Das bis zu diesem Zeitpunkt rein amerikanische Angebot von erhältlichen Kreditkarten änderte sich im Jahr 1964, als die EUROCARD von dem schwedischen Bankier Wallenberg eingeführt wurde. Sie war anfangs nur in Schweden erhältlich, nach kurzer Zeit folgte die Expansion in ganz Europa, u. a. indem 1965 in Brüssel als Dachorganisation EUROCARD International gebildet wurde. Ein Jahr später folgte die Gründung der Kreditkartengesellschaft „Interbank Card Association (ICA)“, die später in MasterCard International umbenannt wurde. Ungewöhnlich war, dass die ICA Banken als Anteilseigner vorwies.[11]

Die Bank of America gründete kurz darauf die Bankamerica Service Corporation. Diese hat ab 1966 Lizenzrechte zur Ausgabe der Americard an weitere Banken gewährt. Gemeinsam mit den Lizenznehmern bildete die Bank of America in den USA die National Bank Americard Corporation (Nabanco) sowie die Ibanco für den Rest der Welt. 1968 folgte ein großer Schritt: MasterCard International und EUROCARD International bildeten eine strategische Allianz. Damit wurde beabsichtigt, dass die Karten überall zum Einsatz kommen können. Im Jahr 1970 gründete sich die National Bank Americard Incorporated mit 243 Banken als Gründungsmitglieder. Sieben Jahre später wurden Nabanco und Ibanco umbenannt in Visa USA bzw. Visa International. Folglich wechselte dann der Name und die Visacard war geboren.[12]

2. Arten von Kreditkarten

Eine Unterscheidung erfolgt zum einen nach der Ausstattung der Kreditkarten: Es gibt von den jeweiligen Kreditkartenorganisationen Standard-, Gold- und Firmenkarten. Zum anderen wird unterschieden nach der Art des Abrechnungssystems.[13]

2.1. Charge-Cards

Der Karteninhaber verfügt über ein separates Kreditkartenkonto, auf dem die Umsätze gesammelt werden. Die Abbuchung wird – meist per Lastschrift – einmal im Monat durchgeführt. Somit erhält der Kunde für den Zeitraum zwischen dem Umsatz und der Abbuchung einen Zahlungsaufschub, der abhängig vom Tag des Karteneinsatzes und der Vertragsgestaltung durch die Bank durchaus mehrere Wochen betragen kann. Weiterhin werden die Umsätze des Kunden in einer monatlichen Abrechnung aufgeführt, die ihm zugesandt wird.[14]

2.2. Credit-Cards

Den größten Zahlungsspielraum bieten so genannte „richtige“ Kreditkarten. Genauso wie bei den Charge-Cards werden die Umsätze auf einem separaten Kreditkartenkonto mit einem eigenen Kreditrahmen erfasst und dem Karteninhaber monatlich in Rechnung gestellt. Danach entscheidet der Karteninhaber, ob er den vollen oder nur einen Teil des Betrages bezahlt und einen Kredit in Anspruch nehmen möchte. Der Vorteil des Karteninhabers besteht in dem finanziellen Spielraum, welcher ihm auch zur Verfügung steht, wenn andere Möglichkeiten einer Kreditaufnahme bereits voll ausgeschöpft sind. Durch Einzahlungen auf das Kartenkonto wird das Guthaben erhöht und auch verzinst, wobei Haben- und Sollzinssätze individuell – je nach Karte und Herausgeber – festgelegt werden.[15]

2.3. Debit-Cards

Bei Debit-Cards werden Zahlungen zeitnah vom Girokonto des Kunden abgebucht, es erfolgt keine gesonderte Abrechnung von Umsätzen. Der Karteninhaber erhält dadurch eine hohe Transparenz seines Kontostandes. In Deutschland handelt es sich bei den emittierten Kreditkarten entweder um Charge-Cards oder um Credit-Cards.[16]

2.4. Co-Branding-Karten

Es handelt sich bei einer Co-Branding-Karte um eine von einer Kartenorganisation oder einem von ihr autorisierten Kreditinstitut in Zusammenarbeit mit einem kommerziellen Unternehmen aus dem Nichtbankenbereich herausgegebene, speziell auf die Bedürfnisse der Kunden dieses Unternehmens zugeschnittene und häufig nur diesen angebotene Kreditkarte.[17]

Basierend auf einer Partnerschaft zwischen dem Kreditkartenemittenten und einem Unternehmen, Verband oder Verein wird die Kreditkarte mit der Kundenkarte kombiniert. Zusammen fungieren sie als Kartenherausgeber unter der Angabe des Markenzeichens. Die Zahlungs- und Kreditfunktionen werden vom Kartenemittenten übernommen, dem Co-Branding-Partner obliegt es, die entwickelte Karte den Kunden bzw. Mitgliedern anzubieten und mit geeigneten, auf den Adressatenkreis zugeschnittenen zusätzlichen Leistungen auszustatten. Voraussetzung für den Erhalt einer Co-Branding-Karte ist ein Girokonto und ein regelmäßiges Einkommen. Vorteilhaft für den Co-Branding-Partner ist, dass er keine Investitionen in den Aufbau eines eigenen Kreditkartensystems tätigt, sondern die weltweite Akzeptanz der bereits bekannten Kreditkarte nutzt. Außerdem erhält er eine Beteiligung an der Jahresgebühr[18] oder dem Disagio[19]. Nicht zu unterschätzen ist die damit erreichte Kundenbindung, denn beide Marken sind bei jedem Bezahlvorgang sichtbar. Die Kartenorganisation hat auf Basis der strategischen Partnerschaft mit dem Unternehmen eine Neukundengewinnung und kann den Umsatz steigern.[20]

2.5. Affinity-Karte

Ähnlich wie die Co-Branding-Karte ist die Affinity-Karte. Der Unterschied besteht darin, dass die Affinity-Karte von einem nicht gewinnorientierten (non-profit) Partner, beispielsweise ein Verein, eine Wohlfahrtsorganisation oder Hochschule, herausgegeben wird. Sie ist mit speziellen Service-, Informations- und Versicherungsleistungen ausgestattet und wird ausschließlich für die Mitglieder der „Non-Profit-Organisation“ offeriert (z. B. Golfkarte, Seglerkarte etc.). Dementsprechend ist auch die Gestaltung der Karte der Organisation überlassen.

3. Abwicklung eines Kreditkartengeschäftes

Als Akteure bei der Abwicklung von Kreditkartengeschäften fungieren der Kreditkarteninhaber, der Kartenherausgeber (Emittent) sowie die Akzeptanzstellen. Zu letzteren gehören alle Handels- und Dienstleistungsunternehmen, die dem Kreditkartensystem per Vertrag beigetreten sind und sich dementsprechend verpflichtet haben, die jeweiligen Kreditkarten als Zahlungsmittel zu akzeptieren.[21]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Abwicklung eines Kreditkartengeschäftes

Aus Abbildung 1[22] ergibt sich das Grundschema für ein solches Geschäft: Der Kreditkarteninhaber legt zur Bezahlung der Ware oder Dienstleistung seine Kreditkarte (z. B. MasterCard) beim Vertragsunternehmen (Einzelhandelsgeschäft, Hotel, Restaurant, Fluggesellschaft, Mietwagenunternehmen usw.) vor (1 und 2). Die Karte enthält die Daten des Karteninhabers, mittels derer ein Beleg von der Akzeptanzstelle erstellt wird, den der Karteninhaber unterschreibt. Das Vertragsunternehmen hat gegenüber dem Emittenten eine Forderung (3) und erhält von diesem eine Gutschrift (4). Anschließend wird die Forderung des Kreditkartenunternehmens gegenüber dem Karteninhaber durch Belastung seines Kontos per Lastschrift ausgeglichen (5 und 6).

[...]


[1] Vgl. Krumnow, Gramlich, Dewner, Lange (1999), S. 842

[2] Vgl. Krumnow u. a. (1999), S. 842

[3] Eine Kreditwürdigkeitsprüfung (Bonitätsprüfung) bezeichnet die Einstufung der Kreditwürdigkeit des Antragstellers, vor allem hinsichtlich der Fähigkeit, laufende Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.

[4] Die Schufa ist die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung.

[5] Vgl. http://www.banktip.de (2004)

[6] Vgl. Grill, Perczynski (2003), S. 136

[7] Vgl. http://www.banktip.de (2004)

[8] Vgl. EURO Kartensysteme (2002), S. 4f.

[9] Vgl. EURO Kartensysteme (2002), S. 4f.

[10] Unter Franchising versteht man den Vertrieb aufgrund von Lizenzverträgen.

[11] Vgl. EURO Kartensysteme (2002), S. 4f.

[12] Vgl. EURO Kartensysteme (2002), S. 4f.

[13] Vgl. Grill, Perczynski (2003), S. 136

[14] Vgl. Grill, Perczynski (2003), S. 137

[15] Ebenda.

[16] Vgl. Grill, Perczynski (2003), S. 137

[17] Braatz, Brinker, Friederich (1999), S. 523

[18] Die Jahresgebühr ist eine jährlich vom Karteninhaber zu zahlende Gebühr für die Nutzung einer Kreditkarte, die sämtliche Basisleistungen sowie ggf. Zusatzleistungen abdeckt.

[19] Das Disagio ist eine prozentual auf den Umsatz erhobene Gebühr, die das Vertragsunternehmen für die Abwicklung einer von ihm angenommenen Kartenzahlung zu bezahlen hat. Das Disagio wird automatisch von den Beträgen abgezogen, die dem Händler nach dem Einreichen seiner Umsätze gutgeschrieben werden.

[20] Bekannte Co-Branding-Projekte sind: PAYBACK Visa, Karstadt MasterCard, DaimlerChrysler Visa, Vodafone MasterCard, TUI Visa, ADAC Visa.

[21] Vgl. Grill, Perczynski (2003), S. 137

[22] Vgl. Eigene Darstellung. (Quelle: Grill, Perczynski, S. 137)

Details

Seiten
66
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783832489069
ISBN (Buch)
9783838689067
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v224081
Institution / Hochschule
Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie, Berlin – unbekannt
Note
1,3
Schlagworte
kreditkarte mastercard visa zahlungsverkehr

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