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Kontrastiver Vergleich des italienischen und des deutschen Wortschatzes im Bereich des Geruchs am Beispiel der Übersetzung von Süskinds Roman 'Das Parfum'

Magisterarbeit 2003 104 Seiten

Romanistik - Französisch - Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Besonderheiten des Geruchssinnes aus psychologischer Sicht

2 Besonderheiten des Geruchssinnes aus sprachwissenschaftlicher Sicht

3 Das Parfum von Patrick Süskind als Ausgangstext für die Übersetzungen

4 Kontrastiver Vergleich des primären deutschen und des italienischen Wortschatzes im Bereich des Geruchs
4.1 Primäre Verben des Riechens
4.1.1 Intransitive Verben
4.1.2 Transitive Verben
4.1.3 Infinite Verbalformen
4.2 Primäre Geruchssubstantive
4.3 Reine Geruchsadjektive

5 Kontrastiver Vergleich der Spezifikationsmöglichkeiten im Deutschen und im Italienischen
5.1 Deverbale Ableitungen und verbale Periphrasen
5.2 Substantivische Komposita
5.2.1 Komposita mit dem Erstglied aus dem Bereich des Geruchs
5.2.2 Komposita mit dem Zweitglied aus dem Bereich des Geruchs
5.2.3 Komposita als Spannungsfeld zwischen Lexikon und Syntax
5.3 Adjektive
5.3.1 Bewertende Adjektive
5.3.2 Adjektive der Intensität
5.3.3 Gegenständliche Geruchsadjektive
5.3.4 Adjektivische Komposita
5.3.5 Anleihe bei den anderen Sinnesgebieten
5.4 Partizipien
5.5 Genitivattribute
5.6 Präpositionalattribute
5.7 Vergleich des deutschen und des italienischen Attributionssystems
5.8 Kombinierbarkeit von Attributen

6 Die wichtigsten Wortfamilien im Bereich des Geruchs

7 Übersetzungswissenschaftliche Ergebnisse
7.1 Begrenzte Möglichkeit wörtlicher Übersetzung
7.1.1 Wörtliche Übersetzung mit positionellen Divergenzen
7.1.2 Wörtliche Übersetzung mit quantitativen Divergenzen
7.1.3 Wörtliche Übersetzung mit materiellen Divergenzen
7.2 Übersetzungsstrategie der Transposition
7.2.1 Substitution
7.2.2 Dilution
7.2.3 Konzentration

8 Zusammenfassung

Bibliographie

Anhang

1 Besonderheiten des Geruchssinnes aus psychologischer Sicht

Aristoteles unterscheidet die klassischen fünf Sinne: Gesichtssinn, Gehör, Geruchssinn, Geschmack und Tastsinn. Für den Menschen sind der Tastsinn, das Gehör und der Gesichtssinn von größter Bedeutung für sein Überleben. Die Widerspiegelung der objektiven Realität setzt sich zum überwiegenden Teil aus Informationen dieser drei Sinnesgebiete zusammen. Unsere Erfahrungswelt besteht aber nicht allein aus Bildern und Tönen, sondern auch aus vielfältigen Geruchsempfindungen. Die Bedeutung des Geruchssinns für den Menschen ist wohl vor allem darin zu sehen, dass er die Informationen über den Zustand der Luft und die Genießbarkeit von Nahrung ins Bewusstsein weiter leitet.

In der Wahrnehmungspsychologie werden Geruch und Geschmack häufig den ‚niederen’ Sinnen zugeordnet, während die visuelle und auditive Wahrnehmung als ‚höhere’ Sinne betrachtet werden. Offensichtlich gibt es eine Reihe von Anhaltspunkten, die eine solche Einstufung rechtfertigen: Im Vergleich mit der visuellen und auditiven Wahrnehmung erscheinen die chemischen Sinne in der Tat primitiv, subjektiv und wenig leistungsfähig. ‚Primitiv’ können sie auch deshalb erscheinen, weil sie hauptsächlich mit den ‚niederen’ Instinkten, mit Nahrungsaufnahme, Sexualität und den für diese Funktionen programmierten Lustempfindungen in Zusammenhang stehen.[1] Hinsichtlich der Effizienz der Informationsverarbeitung, etwa in bezug auf Kanalkapazität oder Verarbeitungsgeschwindigkeit, erreichen die chemischen Sinne ebenfalls nicht annähernd die Leistungsfähigkeit der audiovisuellen Wahrnehmungskanäle. Während mittels Geruchs oder Geschmackssinn nur Objekte abgebildet werden können, die sich entweder in unmittelbarem Kontakt mit dem Wahrnehmungsorgan (Geschmacksinn) oder in der näheren Umgebung des wahrnehmenden Subjekts (Geruchssinn) befinden, können wir mit dem Gehör, z. B. bei einem Gewitter, Entfernungen von mehreren Kilometern und mit dem Gesichtssinn, bei der Betrachtung von Himmelskörpern, gar Distanzen von vielen Lichtjahren überwinden. Komplexe Prozesse der Informationsübermittlung, etwa Sprache und Symbolverständnis basieren ebenfalls auf den audiovisuellen Wahrnehmungsfunktionen. Auch die heute immer intensiver genutzten Massenmedien beschicken fast ausschließlich die audiovisuellen Kanäle, weil nur optische und akustische Signale sich rationell und in nahezu beliebiger Quantität vervielfältigen, speichern und verbreiten lassen. (Vgl. Burdach 1987: 9-10)

Die Schmeck- und Riechwahrnehmung des Menschen ist ein Gebiet, das in den letzten dreißig Jahren von Wahrnehmungspchychologen sorgfältig geforscht wird.

Tellenbach (1968) fasst das Riechen und das Schmecken im Begriff des Oralsinnes. Er zeigt die Eigentümlichkeit der spezifisch menschlichen Welt des Oralsinnes und die kulturanthropologische Bedeutung des Geschmacks und des atmosphärischen Erlebens. Er ist der Meinung, dass Sympathie oder Antipathie im Bereich der menschlichen Beziehungen von der Aura und Atmosphäre, die wir von den anderen empfangen, tief begründet sind. Höchst eindrucksvoll beschreibt Tellenbach (1968) die Veränderungen des Atmosphärischen bei solchen Krankheiten wie Melancholie, Paranoia, Schizophrenie und Epilepsie.

Vroon, P., van Amerongen, A., de Vries, H. (1996) haben sich unter anderen mit der Frage beschäftigt, wie Geruchswahrnehmungen gespeichert werden, und in welchem Maße dieses Gedächtnis beim Aufspüren, Identifizieren, Erinnern, Assoziieren und Benennen von Gerüchen funktioniert.

Die erste Auffälligkeit des Geruchssinns besteht in der großen Anzahl der Empfindungsqualitäten. Diese können derzeit weder von der Reizseite her (als physikalisch-chemische Merkmale von Duftstoffen) noch auf der Empfindungsebene (subjektive Duftqualitäten) befriedigend klassifiziert werden. Wer die Untersuchungen der Psychologie, Physiologie und Chemie über Geruch durchgeht, stößt auf merkwürdig widerspruchsvolle Angaben über den Aufbau dieses Sinnesgebietes.

Die zweite Besonderheit der Riechwahrnehmung besteht in der Korrelation von Qualität und Intensität: mit ansteigender Duftstoffkonzentration ändert sich häufig nicht nur die Empfindungsintensität, sondern auch die Qualität eines Duftstoffes.[2] Je nach dem Grad seiner Konzentration kann ein und derselbe Geruchstoff sehr unterschiedliche Geruchsempfindungen auslösen. Nicht wenige üble Gerüche werden bei abnehmender Konzentration nicht nur erträglicher, sondern können allmählich sogar einen angenehmen Duft verbreiten.[3]

Obwohl nach den bisher vorliegenden Erkenntnissen in keiner Sprache ein Kategoriensystem zur Beschreibung von olfaktorischen Eindrücken, wie z. B. für gustatorische oder visuelle Qualitäten der Fall ist, vorliegt, hat es nicht an Versuchen gemangelt, solche Kategoriensysteme auf wissenschaftlich-analytischem Wege zu etablieren.

Abbildung 1 im Anhang gibt eine Übersicht über diese Ansätze.

Bei der Klassifizierung der Gerüche von Henning werden z. B. sechs Geruchsqualitäten hervorgehoben: blumig , ein angenehmer Geruch, der zwar nichts Essbares, aber gut genießbare Luft signalisiert ; fruchtig und würzig , angenehme Gerüche, die Essbares signalisieren; faulig , ein Geruch, der verdorbene Nahrung signalisiert; brenzlig und harzig schließlich, Gerüche, die auf chemische Veränderung der Luft hinweisen. Dabei glaubte Henning, dass jeder einzelne Grundgeruch in jeden anderen kontinuierlich übergeht.

Es existiert eine ganze Reihe von den anderen Klassifizierungen, von denen einige bis zu siebzehn Einzelngerüchen unterscheiden. Die Schwäche der in der Abbildung 1 des Anhangs aufgeführten Klassifikationssysteme liegt jedoch offensichtlich in ihrer Beliebigkeit: Die Ansätze werden auch der Vielzahl möglicher Duftqualitäten nicht gerecht, sind also nicht erschöpfend, und lassen zum anderen nicht die Kriterien für die jeweils vorgenommene hierarchische Anordnung der Empfindungskategorien erkennen.

Die Hauptschwierigkeit liegt darin, dass wir weit mehr Gerüche differenzieren können, als wir sprachlich benennen können. Diese sprachliche Unterbestimmtheit des Bereichs der Geruchsqualitäten weist auf die relativ geringe Bedeutung des Geruchssinns in unserem Leben.[4]

Eine weitere Besonderheit der Duftwahrnehmung besteht darin , dass

olfaktorische Eindrücke in wesentlich stärkerem Maße als etwa Sehen, Hören oder Tasten von emotionalen und hedonisch-bewertenden Reaktionen begleitet sind. So ist es beispielweise schwer möglich, sich der aversiven Wirkung eines unangenehmen Geruchs (Stinkbombe) oder- bei entsprechender Motivationslage (Hunger)- der Attraktivität eines Essensgeruchs mental zu entziehen. (Burdach 1988: 41)

Es ist jedoch zunächst einmal festzuhalten, dass die Bewertung auf der Skala‚ angenehm- unangenehm’ bei der Beschreibung von Düften über alle anderen Gesichtspunkte dominiert.

Übrigens wird nur ein verhältnismäßig geringer Teil der bekannten Düfte als angenehm empfunden. In einer Abschätzung der hedonischen[5] Valenz von Duftstoffen wurde festgestellt, dass von ca. 400 000 bekannten Duftstoffen nur etwa 20% als attraktiv eingestuft werden, während die restlichen 80% entweder als neutral oder unangenehm empfunden werden. (Vgl. Burdach 1988: 42)

Zur Problem der interindividuellen Übereinstimmung bei der hedonischen Bewertung von Duftstoffen liegen bisher nur wenig aussagekräftige Befunde vor. Die vorhandenen Ergebnisse zeigen jedoch eines recht deutlich, nämlich dass die Übereinstimmung an den beiden Polen der hedonischen Skala, also bei besonders angenehmen und besonders unangenehmen Düften, höher ist als im mittleren (neutralen) Bereich. Alle Menschen mögen die Düfte derselben Pflanzen. Sie sind sich auch einig in ihrer Abneigung gegen Fäulnis-, Verwesungs- und Fäkalgeruch. Im mittleren Bereich der hedonischen Skala hingegen scheint die intersubjektive Übereinstimmung geringer zu sein, so dass die Duftbewertung hier offenbar stärker durch zusätzliche Faktoren, insbesondere durch Konditionierungs- und Lernprozesse, beeinflusst wird (Vgl. Burdach 1988: 42).

In dieser Arbeit wird das Riechen sowohl im emanativen (intransitiven) als auch im rezeptiven (transitiven) Sinne erforscht. Eine der Fragestellungen dieser Arbeit kann nicht besser formuliert werden, als Tellenbach (1968: 19) das gemacht hat:

wie ein mit dem Vermögen des Riechens begabtes Subjekt ein duftgebendes Objekt (bzw. einen Duft als Objekt) in der Wahrnehmung erfasst, in welchen Qualitäten sich das Objekt darbietet und an welche quantifizierbaren Verhältnisse ein solcher Vorgang gebunden ist.

Mann kann natürlich diese Fragestellung umkehren und nach den Wirkungen fragen, die das duftgebende Objekt auf das wahrnehmende Subjekt ausübt. In diesem Fall wird nach den Geruchserlebnissen gefragt.

In emanativer Weise ‚riecht’ der Mensch im sympathischen bzw. antipatischen Duften seiner Hautdrüsen. Dieser Eigengeruch wird modifiziert durch seinen Gesundheitszustand, sein Geschlecht, seine sexuelle Reife, durch Alter, Rasse, Ernährung. Dieses Riechen ist so individual-spezifisch, dass ein Hund daran unter Tausenden von Individuen untrüglich seinen Herrn erkennen kann. Das emanative Riechen ist auch für den zwischenmenschlichen Bereich bedeutsam. Wenn auch kein entscheidendes Kriterium der Annährung, so kann es doch Bedingung sein für das Glücken eines Naheseins. (Vgl. Tellenbach 1968: 23)

Im rezeptiven Riechen und Schmecken sind wir zwingend an umgreifende Bedingungen unseres natürlichen Weltbezuges gebunden. Wir müssen riechen und schmecken, weil wir atmen und uns ernähren müssen . [6] Im Atmen sind wir im Modus des Rhythmischen kontinuierlich, im Essen und Trinken diskontinuierlich, in beiden unausweichlich mit der Welt verbunden:

In beiden ist das Leibliche in besonderer Weise auf die Welt hin offen. Der Oralsinn ist an dieses Unwiderrufliche in doppelter Hinsicht gebunden: einmal, weil dadurch sein Tätigsein schlechthin ermöglicht wird, und zum anderen, weil dieses Tätigkeitsein unausweichlich auf die Qualität der Luft und der Nahrung bezogen ist, weil der Sinn von diesen Qualitäten in Anspruch genommen wird. Je intensiver diese Inanspruchnahme ausfällt, desto krasser zeigt sich eine dritte Notwendigkeit: das in unmittelbarer oralsinnlicher Wahrnehmung Gegebene muss beurteilt werden. Weit unmittelbarer als im Tätigsein der höheren Sinne fühlt sich der Riechende bzw. Schmeckende zu einem Urteil über das Wahrgenommene gedrängt, das meistens auf Zustimmung oder Ablehnung erkennt. (Tellenbach 1968: 24)

2 Besonderheiten des Geruchssinnes aus sprachwissenschaftlicher Sicht

Wahrnehmung als Forschungsgebiet ist nicht nur für Psychologen, sondern auch für Linguisten interessant. Mit der Erwerbung der Sprache beginnt der Mensch seine Empfindungen mit Wörtern und Sätzen auszudrücken. Der sprachliche Aufbau der Sinneswelt bietet sich als eines der aufschlussreichsten Forschungsprobleme.

Blank (2001: 120) hat in seinem Buch eine Menge von Fragen gestellt, die nach seiner Meinung aus onomasiologischer Perspektive beantwortet werden müssen:

...wie wir Menschen die Welt um uns herum wahrnehmen und wie wir diese Wahrnehmung in Sprache umsetzen: Gibt es für bestimmte Konzepte und Konzeptfelder universelle Strategien, d. h. können wir als Menschen diese Konzepte nur auf eine bestimmte Weise wahrnehmen? Oder ist die Wahrnehmung eines Sachverhaltes von Sprache zu Sprache oder von Kulturgruppe zu Kulturgruppe unterschiedlich und ist seine Konzeptualisierung daher eher kulturspezifisch-einzelsprachlich?

Leider werden die Untersuchungen des psychischen Aufbaus der einzelnen Sinnesgebiete nur selten durch die sprachwissenschaftlichen Untersuchungen ergänzt. Untersuchungen dieser Art sind der Sprachwissenschaft noch ziemlich ungeläufig. Als glückliche Ausnahme davon kann man die Arbeit von Weisgerber Die sprachliche Gestaltung der Welt (1962a) nennen. Die Arbeit beginnt mit der Hypothese, dass die Sprache mit der Gestaltung der Welt zu tun hat:

Jedes Sinnesorgan ist selbst ein Ausschnitt aus der sinnlichen Natur der Menschen, und die Anschauungen, die die Sprache über seinen Aufbau und seine Wirksamkeit vermittelt, gehen in die Grundlagen menschlicher Selbsterkenntnis ein. Anderseits eröffnet jedes Sinnesgebiet, Gesicht, Gehör, Geschmack, Geruch, Getast, einen eigenen Zugang zur umgebenden Natur, und wie die dadurch erzielbaren Aufschlüsse in das sprachliche Weltbild eingebaut werden, ist ein überaus anziehendes und wichtiges Beobachtungsfeld. (Weisgerber 1962:105)

Der Grundgedanke, dass jedes geltende Sprachmittel eigentlich ein geistiger Zugriff auf die Wirklichkeit ist, wird durch alle Gebiete der Sprache hindurch verfolgt, vom Wortschatz bis zu der Satzstruktur.

Aus sprachwissenschaftlicher Sicht entscheidend ist, dass die sprachlichen Kategorien, mit denen die kognitive Linguistik arbeitet, keineswegs im linguistischen Sinn universaler Natur sind. Es handelt sich bestenfalls um übereinzelsprachliche, meistens jedoch um schlicht einzelsprachliche Kategorien. (Krefeld 1997:7)

In dieser Arbeit handelt es sich um einen Versuch, das Gebiet des Geruchssinnes aus sprachwissenschaftlicher Sicht zu untersuchen. Die hauptsächliche Schwierigkeit der Geruchsforschung liegt in dem Mangel an geeigneten sprachlichen Ausdrücken, die unsere Geruchserlebnisse beschreiben. Chemosensorische Eindrücke sind schwer zu beschreiben. Die Psychologie ist angewiesen auf die Art, wie die Versuchspersonen ihre Erlebnisse ablegen können, und das ist nur durch Aussagen möglich. Und damit kommt die Sprache in das psychologische Problem herein. Denn Aussagen sind an vorhandene Sprachmittel gebunden, und es ergibt sich die Frage, wie diese vorhandenen Sprachmittel im Hinblick auf die Aufklärung der Sinnesempfindungen zu beurteilen sind.

Kein anderes Sinnesgebiet leidet so unter sprachlichen Unvollkommenheiten wie der Geruch: Einer praktisch unübersehbaren und kaum klassifizierbaren Vielfalt von Empfindungen steht eine vergleichsweise geringe Anzahl von sprachlichen Bezeichnungen gegenüber, die sich zumeist nicht auf die Duftempfindung selbst, sondern auf die Duftquelle (z. B. blumig) oder die durch den Dufteindruck erzeugten Emotionen (z. B. betörend) beziehen.

Im Alltagsleben spielt die Benennung und Zuordnung von Gerüchen keine sonderlich große Rolle, obwohl die entscheidende Fähigkeit, gefährliche und harmlose Stoffe zu entdecken und aufzuspüren, recht gut entwickelt ist.[7]

Der Geruchssinn unterscheidet sich von allen anderen Sinnesbereichen zunächst einmal dadurch, dass die Sprache für Dufteindrücke fast keine spezifischen Empfindungskategorien bereitstellt. Während zur Beschreibung der von anderen Sinneskanälen vermittelten Eindrücke besondere Qualitäten, wie süß, rot oder weich zur Verfügung stehen, ist das wahrnehmende Subjekt bei der Kommunikation über Duftempfindungen meist auf die Angabe eines Geruchsträgers angewiesen: Wir sagen, dass etwas blumig oder knoblauchartig riecht.

Dieses Prinzip der gegenständlichen Benennung müssen wir in der Umgangssprache anwenden, wenn wir uns einigermaßen über Geruchsempfindungen verständigen wollen.

Fachleute, die aus professionellen Gründen auf eine effiziente Kommunikation über Geruchseindrücke angewiesen sind, wie Weinexperten oder Parfümeure, verständigen sich mittels einer speziellen Fachsprache, in der durch Konvention bestimmten Begriffen der Umgangssprache besondere Bedeutungen zugewiesen werden: Parfümeure etwa sprechen von einem grünen Duft.

Weisgerber hat in seiner Arbeit Der Geruchsinn in unseren Sprachen (1928: 124) folgende Frage gestellt: Wo liegen die sprachlichen Schwierigkeiten auf dem Gebiete der Geruchsbezeichnungen. Er hat auch nach Ursachen dieses Phänomens gefragt.

Die moderne Wahrnehmungspsychologie bietet folgende Antwort auf diese Frage:

Dies hat [...] wesentlich damit zu tun, dass der Geruchsnerv viele Verbindungen zu dem evolutionär alten limbischen System hat, das unsere Gefühle und Empfindungen entscheidend reguliert und mit der rechten Gehirnhälfte eng verknüpft ist. Das limbische System steht nur in einer begrenzten oder indirekten Beziehung zu Sprachzentren im jüngsten Teil der vornehmlich linken Gehirnrinde. Dies erklärt unter anderem, warum es vielen Menschen so schwer fällt, Gefühle und Empfindungen zu verbalisieren und warum wir nicht selten in unserem Verhalten durch Gerüche beeinflusst werden, ohne uns dessen bewusst zu sein. (Vroon u.a. 1996: 32)

3 Das Parfum von Patrick Süskind als Ausgangstext für die Übersetzungen

Der 1985 erschiene Roman Patrick Süskinds stellt offenbar eines der meistgelesenen Werke der deutschen Gegenwartsliteratur dar.

Natürlich handelt es sich um einen Kriminalroman. Schließlich geht es um 26 Morde und einen Mörder, der lange Zeit nicht gefasst wird.

Genauso gut könnte man von einem Entwicklungsroman sprechen: Die Hauptfigur durchläuft eine Entwicklung, die von der Geburt bis zum Tod begleitet wird.

Die Beschreibung der Gegenden, durch die Grenouille (Hauptperson des Romans) in Frankreich wandert, sind typisch für den Reiseroman.

Zahlreiche an Wunder grenzende Erscheinungen deuten auf den fantastischen Roman hin.

Betrachtet man die zentrale Figur genauer, so kommt man auch auf die Idee, von einem Künstlerroman zu sprechen. Letztlich handelt es sich bei der zentralen Person nicht einfach um einen Mörder, sondern um ein begnadetes Genie.

Deutliche Merkmale eines historischen Romans lassen sich ebenfalls merken. Eine Epoche wird uns vor Augen (genau gesagt vor die Nase) geführt. Ein Handwerk wird detailliert und sachgenau mit seinen Werkzeugen, Verfahrensweisen und Produkten vorgestellt.

Und das ist noch nicht alles, was diesen Roman so einzigartig macht. In Romanen und Erzählungen nehmen Farben einen herausragenden Platz ein, Gerüche dagegen kommen weitaus seltener zur Sprache. Das Parfum von Patrick Süskind ist eine seltene Ausnahme davon.

Mit Das Parfum widmete Patrick Süskind einen Roman ganz dem Geruchssinn.[8] Für den Mörder, einen Menschen ohne Eigengeruch, wird die Nase zum wichtigsten seiner Sinne. Süskinds Roman spielt in der duftenden Welt des Parfüms und der stinkenden Welt der Stadt und der menschlichen Ausdünstungen. Da die Hauptfigur die Umwelt nahezu ausschließlich olfaktorisch erfasst und das Handwerk eines Parfumeurs erlernt, stammen die dominanten Wortfelder aus den gegensätzlichen Bereichen Duft und Gestank. Seine besondere Aufmerksamkeit schenkt der Autor der Darstellung des Parfumeurwesens und der Techniken zur Parfumherstellung im 18. Jahrhundert, wobei er die gebräuchlichen Fachbegriffe verwendet.

Patrick Süskind zeigt sich als ein hervorragender Spezialist im Bereich des Riechens.[9] Sein Roman Das Parfüm entspricht dem modernsten Forschungszustand der Wahrnehmungspsychologie. Das sind nur einige Thesen aus dem Buch Psychologie der Düfte (1996) [10] , die auch im Süskinds Roman thematisiert werden:

- Einige Krankheiten können nach dem Geruch erkannt werden.
- Der Eigengeruch des Menschen hängt von der Rasse, vom Alter, vom Geschlecht, vom Gesundheitszustand und sogar von der Haarfarbe ab.
- Mütter und Kinder können sich an ihrem Körpergeruch erkennen.
- Es ist möglich, dass eine instinktive Abneigung gegen einen bestimmten Menschen mit dessen Körpergeruch zusammen hängt.
- Die unbewusste Beeinflussung durch einen Geruch kann bewirken, dass jemand etwas tut, ohne seine Handlung richtig zu verstehen.
- Gerüche können die Stimmungslage beeinflussen.
- Gerüche haben eine gewisse Auswirkung auf Arbeitsleistungen, das Kaufverhalten, auf Aggressionen und Angstgefühle.
- Gerüche können Erinnerungen an Ereignisse hervorrufen, die man anscheinend schon lange vergessen hatte.
- Gerüche sind im allgemeinen schwer zu verbalisieren.[11]
- Viele Gerüche sind mit bestimmten Farben assoziiert.
- Geruchsspezialisten wie Parfümeure können, entgegen ihrer Behauptung, kaum besser riechen als andere Menschen.
- Man gewöhnt sich schnell an Gerüche, besonders wenn sie sehr unangenehm sind.
- Bei der Vorliebe für bestimmte Gerüche herrscht zwischen den Menschen eine große Übereinstimmung.
- Verglichen mit den anderen Sinnesorganen ist das Geruchsvermögen von Mensch zu Mensch enorm unterschiedlich.
- Ein gutes Parfüm entfaltet drei aufeinanderfolgende Düfte.

Der Roman thematisiert ausdrücklich das Spannungsverhältnis zwischen Sprachnot und Sprachmächtigkeit. Trotz der eigenen Aussage „unsere Sprache taugt nicht zur Beschreibung der riechbaren Welt“ (160)[12] scheint der Autor doch beweisen zu wollen, dass die menschliche Sprache zur Beschreibung den riechbaren Welt sehr wohl ausreicht. Landschaften, Menschen, Tiere, Gegenstände werden anhand der von ihnen ausgehenden Gerüche definiert, indem sie in kleine und kleinste Geruchsnuancen differenziert werden. Er praktiziert dabei vielfältig den Verweis auf einen Gegenstand zur Typisierung oder Andeutung eines Geruchs.

Zur Beschreibung und zur sprachlichen Annäherung an einen Geruch, Duft, dienen immer wieder Vergleiche: Ihr Schweiß duftete so frisch wie Meerwind, der Talg ihrer Haar so süß wie Nussöl, ihr Geschlecht wie ein Bouquet von Wasserlilien, die Haut wie Aprikosenblüte... (54) . Um dem Leser die Nuancen eines Duftes sprachlich zu veranschaulichen, verwendet der Autor aber auch Kontraste. So ist das Parfum Pélissiers frisch, aber nicht reißerisch (79). Auch Superlative sind ein charakteristisches Merkmal der Sprache und des Stils des Autors: allerstinkendster Ort des gesamten Königreichs (7), köstlichster Duft (166).

Der Autor tritt uns auch als Schöpfer von zahlreichen Wortkompositionen entgegen: Geruchssatz (35) , Duftvolk (163), Duftkleid (231). Die Aufzählungen sind ein weiteres Stilmittel. Schon im ersten Kapitel wird der Leser mit Stilmitteln der Wiederholung, auch in Form der Anapher konfrontiert. So wird der gesamte zweite Abschnitt des ersten Kapitels vom Verb stinken regiert, das siebzehnmal auftaucht. Der Autor hat einen ausgeprägten Sinn für den Rhythmus der Sprache, den er oft mit auffallenden und doch nicht störenden Wortwiederholungen erreicht. Auch die anderen formal-ästhetischen, oft spezifisch einzelsprachlichen Möglichkeiten werden vom Autor ausgenutzt: Reim, Alliteration, Wortspiel.

Bei innovativen literarischen Texten sieht sich der Übersetzer immer wieder mit der Frage konfrontiert, wie weit er die sprachlich-stilistischen Neuerungen in der Übersetzung nachvollziehen kann und soll. Hier wird das Übersetzen zum schöpferischen – oft sprachschöpferischen – Prozess, der an den Übersetzer höchste sprachlich-stilistische und interpretatorische Anforderungen stellt.

In der Übersetzungswissenschaft werden immer wieder neue Definitionen des Übersetzens vorgeschlagen. Man kann sich das Lesen von vielen übersetzungswissenschaftlichen Büchern sparen, indem man die sehr gelungene Definition von Wilss (1977: 72) liest:

Übersetzen ist ein Textverarbeitungs- und Textverbalisierungsprozess, der von einem ausgangssprachlichen Text zu einem möglichst äquivalenten zielsprachlichen Text hinüberführt und das inhaltliche und stilistische Verständnis der Textvorlage voraussetzt. Übersetzen ist demnach ein in sich gegliederter Vorgang, der zwei Hauptphasen umfasst, eine Verstehensphase, in der der Übersetzer ausgangssprachlichen Text auf seine Sinn- und Stilintention hin analysiert, und eine sprachliche Rekonstruktionsphase, in der Übersetzer den inhaltlich und stilistisch analysierten ausgangssprachlichen Text unter optimaler Berücksichtigung kommunikativer Äquivalenzgesichtspunkte reproduziert.

Beim Übersetzen aus dem Deutschen ist vor allem dort, wo Ausgangs- und Zielsprache strukturell differieren, eine schnelle Auffassungsgabe logischer Zusammenhänge auf der Wort- wie auf der Satzebene (hier sei nur an Augenblickskomposita oder komplexe Nominalstrukturen im Deutschen erinnert) nötig.

Bekanntlich ist der Roman in 38 Sprachen der Welt übersetzt worden. Dabei haben Übersetzer aller Sprachen die gleichen Probleme gehabt, die die Ausgangssprache betreffen: Übersetzung von deutschen Komposita, Wiedergabe von bestimmten syntaktischen Konstruktionen. Jeder Übersetzer löst diese Probleme mit den sprachlichen Mitteln, die die Zielsprache zur Verfügung stellt. Dabei handeln die Übersetzer nach bestimmten Regeln, die in der Übersetzungswissenschaft ausgearbeitet sind. Diese Übersetzungsregeln lauten nach Wunderlich (1991[13]: 19-20):

a) Übersetze Wort für Wort aus ta[14] möglichst jeweils in ein Wort aus Z vergleichbarer Wortart; nur wenn es dies nicht gibt, versuche Wortgruppen in Wörter, oder Wörter in Wortgruppen oder Wortgruppen in Wortgruppen zu übersetzen. [...]
b) Übersetze jede in ta durch Flexionsmerkmale angezeigte morphologische Kategorie (z. B. Person, Numerus, Tempus) in eine gleichartige morphologische Kategorie aus Z; nur wenn es dies nicht gibt, ändere.
c) Übersetze jede in ta durch Flexionsmerkmale oder Wortstellung angezeigte syntaktische Funktion (z. B. Objekt, Attribut, Adverbial) in eine gleichartige syntaktische Funktion aus Z; nur wenn es dies nicht gibt, ändere.
d) Versuche jeweils solche Wortäquivalente zu finden, die für den dargestellten Sachzusammenhang in Z gebräuchlich sind.
e) Versuche solche Übersetzungen zu finden, die für die ausgedrückten kommunikativen Funktionen in Z gebräuchlich sind.
f) Versuche, die Mehrdeutigkeiten, Unbestimmtheiten, Anspielungen, Idioms, Bilder und Metaphern in ta in der Übersetzung zu bewahren, aber füge keine neuen in tz hinzu.
g) Versuche, Übersetzungen zu finden, die in Z in gleicher Weise situationsangemessen sind.
h) Versuche, Übersetzungen von gleichartiger Stilebene (Soziolekt, Sprachregister) zu finden.

Es wäre sehr hilfsreich zu wissen, an welchen Kriterien die Übersetzerin ins Italienische[15] wirklich festgehalten hat, welche Schwierigkeiten sie bei der Übersetzung hatte. Der italienischen Version des Buches fehlt leider das Vorwort des Übersetzers. Allerdings ist es so, dass Vor- und Nachworte zu literarischen Übersetzungen, in denen praktische Übersetzungsprobleme diskutiert und Übersetzungsprinzipien erläutert werden, keineswegs so häufig sind, wie man angesichts der Übersetzungsschwierigkeiten vermuten könnte. Koller (1992: 51) nennt mindestens einen Grund dafür:

Der "Normalleser" einer literarischen Übersetzung liest diese im allgemeinen nicht als Übersetzung, sondern gleichsam als Originaltext. Er erwartet, dass der Übersetzer die Probleme gelöst hat; ihn interessieren die Lösungswege, Entscheidungsschwierigkeiten und Alternativen wenig.

Es wäre auch interessant zu wissen, wie die italienische Übersetzung von den Kritikern geschätzt wurde. Auch das ist keine sehr leichte Aufgabe, solche Kritiken zu finden, weil die Rezensionen zu Übersetzungen leider nicht üblich sind.[16] Die einzige gefundene Aussage über die Qualität der Übersetzung lautet:

Pensiamo, ad esempio, alla bellissima traduzione del romanzo di Süskind Il Profumo fatta da Giovanna Agabio: per rendere il linguaggio illuminista dell'originale la traduttrice ha praticamente creato per l'occasione un italiano illuminista; in tal modo è riuscita a far assaggiare al lettore italiano quel modo di discorrere elegante ma asciutto ed incisivo che dà il tono al romanzo come, del resto, dava il tono al Settecento in tutta l'Europa del nord. In una parola, la traduttrice è stata un'artista. (host.uniroma3.it/docenti/boylan/text/boylan04.rtf)

Aus dieser Rezension wird klar, dass die Übersetzung von Agabio dem Kriterium für literarische Übersetzungen von Koller (1992:152) entspricht:

Die Qualität der literarischen Übersetzung wird gerade dadurch bestimmt, in welchem Maße es gelingt, die Darstellung des Inhalts mit den Mitteln der Zielsprache künstlerisch zu gestalten. Bei der Gestaltung des neuen Textes in der Sprache der Übersetzung aber kommt man ohne künstlerische Begabung, ohne schriftstellerisches Talent nicht aus.

In vorliegender Arbeit steht die Beschreibung der Äquivalenzbeziehungen zwischen zwei Sprachen im Vordergrund. Das Ziel ist, die potentiellen Äquivalenzbeziehungen zu beschreiben und anzugeben, welche Faktoren semantischer oder syntaktischer Art die Wahl eines bestimmten Äquivalents im konkreten Übersetzungsfall bestimmen. Diese Arbeit erhebt den Anspruch, nicht nur Einzelfälle interpretierend und übersetzungskritisch zu behandeln, sondern syntaktische, semantische, stilistische Regelmäßigkeiten in den Beziehungen zwischen beiden Sprachen zu beschreiben. Dies bedeutet, dass die Bedingungen herausgearbeitet werden, die die Auswahl unter potentiellen Äquivalenten auf Wort-, Syntagma-, Satz- und Textebene bestimmen.

Wandruszka (1969: 7) betont im Vorwort zu seinem Buch, dass zwischen dem Autor und dem Übersetzer eines Werkes ein grundsätzlicher Unterschied besteht:

Der Verfasser kann aus dem vollen seiner Sprache schöpfen, der Übersetzer ist an die Vorlage einer anderen Sprache gebunden. Die Sprache des Verfassers ist eine ständige Aufforderung, ja Herausforderung an den Übersetzer, zu zeigen, dass er mit den Mitteln seiner Sprache Entsprechendes leisten kann. Unter diesem Zwang kann eine Sprache ihre eigenen Möglichkeiten nicht voll entfalten, während ihre Lücken und Schwächen besonders deutlich werden. Um ihre eigensten Möglichkeiten vergleichend bewerten zu können, muss man jede Sprache auch im Original zu Wort kommen lassen.

Das ist aber nicht immer leicht zu erreichen. Diese Arbeit ist der Untersuchung des Wortschatzes im Bereich des Geruchs gewidmet. Es gibt keinen literarischen Originaltext im Italienischen, der sich so sehr mit der olfaktorischen Wahrnehmung der Welt beschäftigt. In dieser Hinsicht ist kein italienischer Text mit dem Roman Das Parfum vergleichbar. Es wird also in dieser Arbeit nur vom deutschen Originaltext ausgegangen, obwohl es beim Sprachvergleich einige Vorteile der Ausgangssprache bringen wird.

Man kann sich nicht mit Äquivalenz, d. h. der für die Übersetzung spezifischen Beziehung zwischen Ausgangssprache und Zielsprache beschäftigen, ohne dass man sich mit der grundsätzlichen Frage nach den theoretischen Voraussetzungen, der Möglichkeit und den Grenzen dieser Beziehung auseinander setzt. In dieser Arbeit wird vom Axiom der Übersetzbarkeit ausgegangen:

Wenn in jeder Sprache alles, was gemeint werden kann, auch ausdrückbar ist, so muss es prinzipiell möglich sein, das, was in einer Sprache ausgedrückt ist, in jede andere Sprache zu übersetzen. (Koller 1992: 183)

In der Übersetzungswissenschaft unterscheidet man zwischen formaler Äquivalenz und dynamischer Äquivalenz.

Eine Übersetzung, die das Prinzip der formalen Äquivalenz betont, orientiert sich in erster Linie am ausgangssprachlichen Text in seiner ursprünglichen Form und versucht, so viel wie möglich von seiner grammatischen Form auf Wort- und Satzebene beizubehalten.

Im Gegensatz dazu orientiert sich eine Übersetzung, die das Prinzip der dynamischen Äquivalenz betont, hauptsächlich an der Reaktion der Empfänger und versucht, den Gedanken des Ausgangstextes auf natürliche Weise in der Zielsprache mitzuteilen. (Vgl. Wonderly 1968: 405-406)

Es ist klar, dass eine gute literarische Übersetzung sich nur aus dem Prinzip der dynamischen Äquivalenz ergeben kann. Folglich wird in vorliegender Arbeit auch immer von dynamischer Äquivalenz gesprochen ohne das immer explizit zu betonen.

Die Erzielung einer solchen Übersetzungsäquivalenz ist in entscheidendem Maße abhängig von der Lösung lexikalischer, syntaktischer und pragmatischer Äquivalenzprobleme, die durch Strukturdivergenzen zwischen Ausgangssprache und Zielsprache begründet werden. Die Strukturdivergenzen solcher Art müssen in bezug auf den Übersetzungstext durch entsprechende Ausdrucksmittel in der Zielsprache textuell kompensiert werden, wobei tertium comparationis die Textbedeutung, das Gemeinte ist.

4 Kontrastiver Vergleich des primären deutschen und des italienischen Wortschatzes im Bereich des Geruchs

Ziel dieser Arbeit ist es, durch den Vergleich von Übersetzungen die semantischen Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Sprachen im Bereich des Geruchs festzustellen. Die oberste Gliederung des Wortschatzes, die allerdings keinen semantischen Charakter hat, sondern in unmittelbarer Beziehung zur Syntax steht, stellen die Wortarten dar. Alle Aufbauelemente des Wortschatzes sind traditionell nach Wortarten gegliedert und damit in bestimmtem Sinne gerichtet auf spezifische Leistungen, obwohl wir uns die eigentliche Leistung der einzelnen Wortarten nur sehr schwer bewusst machen können. Die Hauptmasse des Wortschatzes tritt im Umkreis unserer Sprachen in den drei Hauptwortarten von Substantiv, Verb und Adjektiv auf. Weisgerber (1962: 301) ist der Meinung, dass "die drei Hauptwortarten letztlich drei verschiedene Grundbilder von der Welt einbeschließen."

In einem einzigen Paradigma können nicht Substantive, Verben, Adjektive in direkter Opposition zueinander stehen.[17] Wenn wir also den Wortschatz des Geruchs strukturell untersuchen wollen, so müssen wir getrennt Wortfelder der Geruchssubstantive, Geruchsverben und Geruchsadjektive analysieren.

Alle Hauptwortarten werden auf eigene Art verwendet, um den betreffenden Bereich des Geruchs wiederzugeben. Es ist besonders interessant festzustellen, welchen Stellenwert jede Wortart im Ausdruckspotential beider Sprachen hat.

4.1 Primäre Verben des Riechens

Verben sind die wichtigen Informationsträger im Bereich des Geruchs sowohl im Deutschen als auch im Italienischen. Das eingewurzelte Urteil sieht das Verb in nächster Verbindung mit den Handlungen und Tätigkeiten. In der Tat trifft der Begriff des Tätigkeitswortes nur auf die transitiven Verben zu.

Verben sind untrennbar mit der syntaktischen Struktur verknüpft. Verben dominieren die Sätze und bestimmen ihre Struktur. Deshalb ist die Beschäftigung mit der Satzstruktur erforderlich. Es kann durchaus sein, dass die angemessene äquivalente Übersetzungslösung von der Satzstruktur abhängig ist. Brauchbare zweisprachige Lexika liefern in der Regel eine Menge von Äquivalenten. Jedoch gibt es kein zweisprachiges Wörterbuch, dem die benötigten Äquivalente in allen denkbaren Fällen zu entnehmen wären.

In dieser Arbeit wird zu jedem Verb die Gebrauchsnorm gesucht, d. h. seine Verwendungs- und Kombinationsmöglichkeiten.

4.1.1 Intransitive Verben

Unter intransitiven Verben werden in dieser Arbeit solche Verben verstanden, "bei denen kein Akkusativobjekt stehen kann, unabhängig davon, ob ein anderes Kasus- oder Präpositionalobjekt bei ihnen stehen kann." (Helbig/ Buscha 1980: 55)

Die wichtigsten intransitiven Verben des Riechens im Deutschen sind: neutrales riechen [18] ' sich im Geruch bemerkbar machen' , stinken 'übel riechen' , duften 'angenehm riechen' .

Der Text des Buches Das Parfum bietet zahlreiche Beispiele vom Gebrauch des Verbs stinken:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[19]

Diese Beispielsätze sollen zeigen, dass semantische und syntaktische Gesichtspunkte bei der Übersetzung sich gegenseitig bewirken.

In den Beispielen 1-4 und 7 wird das Verb im Satz mit einem persönlichen Subjekt gebraucht. Im Beispiel 6 wird das Verb unpersönlich gebraucht. Beispiel 5 ist ein besonderer Fall. In diesem Satz (genau gesagt, in diesen drei einfachen Sätzen) hat das grammatische Subjekt keine lexikalische Bedeutung. Im Fall Es stanken die Flüsse gibt es aber ein logisches Subjekt, das durch leichte Umgestaltung des Satzes in das grammatische Subjekt verwandelt werden kann (Die Flüsse stanken).

Die Übersetzungen in das Italienische zeigen, dass es abhängig von der Satzstruktur im Deutschen zwei grundsätzliche Übersetzungsmöglichkeiten von stinken gibt:

- puzzare (di)
- esserci puzzo (di)

Die italienischen Äquivalente unterscheiden sich nach Möglichkeiten ihrer syntaktischen Verwendung. Sie sind nicht inhaltlich, sondern syntagmatisch verschieden. Die grundlegende Regel besagt, dass puzzare in persönlichen Sätzen gebraucht wird. Das bestätigen die Beispiele 1, 3, 4, 7. In unpersönlichen Sätzen ist dagegen nur Gebrauch von esserci puzzo (di) möglich (Beispiel 6). Im Problemfall 5 entscheidet sich die Übersetzerin für die persönlichen Sätze mit dem Verb puzzare. Sie erhält dabei die Wortstellung mit dem Verb in der ersten Stelle. Diese Wortstellung entspricht besser der Struktur der Aufzählung im Originaltext.

Theoretisch wäre es möglich, im Beispiel 2 die Struktur des deutschen Satzes nachzumachen. Die Übersetzerin wählt aber eine andere Satzstruktur aus.[20]

Auch das Verb duften kommt im Roman sehr oft vor. Es lohnt sich, auch für dieses Verb die Übersetzungsäquivalente zu suchen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Übersetzungsanalyse zeigt, dass das Italienische nicht ein einziges Äquivalent hat, sondern mindestens drei geläufigsten Entsprechungen für duften bietet:

- sapere di
- emanare profumo/ odore
- avere profumo

An dieser Stelle darf nicht übersehen werden, dass das zweisprachige Wörterbuch Sansoni zusätzlich noch folgende Übersetzungsvorschläge bietet: odorare [21] und esalare. Nach Angaben von italienischen Informanten könnte auch das Verb profumare in Beispielen 3, 5, 6 als Übersetzungsalternative angesehen werden.

Was die Besonderheiten des Originaltextes betrifft, so verstößt der Autor im Beispiel 1 gegen die Semantik des Verbs duften, das sich eigentlich nur auf angenehme Gerüche bezieht. Die Übersetzerin benutzt die in diesem Fall übliche Entsprechung sapere di, die sich in dieser Hinsicht neutral verhält. In diesem Fall kann man von der Neutralisation in der Zielsprache sprechen.

Es lässt sich merken, dass sapere di die ideale Entsprechung für die deutsche Konstruktion duften nach ist. Mann kann ja kaum einen Kontext finden, wo diese Lösung nicht passt. Im Satz 5 ist es dagegen völlig unmöglich, mit sapere di auszukommen, weil diese Konstruktion unbedingt eine Ergänzung verlangt.

Zwei weitere Übersetzungsvorschläge emanare profumo und avere profumo unterscheiden sich mindestens in syntaktischer Hinsicht nicht. In semantischer Hinsicht drückt das Verb emanare mehr Expressivität aus. Außerdem entspricht emanare profumo mehr einem Prozess und avere profumo einem Zustand.

Im Beispiel 7 wird bei der Übersetzung der dynamische Aspekt des Vorgangs durch das Verb salire unterstrichen. Das Verb s alire verdeutlicht auch eindeutig die Richtung der Bewegung: von unten nach oben (Wiedergabe von aus der Tiefe ...herauf).

Schauen wir uns schließlich das Verb riechen an. Für den intransitiven Gebrauch von riechen kann man im Text folgende Beispiele finden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wenn wir uns die Übersetzungen anschauen, finden wir keine neuen Übersetzungsvorschläge mehr. Das Verb riechen ('einen Geruch von sich geben') wird im Italienischen folgendermaßen wiedergegeben:

- sapere di
- avere odore (di)
- emanare odore

Sapere di eignet sich nicht nur als Übersetzung für duften nach, sondern auch für den Fall riechen nach. In diesem Fall unterscheidet das Italienische zwischen dem neutralen und angenehmen Geruch nicht. In den Vergleichsätzen 2 und 3 sind die Lösungen sapere di und avere odore di ohne Umstände austauschbar.

Das Verb emanare wird eher für angenehme Gerüche ( wie im Beispiel 4) reserviert.

Wie die Beispiele uns zeigen, verändert die Benutzung von verbalen Periphrasen im Italienischen zwangsmäßig die Satzstruktur. In diesen Fällen (Beispiele 4, 5, 8, 9) wird das deutsche Adjektiv im adverbialen Gebrauch durch das italienische Adjektiv im attributiven Gebrauch ersetzt. Im Satz mit sapere di (Beispiel 7) ist es dagegen möglich, das deutsche Adjektiv im adverbialen Gebrauch durch das italienische Adverb wiederzugegeben.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass der Gebrauch von intransitiven Verben im Bereich des Geruchs (stinken, duften, riechen) eigentlich auf vier dominierende Satzstrukturen im Deutschen beschränkt ist:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im ersten Fall wird nur gesagt, das ein Subjekt einen (angenehmen, unangenehmen oder neutralen) Geruch hat. Im zweiten Fall wird ein direkter Vergleich dem Verb eingeschlossen. Im dritten Fall wird mit Hilfe eines Adjektivs in adverbialer Funktion ergänzt, wie das Subjekt riecht. Die vierte Satzstruktur gibt eigentlich die gleiche Information wie im Fall 2.

Bezeichnend ist, dass gerade diese Satzstrukturen (Beispiele 2 und 4) des Deutschen oft mit einem Muster (sapere di) im Italienischen wiedergegeben werden können.

4.1.2 Transitive Verben

"Transitive Verben sind solche Verben, bei denen ein Akkusativobjekt stehen kann, das bei der Passivtransformation zum Subjektnominativ wird." (Helbig/ Buscha 1980: 55) In zahlreichen Fällen kann im Deutschen das gleiche Verb transitiv und intransitiv verwendet werden. Das Verb riechen ist ein Beispiel dafür.

Krefeld (1997: 10) unterscheidet Wahrnehmungsverben in der Art und Weise, wie Wahrnehmungen erlebt werden:

Im ersten Fall (Typ vedere, sentire) handelt es sich um die Darstellung schlicht sensorieller Rezeption von Wahrnehmungsdaten. Diese perzeptiven Wahrnehmungsverben sagen allenfalls, welche organisch-sensorische Quelle (Auge, Ohr etc.) bzw. welche Daten (Farbdaten, Tondaten, Tastdaten etc.) der Wahrnehmung zugrunde liegen; im Fall der polysemen Verben (z. B. it. sentire 'wahrnehmen allgemein', 'hören', 'riechen') fehlt es sogar hier noch an Eindeutigkeit. [...] Der andere, apperzeptive Typ des Wahrnehmungsverbs stellt dagegen ein komplexes Erlebnis dar, in dem die eigentliche Wahrnehmung semantisch untrennbar mit anderen Bewusstleistungen verknüpft ist.

Die Analyse vom ausgewählten Beispielmaterial erlaubt den Schluss, dass das deutsche Wahrnehmungsverb riechen beide Lesarten (perzeptive und apperzeptive) aufweisen kann.

Folgende Beispiele illustrieren die perzeptive Lesart von riechen. In diesem Fall wird das Wahrnehmungserlebnis so dargestellt, als ob sich das Wahrgenommene dem Wahrnehmenden aufdränge:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Verb riechen nach perzeptiver Lesart hat folgende Entsprechungen im Italienischen:

- sentire l'odore
- percepire l'odore

Die besonders ausgefallene Übersetzung für riechen sieht man im Beispiel 5 (vedere con l'olfatto). Im Beispiel 4 tritt auch eine eigenartige Lösung auf. In diesem Fall wird riechen als 'gewahr werden' interpretiert.

Apperzeptive Verben bringen zum Ausdruck absichtliche, kontrollierte, gezielte Wahrnehmung. Nach der Art der Apperzeption unterscheidet Krefeld (1997: 12) 'erkundende', 'untersuchende' und 'suchende' Wahrnehmungen. Folgende Beispiele illustrieren erkundende/ untersuchende Geruchswahrnehmung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] Es wird dabei oft unterschätzt, dass Geruchssinn auch unsere Lernprozesse, unsere Motivation, unsere Gesundheit und vieles mehr beeinflusst.

[2] So riecht z.B. Ionon, ein in der Parfümindustrie häufig verwendeter Duftstoff, in geringer Konzentrationen nach Veilchen, in hohen Konzentrationen dagegen holzartig.

[3] Viele Beispiele dafür gibt es bei Vroon u.a. (1996: 82-84).

[4] In einigen Länder wird die Wirkung von Gerüchen auf die Menschen für bestimmte Ziele eingesetzt. Auf dem Londoner Flughafen Heathrow wird Tannennadelduft versprüht, um die Fluggäste in eine angenehme Stimmung zu versetzen. Bei vielen japanischen Betrieben ist üblich, die Luft im Laufe eines Arbeitstages mit wechselnden Düften anzureichern, die sich stimulierend auf die Arbeit zu verschiedenen Tageszeiten auswirken sollen.

[5] Hèdoné ist das griechische Wort für Lust oder Genuss.

[6] Diese These wird auch im Roman von Süskind Das Parfum (1994: 199) thematisiert: "Denn die Menschen konnten die Augen zumachen vor der Größe, vor dem Schrecklichen, vor der Schönheit und die Ohren verschließen vor Melodien oder betörenden Worten. Aber sie konnten sich nicht dem Duft entziehen. Denn Duft war ein Bruder des Atems."

[7] Vroon u.a. (1996:126-128) meint, dass die Fähigkeit zur Benennung von Gerüchen durchaus verbessert werden kann. Er beschreibt auch eine passende Methode dafür.

[8] In dieser Arbeit kommen psychoanalytische, politische, soziologische, moralische und religiöse Dimensionen des Romans nicht zur Sprache.

[9] Fischer (1985) weist auf die große Bedeutung hin, die der Studie Pesthauch und Blütenduft des französischen Historikers Alain Corbin (1982) für Süskinds Roman zukommt: "Corbins historische Dokumentation hat Süskind in einen deftigen Roman übersetzt." Alain Corbin hat in seinem Buch eine Geschichte der Wahrnehmung und des Umgangs mit Gerüchen im 18. und 19. Jahrhundert vorgelegt. Er beschreibt die verändernden medizinischen Vorstellungen von Hygiene und dem Einstellungswandel im Bereich des Geruchs.

[10] Das Buch wurde von drei Leuten erfasst: Pier Vroon ist Inhaber des Lehrstuhls für Experimentelle und Theoretische Psychologie an der Universität Utrecht; Anton van Amerongen ist Biologe; Hans de Vries ist frei praktizierender Psychologe. Die Originalausgabe erschien 1994 in Niederland.

[11] Vroon (1996: 241) erklärt es dadurch, dass „Geruchsorgan vor allem Verbindungen zu evolutionär alten, nicht direkt mit den Sprachzentren verknüpften Teilen des Gehirns und mit der rechten Gehirnhälfte hat.“

[12] Alle Zitate nach: Patrick Süskind: Das Parfum. Die Geschichte eines Mörders Zürich 1994 (Diogenes Taschenbuch Nr. 22800) .

[13] Die 1. Auflage folgte im 1980.

[14] Der Autor verwendet folgende Abkürzungen: ta (Text der Ausgangssprache), tz ( Text der Zielsprache), Z (Zielsprache).

[15] Über die Übersetzerin Giovanna Agabio ist nicht viel bekannt. Tatsache ist, dass sie auch die anderen Bücher von Patrick Süskind übersetzt hat: Der Kontrabass und Die Geschichte von Herrn Sommer.

[16] Ausführlich können sich Übersetzer von literarischen Texten in der Zeitschrift Babel, in literarischen und literaturwissenschaftlichen Zeitschriften und in Sammelbänden Das Problem des Übersetzens zu Wort melden.

[17] Dieser Meinung ist Geckeler (1971: 218).

[18] Das Verb riechen wird auch transitiv gebraucht.

[19] Alle italienischen Übersetzungsbeispiele stammen aus: Süskind, P. (1988): Il profumo, übersetzt von Giovanna Agabio, Zürich: Diogenes Verlag.

[20] Das Verb venire in diesem Satz soll die dynamische Komponente zum Ausdruck bringen.

[21] Dieses Verb kommt aber in italienischer Übersetzung niemals vor.

Details

Seiten
104
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783832483036
ISBN (Buch)
9783838683034
Dateigröße
855 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v223499
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München – Sprach- und Literaturwissenschaften
Note
1,35
Schlagworte
übersetzungsprobleme wahrnehmung versprachlichung verben komposita

Autor

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Titel: Kontrastiver Vergleich des italienischen und des deutschen Wortschatzes im Bereich des Geruchs am Beispiel der Übersetzung von Süskinds Roman 'Das Parfum'