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Die Jugend von heute - eine Generation von Ichlingen?

Examensarbeit 2004 66 Seiten

Pädagogik - Allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erklärung des Begriffs „Jugend“

3. Werden Kinder zu Egoisten erzogen?
3.1 Die Situation in der Schule
3.2 Einfluss der Medien
3.3 Werden Jugendliche zunehmend kriminell?
3.4 Erziehung ohne männlichen Einfluss
3.5 Der Generationenkonflikt

4. Entstrukturierung der Jugendzeit
4.1 Entwicklung von Jugendzeit
4.1.1 Jugend und Schule
4.1.2 Jugend und Familie
4.1.3 Jugend und Freizeit
4.2 Veränderte Lebenslage der Jugend
4.2.1 Schwierigkeiten beim Übergang von der Kindheit zum Erwachsensein
4.2.2 Wie erleben Jugendliche ihre Zukunftsperspektiven?
4.3 Werteverfall, Wertewandel, Wertesynthese?
4.4 Bewirkt der „neue Individualismus“ eine Solidaritätskrise?

5. Ehrenamtliches Engagement
5.1 Ausmaß des jugendlichen Engagements
5.2 Tätigkeitsfelder und organisatorischer Rahmen
5.3 Wandel des organisatorischen Rahmens der ehrenamtlichen Arbeit notwendig

6. Politisches Interesse und Engagement
6.1 Institutionenvertrauen
6.2 Demokratieverständnis
6.3 Wahlbeteiligung
6.4 Verschiedene Erklärungsmodelle für Wahlverhalten
6.4.1 Erklärung der geringen Wahlbeteiligung
6.4.2 Erklärungsversuch der geringen Wahlbeteiligung der 21-25jährigen
6.5 Politische Positionierung

7. Voraussetzungen für jugendliches Engagement

8. Fazit

Quellenverzeichnis

Eidesstattliche Erklärung

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Hauptprobleme der Jugendlichen

Abbildung 2: Hauptprobleme der 12-14jährigen

Abbildung 3: Hauptprobleme der jungen Erwachsenen

Abbildung 4: Würdest du dich eher als Jugendliche(r) oder als Erwachsene(r) bezeichnen?

Abbildung 5: Persönliche und gesellschaftliche Zukunftsprobleme

Abbildung 6: Freiwilliges Engagement in verschiedenen Alters- gruppen

Abbildung 7: Tätigkeitsfelder jugendlichen Engagements

Abbildung 8: Zusammenhangsanalyse: Interesse an Politik nach signifikanten sozialen und persönlichen Merkmalen

Abbildung 9: Inhalte des Wesens der Demokratie

Abbildung 10: Wahlbeteiligung bei deutschen Bundestagswahlen

Abbildung 11: Stimmabgabe bei deutschen Bundestagswahlen

1. Einleitung

„Ja, ja, die Jugend von heute...“

„Das hätten wir uns damals erlauben sollen!“

„Ich wurde noch ganz anders erzogen!“

Solche oder ähnliche Aussagen sind sicher jedem bekannt. Die Jugend gibt in den Augen der älteren Generationen schon immer Grund zur Sorge und Skepsis. Mit ihren neuen eigenen Ideen, Vorstellungen und Ansichten bringen die Nachwachsenden das etablierte und erprobte Gerüst von Kultur und Gesellschaft ins Wanken. Verständlicherweise entstehen bei den Älteren Ängste und Vorbehalte, wenn die ihnen vertrauten Strukturen aufzuweichen drohen. Zwischen den Generationen scheint eine Entfremdung stattzufinden. Kinder und Jugendliche werden nicht selten als die Schuldigen für unsere schnelllebige Ellenbogengesellschaft dargestellt. Ihnen wird der Verlust von Werten und zunehmende Egozentrik vorgeworfen.

Die Situation heutiger Kinder und Jugendlicher ist nicht mehr eindeutig. Die Älteren können die nachfolgende Generation nicht mehr verstehen, aber auch die Jugendlichen selbst haben Probleme sich zurechtzufinden.

Ellen Key bezeichnet das 20. Jahrhundert als das „Jahrhundert des Kindes“. (Key, 1991) Genauso können wir es als das „Jahrhundert der Jugend“ betrachten. Zu keinem früheren Zeitpunkt wurde Jugend so ausführlich diskutiert und untersucht wie in den letzten Jahren.

Trotz aller Warnungen vor den unsozialen, egoistischen und oberflächlichen Heranwachsenden hat sich das Konstrukt „Jugend“ auch in der Erwachsenenwelt durchgesetzt. Man strebt danach, sich seine Jugendlichkeit zu bewahren, denn Jugendlichkeit wird gleichgesetzt mit Attraktivität und Agilität. Wem ist der Kult um junges Aussehen und jugendliche Fitness nicht allgegenwärtig?

Diese Arbeit befasst sich mit der Frage, ob die heutige junge Generation tatsächlich so negativ eingestellt ist, wie allgemein behauptet wird. Haben wir es wirklich mit jungen Menschen zu tun, die jegliches Interesse an sozialem und politischen Engagement verloren haben und nur noch an sich selbst und ihr eigenes Wohlergehen denken?

Erleben wir tatsächlich einen Werteverfall oder muss man vielmehr von einem Wertewandel sprechen?

Engagieren junge Bürger sich gar nicht mehr oder nur in anderen als den traditionellen Formen?

Unter welchen Bedingungen sind Jugendliche bereit, Arbeit und Zeit für soziale oder politische Belange außerhalb ihres privaten Umfeldes aufzuwenden?

Diesen Fragen soll im Rahmen der vorliegenden Arbeit nachgegangen werden. Um einen Ausgangspunkt zu schaffen, werden im zweiten Kapitel zunächst verschiednen Begriffserklärungen vorgestellt. Im dritten Kapitel werden die Vorurteile aufgezeigt, die es bezüglich der Kinder und Jugendlichen gibt. Der Generationenkonflikt wird kurz erläutert.

Um ein genaueres Bild zu zeichnen, stellt das vierte Kapitel die Entstehung, Entwicklung und Veränderung des Konstruktes „Jugend“ dar. Weiterhin gehe ich auf die veränderte Lebenslage von Jugendlichen und den angeblichen Werteverfall ein.

Das fünfte Kapitel befasst sich mit ehrenamtlichem Engagement. Hier soll ein genaueres Bild der freiwilligen Aktivitäten Jugendlicher entstehen.

Im darauf folgenden sechsten Kapitel wird das politische Engagement näher betrachtet. Es soll über Demokratieverständnis, Wahlbeteiligung und Parteipräferenzen Auskunft geben.

Die Bedingungen unter denen Jugendliche bereit sind, sich freiwillig einzusetzen, stellt das siebte Kapitel dar.

Als Abschluss folgt ein Fazit, in dem ich meine Haltung darlege und begründe.

Es gestaltete sich recht schwierig konkrete Zahlenreihen, vor allem für das Kapitel „Ehrenamtliches Engagement“ zu beschaffen. Die vorhandenen Datensätze haben zumeist verschiedene Basen, so dass ein Vergleich nur unter Vorbehalt möglich ist.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, ein aktuelles Bild der heutigen Jugend zu zeichnen und darzustellen, dass sie im Grunde nicht viel anders ist, als die Jugendlichen der früheren Generationen.

2. Erklärung des Begriffs „Jugend“

Die Zeit der Jugend ist eine Übergangsphase zwischen Kindheit und Erwachsensein. Um zu verdeutlichen, was im vorliegenden Text unter dem Begriff „Jugend“ zu verstehen ist, sollen zu Beginn verschiedene Definitionen vorgestellt werden.

Im Brockhaus (Bd.11 1996) wird Jugend definiert als „...ein bestimmter Lebensabschnitt oder ein gruppenspezifisches Verhaltensmuster dieser Phase, auch die jeweilige Generation in diesem Lebensalter; im Rahmen einer genaueren Begriffsbestimmung ist Jugend eine komplexe Erscheinung, die sowohl auf historisch, sozial und kulturell (auch religiös und ökonomisch) geprägt als auch in ihrer Existenz selbst an bestimmte Formen sozialer Evolution gebunden ist; insofern ist Jugend keineswegs anthropologisch gegeben oder universal anzutreffen...“.

Dieser Definition zufolge ist Jugend also dem Wandel der Zeit unterlegen und ändert sich von Generation zu Generation.

Im Gesetzestext werden alle Bürger im Alter von 14-18 Jahren als „Jugendliche“ bezeichnet. Hier ist der Begriff „Jugend“ eindeutig über das Alter definiert und besondere Lebensumstände finden nur in Ausnahmefällen Beachtung.

Der Beginn des Jugendalters wird biologisch durch das Einsetzen der Pubertät festgelegt. Das Ende ist gekennzeichnet durch das Erreichen der ökonomischen und soziokulturellen Unabhängigkeit .

Es ist daher mehr eine Definitionsfrage wann das Jugendalter endet.

Helmut Remschmidt (1986, S.18) unterscheidet fünf Komponenten der Jugend- oder Adoleszenzzeit:

1. biologische Komponente (körperliche Veränderungen)
2. psychologische Komponente (individuelle psychische Vorgänge)
3. psycho-soziale Komponente (intergruppales Verhalten)
4. transkulturelle Komponente (Wahrnehmung der Jugendphase in Abhängigkeit von soziokulturellen Verbindungen)
5. rechtliche Komponente (Sicherung einer rechtlich gesicherten Position)

„Jugend“ ist semantisch unklar belegt, es kann die biologische Alterspanne gemeint sein oder die nachfolgende jüngere Generation. Ebenso wird Jugend als Reifungsphase unter psychologischen, als soziokulturelle Entwicklung unter historischen oder als Erziehungsaufgabe unter pädagogischen Gesichtspunkten betrachtet.

In den letzten Jahrzehnten ist die Jugend immer stärker als Problemfeld in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten.

In der sozialwissenschaftlichen und pädagogischen Literatur herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass „jugendlich sein“ kein naturgegebener Zustand ist. Zu jeder Zeit wurde und wird diese Phase des Heranwachsens und Hineinwachsens in eine Gesellschaft durch jene formal bestimmt.

Sollte das Alter nicht ausdrücklich erwähnt werden, werden im Folgenden unter den Begriff „Jugendliche oder junge Erwachsene“ alle 12-30jährigen gefasst. Eine Ausnahme stellt das fünfte Kapitel dar, hier sind nur die 18-25jährigen gemeint.

3. Werden Kinder zu Egoisten erzogen?

In diesem Kapitel sollen Voraussetzungen und Bedingungen von Erziehung in und durch Schule, Medien und Familie erläutert werden. Jugend scheint immer mehr zu verkommen, alte Werte haben keine Gültigkeit mehr und neue sind nicht in Sicht. Gleichgültig, rücksichtslos und ichbezogen leben Kinder und Jugendliche ihr Leben, ohne sich um das Gemeinwohl zu kümmern. Diesen Eindruck kann man gewinnen, wenn man das Buch „Der Erziehungsnotstand“ (2001) von Petra Gerster und Christian Nürnberger liest. „Viele Kinder sind heute nur noch bedingt gesellschaftsfähig“ konstatieren sie (ebd., S.50) und machen damit auf Vorurteile aufmerksam, die wohl jedem bekannt sein dürften.

Ungeduldig und nicht mehr in der Lage zurückzustecken, fordern Kinder ein, was sie haben möchten. Sie sind zunehmend sprachlich und motorisch gestört, die Gewaltbereitschaft nimmt zu und in den Schulen tummeln sich verhaltensauffällige Schüler, die nicht mehr in der Lage sind, sich an Regeln zu halten. Gerster/Nürnberger wollen mit ihrem Buch darauf aufmerksam machen, dass die Debatte um Erziehung und deren notwendige Reformen öffentlich geführt werden muss. Erziehung ist keine Privatsache, sondern betrifft die ganze Gesellschaft.

3.1 Die Situation in der Schule

Gerster/Nürnberger halten die Struktur der Schulbildung für problematisch, da unser Bildungssystem zu sehr auf die Interessen und Ansprüche der Wirtschaft ausgerichtet ist. Die Politik reagiert nicht auf die Hilferufe der Lehrer und Eltern. In den Schulen findet man überforderte und ausgebrannte Lehrer, zu große Klassen und zu wenig unterstützendes Personal. Insbesondere die Lehrer haben einen schweren Stand, da sie oftmals ohne reglementierende Handhabe dastehen. Die Eltern stellen sich auf die Seite ihres Schützlings und können sich gar nicht vorstellen können, dass ihr Kind in der Schule aus dem Rahmen fällt.

Wo die Abstimmung zwischen Eltern und Lehrern jedoch nicht klappt oder sogar gegeneinander gearbeitet wird, kann Erziehung nur im Chaos enden.

Mittlerweile wird Schule mit Aufgaben betraut, die sie nicht zu leisten vermag. Statt Kinder an Regeln zu gewöhnen und sie zu deren Einhaltung zu erziehen, werden die Regeln geändert, um den Kindern das Leben zu erleichtern, bemängelt auch Susanne Gaschke (2001). Als Beispiel führt sie die Rechtschreibreform ins Feld. Früher waren die Schüler auch in der Lage, die deutsche Rechtschreibung und Grammatik zu erlernen. Sie stellt sich deshalb die Frage, wieso das heute so große Probleme bereitet, dass man kurzerhand die altbekannten Regeln abschafft und durch neue (leichtere?) ersetzt.

Die Kinder sollen gebildet, erzogen und zu systemintegrierten Mitbürgern gemacht werden. Da die Schule allerdings kein „Reparaturbetrieb“ (Gerster/Nürnberger 2001, S.205) für unsere Gesellschaft sein kann, darfs sie an dieser Stelle nicht alleingelassen werden.

Maria Fölling-Albers stellt in ihrem Buch „Schulkinder heute“ (1995) fest, dass Lehrer ihre Schüler anders erleben als früher. Es gibt mehr Kinder, die große Konzentrationsschwierigkeiten haben und die nicht mehr auf gewohnte pädagogische Maßnahmen reagieren. Die weniger strenge, liberalere Umgangsweise in den Schulen trägt hierzu ihren nicht geringen Teil bei. Gerade Grundschullehrer verbringen mehr Zeit mit erzieherischen Tätigkeiten als früher, da die Kinder als ichbezogener und weniger rücksichtsvoll empfunden werden. Deshalb sprechen sich in der Befragung von Fölling-Albers die meisten Lehrer für den Besuch einer vorschulischen Institution wie Kindergarten oder Vorschule aus. Dort soll nicht schulisches Wissen, sondern vor allem soziale Kompetenz gelernt und geübt werden.

Eine markante Veränderung während der letzten 20 Jahre stellt ein Großteil der Lehrer auch bezüglich des Individualisierungsprozesses der Kinder fest. Zwar sind die Schülerzahlen der Klassen gesunken, der Betreuungsaufwand für den einzelnen Schüler im Gegensatz dazu ist jedoch gestiegen. Die Schüler fordern verstärkt die ungeteilte Aufmerksamkeit des Lehrers ein. Da sie von zu Hause gewohnt sind, im Mittelpunkt zu stehen, müssen sie in der Schule erst einmal lernen auf die Bedürfnisse ihrer Mitschüler Rücksicht zu nehmen.

3.2 Einfluss der Medien

Einen Grund für die schlechterzogene junge Generation sehen Gerster/Nürnberger unter anderem im Fernsehen. Unter dem Druck möglichst hohe Einschaltquoten zu erzielen, sei es mittlerweile verkommen zu einem „Fernsehen für Debile“ (ebd. 2001, S.116). Außerdem mangelt es einem Kind, das viel vor dem Fernseher sitzt an Bewegung und an Zeit, die es mit seinen Freunden verbringen könnte. Gleiches gelte im Übrigen für alle Arten von Telespielen.

Immer häufiger begegnen wir dem Problem ADS („Aufmerk- samkeitsdefizitsyndrom“). Marianne Sorg führt diese “Modediagnose“ ebenfalls auf den zu großen Medienkonsum und mangelnde Erziehung zurück (ebd. S.60).

Da Kinder bis zum 10. Lebensjahr nicht zwischen Fiktion und Realität unterscheiden könnten (ebd. S.113), sehen die Autoren eine vom Fernsehen ausgehende Gefahr der Nachahmung von Gewalttaten. Obwohl ein Zusammenhang zwischen Gewaltdarstellung und tatsächlich ausgeführter Gewalt wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden kann, stellen Gerster und Nürnberger die Frage „...was, wenn nicht die Medien, bei Kindern das Interesse an Gewalt weckt.“ (ebd. S.113).

Diese Vermutung wurde auch im Fall des Amoklaufes in Littleton (20.04.1999) aufgestellt. Zwei 17 und 18 Jahre alte Schüler töteten 12 ihrer Mitschüler und einen Lehrer. Danach erschossen sie sich selbst. Bei der anschließenden Durchsuchung ihrer Zimmer fand die Polizei Gewaltvideos. Ob diese Videos die Ursache oder den Anlass der Bluttat lieferten, ist jedoch nicht klar. In der sozialwissenschaftlichen Literatur finden sich zwei gegenläufige Thesen: Animieren Gewaltdarstellungen in den Medien zu realen Taten oder werden Gewaltdarstellungen nur von Personen konsumiert, die sowieso Gewalt befürworten?

Der niedersächsische Justizminister Christian Pfeiffer spricht in gegenüber dem ZDF-Morgenmagazin sogar von einer “Medienverwahrlosung“ (stern.de 2004) Er fordert mehr Ganztagsschulen um den ungehinderten Zugang der Kinder zu Fernsehen, Internet und Videospielen zu unterbinden. Den Eltern wirft er vor, den Jugendschutz zu unterlaufen, indem sie die Mediennutzung ihrer Kinder zu wenig kontrollieren.

3.3 Werden Jugendliche zunehmend kriminell?

Gewalt ist ein Thema, mit dem unsere Gesellschaft zunehmend zu kämpfen hat. Christian Peiffer warnt vor einer „Verfestigung krimineller Karrieren“, die nicht mehr als vorübergehende Erscheinung im Jugendalter gewertet werden kann (Gerster/Nürnberger 2001, S.105). Aus dem Statistischen Jahrbuch von 2003 geht hervor, dass zwar in der Zeit von 1980 bis 1990 die Zahl der verurteilten Jugendlichen im Alter von 14-18 Jahren von ca. 80 000 auf weniger als die Hälfte gesunken ist, dann jedoch bis zum Jahr 2001 wieder anstieg auf ca. 50 000. Ob dieser Anstieg tatsächlich auf zunehmend kriminellere Jugendliche zurückzuführen ist, geht aus den Zahlen nicht hervor. Der Anstieg könnte auch durch ein verändertes Anzeigeverhalten zu erklären sein. Während die Menschen früher viele Dinge unter sich regelten, wird heute schneller bei der Polizei angerufen und Anzeige erstattet.

3.4 Erziehung ohne männlichen Einfluss

Jungen sind besonders gefährdet auf die kriminelle Bahn zu geraten. Laut Gerster/ Nürnberger liegt eine Ursache darin, dass in der frühen kindlichen Erziehung bis etwa zum 10. Lebensjahr Männer nur eine sehr geringe Rolle spielen. Der Vater ist als Ernährer der Familie meistens in seinem Beruf stark eingespannt, in Grundschulen findet man fast nur Lehrerinnen, in Kindergärten sind männliche Kindergärtner gar eine Rarität. Den Jungen fehlt die männliche Bezugsperson und somit die Möglichkeit, eine gesunde männliche Identität aufzubauen. Das Autorenpaar ist er Ansicht, dass Jungen deshalb „destruktiver, lauter und aggressiver sind als Mädchen“ (ebd. S.88). Sie profilieren sich durch übertrieben männliches Gehabe, um ihre Dominanz zu beweisen.

3.5 Der Generationenkonflikt

Friedrich H. Tenbruck (in: Remschmidt 1986) sieht das Problem bezüglich der Jugend hauptsächlich in der „Verständniskluft“ (S.29), die sich seiner Ansicht nach in Zukunft noch vertiefen wird. Unterschiedliche, wenn nicht sogar gegensätzliche Vorstellungen von Lebensgestaltung treffen aufeinander und machen den Dialog unmöglich. Tenbruck stellt die Frage: „Ist Jugend das Ergebnis gesellschaftlicher Lagen oder gesellschaftlichen Versagens?“ (ebd. S.30). Sind die Probleme, die auch er festgestellt hat „hausgemacht“ oder Folgen einer nicht zu verhindernden Entwicklung der modernen Gesellschaft? Kritisch äußert er sich zu der Auffassung, dass „Jugend schon immer so gewesen sei.“ Darin sieht er nur die Rechtfertigung, sich nicht weiter um das Verhalten der jungen Generation kümmern zu müssen. An dieser Stelle drängt sich die Frage auf, ob man nicht genauso von egozentrischen Erwachsenen sprechen kann.

Entschieden hält der Autor fest, dass es keine „natürliche“ Jugendphase gibt und man sich deshalb sehr wohl mit den jungen Bürgern auseinandersetzen muss.

Durch die Übernahme bestimmter Aufgaben in der Erziehung und Ver- sorgung Jugendlicher durch den Staat, verliert die Elterngeneration gewisse Fürsorgeverpflichtungen. Gleichzeitig haben Mutter und Vater immer weniger Zeit für ihren Nachwuchs, weil nicht selten beide Elternteile arbeiten. Daher verbringen Jugendliche vermehrt Zeit mit Gleichaltrigen. Die Generationenbeziehung leidet darunter und es entstehen laut Tenbruck „unkontrollierbare Freiräume“ (ebd. S.38) in denen Jugendliche auf ihre subjektive Entscheidungsfindung angewiesen sind.

Andererseits ist die Kollektivierung durch verschiedenste Initiativen, Organisationen, Jugendverbände usw. fortgeschritten und erzeugt eine regelrechte Subkultur (ebd. S.39), die stellenweise im Konflikt steht mit der Erwachsenenwelt.

Sehr interessant finde ich die Frage, ob die Lage der Jugend eine zwangsläufige Entwicklung oder von der Gesellschaft durch Gesetzes- änderungen und sonstige Reformen gemacht ist. Ich vertrete die Auf- fassung, dass beides zutrifft. Die Entwicklung der gesellschaftlichen Situation in Deutschland ist seit der Zeit des Dritten Reichs eine Entwicklung zu mehr Freiheit und Gleichberechtigung für alle Bürger. Allerdings müssen Reformen gut durchdacht werden, da sie - einmal ein- geführt - kaum wieder rückgängig gemacht werden können.

Dies zeigt sich zur Zeit deutlich in der Diskussion um das Wahlrecht ab 16 Jahren. Ich halte es für äußerst problematisch dieses einmal zugestandene Wahlrecht wieder zurückzunehmen. Darauf soll in Kapitel sechs noch näher eingegangen werden.

Werden Kinder durch das bestehende System zu Egoisten erzogen?

Den vorangehenden Ausführungen folgend, scheint sich diese These zu bestätigen.

Nicht so drastisch schätzen Hurrelmann et al. die Situation ein. Sie bezeichnen die junge Generation als eine „Generation von Egotaktikern“ (Shell 2002, S.33). Sie kamen in ihren Studien zu dem Ergebnis, dass Jugendliche auf die Jugendphase als Zeit der unklaren und sich schnell verändernden Strukturen mit einem hohen Maß an „Selbstzentriertheit“ reagieren. Die Entstrukturierung (s. Kapitel 3) und die zunehmende Individualisierung der Gesellschaft erfordern die Bereitschaft zu Flexibilität und Selbstorganisation, um angemessen auf sich bietende Chancen reagieren zu können.

Die Gründe für die stattgefundenen Veränderungen im Verhalten und in den Einstellungen Jugendlicher sollen im nächsten Kapitel begründet werden.

4. Entstrukturierung der Jugendzeit

Die Jugendzeit dient der Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit, welche durch die Auseinandersetzung mit den Ansprüchen von außen und den eigenen Wünschen entsteht. Fremd- und Selbstbestimmung müssen ständig geprüft, abgewogen und verhandelt werden, um die eigene Identität zu festigen. Die Ansprüche an die Jugendlichen bezüglich der eigenen Person und der eigenen Position in der Gesellschaft sind in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen und verlangen von ihnen ein immer höheres Maß an Selbstreflexion. Der Verlust von traditionellem Wissens und der Gebräuche der älteren Generation und das Zusammenbrechen bekannter Lebens- und Rollenmuster führten zu einem höheren Maß an Individualisierungstendenzen (Bertram 1990, S.211). Bertram macht darauf aufmerksam, dass Anpassung an eine Ordnung nur möglich ist, wenn diese konstant bleibt (Bertram 1987, S.2). Da die bestehende Gesellschaftsordnung sich jedoch stetig wandelt, ermöglichen die immer offener werdenden Lebensbedingungen zwar eine freiere Gestaltung der persönlichen Umwelt. Gleichzeitig fordern sie aber auch permanent selbstständige Entscheidungen, denn es gibt immer weniger althergebrachte Muster, die einfach übernommen werden können (siehe auch Wiesmann 2002, Kohli 1991, Beck 1986).

Durch veränderte Aufwachsbedingungen hat eine Ent- bzw. Um- strukturierung der Jugendzeit stattgefunden, die es zu bewältigen gilt.

4.1 Entwicklung von Jugendzeit

Erst seit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert kristallisiert sich Jugend als das heraus, was wir heute noch darunter verstehen. Im Laufe der Generationen hat diese Phase einige Veränderungen durchgemacht. In diesem Kapitel sollen bestimmte Lebensbereiche Jugendlicher angesprochen werden.

4.1.1 Jugend und Schule

Zunächst hatten nur bürgerliche junge Männer die Möglichkeit, sich durch Schulbildung besser auf die Erfordernisse der Lohnarbeit vorzubereiten. Die Mädchen benötigten für ihre Aufgabe als Ehefrau und Mutter keine höhere Bildung.

Den gleichen Gegensatz gab es in Bezug auf Stadt- und Landjugend. Kinder aus ländlicheren Gegenden mussten in einem wesentlich jüngeren Alter in den Familienbetrieben mitarbeiten und hatten deshalb nur selten die Möglichkeit höhere Schulen zu besuchen.

In den letzten zwei Jahrhunderten hat sich das Ende der Kindheit (Einsetzen der Pubertät) immer weiter nach vorn verschoben. Inzwischen ist die Kindheit so kurz wie noch nie zuvor. Bei den Mädchen endet sie im Durchschnitt mit 11,5 Jahren, bei den Jungen mit 12,5 Jahren. Der Eintritt in das Erwachsenenleben, gekennzeichnet von finanzieller und wirtschaftlicher Unabhängigkeit, politischer Mitbestimmung und der Gründung einer eigenen Familie, hat sich im Vergleich zu den vorigen Generationen dagegen verspätet (Hurrelmann et al. 2002, S.31). „Und je aufwendiger die zum Unterhalt nötigen „Betriebsmittel“ werden, desto länger wird in der Regel die Spanne zwischen körperlicher Reife und sozialer Selbständigkeit.“ (Tenbruck, 1986, S.32).

Seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts gab es weitere Reformen in der Bildungspolitik. Die Bildungschancen für Mädchen, Arbeiterkinder und Landjugend erhöhten sich. Dies hat zur Folge , dass immer mehr Kinder immer länger die Schule besuchen, um höhere Schulabschlüsse zu erreichen. Jugendzeit wird immer stärker zu Schulzeit. Seit Beginn der 60er Jahre verringerte sich die Zahl der erwerbstätigen 15-20jährigen von 76% auf 45% Mitte der 80er Jahre (Olk und Strikker 1991 in Palentien/Hurrelmann, 1998, S.12). Durch die breitere Zugänglichkeit aller Schulformen für alle Schüler, eröffnen sich berufliche Möglichkeiten, die nicht mehr von der familiären Herkunft abhängen.

4.1.2 Jugend und Familie

Die Erziehungsziele veränderten sich im Laufe der Zeit erheblich. Selbstständigkeit und Eigenverantwortung stehen für viele Eltern heute - im Gegensatz zu früher - im Vordergrund, sie legen nicht mehr so viel Wert auf Gehorsam und Unterordnung. Kinder sind zu gleichberechtigten Diskussionspartnern geworden.

Generell hat sich die Situation der Familie verändert. Die Formen des Zusammenlebens beschränken sich nicht mehr auf die klassische Mutter-Vater-Kind-Beziehung, sondern wurden vielfach abgelöst durch Alleinerziehende , Patchwork-Familien[1] oder Stieffamilien. Erkennbar ist dieser Wandel an der Zahl der Eheschließungen und –scheidungen: Im Vergleich zu den 1950er Jahren hat sich die Anzahl der Eheschließungen in den alten Bundesländern halbiert, in den neuen ist sie auf ein Drittel gesunken, während die Scheidungen auf etwa 30% anstiegen (Bundesministerium für Familie und Senioren in: Hurrelmann/Palentien 1998, S.14).

Kinder leiden unter den steigenden Scheidungsraten. Das Autorenpaar Gerster/Nürnberger ist der Ansicht, dass viele Scheidungen vorschnell geschehen und vermieden werden könnten, wenn jungen Paaren bewusster wäre, „dass mit der Geburt des ersten Kindes die eigene Jugend definitiv vorbei ist und es jetzt wirklich ernst wird“ (2001, S.85). Sie werfen den Paaren, die eine Scheidung für sinnvoller erachten als ein Zusammenleben um jeden Preis, damit indirekt eine gewisse Verantwortungslosigkeit und Blauäugigkeit vor.

4.1.3 Jugend und Freizeit

Die Zahl der Haushalte, in denen Vater und Mutter berufstätig sind, wächst und somit die Zahl der Kinder, die ihren Tagesablauf weitgehend selbstständig organisieren müssen. Die Eltern verlieren den Status des Hauptansprechpartners bei Problemen. Diesen Platz nehmen die Gleichaltrigen ein, mit denen die Freizeit nun hauptsächlich gestaltet wird.

Aus dem Kindersurvey 1993 (Zinnecker/Silbereisen 1996, S.25) geht hervor, dass 10-13jährige Kinder in der Woche 4,9 Stunden, an Samstagen 8,9 Stunden und Sonntags 9,3 Stunden Freizeit haben. Das sind 33% bzw. 60% der Wachzeit, also eine nicht unerhebliche Anzahl an Stunden, die die Kinder gestalten müssen. Bei der liebsten Freizeitbeschäftigungen der 12-24jährigen war 1996 an erster Stelle das „mit Freunden zusammen sein“ (96%) zu finden (Shell Jugendstudie 1997). Die so genannten Peer-Groups[2] nehmen also eine wichtige Funktion im Lebensumfeld Jugendlicher ein.

Das Taschengeld, welches Jugendliche zur Verfügung haben, erhöhte sich im Laufe der Zeit erheblich. Daher blieben Auswirkungen auf die Marktwirtschaft nicht aus. Es entstand eine speziell auf Jugendliche und Kinder ausgerichtete Konsum- und Medienindustrie. Es entwickeln sich immer mehr Freizeitangebote, die in Konkurrenz zueinander treten. Jugendliche werden immer stärker in die Rolle der Konsumenten gedrängt und müssen ihre Zeit auf die verschiedenen Angebote aufteilen. Die zwangsläufigen Auswirkungen auf ihr freiwilliges Engagement werden in Kapitel 5 und 6 noch näher erläutert.

4.2 Veränderte Lebenslage der Jugend

„Jugend verliert die Verlässlichkeit ihrer gesellschaftlichen Bedingungen, der zentrale Fokus des traditionellen Jugendverständnisses – nämlich die gelingende Verkopplung gesellschaftlicher und biographischer Zukunft – löst sich auf.“ (Münchmeier 1998, in: Zeitschrift für Erziehungs- wissenschaft, S.103)

Die Lebensweise der heutigen Jugend wird von vielen als bunt und vielfältig empfunden. Es gibt zahlreiche Angebote wie Kinos, Kneipen, Diskos und Jugendzentren zwischen denen Jugendliche wählen können. Auch Dinge wie Wohnverhältnisse, Taschengeld und Konsumangebot sind im Gegensatz zu früher sicherlich besser und vielfältiger geworden. Nicht selten hört man den Satz: „Noch nie ging es der Jugend so gut wie heute.“ In Bezug auf materielle Dinge mag das zutreffend sein. Das Wesentliche der Jugendphase wird dabei jedoch übersehen:

Sie ist eine Zeit der Vorbereitung, des Lernens und der Qualifikation für das spätere Erwachsenenleben im Einklang mit herrschenden gesellschaftlichen Bedingungen. Und obwohl die Jugendlichen heute mehr Freiheiten genießen können als noch ihre Elterngeneration, gibt ihnen die derzeitige ökonomische Lage (s. Kapitel 4.2.1) Anlass zu großer Sorge (Münchmeier 1998 in: Aus Politik und Zeitgeschichte, S.5).

Zwischen Jugendzeit und Erwachsensein besteht ein sehr enger, empfindlicher Zusammenhang. Die Gestaltung der Jugendphase richtet sich nach den Möglichkeiten, die man in der zukünftigen Erwachsenenwelt für sich sieht. Anders ausgedrückt sind Gegenwart und Zukunft untrennbar miteinander verknüpft. Sind die Zukunftsaussichten der Gesellschaft bedroht, sind zugleich auch die Zukunftschancen der Jugendlichen unsicher, denn sie müssen sich innerhalb der gesellschaftlichen Vorgaben und Entwicklungen ihre eigene biografische Zukunft gestalten.

Betrachtet man die Lebenslage der Jugend, müssen also sowohl die gegebenen Sachlagen wie Arbeitsmarkt, Umwelt oder Kriminalität in Augenschein genommen werden, als auch die subjektiven Perspektiven.

In der 12. Shell Jugendstudie (1997) ging es unter anderem um diese subjektive Problemwahrnehmung. Dafür wurden Jugendliche zu Problemen befragt, die sie für ihre persönliche und für die gesellschaftliche Zukunft sehen. Es ergab sich folgende Rangliste von Hauptproblemen Jugendlicher:

Abbildung 1: Hauptprobleme der Jugendlichen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle in Anlehnung an: 12. Shell Jugendstudie 1997, S.279.

Demnach scheinen nicht entwicklungspsychologische oder sozialisationstheoretische Aspekte die Jugend vorrangig zu beschäftigen, sondern die ökonomisch-gesellschaftlichen Probleme. Die Jugendphase ist also kein unbedarfter Schonraum mehr, denn die Jugendlichen sind gezwungen, sich mit „Erwachsenenproblemen“ auseinander zu setzen, um sich bestmöglich auf die gesellschaftliche Krise einzustellen und vorzubereiten.

Mit steigendem Alter nimmt die Angst vor Arbeitslosigkeit zu (18% der 12-14jährigen, 62,5% der 22-24jährigen) und auch diejenigen, die bereits eine Arbeitsstelle gefunden haben, sind sich der Unsicherheit ihrer Erwerbstätigkeit durchaus bewusst (64,4% der Berufstätigen nennen Arbeitslosigkeit als Hauptproblem).

Um ein etwas differenzierteres Bild der Problemwahrnehmung junger Menschen wiederzugeben, werden die verschiedenen Altersgruppen verglichen:

Abbildung 2: Hauptprobleme der 12-14jährigen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle in Anlehnung an : 12. Shell Jugendstudie 1997, S.280.

Bei den 12-14jährigen stehen altersgemäß Schul- und Ausbildungsprobleme, sowie Probleme mit Personen im Nahbereich (Eltern und Gleichaltrige) im Vordergrund. Mit zunehmendem Alter findet eine Verschiebung der Problemwahrnehmung statt:

Abbildung 3: Hauptprobleme der jungen Erwachsenen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle in Anlehnung an: 12. Shell Jugendstudie 1997, S.281.

An erster Stelle steht in diesen Altersgruppen die Angst vor der Arbeits- losigkeit. Die Zahlen machen deutlich, dass die ökonomische Lage, unab- hängig vom Alter, den größten Anlass zur Besorgnis gibt.

[...]


[1] Unverheiratete Paare leben mit ihren jeweiligen Kindern aus einer früheren Beziehung zusammen.

[2] Gruppe der Gleichaltrigen im näheren Umfeld

Details

Seiten
66
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783832482763
ISBN (Buch)
9783838682761
Dateigröße
451 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v223473
Institution / Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg – Erziehungswissenschaften
Note
1,0
Schlagworte
jugend wertewandel engagement wahlbeteiligung ehrenamt

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Titel: Die Jugend von heute - eine Generation von Ichlingen?