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Vorbereitung auf das Rating

Ein Leitfaden für KMU

Diplomarbeit 2003 130 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Diplomarbeit
1.3 Aufbau der Arbeit

2. Grundlagen
2.1 Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU)
2.2 Basel II
2.2.1 Basel II – der Hintergrund für das Rating
2.2.2 Aufbau von Basel II
2.2.3 Auswirkungen von Basel II auf die KMU
2.3 Rating
2.3.1 Definitionen, Abgrenzung & Eingrenzung
2.3.2 Ansätze und Arten
2.3.3 Skalierung und Symbole
2.3.4 Zweck, Notwendigkeit, Nutzen
2.3.5 Wesen und Ablauf
2.3.6 Bewertungsbereiche/-kriterien
2.3.7 Chance vs. Risiko
2.4 Ausgangssituation der KMU und Anforderungen an diese
2.4.1 Ausgangssituation der KMU
2.4.2 Anforderungen an die KMU

3. Leitfaden
3.1 Ansatz
3.1.1 Rating Advisory
3.1.2 Pre-Rating
3.1.1 Projekt
3.2 Projekt „Rating“
3.2.1 Ziele
3.2.2 Informationsbedarf
3.2.2.1 Fragestellungen
3.2.2.2 Bereiche / Kriterien / Faktoren
3.2.2.2.1 Allgemeine Angaben
3.2.2.2.2 Quantitative Faktoren
3.2.2.2.3 Qualitative Faktoren
3.2.2.2.3.1 Geschäftsmodell und Unternehmensstruktur
3.2.2.2.3.2 Management und Organisation
3.2.2.2.3.3 Finanzen
3.2.2.2.3.4 Rechnungswesen
3.2.2.2.3.5 Controlling
3.2.2.2.3.6 Personal
3.2.2.2.3.7 Marketing und Vertrieb
3.2.2.2.3.8 Kunden und Lieferanten
3.2.2.2.3.9 Produktions- und Leistungsprozesse
3.2.2.2.4 Schlüsselkriterien
3.2.2.2.4.1 Branchenrisiken
3.2.2.2.4.2 Länderrisiken
3.2.3 Unterlagen
3.2.3.1 Jahresabschluss
3.2.3.2 Betriebswirtschaftliche Auswertungen (BWA)
3.2.3.3 Strategiepapier
3.2.3.4 Businessplan
3.2.3.5 Planzahlen
3.2.4 Organisation und Planung
3.2.4.1 Projekt-Team
3.2.4.1.1 Größe
3.2.4.1.2 Zusammensetzung
3.2.4.1.3 Teamleiter
3.2.4.2 Verantwortungen
3.2.4.3 Kommunikation
3.2.4.4 Timing
3.2 Problematik

4. Zusammenfassung, kritische Betrachtung und Zukunftsaussichten

Literaturverzeichnis

ANHANG
Anhang 1 Wirtschaftslage der KMU in Deutschland
Anhang 2 Insolvenzen in Europa
Anhang 3 Insolvenzursachen
Anhang 4 Kurzfristige und langfristige Skalierungen
Anhang 5 Zusammenarbeit mit dem Rating-Advisor
Anhang 6 Kennzahlen
Anhang 7 Chance/Risiken und Stärken/Schwächen-Liste quantitative Faktoren
Anhang 8 Chance/Risiken und Stärken/Schwächen-Liste qualitative Faktoren
Anhang 9 Kundenbeurteilung
Anhang 10 Lieferantenbeurteilung
Anhang 11 Chancen/Stärken-Liste Schlüsselkriterien
Anhang 12 Ratingliste: Deutsche Bundesländer
Anhang 13 Fragekatalog (Beispiel)

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Aufbau Diplomarbeit 4

Abb. 2 Aufbau Grundlagen

Abb. 3 Die drei Säulen des neuen Baseler Akkords

Abb. 4 Adressaten des Ratings

Abb. 5 Schritte Internes Ratingprozess

Abb. 6 Die Phasen und Schritte des externen Ratingprozesses

Abb. 7 Rating als Zielvorgabe

Abb. 8 Informationsstand zu Basel II

Abb. 9 Vorbereitungsstand der Unternehmen auf ein Rating

Abb. 10 Aufbau Leitfaden

Abb. 11 Aufbau Ansatz

Abb. 12 Vier Felder der Rating-Advisory

Abb. 13 Projekt „Vorbereitung auf das Rating“

Abb. 14 Aufgaben Projekt „Vorbereitung auf das Rating“

Abb. 15 Gründe und Verwendungszweck für das Rating

Abb. 16 Adressaten des Ratings

Abb. 17 Informationsbedarf

Abb. 18 Fragen-Schema

Abb. 19 Form der Daten-/Informationenerfassung

Abb. 20 Moody’s Pyramide der Ratinganalyse

Abb. 21 Aufbau Kriterien

Abb. 22 Quantitative Faktoren

Abb. 23 Informationsbedarf Finanzen

Abb. 24 Qualitative Faktoren

Abb. 25 Informationsbedarfbedarf Geschäftsmodell und Unternehmensstruktur

Abb. 26 Informationsbedarf Management und Organisation

Abb. 27 Informationsbedarf Personal

Abb. 28 Informationsbedarf Marketing und Vertrieb

Abb. 29 Informationsbedarf Kunden und Lieferanten

Abb. 30 Informationsbedarf Produktions- und Leistungsprozesse

Abb. 31 Analysestufen

Abb. 32 Unterlagen

Abb. 33 Kernaussagen einer Strategiepapier

Abb. 34 Graphische Darstellung der Gesamtunternehmensplanung

Abb. 35 Planungshorizont Liquiditätsplan

Abb. 36 Organisation Projekt

Abb. 37 Aufgaben und Verantwortungsbereiche

Abb. 38 Modell für die Gestaltung der Projektkommunikation

Abb. 39 Beispiel Kommunikationsmatrix

Abb. 40 Projekthemmnisse

Tabellenverzeichnis

Tab. 1 Unterschiede der externen und internen Ratings

Tab. 2 Ratingklassen und Symbole

Tab. 3 Unterlagen für das Rating

Tab. 4 Strukturierung der Aufgaben (Beispiel)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

Über ganz Europa rollt eine Insolvenzwelle, von der Deutschland auch nicht verschont blieb. Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass in der Bundesrepublik überaus viele kleine und mittlere Unternehmen davon betroffen sind. Dabei sind es gerade die Mittelständler, die in der deutschen Wirtschaft die tragende Rolle spielen. Anhang 1 und Anhang 2 zeigen die Wirtschaftslage des Mittelstandes sowie die Insolvenzentwicklungen in Europa der letzten sechs Jahre.

Die Insolvenzen haben bei jedem Unternehmen unterschiedliche Gründe (s. Anhang 3). Dazu zählen u.a. die allgemeine Konjunkturflaute, der steigende Leistungsdruck und die Anpassung an die sich ständig ändernden Anforderungen des Marktes (z. B. durch neue Technologien), sowie Missmanagement, fehlende und/oder falsche Investitionen, die schwache Finanzausstattung der Unternehmen und der daraus folgende Verlust der Wettbewerbsfähigkeit.

Die Unternehmen müssen sich ständig auf veränderte Rahmenbedingungen einstellen. Konsequenzen sind verkürzte Investitionszyklen und ein erhöhter Kapitalbedarf, den sich kleine und mittelständische Unternehmen in erster Linie in Form eines Kredites von der Bank holen.

Die Banken befinden sich momentan ebenfalls in keiner günstigen Lage. Sie müssen sich auf die neuen Anforderungen durch Basel II einstellen und sehen sich ebenso gezwungen Risiken zu meiden bzw. diese auf die Unternehmen zu übertragen. Aus diesem Grund ziehen sie sich in vielen Fällen von einer Kreditgewährung, vor allem an kleine und mittelständische Unternehmen, zurück.

Den Empfehlungen des Basler Ausschusses folgend werden in Zukunft Ratings eingesetzt, um die Gewichtung der Risiken bei den Unternehmen zu ermitteln. Die Kredite bzw. die Kreditkonditionen werden je nach dem ermittelten Risikogewicht gestaltet und vergeben.

„Nicht die Banken, sondern das Unternehmen ist für sein Rating verantwortlich, da sich im Ratingurteil auch die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens wiederspiegelt wird.“ [1]

Oft wissen die Unternehmen gar nicht oder nur ungenau, was unter Rating zu verstehen ist, was es mit sich bringt und welche Auswirkungen es für ihre Zukunft haben kann bzw. haben wird.

Deshalb ist es wichtig, dass der Unternehmer erkennt, was er gewinnt, wenn er sein Unternehmen ganzheitlich auf den Prüfstand stellt – was er über sein Unternehmen erfährt – und wie er diese Erkenntnisse für sich nutzen kann – soll – muss.

1.2 Ziel der Diplomarbeit

Man wird immer häufiger mit dem Begriff „Rating“ konfrontiert. Das Thema genießt derzeit eine große Aufmerksamkeit, die öffentlichen Diskussionen nehmen immer mehr zu und laufen „heiß“ – nicht nur in den Fachkreisen.

Es ist sehr wichtig zu wissen, welche Gefahren/Risiken aber auch Potentiale sich hinter dem Rating verbergen, um die Notwendigkeit eines Handlungsbedarfs zu erkennen. Durch eine frühzeitigen Auseinandersetzung mit dem Thema Rating und einer gründlichen Vorbereitung, die sowohl wichtig wie auch hilfreich ist, vermeidet man von der kommenden Rating-„Lawine“ überrollt zu werden, welche unaufhaltsam und unausweichlich auf die Unternehmen zukommt.

Ziel dieser Diplomarbeit ist es, die Unternehmer und Unternehmen, insbesondere die kleinen und mittelständischen Unternehmungen (KMU), für dieses Thema zu sensibilisieren und zu mobilisieren. Die Arbeit soll als eine Hilfestellung für die Vorbereitungsphase dienen. Die KMU können sich damit auf das Rating, und alles was damit zusammenhängt, einstellen und sich möglichst gut vorbereiten. Für sie sind es die ersten notwendigen Schritte, welche sie als Unternehmen einleiten müssen. Außerdem sollen Denkanstöße bzw. ein Umdenken vermittelt werden. Es erfolgt eine Bestandsaufnahme der Ist-Situation, wodurch mögliche Schwachstellen und der darausfolgende Handlungsbedarf aufgedeckt und abgeleitet werden können.

Die Arbeit vermittelt dem Unternehmer die Grundidee, und soll zeigen, was auf ihn zukommt, welche Bereiche, Kriterien und in welchem Ausmaß diese durch den Check-up abgedeckt werden. Der Unternehmer muss vor dem Rating zuerst sich selbst vorbereiten, da seine Zusammenarbeit und Mithilfe wichtig und für die Ergebnisse von großer Bedeutung sind.

Denk- und Handelsweisen, bezogen auf die Unternehmenstätigkeiten, sollten ratinggerecht ausgerichtet und/oder umstrukturiert werden, um so Zeit- und sonstige Aufwände in der Zukunft minimieren zu können und den Informationsstand bezogen auf das Unternehmen zu verbessern.

1.3 Aufbau der Arbeit

Die Arbeit ist in zwei Hauptteile gegliedert. Zuerst werden die Grundlagen erklärt. Dadurch soll ein Unternehmen bzw. der Unternehmer Einblick und Verständnis bezüglich der Hintergründe (Basel II)erlangen und die allgemeinen und grundlegenden Informationen, die das Rating betreffen, erhalten. Ebenfalls werden die Ausgangslage der KMU sowie die Anforderungen, die das Rating an das Unternehmen stellt, aufgezeigt.

Der Schwerpunkt der Diplomarbeit liegt auf dem zweiten Teil - dem Leitfaden. Die Gestaltung und der Aufbau des Leitfadens werden in Form eines Projektes demonstriert, das zeigt, welche Schritte getan werden müssen, welche Faktoren zu beachten sind und wie diese vorgenommen werden sollen. Probleme, die im Rahmen der Vorbereitung auftreten können, werden ebenfalls aufgezeigt. Durch diesen Leitfaden sollen die KMU auf das Rating „fit“ -gemacht werden.

Im Anschluss werden eine Zusammenfassung und die Zukunftsbetrachtung ausgesprochen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Aufbau Diplomarbeit

Die Ergebnisse, welche in dieser Arbeit präsentiert werden, basieren auf Literatur- und Internet Recherchen sowie auf Interviews und der Zusammenarbeit mit den Experten der Prorate RATING GmbH und der Rating Akademie Rheinland-Pfalz e. V.

2. Grundlagen

Im Folgenden werden die Begriffe KMU, Basel II und Rating erläutert. Dies soll helfen, die Hintergründe und die Grundlagen zu verstehen. Anschließend werden die Ausgangslage der Unternehmen und die damit verbundenen Anforderungen, die das Rating an die Unternehmen stellt, aufgezeigt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 Aufbau Grundlagen

2.1 Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU)

Der Mittelstand wird als der „wichtigste Motor für Innovation, Beschäftigung und Wachstum“[2] der deutschen Wirtschaft bezeichnet und angesehen. Dieser erwirtschaftet gut 47% des Umsatzes und trägt 53% zur Bruttowertschöpfung bei. Außerdem bilden die KMU 80% aller Auszubildenden aus und beschäftigen 68% der Arbeitnehmer.[3]

Zur allgemeinen Definition von Unternehmensgrößen werden in Deutschland vorwiegend zwei Hauptkriterien zur Charakterisierung herangezogen; der Umsatz pro Jahr einerseits und die Anzahl der Beschäftigten andererseits. Nach der heute am weitesten verbreiteten KMU-Definition darf die Anzahl der Beschäftigten nicht mehr als 500 betragen und der Umsatz sollte die Grenze von 500.000 EUR pro Jahr nicht übersteigen.[4]

Die EU definiert Unternehmen als KMU, sofern sie „weniger als 250 Personen beschäftigen und einen Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. EUR oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Mio. EUR haben“[5].

2.2 Basel II

2.2.1 Basel II – der Hintergrund für das Rating

„Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht ist ein Ausschuss von Bankenaufsichtsbehörden, der von den Präsidenten der Zentralbanken der Länder der Zehnergruppe 1975 ins Leben gerufen wurde. Er setzt sich zusammen aus hochrangigen Vertretern der Bankenaufsichtsbehörden und Zentralbanken von Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Luxemburg, den Niederlanden, Schweden, der Schweiz, den USA und dem Vereinigten Königreich. Der Ausschuss tritt in der Regel bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel zusammen (...).“[6]

Der Ausschuss hat seit Mitte der Siebziger in mehreren Etappen Grundsätze
für die Beaufsichtigung international tätiger Banken erarbeitet. Zu den
größten und aufwendigsten Initiativen des Ausschusses gehören die sogenannten Eigenkapitalvereinbarungen, welche das Ziel haben „die Eigenkapitalforderungen für die Unterlegung von Risikoaktiva stärker an die tatsächlichen Risikoverhältnisse anzupassen“.[7]

Die erste geltende Eigenkapitalvereinbarung, auch Basel I genannt, wurde 1988 veröffentlicht und Ende 1992 umgesetzt. In dieser Vereinbarung wurden die Banken dazu angehalten, acht Prozent des an Unternehmen ausgerichteten Kreditvolumens als Eigenkapital vorzuhalten, wobei die Höhe des eingegangenen Kreditrisikos keine Rolle spielte.[8] Basel I wurde jedoch den wachsenden Anforderungen der wirtschaftlichen Verhältnisse nicht gerecht. Kritisiert wurde hauptsächlich „die mangelnde Korrelation zwischen dem tatsächlichen Kreditrisiko und der korrespondierenden bankenaufsichtlichen Kapitalanforderung“[9]. Aus diesem Grunde wurden im Juni 1999 das erste und im Januar 2001 ein zweites, konkreteres, Konsultationspapier zur neuen Eigenkapitalvereinbarung vorgelegt, welches das erste ersetzte. Bei der neuen Eigenkapitalvereinbarung werden die Risiken individueller gemessen und danach entsprechend mit Eigenkapital unterlegt.

Bis Ende Mai 2002 wurden über 250 Stellungnahmen zur Verbesserung, Verfeinerung und Änderung abgegeben. Diese Stellungnahmen werden in der neuen Fassung berücksichtigt und eingearbeitet. Das dritte überarbeitete Konsultationspapier wurde Ende April 2003 veröffentlicht. Im vierten Quartal 2003 soll Basel II endgültig verabschiedet werden und voraussichtlich Ende 2006 bzw. Anfang 2007 in Kraft treten.

2.2.2 Aufbau von Basel II

Basel II besteht aus drei tragenden Säulen, die „zusammen zu einem sicheren und soliden Finanzsystem beitragen sollen“[10]. (s. Abb.3)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3 Die drei Säulen des neuen Baseler Akkords[11]

Die erste Säule beschreibt die Mindestkapitalanforderungen (Minimum Capital Requirements), wonach die Banken für jeden vergebenen Kredit Eigenkapital für den Fall vorhalten, dass der Kredit ausfällt. Durch den Einsatz von Ratingverfahren werden die unterschiedlichen Bonitäten der Kreditnehmer und somit die Kreditausfallwahrscheinlichkeit wirklichkeitsgetreu identifiziert. Zukünftig wird die Höhe des zu hinterlegenden Eigenkapitals von den Rating-ergebnissen der Schuldner abhängig gemacht.[12]

Die Risikomessung bisheriger Risikoarten (Kredit- und Marktrisiko) wurde um das operationelle bzw. um die sogenannten sonstigen Risiken erweitert, die zukünftig explizit mit Eigenkapital hinterlegt werden müssen.[13] Zur Messung des Kreditrisikos haben die Institute nun die Wahl zwischen dem Standardansatz (externes Rating) und dem IRB-Ansatz (Internal Ratingsbased Aproach / interner Ratingansatz).

Die zweite Säule ist die bankaufsichtliche Überprüfung der Einhaltung der Anforderungen an die Eigenmittelausstattung von Banken (Supervisory Review Process). Durch diese zweite Säule wird ein Wechsel des Basler Ausschusses von einer qualitativen auf eine quantitative Bankenaufsicht angestrebt.[14]

Die Banken sollen zu einer ständigen Verbesserung ihrer internen Verfahren zur Beurteilung ihrer Risikosituation sowie einer angemessenen Eigenkapital-ausstattung angehalten werden. Gleiches gilt für das Risikomanagement und die internen Kontrollen.[15]

Die dritte Säule behandelt die „umfassendere Offenlegung von Geschäftsdaten zur Verbesserung der Marktdisziplin“ (Market Discipline).

Mit dieser Säule wird eine „Stärkung der Disziplinierungsfunktion der Märkte durch eine erhöhte Kapital- und Risikotransparenz“ angestrebt.[16]. Die Transparenzvorgaben für die Offenlegungspflicht beziehen sich auf die folgenden vier Bereiche:

- Anwendung der Eigenkapitalvorschriften
- Eigenkapitalstruktur
- Eingegangene Risiken
- Eigenkapitalausstattung

2.2.3 Auswirkungen von Basel II auf die KMU

Basel II verursacht bereits heute einige Umstellungen und Veränderungen, mit denen sich sowohl Banken, die von der Neuregelung in erster Linie betroffen sind, wie auch Unternehmen, auf die sich diese Veränderungen auswirken, auseinandersetzen müssen. Um einen Kredit zu erhalten, müssen daher zukünftig Ratings eingesetzt werden, um das Risiko der Ausfallwahrscheinlichkeit festzustellen und dementsprechend die Kreditkonditionen festzulegen.

„Risiken wirken sich bei kleineren Unternehmen mangels Ausweich-möglichkeiten, Kapital- und Personalressourcen sowie strategischer Unabhängigkeit und Alleinstellung (..) schneller aus.“[17]

Fakt ist, dass es durch Basel II eine Änderung bei der Kreditvergabepraxis der Banken geben wird bzw. bereits schon gibt. So ist bereits in der heutigen Zeit bei der Vergabe von Krediten eine starke Fokussierung auf Risiko, Ertrag und Cashflow erkennbar. Für Unternehmen mit höherem Risiko, d.h. mit einer schwachen Eigenkapital-Ausstattung und einer unzureichenden Rendite, werden sich die Kreditvolumina bzw. die Kreditkonditionen drastisch verteuern; es kommt zu einer nachhaltigen Konditionsspreizung.[18]

Die quantitativen Faktoren, die bisher die Hauptrolle bei der Kreditprüfung gespielt haben, wurden um die qualitativen Faktoren, wie z. B. die Qualität des Managements oder der Organisation, erweitert. Dies erfordert eine zusätzliche Vorbereitung von Seiten der Unternehmen. Dabei müssen Zeit und Kosten, die das Rating verursachen, berücksichtigt werden, insbesondere die Investitionen in ein aussagefähiges und aktuelles Controlling.[19]

Eine offene und transparente Kommunikation ist ebenfalls unvermeidbar. Sie ist Voraussetzung sowohl für ein Rating wie auch für eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Kreditinstitut und dem Unternehmen.

Ratings spielen zukünftig eine wichtige Rolle und können daher oft ausschlaggebend für die Zukunft der KMU sein. Wenn die Unternehmen schlecht abschneiden, wird das bestimmte vermutlich zum Nachteil ausgelegte, Auswirkungen auf die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen haben.

Mit einer guten und ganzheitlichen Vorbereitung auf die Anforderungen sollten diese Umstellungen und die damit verbundenen Probleme vermeidbar und leichter zu bewältigen sein.

2.3 Rating

2.3.1 Definitionen, Abgrenzung & Eingrenzung

„Rating ist vom englischen Wort ‚to rate‘ abgeleitet und bedeutet so viel wie ‚bewerten, einschätzen, einstufen oder klassifizieren’“. Banken verbinden mit dem Begriff Rating vor allem ein Instrument zur Bewertung der Bonität und zur Einschätzung der Kreditwürdigkeit eines Unternehmens.“[20] Ratings sind damit „Bewertungen, die die Fähigkeit eines Kreditnehmers beschreiben, seinen Zahlungsverpflichtungen in Zukunft nachzukommen.“[21] Für die Bewertung werden die sogenannten harten- und weichen Faktoren des Unternehmens untersucht. (s. Punkt 2.3.6)

Um die Definition klar darstellen zu können, wird das Rating im folgenden zu ähnlichen Verfahren abgegrenzt.

Abgrenzung zur Bilanzanalyse

Bei der traditionellen Kreditwürdigkeitsprüfung wird hauptsächlich der handelsrechtliche Jahresabschluss, konkret die Bilanz, des Kreditnehmers zur Untersuchung herangezogen. Die Bilanzanalyse befasst sich mit dem „Zahlenmaterial“, um Kenntnis von der Wirtschaftslage, insbesondere von der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, zu erlangen. Im Gegensatz dazu werden beim Rating neben diesen quantitativen Aspekten auch Kriterien erfasst, die sich noch „nicht in den reinen Zahlen niedergeschlagen“ haben.[22] Beispiele hierfür sind die Branchenentwicklung, die Qualität des Managements, die Nachfolgeregelungen etc.[23]

Abgrenzung zur Unternehmensbewertung

„Ziel der Unternehmensbewertung ist die Ermittlung des wirtschaftlichen Wertes eines Unternehmens.“[24] Am Ende einer Unternehmensbewertung wird ein Zahlenwert für das Gesamtunternehmen ermittelt; wogegen am Ende einer Rating-Analyse eine Notation steht, welcher die Bonität eines Unternehmens zum Ausdruck bringt.[25]

Abgrenzung zur Prüfung

Bei Prüfungen wird ein Ist-Soll Vergleich durchgeführt, bei dem sich der Prüfungsvorgang auf reine (vergangenheitsorientierte) Tatsachenbehauptungen bezieht und diese auf Richtigkeit und Vollständigkeit überprüft.

Ratings sind im Gegensatz dazu zukunftsorientiert und müssen sich auf die Richtigkeit der Aussagen der Geschäftsberichte verlassen. Ziel ist die „Erstellung von Prognosen und die Einschätzung von Wahrscheinlichkeiten“[26] über die zukünftige Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens. Die Richtigkeit der Aussagen wird sich jedoch erst in der Zukunft herausstellen.

Zusätzlich haben sich verschiedene „weiterentwickelte“ Begriffe bezüglich des Ratings abgeleitet und sind in den sprachlichen Umlauf gekommen. Sie sorgen oft für einige Verwirrungen, weshalb hier kurz auf diese Begriffe eingegangen werden soll.

Rating-Advisory

Das Advisory ist eine, auf das Rating bezogene, vorbereitende und beratende Tätigkeit. Ziel ist hier die Analyse aller ratingrelevanten Unternehmensbereiche auf Basis von Fragekatalogen und unternehmensbezogenen Bewertungen. Durch das Aufzeigen von Schwächen und Stärken können somit Handlungsempfehlungen und Maßnahmen zur Optimierung eingeleitet werden.

Pre-Rating

Das Pre-Rating ist einem vollwertigen Rating nicht gleichzusetzen. Es ist lediglich eine Vorbereitung auf das Rating, welches eine Prognose für das eigentliche Rating gibt. Die wesentlichen Unterschied zum Full-Rating sind die fehlenden Datenbanken und z. T. das Fehlen der Branchen- und Konkurrenzinformationen sowie der Erfahrungswerte.

Full-Rating

Unter dem Full-Rating versteht man eine vollwertige und ganzheitliche Bewertung des Unternehmens anhand der harten- und weichen Faktoren, die mit Hilfe des Rating-Analysten (von den Rating-Agenturen oder Banken) durchgeführt wird. Das Ergebnis dieser Analyse zeigt die Kreditwürdigkeit, die Zukunftsfähigkeit, die Marktfähigkeit und die Leistungsfähigkeit, sowie die Fähigkeit des richtigen Ressourceneinsatzes im Unternehmens. Die Beurteilung ist anschließend ausschlaggebend für die Kreditvergabe und die Konditionengestaltung.

Re-Rating

Ein Re-Rating ist ein Wiederholungsrating, welches ca. 1 Jahr nach dem festgestellten ersten Ratingergebnis durchgeführt wird, um die Validität des Ratingergebnisses aufrecht zu erhalten bzw. um mögliche Veränderungen feststellen zu können. Es wird kein Advisory vorgeschaltet, sondern im Wesentlichen noch einmal die Hard- und Soft-Facts bewertet.

Rating Advisor vs. Rating Analyst

Obwohl beide fachlich gut ausgebildet sind, unterscheidet man diese zwei Berufsgruppen. Der Advisor ist im Vorfeld im Rahmen des Advisory tätig. Er berät und unterstützt die Unternehmen fachlich und hilft ihnen bei den Vorbereitungen für ein gutes Rating.

Der Rating Analyst definiert die Prognose im Rating Prozess und übernimmt dafür die Auswertungen des Advisors.

2.3.2 Ansätze und Arten

Ratings können als internes oder als externes Rating durchgeführt werden.

Bei dem erstgenannten, dem internen Rating - auch als IRB-Ansatz (Internal Ratingbased Aproach) bezeichnet, wird die Beurteilung von den Banken durchgeführt. „Die Banken erhalten die Möglichkeit, unter Erfüllung bestimmter Kriterien, zur Bestimmung ihrer Risikogewichte selbst geschätzte Risikokomponenten zu verwenden.“[27] Zur Beurteilung verwenden die Banken ihre eigenen Datenbanken und Erfahrungswerte. Anhand des Ergebnisses vergeben sie anschließend die Kredite und bestimmen die Konditionen.

Bei der zweiten Möglichkeit, dem externen Rating, werden statt den Banken, externe, spezialisierte und unabhängige Rating-Agenturen zur Analyse und Aufarbeitung der Daten herangezogen.

Rating-Agenturen sind in der Bundesrepublik im Laufe der letzten Jahren immer häufiger zu finden. Unter ihnen sind sowohl Niederlassungen der größten internationalen und traditionellen Agenturen, wie z. B. Standard & Poor’s, Moody’s oder Fitch IBCA, als auch deutsche (neugegründete) Agenturen, wie Creditreform, Hermes Rating, URA Unternehmens Rating oder R@S Rating Services zu finden.

Hier ist es wichtig auf die Qualifizierung der Agenturen zu achten, da es bisher noch keine eingeführten und akzeptierten Standards oder Qualitätssicherungen gibt. Daher sind bei der Auswahl der Rating-Agentur durch das Unternehmen der Bekanntheitsgrad und die Akzeptanz des Ratings bei der Zielgruppe (Investoren oder Bank) von erheblicher Bedeutung.[28]

Natürlich haben beide Ansätze ihre Vor- und Nachteile, die gegeneinander aufgewogen werden müssen. Für KMU bietet derzeit die interne Bonitätsbewertung der Banken noch Vorteile gegenüber den externen Ratings, da diese den Bedürfnissen des Mittelstandes besser gerecht werden und für die Konditionengestaltung im Kreditgeschäft von größerer Bedeutung sind. Allerdings spezialisieren sich auch immer mehr Agenturen auf Mittelstandsratings, um diese Zielgruppe besser erreichen und auf ihre Bedürfnisse gezielter eingehen zu können.

Die richtige Wahl zwischen internem und externem Rating ist in erster Linie von den Zielen abhängig, die sich das Unternehmen gesetzt hat. Es muss klar festgelegt sein, für welche Zwecke das Rating durchgeführt und eingesetzt werden soll, (z. B. für rein interne Zwecke oder als Kommunikationsinstrument an externe Adressaten.

Die folgende Tabelle zeigt die Unterschiede der externen und internen Ratings:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1 Unterschiede der externen und internen Ratings[29]

In beiden Fällen wird zwar das Ausfallrisiko eines Kreditnehmers zu einer einzigen Kennzahl zusammengefasst, jedoch unterscheiden sich interne und externe Ratings im Hinblick auf Zielgruppen und Ratingmethoden erheblich.

Ratings können für verschiedene Objekte herangezogen werden, da sie im Allgemeinen „ein standardisiertes, objektives, aktuelles, nachvollziehbares und skaliertes (..) Urteil“[30] bilden. Einige der wichtigsten Ratingarten, die den externen und/oder den internen Ratings zugeordnet werden können sind folgende:

- Rating für Sonderanlässe (extern)
- Emissionsrating (extern, intern)
- Unternehmensrating , (extern, intern)
- Geschäftsfeldrating, (intern)
- Branchenrating (intern)
- Finanzierungsrating. (intern)

Die in dieser Arbeit behandelte Ratingart ist das Unternehmensrating, mit dem Ziel, Unternehmen ganzheitlich auf deren Zukunftsfähigkeit und deren Risiken anhand der qualitativen und quantitativen Faktoren zu überprüfen.

Ratings können zusätzlich in kurzfristige und langfristige Ratings unterschieden werden. Dabei kommt es auf den jeweiligen Zeitraum-Bezug an.

Kurzfristratings sind für eine kürzere Zeitspanne als ein Jahr vorgesehen und werden mit einer verkürzten Ratingskala symbolisiert. (s. Anhang 2) Langfristratings beinhalten demnach eine Bontitätsaussage, die sich auf einen längeren Zeitraum als ein Jahr bezieht, i.d.R. zwei bis drei Jahre.

2.3.3 Skalierung und Symbole

Die Ergebnisse der Analyse werden durch Rating-Symbole dargestellt und verdichtet, dadurch entstehen Ratingklassen.[31] Die verschiedenen Rating-Agenturen verwenden oft unterschiedliche Symbole, diese zeigen jedoch auch viele Gemeinsamkeiten im direkten Vergleich.

Im Allgemeinen werden die einzelnen Ratingklassen durch Buchstaben-kombinationen beschrieben. Die Bonitätseinstufungen reichen von AAA bis D, wobei AAA für ein Unternehmen mit exzellenter Bewertung und D für bereits insolvente Unternehmen steht. Über die Hauptkategorien AAA, AA usw. werden auch Modifikationen eingesetzt, die durch Plus- oder Minuszeichen oder aber die Ziffern 1, 2 und 3 nicht eine Trendaussage, sondern die relative Positionierung eines Emittenten innerhalb einer Kategorie zum Ausdruck bringen sollen. Die folgende Abbildung zeigt die verschiedenen Ratingsymbole, Ratingklassen und ihre Bedeutungen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 2 Ratingklassen und Symbole[32]

Deutsche Agenturen haben ihre Klassifikation an den Einstufungen der international tätigen Ratinganbieter angelehnt. Eine Vereinheitlichung der Symbole wird für die Zukunft erwartet um tatsächliche Transparenz zu erzielen und keine „Spielräume“ offen zu lassen. Anhang 4 zeigt einen Vergleich von langfristigen und kurzfristigen Symbolen.

2.3.4 Zweck, Notwendigkeit, Nutzen

Natürlich stellt sich auch die Frage, warum überhaupt ein Rating durchgeführt wird, was es bezwecken soll und was man damit erreicht? Welchen Nutzen hat es – welche Vorteile ergeben sich daraus?

In erster Linie dient das Rating als ein „ Instrument der Finanz-kommunikation [33] zwischen dem Kreditgeber und dem Kreditnehmer. Der Kreditgeber erhält Informationen über die Risiken der Kreditvergabe, die er für sich analysiert und interpretiert. Das Ergebnis der Rating Analyse ist dann ausschlaggebend für die Vergabe des Kredites, sowie für dessen Konditionen. Ein gut ausgefallenes Ratingergebnis führt zu besseren und günstigeren Finanzierungskosten.

„Maximalen Nutzen kann man aus einem Rating nur ziehen, wenn das Ergebnis relativ gut ausfällt und an das wirtschaftliche Umfeld durch eine Veröffentlichung kommuniziert wird.“ [34]

Ein gutes Rating kann man als Kommunikationsinstrument verwenden. Außer den Banken und dem Unternehmen, die das Rating in erster Linie betrifft, gibt es zusätzlich eine Reihe anderer Interessenten für das Ratingergebnis eines Unternehmens.

Dieses Ergebnis vermittelt den Adressaten eine Reputation, eine gewisse Sicherheit oder sogar eine Art „Garantie“, denn es sichert die Glaubwürdigkeit des Unternehmens.[35]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4 Adressaten des Ratings[36]

Kunden und Lieferanten wollen diese Garantie für langfristige Geschäftsbeziehungen, aber auch beim Aufbau neuer Geschäftsverbindungen/ Kooperationen kann es hilfreich und von Vorteil sein.

Den Mitarbeitern gibt das Rating ein positives Signal bezüglich der Arbeitsplatzsicherheit und schafft ein Bewusstsein über die Qualität des Arbeitsplatzes.

Mit Hilfe des Ratings erhalten (neue) Gesellschafter einen Hinweis über die Bonität und die Bewertung der Fundamentaldaten des Unternehmens. Gleichzeitig kann das Rating auch eine Hilfestellung bei der Suche nach neuen Investoren einerseits und neuen lohnenden Investitionsmöglichkeiten andererseits sein.[37]

Ratings haben ebenfalls eine Funktion als Informationsinstrument für das Management. Im Falle eines weniger positiv ausgefallenen Analyse-ergebnisses kann dieses noch positiv genutzt und verwendet werden.
Der Unternehmens-Check-Up kann auf diese Weise für eine rein interne Verwendung nutzbar gemacht werden. Zahlreiche betriebswirtschaftlich relevante Faktoren werden identifiziert und unter dem Aspekt des Risikos bewertet, wodurch es auch zu einer Analyse der Stärken und Schwächen des Unternehmens kommt. Verbesserungspotenziale können sichtbar gemacht werden und bieten anschließend eine Vielzahl von Anregungen und Denkanstößen für eine kontinuierliche, betriebliche Weiterentwicklung und Optimierung.[38]

Nach dem KonTraG (Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich) haben sich Vorstände umfassend über die Risiken der Unternehmung zu informieren und ein Risikomanagementsystem einzuführen. Das Rating erfüllt in diesem Zusammenhang die Funktion, Risiken zu prüfen und über ein Bewertungsraster zu qualifizieren.

Wer sich mit dem Thema Rating genauer auseinandersetzt, erkennt schnell, dass das Rating einiges mehr an Nutzen bieten kann. Es ist nicht nur das zukünftige Tool für die Kreditvergabe, sondern kann auch strategisch vielseitig genutzt und eingesetzt werden.

2.3.5 Wesen und Ablauf

Der Ablauf eines Ratings, sei es ein externes oder ein internes Rating, besteht aus mehreren Schritten bzw. Stufen, die durch die Abb. 5 für das interne Rating und durch die Abb. 6 für das externes Rating veranschaulicht werden.

Das interne Rating wird durch Banken und Kreditinstitute durchgeführt. Bei allen führenden Banken wurden bereits Ratingsysteme etabliert. Für einen Kreditantrag ist eine offene Kommunikation mit der Hausbank unerlässlich. Die notwendigen Informationen und Unterlagen werden bereitgestellt und eingereicht, und dann schließlich von der Bank auf Sicherheiten und Risiken untersucht und bewertet. Anhand dieser Bewertung wird die Entscheidung der Bank bezüglich des Abschlusses eines Kreditvertrages und der Konditionen getroffen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5 Schritte Internes Ratingprozess[39]

Das externe Rating wird von unabhängigen und spezialisierten Agenturen durchgeführt. Bevor es aber soweit kommen kann, muss sich das Unternehmen für ein Rating und für eine Ratingeinrichtung/Agentur, die es durchführen soll, entscheiden und einen entsprechenden Auftrag erteilen. Ebenfalls müssen die Grundlagen sowie die Zielsetzung für eine Analyse geschaffen werden. Dies geschieht in der Vorbereitungsphase.

In der Analyse- und Bewertungsphase wird ein Analysegespräch mit dem Management durchgeführt, Stärken und Schwächen analysiert sowie noch offene Fragen seitens der Analysten geklärt. Die Aussagen der Daten werden zu einem Ratingergebnis zusammengefasst, das vom Ratingkomitee geprüft wird. Das Ratingurteil wird, zusammen mit dem ausführlichen Ratingbericht, dem Unternehmen übergeben, welches nun die Möglichkeit hat, das Rating zu akzeptieren, es abzulehnen oder Widerspruch einzulegen. Sobald über das Ratingurteil Einigkeit herrscht, erfolgt „mit ausdrücklicher Zustimmung des Auftraggebers in der Regel eine Veröffentlichung des Ergebnisses durch die Ratingagentur in der einschlägigen Wirtschaftspresse“.[40]

Die Nachbetreuungsphase spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, da das Ratingurteil in bestimmten Zeit-intervallen wiederholt werden sollte. Dadurch wird die Aktualität der Aussage des Ratings gewährleistet. Hierbei sind die Änderungen der Einflussfaktoren (z. B. Märkte und Branchen) besonders wichtig. Bei wesentlichen Veränderungen wird das Ratingurteil überprüft und bei Bedarf angepasst/revidiert.[41]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6 Die Phasen und Schritte des

externen Ratingprozesses[42]

Ein entscheidender Unterschied zu den internen Ratingverfahren ist nicht unbedingt der Inhalt der Prüfungsberichte, sondern der Ablauf des Ratingverfahrens, der vor allem im Zeitablauf, der Zielgruppe und der Ratingmethoden differiert.

Die quantitativen Ratingsysteme nutzen allgemein mathematisch-statistische Modelle, um zum Rating zu gelangen. (z. B. Diskriminanzmodelle, neuronale Netze, Regressionsanalysen oder Methoden der Fuzzy Logic).[43] Schwer quantifizierbare Aspekte werden durch qualitative Ratingsysteme in die Urteilsbildung mit einbezogen. Hierbei werden rein objektiv nachprüfbare Daten erhoben und in einer Formel verknüpft. Das Ergebnis der Berechnung wird schließlich in Intervallen einer Skala zugeordnet.[44]

Der Zeitbedarf für die Durchführung eines Ratings bei einem mittelständischen Unternehmen kann zwischen 4-5 Tagen und 2-3 Wochen schwanken; dies ist abhängig von der Unternehmensgröße und der geleisteten Vorarbeit.

2.3.6 Bewertungsbereiche/-kriterien

Durch das Rating wird ein Unternehmen ganzheitlich auf den Prüfstand gestellt und anschließend bewertet. Dazu werden alle Unternehmensbereiche anhand von Unterlagen und Dokumentationen sowie mit Fragekatalogen und Interviews auf verschiedene Kriterien hin „durchleuchtet“. Diese Bereiche und Kriterien variieren von Agentur zu Agentur, wie auch von Bank zu Bank. Daher werden hier die allgemeingültigen Bereiche, folgendermaßen, zusammengefasst:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Marketing und Vertrieb

- Länder-/ und Branchenrisiken

Einige dieser Bereiche sind relativ einfach zu ermitteln und als „Zahlen- und Kennzahlenmaterial“ darstellbar. Diese Bereiche werden als die quantitativen Faktoren, in der Literatur oft auch als „ Hard Facts “ bezeichnet, characterisiert. Hierzu gehören z. B. die Bilanz- und GuV- Analysen.

Im Gegensatz dazu sind andere Bereiche eher schwierig zu erfassen und/oder zu messen, weil sie schwer „greifbar“ sind und sich nicht im reinen Zahlenmaterial niederschlagen. Beispiele hierfür sind die Bewertung des Managements, der Kunden- und Lieferantenbeziehungen oder die Effizienz des Informationssystems. Diese Bereiche werden qualitative Faktoren oder auch „ Soft Facts “ genannt.

Natürlich müssen neben den Unternehmensbereichen auch die äußeren Einflussfaktoren, wie Länder- und Branchenrisiken, beachtet und bewertet werden. Sie erhalten ein eigenes Rating, dessen Ergebnis anschließend mit in das Unternehmensrating einfließt.

„Die Bank bezieht sich überwiegend auf quantitative Elemente, während die Rating-Agenturen sich auf qualitative Merkmale und Kriterien stützen.“ [45]

2.3.7 Chance vs. Risiko

Jede Münze hat zwei Seiten, ebenso kann das Rating entweder als ein Risiko oder auch als eine Chance gesehen und verstanden werden – es hängt vom „Point of view“ ab, also vom Blickwinkel der Betrachtung.

Das Rating kann für ein Unternehmen dann zum Risiko werden, wenn es seine Scheuklappen auflegt und die Sachlage einfach ignoriert. So informiert sich das Unternehmen bspw. Nicht und vermag bzw. will auch keine Vorbereitungen treffen. Dieses Nichtwissen schützt es jedoch nicht vor den Folgen! Unvorbereitete Unternehmen riskieren dadurch von der „Rating-Lawine“ überrollt zu werden und sehen der Gefahr entgegen, bewusst oder auch unbewusst dabei unterzugehen.

Allerdings bietet ein Rating auch viele Chancen, wenn erkannt wird, was es mit sich bringt und welchen Nutzen es stiften kann. Unternehmer erhalten die Möglichkeit, „in der Wahrnehmung ihrer individuellen und originären Verantwortung für das eigene Unternehmensschicksal“,[46] die Schwächen ihrer Performance aufzudecken. Veränderungs- und Verbesserungspotentiale können erkannt und genutzt werden, um das Unternehmen so auf den „Pfad der Tugend“ und in eine robuste Unternehmenszukunft zu führen.[47]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7 Rating als Zielvorgabe[48]

„Only the strong survives“ – Nach diesem Motto überleben nur die Starken, daher sollte es im Sinne aller Unternehmen sein, sich stark für den Wettbewerb zu machen und beim Rating ein gutes Ergebnis zu erzielen. Dafür muss allerdings auch etwas getan werden, - d.h. eine gründliche Vorbereitung und die Ergreifung der notwendigen Maßnahmen zur Optimierung der Ergebnisse.

„Rating sollte als Möglichkeit verstanden werden, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken.“ [49]

Das Rating kann also eine Chance sein, wenn es erkannt und genutzt wird. Jedoch kann es auch leicht zu einem Risiko umschlagen, wenn es vernachlässigt oder nicht ernst genommen wird.

2.4 Ausgangssituation der KMU und Anforderungen an diese

Durch das Rating werden bestimmte Anforderungen an die Unternehmen gestellt. Diese müssen erst wahrgenommen werden, damit sich das einzelne Unternehmen anschließend auf sie einstellen kann. Um zu wissen, wie nun auf diese Anforderungen reagiert werden muss und welche Schritte (für eine gute/bessere Positionierung) unternommen werden müssen, sollte zuerst Klarheit darüber herrschen, wo das Unternehmen steht und wie die Ausgangssituation aussieht. Dazu gehört u. a. auch, inwieweit die Unternehmen bezüglich des Ratings und dessen Folgen informiert und entsprechend vorbereitet sind.

2.4.1 Ausgangssituation der KMU

Die Ist-Situation, in der sich die meisten Mittelständler momentan befinden, ist ausschlaggebend für das Ergebnis der kommenden Rating-Analyse. Ein erheblicher Teil der Unternehmen ist nicht adäquat für die Zukunft aufgestellt, so dass Probleme bei der Kreditvergabe befürchtet werden müssen. Wenn die entsprechenden Schwächen und die Risiken nicht beseitigt werden, sind diese Befürchtungen gerechtfertigt.

Dabei sind insbesondere zwei Aspekte zu beachten: einerseits der Informationsstand der Unternehmen bezüglich Basel II bzw. dem Rating und andererseits der Grad der Vorbereitung und die Ausrichtung auf die damit zusammenhängenden Anforderungen.

Der gegenwärtige Wissensstand kann am besten mit folgenden Worten beschrieben werden:

„Still no idea, but on a higher level“ [50]

Alarmierend ist jedoch, dass sich gut 20% der Unternehmen kaum über die neuen Eigenkapitalvorschriften der Banken nach Basel II und die daraus resultierenden Konsequenzen informiert haben. Bei etwa 50% wird darüber diskutiert und nur ca. 30% der Unternehmen haben bereits Maßnahmen eingeleitet, um sich auf die Folgen von Basel II einzustellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 8 Informationsstand zu Basel II[51]

[...]


[1] Vgl. Füser/Heidusch; Rating – einfach und schnell zur erstklassigen Positionierung Ihres Unternehmens, München 2002, S. 21.

[2] Vgl. Hückmann, Caroline: Kreditrating der Mittel- und Kleinbetriebe; Berlin 2002, S. 11.

[3] Vgl. Hückmann, Caroline: Kreditrating der Mittel- und Kleinbetriebe; Berlin 2002, S. 12.

[4] Vgl. Wengenroth, Stephan: Typisch Mittelstand, Quelle: Internet 02.03.2003, URL: http://www.hochschulanzeiger.de/berufseinstieg_und_karriere/branchen/mittelstand/typisch_mittelstand.jsp

[5] Vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung, EU-Kommission nimmt neue KMU-Definition an,

Nr. 110, 13. Mai 2003, S. 19.

[6] Vgl. Bank für Internationale Zahlungsausgleich, Konsultationspapier – Überblick über die „Die Neue Basler Eigenkapitalvereinbarung“ (Übersetzung der Deutschen Bundesbank), Januar 2001.

[7] Vgl. Füser, Karsten: Intelligentes Scoring und Rating – Moderne Verfahren zur Kreditwürdigkeitsprüfung, Wiesbaden 2001, S. 21.

[8] Vgl. Everling, Oliver: Schlechte Ratings programmiert?, Creditreform Sonderausgabe 9/2002, S. 10.

[9] Vgl. Hückmann, Carolin: Kreditrating der Mittel- und Kleinbetriebe, Berlin 2002, S. 23.

[10] Vgl. Everling, Oliver: Schlechte Ratings programmiert?, Creditreform Sonderausgabe 9/2002, S. 29.

[11] Quelle: Hückmann, Caroline; S. 25.

[12] Vgl. Hückmann, Carolin: Kreditrating der Mittel- und Kleinbetriebe, Berlin 2002, S. 25.

[13] Vgl. Füser, Karsten: Intelligentes Scoring und Rating – Moderne Verfahren zur Kreditwürdigkeitsprüfung, Wiesbaden, 2001, S. 22.

[14] Vgl. Hückmann, Carolin: Kreditrating der Mittel- und Kleinbetriebe, Berlin 2002, S. 35.

[15] Vgl. Hückmann, Carolin: Kreditrating der Mittel- und Kleinbetriebe, Berlin 2002, S. 34.

[16] Vgl. Hückmann, Carolin: Kreditrating der Mittel- und Kleinbetriebe, Berlin 2002, S. 35.

[17] Braun, Peter/ Gstach, Olivier: Rating Kompakt – Basel II und die neue Kreditwürdigkeitsprüfung, Augsburg 2002, S. 37.

[18] Vgl. Gänßlen, Siegfried/ Meissner, Dirk: Basel II und Unternehmensrating

-Handlungsbedarf für Management und Controlling-, Controller Magazin 3/02, S. 275.

[19] Vgl. Gänßlen, Siegfried/ Meissner, Dirk: Basel II und Unternehmensrating

-Handlungsbedarf für Management und Controlling-, Controller Magazin 3/02, S. 275.

[20] Vgl. Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V.: Rating als Chance, S. 17.

[21] Vgl. Gleißner / Füser; Leitfaden Rating – Basel II: Rating-Strategien für den Mittelstand, München 2002, S. 11.

[22] Vgl. Braun / Gstach; Rating kompakt – Basel II und die neue Kreditwürdigkeitsprüfung, Augsburg 2002, S. 20.

[23] Vgl. Braun / Gstach; Rating kompakt – Basel II und die neue Kreditwürdigkeitsprüfung, Augsburg 2002, S. 20.

[24] Vgl. Braun / Gstach; Rating kompakt – Basel II und die neue Kreditwürdigkeitsprüfung, Augsburg 2002, S. 20.

[25] Vgl. Braun / Gstach; Rating kompakt – Basel II und die neue Kreditwürdigkeitsprüfung, Augsburg 2002, S. 20.

[26] Vgl. Braun / Gstach; Rating kompakt – Basel II und die neue Kreditwürdigkeitsprüfung, Augsburg 2002, S. 21.

[27] Vgl. Hückmann, Carolin: Kreditrating der Mittel- und Kleinbetriebe, Berlin 2002, S. 29.

[28] Internetquelle: URL: http://www.atevis.com/r2/rating/rating_info/Ratinginfo.htm [11.03.2003].

[29] Quelle: Siegfried Gänßlen / Dirk Meissner: Basel II und Unternehmensrating - Handlungsbedarf für Management und Controlling, Controller Magazin 5/02, S. 465.

[30] Füser / Heidusch; Rating - einfach und schnell zu erstklassigen Positionierung Ihres Unternehmens, München 2002, S.28

[31] Vgl. Lanfermann, Bettina; Transparenz durch Ratings? Karlsruhe 1998, S.18-19

[32] Quelle: Hückmann S. 93 und Munsch / Weiß S. 18.

[33] Vgl. Munsch, Michael/ Weiß, Bernd: Rating – Finanzdienstleistung und Entscheidungshilfe, Berlin 2001, S. 36.

[34] Vgl. Hückmann, Carolin: Kreditrating der Mittel- und Kleinbetriebe, Berlin 2002, S. 102.

[35] Vgl. Braun / Gstach; Rating kompakt – Basel II und die neue Kreditwürdigkeitsprüfung, Augsburg 2002, S. 91.

[36] Vgl. Hückmann, Carolin: Kreditrating der Mittel- und Kleinbetriebe, Berlin 2002, S. 102.

[37] Vgl. Munsch, Michael/ Weiß, Bernd: Rating – Finanzdienstleistung und Entscheidungshilfe, Berlin 2001, S. 37.

[38] Vgl. Hückmann, Carolin: Kreditrating der Mittel- und Kleinbetriebe, Berlin 2002, S.102. sowie Munsch, Michael/ Weiß, Bernd: Rating – Finanzdienstleistung und Entscheidungshilfe, Berlin 2001, S.36

[39] Vgl. Füser, Karsten/ Heidusch, Mirjam: Rating – Einfach und schnell zur erstklassigen Positionierung Ihres Unternehmens, München 2002, S. 47.

[40] Hückmann, Carolin, Kreditrating der Mittel- und Kleinbetriebe, Berlin 2002, S. 91.

[41] Vgl. Hückmann, Carolin, Kreditrating der Mittel- und Kleinbetriebe, Berlin 2002, S. 91.

[42] In Anlehnung an Hückmann, S. 88.

[43] Internetquelle: URL: http://www.atevis.com/r2/rating/rating_info/Ratinginfo.htm [11.03.2003]

[44] Internetquelle: URL: http://www.atevis.com/r2/rating/rating_info/Ratinginfo.htm [11.03.2003]

[45] Internetquelle: URL:http://www.atevis.com/r2/rating/rating_info/Ratinginfo.htm [11.03.2003]

[46] Wolf, Hubertus: Basel II: Warten bis das Rating kommt? – Wer jetzt nicht handelt, riskiert behandelt zu werden, Controller Magazin 3/02, S. 242-245.

[47] Vgl. Wolf, Hubertus: Basel II: Warten bis das Rating kommt? – Wer jetzt nicht handelt, riskiert behandelt zu werden, Controller Magazin 3/02, S. 242-245.

[48] Quelle: Nagel / Stalder: Rating – Bonität steigern, bessere Kreditkonditionen erreichen, Finanzierung sicherstellen, S. 12.

[49] Hans-Artur Bauchhage – Wirtschaftsminister Rheinland Pfalz

[50] Winston Churchill

[51] Quelle: Rating Akademie Rheinland Pfalz e.V. Seminarunterlagen 1.2 S. 7.

Details

Seiten
130
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783832472900
ISBN (Buch)
9783838672908
Dateigröße
1019 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v222588
Institution / Hochschule
Hochschule Ludwigshafen am Rhein – Betriebswirtschaft, Unternehmensführung
Note
1,7
Schlagworte
bewertung rating advisory pre-rating mittelstand geschäftsbericht

Autor

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Titel: Vorbereitung auf das Rating