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Jugendschutz in der heutigen Medienwelt - dargestellt am Beispiel ausgewählter Talk-Shows

Eine Kasuistik

Magisterarbeit 2002 130 Seiten

Medien / Kommunikation - Sonstiges

Leseprobe

I. Einleitung

Seit dem Beginn des dualen Rundfunksystems 1984 hat das deutsche Fernsehen eine Vielzahl neuer Veranstalter und ein rasch wechselndes Angebot neuer Formate hervorgebracht[1]. Zunehmende Konkurrenz und damit einhergehender Quotendruck veranlassen die Anbieter, möglichst billige, schnell produzierte Sendungen auf den Markt zu werfen[2], die Sensations- und Einschaltlust des Publikums ansprechen. Schier unerschöpflich scheint der Einfallsreichtum der Produzenten des „Trash-TV“ zu sein, die neben Daily Talks auch „Psychoformate oder (...) Real-Life-Shows“[3] wie „BigBrother“ und „House of Love“ schaffen[4]: Neuester Trend sind Gerichtssendungen, die nachmittägliche Talkshows langsam ablösen und ihnen in vielem ähneln[5]. Gemeinsam ist derartigen Formaten ihr nichtiger, voyeuristischer Inhalt, der oftmals nicht nur geschmackliche Grenzen überschreitet und moralisch Fragwürdiges als normal propagiert[6]. Die Überlegung liegt nahe, dass besonders Kinder und Jugendliche – aufgrund des „Seriencharakter [s] [7] der Sendungen beständig mit irreführenden Werten konfrontiert – in einer Weise beeinflusst werden, die sich letztlich negativ auf unsere Gesellschaft auswirkt. Wie kann man dem entgegen steuern? Die Antwort darauf ist ein der Problematik gerecht werdender Jugendmedienschutz, der natürlich nicht nur im Fernsehen gefragt ist.

Die heutige Medienwelt umfasst eine facettenreiche Palette an jugendschutzrelevanten Angeboten. So beschäftigen sich zahlreiche Institutionen mit Jugendmedienschutz[8] unter anderem in Presse, Internet[9] und digitalem Fernsehen[10], bei Videospielen/-filmen sowie Büchern und schließlich im Rundfunk.

Das Problem, für die verschiedenen Medienbereiche einen angemessenen Jugendschutz ausgestalten zu können, setzt eine gründliche und differenzierte Auseinandersetzung mit denselben voraus. Vorliegende Arbeit konzentriert sich auf das Genre der täglichen Affekt-Talkshows. Die Darstellung dieses Jugendschutz-Beispiels, das sich seit einigen Jahren etabliert hat, zeigt die Funktionsweise auf diesem Gebiet samt Stärken und Schwächen auf. Damit möchte die Studie kritische Anregung für eine sinnvolle Jugendmedienschutzarbeit bei verwandten Genres sein und letztlich einen Ansatz bieten, effektiven Jugendschutz in der gesamten Medienwelt gewährleisten zu können.

Daraus leitet sich die Hauptfrage dieser Arbeit ab: Auf welche Weise kommt Jugendmedienschutz beim Genre der Daily Talks zum Tragen? Anhand konkreter Talkshow-Beispiele geht die Untersuchung auf den Kern der Jugendschutzarbeit ein: Unter Anwendung der theoretischen Grundlagen zeigt sie auf, wann eine Sendung gegen die Jugendschutzbestimmungen verstößt.

Es gibt gute Gründe, die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Jugendmedienschutz am Beispiel der Talkshows vorzunehmen. Einer davon ist die Veränderung, das dieses Genre über die letzten knapp zwanzig Jahre hinweg erfahren hat und die sie zunehmend in Konflikt mit päda­gogischen Zielen geraten lässt.

Als erste Talkshow, die sich im deutschen Fernsehen etablieren konnte, wird im Allgemeinen „Je später der Abend“ (1973) bezeichnet[11]. Im Gegensatz zu einigen Vorläufern wie „Internationaler Frühschoppen“ (1953) war sie erstmals durch Seriencharakter, zentrale Figur des Moderators, personenbezogenes Gespräch, Studiopublikum und Showeffekte gekennzeichnet[12]. Es folgten Sendungen wie „III nach Neun“ (1974), das als „anarchisches Feuerwerk (...) in die Trübnis des pedantischen TV-Alltags schlug“[13] und „Kölner Treff“ (1976) . Ihre Konzepte wurden von nachfolgenden Formaten kopiert, abgewandelt und modifiziert, bis sie zum festen Bestandteil der Fernsehunterhaltung avancierten[14]. Einen Aufschwung erlebte das Genre Mitte der 80er Jahre, als Talkshow-Reihen im wöchentlichen oder täglichen Rhythmus ausgestrahlt wurden und sich einige Subgenres herausbildeten. Zu nennen wäre hier der „confrontainment talk“ wie „Explosiv – Der heiße Stuhl“ oder „Ich bekenne“. Als Hans Meiser 1992 die erste Folge seiner Sendung ausstrahlte, begann die Ära der Daily Talks, die in ihrer Hochphase bis zu 12 Shows am Tag zeigte. „Allen diesen Talkshows gemein ist ihre Abkehr von der traditionellen Gesprächskultur. Die Themen stammen nicht aus der publizistischen Tagesordnung, ihre Protagonisten sind weder prominent noch extravagant, (...) sondern Menschen, die bisher im Fernsehen eigentlich nichts zu sagen hatten (...). Die neue Generation der Talkshowthemen bringt Gefühl und Betroffensein als reales Ereignis ins Wohnzimmer.“[15] Neben diesen Merkmalen weist das Genre eine „Thematisierung ethischer Normen und Werte, Rollenbilder und sozialer Verhaltensmuster“[16] auf, die allerdings manchmal pädagogischen Vorstellungen widersprechen.

Diese Entwicklung zog entsprechende Veränderungen im Jugendmedienschutz nach sich, der in der Fernsehgeschichte stets auf den Wandel reagiert hat[17]. Anhand der Talkshows lässt sich gut das Phänomen dokumentieren, dass Jugendschutz angemessen auf Veränderungen in der Medien­landschaft antworten muss.

Nicht nur aus der Historie heraus, auch unter dem Aspekt Virulenz sind Daily Talks interessant: Sie repräsentieren ein Genre aus dem Bereich Affektfernsehen, dem zahlreiche neuere jugendschutz­relevante Formate zuzurechnen sind. Somit kann die Bearbeitung dieses Feldes wertvolle Anregungen für andere Jugendschutzgebiete liefern. Ein gewisser Modellcharakter ergibt sich auch daraus, dass die Jugendschutzarbeit bei Talkshows nun schon seit einigen Jahren stattfindet[18].

Um Antworten auf die Leitfragen zu finden, gehen der Darstellung des Jugendschutzes an konkreten Talkshow-Beispielen einige theoretische Überlegungen voran. So setzt sich die Arbeit zunächst mit der Frage nach der Notwendigkeit von Jugendschutz[19] in diesem Genre auseinander. Dabei werden Standpunkte widerlegt, die aufgrund relativ niedriger Marktanteile bei jungen Zuschauern eine Bewahrpädagogik für übertrieben halten. Realistisch einschätzen lässt sich die Tragweite realitäts­naher TV-Shows nur, wenn sie aus dem Blickwinkel des jungen Publikums betrachtet werden. Deshalb untersucht die Arbeit auch das Rezeptionsverhalten der Heranwachsenden. Die Analyse der inhaltlichen Dimension der Dailies unter entwicklungspsychologischen Aspekten verdeutlicht wohl am stärksten den akuten Handlungsbedarf. Hierbei spielen insbesondere Erkenntnisse über die Talkshow als Lernmodell eine entscheidende Rolle.

Nachdem der Bedarf an Jugendmedienschutzarbeit in diesem Genre ausreichend begründet ist, gilt es, sein Selbstverständnis, seine Intention und die daraus folgenden Aufgaben[20] darzustellen. Wovon geht Jugendmedienschutz aus, woraus schöpft er seine Berechtigung und in welchem Handlungs­rahmen bewegt er sich?

Ein weiteres theoretisches Kapitel setzt sich mit den gesetzlichen Bestimmungen und anderen Jugendschutzrichtlinien auseinander, mit den Organen des Jugendschutzes, die für vorliegende Thematik relevant sind, und mit entsprechendem Verfahren einschließlich möglicher Maßnahmen[21]. Die Ausführungen beschreiben nicht nur das Handwerkszeug des Jugendschutzapparates, der sich mit Talkshows beschäftigt, sondern geben auch Aufschluss über die Durchsetzbarkeit der Bemühungen.

Der theoretische Teil bildet die Grundlage für nachfolgende Auswertung[22], welche die konkrete Durchführung des Jugendmedienschutzes an acht ausgewählten Talkshow-Beispielen dokumentiert. Eine Kasuistik vergleicht Verstoß-Sendungen mit solchen, die gerade noch unterhalb dieser Schwelle bleiben, und zeigt auf diesem Weg den Kern der Jugendschutzarbeit auf. Die detaillierte Erklärung der Vorgehensweise bei Auswahl und Analyse erfolgt aus Gründen der Übersichtlichkeit unter dem späteren Punkt „Methode“.

II. Theoretische Ausführungen

1. Notwendigkeit des Jugendschutzes bei Talkshows

Stellt das Genre der täglichen Talkshows ein Format dar, das vom Jugendmedienschutz beobachtet werden sollte? Die Antwort ist „ja“, denn zahlreiche Aspekte aus dem kommunikationswissen­schaftlichen und entwicklungspsychologischen Bereich verdeutlichen ihre Brisanz für Kinder und Jugendliche.

1.1. Nutzungszahlen

Einzelne Kritiker vertreten die Ansicht, Jugendschutz bei Talkshows sei nicht von Nöten, da es sich nicht um ein jugendaffines Format handle – dies spiegle sich auch in geringeren Zuschauerzahlen wider. Dabei bleibt unbeachtet, dass zahlreiche Spielfilme zunächst ebenfalls nicht für jüngeres Publikum vorgesehen sind, trotzdem aber Einigkeit darüber herrscht, dass nicht jeder Streifen für Kinder geeignet ist und folglich entsprechend gekennzeichnet werden sollte[23]. Ob Jugendliche die angestrebte Zielgruppe eines Formates sind oder nicht, ist nicht die ausschlaggebend Frage. Es ist vielmehr die tatsächliche Menge junger Zuseher zu prüfen.

Lothar Mikos legt seinen kritischen Ausführungen 1997 eine Zahl von täglich ca. 100 000 Kindern im Alter von 3 bis 13 Jahren im Zeitraum zwischen 14 und 15 Uhr zu Grunde[24]. Aktuellere Zahlen weist eine Studie von Ingrid Paus-Haase[25] auf, die zunächst auf die Sendungen Hans Meiser und Ilona Christen (RTL)[26] eingeht, die sich unter den Jugendlichen der geringsten Beliebtheit erfreuen: bei den 6- bis 13-Jährigen handelt es sich täglich jeweils um ca. 30 000 Kinder und bei den 14- bis 19-Jährigen zwischen 10 000 und 50 000 pro Tag (4.Quartal 1998). Arabella und Andreas Türck (ProSieben) setzen sich bei den Jüngeren am meisten durch, wobei es erstere bei den 6- bis

13-Jährigen auf etwa 75 000 und bei der älteren Gruppe auf 146 000 Zuschauer bringt. Türck sehen täglich 73 000 Kinder bis 13 Jahre und 166 000 Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren. Die übrigen Talkshows rangieren in der Beliebtheitsskala zwischen Meiser/Christen und Arabella/Türck. Zahlen und Grafik[27] belegen zwar, dass Zielgruppe des Formats die über 30-Jährigen sind, doch ohne Zweifel rechtfertigen die genannten Werte bei jüngeren Zuschauern entsprechende Anstrengungen des Jugendschutzes.

Bildhaft gesprochen: Ein neues Medikament wird nicht an 40 000 Kindern verabreicht, ohne mögliche Risiken und Nebenwirkungen bei jungen Patienten ausschließen zu können[28]. Paus-Haase verdeutlicht dies mit den Worten: „Diese niedrig erscheinenden Zahlen für jüngere Zuschauer dürfen allerdings nicht als Indiz dafür interpretiert werden, daß die nachmittäglichen Talkshows für Kinder und Jugendliche ohne Bedeutung sind.“[29]

Eine Gegenposition vertritt Mikos, und zwar nicht nur aufgrund der vermeintlich niedrigen Quote bei Kindern und Jugendlichen. Er sieht jugendschutzrelevante Themen lediglich in den schwach vertre­tenen Kategorien „Sex“ und „Straftaten/Kriminalität“ (insgesamt nur 9,4% innerhalb der Themen­verteilung)[30], und gerade an diesen Inhalten bestünde bei Heranwachsenden ein relativ geringes Interesse.

Paus-Haase widerlegt diese These. In einer Studie hinterfragte sie die Reichweiten und Marktanteile bei 12- bis 17-Jährigen im Zusammenhang mit der Themenkategorie der einzelnen Sendung. Den Spitzenplatz mit 23,7% Marktanteil[31] erreicht „Körper/Schönheit/Mode“, gefolgt von „Ungewöhn­liche Lebensstile“ mit 21,7% – beide liegen signifikant über dem Mittelwert aller Sendungen mit 19,4% Marktanteil in der genannten Zuschauergruppe. Talkshows, die sich deutlich unter diesem Wert bewegen, drehen sich um „Gesundheit“ (16,1%), „Gesellschaft/Soziales“ (16,6%), „Frauen“ (17,0%), „Familie“ (17,1%) und „Eltern/Kind-Beziehungen“ (17,3%). Das Thema „Sexualität“ liegt mit 19,3% genau im Schnitt, auch bei der Kategorie „Straftaten“ sehen immerhin 17,8% der 12- bis 17-Jährigen zu.

Mikos’ These verschweigt zudem, dass sich brisante Inhalte sehr häufig in „harmlos“ klingenden Kategorien wie „Familie/Erziehung“ oder „Beziehung/Liebe/Freundschaft“ wiederfinden[32]. Solche inhaltlichen Abweichungen vom Titel bleiben in Statistiken unberücksichtigt. Manchmal werden auch mehrere Schwerpunkte in einer Sendung gleichwertig behandelt[33]. Eindeutige Erkenntnisse über den Zusammenhang von Sendungsinhalt und Nutzungsmotivation sind folglich nicht zu erlangen. Auch Paus-Haase räumt in ihrer Studie ein: „Diese Art der Auswertung lässt allerdings noch keine klare Aussage dahingehend zu, dass ein bestimmtes Thema für einen höheren oder niedrigeren Markt­anteil wirklich ausschlaggebend ist. Denn wie oben bereits gezeigt wurde, unterscheiden sich die verschiedenen Shows in ihren Themenschwerpunkten.“[34]

Wie die Erfahrung der Jugendschutzarbeit in der Dokumentationsstelle Talkshow gezeigt hat, ver­teilen sich problematische Sendungen über das gesamte Titelspektrum – bei allen Sendern und allen Moderatoren. Folglich wäre es nicht sinnvoll, die Programmbeobachtung von bestimmten Sendungs­titeln abhängig zu machen[35]. Eine umfassende Aufsicht über das Genre ist notwendig, um Tausende Kinder und Jugendliche vor Inhalten zu schützen, die in erster Linie nicht für sie bestimmt sind, die sie jedoch trotzdem konsumieren.

1.2. Nutzungsverhalten der Kinder und Jugendlichen bei Talkshows

Untersuchungen zum Rezeptionsverhalten junger Zuschauer liefern wichtige Erkenntnisse über ihre Motivation, Talkshows anzuschauen, und über ihre Meinungen und Einschätzungen zu diesem Genre. Sie dokumentieren die Bedeutung der Dailies für Kinder und das Ausmaß des Wirkungs­risikos, das von diesem Format ausgeht[36]. Außerdem trägt das Verständnis des Nutzungsverhaltens dazu bei, einzelne Sendungen mit den Augen der Kinder zu sehen – eine Grundvoraussetzung für jeden Jugendmedienschützer, denn alle theoretischen Erkenntnisse der Kommunikationswissenschaft und Entwicklungspsychologie sind zwar wichtig für diese Arbeit, aber alleine nicht ausreichend.

Bente[37] weist darauf hin, dass bei den jungen Talkshow-Konsumenten vor allem der lebensweltliche Hintergrund den Ausschlag gibt für die Art und Weise der Medienaufnahme[38].

Auch Glogauer[39] unterstreicht, dass „ Milieu- bzw. sozialgeschädigte Kinder und Jugendliche am ehesten zu Mediengeschädigten“[40] werden. Während Jugendliche höherer Bildung das Gesehene kaum in ihre Wirklichkeitskonstruktion integrieren, erweist sich das weniger gebildete Publikum als anfällig. Betroffen sind insbesondere weibliche bzw. jüngere Zuschauer, die über geringe Medienkompetenz verfügen und in einem problematischen sozialen Umfeld leben[41].

Paus-Haase und ihre Mitarbeiter untersuchten Ende der 90er Jahre in einer ausführlichen Studie den Zusammenhang von Talkshow-Nutzung der Jugendlichen und ihrer Realitätskonstruktion[42]. Grund­lage ihrer Forschungen zum Wirkungsrisiko waren Theorien der Psychologie, der Soziologie und der Kommunikationswissenschaft.[43] Die Probanden der Studie gliedern sich in verschiedenen Nutzer­typen (aufgezählt nach der Sehhäufigkeit): An erster Stelle stehen die „Fans“, die Orientierung und Unterhaltung suchen (Mädchen leicht überrepräsentiert), gefolgt von den „Orientierungsuchenden“, die sich außerdem Information erhoffen[44], der dritte Typ besteht aus „Unterhaltungsskeptikern“, die den Talks in keiner Weise eine Unterhaltungsfunktion zuschreiben. Auf Platz vier rangieren die „Zaungäste“, die bei Beteiligten und Rezipienten eine Orientierungssuche und den Wunsch nach Zerstreuung vermuten, selbst aber keine dieser Motivationen teilen. Noch vor der Gruppe der „Nichtnutzer“ kommen die „Kritiker“, die von den Zusehern annehmen, dass sie sich amüsieren möchten, jedoch kein Interesse an einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Thema verfolgen[45]. Orientierungssuche spielt demnach für Kinder eine zentrale Rolle, da sie Fernseherlebnisse zur Bearbeitung der familiären und der Peer-Gruppen-Struktur heranziehen[46].

Ein überraschender Befund der Studie ist, dass sich die Nutzungshäufigkeit nicht monokausal auf die Ansichten der Jugendlichen über die Moral der Menschen auswirkt[47], doch sagt dies nichts über das Risiko aus, inwieweit sich z.B. das Verhalten der Kinder selbst verändern kann. So bestätigten sich Befürchtungen über die Einflüsse auf „Fans“, bei denen partnerschaftliche Werte und soziales Verantwortungsgefühl im Gegensatz zur Unabhängigkeit von Normen nur schwach ausgeprägt sind[48]. Neben der Dokumentationsstelle Talkshows, die von einem kumulierten Wirkungsrisiko durch das täglich gesendete Format ausgeht[49], stellt Medienpädagoge Neumann-Braun die These auf, dass selbst medienkompetente Jugendliche bei regelmäßigem Konsum der Sendungen an eine Verar­beitungsgrenze stoßen[50]. Auch Bandura bestätigt einen Zusammenhang zwischen „Vielsehen“ und Formung des Realitätsbildes[51].

Die Untersuchung von Paus-Haase ergibt eine weitere aussagekräftige Unterscheidung von Rezeptionshaltungen. Folgende Pole kennzeichnen das Nutzungsverhalten:

- Naive versus reflektierte Nutzung à „Jugendliche mit diesem [naivem, Anm. d. Verf.] Rezeptionsmuster verstehen das Geschehen in den Talkshows weitgehend oder ganz als Abbild von Realität. (...)Verbunden mit dieser Sichtweise ist oft eine wirklichkeitsferne Einschätzung der Produktionsabläufe. Diejenigen Jugendlichen hingegen, die Daily Talks ‚reflektiert’ rezipieren, zeigen sich fähig, deren Inszenierungsmuster zu hinterfragen und zu durchschauen. (...)[Sie] begreifen die Daily Talks als ‚Schauspiel’ bzw. als Verzerrung von Realität“[52]. Die ‚naiven’ Zuschauer behandeln die Sendungsinhalte im Gegensatz zu den ‚reflektierenden’ als Bereicherung ihres Wissens und dürften sie somit eher in ihre Realitätskonstruktion übernehmen.
- Involvierende versus distanzierende Rezeption à „Von ‚involvierender Rezeption’ wird dann gesprochen, wenn die Jugendlichen emotionale Beteiligung an den in Talkshows gezeigten Interaktionen erkennen lassen, indem sie sich mit den Talkgästen identifizieren, sich parasozial mit ihnen auseinandersetzen oder zumindest die ange­botenen Themen aufgreifen und weiter diskutieren. ‚Distanzierende Rezeption’ dagegen ist gekennzeichnet durch ironische bis aggressive Abstandnahme“[53]. Die „Involvierenden“ führen einen inneren Dialog mit den Personen der Diskussion, so dass sie ihre Identität und ihre Lebensvorstellung in die Thematik einbringen, wohingegen die „Distanzierten“ davon keinen Gebrauch machen.
- Die Suche nach Orientierung versus Suche nach Zerstreuung à Ersteres ist „dann festzustellen, wenn sich die Jugendlichen Talkshows ansehen, um die in den Talks vorgeführten Meinungen und Lebensstile zu überprüfen und auf sich zu beziehen, wenn sie gern ihre eigenen Probleme verhandelt sähen oder die Talkshows generell als Problemlöser und Ratgeber begreifen“[54]. Sucht jemand bewusst nach Orientierung, signalisiert dies die Bereitschaft, persönliche Sichtweisen an die der Shows anzulehnen. „Sind sie jedoch in erster Linie daran interessiert, sich zu amüsieren und/oder voyeuristische Bedürfnisse zu befriedigen, kann von einer ‚Suche nach Unterhaltung’ gesprochen werden[55].

Die drei Dimensionen sind nicht voneinander unabhängig. Paus-Haase bekräftigt, dass eine naive Haltung bevorzugt mit einer involvierenden Nutzung einhergeht, die sich mit einer positiven Beurteilung des Formats und der Suche nach Orientierung verbindet[56]. Der Jugendschutz sieht in diesem Publikum eine hervorzuhebende Risikogruppe. Analog steht die reflektierende Sichtweise in engem Verhältnis zu einer distanzierenden[57].

Soweit einige Aspekte aus der Rezeptionsforschung, die den Blick aus der Kinderperspektive schärfen und damit die Notwendigkeit des Jugendschutzes verdeutlichen. Denn als höchst proble­matisch anzusehen ist die Orientierung an den Inhalten eines Formats, das täglich ausgestrahlt wird und teilweise Aussagen transportiert, die Kinder und Jugendliche negativ beeinflussen können – dazu mehr im nächsten Kapitel.

1.3. Inhaltliche Dimension

Nachdem die große Zahl junger Zuschauer nachgewiesen wurde, die von Talkshows eine Art Hand­lungsanleitung erwarten, stellt sich die Frage, ob diese Sendungen tatsächlich Inhalte vermitteln, die einer „gesunden“ Entwicklung der Kinder abträglich sein können.

Die täglich ausgestrahlten Shows, die sich u.a. mit psychischen, moralischen und sozialen Anomalien beschäftigen, setzen auf die Sensationslust der Zuschauer und sind in einer Art und Weise inszeniert, die wenig zur tatsächlichen Klärung von Problemen beiträgt. Dies geschieht teilweise „in Sprache und Darstellung überwiegend auf unterem Niveau – über Pornographie, sexuelle Eigenheiten und Abartigkeiten, intimste persönliche und familiäre Probleme“[58] . Ein Bericht der Dokumentations­stelle geht außerdem auf zunehmend aggressiv ausgetragene Konflikte ein, in denen verbale Gewalt dominiert[59].

Anlass der Streitgespräche sind häufig Kinder belastende Themen wie Scheidung, Sorgerecht, Miss­brauch u.ä. Meist fallen die Geschichten der Gäste komplex aus, die Situation zwischen den Beteiligten ist verfahren, das Gesprächsklima gestaltet sich äußerst angespannt, und es besteht kaum Hoffnung auf eine Lösung des Problems (nicht innerhalb der kurzen Sendezeit – ca.45 Minuten). In manchen Fällen wird einem überaus negativen Menschenbild Vorschub geleistet und eine pessimi­stische Perspektive bezüglich zwischenmenschlicher Beziehungen vermittelt: durch Themenwahl, Moderationsstrategie, Zusammenstellung besonders aggressiver Gesprächsteilnehmer, nachgestellte Sendungen[60] oder unerwartete Konfrontation zerstrittener Diskutanten. Sind die Betroffenen in Folge dessen unfähig, ihren Standpunkt und ihr persönliches Handeln zu rechtfertigen, werden sie zum Belustigungsobjekt herabgestuft und in ihrer Menschenwürde verletzt – dies ist nicht mit der verfassungsrechtlichen Werteordnung zu vereinbaren[61].

Problematisch ist zudem die Zeichnung der Geschlechterrollen. Oft beruht die Interaktion auf Feind­seligkeit, „Verachtung, Kompromisslosigkeit und Aggressivität“[62]. Dies lässt „einen destruktiven und sozialethisch schädigenden Einfluss auf die Einstellung“[63] der Kinder befürchten. In vielen Fällen greifen die Moderatoren gar nicht oder nicht vehement genug ein, um das Gesagte zu rela­tivieren. Durch menschenverachtende verbale Attacken auf die Gäste verschärft das Publikum ohnehin aussichtslos wirkende Situationen. Manch Programmgestalter scheint sogar den ein oder anderen Provokateur einzuladen, um die Stimmung anzuheizen[64].

In diesem Zusammenhang kommt es nicht nur zu Angriffen auf das durchschnittliche Geschmacks­empfinden. In zahlreichen Sendungen stellt sich auch die Frage, ob der Veranstalter nicht seine Fürsorgepflicht gegenüber den Talk-Gästen verletzt, wenn er diese in der ungewohnten Studio­atmosphäre dem allgemeinen Spott preisgibt. Das Gesamtbild einer Show drängt häufig die Normalität zu Gunsten außergewöhnlicher, meist reißerisch präsentierter Ereignisse ins Abseits. Das Ausbleiben angemessener Relativierungen erschwert Kindern einen adäquaten Umgang mit der jeweiligen Problematik und kann auf sie desorientierend wirken. Kuch warnt, dass es „für unsere Gesellschaft nicht ohne nachteilige Folgen bleiben kann, wenn im Fernsehen (...) die Normalität des Lebens wie die intakte Familie, das gegenseitige Vertrauen oder das soziale Engagement an den Rand gedrängt wird und überwiegend negative Verhaltensmuster in (...) voyeuristischer Weise (...) ausgebreitet werden.“[65] Die Aussage der Shows ist –nicht immer, aber in der Summe doch ganz überwiegend – sehr negativ. Und so „ließe sich festhalten, dass die Pädagogik der Daily Talks darin besteht, spezifische Irritationen hervorzurufen. Eine solche ist darin zu sehen, dass zentrale Dimensionen der Realitätswahrnehmung wie Öffentlichkeit und Privatheit, Verallgemeinerung und Besonderung, Unterhaltung und Disziplinierung oder sachangemessene Beratung und ‚abspei­sende’ Bevormundung eine Entgrenzung erfahren.“[66] Aus der Gefahr moralischer und sozial­ethischer Desorientierung von Kindern und Jugendlichen bezieht der Jugendschutz seine Legiti­mation.

Heranwachsenden droht aber nicht nur eine sozialethische Irritation, sondern auch eine nachhaltige Ängstigung. Sie bekommen erhebliche Probleme, „wenn ihnen drastische Bilder begegnen, die Tote, Verletzte und vor allem Blut in aller Deutlichkeit zeigen. Bei solchen Bildern empfinden sie durchgängig Ekel, und dieses Gefühl überlagert die gesamte Wahrnehmung. Drastische blutige Bilder sind für Kinder unserer Altersgruppe [gemeint sind Kinder von 8 bis 13 Jahren, Anm. d. Verf.] absolut unverdaulich – in jedem Kontext, in jedem Genre und oft über lange Zeit hinweg.(...) Der Übergang zur Angst, die angesichts drastischer Bilder ebenfalls von vielen Kindern entwickelt wird, ist gerade wegen der regen Vorstellungskraft oft fließend.“[67]

1.4. Entwicklungspsychologischer Hintergrund

Problematische Inhalte allein können keine negativen Auswirkungen haben, wenn sie nicht auf einen sensiblen Empfänger stoßen. Worin liegt diese Sensibilität bei Kindern und Jugendlichen begründet?

Die zentrale Entwicklungsaufgabe im Kindes- und Jugendalter ist die Identitätsgenese. Beim Über­gang von der natürlichen Persönlichkeit zur mannigfaltig ausgebildeten Rollenidentität interessiert sich das Kind verstärkt für das Handeln Unbekannter[68]. Die nachmittäglichen Talkshows bieten ein breites Spektrum unterschiedlicher Persönlichkeiten und gesellschaftlicher Rollen. Der Heran­wachsende kann „im Mediengebrauch an einer Vermittlung zwischen seiner individuell erlebten Einzigartigkeit und allgemeinen sozialen Deutungsmustern“[69] arbeiten. Es bietet sich die Möglich­keit, „einen identitätsstiftenden Gewinn“[70] zu ziehen. Allerdings „wird die Identitätssuche vor allem in komplexen, sich rasch wandelnden Gesellschaften zum Problem“[71], so die These von Oerter/ Dreher.

Die jungen Zuschauer sind im prägenden Lebensabschnitt der Präaduleszenz herausgefordert, ihr individuelles „Ich“ mit der Außenwelt zu vergleichen, anzupassen und den eigenen Weg zu finden – sie müssen die Identitätsbildung „in der Ausbalancierung innerer wie äußerer Anforderungen im Rahmen ihrer Entwicklungsaufgaben (...) betreiben“[72]. Äußere Anforderungen stellen die tägliche Auseinandersetzung mit Eltern, Lehrern und Gleichaltrigen (Peer-Group) dar. Das Fernsehen nimmt heutzutage einen vergleichbaren Platz ein; insbesondere die Daily Talks bieten die Möglichkeit, in die Welt anderer zu blicken.

Damit das Interesse geweckt wird, „muss schon etwas passieren, das die Normalität sprengt“[73] so Medienpädagogin Theunert. Die Neugier der Kinder reiche weit über ihre „ Nahwelt“[74] hinaus. Werden sie mit Unbekanntem konfrontiert, das u.U. desorientierenden Charakter hat, so ist dies mit einem Wirkungsrisiko behaftet. Kinder setzen sich mit diesen Medieninhalten gemäß ihrem kogni­tiven, sozialen und emotionalen Entwicklungsstand auseinander, der sich im ständigen Wandel befindet[75]. Vor dem Hintergrund dieser Prozesse sind Gefährdungen von Kindern und Jugendlichen zu verstehen.

Grundlegenden Wert für die Legitimation von Jugendschutz aus Sicht der Entwicklungspsychologie haben die Stufenmodelle von Piaget[76], Kohlberg und Erikson. Sie alle begreifen Entwicklung als Miteinander von Subjekt und Umwelt. Piaget behandelt auf der Basis der kognitiven Entwicklung[77] die Ausgestaltung des moralischen Urteils bei Kindern. Erziehungswissenschaftler Kohlberg führt diese Forschung differenzierend fort. Er geht von einer unveränderbaren sechsteiligen Stufenfolge aus, auf der sich das jeweilige moralische Urteilsvermögen entwickelt[78]. Am Beginn dieser Abfolge besitzen Kinder noch keine autonome Moral, sie sind abhängig von anderen Autoritäten (z.B. Regeln, Ge- und Verbote der Eltern)[79]. Die Rechtmäßigkeit einer Handlung wird nicht an imma­nenten Maßstäben gemessen, sondern orientiert sich an dem Gesagten anderer. „ Man handelt also zuerst nach Werten, bevor man sie begründen und bevor man rationale Werturteile formulieren lernt“[80]. Erikson[81] befasst sich in seinen Arbeiten mit emotional bestimmten Prozessen von prä­pubertären Kindern und pubertierenden Jugendlichen. Er begreift dieses Alter als eine Abfolge psychosozialer Krisen, die zur Persönlichkeitsbildung durchlaufen werden müssen. „’Krise’ bedeutet in diesem Zusammenhang einen Zustand besonderer Sensibilität, der eine Art ‚Wendepunkt’ für die weitere Entwicklung darstellt“[82]. Diese hervorgehobene Empfindlichkeit der Kinder verdeutlicht die Gefahr einer negativen Beeinflussung durch desorientierende Medieninhalte. Besonders her­vorzuheben ist dabei der bei Erikson im Vordergrund stehende emotionale Aspekt, der in der Konfrontation mit Talkshows häufig auftritt.

1.5. Talkshow als Lernmodell

In dieser krisenreichen Entwicklungsphase sind Kinder und Jugendliche empfänglich für Handlungs­anleitungen, die ihnen den schwierigen Weg der Selbstfindung erleichtern. So ist nachvollziehbar, dass Talkshow-Gäste und deren mannigfaltige gesellschaftlichen Rollen für sie Handlungsmodelle darstellen können, an die sich vor allem Angehörige der benannten Risikogruppen gerne anlehnen. „Da Kinder (...) den Großteil dessen, was sie sehen, nicht aufgrund eigener Erfahrungen nach­vollziehen, wird das Gesehene von ihnen als ‚wahr’ erfahren. Paradoxerweise schenken Kinder (...) den Programmen, die eine unbekannte Welt zeigen, mehr Glauben als jenen, die ihr eigenes Leben widerspiegeln.“[83] Aus der Sicht der Lerntheorie bekräftigt dies Bandura: „Menschliches Verhalten (...) kann durch im Fernsehen gezeigte Modelle verändert werden“[84]; „Medien beeinflussen Menschen direkt (...)sie stellen öffentliche Themen zur Diskussion, indem sie bestimmen, was wichtig ist“[85]. Betrachtet man diese Aussage des Psychologen vor dem Hintergrund des Themen­spektrums des Formats, ergibt sich eine Realitätskonstruktion, in der zwischenmenschliche Konflikte, Sexualität, Oberflächlichkeit und eine klischeebeladene körperliche Attraktivität eine übergeordnete Rolle spielen[86]. Befürchtete Wirkungen müssen im zeitlichen Ablauf nicht direkt nach dem Konsum der Talkshows auftreten – übernommene Handlungsmuster können latent vorhanden sein und in einem passenden Moment abgerufen werden.[87]

Glogauer sieht eine Gefahr in der Imitation, die „besonders dann aktiviert wird, wenn Kinder emotionale Beziehungen zu Personen (...) entwickeln bzw. sich mit diesen identifizieren, was bei vielen Kindern vor allem im Bezug auf Gestalten des Fernsehens oder Films zu beobachten ist“[88]. Er meint, Jugendliche und Kinder „ suchen und finden in den Medien schließlich emotionalen Ausgleich und Modell für die Lösung ihrer Probleme“[89], denn „Alltagswelten [sind] heute Medienwelten“[90]. Bei vielen Jugendlichen spielt die Suche nach Handlungsanleitungen gerade in jenen Lebensbereichen eine hervorgehobene Rolle, die sich noch in wichtigen Entwicklungsstadien befinden. Zu denken gibt deswegen Banduras Ansicht „Modelle führen auf verschiedene Weise zur Übernahme neuer Verhaltensweisen und -muster“[91], transportieren die Shows doch ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit, das oftmals keine Korrektur erfährt.

Bente und Fromm haben in ihren Untersuchungen folgende Merkmale der Dailies festgestellt[92]:

- PERSONALISIERUNG à Eine Problematik wird anhand eines oder weniger Einzelschicksale dargestellt. Allgemeines tritt in den Hintergrund. Der Moderator, der teilweise als der „heilbringende und omnipotente Problemlöser angesehen wird“[93], schafft ein Klima der Vertrautheit.
- AUTHENTIZITÄT à Dieses Merkmal betonen der Live-Charakter und die ‚wahren’ Geschichten unprominenter Personen.
- INTIMISIERUNG à Ehemalige Tabu-Themen rücken ins Licht der Öffentlichkeit.

EMOTIONALISIERUNG à Persönliches Empfinden und Erleben treten in den Vordergrund, emotionale Aspekte gewinnen an Bedeutung, Sachaspekte treten in den Hintergrund.

Merkmale dieser Art sprechen in besonderem Maße die Gefühlsebene und das Unterbewusstsein an. Kognitiv hervorgerufene Reaktionen stehen zunächst außen vor, denn „nicht intendiertes Lernen ist in höchstem Maße abhängig von der Machart eines Programmes“[94]. Weitere emotionale Gestalt­ungsmittel wie gefühlsbetonte Musik hinterlassen bei Zuschauern starke Eindrücke und verstärken diesen Effekt[95]. Unbeabsichtigtes Lernen erfolgt dann am wirkungsvollsten, wenn das Publikum dort abgeholt wird, wo es sich gefühlsmäßig befindet[96]. So ist anzunehmen, dass Kinder, in deren Familien schwerwiegende Konflikte oder gar Missbrauch vorkommen, von Sendungen mit ent­sprechenden Inhalten besonders berührt sind. Nicht selten fallen diese Sendungen in ihrer Grund­stimmung dermaßen pessimistisch und ausweglos aus – aufgrund fehlender Relativierung oder ausbleibender Lösungsansätze – dass eine ängstigende Wirkung absehbar ist.

Davis entwickelte die Theorie der „sozialisierten Angst“, die davon ausgeht, dass menschliches Handeln auf der Aneignung gesellschaftlicher Regeln beruht. Eine Erkenntnis dieses Lernprozesses ist die Belohnung, die auf gebilligtes Verhalten folgt, wohingegen Unerwünschtes bestraft wird[97]. Die „sozialisierte Angst“ besteht in der „Antizipation von Bestrafung“, die „mit unangenehmen Gefühlszuständen verbunden“[98] ist. In der Furcht vor Sanktionen liegt der Grund für ein Verhalten, das mit der gesellschaftlichen Norm übereinstimmt[99]. Gewinnt ein Heranwachsender den Eindruck, in den Talkshows ein repräsentatives Abbild sozialer Wirklichkeit zu sehen, kann dies negative Folgen nach sich ziehen.

Die Präsentation menschlicher Schicksale mit scheinbar alltäglichen Problemen und Anliegen gaukelt die Abbildung der Wirklichkeit nur vor, wird aber u.U. für bare Münze genommen: „Anhaltender Konsum dieser ‚symbolischen Welt’ kann dazu führen, daß die Fernsehbilder als authentische Darstellung menschlichen Lebens aufgefaßt werden“[100]. Selbst wenn Kinder und Jugendliche die Glaubwürdigkeit einzelner Sendungen anzweifeln, ist zu befürchten, dass diese Skepsis mit regel­mäßigem Konsum schwindet. Der Jugendschutz macht es sich zur Aufgabe, Heranwachsende davor zu bewahren, eine „konstruierte Realität“ mit der „natürlichen Realität“ zu verwechseln.

Kinder und Jugendliche finden in dieser prägenden und sensiblen Phase in den Talkshows also Modelle, die ihnen scheinbar verlässliche Anhaltspunkte in zahlreichen Lebensfragen bieten. Vermutlich werden sie sich aus oben genannten Gründen später auch an das Gelernte halten.

2. Selbstverständnis, Intention und Aufgabe des Jugendschutzes

Nachdem nun die Notwendigkeit des Jugendmedienschutzes bei Talkshows plausibel ist, interessiert das Selbstverständnis derjenigen Organe, die sich zur Aufgabe gemacht haben, Heranwachsende vor desorientierenden oder ängstigenden Inhalten zu bewahren.

2.1. Wirkungsrisiko

Die grundlegende Prämisse des Jugendmedienschutzes besteht in der Annahme beeinträchtigender Einflüsse, die von bestimmten Medieninhalten auf das junge Publikum ausgehen. Die Tatsache, dass aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive keine Theorien aufgestellt wurden, die eindeutige kausale Zusammenhänge zwischen Medium und Wirkung belegen, mindert die Berechtigung und Notwendigkeit des Jugendschutzes nicht[101]. Auch in anderen umstrittenen Bereichen wie dem „Elektrosmog“ bewahren Richt- und Grenzwerte vor bislang nicht bewiesenen Gesundheitsschäden – hier stehen ebenfalls potenzielle Risiken im Vordergrund[102]. Im Fall der Medienwirkungsdebatte wiegt das seelische und körperliche Wohl von Kindern und Jugendlichen mehr als ökonomische Einbußen[103]. Aus diesem Grund ist die Gefahr einer Wirkung[104] das ausschlaggebende Moment für den Jugendschutz: „Trotz des fehlenden monokausalen Nachweises negativer Medienwirkungen zeichnet sich unter den Medienwirkungsforschern ein breiter Konsens über das Bestehen eines ernst zu nehmenden Wirkungsrisikos ab.“[105] Maletzke nimmt an, dass sich „die psychologischen Vor­gänge während des Fernsehens (...) in hohem Maße als beteiligte Faktoren auf das auswirken, was in der Phase danach geschieht“[106]. Schließlich unterstreicht auch die Wortwahl der Jugendschutz­Richtlinien diesen Ausgangspunkt – es ist die Rede von „verrohender, desorientierender Wirkung“, von „schwerer sittlicher Gefährdung“ und „negativer Beeinflussung der sexual- und sozialethischen Entwicklung“.

Im Mittelpunkt der Talkshow-Problematik steht weniger die Wirkung von Gewaltdarstellungen (eher wichtig bei Spielfilmen) als vielmehr eine befürchtete Beeinträchtigung des psychischen Wohls junger Zuschauer[107]. So sieht Hönge[108] Medien nicht ausschließlich als „Wirkfaktoren“, sondern als „Sozialisationsfaktoren“[109]. Auch besteht große Übereinstimmung bei der Annahme, dass Kinder und Jugendliche, die sich in einer sensiblen und prägenden Lebensphase befinden, einem größeren Wirkungsrisiko ausgesetzt sind als Erwachsene. Ihnen sollten deswegen adäquate Schutzmaßnahmen zukommen.

2.2. Prohibitiver, bewahrender Charakter

Jugendmedienschutz verfolgt einerseits eine bewahrende, abwehrende und prohibitive Zielsetzung[110], er hat also etwas mit Regeln zu tun, die sich in Gesetzen, Verträgen und freiwilligen Selbstkontroll­Vereinbarungen niederschlagen[111]. Andererseits jedoch soll „Jugendschutz (...) überhaupt weniger negative Richtlinien geben, als vielmehr ein erstrebenswertes Ziel anzeigen, für Werte eintreten“[112]. Der „Verbotscharakter“ ist nicht vorherrschend, sondern muss als „ flankierende Maßnahme“[113] verstanden werden, die äußere Bedingungen schafft und der Orientierung dient. Die Notwendigkeit gewisser Regeln begründet der Fernsehkritiker Gangloff damit, dass Problemlagen – wie etwa die Talkshows – nicht ausschließlich ausgesessen werden dürfen, da sonst aufgrund des Quotendrucks eine Spiralwirkung eintreten könne, die immerwährende Steigerungen bezüglich umstrittener Darstellungen fordere[114]. Hinsichtlich dieser Regelungen[115] unterzieht Jugendmedienschutz[116] das Programm einer Kontrolle. Talkshows werden nach der Ausstrahlung anhand der Jugendschutz­Richtlinien überprüft und ggf. mit rechtsaufsichtlichen Maßnahmen verfolgt.

Regulierungen bedeuten Grenzen, die ein uneingeschränktes Ausschöpfen des Programmpotentials nicht erlauben und somit den wirtschaftlichen Interessen der Anbieter entgegenstehen[117]. Diese Konstellation ruft Konflikte hervor, die sich beispielsweise in der mangelhaften Durchführung freiwilliger Selbstkontrollgrundsätze zeigen[118].

2.3. Öffentliche Diskussion

Jugendschutz begreift sich nicht als reines Regelgerüst, er kann „weder durch eine Glasglocke noch durch Gitterstäbe, also Verbote, gewährleistet werden“[119], sondern ist vielmehr durch „ positive Hinweise anzustreben“[120]. Er fördert das Wissen um die Belange einer jungen Zuschauerschaft. Er stärkt das Bewusstsein, dass Heranwachsende andere – teilweise noch eingeschränkte – Umgangs­weisen mit Medien haben und dass sich damit ein ernstzunehmendes Wirkungsrisiko verbindet, dessen Folgen das gesellschaftliche Gefüge aus dem Lot bringen können. Auch der GSJP[121] -Vorsitzende Ring sieht die Aufgabe der Landesmedienanstalten darin, „den ethischen Diskurs über solche Sendungen [gemeint sind hier Formate, die Personen zur Kommerzialisierung instru­mentalisieren – Anm. des Verf.] anzustoßen und mögliche gesellschaftliche Folgen zu proble­matisieren“[122]. Demzufolge erheben sie jugendschutzrelevante Problemlagen bereits durch mahnende Gespräche mit dem Veranstalter zu einem öffentlichen Thema[123]. Diskurse in Presse und Rundfunk regulieren den Markt ebenso wie die Vergabe von Bußgeldern[124]. Der Mechanismus des Jugendschutzes fußt auf dem demokratischen Prinzip gegenseitiger Kontrolle. Er erregt einerseits Interesse und klärt auf, andererseits fordert er von der Öffentlichkeit einen kritischen Eingriff in den Diskurs. Laut Gottberg funktionieren Selbstkontrollmaßnahmen[125] nur, „wenn sie in der Fachöffentlichkeit und in der politischen Diskussion kritisch auf ihre Funktionsfähigkeit hin überprüft werden und wenn die Anbieter damit rechnen müssen, daß ein ordnungspolitisches Konzept folgt, sobald Selbstkontrollmaßnahmen als nicht ausreichend angesehen werden“[126].

Weitere Beispiele für die Macht der öffentlichen Meinung sind die Ergänzungen der Jugendschutz­Richtlinien im 1.Rundfunkänderungsstaatsvertrag (1.August 1994) und die im Juni 1998 verab­schiedeten Verhaltensgrundsätze zu Talkshows der im Verband Privater Rundfunk und Telekom­munikation e.V. (VPRT) zusammengeschlossenen privaten Fernsehveranstalter. Beide kamen erst durch massiven Druck zum Beispiel von Eltern, Lehrern, Kindergärtnern oder Sozialpädagogen zustande[127]. Zu nennen ist hier das Engagement der Landfrauen im Bayerischen Bauernverband[128], die mit Unterschriftenlisten gegen die nachmittäglichen Talkshows die politische Diskussion im Bayerischen Medienrat und in der Öffentlichkeit angeregt haben.

Auch Paus-Haase betont die Notwendigkeit einer weit gestreuten Auseinandersetzung mit der Problematik: „(...) eine kritische Begleitung durch die Öffentlichkeit ist weiterhin erforderlich“[129]. Sie trägt gleichzeitig dazu bei, die Medienkompetenz von Eltern oder anderen erzieherisch Tätigen zu verbessern. Schließlich sind viele umstrittene Bestandteile des täglichen Programms gesetzlich unangreifbar, weil die Legislative nicht in Geschmacksfragen tätig werden darf[130]. Durch einen breit angelegten öffentlichen Diskurs aber wird der Einzelne befähigt, eigenverantwortlich und bewusst mit Medien umzugehen. Dafür braucht es laut Theunert nicht nur ein entsprechendes Regelwerk, sondern auch einen Konsens über ethische Maßstäbe: „ein solcher Diskurs allerdings ist letztlich nur möglich in einer Gesellschaft, die auch nach ethischen Prinzipien organisiert ist und handelt“[131].

Neben den Rezipienten sind die Produzenten wichtige Ansprechpartner in der Auseinandersetzung. Der demokratische Mechanismus auf der einen Seite und das Regelwerk auf der anderen Seite stellen ein maßgebliches Korrektiv für Medienschaffende dar, also Talkshow-Redakteure, Moderatoren oder Regisseure. Auch hier liegen Sinn und Ziel in einer Sensibilisierung der Veranstalter. Mancher Appell an ihr Verantwortungsbewusstsein bewahrt sie vor dem imageschädigenden und kostspieligen Überschreiten gesetzlicher Grenzen. Wichtig ist dabei laut Weigand, „dass die gesellschaftliche Diskussion um den sauberen Bildschirm nicht eingestellt wird“[132].

2.4. Unteilbarkeit

Es gibt eine gemeinsame Verantwortung im Jugendmedienschutz, unabhängig sowohl vom Veran­stalter – öffentlich-rechtlichen oder private Sender – wie vom Medienbereich, etwa Rundfunk, Internet, digitales Fernsehen, Videofilme und Computerspiele. Unter einer Aufteilung würden Nachvollziehbarkeit, Glaubwürdigkeit und letztlich Effizienz des Jugendschutzes leiden. So unter­streicht auch der GSJP-Vorsitzende Ring im Rahmen einer Pressemitteilung: „Um überzeugenden Jugendschutz zu praktizieren, muss mit derselben Messlatte gemessen werden“[133] . Als Beispiel für Problemfälle führt er Folgen der öffentlich-rechtlichen Produktionen ‚Bella Block’ und ‚Tatort’ an, wobei die Talkshow von Jürgen Fliege (ARD) auch relevant wäre. Bislang lehnen die Anstalten des öffentlichen Rechts eine Beteiligung an den von den Privaten initiierten Freiwilligen Selbstkontroll­einrichtungen ab, mit dem Hinweis, dass sonst „ die Programmhoheit des Intendanten und der Programmverantwortlichen (...) tangiert würde“[134]. Doch in den Gemeinsamen Richtlinien der Landesmedienanstalten zur Gewährleistung des Jugendschutzes heißt es unter 1.5. ausdrücklich: „Damit soll im Hinblick auf den einheitlichen Schutzzweck der Norm eine unterschiedliche Hand­habung im öffentlich-rechtlichen und im privaten Rundfunk vermieden werden.“[135] Auch der Kommentar zu §4 RStV spricht sich für einen Erfahrungsaustausch zwischen öffentlich-rechtlichem und privatem Rundfunk aus[136] und unterstreicht somit die Bedeutung eines einheitlichen Jugend­medienschutzes. Eine Neustrukturierung auf bundesweiter Ebene mit dem Ziel einer Zusammen­führung unterschiedlicher Kontrollinstanzen befindet sich zur Zeit in der Diskussion.

2.5. Unbegründeter Verdacht auf Zensur

Jugendmedienschutz ist keine Zensur – dies soll den folgenden Ausführungen klärend vorweg ge­schickt werden. Vorgenommene Prüfungen der Talkshows finden nach der Ausstrahlung statt[137]. Grundgesetzkommentare belegen, dass Kontrollen im Nachhinein keiner Zensur entsprechen[138] und postulieren die Grenzen der Rundfunkfreiheit, die sich in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze und den Bestimmungen zum Schutze der Jugend und der Persönlichkeitsrechte niederschlägt (Art.5 Abs.2 GG)[139].

[...]


[1] vgl. Erz, Katharina: Brot und Spiele? – Die Talkshow. tv diskurs. Nomos Verlagsgesellschaft. Nr.5/o.J. S.44-50. (Zugriff: www.fsf.de/Texte/Talkshows/Erz/hauptteil_erz.htm).

[2] vgl. Foltin, Hans-Fiedrich: Die Talkshow. Geschichte eines schillernden Genres. In: Erlinger, Hans Dieter; Foltin, Hans-Friedrich (Hrsg.): Unterhaltung, Werbung und Zielgruppenprogramme. Geschichte des Fernsehens in der Bundesrepublik Deutschland. Bd. 4. München. Wilhelm Fink Verlag. 1994. S.109f.

[3] BLM (Bayerische Landeszentrale für Neue Medien) (Hrsg.): Jugendschutzbericht 2. Halbjahr 2001. München. 2002. S.19.

[4] vgl. ebd.

[5] vgl. ebd., S.23.

[6] vgl. ebd., S.22.

[7] Hans-Fiedrich Foltin, 1994, S.70. Der Autor gebraucht diesen Begriff im Zusammenhang mit dem Genre der Talkshows, doch lässt er sich auch auf die meisten übrigen Formate des Reality-TVs anwenden.

[8] Wichtige Einrichtungen: jugendschutz.net, Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Dienstanbieter e.V. (FSM), Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK), Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPjS), Presserat (Freiwillige Selbstkontrolle der gedruckten Medien), Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle – USK, Interessengemeinschaft Selbstkontrolle elektronischer Datenträger – DT Control.

[9] Literaturhinweise zu dieser Thematik unter gesondertem Punkt im Literaturverzeichnis.

[10] Literaturhinweise zu dieser Thematik unter gesondertem Punkt im Literaturverzeichnis.

[11] vgl. Hans-Friedrich Foltin, 1994, S.69f. + Steinbrecher, Michael; Weiske, Martin: Die Talkshow. 20 Jahre zwischen Klatsch und News. Tips und Hintergründe. Reihe Praktischer Journalismus. Bd.19. München. Ölschläger. 1992. S.139.

[12] vgl. ebd.

[13] Der Spiegel, Nr.52/1984, S.150 nach Hans-Friedrich Foltin, 1994, S.81.

[14] vgl. Michael Steinbrecher, 1992, S.147f.

[15] Neumann-Bechstein, W.: Talkshow am Nachmittag – das neue Realitiy-TV? Beobachtungen zum Wandel eines Genres. In: FUNK-Korrespondenz, Nr.5/1996, S.3-6.

[16] Kreutz, Anja: Daytime-Talks in der Kritik. In: Institut Jugend Film Fernsehen (JFF) (Hrsg.): medien+erziehung. München. KoPäd. Nr.5/1998. S.305.

[17] vgl. Kuch, Hansjörg: Jugendschutz und Medienkompetenz als staatliche Handlungsfelder. In: Schell, Fred; Stolzenburger, Elke; Theunert, Helga (Hrsg.): Medienkompetenz. Grundlagen und pädagogisches Handeln. München. KoPäd. 1999. S.370ff. + Kübler, Hans-Dieter; Lipp, Claudia: Kinderfernsehen versus Kinder sehen fern. In: Kreuzer, Helmut; Prümm Karl: Fernsehsendungen und ihre Formen. Typologie, Geschichte und Kritik des Programms in der Bundesrepublik Deutschland. Stuttgart. Reclam. 1979. S.207-211.

[18] vgl. Jugendschutzberichte 1998 bis 2001, jeweils Hrsg.: BLM (Bayerische Landeszentrale für Neue Medien).

[19] vgl. Punkt „Notwendigkeit des Jugendmedienschutzes bei den Talkshows“.

[20] vgl. Punkt „Selbstverständnis, Intention und Aufgabe des Jugendmedienschutzes im Hinblick auf Talkshows“.

[21] vgl. Punkt „Instrumentarien des Jugendmedienschutzes in Deutschland (Fernsehen)“.

[22] vgl. Punkt „Auswertung“.

[23] vgl. FSK-Altersbegrenzungen.

[24] vgl. Mikos, Lothar: Gepflegte Langeweile mit exotischen Einlagen. Themenstruktur der täglichen Talkshows und ihre Nutzung durch Kinder. In: tv diskurs. o.O. Nomos Verlagsgesellschaft. 01/1997. (Zugriff: http://www.fsf.de/Texte/Talkshow/Mikos2/hauptteil_mikos2.htm).

[25] vgl. Paus-Haase, Ingrid; Hasebrink, Uwe; Mattusch, Uwe; Keuneke, Susanne; Krotz, Friedrich: Talkshows im Alltag von Jugendlichen. Der tägliche Balanceakt zwischen Orientierung, Amüsement und Ablehnung. Schriftenreihe Medienforschung der Landesanstalt für Rundfunk Nordrhein-Westfalen. Bd.32. Opladen. Leske+Budrich. 1999. S.126f.

[26] Mittlerweile beide abgesetzt.

[27] Ingrid Paus-Haase et al., 1999, S.128, Abb.4.1, (.).

[28] vgl. Punkt „Wirkungsrisiko“.

[29] Ingrid Paus-Haase et al., 1999, S.126.

[30] vgl. Lothar Mikos, 1997, (Zugriff: http://www.fsf.de/Texte/Talkshow/Mikos2/hauptteil_mikos2.htm).

[31] Die Zahlen beziehen sich auf einen Untersuchungszeitraum zwischen dem 02.01.bis 30.04.1998 und vom 14.09. bis 31.12.1998 - vgl. Ingrid Paus-Haase et al., 1999, S.133ff.

[32] ebd.

[33] Diese Aussage beruft sich auf die Erfahrung der Autorin, die sich drei Jahre mit der Beobachtung der Talkshows im Rahmen der Jugendschutzarbeit in der Dokumentationsstelle Talkshows auseinander gesetzt hat.

[34] Ingrid Paus-Haase et al., 1999, S.135.

[35] Aus diesem Grund unterzog die Dokumentationsstelle Talkshows das Format über einen langen Zeitraum hinweg einer Vollbeobachtung – vgl. Punkt „Bundesebene: Dokumentationsstelle Talkshows“. Hinsichtlich der ‚agenda-setting’-Theorie wäre eine Untersuchung des Zusammenhangs von Talkshowthemen und Bildung der öffentlichen Diskussion bei Talkshow-Rezipienten interessant.

[36] vgl. Punkt „Wirkungsrisiko“.

[37] verfasste Studie zu Affektfernsehen, in der die Daily Talks und deren Wirkungen, Nutzungsmotive und Angebotsweisen eine zentrale Rolle spielen - (siehe Literaturverzeichnis)

[38] vgl. BLM Schriftenreihe, Bd.49, 1997, S.112.

[39] Glogauer hat sich zwar in erster Linie mit dem Zusammenhang von Gewaltdarstellungen und Kriminalisierung auseinandergesetzt, doch sind einige Aspekte auch auf den Bereich sozialethischer Wirkungen zu übertragen. Vgl. Glogauer, Werner: Kriminalisierung von Kindern und Jugendlichen durch Medien: Wirkungen gewalttätiger, sexueller, pornographischer und satanischer Darstellungen. Baden-Baden. Nomos Verlagsgesellschaft. 1994. (4.Auflage).

[40] ebd., S.149.

[41] vgl. Ingrid Paus-Haase et al., 1999, S.282, S.374f.

[42] Paus-Haase, Ingrid; Hasebrink, Uwe; Mattusch, Uwe; Keuneke, Susanne; Krotz, Friedrich: Talkshows im Alltag von Jugendlichen. Der tägliche Balanceakt zwischen Orientierung, Amüsement und Ablehnung. Schriftenreihe Medienforschung der Landesanstalt für Rundfunk Nordrhein-Westfalen. Bd.32. Opladen. Leske+Budrich. 1999.

[43] Um nur einige Ansätze aus der Kommunikationswissenschaft zu nennen, die Grundlage ihrer Studie waren: Medienwirkungen aus der Sicht des dynamisch-transaktionalen Ansatzes, Uses & Gratifications Ansatz, Medienökologischer Ansatz.

[44] Paus-Haase findet Anhaltspunkte (vgl. ebd., S.134f, S.376f), dass es einen Zusammenhang gibt zwischen Titelformulierungen, die einen Bezug auf Jugendthemen vermuten lassen und den tatsächlichen Zuschauerzahlen unter den Jüngeren, doch sei hier kritisch angemerkt, dass diese Erkenntnis problematisch ist, da sich hinter einem bestimmten Titel oftmals ganz unerwartete Inhalte verstecken, Kinder also nicht wirklich ihre Aufmerksamkeit einem jugenaffinen Thema schenken.

[45] Hasebrink, Uwe: Orientierungssuchende legen hohe moralische Standards an. In: BLM (Bayerische Landeszentrale für Neue Medien) (Hrsg.): tendenz. Nr.3/2000. S.24ff.

[46] vgl. Bulut, Claudia: Über die kindliche Sinnkonstruktion bei der TV-Rezeption. In: Institut Jugend Film Fernsehen (JFF) (Hrsg.): medien+erziehung. München. KoPäd. Nr.5/1998. S.323.

[47] vgl. Uwe Hasebrink, 2000, S.26.

[48] vgl. ebd.

[49] vgl. DLM (Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten) (Hrsg.): Bericht der Dokumentationsstelle Talkshows der Gemeinsamen Stelle Jugendschutz und Programm für die Gesamtkonferenz der Landesmedienanstalten am 23. März 1999. München.1999. S.15.

[50] vgl. Neumann-Braun, Klaus: Chat und Talk. Kids, Jugendliche und die Lust am dramatisch Normalen. In: Gemeinschaftswerk der Evang. Publizistik GmbH (GGP) (Hrsg.): medien praktisch. o.O. 4/1999. S.57.

[51] vgl. Bandura, Albert: Die sozial-kognitive Theorie der Massenkommunikation. In: Groebel, Jo, Winterhoff-Spurk, Peter (Hrsg.): Empirische Medienpsychologie. München. Psychologie Verlags-Union. 1989. S.20.

[52] Ingrid Paus-Haase et al., 1999, S.373.

[53] ebd.

[54] ebd. S.374.

[55] ebd.

[56] vgl. ebd.

[57] vgl. ebd.

[58] Kuch, Hansjörg: Jugendschutz und Medienkompetenz als staatliche Handlungsfelder. In: Schell, Fred; Stolzenburger, Elke; Theunert, Helga (Hrsg.): Medienkompetenz. Grundlagen und pädagogisches Handeln. München. KoPäd. 1999. S.374.

[59] vgl. Talkshowbericht, 1999, S.8.

[60] So geschehen beispielsweise am 11.10.2001 : „Nicole – Entscheidung am Nachmittag: Schwanger durch Inzest. Was Margit rät.“

[61] vgl. Punkt „Instrumentarien des Jugendmedienschutzes in Deutschland (Fernsehen)“.

[62] Talkshowbericht, 1999, S.9.

[63] ebd.

[64] vgl. ebd. S.10.

[65] Hansjörg Kuch, 1999, S.374.

[66] Klaus Neumann-Braun, 1999, S.58.

[67] Theunert, Helga; Schorb, Bernd: ‚Mordsbilder’: Kinder und Fernsehinformation. Schriftenreihe der HAM (Hamburgische Anstalt für neue Medien). Bd.13. Berlin. Vistas. 1995. S.170.

[68] Neumann, Klaus; Charlton, Michael: Strukturanalytische Rezeptionsforschung. Theorie, Methode und Anwendungsbeispiele. In: Baacke, Dieter; Kübler, Hans-Dieter (Hrsg.): Qualitative Medienforschung. Konzepte und Erprobungen. S.177-193. Tübingen. Niemeyer.1989. S.179.

[69] ebd.

[70] ebd.

[71] Oerter, Rolf; Eva Dreher: Jugendalter. In: Oerter, Rolf; Montada, Leo: Entwicklungspsychologie. Weinheim. Beltz. Psychologische Verlagsunion. 1998. (4. Auflage) (1 Aufl. 1982). S.317.

[72] Ingrid Paus-Haase et al., 1999, S.21.

[73] Helga Theunert (Mordsbilder), 1995, S.104.

[74] ebd.

[75] vgl.: Hertha Sturm, 1980; Rolf Oerter, 1998; Rita Kohnstamm, 1994; Neuß, Norbert: Symbolische Verarbeitung von Medienerlebnissen in Kinderzeichnungen. In: Fromme, Johannes; Kommer, Sven; Mansel, Jürgen; Treumann, Klaus-Peter (Hrsg.): Selbstsozialisation, Kinderkultur und Mediennutzung. Opladen. Leske+Budrich. 1999. S.183-200. + Mansel, Jürgen: Persönlichkeitsentwicklung im Spannungsfeld von Realität, Deutungen und konstruierten Bildern. In: Fromme, Johannes; Kommer, Sven; Mansel, Jürgen; Treumann, Klaus-Peter (Hrsg.): Selbstsozialisation, Kinderkultur und Mediennutzung. Opladen. Leske+Budrich. 1999. S.43-58.

[76] Paus-Haase weist darauf hin, dass die Übertragung des Piaget´schen Modells (zur kognitiven Entwicklung) auf Wirkungsrisiken mit Vorsicht zu genießen ist, da es auf „Jahrzehnte altem Beobachtungsmaterial basiert“ (vgl. Ingrid Paus-Haase et al., 1999, S.23).

[77] Seine Studien zur formalen Intelligenzentwicklung sind als Basis für weitere entwicklungspsychologische Erkenntnisse zu betrachten, die wiederum für die Medienrezeption relevant sind – aus diesem Grund soll hier nicht detaillierter auf die einzelnen Entwicklungsstufen der kognitiven Fähigkeiten eingegangen werden. Vgl. Sturm, Hertha: Informationsverarbeitung durch Kinder: Piagets Entwicklungstheorie auf Hörfunk und Fernsehen angewandt. Eine empirische Studie zu Wirkungen von Fernsehen und Hörfunk. Schriftenreihe des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen. Bd.12. München. KG Saur. 1980. S.12ff.

[78] vgl. Montada, Leo: Moralische Entwicklung und moralische Sozialisation. In: Oerter, Rolf; Montada, Leo: Entwicklungspsychologie. Weinheim. Beltz Psychologische Verlagsunion. 1998. (4.Auflage) (1.Aufl. 1982). S.862-889.

[79] vgl. Trautner, H.M.: Lehrbuch der Entwicklungspsychologie. Bd.2.: Theorien und Befunde. Göttingen.Hogrefe Verlag für Psychologie. 1991. S.411-481.

[80] Huber, Herbert; Funiok, Rüdiger: Medien und Werterziehung. In: Bayerisches Staatsministerium für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst (Hrsg.): Medienzeit/Basisbaustein. München. 2000. S.18.

[81] Hauptthema des „Psychosozialen Ansatzes“ von Erikson: die Identitätsentwicklung. „Das Erringen von Identität beruht für ihn auf der Bewältigung von Anforderungen, die aus der Einbettung des Individuums in eine Sozialordnung resultieren.“ (Rolf Oerter, 1998, S.322.)

[82] Ingrid Paus-Haase et al., 1999, S.24.

[83] Kohnstamm, Rita: Praktische Psychologie des Schulkindes. Eine Einführung. Bern, Göttingen. Hans Huber. 1994. (1.Auflage 1988). S.111.

[84] Albert Bandura, 1989, S.23.

[85] ebd.

[86] Diese Erkenntnis geht auf die Erfahrung der umfassenden Beobachtung von Talkshows im Rahmen der Jugendschutzarbeit zurück.

[87] vgl. Rita Kohnstamm, 1994, S.113.

[88] Werner Glogauer, 1994, S.174.

[89] ebd. S.149.

[90] Ingrid Paus-Haase et al., 1999, S.16.

[91] Albert Bandura, 1989, S.23.

[92] vgl. Gary Bente, 1997, S.20.

[93] vgl. Ingrid Paus-Haase et al., 1999, S.59ff.

[94] Doelker-Tobler, Verena: Medienkritik und Jugendschutz. In: Wodraschke, Georg (Hrsg.): Jugendschutz und Massenmedien. Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Bd.9. München. Ölschläger. 1983. S.174.

[95] vgl. Bromley, H. Kniveton: Soziales Lernen und Nachahmung. In: Sturm, Hertha; Brown, J. Ray (Hrsg.): Wie Kinder mit dem Fernsehen umgehen: Nutzen und Wirkung eines Mediums. Stuttgart. Ernst Klett.1979. + Wöste, Marlene: Öffentlich-rechtliches Fernsehen: Für Jugendliche nicht jung genug? Nutzungsverhalten und Präferenzen junger Leute beim Fernsehen. In: Media Perspektiven. Frankfurt am Main. 11/1999. S.583-590.

[96] vgl. ebd.

[97] vgl. Oerter, Rolf; Eva Dreher: Jugendalter. In: Oerter, Rolf; Montada, Leo: Entwicklungspsychologie. Weinheim. Beltz Psychologische Verlagsunion. 1998. (4.Auflage) (1.Aufl. 1982). S.318.

[98] ebd.

[99] ebd.

[100] Albert Bandura, 1989, S.20.

[101] vgl. Kuncik, Michael: Gewaltforschung. In: Schenk, Michael: Medienwirkungsforschung. S.167-193. Tübingen. Mohr. 1987. Einige Beispiele für Wirkungstheorien, die kausale Zusammenhänge zwischen Inhalt und Wirkung nicht belegen können: Katharsistheorie, Stimulationsthese, Habitualisierung, Wirkungslosigkeit usw.

[102] vgl. www.elektrosmog.com/wirkmodell/index.html, www.elektrosmog-messen.de/messtechnik.html.

[103] vgl. Scholz, Rainer; Joseph, Peter: Gewalt- und Sexdarstellungen im Fernsehen. Systematischer Problemaufriß mit Rechtsgrundlagen und Materialien. Bonn. Forum Verlag Godesberg. 1993. S.159.

[104] zu Wirkungsrisiko vgl.: Charlton, Michael; Neumann, Klaus: Medienkonsum und Lebensbewältigung in der Familie: Methode und Ergebnisse der strukturanalytischen Rezeptionsforschung. München. Psychologie Verlags-Union. 1986. Charlton, Michael;: Aufwachsen mit dem Fernseher. Zum Gegen- und Miteinander von Fernsehen und sozialem Lernen in der Familie. In: Televizion. Nr.12/1999/1. S.16-19. Glogauer, Werner: Kriminalisierung von Kindern und Jugendlichen durch Medien: Wirkungen gewalttätiger, sexueller, pornographischer und satanischer Darstellungen. Baden-Baden.Nomos Verlagsgesellschaft.1994. (4.Aufl.). Kuch, Hansjörg: Jugendschutz und Medienkompetenz als staatliche Handlungsfelder. In: Schell, Fred; Stolzenburger, Elke; Theunert, Helga (Hrsg.) Medienkompetenz. Grundlagen und pädagogisches Handeln. München. KoPäd-Verlag. 1999. S.368-378. Postman, Neil: Das Verschwinden der Kindheit. Frankfurt am Main. S. Fischer. 1983.

[105] Rainer Scholz, 1993, S.159.

[106] Maletzke, Gerhard: Kinder und Fernsehen. In: Sturm, Hertha; Brown, J.Ray (Hrsg.): Wie Kinder mit dem Fernsehen umgehen: Nutzen und Wirkung eines Mediums. Stuttgart. Ernst Klett.1979. S.47.

[107] Mit den speziellen Wirkungsrisiken, die von den Daily Talks ausgehen, haben sich zunächst Gary Bente und Bettina Fromm (1997) und im Anschluß daran Ingrid Paus-Haase (1999) und ihre Mitarbeiter intensiv beschäftigt (siehe Literaturverzeichnis).

[108] Folker Hönge ist ständiger Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden bei der Freiwilligen Selbstkontrolle Filmwirtschaft (FSK).

[109] Hönge, Folker: Jugendschutz & Wertewandel. Die Kriterien der FSK und die Veränderungen in der Mediengesellschaft. In: Gemeinschaftswerk der Evang. Publizistik GmbH (GGP) (Hrsg.): medien praktisch. Nr.2/1999. S.13.

[110] vgl. Bosch, Eva: Alter – Medien – Schutz? In: Wodraschke, Georg (Hrsg.): Jugendschutz und Massenmedien. Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Bd. 9. München. Ölschläger. 1983. S.117.

[111] vgl. Fred Schel et al., 1999, S.363.

[112] Geretschlaeger, Ingrid: Kinder, Jugendliche und Massenmedien. In: Wodraschke, Georg (Hrsg.): Jugendschutz und Massenmedien. Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Bd. 9. München. Ölschläger. 1983. S.149.

[113] ebd. S.149.

[114] vgl. BLM (Bayerische Landeszentrale für Neue Medien)(Hrsg.): Vom Boulevard zum Trash-TV: Fernsehkultur im Wandel. Dokumentation vom BLM-Rundfunkkongress 1997. BLM Schriftenreihe. Bd.49. München. R. Fischer. 1997. S.90.

[115] vgl. Punkt „Einrichtungen des Jugendmedienschutzes in Deutschland (Rundfunk)“.

[116] Die unter dem allgemeinen Begriff „Jugendmedienschutz“ gefassten Einrichtungen, die für die Talkshows zuständig sind, werden unter detailliert erklärt - vgl. Punkt „Einrichtungen des Jugendmedienschutzes in Deutschland (Rundfunk)“.

[117] vgl. Fred Schell et al., S.363.

[118] vgl. Punkt „Verhaltensgrundsätze der im VPRT zusammengeschlossenen privaten Fernsehveranstalter zu Talkshows im Tagesprogramm“.

[119] Ingrid Geretschlaeger, 1983, S.149.

[120] ebd.

[121] GSJP = Gemeinsame Stelle Jugendschutz, Programm, Medienkompetenz und Bürgermedien; vgl. Punkt „Bundesebene: Gemeinsame Stelle Jugendschutz, Programm, Medienkompetenz und Bürgermedien der DLM (GSJP)“.

[122] Ring, Wolf-Dieter: Selbstkontrolle muss lückenlos funktionieren. In: BLM (Bayerische Landeszentrale für Neue Medien)(Hrsg.): tendenz. Nr.3/2000. S.22. Weitere Anstrengungen der LMA: 1995 wurde von der LfR die Bente/Fromm Studie „Affektfernsehen“ in Auftrag gegeben, 1999 erscheint die von der LfR und der LPR in Auftrag gegebene Untersuchung von Paus-Haase et al. „Talkshows im Alltag von Jugendlichen“ (siehe jeweils Literaturverzeichnis).

[123] vgl. Gemeinsame Stelle Jugendschutz und Programm (GSJP) der Landesmedienanstalten (Hrsg.): Jahresbericht 1997-2000. S.46.

[124] vgl. Punkt „Jugendschutz-Verfahren bei Talkshows“.

[125] vgl. Punkt „Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen e.V.“.

[126] Gottberg, Hans Joachim von: Grenzen der Kontrolle. Jugendschutz lässt sich in Online-Diensten kaum durchsetzen. In: tv diskurs Nr.2/1997. S.68.

[127] vgl. Weigand, Verena: Wie sauber wird der Bildschirm sein? Die neuen Jugendschutzbestimmungen des Rundfunkstaatsvertrages. In: BLM (Bayerische Landeszentrale für Neue Medien)(Hrsg.): tendenz. Nr.3/1994. S.4.

[128] Am 29.04.1999 übergeben die Landfrauen dem BLM Präsidenten und GSJP Vorsitzenden Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring und dem Vorsitzenden des Medienrats der BLM Klaus Kopka 100 000 gesammelte Unterschriften, die einen stärkeren Schutz der Menschenwürde, der Persönlichkeitsrechte und der Achtung der religiösen Einstellung von Menschen aller Glaubensrichtungen fordern. „Sie wenden sich gegen die Ausstrahlung von Sendungen, die platte Sexualität und grausame Gewalt beinhalten“ (Pressemitteilung der BLM am 29.04.1999) – im Mittelpunkt ihres Anliegens befinden sich die nachmittäglichen Talkshows.

[129] Ingrid Paus-Haase et al., 1999, S.381.

[130] Ein Beispiel ist die in den Talkshows präsentierte Streitkultur, die oftmals von Verachtung, Aggressivität, Unsachlichkeit und unrelativierten Beleidigungen geprägt ist. Meist spielen sich derartige Sachverhalte im Rahmen einer Missachtung der freiwilligen Verhaltensrichtlinien ab, die von Gesetzes wegen nicht angreifbar sind.

[131] Theunert, Helga: Ethik des Fernsehens – Ethik des kindlichen Publikums. In: medien+erziehung. o.O. KoPäd Verlag. Nr.2/1995. S.80.

[132] Verena Weigand, 1994, S.4.

[133] Ring, Wolf-Dieter: Nicht nur sehenden Auges kritisieren, sondern auch handeln (Pressemitteilung vom 23.04.1999), Autor ist Präsident der BLM und u.a.a. Vorsitzender der GSJP.

[134] Inge Mohr, 1998, S.34.

[135] DLM (Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten) (Hrsg.): Gemeinsame Richtlinien der Landesmedienanstalten zur Gewährleistung des Jugendschutzes (Jugendschutzrichtlinien). o.O. 2000. (.).

[136] vgl. RStV-Kommentar, 2001, §4, S.4f, Rdnr.7.

[137] Programmkontrollen anderer Formate (z.B. Spielfilme), die vor der Ausstrahlung vorgenommen werden, beziehen sich auf einen Abgleich der Sendezeit mit der jeweiligen FSK-Altersfreigabe.

[138] vgl. Nachtwey, Eckard; Willers, Peter: Rechtshandbuch Bürgermedien. ULR (Unabhängige Landesanstalt für das Rundfunkwesen) (Hrsg.). Kiel. 1999. S.13.

[139] vgl. Punkt „Auszüge aus dem Grundgesetz (GG) und deren Bedeutung für den Jugendschutz“.

Details

Seiten
130
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783832470463
ISBN (Buch)
9783838670461
Dateigröße
875 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v222368
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München – Kommunikationswissenschaften
Note
2,0
Schlagworte
medienrecht medienwissenschaft medienkompetenz medienpädagogik kommunikationswissenschaft

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Titel: Jugendschutz in der heutigen Medienwelt - dargestellt am Beispiel ausgewählter Talk-Shows