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Online statt Rundfunk?

Perspektiven und Potenziale der Breitbandkommunikation

Magisterarbeit 2002 126 Seiten

Medien / Kommunikation - Medienökonomie, -management

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Verzeichnis der Tabellen

Verzeichnis der Abbildungen

1 Einleitung
1.1 Das „Conventional Wisdome“ – Die Ausgangssituation
1.2 Prognosen und ihre Aussagekraft
1.3 Theorieentscheidung
1.4 Vorgehen

2 Breitbandkommunikation – ein neues Medium?
2.1 Bestimmung der grundlegenden Kommunikationsformen von Online und Rundfunk
2.1.1 Rundfunkübertragung als Kommunikationsform
2.1.2 ‚Ich bin drin‘– die Online-Kommunikation
2.2 Funktionale Differenzierung von Online- und Rundfunkkommunikation
2.2.1 Interaktivität
2.2.2 Multimedia
2.3 Breitbandkommunikation - Aspekte eines neuen Mediums
2.4 Exkurs: Der Begriff des Online-Rundfunks
2.5 Fazit

3 Die Evolution der Medien
3.1 Die Übertragbarkeit des Produkt-Lebenszyklus-Modells auf Medien
3.2 Der Rundfunk
3.2.1 Strukturelle Implementierung und Funktionsentwicklung des Rundfunks
3.2.1.1 Phasen und Bestimmungsfaktoren
3.2.1.2 Hörfunk – ein neues Massenmedium etabliert sich
3.2.1.2.1 Neuer Funk – Aber wofür?
3.2.1.2.2 Rundfunk in NS-Deutschland
3.2.1.2.3 Monopolstellung des Radios in der Nachkriegszeit
3.2.1.3 Die Entstehung des Fernsehens und seine Funktion
3.2.1.4 Fernsehnutzung auf Kosten des Hörfunks
3.2.1.5 Rundfunk als öffentlich-rechtliche Veranstaltung
3.2.1.5.1 Veränderung des Dispositivs Fernsehen
3.2.1.5.2 Aufschwung und Stagnation der Fernsehnutzung
3.2.1.5.3 ‚Hilfe‘ für den Hörfunk
3.2.1.6 Hörfunk und Fernsehen im Dualen System
3.2.2 Evolution statt Revolution - die Digitalisierung des Rundfunks
3.2.2.1 Der digitale Hörfunk
3.2.2.2 Das digitale Fernsehen
3.2.2.3 Exkurs: Interaktives Fernsehen
3.2.2.4 Neuer Hoffnungsträger: Die Multimedia-Home-Plattform MHP
3.3 Online
3.3.1 Entwicklungsgeschichte des Internet und seine Kommunikationsmöglichkeiten
3.3.1.1 Das ARPAnet als Vorläufer des Internet
3.3.1.2 Dynamisierung und Vervielfältigung in den frühen achtziger Jahren
3.3.1.3 Vom amerikanischen Wissenschaftsnetz zur Evolution des Internets
3.3.1.4 Zunehmende Attraktivität durch komfortablere Nutzungsmöglichkeiten
3.3.1.5 Multimedialisierung und der wachsende Bedarf an Übertragungskapzitäten
3.3.2 Nutzung des Internet
3.3.2.1 Reichweite und Häufigkeit
3.3.2.2 Funktion und Nutzungsinhalte
3.3.2.3 Nutzung multimedialer Internet-Angebote
3.3.3 Konkurrenz oder Komplement? Die Auswirkungen des Internets auf die Rundfunkmedien
3.3.4 Technische Innovation: Die Breitband-Übertragung
3.3.4 .1 Übertragungstechnologien
3.3.4.1.1 Die DSL-Technologie
3.3.4.1.2 Internet via Fernsehkabel
3.3.4.1.3 Satelliten-Übertragung
3.3.4.1.4 Datenübertragung per Richtfunk
3.3.4.1.5 Powerline-Kommunikation
3.3.4.1.6 Mobilfunk
3.3.4 .2 Reichweite und Nutzung von Breitband-Internet in Deutschland
3.4 Fazit

4 Die Diffusion neuer Kommunikationstechnologien
4.1 Vorbemerkung
4.2 Die Diffusion
4.2.1 Der Ablauf des individuellen Adoptionsprozesses
4.2.2 Einflussfaktoren des Adoptionsprozesses
4.2.2.1 Die Innovativität der Adoptoren
4.2.2.2 Die Kommunkationskanäle
4.2.2.3 Die Innovation
4.2.2.3.1 Innovationscharakter
4.2.2.3.2 Produktcharakter
4.2.2.3.3 Rückkopplungsprozesse
4.2.2.3.4 Technologie- und Marktreife
4.2.2.4 Das soziale System
4.2.3 Zeitlicher Verlauf der Diffusion
4.3 Die wesentlichen Einflussfaktoren der Diffusionsprozesse
von Digital Radio, Digital TV und Breitband-Internet im Vergleich
4.3.1 Die Innovativität der Adoptoren
4.3.2 Die Kommunikationskanäle
4.3.3 Der Innovationscharakter
4.3.3.1 Digtal TV und Digital Radio
4.3.3.2 Breitband-Internet
4.3.4 Der Produktcharakter
4.3.4.1 Digtal TV und Digital Radio
4.3.4.2 Breitband-Internet
4.3.5 Das soziale System
4.4 Fazit

5 Zusammenfassung

Literatur und Quellen

Erklärung

Verzeichnis der Tabellen

Tab. 1: Kommunikationsmodelle nach den Teilnehmern

Tab. 2: Online- und Offline-Kommunikation

Tab. 3: Freizeit und Nutzung von Radio und Fernsehen

Tab. 4: Reichweite von Fernsehen und Hörfunk

Tab. 5: Zeitaufwand für die Nutzung von Fernsehen und

Tab. 6: Online-Dienste im Überblick

Abb. 1: Systematisierung der Kommunikations- und Medienformen

Abb. 2: Anzahl der Internet-Anschlüsse weltweit

Abb. 3: Entwicklung der Onlinenutzung in Deutschland, Personen ab 14

Abb. 4: Ort der Internet-Nutzung

Abb. 5: Häufigkeit der Internet-Nutzung 1998-2001

Abb. 6: Reichweite von Breitbandanschlüssen von November 2000 bis August 2001

Abb. 7 Einflußfaktoren des Adoptionsprozesses

Abb. 8: Die Diffusionskurve

Abb. 9: Theoretischer Verlauf der Diffusionskurve bei einem erfolgreich diffundiertem kritische-Masse-System

1 Einleitung

„Maybe ten years from now nobody is watching television anymore.

It could change very fast.“[1]

„Das Internet wird den Kernbereich Unterhaltung des Fernsehens nach Einschätzung der meisten Veranstalter mittelfristig nicht wesentlich beeinflussen.“[2]

„Die Prognosen über Wachstum, Nutzung und Nutzen des Internet gehen ebenso weit auseinander wie die Hoffnungen und Befürchtungen, die sich mit dem Netz verbinden.

Auf den ersten Blick scheint es so viele Prognosen wie Experten zu geben.“[3]

Viel wurde in den letzten Jahren über die Kommunikationsordnung der Zukunft diskutiert und spekuliert. Vor dem Hintergrund einer fortschreitenden Digitalisierung[4] von Inhalten und Übertragungskanälen und der rasanten Ausbreitung des Internets stand dabei die Frage nach den Folgen einer Verschmelzung unterschiedlicher Medien und Kommunikations­formen im Mittelpunkt: Welchen Einfluss hat das Internet als Medium der Medienintegration auf die klassischen Rundfunkmedien? Für Technikenthusiasten bestand kein Zweifel daran, dass es schon bald keinen Rundfunk mehr geben wird. Glaubt man beispielsweise den Prophezeiungen Nicholas‘ Negropontes, so würde bereits in sechs Jahren niemand mehr ‚Fern-sehen‘ im herkömmlichen Sinn. Angesichts der Zahlen aktueller Studien zur Massenkommunikation scheinen Zweifel jedoch angebracht zu sein. Nach wie vor bestimmt das Fernsehen als Leitmedium[5] unseren Medienalltag . Zwar ist eine rasche Durchsetzung des Internets zu beobachten, doch der empirische Nachweis einer tiefgreifenden Wandlung im Nutzerverhalten konnte bislang noch nicht erbracht werden. Das Fernsehen hat nicht nur seine dominante Funktion behalten, sondern gewinnt immer neue hinzu.[6] Technikpessimisten sehen sich so in ihrer Annahme bestätigt, dass das Internet als Begleit- und Informationsmedium auch in mittlerer Zukunft lediglich ergänzend genutzt werden wird. Die Auswirkungen auf die klassischen Rundfunkmedien und deren Funktionen bleiben vorerst gering.

„Noch lassen sich große Publikumsmehrheiten ihre Rezeptionswünsche lieber von Fernsehbildern als von Hypertexten erfüllen. Aber das kann ja auch anders werden.“[7]

Die Frage nach möglichen Veränderungen, ist der zentrale Gegenstand dieser Untersuchung. Setzt man voraus, dass es sich bei der Online- und Rundfunkkommunikation nicht nur um unterschiedliche Übertragungsmodi sondern grundsätzlich andere Kommunikationsformen handelt, würde sich mit einer Veränderung der Mediennutzung auch ein Wandel in den grundlegenden Kommunikationsstrukturen unserer Gesellschaft vollziehen.[8] Bestimmt also bald eine andere Kommunikationsform unseren Medienalltag, nämlich: Online statt Rundfunk?

1.1 Das „Conventional Wisdome“ – Die Ausgangssituation

Die für künftige Entscheidungen in Politik und Gesellschaft relevanten Prognosen über die zukünftige Kommunikationsordnung hat die Bertelsmann Stiftung in einem Grundsatzpapier, der „Kommunikationsordnung 2010“ zusammengefasst.[9] Basierend auf zahlreichen Befragungen, Delphi-Untersuchungen[10] und Studien erhebt das Papier den Anspruch das „Conventional Wisdome“[11] von Experten und Praktikern widerzuspiegeln. Weitgehend Konsens besteht danach über die Substanz einer bevorstehenden grundsätzlichen Umwälzung unserer Informations-, Kommunikations- und Medienwelt. Ausgangspunkt dieser Überlegungen sind die technischen Innovationen der „digitalen Revolution“[12].

An der Spitze dieser Entwicklung stehen derzeit die Technologien der Breitbandkommunikation[13] die es schon heute ermöglichen, dass das Internet sämtliche Medien in sich aufnehmen kann. Aus technologischer und ökonomischer Sicht steht einer Verbreitung dieser Technologien nichts im Wege. So steigen die Kapazitäten zur Datenaufbereitung und Datenübertragung, die so genannten Bandbreiten, weiter kontinuierlich an, gleichzeitig fließen hohe Investitionssummen in den Ausbau und Erwerb der notwendigen Infrastrukturen.[14]

Nach Ansicht der Experten bewirkt diese technologische Entwicklung, dass sich auch die über unterschiedliche Endgeräte empfangbaren Inhalte einander annähern werden. So könne man bereits heute über den Fernseher ‚surfen‘ und über den Computer ‚Fern-sehen‘. Dies würde weiter dazu führen, dass im Jahre 2010 sämtliche Medien interaktiv sein werden, auch sogenannte „passive“ Medien wie das heutige Fernsehen. Die Autoren sind sich sicher: das interaktive digitale Fernsehen setzt sich durch und ganz neue Programmanbieter drängen auf den Markt, die vermehrt Spartenprogramme und Spezialkanäle beispielsweise für Angler anbieten werden. Neben dem Fernsehen würden sich unterhaltende, multimedial aufbereitete und zielgruppengenaue Internetangebote etablieren.[15]

Einerseits versprechen diese Aussichten enorme Wachstumschancen für die Informations- und Kommunikationsindustrie. Andererseits sind sie aber auch mit zahlreichen Befürchtungen um Staat und Gesellschaft verbunden. Die Experten erwarten, dass die Massenmedien ihre integrative Funktion verlieren und so den Zusammenhalt der Gesellschaft weiter lockern könnten. Die Verspartung und der Verlust von Vollprogrammen führe gar zu einer Legitimationskrise des öffentlich-rechtlichen Rundfunksystems in Deutschland. Viele Experten befürchten weiterhin, dass es zu einer Vertiefung der Wissenskluft, zu einer ‚Digital Divide‘ kommen könnte. Die Vermittlung von Fähigkeiten zu einem kompetenten Umgang mit den Medien sei somit eine wichtige Aufgabe zukünftiger Mediengesellschaften.[16]

Glaubt man dem „Conventional Wisdome“, so muss man also heute davon ausgehen, dass Internet und Fernsehen nicht nur technisch, sondern auch inhaltlich miteinander verschmelzen werden. Das würde auch das Zusammenwachsen, also die Konvergenz von Online und Rundfunk bedeuten. Wie schnell und in welchem Ausmaß diese Umwälzungen eintreten werden, ist allerdings unklar. Da aber technologische und ökonomische Voraussetzungen einer schnellen Verbreitung dieser neuen interaktiven Medienformen der Breitbandkommunikation nicht im Weg stehen, bleibt allein die Frage nach der Entwicklung der Medienpraxis weiterhin unbeantwortet. Die Autoren stellen diese Frage aus der Sicht der Medien und deren ‚Macher‘:

„ Wie groß ist die Chance, die eher passiven und unterhaltungsorientierten Nutzer für die neuen Medien zu gewinnen. Und welche Entwicklungen können gesellschaftlich überhaupt verkraftet werden?“[17]

Folgt man den Ausführungen des Zukunftspapiers „Kommunikationsordnung 2010“, ist die Antwort auf diese Frage allein abhängig von den zu schaffenden Rahmenbedingungen. Die Prognosen der Studie „Kommunikationsordnung 2010“ sollen dafür als Handlungsgrundlage dienen.[18]

1.2 Prognosen und ihre Aussagekraft

Das Ziel aller Gesellschaftsprognosen ist es, basierend auf Erkenntnissen objektiver Gesetze und Existenzbedingungen, die künftige Entwicklung bereits in der Gegenwart zu berücksichtigen, Änderungen vorherzusehen und auf zukünftige Lebensbedingungen vorbereitet zu sein.[19] Auch die aktuelle Diskussion über die zukünftige Medienordnung wird angetrieben von dem Wunsch, auf der Grundlage von Erkenntnissen kausaler Erklärungsmodelle der Medienwirkungs­forschung, mögliche Konsequenzen rechtzeitig abzusehen, darauf zu reagieren und so die Entwicklung beeinflussen zu können.

Wie die Zukunft aber in Wirklichkeit aussehen wird, das weiß niemand mit Gewissheit zu sagen. Denn schließlich sind Prognosen zuerst persönliche Einschätzungen der objektiven Zusammenhänge. Und so handelt es sich bei dem überwiegenden Teil der publizierten Prognosen um Einzelmeinungen, die, abhängig von der Interessenlage, sehr unterschiedliche Tendenzen aufweisen können. Zwar gibt es Methoden, die Nachteile solcher individueller Orakelsprüche zu vermindern, wie beispielsweise die Delphi-Methode als das international gebräuchlichste Verfahren. Doch trotz hoher Sachkompetenz und wiederholter Überprüfung der Aussagen stellen auch Delphi-Untersuchungen nicht mehr als Meinungen über etwas dar.[20]

Wie im antiken Orakel wird im Namen einer Gottheit die Zukunft vorausgesagt, wobei die Gottheit Namen wie ‚Fortschritt‘, ‚Modernität‘, ‚Globalisierung‘, ‚Wettbewerbsfähigkeit‘ etc. trägt, die Propheten aber durchaus irdische Interessen vertreten: Sie hoffen, dass ihre Prophezeiung kein ‚Hype‘ bleibt, sondern zur ‚self fullfilling prophecy‘ werden und kaufkräftige Nachfrage auslösen möge. Allzu oft gehen ‚Weissagen‘ und ‚Weißmachen‘ ineinander über.“[21]

Es bestehen also grundsätzlich Zweifel an der Aussagekraft von Prognosen. Aber gibt es einen anderen Weg, grundlegende Veränderung unserer Gesellschaft im Vorfeld absehen zu können? Ist es überhaupt möglich zu erfahren, wie sich Mediengebrauch in Zukunft entwickeln wird?

Um nicht Gefahr zu laufen, mit dieser Arbeit der Vielzahl von Prognosen eine weitere hinzuzfügen ist zunächst die Suche nach einer geeigneten theoretischen Grundlage notwendig. Erst dann können genaue Forschungsfragen gestellt werden, von denen sich dann das weiter Vorgehen ableiten läßt.

1.3 Theorieentscheidung

Die Geschichte hat gezeigt, dass die Gesellschaft zu keiner Zeit in der Lage war, tief greifende Strukturwandel vorherzusehen oder zu beobachten. Erfindungen wie die Schrift, das Alphabet oder der Buchdruck wurden kaum bemerkt. In jedem Fall waren die Zeitgenossen nicht in der Lage, die Bedeutung des jeweiligen Ereignisses einzuschätzen oder die Folgen eines strukturellen Wandels der Gesellschaft vorherzusehen.[22]

„Die Schwierigkeiten - und das mag Erwartungen enttäuschen - ergeben sich nicht daraus, dass es in der Vergangenheit zu wenig Soziologie oder zu wenig Forschungskapazitäten gab. Es geht nicht um ein Hindernis, das heute oder morgen durch verbesserte empirische und analytische Fähigkeiten überwunden werden könnte. Es ist nicht einfach eine Frage der Vermehrung des Wissens. Es gibt strukturelle Gründe für die Begrenztheit unserer Möglichkeiten.[23]

Folgt man nun Luhmanns Theorie der Systeme, so wird es möglich, diese strukturellen Gründe zu erfassen und sie in die Betrachtung mit einzubeziehen. Dem Ansatz liegt ein gänzlich anderes Verstehensmodell als das traditioneller Erkenntnistheorien zu Grunde. An die Stelle kausaler Erklärungsmodelle tritt hier das Konzept der Selbstorganisation einer funktional ausdifferenzierten Gesellschaft, deren Eigendynamik bei der Evolution von kommunikativen Prozessen und Strukturen es zu untersuchen gilt. Für die Beschreibung eines möglichen Wandels gesellschaftlicher Zusammenhänge, in Verbindung mit Veränderungen der Kommunikationsbedingungen bietet sich dieser Ansatz an, da er den medialen Rahmenbedingungen einen zentralen Stellenwert beimisst. Die Gesellschaft ist danach das soziale System, das alle Kommunikationen einschließt. Es gibt nach Luhmann keine Kommunikation außerhalb der Gesellschaft. Und es gibt keine anderen Elemente, keine weiteren Substanzen als Kommunikation.[24] Die Gesellschaft besteht also ausschließlich aus Kommunikationen, nicht aus Individuen oder Beziehungen zwischen den Individuen. Die Menschen gelten als Psychische Systeme und stehen nicht im Mittelpunkt der Betrachtung, sondern gehlren ‚nur‘ zur Umwelt der auf Kommunikation bestehenden Gesellschaft.[25] Wenn sich daher Medien und Kommunikations­techniken ändern, werden auch neue Gesellschaftsstrukturen möglich und vielleicht notwendig.

„Wenn die Gesellschaft nichts anderes ist als das umfassende System aller anschlussfähigen Kommunikationen, dann ist zu erwarten, dass Veränderungen in den Kommunikationsmitteln die Gesellschaft wie einen Schlag treffen und transformieren.[26]

Zu einem grundlegenden Problem, tief greifende Änderungen vorherzusehen und die Bedeutung jeweiliger Ereignisse einzuschätzen, gehört demnach die Schwierigkeit, Ereignisse überhaupt markieren zu können. Dies erfordert vielmehr als nur die Beobachtung von Zuständen. Um Ereignisse zu erkennen, muss man sowohl das „Vorher“ als auch das „Nachher“ identifizieren und wissen, dass es ein besonderes Ereignis ist, das einen Unterschied ausmacht.[27]

„Das gibt dem Ereignis einen paradoxen Charakter, weil es weder das Vorher noch das Nachher ist, sondern die Einheit dieser Unterscheidung. In jedem Ereignis ist immer beides vorhanden, das Vorher und das Nachher.“[28]

Ein weiteres Problem ist, als ein zentraler Aspekt Luhmannschen Denkens, der Charakter einer Veränderung selbst. Denn in Anlehnung an die Evolutionstheorie werden auch die Veränderungen des Systems als Ergebnisse seiner Evolution betrachtet.[29] Im Laufe dieser Evolution kommt es zu einer immer weiter fortschreitenden Ausdifferenzierung der Gesellschaft. Diese Ausdifferenzierung, verstanden als Differenzierung nach innen, auf sich selbst, ist wiederum das Produkt der Autopoiesis des Systems.[30] Die Theorie der Systeme nimmt diesen Begriff der Autopoiesis auf, wonach ein lebendes System durch die Fähigkeit charakterisiert ist, die Elemente aus denen es besteht, selbst zu produzieren und zu reproduzieren und dadurch seine Einheit zu finden, und erweitert deren Bezugsrahmen. Autopoiesis bezieht sich nun nicht mehr ausschließlich auf lebende Organismen, sondern laut Luhmann kann ebenfalls dann von autopoeietischen Systemen gesprochen werden, wenn es möglich ist, eine spezifische Operationsweise festzustellen, die in diesem System und nur dort stattfindet.[31] Im Gegensatz zu lebenden Organismen sind die Operationen sozialer Systeme jedoch ausschließlich Kommunikationen, die sich aufgrund anderer Kommunikation reproduzieren und damit die Einheit des Systems herstellen. Die autopoietischen Systeme sind damit durch eine operative Schließung gekennzeichnet, was bedeutet, dass die Operationen, welche zur Produktion neuer Elemente des Systems führen, von früheren Operationen des selben Systems abhängig und Voraussetzung für folgende Operationen sind. Dieser Umstand wird auch als Selbstreferenz bezeichnet. Im Fall eines lebenden Systems sind die zur Produktion einer neuen Zelle führenden Transformationen ausschließlich interne Transformationen. Es gibt keine Produktion von Zellen außerhalb eines lebenden Organismus. Gleiches gilt nun auch für die autopoietischen Systeme. Die Operationen eines sozialen Systems – die Kommunikationen – sind das Ergebnis früherer Kommunikationen und lösen ihrerseits weitere Kommunikationen aus. Innerhalb des Gesellschaftssystems können so weitere autopoietische Systeme entstehen, deren jedes eine spezifische Operationstypik also eine spezifische Kommunikationsweise reproduziert, welche nur in diesem System auftritt. Im Laufe der Evolution kommt es somit zum Aufbau neuer Teilsysteme im System.[32]

„Für das systemtheoretische Evolutionsmodell ist alle Evolution ein selbstselektiver Vorgang der Bildung von Formen aus Formen, insbesondere eben von sozialen Systemen.“[33]

Den Anstoß für diese Systembildung gibt die ständig zunehmende Komplexität der Gesellschaft.[34] Aus der Notwendigkeit mögliche Ereignisse zu beschränken, da das Potenzial des einfachen Handelns für die Komplexität viel zu gering ist, ergibt sich ein Selektionszwang der durch Abgrenzung zu ähnlichen Systemen und der Umwelt einen überschaubaren Möglichkeits­horizont umreißt und so eine soziale Ordnung und Orientierung schafft.[35] Allerdings ist die Selektivität die zur Bildung neuer Systeme führt immer kontingent, das heißt, die Operationen dieser Systeme sind vorher nicht eindeutig bestimmbar. Kontingenz ist demzufolge das Grundproblem für die Selektivitäts­koordination in sozialen Systemen, da Kommunikationsmöglichkeiten und Denkmöglich­keiten eben nur Möglichkeiten sind. Sie können sich anders als erwartet realisieren.[36]

Dennoch entstehen rund um Systeme endlicher Handlungsmöglichkeiten ausgewählte Möglichkeiten, die sich nicht ständig völlig beliebig ändern können. Jeder zurückliegende Auswahlvorgang beschränkt alle folgenden Handlungen in ihrer Wahlmöglichkeit. Das ist gleichsam der Sinn und die Funktion der Systeme. Das Handeln kann nicht auf Sinnsedimente der Vergangenheit verzichten.[37] So ist die Verwendung des Begriffs der Autopoiesis nicht nur das Ergebnis einer bloßen Übernahme aus der Biologie. Die Voraussetzung für die Relevanz des Begriffs der Autopoiesis in diesem soziologischen Bereich ist, dass die Beobachtung von Analogien Verbindungen anregen muss, die von zentraler Bedeutung sind.[38]

Geht man nun von einem systemtheoretischen Konzept aus, kann man die Veränderungen in den Kommunikationsmitteln nicht als Ursache behandeln, die einen weit reichenden Wandel bewirken,

„sondern nur als Momente, die in der Eigendynamik des Gesellschaftssystems aufgegriffen, und zur Strukturveränderung benutzt werden, wobei es immer das System selbst ist (und nicht: die ‚Ursache‘), das diese Transformation durchführt.“[39]

Wenn man weiß, dass sich das System durch Selbstreferenz unplanmäßig entwickelt, wird auch verständlich, dass das System sich seiner Umwelt nicht nur anpasst, sondern die Umwelt wählt oder ändert, um sich dem, was es selbst bevorzugt anpassen zu können.[40] Es gibt also niemanden außerhalb des Systems, der Veränderungen planen oder steuern könnte. Das System kann nur durch Teile desselben Systems gelenkt und kontrolliert werden, also nur durch sich selbst. Beobachtung und Beschreibung, Planung und Lenkung setzt das System nicht nur als Objekt, sondern auch als Subjekt seiner Aktivität voraus.[41]

„Daher mussten die meisten wichtigen Schritte der Evolution unternommen werden, bevor der schließlich stützende Kontext entwickelt werden konnte, vor allem durch Zuhilfenahme einer provisorischen Funktion, die später wegfallen konnte.[42]

Vor dem Hintergrund dieser ungeplanten Evolution selbstreferentieller Systeme schient es also generell unmöglich, Folgen derzeitiger Veränderungen der Kommunikations­technologien genau einzuschätzen. Ebenso sind wir im Grunde genommen unfähig, das Gesellschaftssystem im Prozess eines Strukturwandels komplett zu beobachten und zu beschreiben. Ein Wandel kann demzufolge auch nicht geplant oder verhindert werden. Allerdings hat die stetig wachsende Komplexität der Gesellschaft zu einem im größer werdenden Wissensschatz geführt. Dieses Wissen lässt die Menschen glauben, Entwicklung kontrollieren zu können. Da aber diese vermeintliche Kontrollkapazität in keiner Weise die Fähigkeit steigert, unsere Ziele zu erreichen,

„...kann wachsende Kontrolltechnologie eine wachsende Fähigkeit bedeuten – Enttäuschungen zu erleben. Das unmittelbare Ergebnis wird die Erfahrung von mehr, nicht weniger Enttäuschung sein.“[43]

Die wachsende Lücke zwischen Kontrollkapazität und Zielerreichung führt schließlich zu einer negativen Einstellung gegenüber der Gesellschaft.[44]

Sich dieser fundamentalen Probleme bewusst zu sein, ermöglicht es laut Luhmann, zumindest zu beobachten, welche Art strukturellen Wandels abläuft. Und deshalb ist es auch nicht Ziel dieser Untersuchung, auf der Grundlage von Folgeabschätzungen eine weitere Prognose zu geben. Es kann jedoch auf die Probleme bei der Betrachtung derzeitiger Veränderungen beziehungsweise der Beurteilung der möglichen Konsequenzen hingewiesen werden.

Damit wird allerdings ein grundlegender Perspektivwechsel notwendig. Es ist nun nicht mehr zu erfragen welche technologischen Entwicklungen die Gesellschaft verkraften kann oder welche Bedingungen geschaffen werden müssen, damit sich etablierte Kommunikationsformen ändern können. Entscheidend wird nun die Frage nach der Evolution der Gesellschaft. Welche Veränderungen wird die Gesellschaft in Folge ihrer Ausdifferenzierung als autopoietisches System hervorbringen?

Mit Blick auf die aktuellen technischen Innovationen der Breitbandkommunikation muss die Forschungsfrage dieser Untersuchung also lauten: Kommt der technologischen Innovation der Breitbandkommunikation die Bedeutung eines evolutionären Ereignisses zu, welches in der Folge eine Veränderung tradierter Kommunikationsstrukturen und damit einen strukturellen Wandel der Gesellschaft auszulösen vermag?

Der systemtheoretische Ansatz wird zur Beantwortung dieser Frage als Rahmen dienen, indem wiederum kausale Erklärungsmodelle die komplexen und abstrakten Zusammenhänge des Luhmanschen Theoriegebildes handhabbar machen.

1.4 Vorgehen

Laut Luhman handelt es sich um ein evolutionäres Ereignis immer dann, wenn zwischen Variation, Selektion und Stabilität unterschieden werden kann. Variation setzt dabei neben die vorhandene Struktur ein weiteres Strukturangebot. Sache der Selektion ist es dann, zu entscheiden ob sich diese Variation durchsetzt. Die Veränderungen lösen ihrerseits Irritationen aus, die eine Re-Stabilisierung des Systems erfordert.[45]

Übertragen auf den zu untersuchenden Sachverhalt erfordert dies zunächst die Beantwortung der Frage, ob es sich bei der Breitbandkommunikation um eine neue Struktur im System der Verbreitungsmedien oder nur um eine marginale Veränderung bestehender Strukturen handelt. Neue Strukturen in Form neuer Systeme lassen sich identifizieren, wenn dieses System eine spezifische Operation, also Kommunikationsform aufweist, die sich von anderen ähnlichen Systemen differenzieren lässt. So werden im zweiten Kapitel dieser Arbeit die für diese Diskussion relevanten Kommunikationsformen wie Rundfunk, Online und Breitbandkommunikation nicht nur charakterisiert, sondern auch auf der Basis kommunikationstheoretischer Bestimmungsgrößen einander zugeordnet beziehungsweise voneinander abgegrenzt. Diese Darstellung ermöglicht zudem, die in diesem Zusammenhang notwendigen Begriffe einzuführen und zu erläutern.

Im Kapitel drei wird es notwendig die technisch-historische Entwicklung der Rundfunk-[46] und Online-Medien[47] einer eingehenden Betrachtung zu unterziehen, mit dem Ziel, die Vergangenheit zu verstehen, um eventuell Analogien für zukünftige Entwicklungen zu finden. Zwar ließe sich Selektivität im Sinne von Auswahl und Nutzung eines neuen Systems bereits aufgrund aktueller Zustandsbeschreibungen bestimmen, hinsichtlich der notwendigen Stabilität, reicht dies jedoch nicht aus. Stabilität, verstanden als bleibende, irreversible Integration in das System[48], äußert sich nicht nur durch einen relevanten Nutzerkreis, sondern wird erst durch den Einfluss auf bestehende Strukturen sichtbar. Diese Strukturen, in Form von Bedeutung und Funktion der Medien innerhalb der Gesellschaft, werden hier dargestellt und mögliche Einflussnahmen und Veränderungen analysiert. Vor diesem Hintergrund ist es dann weiter möglich, auch die aktuellen Daten zur Rundfunk- und Online-Nutzung angemessen zu interpretieren und Tendenzen im Nutzerverhalten aufzuzeigen. Die Entwicklungen im Bereich der Breitbandkommunikation können ebenso nur in diesem historischen Kontext sinnvoll bewertet werden. Die Beschreibung der historischen und aktuellen Zusammenhänge erfolgt in Anlehnung an das Modell des Produkt-Lebenszyklus, ein Modell, das eine Einordnung und Bewertung der geschichtlichen Abläufe ermöglicht und zudem die Annahmen einer evolutionären Eigendynamik des Systems unterstützt.[49]

Um die aktuellen Ereignisse und Entwicklungen ausreichend beurteilen zu können, muss neben dem „Vorher“ auch noch das „Nachher“ in die Diskussion einbezogen werden. Damit wird im vierten Kapitel der Arbeit ein Blick in die Zukunft zwingend notwendig. Welche Impulse sind von den neuen innovativen Technologien für die Zukunft der Rundfunk- und der Online-Kommunikation zu erwarten? Die geschilderten Erwartungen[50] stützen sich dabei auf die Erkenntnisse der Diffusionsforschung, die eine Bestimmung der Faktoren ermöglicht, welche die Verbreitung von Innovationen im Wesentlichen beeinflussen. Die Beurteilung der Einflussfaktoren bezieht sich dabei auf die zuvor beschriebenen spezifischen Funktionsweisen und Nutzungsmuster

Vermieden werden soll in dieser Arbeit eine rein technische Diskussion, da der Gebrauch und die gesellschaftliche Funktion der Medien im Vordergrund des Interesses stehen. Daher werden technische Daten und Merkmale nur dann aufgeführt, wenn sie in diesem Zusammenhang als notwendig erscheinen. Außer Acht bleiben auch wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen, da sie, nach dem zugrunde liegenden Verstehensmodell, als Umwelt die Entwicklung nicht beeinflussen, sondern von der Eigendynamik des Systems geschaffen werden.

Die methodische Grundlage der Untersuchung bildet die Analyse wissenschaftlicher Literatur. Allerdings ist aufgrund der neuartigen Fragestellung ein breiter inhaltlicher Zugang notwendig. Daher bezieht die Analyse neben monografischen Texten auch Sekundärquellen wie Pressemitteilungen oder Veröffentlichungen und Meldungen in der Fachpresse mit ein. Die Beurteilung der Mediennutzung basiert auf der Auswertung empirischer Untersuchungen. Zur frühen Rundfunkgeschichte beschränken sich diese auf nur wenige von einigen Rundfunkanstalten selbst durchgeführte Erhebungen. Für die weitere Betrachtung haben die Ergebnisse der „Langzeitstudie Massenkommunikation“[51] hier einen zentralen Stellenwert. Trotz der über die Jahre leicht veränderten Erhebungsmethoden ist sie die einzige Studie die, mittlerweile in der achten Erhebungswelle seit 1964 durchgeführt, Trendbeobachtungen über einen so langen Zeitraum möglich macht. Zudem werden neben der Nutzung und Bewertung der Medien, ebenfalls Angaben über Freizeitgewohnheiten und Tagesablauf mit erhoben. Auf dieser Basis wird auch der Zusammenhang zwischen Medien und gesellschaftlichem Wandel in der Bundesrepublik deutlich.[52] Die aktuellen Daten zur Nutzung und Verbreitung der Online-Medien wurden aufgrund der Aktualität und der rasch fortschreitenden Entwicklung aus unterschiedlichen Quellen zusammengetragen. Dabei wurden die Studien einer Plausibilitätskontrolle hinsichtlich ihrer Erhebungsmethoden und Interessenlage unterzogen. War dies nicht möglich, wurde versucht die Daten mit vergleichbaren Untersuchungsergebnissen zu stützen.

2 Breitbandkommunikation – ein neues Medium?

Die Bestimmung des Begriffs der Breitbandkommunikation und die Herausstellung einer spezifischen Kommunikationsweise macht zunächst die Darstellung der grundlegenden Kommunikationsstrukturen notwendig.[53] Damit im Zusammenhang steht der folgende Versuch, Online und Rundfunk als jeweilige Mediendomäne auf der Grundlage ihrer spezifischen Verbreitungsmodi voneinander abzugrenzen. Zwar beflügelt seit der Einführung digitaler Kommunikationstechnologien der Begriff der ‚medialen Konvergenz‘[54] die medientheoretische Diskussion als auch die praxisbezogenen Debatten um die medientechnologische Entwicklung. Doch kann gezeigt werden, dass aufgrund unterschiedlicher Personalisierbarkeit der Inhalte und Dienste sowie der Rezeptionsstruktur der Angebote eine funktionale Differenzierung möglich und notwendig ist.

Weiterhin erfordert die Thematik die Benennung innovativer neuartiger Technologien und Medienangebote, die hier jedoch nicht in allen Einzelheiten erläutert werden können. Eine umfassende Beschreibung erfolgt dann im Zusammenhang mit der Darstellung ihrer technisch-historischen Entwicklungen in einem der folgenden Kapitel.

2.1 Bestimmung der grundlegenden Kommunikationsformen von Online und Rundfunk

2.1.1 Rundfunkübertragung als Kommunikationsform

Der Rundfunkstaatsvertrag definiert Rundfunk als „für die Allgemeinheit bestimmte Veranstaltung und Verbreitung von Darbietungen aller Art in Wort, in Ton und in Bild unter Benutzung elektromagnetischer Schwingungen ohne Verbindungsleitungen oder längs oder mittels eines Leiters.“[55] Rundfunkübertragungssysteme sind als Ring konzipiert und bauen damit ein ‚Punkt-zu-Mulitpunkt-System‘ auf[56], eine sogenannte one-to-many Kommunikation. Sie reproduzieren das Muster ‚ein Sender, viele Empfänger‘ und so ist Rundfunk im Ansatz hierarchisch aufgebaut und kann nicht anders, als in festgelegten Strukturen fertige Produkte zu senden.[57] Die Übertragung der Informationen erfolgt in eine Richtung, vom Sender zum Empfänger. Die Präsentation der Inhalte erfolgt dadurch in einer linearen Abfolge und ist an ein festes Programmschema gebunden. Die Angebote selbst weisen aufgrund ihrer Unidirektionalität sowie der Ausrichtung möglichst viele Empfänger gleichzeitig zu erreichen, keinen oder einen nur sehr geringen Personalisierungsgrad auf. Die individuelle Handhabbarkeit ist der Inhalte ist zeitlich an die Sendestruktur gebunden und beschränkt sich auf die Auswahl aus einem zeitlich fixierten, begrenzten Angebot. Über parallel laufende Telekommunikationswege sind jedoch Rückkopplungen möglich.[58]

Der Rundfunkbegriff umfasst dabei die Massenmedien[59] Hörfunk (Radio) und Fernsehen mit ihren Zusatzdiensten. Diese Zusatzdienste werden auch als ‚rundfunkähnliche Dienste‘ bezeichnet, ein Begriff, der im Zuge der Entwicklung neuartiger Kommunikationsdienste, wie beispielsweise dem Bildschirmtext, bereits Mitte der 80er Jahre geprägt wurde. Nach der damaligen Auffassung zählen dazu Textdienste wie Bildschirmtext, Kabeltextabruf, Videotext und Kabeltext und Ton- und Bewegtbilddienste, wobei jeweils noch in Dienste auf Abruf und Dienste auf Zugriff unterschieden wird. Textdienste auf Abruf sind Bildschirmtext und Kabeltextabruf. Dabei wird der individuelle Abruf von Textinformation und die graphischen Darstellung aus Datenspeichern auf den Bildschirm eines Fernsehers oder Monitors ermöglicht. Textdienste auf Zugriff sind beispielsweise Videotext und Kabeltext, die sich dadurch auszeichnen, dass ein Sender zyklisch in ständiger Wiederholung ein Gesamtangebot an Tafeln ausstrahlt und der Rezipient wählt, auf welche Tafel er zugreifen möchte. Gleiche Unterscheidung gilt für Ton- und Bewegtbilddienste. Bei den Diensten auf Abruf sei zu erwarten, dass der Rezipient aus einem breiten Angebot von Videotheken und Audiotheken auswählt und selbst bestimmt, welche Sendungen er übertragen bekommen soll. Bei den Diensten auf Zugriff, stellt der Veranstalter ein begrenztes Angebot zyklisch zu verbreitender Sendungen zusammen, aus dem der Rezipient keine einzelnen Stücke abrufen kann, sondern seine Nutzungsentscheidung allein durch Ein- oder Ausschalten des Gesamtprogramms trifft. Obwohl zum damaligen Zeitpunkt Ton- und Bewegtbilddienste nicht einmal realisiert waren, genehmigte das Bundesverfassungsgericht im Jahr 1987, dass diese neuen Kommunikationsdienste auch als Rundfunk gelten.[60]

Angesichts derzeitiger Entwicklungen im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Internets wurde die Diskussion um die Abgrenzung beziehungsweise die Ausweitung des Rundfunkbegriffs wieder neu entfacht.[61] Allerdings soll die vor allem juristisch geprägte Diskussion an dieser Stelle nicht aufgegriffen werden. Aus kommunikationstheoretischer Sicht, ergibt sich jedoch auf der Grundlage des geschilderten Kommunikationsparadigmas eine klare Abgrenzung des Rundfunkbegriffs gegenüber Abrufdiensten, die zu einem beliebigen Zeitpunkt einem individuell abrufenden Empfänger, der die Sendungen ausgewählt hat, von einem elektronischen Speicher zugespielt werden. Dies wird auch im folgenden noch zu zeigen sein. Daraus ergibt sich, ungeachtet der juristischen Sachlage, für die folgende Betrachtung nur Zusatzdienste in den Rundfunkbegriff mit einzubeziehen, die ‚ausgestrahlt‘ werden und auf ‚Zugriff‘ betrachtet werden können. Nach heutigem technischen Entwicklungsstand gehören dazu beispielsweise analoger und digitaler Viedotext, Radio Data System (RDS) und die Zusatz-Daten-Dienste des digitalen Rundfunks, wie beispielsweise der Elektronische Programmführer und der Datendienst ARD-Online. Nicht zum Rundfunkbegriff gehören aus dieser Sicht Inhalte, die individuell, beispielsweise über das Internet, ‚abgerufen‘ werden.

2.1.2 ‚Ich bin drin‘– die Online-Kommunikation

Die Übertragungswege von Online-Kommunikation, die derzeit noch überwiegend über das Telefonnetz verlaufen, können eine Vielzahl von Strukturen aufweisen. Neben sternförmigen Netzen, Bussystemen oder auch ringähnlichen Strukturen bilden so genannte vermaschte Netze beispielsweise die Basis für das Internet.[62] Jeder Knoten ist dabei mit einem oder mehreren Nachbarn in unregelmäßiger Struktur verbunden. Man hat dann zumeist eine Auswahl mehrerer Wege zwischen je zwei Knoten zur Verfügung und damit die Chance auf Ersatzverbindungen bei Teilausfällen.[63]

Als grundsätzliches Merkmal ist jede Struktur durch eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung zwischen zwei Knoten (Stern, vermaschtes Netz) oder durch ein gemeinsames Medium mit einer Vielzahl von angeschlossenen Knoten (Bus, Ring) gekennzeichnet. Die Übertragung der Informationen kann entweder im Simplex-Modus, der Übertragung nur in eine Richtung, im Voll-Duplex-Modus, der Übertragung in beide Richtungen gleichzeitig, oder im Halb-Duplex-Modus, der umschaltbaren Übertragung in beide Richtungen erfolgen. In der Praxis findet man beliebig zusammengesetzte Mischformen, wobei Teilnetze mit einheitlichem topologischen Aufbau über Brücken miteinander verbunden sind. Alle einheitlichen oder vermischten Netzformen haben allerdings eines gemeinsam, sie weisen das Muster ‚viele Sender, viele Empfänger‘ auf und sind im Ansatz anti-hierarchisch und egalitär.[64]

Technisch und politisch konnte bisher immer klar zwischen den Kommunikationsparadigmen ‚one-to-many‘ für den Rundfunk und ‚one-to-one‘ für die Telekommunikation, also zwischen Massen- und Individualkommunikation unterschieden werden. Doch aufgrund der Digitalisierung der Kommunikationstechnik entspricht dies nicht mehr den gesellschaftlichen Anforderungen, da erstmals ermöglicht wurde, Massen- und Individualkommunikation zu integrieren.[65] Mit der Konvergenz der Kommunikationstechnik aufgrund der Digitalisierung und der Verbreitung medialer Inhalte werden diese Unterscheidungskriterien immer weniger plausibel.

Online-Medien unterscheiden sich so von allen anderen Medien vor allem dadurch, dass zwischen Individual- und Massenkommunikation nicht mehr klar differenziert werden kann.[66] Zwar ist das Internet bezüglich der Nutzungsart individuell, da die Rezipienten frei entscheiden können, welche Angebote beziehungsweise Inhalte sie zu welcher Zeit abrufen. Aber auch eine one-to-many Kommunikation ist möglich, die sich jedoch von der Rundfunkstruktur dadurch unterscheidet, dass die Online-Kommunikationstechnik erheblich schnellere Rückkopplungsprozesse ermöglicht und auch die Anzahl der Inhalteanbieter unvergleichbar größer ist als in den klassischen Medien. Denn theoretisch kann jeder Empfänger gleichzeitig auch Sender sein. Auch Privatpersonen haben die Möglichkeit, eigene Inhalte einer breiten Nutzerschaft vorzustellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Kommunikationsmodelle nach den Teilnehmern (Quelle: Mocker 2001, S. 39)

Von einigen Autoren wird so als Kennzeichen der Online-Kommunikation die Möglichkeit zum Wechsel vom ‚one-to-one‘, zum ‚one-to-many‘ und ‚many-to-many‘ festgestellt.[67]

In der Vergangenheit wurden eine Vielzahl von Online-Medien mit unterschiedlichen Spezifikationen als Dialogdienste, Speicherdienste oder Abrufdienste entwickelt und auch zur Anwendung gebracht. Die meisten dieser Online-Dienste entstanden jedoch entweder als firmeninterne Kommunikationsnetzwerke, hatten nur eine begrenzte Nutzergemeinde oder kamen über die Phase der Erprobung nicht hinaus. Die massenhafte Verbreitung von Online-Anwendungen erfolgte in den letzten Jahren mit der rasanten Entwicklung des Internet.[68] Auf der Basis eines einheitlichen Übertragungsstandards, dem Internet Protokoll (IP) ist das Internet heute die zentrale Plattform für die meisten Online-Dienste und Anwendungen. Wird in dieser Arbeit von Onlinekommunikation die Rede sein, bezieht sich das auf alle IP-basierten Dienste und Funktionen, dazu gehören neben den populären Funktionen wie E-Mail und dem World Wide Web (WWW) auch die proprietären Online-Dienste, die zwar jeweils unterschiedliche Funktionen anbieten und auch eigene Informationen zum Abruf bereitstellen können, jedoch auf dem Internet Protokoll basieren und im Wesentlichen einen Zugang zum Internet darstellen.[69]

2.2 Funktionale Differenzierung von Online- und Rundfunkkommunikation

2.2.1 Interaktivität

In der kommunikationswissenschatlichen Diskussion werden die Rundfunkmedien oft auch der Gruppe der Online-Medien zugeordnet, da sie im Gegensatz zu den auf physischen Datenträgern verbreiteten Offline-Medien, auf dem Funkweg oder über Leitungen den Rezipienten erreichen. Eine Abgrenzung zur oben genannten Online-Kommunikation kann jedoch aufgrund unterschiedlicher Personalisierbarkeit über die Dimension der Interaktivität erfolgen.[70]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 2: Online- und Offline-Kommunikation (Quelle: Gostomzyk/Jarren 1998, S. 15)

In den Sozialwissenschaften versteht man unter Interaktivität die „gegenseitige Beeinflussung“, „wechselseitige Abhängigkeit“ und das „Miteinander in Verbindung treten“ zwischen Individuen und sozialen Gebilden“.[71] Eine zentrale Eigenschaft bei der Differenzierung solcher Kommunikationsprozesse ist die Rückbezüglichkeit. Folgen Botschaften lediglich einem bilateralen Fluss, ohne dass eine Rückbezüglichkeit vorhanden ist, handelt es sich um nicht-interaktive Kommunikation. Besteht eine Rückbezüglichkeit auf eine unmittelbar zurückliegende Botschaft, handelt es sich um reaktive Kommunikation. Um interaktive Kommunikation handelt es sich erst, wenn sich die Kommunikationspartner nicht nur auf die unmittelbar zurückliegenden Botschaften, sondern auch auf alle Sachverhalte davor beziehen.[72] Übertragen auf interaktive Medien, lässt sich daraus ein weitgehend akzeptiertes Fünf-Stufen Modell zur Bestimmung von Interaktion ableiten:[73]

1 Ein/Aus-Interaktivität
Der Benutzer kann entscheiden, ob er ein Gerät oder Programm ein oder ausschalten möchte (z.B. Hörfunk, Fernsehen, Zapping)

2 Start-Interaktivität
Der Benutzer kann bereits vor der Benutzung entscheiden, was er zum Startzeitpunkt aus einem Programm auswählen möchte. (z.B. Mulit-Kanal-,Mulit-Perspektiv-Programme, Near-Video-On-Demand)

3 Menü-Interaktivität
Der Benutzer kann während der gesamten Nutzungsdauer immer wieder aus einem Auswahlmenü auswählen, wobei die Ablaufstruktur aber vorgegeben ist. (z.B. Zusatzinformationen zum Fernsehsignal wie Videotext oder Elektronische Programmführer)

4 Steuerungsinteraktivität
Der Benutzer kann in jeder beliebigen und von ihm gewünschten Reihenfolge Inhalte abrufen (z.B. True-Video-on-Demand)
5 Simulation in der virtuellen Realität

„Bei der höchsten Stufe der Interaktivität […] sind auch alle Grenzen, die es in einer realen Welt gibt aufgehoben.“[74] Erst auf dieser Stufe ist kommunikative Interaktion und aktive Benutzerorientierung möglich. (z.B. Internet)

Es gibt jedoch Diskussionen darüber, ab welcher Stufe nun ein Medium als interaktiv bezeichnet werden kann. Nach der gängigen Bezeichnungsweise der Fernsehveranstalter handelt es sich schon ab Stufe zwei um interaktive Kommunikation. Das würde aber bedeuten, dass auch der über 10 Jahre alte Videotext ein interaktives Medium wäre. Folgt man dagegen den Ausführungen Höings, der die gleiche Skala auf das ‚Interaktive Fernsehen‘ übertragen hat, muss ein Medium erst die Interaktivitäts-Stufe vier erreichen, um als wirklich interaktiv bezeichnet werden zu können.[75]

Die Beurteilung der Interaktivität ist allerdings nicht, wie es scheint, eine Frage von Bewertungen und graduellen Einschätzungen. Sondern sie ergibt sich vielmehr aus der unterschiedlichen Architektur der Netze. Aufgrund seiner dezentralen und punktuellen ‚Vernetzung‘ ermöglicht das Internet kommunikative Interaktion, aktive Benutzer­orientierung sowie Zwei-Wege Kommunikation und damit ein Höchstmass an Interaktivität. Rundfunkmedien können aufgrund der beschriebenen hierarchischen Sender-Empfänger Strukturen trotz Digitalisierung und Zusatzleistungen nur ein geringes Level an Interaktivität erreichen.[76] Diese Struktur würde auch dadurch nicht aufgehoben, wenn die Nutzer wie bei dem angekündigten ‚Interaktivem Fernsehen‘ aus einer noch größeren Palette von Produkten, Produktvarianten und möglichen Empfangszeiten auswählen könnten.

„Der Terminus ‚interaktives Fernsehen‘ mag werbestrategisch gelungen sein, aber kommunikationstheoretisch ist er unsinnig, da ein Widerspruch in sich.“[77]

Im Falle des so genannten ‚Kommunikativen TV‘ , das nach Dahm/Rössler/Schenk auf der höchsten Interaktionsstufe stehen würde, kann dagegen nicht mehr von Rundfunk oder Fernsehen die Rede sein, da die wesentlichen interaktiven Funktionen ausschließlich über die Netzarchitektur des Internets verlaufen würden.[78]

Es liegt also in der Natur des Rundfunks, nur ein geringes Maß an Interaktivität zu zulassen.

2.2.2 Multimedia

Ein weiteres Kriterium um Online- und Rundfunk-Medien voneinander abgrenzen zu können, liegt in ihren unterschiedlichen multimedialen Fähigkeiten. Nach der allgemeinen Definition[79] ist das wesentliche Merkmal von Multimedia die Verbindung mehrer Text-, Bild- und/oder Tonmedien unter Verwendung digitaler Technik. In diesem Sinne wären auch schon Fernsehen, Radio und Zeitschriften multimedial. Nur ist als weitere Bedingung auch ein ausreichendes Maß an Interaktivität zwingend notwendig.[80] Wie gezeigt, können Rundfunkmedien lediglich beschränkte interaktive Funktionen bieten, was wiederum Multimedia mittels Hörfunk oder Fernsehen prinzipiell unmöglich macht.

Die Ursprünge multimedialer Darstellung liegen mit Video und CD-Rom zweifelsfrei im Offline-Bereich.[81] Mit der Entwicklung multimediafähiger Online-Angebote wie dem World Wide Web (WWW), der Entwicklung von Multimedia-Computern und der immer besser werdenden Software[82] zum Darstellen und Abspielen der Inhalte hat jedoch eine anhaltende Multimedialisierung der Online-Kommunikation eingesetzt, die nun ähnliche multimediale Möglichkeiten wie der Offline-Bereich bietet.

Die Annahme, dass es sich bei Multimedia als ein, auf den ersten Blick, bildschirmorientiertes fernsehähnliches Medium, um eine verbesserte Fernseh-Generation handelt, ist also falsch. Auch macht es unter diesem Gesichtspunkt wenig Sinn, die zahlreichen Zusatzfunktionen neuer digitaler Radio- und Fernsehdienste unter dem Sammelbegriff ‚Multimedia‘ anzupreisen.

Sogar das Publikum assoziiert bei ‚Fernsehen‘ und ‚Multimedia‘ zwei verschiedene Medientypen. Eine qualitative Befragung hat gezeigt, dass Fernsehzuschauer zwei deutlich unterschiedliche Bedürfnisrichtungen aufweisen, wovon die eine auf das Fernsehen, die andere auf Bildschirmmedien außerhalb des Fernsehens abzielt. Teilweise empfinden Zuschauer die Szenarien eines neuen, die eigene Aktivität erfordernden Fernsehens sogar als Bedrohung für ‚ihr‘ Fernsehen. Interaktiv und multimedial interessierte Zuschauer erwarten solche Entwicklungen dagegen mit Spannung, aber überwiegend nicht auf Basis des Fernsehens, sondern des Computers.[83]

2.3 Breitbandkommunikation - Aspekte eines neuen Mediums

„Wenn die Möglichkeiten, die mit ‚interaktiv‘ und ‚multimedial‘ angedeutet sind, wirklich realisiert werden, ist ein qualitativer Schritt in ein neues, anderes Medium vollzogen“[84]

Online-Medien bieten gegenüber Offline-Medien ein Höchstmaß an Interaktivität. Damit sind alle denkbaren ‚interaktiven‘ Möglichkeiten in einem Medium bereits realisiert. Hinsichtlich der Darstellungsqualität waren Online-Medien in ihren multimedialen Fähigkeiten jedoch beschränkt. Aufwendige Animationen, Echtzeitvideo und Bewegtbild in gewohnter fernsehadäquater Darstellungsqualität erzeugen riesige Datenmengen, die im Falle der Online-Medien über vorhandene Kanäle übertragen werden müssen. Die Qualität der Darstellung multimedialer Inhalte ist also abhängig von der Menge der Daten, die übertragen werden können. Somit wird eine weitere Unterscheidung besonders wichtig – die der Kapazität der Übertragungskanäle. Die Bandbreite bezeichnet dabei die Menge an Daten, die in einer gewissen Zeit übertragen werden kann. Je höher diese Datenmenge, desto größer die Bandbreite. Sie ist also eine hilfreiche Größe zur Beurteilung der multimedialen Fähigkeiten.

Noch vor wenigen Jahren galt für die Online-Medien und deren Verbreitung über das Telekommunikationsnetz, dass grundsätzlich nur eine schmalbandige Übertragung zum Endkunden möglich sei.[85] Schmalbandig bedeutet, dass die in einer Sekunde übertragene und in ‚bit‘ gemessene Datenmenge nur sehr gering sein kann. Herkömmliche Modems oder ISDN-Anschlüsse bieten lediglich solch einen schmalbandigen Zugang. Damit ist beispielsweise das Anschauen von Filmsequenzen aus dem Internet trotz geringer Bildqualität mit sehr langen Wartezeiten verbunden. Breitbandige, also höhere Übertragungskapazitäten gab es nur bei den großen Verbindungsleitungen der Internet-Vermittlungsstellen, den sogenannten ‚Backbones‘ und im Fernsehkabel beziehungsweise der Satelittenübertragung. So besteht seit 1982 in den deutschen Ballungsgebieten ein annähernd ausgebautes Kabelfernsehnetz aus Kupferkoaxial- und Glasfaserkabeln. Es zeichnet sich durch eine hohe Datenkapazität aus, die durch Fernseh- und Hörfunkprogramme in eine Richtung genutzt wird und uns die bekannte Sendervielfalt ermöglicht. Aus diesem Grund wird das Kabelfernsehnetz auch als Breitband-Verteilnetz bezeichnet. Technisch gesehen, steht jedem Kabelnetzteilnehmer die gesamte Bandbreite zur Verfügung, aber er muß sie mit allen anderen teilen. Sogar Kapazitäten für zusätzliche Datenmengen wären vorhanden, doch fehlt dem Netz ein Kanal, der den Datenversand in umgekehrte Richtung ermöglicht (Rückkanal). Die breitbandigen Kapazitäten des Fernsehkabels konnten bisher ausschließlich für die Verteilung der Rundfunkdienste in eine Richtung und nicht für die Online-Kommunikation genutzt werden. Die geringe Übertragungskapazität der Telekommunikationnetze und die fehlende Rückkanalfähigkeit der Infrastrukturen der Kabelnetze stellten so bisher noch eine Barriere für eine effektive Nutzung multimedialer Anwendungen der Online-Medien dar.[86]

Diese Barriere wurde nun mit der Entwicklung unterschiedlicher Übertragungs­technologien durchbrochen. Neuartige Verfahren ermöglichen heute die breitbandige Übertragung von Informationen über herkömmliche Telekommunikations­netze. Auch der Ausbau des Fernsehkabels, durch Schaffung von Rückkanälen und der Anpassung an die Strukturen der Online-Netze macht breitbandige Online-Kommunikation möglich. Selbst vor dem Stromkabel, der Satelittenübertragung oder der mobilen Kommunikation machen die technologischen Innovationen nicht halt – all das kann schon heute für die Online-Kommunikation mit Übertragungsraten im Breitband-Bereich nutzbar gemacht werden.[87]

Die Schwelle von Schmalband zu Breitband wird von der Deutschen Telekom AG mit einer Nettobitrate von 144 kbit/s, also größer als die doppelte ISDN Kapazität, angegeben.[88] Genau kann aber Breitband nicht definiert werden, da die Vielzahl der neuen Technologien auch unterschiedliche Bandbreiten ermöglichen. So reichen die Übertragungs­kapazitäten heute vom Mega- sogar schon in den Gigabit-Bereich. Nach oben sind also keine Grenzen gesetzt.

Um eine rein technische Diskussion zu vermeiden, soll es für diese Arbeit genügen, Breitband über die multimedialen Fähigkeiten zu definieren. Es gilt, dass mit modernen Breitband-Übertragungstechnologien ‚breite‘ Multimediadaten übertragen werden können.[89] Das bedeutet, auch wenn die Übertragungsraten und Darstellungsqualitäten schwanken und es noch zahlreiche technologische Engpässe und kapazitäre Flaschenhälse gibt: Mit Breitband ist eine fernsehähnliche Übertragung von Echtzeit-Video möglich. Für Privatkunden bietet der schnelle Internetanschluss zudem eine Fülle von neuen Anwendungsmöglichkeiten, leistungsfähiges Entertainment mit Videoclips, Spielen, oder dreidimensionalen Animationen.[90]

Damit werden in der Online-Kommunikation nicht nur die mit ‚interaktiv‘ angedeuteten Möglichkeiten realisierbar, sondern es können auch alle ‚multimedialen‘ Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Es handelt sich in der Tat um einen qualitativen Schritt in ein neues, anderes Medium, das sich über die Bandbreite der Übertragungskanäle definiert.

„Was für die erste industrielle Revolution Kohle und Stahl waren, ist heute für die Informationsgesellschaft die Bandbreite der Übertragungskanäle.“[91]

Der Begriff der Breitbandkommunikation beinhaltet hier also nicht die Rundfunkübertragungen über Breitbandkabel-Verteilnetze sondern meint ausschließlich Online-Kommunikation über IP-basierte Netzwerke mit Übertragungsraten im Breitbandbereich. Dies mag vielleicht auf den ersten Blick irreführend erscheinen, vor dem Hintergrund der zu Grunde liegenden Kommunikationsparadigmen ist es jedoch notwendig diese eindeutige Trennung zwischen Rundfunk und Online zu ziehen.

2.4 Exkurs: Der Begriff des Online-Rundfunks

Mit der technischen Möglichkeit, Rundfunkinhalte wie Fernsehen oder Radio über das Internet übertragen zu können, entstand der Begriff des Online-Rundfunks. Der von Goldhammer und Zerdick geprägte Begriff ist jedoch in dem hier zu untersuchenden Zusammenhang wenig hilfreich und missverständlich. Online-Rundfunk wird definiert als „das Senden, die Übertragung und der Empfang von Audio- und/oder Video-Daten, vor allem über das Internet“[92]. Die Autoren meinen damit radio- und fernsehähnliche Inhalte, die über aktive Datenverbindungen und ein Computer-Netzwerk übermittelt werden. Das scheint in Anbetracht der dort untersuchten Rundfunkanstalten und ihrem Engagement im Internet sinnvoll, ist aber vor dem Hintergrund der eben beschriebenen essentiellen Unterschiede von Online und Rundfunk widersprüchlich. Der Titel der hier vorliegenden Arbeit ‚Online statt Rundfunk?‘ wurde bewusst gewählt, um diese Gegensätze deutlich zu machen. Eine klare Unterscheidung ist zudem notwendig, um mögliche Veränderung der Funktion und des Gebrauchs beider Kommunikationsformen untersuchen zu können.

Sollte sich Goldhammer und Zerdicks These „die Zukunft des Rundfunks…liegt im Internet“[93] bewahrheiten, so würde das zumindest nach dem hier zu Grunde liegenden Verständnis das Ende des Rundfunks bedeuten. Um begrifflichen Missverständnissen aus dem Wege zu gehen, halten sich die Ausführungen dieser Arbeit strikt an die Definitionen, sich aus der Distributionsart ergeben. Somit ist auch die Konvergenz der Endgeräte weniger interessant, da sie eine rein technische Frage und möglicherweise eine Frage des Marktes ist. Entscheidend ist nicht das ‚Abspielgerät’ sondern die Kommunikationsform – Online oder Rundfunk.

2.5 Fazit

Auch wenn in der wissenschaftlichen Diskussion Online, Rundfunk, Interaktivität, Multimedia, Digital-TV, digital radio und Breitband schon einmal, ‚in einem Atemzug genannt werden‘[94], muss genauer differenziert werden, da es sich hierbei nicht nur um graduelle Unterschiede handelt, sondern um grundsätzlich andere Kommunikationsformen. Es konnte zudem gezeigt werden, dass sich mit der Breitbandkommunikation, auf der Grundlage der Online-Kommunikation völlig neuartige Kommunikationsmöglichkeiten herausgebildet haben. Da eine spezifische Operationsweise eindeutig zu erkennen ist, kann das als Variation im Sinne von Bildung neuer Strukturen und Teilsysteme verstanden werden.

Die gemachten Ausführungen lassen sich nun in der folgenden Darstellung zusammenfassen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Systematisierung der Kommunikations- und Medienformen (Quelle: Eigene Darstellung)

Wirkliche Interaktivität und somit Multimedia im Sinne der Definition kann es nur ‚Online‘ über IP-vermittelte Kommunikationskanäle geben. Die Bandbreite ist dabei der wesentliche Motor in der Entwicklung. Mit der Breitband­übertragung ist ein erster, wesentlicher Schritt in ein neues multimediales Medium vollzogen. Aus technologischer Sicht hat die Entwicklung der neuen Medien gerade erst begonnen.

„Die Erfahrung bisher ist, dass es ohne Breitband irgendwie nicht gelaufen ist. Wenn Breitband verbreitet ist und entsprechend billig, könnte ich mir schon vorstellen, dass eine neue Situation entsteht.[95]

Wie diese technologische Entwicklung im historischen Kontext der Medienevolution zu bewerten ist, wird im Folgenden zu klären sein.

3 Die Evolution der Medien

3.1 Die Übertragbarkeit des Produkt-Lebenszyklus-Modells auf Medien

In der Ökonomie unterscheidet man die zeitliche Entwicklung eines Produkts oder einer Dienstleistung in charakteristische Phasen die einem glockenförmigen Verlauf gleichen: Entstehung und Einführung des Objekts, Diffusion und Wachstum, Reifezeit, Sättigung und schließlich Degeneration.[96] Das für diesen Zyklus relevante Kriterium ist die Nachfrage, die in der Wachstums- und Reifezeit zunehmend steigt, in der Stagnationsphase ihr Maximum erreicht und danach in der Degenerationsphase wieder allmählich zurück geht. Die Mitautorin der Langzeitstudie Massenkommunikation Marie-Luiese Kiefer, hat diesen Phasenverlauf in Anlehnung an die Ökonomie für die Hörfunk- und Fernsehnutzung anhand der Daten der Studie Massenkommunikation überprüft und den Medien ebenfalls einen lebenszyklischen Verlauf unterstellt.[97]

Zwar stand bisher, bei der Frage nach dem Weiter- und Überleben von Medien, der Gesichtspunkt der Konkurrenzierung alter durch neue Medien im Vordergrund. Und als eiserner Glaubenssatz gilt in der Kommunikationswissenschaft immer noch die Riepl’sche Feststellung[98], dass ein neues Medium ein altes noch nie völlig verdrängt, sondern allenfalls in andere Funktionsbereiche gezwungen habe.[99] Doch ist die Annahme des Lebenszyklus-Konzepts, dass Medien ähnlich wie andere Wirtschaftsobjekte von begrenzter Existenz sein könnten, entgegen Kiefers Annahme, nicht neu in der Kommunikationswissenschaft. Bereits 1978 diente diese Phasengliederung Hansjörg Bessler zur Periodisierung der deutschen Fernsehgeschichte. Er unterschied in: 1. Die Experimentier- und Einführungsphase; 2. Die Expansions- und Durchsetzungsphase; 3. Die Stagnationsphase und schließlich prognostizierte er eine 4. Phase der Programmdiversifikation durch Satelliten- und Kabelprogramme.[100] Lediglich eine Phase der Degeneration wurde in seiner Betrachtung nicht explizit benannt. Doch ohne den Funktionsumfang und die Möglichkeiten der neuen Medien abschätzen zu können, äußerte er auf der Grundlage dieser Phasengliederung schon damals die Vermutung:

„Zwar ist nicht zu erwarten, dass in absehbarer Zukunft die Nachfrage nach Fernsehprogrammen rapide zurückgeht (…). Andererseits sind zum gegenwärtigen Fernsehen verschiedenartige audiovisuelle Substitute denkbar.“[101]

[...]


[1] Nicholas Negroponte im Januar 1998; zitiert nach Goldhammer/Zerdick 1999, S. 15

[2] Mattern/Künstner/Zirn (Booz, Allan & Hamilton) 1998, S. 47; Diese Schlußfolgerung basiert auf einer Befragung von 40 Fernsehexperten.

[3] Beck /Glotz/Vogelsang 2000, S. 7

[4] Texte, Bilder und Töne zu ‚digitalisieren‘ bedeutet, sie in einen Binärcode zu übersetzen, also in Ensembles von Einsen und Nullen zu wandeln, um sie von Computern verarbeitbar zu machen, damit sie über die Datennetze verbreitet werden können.

[5] Unter Leitmedium versteht man ein Medium, dem gesellschafltlich eine Art Leitfunktion zukommt, dem Einfluß auf die Gesellschaft und auf andere Medien beigemessen. vgl. Wilke1999b, S. 302

[6] vgl. Kapitel 3.3.2.4

[7] Hickethier 1998b, S. 141

[8] vgl. zur eingehenden Bestimmung von Online- und Rundfunkkommunikation Kapitel 2

[9] Diese Annahme stützt sich u.a. darauf, dass die Bertelsmann Stiftung beim Verfassen der Studie durch eine hochrangige Expertenkommission, besetzt mit führenden Repräsentanten der Medienpolitik, des Fernsehens und der Wissenschaft, beraten wurde. Dies waren Kurt Biedenkopf, Wolfgang Clement, Peter Glotz, Jo Groebel, Manfred Lahnstein, Reinhard Mohn, Manfred stolte und Mark Wössner. vgl. Bertelsmann Stiftung 2001, S. 2

[10] Bei dieser Befragungs-Methode geht es darum, durch Wiedervorlage der Antworten zwischen den Positionen zu vermitteln und Quintessenzen aus den Meinungen zu ziehen. vgl. Atteslander 1995, S. 176

[11] Bertelsmann Stiftung 2001, S. 13; Conventional Wisdome (engl.): allgemeine Weisheit (übersetzt nach Verfasser)

[12] ebd., S. 15

[13] vgl. Eine genaue Definition des Begriffs der Breitbandkommunikation findet sich im Kapitel 2.3

[14] vgl. Bertelsmann Stiftung 2001, S. 21

[15] vgl. ebd., S. 24

[16] vgl. ebd., S. 37-39

[17] ebd., S. 32

[18] vgl. ebd., S.89

[19] vgl. Meyers Neues Lexikon 1975, S. 192

[20] vgl. Seeger 1979, S. 131

[21] Beck /Glotz/Vogelsang 2000, S. 16

[22] vgl. Luhmann S. 11

[23] ebd.

[24] vgl. Krause 1999, S. 27

[25] vgl. Baraldi/Corsi/Esposito 1997, S. 63

[26] Luhmann 1994, S. 597

[27] vgl. Luhmann 1989, S. 12

[28] Baraldi/Corsi/Esposito 1997, S. 43

[29] vgl. Luhmann 1994, S. 549 ff.

[30] vgl. Baraldi/Corsi/Esposito 1997, S. 27

[31] vgl. ebd., S. 29

[32] vgl. ebd., S. 30-32

[33] vgl. Krause 1999, S. 16

[34] Die Komplexität eines Systems ergibt sich aus den möglichen Beziehungen seiner Elemente und bezeichnet die Gesamtheit aller möglichen Ereignisse. Steigt die Zahl der Elemente, so wächst auch die Zahl möglicher Beziehungen exponentiell. Die Zunahme der Komplexität, also der Relation zwischen den Elementen, führt Beschränkungen der Systemerweiterung mit sich: Kein System kann eine willkürliche und unbestimmte Zunahme seiner Komplexität aushalten. Darum werden Grenzen innerhalb des Systems gezogen, die Teilsysteme generieren und so Änderungen in der Differenzierungsform des Systems auslösen. Die aktuelle Differenzierungsform stellt ihrerseits die Grenzen der erreichbaren Komplexität im System fest. Die Änderung der Differenzierungskriterien eines Systems hat also entscheidende Folgen für das von diesem System tolerable Komplexitätsniveau. So generiert beispielsweise die heutige Gesellschaft aufgrund ihrer Differenzierungsform weitaus höhere Komplexität als die früheren Gesellschaften. vgl. Baraldi/Corsi/Esposito 1997, S. 94-97

[35] vgl. Guggenberger 1998, S. 58

[36] vgl. Krause 1999, S. 16

[37] vgl. Guggenberger 1998, S. 59

[38] vgl. Baraldi/Corsi/Esposito 1997, S. 33

[39] Luhmann 1994, S. 597

[40] vgl. ebd., S. 552

[41] vgl. Luhmann 1989, S. 12; Als Beispiel nennt Luhmann die Sprache, die wahrscheinlich durch Zeichengebrauch evoluierte und nicht von Anfang an eine Struktur mentaler und kommunikativer Operationen gewesen sein kann. Auch Geld entwickelte sich nicht zuerst als ein Tauschmedium, sondern als ein Hilfsmittel zur Lösung von Buchhaltungsproblemen in großen Haushalten.

[42] ebd.

[43] ebd., S. 14

[44] vgl. ebd., S. 18

[45] vgl. Luhmann 1994, S. 558

[46] Die Ausführungen zum Rundfunk beschränken sich dabei auf die Entwicklungen in Westdeutschland, da gesellschaftspolitische Aufgaben, die das Fernsehen zum Teil in der ehemaligen DDR übernahm, für die historisch-funktionale Darstellung nicht von Bedeutung sind. Zum Fernsehen und seiner Funktion in der ehemaligen DDR siehe Hickethier 1998.

[47] Bei der Entwicklung des Internet wurden die ursprünglichen Entwicklungen in den USA in die Betrachtung mit einbezogen.

[48] Luhmann spricht auch von der Annahme, dass die neuen Strukturmerkmale an den existierenden Merkmalen Halt finden. vgl. Luhmann 1994, S. 586

[49] vgl. eingehend zum Modell des Produkt-Lebenszyklus Kapitel 3.1

[50] Der Begriff der Erwartungen ist in diesem Zusammenhang nicht mit dem Begriff der Prognosen zu verwechseln. Erwartungen sind lediglich Kondensate von Sinnverweisungen, die zeigen, wie eine gewisse Situation beschaffen ist. Sie haben die Funktion aus einem allgemeinen Bereich von Möglichkeiten auszuwählen und dann die Komplexität in reduzierter Form zu erhalten, um Kommunikation und Gedanken trotz der Komplexität und Kontingenz der Welt auf relativ stabile Weise zu orientieren. (Man erwartet, dass der Asphalt trocken oder naß ist, aber nicht, dass er versinkt. Dennoch kann man erwarten, dass der Asphalt bei einem Erdbeben versinkt.) vgl. Baraldi/Corsi/Esposito 1997, S. 45

[51] vgl. Berg/Kiefer 1996

[52] vgl. Meyen 2001, S. 79

[53] Unter dem Begriff Medium wird im allgemeinen ein Mittel, Mittler oder Mittelglied verstanden. vgl. Bertelsmann Universallexikon 2001

[54] Konvergenz bedeutet wörtlich: Annäherung, Übereinstimmung. vgl. Duden 1996, S. 427. In Bezug auf die Medien wird der Begriff in erster Linie für das Zusammenwachsen von Online- und Rundfunkmedien verwendet.

[55] RfStV §2(1)

[56] vgl. Negroponte 1995, S. 47

[57] vgl. Berghaus 1997, S. 74

[58] vgl. ausführlich zum Rundfunkbegriff Goldhammer/Zerdick 1999, S. 87

[59] Unter dem Begriff Massenmedien werden die Invormationsverbreitungsmittel, die über die Medienunternehmen im Prozess der Massenkommunikation Mitteilungen an ein großes Publikum gehen lassen, verstanden. Neben Hörfunk und Ferneshen gehören dazu auch Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Hörfunk, Fernsehen und Schallplatten. vgl. Bertelsmann Universallexikon 2001

[60] vgl. Niepalla 1990, S. 37ff.; vgl. Kapitel 3.2.1.5

[61] vgl. Goldhammer/Zerdick 1999, S. 89

[62] Physikalisch betrachtet setzt sich das Internet aus nahezu allen Formen von Leitungen und Übertragungswegen zusammen.

[63] vgl Haßlinger/Klein 1999, S. 3

[64] vgl. Negroponte 1995, S. 47; Berghaus 1997, S. 74

[65] vgl. Bade/Meyer/Strube 1998, S. 112

[66] Goldhammer/Zerdick 1999, S. 79

[67] Werner/Becker 1997, S. 92

[68] vgl. Kapitel 3.3.1

[69] vgl. Presse und Informationsamt der Bundesregierung 1998, S. 147; Über 50 Prozent der deutschen Internetnutzer nutzen den Online-Dienst ‚T-Online‘ als Zugang zum Internet. Damit ist ‚T-Online‘ neben ‚AOL‘ und ‚Compuserve‘ der größte proprietäre Online-Dienst in Deutschland. vgl. T-Online 2001

[70] vgl. Gostomzyk/Jarren 1998, S. 15

[71] vgl. Foscht 1998, S. 16

[72] vgl. ebd., S. 17

[73] vgl. ebd.; aber auch Dahm/Rössler/Schenk 1998, S. 23

[74] Foscht 1998, S. 17

[75] vgl. Höing 1994, S. 25

[76] vgl. Werner/Becker 1997, S. 90

[77] vgl. Berghaus 1997, S. 74

[78] vgl. Dahm/Rössler/Schenk 1998, S. 26; Als ‚Kommunikatives TV‘ bezeichnet man die Verschmelzung von Fernsehen und Online-Medien in einem Fernsehgerät. Über eine spezielle rückkanalfähige Settop-Box können Online-Angebote parallel zum Fernsehprogramm dargestellt werden. vgl. dazu die gemachten Ausführunge zur MHP-Plattform in Kapitel 3.2.2.4

[79] Einen Überblick über die Vielzahl von Definitionen des Multimedia-Begriffs geben Werner/Becker 1997, S. 89

[80] vgl. ebd., S. 91

[81] vgl. ebd., S. 90

[82] Gemeint sind in diesem Zusammenhang Programme zur Darstellung der Online-Inhalte, sogenannte Browser-Software.

[83] vgl. Berghaus 1995, S. 506ff.

[84] Berghaus 1997, S. 74

[85] vgl. exemplarisch Werner/Becker 1997, S. 91

[86] vgl. Koch 2001, S. 24-26

[87] vgl. Kapitel 3.3.4.1

[88] vgl. Koch 2001, S. 65

[89] vgl. Mocker 2001, S. 51

[90] vgl. ebd., S. 52

[91] Mocker 2001. S. 51

[92] Goldhammer/Zerdick 1999, S. 19

[93] ebd., S. 277

[94] vgl. exemplarisch Schrape 1998, S. 22-24, Booz, Allen & Hamilton 1995, S. 30

[95] Stipp 2001, S. 63

[96] vgl. Gabler 1996, S. 896

[97] vgl. Kiefer 1998

[98] vgl. Riepl 1972, S. 119f.

[99] vgl. Kiefer 1998, S. 94

[100] vgl. Bessler 1978; vgl. Wilke 1999a, S. 23

[101] Bessler 1978, S. 17

Details

Seiten
126
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783832474607
ISBN (Buch)
9783838674605
Dateigröße
962 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v222351
Institution / Hochschule
Universität Leipzig – unbekannt, Kommunikations- und Medienwissenschaft
Note
1,8
Schlagworte
internet breitband online rundfunk multimedia

Autor

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Titel: Online statt Rundfunk?